Blackbox KW 40 – Wir Vulgärdemokraten

Da haben wir unser ganzes Leben geglaubt, dass, wer die Mehrheit hat, auch regieren darf in einer Demokratie, und nun sagt Frank-Walter, der Spalter: falsch!

Keine Feier ohne Meier, heißt es im Volksmund, und so stieß unser Genosse Präsident Steinmeier diese Woche gleich zweimal an: auf den Geburtstag des Bundesverfassungsgerichts und auf die deutsche Einheit. Welch ein Prosit der Überheblichkeit! Weil in den Wahlen Frank-Walters SPD und ihr Bündnispartner, die Union, keinen Blumentopf mehr gewinnen, erklärte er Wahlen und deren Ergebnisse einfach zu Nebensächlichkeiten. Von wegen Mehrheitsentscheidungen sind der alleinige Maßstab demokratischer Herrschaft! Sowas können nur „Vulgärdemokraten“ behaupten.

♦ Bitter beklagte unser Genosse Präsident den Untergang der parteinahen Medien, die vor dem digitalen Zeitalter noch in der Lage gewesen seien zu unterscheiden, ob jemand ein Demagoge ist, oder „mit ausgewiesener Expertise über sein Fachgebiet aufklärt“. Wer klärt mit ausgewiesener Expertise über sein Fachgebiet auf? Bärbel & Lars? Spahn und Amthor? Wovon spricht der Mann? Aber es wurde noch wilder. Steinmeier: „Unsere Demokratie steht nicht zum Verkauf. Sie liefert sich ihren Feinden nicht aus, im Gegenteil. Wir sind stärker als die Niedertracht.“ Komisch, das hätten wir Vulgärdemokraten jetzt genauso formuliert…

♦ Apropos Spahn. Nachdem selbst Parteifreunde seinen Babydeal in den USA kritisierten und dann auch noch Anstoß nahmen, dass Jens ein paar Tage Sardinien Sitzungen der Unionsfraktion in Berlin vorzog, baute er seine Work-Life-Balance kurzerhand um. Mit dem Satz „Alles rund um meine Person ist aktuell so politisiert, dass ein normales Arbeiten kaum möglich sein wird“ verabschiedete er sich von den Parteifreunden, um sich, unter Fortführung der jährlichen Abgeordneten-Bezüge (ca. 200.000 Euro), vorerst auf seine „Arbeit für den Wahlkreis und meine Familie zu konzentrieren“.

♦ Zuckersteuer? Ja (Klingbeil), nein (Merz), ja (Klingbeil), nein (Merz), ja (Klingbeil), na gut (Merz). Politik kann so einfach sein. Wenn man sich gar nicht mehr zu helfen weiß, hilft am Ende nur noch „Banden bilden“ (Göring-Eckardt auf einem öku-sozialistischen Gottesdienst).

♦ So wie in Frankreich vielleicht, wo „Schüler“ Schulen in Brand stecken, um ihrer Forderung nach „mehr Geld für Schulen, Ersatz für fehlende Lehrer und der Sanierung maroder Gebäude“ Nachdruck zu verleihen (Tagesschau). Auch beim Handelsblatt glaubt man tatsächlich, es gehe um „Bildung“. Und Peter Altmaier ergänzt mit nachbarlicher Expertise, Frankreich habe eine „andere Demonstrationskultur“ und sei dennoch „das zivilisierteste Land, das ich kenne! Vive la France!“ (Szenen der Demonstrationskultur sehen Sie hier)

♦ Friedrich Merz musste mehr Spott und Häme einstecken als jeder Kanzler (m/w/d) vor ihm (Selbsteinschätzung), und doch blieb Teflon-Fritz scheinbar unberührt. Nun aber kamen ihm zum ersten Mal in seiner Amtszeit echte Tränen. Nach der Bekanntgabe der Gewinner des „Deutschen Schulpreises 2026“ stürmten die Schüler der Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf die Bühne, umarmten einander begeistert und zugleich den ebenfalls dastehenden verdatterten Fritz. So viel Zuneigung gab es nicht seit dem 6. Mai 2025, und es war ungewohnt und dann etwas zu viel für Deutschlands unbeliebtesten Politiker.

