Belehrungsfuror, Sturheit und Selbstdemontage: Die Bundesrepublik ist ein Anti-Vorbild. Der ganze Kontinent wird vom großen und schweren Land in der Mitte in die Tiefe gezogen. Es ist eine Tragödie.
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Europa geht unter. Nicht nur die EU: Um dieses aus unzähligen Richtlinien, nutzlosen Gipfeltreffen und überbezahlten Beamten zusammengenietete Gebilde wäre es nicht schade.
Doch es ist der ganze Kontinent, der abrutscht.
Seine Wirtschaft, sein Wohlstand, seine Sicherheit und sein kulturelles Selbstverständnis: Alles verdunstet in rasender Geschwindigkeit. Im Herzen Europas liegt Deutschland – und sticht mit seinem Polit-Dolch wieder und wieder in eben dieses Herz.
Dabei macht die Bundesrepublik stets ein feierliches Gesicht. Das Land hält seine Neurosen für Werte, seine Wahnvorstellungen für historischen Fortschritt und seine Selbstgerechtigkeit für Politik. Andere Länder suchen nach dem richtigen Weg, Deutschland belehrt. Andere Länder wollen Wohlstand produzieren, Deutschland nur Bekenntnisse.
Leider ist das Land im Zentrum des Kontinents zu groß und zu schwer, um in seinem politischen Delirium nur sich selbst zu beschädigen. So wird aus nationaler Torheit ein gesamteuropäischer Niedergang.
Mutti und die Mutter aller Probleme
Der ehemalige Bundesinnenminister Horst Seehofer von der CSU hat einst die Migration (und damit die Flüchtlingspolitik der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel von der CDU) die „Mutter aller Probleme“ genannt.
Er hatte recht.
Im Sommer 2015 setzte Deutschland die sogenannten Dublin-Verfahren für Syrer faktisch aus. Kanzlerin Merkel ließ rechtswidrig die damals in Ungarn wartenden Migranten einreisen. Diese nationale Entscheidung erfolgte ohne Rücksprache mit den meisten EU-Partnern und erst recht ohne deren Zustimmung. Die hätte es damals auch nicht gegeben. Das Signal war: Deutschland nimmt auf. Diese Nachricht lief über Smartphones und Internet schneller um die Welt als jede Erklärung aus dem Kanzleramt.
Die Polen, die Tschechen, die Slowaken: Sie alle wurden von Berlin nicht gefragt, ob sie Teil dieses Experiments sein wollten. Deutschland entschied ganz allein. Anschließend verlangte Berlin dann plötzlich moralischen Gehorsam und nannte das „Verteilungsquoten“. Wer seine Grenzen schützen wollte, galt als herzlos. So funktioniert deutsche Europapolitik: Berlin trifft eine Entscheidung, die Nachbarn übernehmen die Haftung.
Nichts hat Europas Zusammenhalt jemals so nachhaltig zerstört wie 2015. Deutschland wollte sein Gewissen beruhigen – und killte dabei den Kontinent.
Magnet für die Welt, Guillotine für Europa
Dazu gehört zentral die kindische Weigerung, den völlig außer Rand und Band geratenen deutschen Sozialstaat als Pull-Faktor zu akzeptieren. Nirgendwo auf der Welt gewährt ein Staat Migranten – selbst abgelehnten Asylbewerbern – so attraktive Leistungen wie bei uns: bürgergeldähnliche Geldzuwendungen, Unterkunft, Gesundheitsversorgung. Und nirgendwo auf der Welt vermeidet es ein Staat so konsequent, ausreisepflichtige Ausländer abzuschieben.
Der deutsche Wohlfahrtsstaat ist der Magnet am Ende aller Migrationsrouten. Die Deutschen finanzieren ihn mit Geld. Aber den kulturellen und politischen Preis für seine Sogwirkung zahlt der ganze Kontinent.
Staatlich finanzierte Schleuser
Wenn in ein paar hundert Jahren die zukünftigen Historiker auf unsere Epoche zurückblicken, dann werden sie sich verwundert die Augen reiben. Denn Deutschland bezahlt nicht nur Migranten aus aller Welt freigiebig – nein, Deutschland bezahlt sogar die Schleuser, die diese Migranten in unsere Sozialsysteme importieren.
Der Bund finanzierte bis 2024 private sogenannte „Seenotretter“, deren Schiffe Migranten vor der nordafrikanischen Küste aufnehmen und überwiegend in europäischen – vor allem italienischen – Häfen absetzen. Im Jahr 2024 flossen an SOS Humanity, SOS Méditerranée, Sea-Eye und Resqship insgesamt etwa 1,5 Millionen Euro.
