Chaos und Gewalt auch in Florenz, Kolosseum in Rom gestürmt

Nicht nur Frankreich erlebte eine weitere Nacht der Ausschreitungen: In Florenz, Bologna und Rom kam es ebenso zu Straßenschlachten gewalttätiger Demonstranten mit der Polizei. Auch aus Spanien wurden Plünderungen berichtet.

Die Demonstranten stürmten in Rom das Kolosseum. IMAGO / Middle East Images
Die Demonstranten stürmten in Rom das Kolosseum.

Die aktuellen Proteste folgten den gewaltsamen Ausschreitungen des vorangegangenen Wochenendes, bei denen insbesondere in Mailand Dutzende Geschäfte geplündert und Schaufenster zerstört worden waren.

In Rom eskalierte die Lage am Samstagabend: Eine propalästinensische Demonstration, die von der Piazza della Repubblica ausging, wurde von der Polizei gestoppt. Am Largo Santa Susanna warfen Demo-Teilnehmer Gegenstände und Böller, die Einsatzkräfte reagierten mit Wasserwerfern, Tränengas und wollten Räumungen durchsetzen.

Palästinenser-Flaggen im Kolosseum

Eine Gruppe der Demonstranten konnte ins Kolosseum eindringen, Touristen flüchteten vor dem Mob. Der Polizei gelang es dann, das 1946 Jahre alte Kulturdenkmal zu räumen. Insgesamt wurden in der italienischen Hauptstadt 96 festgenommen. Auch in Rom zeigten sich die jugendliche Demonstranten im gleichen Outfit wie in Frankreich: Sie waren vermummt, trugen schwarze Sturmhauben, Handschuhe oder Keffiyehs. In Rom waren die Eingänge und Schaufenster der meisten Luxusgeschäfte bereits mit Schutzplatten gesichert.

In Bologna begann eine Demonstration am Piazza del Nettuno und entwickelte sich zu einem Zug durch die Innenstadt. Dabei wurden Barrikaden errichtet und Müllcontainer angezündet. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, um die Demonstranten am Bahnhof zu stoppen, dabei kam es zu Straßenschlachten. Der Rettungsdienst hatte 17 Einsätze wegen Verletzungen bei Demonstranten und Polizeibeamten.

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Auch in Florenz zogen mehr als 2000 gewaltbereite Demonstranten durch die Stadt, sie wollten von der Piazza Santo Spirito weiter in Richtung Via Tornabuoni ziehen, zur Luxus-Einkaufsstraße. Die Polizei blockierte den Weg auf der Ponte Santa Trinita, es kam dann zu Ausschreitungen. Später blockierten mehrere Gruppen die Gleise der Straßenbahn und den Zugang zum Bahnhof.

In Turin kam es ebenso Unruhen mit Stein- und Flaschenwürfen, Feuerwerkskörper wurden auf die Polizei abgefeuert.

In Mailand blieb es nach den Ausschreitungen und Plünderungen in der Vorwoche aufgrund des massiven Einsatzes von Polizei und von 500 Soldaten weitgehend ruhig, die Präsenz der italienischen Fallschirmjäger sorgte jetzt für Sicherheit.

In ganz Italien wurden nach Angaben des Innenministeriums 4292 Personen angezeigt, 371 vorläufig festgehalten (darunter sind laut La Repubblica 110 Minderjährige und 69 Ausländer).

Das Muster der Unruhen

Die Ausschreitungen begannen zeitgleich mit den erneuten Unruhen in den französischen Städten – tichyseinblick.de hat berichtet. Die Abstimmung der Protestwellen ist auffallend: So wurde nun auch in spanischen Städten in der Nacht auf Sonntag versucht, das Muster der Gewalt-Eskalation in Paris, Lyon, Marseille oder Limoges zu imitieren. In Barcelona eskalierte eine über soziale Medien (unter dem Motto „Institut Indignats“ – angelehnt an die französischen Schülerproteste) Protestaktion von etwa 600 vermummten Jugendlichen. Sie plünderten 14 Geschäfte, legten mehr als 20 Feuer. Etwa 100 Personen wurden festgenommen, davon 25 Minderjährige.

Dutzende Städte in Frankreich, Italien und Spanien werden also weiterhin von vermummten, die Palästinenser-Flagge schwingenden Gewalttätern verwüstet, die Bürger verängstigt. Dass es sich dabei um „Schülerproteste“ handelt, wollen nur noch TV-Sender und alte Zeitungen verbreiten, die ihre Glaubwürdigkeit ohnehin schon verloren haben.

Am kommenden Wochenende und dabei speziell zu Halloween am Samstag wollen gewaltbereite Gruppen laut ihren Ankündigungen auf TikTok auch in den großen Städten Deutschlands die Szenen aus Frankreich nachstellen – die Polizeiführung meint, sie sei darauf vorbereitet.

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