Bombenexplosion in Monaco: Polizei fahndet nach Täterin

Die 38.000 Einwohner des Fürstentums an der Côte d’Azur stehen nach dem Mordanschlag auf den ukrainischen Multimillionär Vadym Yermolaiev (58) noch immer unter Schock – es sei unfassbar, dass derartige Verbrechen nun auch in Monaca möglich seien. Die Polizei hat bereits eine Spur und jagt eine Tatverdächtige.

picture alliance / SIPA | Syspeo

Der Sprengstoffanschlag am Montagabend hat das Image des als eines der sichersten Orte der Welt geltenden Fürstentums schwer beschädigt: In der Eingangshalle eines exklusiven Wohnhauses detonierte ein in einem Rucksack versteckter Sprengsatz und verletzte drei Menschen schwer – darunter den ukrainischstämmigen Multimillionär Vadym Yermolaiev, seine Partnerin und den gemeinsamen 13-jährigen Sohn.

Die Ermittler sprechen von einem versuchten Mord und haben nun bereits einen internationalen Haftbefehl erlassen: Die Fahndung nach einer verdächtigen Frau läuft mit Hochdruck, unterstützt werden die Ermittlungen auch durch Interpol.

Kurz vor 21 Uhr am 29. Juni 2026 explodierte die selbstgebaute Bombe, die offenbar mit Bolzen und Stahlkugeln gefüllt war, in der Rue du Révérend Père Louis Frolla. Die Familie des ukrainischen Multimillionärs kehrte eben von einem Ausflug zurück, als die Detonation die Eingangshalle verwüstete. Yermolaiev (58) und seine Partnerin erlitten lebensbedrohliche Verletzungen; die Frau verlor nach Angaben von Ermittlern beide Beine. Ihr Sohn wurde mit Verbrennungen und weiteren Verletzungen in das Spital gebracht. Bis zu vier weitere Personen trugen leichte Verletzungen davon. Die Opfer wurden in ein Krankenhaus in Nizza verlegt.

Überwachungskameras zeichneten eine verdächtige Person auf, die den Rucksack ablegte und anschließend zu Fuß in Richtung Frankreich floh. Französische Medien wie Le Figaro und BFM TV berichten unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass es sich um eine Frau handeln könnte, die sich als Mann ausgegeben habe. Sie trug einen schwarzen Fischerhut und eine dunkle Jacke. Monacos Staatsanwalt Stéphane Thibault bestätigte die Einleitung eines Verfahrens wegen versuchten Mordes. Eine grenzüberschreitende Fahndung mit französischen Behörden läuft weiter.

Zielperson war kein Freund von Wolodymyr Selenskyj

Vadym Yermolaiev, geboren in Dnipro in der Ostukraine, zählte zu den reichsten Ukrainern: Als Immobilienunternehmer baute er ein beträchtliches Vermögen auf, gab jedoch vor Jahren die ukrainische Staatsbürgerschaft auf und besitzt seither einen zypriotischen Pass. Seit Dezember 2023 unterliegt er ukrainischen Sanktionen wegen geschäftlicher Aktivitäten auf der von Russland annektierten Krim, insbesondere im Alkoholsektor. Yermolajev gehört zum sogenannten „Monaco-Bataillon“ – einer Gruppe ukrainischer Oligarchen und Geschäftsleute, die seit Beginn des russischen Angriffskriegs an der Côte d’Azur residieren.

Le Monde beschreibt ihn als Figur mit Geschäftsbeziehungen in gewissen Grauzonen. Ob der Anschlag mit alten Konflikten, mit den Sanktionen der Regierung Selenskyj oder mit einer persönlichen Fehde zusammenhängt, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Yermolaiev soll auch politische Gegner des amtierenden ukrainischen Präsidenten finanziell unterstützt haben.

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Kommentare ( 1 )

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Mausi
11 Minuten her

Wir müssen unsereBemühungen, westliche Werte in der Ukraine zu verteidigen, unbedingt erhöhen.
Und wir sollten unsereWerte unbedingt in Erfurt verteidigen.

Last edited 9 Minuten her by Mausi