Die Inflation fordert ihren Tribut, auch in der MDR Wahlarena. Aus dem beliebten Ausgrenzungsspiel „Vier gegen Willi“ wird deshalb „Sechs gegen Willi“: alle Spitzenkandidaten vereint gegen die AfD. Doch deren Shootingstar Ulrich Siegmund surft lächelnd auf der Hass-Welle, ohne vom Brett zu fliegen.
picture alliance/dpa | Klaus-Dietmar Gabbert
Sie stören, sie rufen, sie plappern dazwischen – sobald Ulrich Siegmund das Wort ergreift, ist die Runde in Rage. Alle schütteln demonstrativ den Kopf, fallen ihm ins Wort, empören sich demonstrativ und kameraverliebt.
Man kennt das Schauspiel von Talkshows, die seit Jahren nach dem „Vier gegen Willi“-Prinzip arbeiten. Wenn ein Markus Lanz, eine Sandra Maischberger oder eine Caren Miosga ausnahmsweise einmal einen AfDler oder anderweitig Querdenkenden einladen, haben die Talkmaster stets genügend Gäste am Start, um den Außenseiter gemeinsam fertigzumachen. Das musste eine Ulrike Guérot so durchleiden, ein Tino Chrupalla, eine Alice Weidel und viele andere.
Doch wenn dieses absurde Schauspiel in einem solchen Ausmaß zelebriert wird wie gestern im MDR, dann ist es endgültig unerträglich. Alle sieben Spitzenkandidaten treten in der Wahlarena gegeneinander an und sollen sich den Fragen der Zuschauer stellen: Ulrich Siegmund, dessen AfD mit 42 Prozent alle Umfragen anführt und Sven Schulze (CDU), der ins Amt geschubste, ungewählte Ministerpräsident. Dann Claudia Wittig vom BSW, Armin Willingmann (SPD) und Lydia Hüskens von der FDP. Schließlich noch Eva von Angern von der ehemaligen Mauerschützenpartei SED/Die Linke sowie eine komplett buntbedruckte Grüne mit Buster-Keaton-Brille, deren Namen wir angesichts dieses optischen Overkills leider ständig vergessen.
Heute soll das anders sein, und das scheint auch zu klappen. Warum der MDR nicht mit Bauchbinden arbeitet, die die Parteizugehörigkeit der Zuschauer verraten, bleibt allerdings ein Geheimnis.
Die Fragen haben es teils in sich, doch manche sind auch läppisch.
Für Sven Schulze reicht meist schon die zweite Kategorie, um ihn ins Schwimmen zu bringen. Gleich die erste Frage lässt ihn mächtig paddeln: Thema Brandmauer. Was ist denn nun damit? Schulze setzt zu einem elegischen Redeschwall an und hat doch keine klare Antwort. In Sachsen-Anhalt habe momentan niemand eine Mehrheit, behauptet er. Aha, und? Das hat nichts mit der Frage zu tun. Er wolle das Land nicht schlechtreden, wie die AfD es dauernd mache. Aha, und weiter? Schulze: „Es gibt nicht die Themen der Parteien, es gibt immer nur Themen der Menschen.“ Okay, aber was ist denn nun mit der Brandmauer? Schulze: „Bei vielen Themen hat Herr Siegmund keine Antwort.“ Oh Mann! Sagt der Mann, der nun schon seit drei Minuten keine Antwort gibt. Dann endlich, auf weitere Nachfragen, kann er sich endlich zu einem Larifari-Statement durchringen. Es lautet: „Ich habe nicht vor, mit der AfD zusammenzuarbeiten.“
Schwere Geburt. Und so geht es weiter.
Ein älterer Zuschauer gibt es den Altparteien knüppeldicke: „CDU und SPD treten die Demokratie mit Füßen“, sagt er, und: „Wenn man 40 Prozent der Menschen ausgrenzt, dann hat man Demokratie nicht verstanden.“ Genosse Willingmann will den Mann einfangen. Das sei doch eine Frage der Haltung, palavert er. Der Zuschauer wirkt fassungslos: „Ich sehe Demokratie etwas anders. Es bedeutet, mit allen zu sprechen.“ Dann setzt er noch einen drauf. Er rammt den Altparteien ein Schwert in den Bauch und dreht es ganz langsam. Mit ruhiger Stimme sagt er: „Ich kann CDU und SPD nicht wählen, weil sie den Pfad der Demokratie verlassen haben.“
Eva von Angern betont, sie wolle nicht den ganzen Abend über die AfD reden, nur um dann andauernd über die AfD zu reden. Den Abgeordneten gebe sie aus Prinzip nicht einmal die Hand. Man werde im Landtag dauernd niedergebrüllt und müsse Angst haben. Das erlebe sie auch an ihren Infoständen. Die Menschen hätten Angst vor der AfD. Wer die Wahlkampfbilder aus den Fußgängerzonen kennt, weiß, dass das nicht besonders viele sein können.
