Die Lage des deutschen Fußballs wird als Symptom für den gesellschaftlichen Niedergang empfunden. Allerdings ist er vor allem ein Symptom für den Zerfall des Journalismus. Der ist längst zu einem integralen Bestandteil dieser gigantischen Wertschöpfungsmaschine Weltmeisterschaft geworden.
Nach dem blamablen WM-Aus trennt sich der DFB von Julian Nagelsmann. Der Bundestrainer wollte nicht freiwillig gehen. Nun wird über eine Abfindung von zehn Millionen Euro spekuliert – für einen Abschied zum Spitzenpreis.
Fatih Khan G., der mutmaßliche Mörder von Stade, soll ein flüchtiger Pädokrimineller sein. Seit 2021 wird in der Türkei nach ihm gefahndet, wie Medienberichte nahelegen. Doch in Deutschland war davon nichts bekannt.
Markus Lanz hat sich selbst überführt. Vor laufender Kamera gab der ZDF-Moderator zu, dass er mit dem FAZ-Journalisten Justus Bender die Attacke gegen AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im Vorfeld abgesprochen hatte. Eine Grafik sollte Siegmund demontieren – geplant und koordiniert von Moderator und Gast. Der Skandal ist perfekt.
Die Koalition verabschiedet sich mit einem Lufthauch in die Sommerpause. Immerhin weist der Blick auf die Medientaktik der Akteure darauf hin, dass sie sich dessen bewusst sind. Mit dem Ende der Telefonkrankschreibung hat die empörte erwerbstätige Mittelschicht ihr Wahlkampf-Sedativum und zugleich die einzige Sympathiebekundung der Politik erhalten.
Gewohnt bescheiden haben die Berliner Verkehrsbetriebe eine neue Super-Straßenbahn in Betrieb genommen: den großen „Urbanliner“. Blöd nur: Wegen Fehlplanung fährt das Ding nur auf einer Linie – und nur in eine Richtung.
Die Reaktion auf die unerlaubten Bischofsweihen der Piusbrüder fällt härter aus als gedacht: Rom exkommuniziert die gesamte Priesterbruderschaft. Das Schisma setzt allerdings auch Rom unter Druck: In den Augen vieler konservativer Katholiken drückt man beim Ungehorsam progressiver Kreise beide Augen zu.
Der Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe Deniz Kurku (SPD) macht es vorsorglich selbst öffentlich: Die Fahrerin des Wagens, in dem der Täter von Stade fliehen wollte, ist seine Schwiegermutter. Viele Fragen sind noch offen, aber klar ist: Nicht nur in Niedersachsen müssen die Verflechtungen zwischen NGO-Migrationskomplex und Politik unter die Lupe genommen werden.
Die geplanten Reformen sind kein großer Wurf. Bei Illner darf Merz sie dennoch nahezu ungestört als Erfolg verkaufen. Kritische Nachfragen bleiben aus, Verdrehungen von Fakten unwidersprochen. Der taumelnde Kanzler erhält in der Sendung die gewünschte PR. Von Fabian Kramer
Der AfD-Spitzenkandidat möchte ein bis zwei Ministerien auflösen. Das Regierungsprogramm der AfD ist langfristig gedacht, aber erklären will er es nicht. "Die Leute interessieren sich dafür nicht", sagt er, wenn ihm die Fragen zu konkret werden. Von Fabian Kramer
Die 38.000 Einwohner des Fürstentums an der Côte d’Azur stehen nach dem Mordanschlag auf den ukrainischen Multimillionär Vadym Yermolaiev noch immer unter Schock – es sei unfassbar, dass derartige Verbrechen nun auch in Monaco möglich seien. Die Polizei hat bereits eine Spur und jagt eine Tatverdächtige.
Verbindungslinien ins Migranten-, NGO- und möglicherweise Clan-Milieu, sowie der fahrlässige Behörden-Umgang angesichts der Gewaltvorgeschichte des Mörders werfen viele Fragen auf.
Die NichtRegierungsKoalition verkauft ihr „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ als Befreiungsschlag und Kanzler Merz als Großer Sprung nach vorn. Dann sagen er selbst und SPD-Bas, was wirklich Gesetz würde, stünde gar nicht fest.
Tichys Börsenwecker: jeden Tag ab 6 Uhr morgens. Immer wieder hört man von einer alternativen BRICS-Währung, die den US-Dollar vom Thron stürzen soll. Doch was genau ist eigentlich eine Leitwährung?
Der TE-Wecker erscheint montags bis freitags – und bietet Ihnen einen gut informierten Start in den Tag. Ideal für den Frühstückstisch – wir freuen uns, wenn Sie regelmäßig einschalten. An Wochenenden und Feiertagen erscheint der Wecker mit einer Schwerpunktsendung.
Linke Netzwerke, Millionenförderung und kaum Kontrolle. Die Bundeszentrale für politische Bildung unterhält ein verfilztes System der Selbstbedienung und politischen Linksförderung – auch, weil CDU-Politiker sie gewähren ließen.
Merz inszeniert sich als Modernisierer, liefert Selbstüberschätzung und Stilblüten, etwa wenn er vom „großen Sprung nach vorn“ spricht. Immerhin wiederholt er nicht Maos Versprechen von drei Jahre Mühe und Entbehrungen für tausend Jahre Glück. Statt nach vorn zu springen, tanzt der Kanzler nach der Pfeife der SPD.
Nicht die SPD ist Deutschlands großes Problem, sondern die Union. Unter Angela Merkel und Friedrich Merz ist die CDU das geworden, was sie unter Helmut Kohl nie war: ein rückgratloser Kanzlerwahlverein. Eine Abrechnung.
Künstliche Intelligenz vermisst Laufwege, Belastung und Taktik bis ins Detail. Doch diese WM zeigt: Mut, Wille und Leidenschaft lassen sich nicht berechnen – und genau deshalb bleibt der Fußball herrlich unberechenbar.
Deutschland steckt in der Krise – doch woran liegt das wirklich? In der Demokratie können die Wähler schlechte Politik eigentlich abwählen. Und doch passiert gerade das nicht. Wolfgang Herles stellt zwei Erklärungsansätze vor.








































