Woran Deutschland scheitert: „Bückbürgertum“ und „Am Volk vorbei“

Deutschland steckt in der Krise – doch woran liegt das wirklich? In der Demokratie können die Wähler schlechte Politik eigentlich abwählen. Und doch passiert gerade das nicht. Wolfgang Herles stellt zwei Erklärungsansätze vor.

 

Deutschland steckt in der Krise – doch woran liegt das wirklich? Wolfgang Herles analysiert in dieser Pilot-Folge von „Herles schlägt zu“ zwei aktuelle Neuerscheinungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch denselben wunden Punkt treffen.

Im Fokus stehen:

  • Jörg Baberowski: „Am Volk vorbei“ – Eine messerscharfe Analyse der systemischen Fehler unserer Demokratie und das Plädoyer für eine Rückkehr zur echten Streitkultur.
  • Ulf Poschardt: „Bückbürgertum“ – Ein journalistischer Streifzug durch eine Gesellschaft der Anpassung, in der Bequemlichkeit und Opportunismus den Widerstand ersetzt haben.

Herles fragt: Haben wir verlernt, für unsere Freiheit zu streiten? Und warum lassen wir zu, dass der Staat immer tiefer in die individuelle Lebensführung eingreift?

Was ist Ihre Meinung? Haben wir eine Kultur des „Bückbürgertums“ entwickelt oder ist der Populismus ein notwendiger Weckruf für unsere Demokratie? Schreiben Sie es uns in die Kommentare!

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Kommentare ( 36 )

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36 Comments
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Karl Schmidt
9 Tage her

Ich fand es interessant, und so ein Format passt doch gut zu Herrn Herles: Er kann seine Freude an Büchern mit seiner Erfahrung als Fernsehjournalist verbinden und die Leser mit seinen Ansichten piesacken (und die ihn). Klingt für mich nach einer guten Mischung, die es so noch nicht bei den kritischen neuen Medien gibt. Dem TE-Buchshop wird es vermutlich auch nicht schaden.

Unglaeubiger
10 Tage her

Wenn es denn nur ein Bückbürgertum wäre! Es ist leider ein verdummtes, nicht mehr selbstständig denkendes gegeneinander Bürgertum, gelenkt und gefördert von sich ins Fäustchen lachenden, korrupten, verlogenen und diktatorisch verliebten Antidemokraten.

Emanreztuneb
10 Tage her

Bückbürger… Der Deutsche ist ein fried- und ordungsliebender Geselle. Ist er heute, und war er schon immer. Und das ist gut so. Denn deshalb waren wir immer in der Lage ein schönes Land zu schaffen. Ohne Einfluss von außen wäre Deutschland ein Utopia. Kann man von Frankreich und England nicht behaupten, und den USA erst recht nicht. Deutschland ist das beste Land der Welt. Deutschland braucht soziale Marktwirtschaft und eine intelligente Führung, die das beste für das Volk will und auch versteht was das ist. Wir brauchen keine Demokratie. Und Streitkultur? In einer Demokratie wirst du bis in alle Ewigkeit… Mehr

Juergen P. Schneider
10 Tage her

Das Bockshorn, in das sich die Wählermehrheit immer wieder jagen lässt, ist das natürlich Habitat der deutschen Duckmäuser. Die meisten Bürger sind eben nicht die Opfer bürgerfeindlicher Politik, sondern sie sind die feigen Komplizen dieser politischen Machenschaften, die sie seit Jahrzehnten immer wieder mit Mehrheiten bei Wahlen bestätigen. Das sich abzeichnende wirtschaftliche und gesellschaftliche Fiasko ist mithin demokratisch legitimiert. Die Bezeichnungen Bückbürger, Duckmäuser oder Untertan treffen leider auf eine Mehrheit im Land zu. Diese Mehrheit glaubt die schamlosen links-grünen Lügen, die ihr rund um die Uhr auf allen Kanälen in die Ohren geplärrt werden. Die so genannten mündigen Bürger sind… Mehr