Siegmund kontert, dass er eher „eine nie dagewesene Aufbruchsstimmung, eine Hoffnung“ erlebe. Und er kritisiert, die etablierten Parteien würden sogar gegen die eigenen Anträge stimmen, „nur um sie nicht gemeinsam mit der AfD durchzubringen“. AfD-Politikern werde sogar im Landtag vor die Füße gespuckt.
Sofort ist das Rudel in heller Aufregung. Wilde Störgeräusche, Empörung an jedem Rednerpult. Das sei eine Lüge. Siegmund sagt sogar, wer es war, ohne jedoch den Namen zu nennen. Von Angern grätscht sofort dazwischen: So etwas Ungeheuerliches zu behaupten, sei „unverschämt“, weil der Betreffende nicht anwesend sei.
Noch einmal später am Abend blafft sie Siegmund an, als er von Übergriffen erzählt, denen AfD-Politiker dauernd ausgesetzt seien. Sie fällt ihm ins Wort, kann es offenbar kaum ertragen, dass er überhaupt spricht. Er reagiert gelassen: „Seien Sie doch nicht so stieselig.“
Siegmund sagt, wenn das Land ein Unternehmen wäre, müsse man längst von Insolvenzverschleppung sprechen. „Wir möchten erstmal sparen“, sagt er und hat dafür ein Potential von 300 Millionen Euro ausgemacht.
Ach ja, die Grüne, deren Namen wir vergessen haben, soll die Frage ebenfalls beantworten. Und was sagt sie: Es gebe ja durchaus Kommunen, die besser dastehen. Hmm, das klingt fundiert und nach Kompetenz.
Siegmund warnt davor, zu glauben, mit einer AfD-Regierung werde auf einen Schlag alles besser: „Wir werden ein Land vorfinden, das ausgeplündert ist. Das haben wir nicht zu verantworten, aber damit muss ich umgehen.“ Und er gibt dem Kanzler der zweiten Wahl gleich noch einen mit: „Da ich nicht Friedrich Merz bin, möchte ich nichts Falsches versprechen, was ich nach der Wahl nicht einhalten kann.“
Die Runde wirft dem AfD-Spitzenkandidaten regelmäßig vor, die Unwahrheit zu sagen und die Wähler zu täuschen. Wenn er etwas behauptet, heißt es „Das steht aber nicht im Programm“, und wenn er etwas dementiert, heißt es „Das steht aber im Programm“. Vor allem tönt es immer irgendetwas aus der Runde, sobald Siegmund spricht, und sei es nur ein gestöhntes „Blödsinn!“.
Es gibt viele, herrlich absurde Momente an diesem Abend. Die Grüne, deren Namen wir leider vergessen haben, frohlockt, bis die Tattoos zittern: „Wir haben ein Land voll mit wunderbaren Menschen, die sehr sehr vielfältig sind und die vor allem dieses Land rocken.“ Im nächsten Moment beruhigen sich die Hautmalereien wieder, und sie fügt an: „Die machen sich im Moment Sorgen.“ Ist das da eine Träne hinter der Buster-Keaton-Brille? Schwer zu sagen.
Oder Eva von Angern, schon wieder: Die Linke schafft sogar die erstaunliche Volte, eine Antwort zu Behinderten und Inklusion auf die Wichtigkeit des ÖRR und den Rundfunkbeitrag zu drehen. Wenn die AfD den Staatsvertrag kündigen sollte, dann werde es den MDR nicht mehr geben und dieses herrliche, barrierefreie Gebäude. Wow! Mittlerweile 22 Uhr – wir möchten genau das, was diese Dame getrunken hat.
Noch einmal Schulze. Seepferdchen, dritter Versuch. Ein queerer Zuschauer hat „sehr viel Angst vor AfDlern, die mir auf der Straße auflauern“ und will wissen, wie man „queere Menschen vor allem vor weißen Menschen schützen“ kann. Eigentlich eine Steilvorlage, doch Schulze verliert die Schwimmflügel. Er antwortet völlig am Thema vorbei, redet plötzlich über Frauenrechte, bis es sogar dem permanent lächelnden Fragesteller zu doof wird. Sorry, sagt er das gehe an ihm vorbei – „ich bin keine Frau“. Und auch die Moderatorin muss Schulze mehrfach rüffeln: „Das ist doch nicht die Frage.“
Während die Grüne, deren Namen wir leider vergessen haben, beklagt, dass CSD-Veranstaltungen „seit Jahren angegriffen“ werden – und dabei schaut sie Siegmund böse an – wirft Schulze dem AfD-Mann noch einiges an den Kopf. Seine Leute würden ständig „alles niederbrüllen“. „Jo!“, kommt es aus der Runde, „im Landtag“, „dauernd“!
Auch einen Syrer hat der MDR in der Sendung platziert. Er wirft Siegmund vor, die AfD plane „Säuberungen“ und „gesellschaftliche Reinigungen“. Außerdem sei die Partei „mit Korruption involviert“. Da sei „das beste Rezept für einen Diktator.“
Siegmund reagiert gelassen, erwähnt die Volksentscheide, die die AfD als einzige Partei einführen will, lädt den Mann sogar zum Kaffee ein, um sich mal auszutauschen.
