Bernd Prange, CDU-Kreistagsabgeordneter in Stendal und Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe, hat 10.000 Euro an die AfD gespendet. In einem offenen Brief legt er seine Beweggründe dar. Tichys Einblick dokumentiert den Brief im Wortlaut:
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Am 19. Juli trat Ulrich Siegmund mit einer Information an die Öffentlichkeit, die es in sich hatte: Ein CDU-Politiker und Kreistagsabgeordneter habe 5.000 Euro an die AfD gespendet. „Er möchte, dass wir unser wunderschönes Land vor dem links-grünen Kurs der CDU schützen“, so Siegmund. Den Namen nannte er nicht. Genau einen Monat später gibt der Spender seinen Namen selbst preis: In einem „offenen Brandbrief“ bekennt er, insgesamt 10.000 Euro gespendet zu haben und legt seine Beweggründe dar.
Tichys Einblick dokumentiert den offenen Brief im Wortlaut:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich schreibe Ihnen als langjähriges CDU-Kreistagsmitglied. Ich habe in den vergangenen Wochen insgesamt 10.000 Euro an die AfD in Sachsen-Anhalt gespendet – zweimal 5.000 Euro. Das war keine spontane Entscheidung und erst recht keine Leichtfertigkeit. Es war ein bewusster, nach reiflicher Überlegung gefasster Schritt aus tiefer Sorge um unser Land.
Meine konservativen Werte – Leistung, Ordnung, Sicherheit, nationale Souveränität, wirtschaftliche Vernunft und der Schutz unserer kulturellen Identität – finde ich in der CDU immer weniger vertreten. Stattdessen erlebe ich eine Partei, die sich Schritt für Schritt nach links bewegt, ihre Brandmauer zur AfD immer höher zieht und gleichzeitig eine Zusammenarbeit mit linken und linksradikalen Kräften akzeptiert oder sogar forciert. Ich habe die berechtigte Sorge, dass Teile der CDU dieses Land und ihre eigene Partei an die Linken verraten und verkaufen.
Deshalb setze ich ein klares Stoppzeichen. Ich wünsche mir, dass die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt so stark wird, dass sie alleine regieren kann. Nicht aus Trotz, sondern damit die CDU endlich aufwacht. Damit die Brandmauer fällt. Damit sich die Partei gegen ihren Linkskurs wehrt. Und damit Friedrich Merz abgesetzt wird – als Symbol einer Führung, die den konservativen Kern der Union preisgibt.
Im Kreistag Stendal erlebe ich seit Jahren, wie demokratische Zusammenarbeit funktionieren kann. Die Kooperation mit der AfD-Fraktion ist gut und konstruktiv. Gemeinsam mit den Kollegen der AfD haben wir bereits mehrfach konkreten Schaden durch linke Initiativen abwenden können. Das gilt aber nicht nur für mich: Alle Kollegen im Kreistag – auch die der CDU – arbeiten demokratisch und sachbezogen mit den anderen Fraktionen zusammen, wenn es um das Wohl unseres Landkreises geht. Diese Zusammenarbeit beruht auf Gemeinsamkeiten und dem Willen zum Erhalt unserer Heimat – nicht auf ideologischer Feindschaft. Was das leugnet, leugnet die Realität vor Ort.
Dieser offene Brief soll die Gesellschaft wachrütteln. Er soll vor allem die CDU wachrütteln. Es ist höchste Zeit, dass sich die Union von extrem linken Kräften und von all jenen trennt, die mit den Linken oder auch Grünen paktieren wollen – namentlich auch von Personen wie Sven Schulze. Wer die Brandmauer zur AfD verteidigt, während er gleichzeitig nach links schielt, zerstört die CDU als bürgerliche Volkspartei.
Ich bleibe Konservativer. Ich bleibe dem Land und den Menschen verpflichtet, die ich im Kreistag vertrete. Die CDU muss sich entscheiden: Will sie weiterhin den Linkskurs mitgehen und ihre Wähler verraten und verlieren – oder findet sie den Mut, die Brandmauer einzureißen, sich auf ihre alten Werte zu besinnen und wieder regierungsfähig zu werden?
Die Wahl im September wird zeigen, ob die Partei noch lernfähig ist. Da Sven Schulze aber den Weg zur Einbindung linker Kräfte bereits eingeschlagen hat und davon auch nicht mehr abrücken möchte, werde ich am 6. September 2026 zur Landtagswahl selbst mein Kreuz bei der AfD machen und hoffe, dass es mit mir auch viele weitere Konservative machen werden, damit die AfD in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit erringt und die CDU zur Erkenntnis gelangt, dass sie ihren Kurs ändern muss.
Mit ernster Sorge und klarer Haltung
Bernd Prange

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Ich glaube nicht, dass die CDU noch reformierbar ist. Selbst die „Werteunion“, die angeblich konservative Ausgründung aus der CDU, war ja ein Witz. Konservative sollten ihre Mitgliedschaft in der CDU überdenken, in der Partei haben links-grüne Überzeugungstäter das Sagen, die Opportunisten dackeln denen nach, wie soll sich da etwas ändern? Letztlich hat Merkel die CDU zu dem gemacht was sie heute ist, angefangen mit dem Ausstieg aus der Kernkraft, der ihre bequeme Politik charakterisiert sich an die Spitze des links-grünen Mainstreams zu setzen um die Mitte zu übernehmen. Das hat ihr bequeme Mehrheiten beschert, für die dann alle konservative Werte… Mehr
Der einzige CDU-Mann, den man noch wählen könnte… Mein Respekt. Natürlich wäre es ein Fehler, in diesen Zeiten CDU zu wählen.