♦ Gott, was sich da alles aufgestaut haben muss! Einmal das große Bohei um die angebliche Pflegereform. Dabei sind doch alle „sogenannten Reformen überhaupt keine Reformen“ (SPD-Miersch). Überhaupt will die SPD „absolut alles neu verhandeln“. Und dann behauptet der CDU-Ministerpräsident von Hessen auch noch, die Migrationskrise sei „natürlich noch nicht gelöst“. Wir hätten, im Gegenteil, „selbstverständlich ein Problem, beispielsweise auch mit der Einwanderung in die Sozialsysteme.“ Auch gebe es ein Problem mit der „Kriminalität von zugewanderten Menschen“.

♦ Dann wird auch noch Fritzens Parteirivale, der Provinzfürst Wüst, vom türkischen Staatspräsidenten persönlich empfangen, als er eine deutsche Fabrik in Ankara besuchte. Und Bild nennt ihn deswegen gleich kanzlertauglich! Das ist in der Tat zum Heulen. Aber zunächst kämpft Wüst um seine Wiederwahl im nächsten Frühjahr und bat Erdogan um die Stimmen der Millionen türkischen Wahlberechtigten in NRW. Vielleicht hat es Merz ein wenig getröstet, dass Wüst extra einen Comedian in die Türkei mitnahm, der witzelte, Parteifreund Söder sähe aus wie „ein osteuropäischer Gebrauchtwarenhändler“. Das ist aber auch zu komisch.

♦ Der schwäbische Türke oder türkische Schwabe Özdemir scheint auch in einer Art Erdogan-Logik gefangen. Wenn du, deine Partei und ihre Verbündeten „alle miteinander einen schlechten Job gemacht“ haben, musst du die Opposition eben verbieten. Deshalb führt Özdemir „permanent Gespräche mit Kollegen aus dem Bundesrat, um eine Mehrheit für ein AfD-Verbotsverfahren zu finden“.

♦ Der durchtriebene „Doktor“ Voigt leitet nach dem Auseinanderbrechen des BSW nunmehr eine unauffällige Minderheitsregierung in Thüringen. Unauffällig, weil die CDU mit der Linkspartei einen Zusammenarbeitsvertrag geschlossen hat. Die Vereinbarung wurde von den Parteien (SED, CDU und BSW) allerdings anscheinend nicht unterschrieben, damit niemand der CDU vorwerfen kann, den „Unvereinbarkeitsbeschluss“ von 2018 (keine Koalition mit SED und AfD) zu verletzen. Darf nur nicht rauskommen. Also: Pssst…

♦ Wenn der Spiegel von einer „Top-Ökonomin“ schreibt, muss sie mindestens mal Praktikantin bei der Friedrich-Ebert-Stiftung gewesen sein, und wenn auch die Welt Isabella Weber als „Top-Ökonomin“ bezeichnet – wer sind wir, dass wir am „Top“ rummäkeln könnten. Aber Isabellas Idee, dass der Staat festlegen solle, was Reis und Öl im Supermarkt kosten, macht uns denn doch Angst und Bange. Hatten wir schon, war nicht schön. Auch der Weg dahin – der Staat solle große Supermarktketten auffordern, Hauptnahrungsmittel zu einem stabilisierten Preis anzubieten (gegen Subventionen und Steuervergünstigungen) – riecht übel nach DDR 2.0. Isabella selbst nennt ihren Vorschlag übrigens „antifaschistische Wirtschaftspolitik“ (um die AfD zu stoppen). Die „Top-Ökonomin“ hatte schon vor Jahren denselben Quark empfohlen. Damals nannte Nobelpreisträger Paul Krugman das Ansinnen „truly stupid“. Aber das kann eine Sozialistin nicht erschüttern. Außerdem ist ihre Zielgruppe vom Intellekt eher Bärbel & Lars.

♦ Wer hat denn der Bild diese schöne Geschichte versaut? „Pilot (Russe) will sich töten, Copilot (Ukrainer) verhindert Flugzeug-Absturz!“ Besser kann man sich das doch gar nicht ausdenken. Dass es sich um einen Zwischenfall auf einem Flug nach Tel Aviv handelte, hätte den Springer-Redakteur natürlich stutzig machen müssen, da passte das Narrativ nun wirklich kaum in Richtung Putin und seine Selbstmordattentäter. Da klingt schon logischer, was Trump über den Flugzeug-Zwischenfall über Saudi-Arabien sagt: „Ein Klempner soll sich den Stick (kleiner Steuerknüppel) gegriffen und das Flugzeug damit ausbalanciert haben. Das ist die Story, die mir Bibi erzählt hat. Ich weiß nicht, ob das wahr ist…“