Die Schiffe retten vermeintlich Schiffbrüchige im Mittelmeer. Aber sie weigern sich ausdrücklich, diese Menschen dann zum Ursprungshafen in Afrika zurückzubringen; sie bestehen darauf, die „Geretteten“ quer über das Mittelmeer zu schippern und auf EU-Territorium abzusetzen.
Denn sie wissen: Wer erst einmal in der EU ist und „Asyl“ sagt, bleibt meist auch hier.
Damit sind die ach so gütigen Wohltäter nichts anderes als Hilfsschleuser. Sie sind längst berechenbarer Bestandteil einer Route, auf der Menschenschmuggler absichtlich absolut untaugliche und ständig vom Sinken bedrohte Boote losschicken. Deutschlands politische Elite weigert sich wie ein bockiges Kind, diesen für jedermann in der Welt offensichtlichen Zusammenhang anzuerkennen.
Stattdessen gibt es für Rom, das sich zurecht beklagt, eine hochnäsige Belehrung aus Berlin über Humanität. Die Botschaft lautet: Wir bestimmen, was das Gute ist; Ihr bezahlt es dann.
Energiewende ins Nichts
Wohin man auch sieht: überall dasselbe Prinzip. Deutschland schaltet Kernkraftwerke ab, ohne dass es Netze, Speicher und gesicherte Ersatzleistung gäbe. Berlin baut Windräder im Norden, den Strom brauchen wir allerdings im industriellen Süden – und wir haben noch nicht einmal ansatzweise genügend Leitung von hie nach da. Die Folge: Engpässe, astronomische Redispatch-Kosten und gefährliche Stresstests für das europäische Stromnetz.
Die europäische Regulierungsagentur ACER hat errechnet, dass alleine schon die Neuordnung der deutsch-luxemburgischen Strompreiszone Effizienzgewinne in Höhe von bis zu 540 Millionen Euro jährlich erbringen würde. Berlin will davon nichts wissen und hält an der einheitlichen Zone fest. Warum? Nun, das kaschiert das deutsche Nord-Süd-Problem – und verschiebt einen Teil von dessen Kosten über die Grenze.
2025 importierte Deutschland unter dem Strich 21,9 Terawattstunden Strom. Kernenergie war die größte einzelne Importquelle. Zugleich gab es 573 Stunden mit negativen Preisen und 3.494 Stunden mit Preisen über 100 Euro je Megawattstunde.
Bei Sonne und Wind drückt Deutschland Überschüsse ins Ausland. Bei Dunkelflaute kauft es konventionelle und nukleare Energie zurück. Europa dient als Speicher, Reservekraftwerk und Stoßdämpfer eines Experiments, das Berlin weiterhin als Zukunftsmodell verkauft. Die deutschen Lastsprünge und Loop-Flows erschweren das Netzmanagement der Nachbarn und treiben den Aufwand zur Stabilisierung des europäischen Verbundnetzes hoch.
Berlin lagert die Kosten seiner Energiereligion aus – und nennt das zynisch „europäische Zusammenarbeit“.
Atomausstieg als Rohrkrepierer
Der vermutlich wahnhafteste deutsche Glaubenssatz ist der Ausstieg aus der Kernenergie. Das sollte ein Exportschlager werden – wurde es aber nicht.
Frankreich, Finnland, Tschechien und Polen machen aus guten Gründen nicht mit. Kernenergie liefert verlässlich große Mengen an CO₂-armem Strom unabhängig von Wind und Wetter und Tageszeit. Berlin bekämpft dennoch die Gleichstellung der Kernenergie in der EU-Energiepolitik.
Das ist der deutsche Sonderweg in Reinform: Erst die eigene gesicherte Stromerzeugung und -versorgung zerstören, dann französischen Atomstrom importieren – und am Ende Frankreich erklären, weshalb Kernkraft keine Zukunft hat.
So zerstört man ein Land, und einen Kontinent gleich mit.
Germanische Phantom-Armee
Deutschland exportiert alle seine Fehler. Unterm Strich leben wir auf Kosten anderer. Dasselbe Muster überall, immer wieder.
Bei der militärischen Verteidigung ist Berlin schlicht ein Parasit. Jahrelang verpasste Deutschland die NATO-Vorgabe, zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts für Rüstung auszugeben. Maßgeblich haben das auch die Grünen verhindert.
Noch 2023 lagen die deutschen Rüstungsausgaben bei 1,66 Prozent der Wirtschaftsleistung, während Polen fast vier Prozent aufbrachte. Die größte Volkswirtschaft Europas sparte an ihrer Armee, vernachlässigte Material und Munition und verließ sich ansonsten auf die USA (die man für ihre Militärpolitik aber regelmäßig öffentlich kritisierte).