Es bleibt so lange bei der Nettosteuerzahlervernichtungspolitik, bis sich das ausgeplünderte arbeitende Volk gegen die Sozialistenbestien erhebt!
Ich bekomme immer mehr das Gefühl von 1989 einer „Wende“. Auch damals hat man vor Veränderungen gewarnt und die Bürgerrechtler als Staatsfeinde gebrandmarkt, viele hatten Posten und Ämter zu verlieren und warnten eindringlich vor der Wende. Es ist wie ein Flashback.
Hoffentlich täuscht sie ihr Gefühl nicht.
Jetzt noch die Frage, warum wechselt er nicht gleich zur AfD? Wenn er konservative Politik haben will bekommt er sie dort. Anstatt seine Kraft intern in der CDU für den Kampf bürgerlicher Politik zu vergeuden, wäre es hilfreicher dort seine Kraft einzusetzen wo die Parteimitglieder ohnehin die selbe Politik wollen wie einer selbst. Die CDU braucht kein Mensch mehr, es gibt genügend linke Parteien.
Das kann er immer noch. Aber wenn er einfach gewechselt hätte, wäre das sang-und klanglos untergegangen. So ist es, zusammen mit dem Brandbrief, ein Paukenschlag.
Ich vermute, weil er viele Parteikollegen in der CDU hat, die genauso denken wie er, den Mut zum offenen Protest aber nicht finden. Er träumt von der CDU der 80er….Helmut Kohl, Franz-Josef Strauss……eine Partei der Konservativen….leider ist das vorbei. Die Linken haben in der CDU die Macht….Wüst, Günther und wie sie alle heißen….gegen diese ist kein ankommen. Merz hätte, als er sich damals zum Kanzlerkandidaten hat wählen lassen auf dem CDU Parteitag…..offen die Brandmauer einreißen müssen…offen sagen müssen das er willens wäre mit der AfD zu koalieren….nur…dann wäre er nicht gewählt und von den Medien zerrissen worden…und das wollte er… Mehr
Weil er damit als Überläufer abgetan, und dann zu den Akten gelegt werden würde.
Aber so wie er es jetzt aufgezogen hat, ist der Druck auf die Parteispitzen in Land und Bund viel größer.
Im Übrigen geht er voll ins Risiko mit seiner Parteimitgliedschaft.
Möglicherweise tut er das, falls die AfD die Wahl gewinnt. Wer weiß? Auch ein ehemaliger Verfassungsschutzpräsident Maaßen geht nun mit der AfD zusammen.
Sehr gute Frage.
Respekt, Herr Prange. Doch bitte, falls sie nun aus der CDU ausgeschlossen werden, gründen sie keine neue Liste/Splitterpartei, gehen sie gleich zur AFD.
Merz und seine Bande handeln vorsätzlich und im Auftrag der deutschen Wählermehrheit. Demokratisch gesehen ist diese Deutsche Blödheit voll korrekt.Demokratie-Masochismus halt.
Wo Herr Prange recht hat, hat er recht. Leider ist die CDU nur das Gegenstück zur SPD. Schon Adenauer hat Deutschland verraten und fügte sich den Alliierten. Die Russen hätten einem Deutschland zugestimmt, wenn es neutral geworden wäre. Die Frage ist, ob man solche Parteiensysteme und Systemparteien überhaupt braucht, wenn man in Freiheit leben will. Mittlerweile ist das Ausrauben der arbeitenden Bevölkerung Standard, Entscheidungen und Reformen würden im besten Fall nur die Enkel erleben. Den Enkeln wird jedoch die Zukunft durch die Schuldenfalle geraubt. Flughäfen und Bahnhöfe kann keiner mehr bauen, weil die Korruption jedes Maß überschreitet. Das Land hat… Mehr
„Teile der CDU „verraten und verkaufen“ ihr Land und ihre Partei“
Das sehe ich anders. Nicht Teile der CDU, sondern jeder, der nach 2015 dort noch Mitglied ist. Faust in der Tasche hin oder her.
Und selbst wenn sich der Otto – Nuschke – Gedächtnisverein spalten sollte, ginge ihnen maximal ein Fünftel der Mitglieder und Abgeordneten von der Fahne. Der Rest ist nämlich die Klientel, die in die SPD oder zu den Grünen gehört.
Die einzigen die das nicht merken, sind die CDU-Wähler.
Es gehört auch zur Wahrheit dazu, daß die CDU bei den kommenden Landtagswahlen mit haushoher Mehrheit gewählt werden würde, wenn ihre Wahl-Kandidatin Angela Merkel hieße.
Das muß man wissen, z.B. wenn man gerade eine Risikobewertung macht, ob man hierbleiben oder abhauen soll.