Die Weimer Media Group schleppt eine Vorgeschichte aus Copyright-Verstößen, Tegernsee-Affäre und Vermarktung zu politischer Nähe mit sich herum. Ende Oktober wird in Frankfurt abermals aufgefahren. Beachtlich ist weniger, dass Weimers weitermachen. Beachtlich ist, wer sich in den Beschädigungsruch stellt.
Adobe, Screenprint: Frankfurt Finance Summit - Collage: TE
Was muss geschehen, damit ein Geschäftsmodell aus politischer Nähe, Wirtschaftsnetzwerken und großer öffentlicher Kulisse wenigstens für eine Weile etwas kleinere Brötchen backt? Wie viele Enthüllungen braucht es, bis Veranstalter den Eindruck vermeiden wollen, das gerade kritisierte System mit neuem Datum und neuer Hochglanzgrafik fortzusetzen? Bei der Weimer Media Group lautet die vorläufige Antwort offenbar: immer noch mehr als bisher schon geschehen ist.
Als im Herbst 2025 die Rücktrittsforderungen gegen Wolfram Weimer immer lauter wurden, breitete Friedrich Merz demonstrativ seine schützende Hand über seinen persönlichen Amigo aus. Der Kanzler erklärte die Vorwürfe gegen Weimer kurzerhand für „falsch“ und stellte sich öffentlich vor seinen Staatsminister, obwohl die Debatte über mögliche Interessenkonflikte damit längst nicht beendet war. TE schrieb damals, Merz greife damit „in ein fallendes Messer – mit beiden Händen“ und verknüpfe sein eigenes politisches Schicksal mit der Causa Weimer. Monate später hat das Bild eine unerwartete Fortsetzung gefunden: Merz selbst steht massiv unter Druck, Weimer blieb auch 2026 Gegenstand heftiger politischer Kontroversen. Zwei Personalien also, deren öffentliches Kapital aufgebraucht ist und nur noch vom Schöpfen aus dem Topf der Steuerzahler vegetiert. Damit stellt sich für jedes Unternehmen und jeden Verband, der bei Weimer Veranstaltungen sein Logo ins Rennen oder seinen Repräsentanten auf die Bühne schickt, eine ziemlich einfache Frage: Welchen Wert soll ausgerechnet die demonstrative Nähe zu diesem politischen Freundespaar heute noch besitzen? Vielleicht hat Weimer dabei sogar die besseren Aussichten. Auch ein verlogener Jahrmarktbudenzauberer wie Weimer, den die FAZ wenig würdevoll als „Windbeutel“ bezeichnet hat, kann nachher über eine etwaige Bundespräsidentin Aigner, die ebenfalls im Weimerschen Universum verankert ist, noch was reißen; für einen Kanzler, dessen Partei und Autorität gleichzeitig erodieren, gelten erheblich grausamere Gesetze.
Besonders hübsch ist die Beteiligung der INSM. Deren Geschäftsführer heißt Thorsten Alsleben, die Organisation beschreibt sich selbst als im Lobbyregister des Bundestages eingetragene Interessenvertreterin und erklärt, ausschließlich von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanziert zu werden. Alsleben wirbt seit Jahren für marktwirtschaftliche Ordnung und einen Staat, der sich auf die Setzung verlässlicher Rahmenbedingungen konzentriert. Nun steht seine Organisation als Partner bei einem Veranstalter auf der Wand, dessen öffentlich-private Verflechtungen seit Monaten Gegenstand parlamentarischer Debatten und journalistischer Recherchen sind.
Dass Alsleben nach den Vorgängen am Tegernsee offenbar keinerlei Berührungsängste mit dem Weimer-Kosmos verspürt, ist deshalb politisch interessanter als der nächste beliebige Vorstandschef auf einem Podium. Gerade eine Organisation, die täglich ordnungspolitische Prinzipien einfordert, muss sich fragen lassen, welche Maßstäbe sie an jene Netzwerke legt, in denen Politik, Lobbyarbeit und kommerzielle Veranstaltungsformate ineinandergreifen. Die INSM hat ihre Antwort fürs Erste als Logo abgeliefert.
Die Erinnerung an Tegernsee dürfte noch frisch sein
Denn der Name Weimer Media Group trägt inzwischen eine stark belastete Vorgeschichte mit sich herum, die sich schwer unter einer neuen Veranstaltungsmarke begraben lässt. Für den Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee bot das Unternehmen Kooperationspakete für 40.000, 60.000 und 80.000 Euro an. In den von Apollo News veröffentlichten Verkaufsunterlagen wurde unter den Vorzügen des Gipfels ausdrücklich „Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger“ genannt; höhere Pakete eröffneten den Zugang zur „Executive Night“, beim teuersten Paket kam eine Besprechungslounge für vertrauliche Gespräche hinzu.