Neumann
10 Tage her

Lese eben, Höcke sagte: Im Westen leben deutsch sprechende Amerikaner. Dann sage ich: Im Osten leben deutsch sprechende Russen, davon einige Putin -Russen wie Höcke und Chrupalla. Meine Freunde und ich wählen die AfD nicht, weil sie verkündet, die Waffenlieferungen an die Ukraine sollen eingestellt werden. Dann schluckt Putin morgen die Ukraine und übermorgen Deutschland, dann wird Höcke Kanzler und Weidel Bundespräsidentin! Nein danke!

murphy
10 Tage her
Antworten an  Neumann

Der Satz „Dann schluckt Putin morgen die Ukraine und übermorgen Deutschland“ ist völliger Quatsch. Maximal will er Deutschland sein Erdgas verkaufen. Von der Ukraine will Putin offensichtlich nur, dass der – von NATO-Mitgliedern installierte Selenski nicht mehr die in der Ukraine lebende russische Bevölkerung drangsaliert (sie sprach sich definitiv für ein Protektorat Russlands aus!)) und ansonsten den provozierten Krieg beenden. Er will definitiv nicht mal die Ukraine, nur einen kleinen, immer schon von Russen bewohnten Teil. Warum unterschrieb er nicht in Istanbul? Selenski kann seinen (Auftrags-?) Krieg jederzeit beenden (na gut: damit gibt er seinen Posten auf, allerdings wird er… Mehr

Last edited 10 Tage her by murphy
DieterWe
10 Tage her

Die Bürokratie ist so stark geworden, dass sie den aufmüpfigen Bürger ihre Macht spüren lässt. Da gibt es genug Paragrafen die man gegen den Bürger einsetzen kann. z.B. Brandschutz, Umwelt, Grundwasser, Regenwasser …
Und die Politik will oder kann nicht eingreifen.

humerd
10 Tage her

Wir haben schon immer das  „Bückbürgertum“.

 Haben wir verlernt, für unsere Freiheit zu streiten? Und warum lassen wir zu, dass der Staat immer tiefer in die individuelle Lebensführung eingreift?

Freiheit ist anstrengend und man muss zu den eigenen Entscheidungen stehen. Bequem dagegen ist ein Nannystaat und das passt zum Bückbürgertum.

luxlimbus
11 Tage her

Ein bisschen weniger ÖRR-Getue im Umgang mit Herrn Poschardt – bitte!
Er hat Großartiges mit der Kenntlichmachung, sowie der neuen Stoßrichtung gegen den Bückbürger geleistet. Und ja, er musste hierzu nicht Jahrzehnte auf der Galeere schuften, um nun die Bedeutung zu erlangen, die sein erfrischend originärer Ansatz nun einmal verdient. Man muss auch mal gönnen können!

murphy
11 Tage her

Das „Bückbürgertum“ ist in D auch besonders ausgeprägt, weil es zahlreiche Generationen lang nötig war sich untertänigst zu verhalten, weil man sonst gerädert, gevierteilt, geteert & federt, gehängt, oder verbrannt wurden wäre. Von den damaligen Machthabern, der Kirche. Da gab es Berufe wie Folterknecht und Henker. Wer jeden Sonntag in der ersten Reihe saß hatte eine etwas bessere Überlebenswahrscheinlichkeit falls er denunziert wurde. Der Machtanspruch der katholischen Kirche ist mit ein Grund für das treffend sogenannte Bückbürgertum. Dieser nun genetisch verankerte Grund wäre zu entschuldigen. Nicht zu entschuldigen ist, dass Verstöße gegen unsere Verfassung von praktisch jedermann einfach hingenommen werden… Mehr

Manfred_Hbg
11 Tage her

Mhh, gibt es hier vielleicht nicht auch einen Zusammenhang mit der Bezeichnung; „Der Deutsche ist Obrigkeitshörig“(geworden?) ?