Vielleicht reagiert Ulrich zu gelassen. Der Syrer jedenfalls findet ihn am Ende sogar „zu sympathisch. Ich glaube, Sie sind in der falschen Partei.“






Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Liebe Frau Blog, ein feiner Bericht. Er erinnert mich ein wenig an ganz, ganz alte Spiegel-Artikel. Mit Sachlichkeit gepaarte Ironie. So mag och es. LG Rüdiger
Nach Jahrzehnten, geprägt von AfD-Chaos, wäre es doch nun wirklich an der Zeit, endlich auch mal der CDU, der SPD oder den Grünen eine Chance zu geben. Glück auf 😉
Das Schmierenblatt „Spiegel“ titelt aktuell über Ulrich Siegmund: „Der gefährlichste Mann Deutschlands“. Hat offenbar dem Björn Höcke den Rang abgelaufen.
Jetzt weiß hoffentlich jeder, was die Stunde geschlagen hat: den fanatischen Hetzern und ideologischen Hasspredigern das Maul stopfen!! Pfui Teufel!!
Die Ossis werden bald die einmalige Chance haben, ein zweites Mal Geschichte zu schreiben – für die Demokratie, für das Miteinander, für unser Land!!!
Die AFD kann eigentlich auf die Straße gehen mit dem Slogan:
Wir sind das Volk – Wir sind die Volkspartei
Wer nach dieser Offenbarungsshow, die die TOTALE Inkompetenz der Einheitspartei offen gelegt hat, denen seine Stimme gibt dieser Mensch hat die Kontrolle über sein Leben verloren und sollte sich in Behandlung begeben!
Ich grinse die ganze Zeit.
Mehr als offensichtlich haben die Zerstörer Deutschlands die Hosen mächtig voll, dass stinkt bis zur Stadtgrenze ihres Wirkungskreises.
Auswendig gelernte Phrasenvorträge, die meist nichts mit den gestellten Fragen zu tun haben, geben dieses Zeugnis ab.
Herr Siegmund ist mit seiner Art und seiner Haltung wohl der Einzige in dieser Runde gewesen, dem das Schicksal Deutschlands tatsächlich am Herzen liegt.
Und wer jetzt immer noch nicht kapiert hat, dass unsere Zukunft entweder blau ist oder wenn nicht: VERLOREN, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.
Auch in dieser sogenannten „Wahlarena“ spiegelte sich die Kernproblematik unseres Vaterlandes wider: Sogenannte „Politikerinnen“ wie Eva von Angern, die im Zuge des sogenannten „Feminismus“ die weibliche Identität verloren und in diesem Zusammenhang wie von Sinnen unsere Nation der Zerstörung preisgeben (betrachten sie fälschlicherweise als „Politik“); nach dem nahenden Untergang des alliierten Besatzerkonstruktes BRD (https://www.youtube.com/watch?v=hIu80oSC728 ab Minute 3:25) mitsamt des Versuches, die sogenannte „Neue Weltordnung“ zu erbauen (https://www.epochtimes.de/politik/ausland/die-neue-weltordnung-ist-der-weltkommunismus-a2191312.html), muss der sogenannte „Feminismus“ als Dreh- und Angelpunkt jener sogenannten „Neuen Weltordnung“ (https://www.youtube.com/watch?v=iuvyivgRa1I ab Minute 23:00) als allererste Handlung zwingend Annullierung zu Gänze erfahren, um dadurch mit der Wiederherstellung der christlich-patriarchalen Gesellschaftsordnung unsere… Mehr
Die nächste immobilie wird entweder in einem AfD-regierten bundesland oder in einem ausland, das noch bei verstand ist, gekauft.
Solche Auftritte sind cool. Neben den Altparteien blamiert sich auch gleich der Zwangsgebührensender, damit sich die Sache lohnt.
Psychatrisch ist längst erforscht, welche Phasen das durchgemerkelte deutsche Volk durchmachen wird im Angesicht des vom Team Merkel an die Wand gemalten Bösen.
Im Moment des Zusammenbruchs, wenn in Berlin die Merkel’sche Fackel erlischt, die Nah-Erlebnisse im Verteilungskampf näher rücken und Klimapäpste mit der letzten Bundeswehrmaschine fliehen, wird es angesichts des sich auftuenden riesengroßen Nichts eine Massen-Überreaktion geben.
1945 z.B. begingen die Deutschen vor der Näherrücken der Roten Armee massenweise Selbstmord. Es gab Zyankali, oder man sprang mit einem Rucksack voller Steine in den Ententeich.
Ich glaube, das elendige Parteienkartell hat völlig den Verstand verloren.
Die sind panisch vor Angst um den Verlust ihrer bisherigen Macht, sind sie bemüht, eine relativ neue demokratische Partei massiv zu schädigen und zu verleumden. Sie wollen ihre Privilegien nicht mehr hergeben und scheuen sich nicht vor Lügen und kriminellen Aktionen gegen die AFD.
Daher wird von anständigen Bürgern nur noch AFD gewählt.