Parallel lief die Urheberrechtsgeschichte um „The European“, die Alexander Wallasch aufgedeckt hatte. Auch t-online dokumentierte im Herbst 2025 zahlreiche Fälle, in denen Reden, Pressemitteilungen oder Beiträge prominenter Personen auf dem Portal erschienen und die Betroffenen als Autoren präsentiert wurden, ohne jedoch davon gewusst zu haben. Viele beanstandete Inhalte verschwanden später von der Seite; im Fall Alice Weidel wurden Anwälte eingeschaltet.
Umso größeren Unterhaltungswert besitzt heute das Impressum des Frankfurt Summit. Dort erklärt die Weimer Media Group mit bemerkenswerter Strenge, sämtliche Inhalte der Seite unterlägen ihrem Copyright; Vervielfältigung oder Verbreitung ohne schriftliche Zustimmung sei unzulässig und gegebenenfalls strafbar. Sogar die Speicherung oder Verarbeitung in Datensystemen ohne Zustimmung wird ausdrücklich untersagt. Hört, hört. Man kann einem Verlag schließlich gar nicht eindringlich genug erklären, wie wichtig Urheberrechte sind.
Frankfurt hatte seine eigene Weimer-Geschichte
Auch der Frankfurt Summit selbst kommt aus dem vergangenen Jahr mit einigem Gepäck zurück. Hessens CDU-Ministerpräsident Boris Rhein, der sich mehr oder weniger für höhere Weihen in Stellung bringt, je stärker Weimer-Amigo Merz im Amt strauchelt, übernahm 2025 die Schirmherrschaft dieser Veranstaltung und eröffnete sie auch persönlich; Finanzminister Alexander Lorz trat auf einem Panel auf. Hessen Trade & Invest unterstützte den Gipfel nach offizieller Auskunft mit 30.000 Euro, Lotto Hessen mit weiteren 9.000 Euro und die WI-Bank mit 15.000 Euro. Für die von der Staatskanzlei beauftragte HTAI entstanden zusätzlich Kosten von 4.600 Euro.
Die Geschichte wurde noch wesentlich interessanter, als interne Akten bekannt wurden. Nach einem Bericht der „Welt am Sonntag“ war zeitweise eine Unterstützung von bis zu 300.000 Euro im Gespräch; die sechsstellige Größenordnung wurde demnach schon diskutiert, bevor die rechtliche Konstruktion abschließend geklärt war. Bereits 2022 hatte Hessen bei einer Veranstaltung der Weimer Media Group eine „Tischpartnerschaft Gold“ erworben. Steuerzahlerkohle für private Events, die mit Sponsoringpartnern nur so um sich warfen. Warum?
Für 2026 zog Wiesbaden zumindest verbal eine klare Linie. Auf die Landtagsfrage, ob die Landesregierung den Frankfurt Finance & Future Summit im Oktober wieder unterstützen werde, antwortete Staatskanzleichef Benedikt Kuhn am 19. Mai mit einem einzigen Wort: „Nein.“ Als die Grünen darauf hinwiesen, dass damals weiterhin ein Logo der HTAI auf der Summit-Seite erschien, erklärte Kuhn, dies sei ihm neu und werde überprüft.
Die Weimer Media Group veranstaltet derweil unbeirrt weiter. Ein Zweitagesticket für die Convention kostet derzeit 1.050 Euro, für die Marken Gala werden zusätzlich 583,10 Euro aufgerufen; das Programm kündigt einen „Speakers Lunch“ unter dem Namen „60 Minutes of Flying Network“ an, bevor die geladenen Kreise am Abend zur IPO Night weiterziehen. Auch 2026 bleibt das eigentliche Produkt damit gut sichtbar: Nähe, Bühne und die Aussicht auf jene Begegnungen, deren Wert sich schwer in einem Kongressprogramm beziffern lässt.
Thorsten Alsleben erklärte bei seinem Amtsantritt bei der INSM, eine funktionierende Soziale Marktwirtschaft brauche einen Staat als maßvollen Setzer des Ordnungsrahmens. Am 21. und 22. Oktober kann er in Frankfurt aus nächster Nähe betrachten, wie ein privates Medienunternehmen nach Monaten voller Fragen zu politischer Nähe, staatlicher Unterstützung und kommerzieller Vernetzung erneut seine Partner um sich versammelt. Vielleicht wäre „Ordnungspolitik in der Praxis“ noch eine freie Masterclass für das Programm.






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Schmieren und Salben , das hilft allethalben ! Das sagt der Volksmund dazu !
Los Bonzos unter sich beim öffentliche Gelder waschen und verteilen unter ihresgleichen. Leider immer wieder viel zu vergesslich das mit Warte- und Wertmarken sowie Zu- und Verteilung des Mangels schwer beschäftigte Volk drunten. Der Wahnsinn galoppert weiter und selbst blamabelst verlorene Wahlen zwingen niemanden mehr zur Umkehr, wo Korruption längst vereinbart und zugesichert ist. Staatsanwalten müssen wegschauen und Kritiker sind ja Nazi. Deutschland hat sich längst abgeschafft…