♦ Seit Hans-Peter Kerkeling in seiner Rolle als „Nachfahre eines Opfers des Nationalsozialismus“ im Thüringer Landtag ein AfD-Verbot forderte, spricht ganz Deutschland über den Opa Hermann Anton Kerkeling. Der war Kommunist und wohl auch sonst ein schlimmer Finger, „nachweislich wegen Einbruchs und schweren Diebstahls verurteilt“. (KI) Gibt es eigentlich Auszeichnungen für tapfere Nachfahren von Opfern des Nationalsozialismus? Frank-Walter, übernehmen Sie!

♦ Upps. Wegen einer „fehlerhaften telefonischen Übermittlung“ fällt ein Spandauer Direktmandat an die AfD statt an die CDU. Das Abgeordnetenhaus schrumpft um fünf Sitze. So. Und jetzt ist auch mal gut mit den Überprüfungen!
Schönen Sonntag!


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Kommentare ( 37 )

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verblichene Rose
3 Tage her

Um überhaupt beim Verbotsantrag mitreden zu können, wollte ich neulich im Internet einen politisch korrekten Stammbaum bestellen. Das System hat mich direkt blockiert und gesagt: „Ohne Opfer, Täter oder Revolutionäre in der Familie können wir Ihnen leider nur einen fertig geschmückten Weihnachtsbaum liefern!“

Haba Orwell
3 Tage her

> Frankreich habe eine „andere Demonstrationskultur“ und sei dennoch „das zivilisierteste Land, das ich kenne! Röper verliert die eigentlichen Ursachen der explosiven Stimmung nicht aus den Augen: https://anti-spiegel.ru/2026/was-steckt-hinter-den-unruhen-in-frankreich/ > „… Natürlich bleibt der Regierung nicht verborgen, dass Mélenchons Parolen bei den mächtigen Gewerkschaften auf zunehmende Unterstützung stoßen. Ein Beispiel hierfür ist die CGT (Confédération générale du travail), auf deren Aufruf hin am 29. September landesweit mehr als 300.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes zu Demonstrationen auf die Straße gingen. Sie forderten Lohnerhöhungen, eine Aufstockung des Personals und die Finanzierung öffentlicher Dienste, doch es wurden auch politische Parolen laut: Die Demonstranten verlangten,… Mehr

Wolfgang Richter
3 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Die Bilder zu den französisichen „Schülerdemonstrationen“ sagen doch alles zur dortigen aktuellen „Demonstrationskultur“, die meisten Aktivisten dunkler pigmentiert, viele auch bärtig. Möge uns wer auch immer noch länger vor solchen Zuständen bewahren. Bescheiden „wir“ uns vorerst noch mit Auftritten wie beim Feuerwehr-Herbstfest im Sächsischen und zB den täglichen Schießereien in Städten mit offenbar konkurrierenden Clans beim Abstecken ihrer Geschäftsfelder.

Dundee
3 Tage her

Lieber Vulgärdemokrat als Vulgär“kunst“liebhaber (was ferner auf in diese Richtung weitergehende Neigungen schließen lässt)

Haba Orwell
3 Tage her

> Wenn du, deine Partei und ihre Verbündeten „alle miteinander einen schlechten Job gemacht“ haben, musst du die Opposition eben verbieten. Deshalb führt Özdemir „permanent Gespräche mit Kollegen aus dem Bundesrat, um eine Mehrheit für ein AfD-Verbotsverfahren zu finden“.

Es hilft nicht, wenn es wie in Frankreich knallt. Vielleicht sind es demnächst nicht Schulen, sondern Kartellparteien-Stützpunkte? Gerade die Grün:innen haben welche geholt, die ohne Bahnsteigkarten Bahnhöfe (oder andere Bauten) stürmen.

November Man
3 Tage her

Das Wichtigste an der Anhörung war, die vereinigten Linksextremisten haben offenbart, dass sie gegen die AfD nichts in der Hand haben. Keine Belege und schon gar keine zweifelsfreien Beweise, nur Spekulationen und Falschinterpretationen. Herr Dr. Vosgerau hat mit seinen Worten, Tatsachen und Fakten vollständig überzeugt. Dr. Maaßen hat sich eher zurückgehalten, aber auch wertvolle Tatsachen aufgezeigt, warum ein Verbot der AFD nicht möglich ist. Wahrend Herr Dr. Conrad, als Anwalt der AfD, sich zu Recht stark zurückgehalten hat um eine eventuelle notwendige Verteidigungsstrategie nicht preiszugeben. Andere „prominente Vertreter“ habe ich nicht gesehen, eher Spekulanten, Hetzer und Märchenerzähler.  