Mit dem Ukraine-Krieg änderte sich die Erzählung von der „Friedensdividende“. Mit ihr änderte sich auch die Weltanschauung der Grünen. Pazifismus ist dort jetzt out. Doch immer noch ist Deutschland verteidigungspolitisch ein Parasit. Wir nehmen zwar irrwitzig hohe Schulden auf, um die Bundeswehr besser auszustatten. Doch wir schaffen es noch nicht einmal, das Geld auch auszugeben. Im Jahr 2024 blieb Verteidigungsminister Boris Pistorius von der SPD auf über vier Milliarden Euro sitzen wie Dagobert Duck in seinem Geldspeicher.
Weil Deutschland es nicht schafft, die Bundeswehr mit einem einsatzfähigen modernen Feldfunk auszustatten, können unsere Soldaten an NATO-Manövern nur eingeschränkt teilnehmen. Deutschland hat ein riesiges sicherheitspolitisches Loch mitten in Europa geschaffen.
Ökonomische Selbstverstümmelung
Deutschlands Wirtschaft stagniert nach zwei Rezessionsjahren. Hohe Energiepreise, Bürokratie, Steuerlast und politische Unberechenbarkeit vertreiben die Schlüsselindustrien: Chemie, Stahl, Automobilbau und Maschinenbau.
Berlin behandelt Industrie nicht als Grundlage des Wohlstands, sondern als lästigen Umweltverschmutzer.
Aber Deutschland ist wirtschaftlich zu groß für einen stillen Niedergang.
Zulieferer in ganz Europa hängen an unserer Volkswirtschaft. Wenn in Wolfsburg weniger Autos gebaut werden oder Ludwigshafen Produktion abbaut, verlieren Unternehmen von Tschechien bis Italien Aufträge.
Und es sind Deutsche, die das auch in Brüssel zu verantworten haben.
Ursula von der Leyen und Manfred Weber (und vorher Martin Schulz) repräsentieren alles Schlechte, was Deutsche in die europäische Politik bringen: Sie paaren Machtinstinkt mit Moralismus und Wirklichkeitsverlust. Sie behandeln den Wählerwillen als Störgeräusch und stehen ansonsten für mehr Umverteilung und mehr politische Selbstermächtigung.
Von der Leyen, Weber und Schulz machen Deutschland nicht europäischer; sie machen nur die EU deutscher. Das tut niemandem gut.
Mitterrand, Thatcher und der politische Weitblick
Margaret Thatcher, als sie Premierministerin von Großbritannien war, wollte die deutsche Wiedervereinigung verhindern. François Mitterrand, als er französischer Präsident war, teilte dieses Misstrauen. Als er sah, dass er die Wiedervereinigung nicht würde verhindern können, setzte er darauf, das neue Deutschland mit der EU und mit dem Euro in den Würgegriff zu nehmen.
Das war alles andere als nett. Aber auch als Deutscher sollte man sich heute die Frage stellen: Hatten Thatcher und Mitterrand womöglich recht?
Bringt Deutschland – dieses große und schwere Land mit seinem unsteten Charakter im Zentrum des Kontinents – womöglich jede Ordnung aus dem Gleichgewicht? Nur ganz anders, als Paris und London das befürchtet hatten: Die real existierende Bundesrepublik beherrscht Europa nicht militärisch. Sie überwältigt den Kontinent stattdessen mit Moral und unerschütterlicher Unbelehrbarkeit.
Europa braucht keinen deutschen Klassenlehrer. Es braucht selbstbewusste Nationen, die ihre Interessen kennen, Verträge einhalten und die Kosten ihrer Entscheidungen selbst tragen. Es geht gar nicht um diese fürchterliche EU. Es geht um den ganzen Kontinent: vom Atlantik bis zum Ural, von Südspanien bis nach Nordnorwegen.
Das ist Europa, und es scheitert. Es scheitert an Deutschland.



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Die einzige Frage, die ich noch habe, lautet: destruktive Absicht oder maßlose Dummheit? Oder beides?
Der Artikel taugt nichts. Mitterand nahm dem ahnungslosen Kohl die Deutschmark & die Bundesbank ab & programmierte damit den Französischen Staatsbankrott. Franzosen & Briten bauen sinnlos teure Flugzeugträger, wir folgen nur in Verschuldung & Inflation den anderen. Frankreich hat noch mehr Invasoren als wir. Sie faseln hier, Herr Heiden.