Wahlpanne in Spandau: AfD gewinnt Direktmandat statt CDU – Parlament schrumpft

In Berlin wurde richtig gezählt und dennoch das falsche Ergebnis verkündet: Wegen einer fehlerhaften telefonischen Übermittlung fällt ein Spandauer Direktmandat an die AfD statt an die CDU. Das Abgeordnetenhaus schrumpft um fünf Sitze.

picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
Tommy Tabor (AfD) im Berliner Abgeordnetenhaus, 27.08.2026. Er hat das Direktmandat in Spandau geholt.

Eine Wahlpanne in Spandau verändert nachträglich die Zusammensetzung des Berliner Abgeordnetenhauses. Wie der RBB unter Berufung auf die Spandauer Bezirkswahlleiterin Katrin Zickert berichtet, wurde bei der regulären Überprüfung des vorläufigen Wahlergebnisses ein Fehler entdeckt.

Demnach hat im Spandauer Wahlkreis 1 offenbar nicht die CDU-Kandidatin Bettina Meißner das Direktmandat gewonnen, sondern der AfD-Kandidat Tommy Tabor. Ausgezählt worden war am Wahlabend zwar korrekt – doch bei der telefonischen Übermittlung soll das Ergebnis falsch weitergegeben worden sein.

Der Fehler bleibt nicht auf den Austausch zweier Kandidaten beschränkt. Weil sich mit dem Direktmandat auch die Berechnung der Überhang- und Ausgleichsmandate ändert, wird das neue Abgeordnetenhaus deutlich kleiner als zunächst angenommen.

Nach Angaben von Landeswahlleiter Stephan Bröchler wird das Parlament nicht 158, sondern nur 153 Abgeordnete umfassen. Fünf Politiker, die bislang davon ausgingen, künftig im Abgeordnetenhaus zu sitzen, verlieren damit noch vor dessen Zusammentritt ihren vermeintlichen Sitz. Wen die Folgen der Wahlpanne konkret treffen, wird derzeit noch berechnet.

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