Haba Orwell
3 Tage her

> „Ein Klempner soll sich den Stick (kleiner Steuerknüppel) gegriffen und das Flugzeug damit ausbalanciert haben. Das ist die Story, die mir Bibi erzählt hat. Ich weiß nicht, ob das wahr ist…“

Ich oute mich jetzt – einmal habe ich in Dortmunder DASA im Flugzeug-Simulator versucht und die Maschine ungewollt gecrasht. Ohne viel Übung geht es nun mal nicht. In Israel gehören aber Flugstunden zur Klempner-Ausbildung?

Last edited 3 Tage her by Haba Orwell
Wolfgang Richter
3 Tage her
Antworten an  Haba Orwell

Der Klempner war doch bei „Bibi“ und hat erzählt, daß er „Pilot“ beim TV „Mayday in der Luft“ oder ähnlich „studiert“ habe und daher wußte, welchen Hebel er zu ziehen hat. Meine Frau guckt immer „Dr. Heilmann“ – also wenn mich mal Blinddarm oder Hirntumor zwicken, ich habe kompetente Hilfe im Haus.

Haba Orwell
3 Tage her

> So wie in Frankreich vielleicht, wo „Schüler“ Schulen in Brand stecken, um ihrer Forderung nach „mehr Geld für Schulen, Ersatz für fehlende Lehrer und der Sanierung maroder Gebäude“ Nachdruck zu verleihen (Tagesschau).

Abgesehen davon, ob die Ereignisse in Frankreich der schländischen Revolution-Durchführung-Verordnung entsprechen – dass auch Frankreich für Kiewer Goldenklowesen und die übrige korrupte Agenda ausgeplündert wird, kann man schlecht leugnen?

hansgunther
3 Tage her

Das große Foul des Bundespräsidenten. Wer Bürgern, die von ihrem demokratischen Wahlrecht Gebrauch machen, pauschal das Etikett von „Vulgär-Demokraten“ anheftet, verläßt den Boden der überparteilichen Integration. Ein Bundespräsident ist kein moralischer Zensor, der das Volk nach politischem Wohlgefallen in Klassen einteilt. Wenn das Staatsoberhaupt den politischen Diskurs derart vergröbert und spaltet, betreibt er selbst eine Form von „Vulgär-Präsidentschaft“. Es ist die Reduzierung eines der höchsten Staatsämter auf die Rolle eines parteiischen Schiedsrichters, der Foul pfeift, wo ihm lediglich das Spielergebnis mißfällt. Wer Respekt vor den Institutionen einfordert, muß diesen Respekt zuerst den Wählern entgegenbringen, dem Souverän – auch und gerade… Mehr

Waehler 21
3 Tage her

Dei Gratia ,- Gottes Gnade. So leiteteten die Könige ihren Machtanspruch her. Heute ist es die „necessitas moralis“ ,irgendwas mit Moral.
Natürlich hat man die Moralischen Regeln so gestaltet, dass es ohne diese Funktionäre nicht möglich ist, die Regeln der moralischen Demokratie einzuhalten. Praktisch.
Die Idee, dass die Politiker Angestellte des Volkes sind, kann demnach als gesichert Verfassungswidrig und gemein betrachtet werden

Juergen Waldmann
3 Tage her

https://imgur.com/a/fmuMyXi
Wer uns Wähler als Vulgärdemokraten beschimpft , der hat nicht begriffen , dass durch Wahlen politische Fehlentwicklungen geändert werden können ! Wenn Frank Walter Steinmeier es anders sieht , dann sollte er abtreten und sich seiner gesammelten Kunst im Präsidentenamt erfreuen . Sein Nachfplger wird sich die Sexpupp nicht im Amt aufstellen , weniger vulgär sein

Kassandra
3 Tage her
Antworten an  Juergen Waldmann

Auch der Nächste kann durch wokes Regenbogenvolk bestätigt werden – ausgewählt wurde er ja schon vordem die Sause im Reichstag dann stattfindet.
Apropos: was macht eigentlich Löw?