Das Ende der Volksparteien: Eine neue politische Ära

In rasender Geschwindigkeit bröckeln alte Gewissheiten der deutschen Politik. In Berlin könnte nun die Linke das Ruder übernehmen – und droht schon mit Enteignungen. Und in Mecklenburg-Vorpommern mobilisiert Manuela Schwesig verzweifelt gegen die AfD. Für eigene politische Ideen reicht es schon lange nicht mehr.

 

Die Machtstrukturen der Bundesrepublik zerfallen. Die alten Volksparteien CDU und SPD sind kaum mehr ein Schatten ihrer selbst. Nachdem die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nur knapp an einer absoluten Mehrheit scheiterte, wackelt Kanzler Merz. Und nun steht schon wieder eine Wahl an. Seine CDU wird in Mecklenburg-Vorpommern wohl nur auf mickrige sieben Prozent kommen. Die AfD steht in den Umfragen bei 38 Prozent.

Und um die SPD steht es ebenfalls nicht gut. Amtsinhaberin Manuela Schwesig (SPD) verzichtet im Wahlkampf weitgehend auf das SPD-Logo und macht als Amtsinhaberin Politik mit dem Spruch „Die Frau gegen Blau“. Dass sie von der ehemaligen Volkspartei SPD kommt, ist nichts mehr wert. Selbst mit dieser Zentrierungskampagne kann sie nur 33 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

Besonders eklatant ist: Nicht nur junge Wähler meiden die ehemaligen Volksparteien. Auch die arbeitende Bevölkerung kann mit ihnen in vielen Fällen nichts mehr anfangen. Die „alte Tante SPD“ und der Kanzlerwahlverein CDU können nur noch bei den über 70-Jährigen auf große Wähleranteile hoffen.

Auch in Berlin wird gewählt: Hier muss die CDU hoffen, dass sie es schafft, vor der LINKEN zu bleiben. Nachdem Kai Wegner (CDU) eine einmalige Chance verpasste, in der Hauptstadt konservative Politik umzusetzen, verliert die ehemalige Volkspartei massiv Stimmen an die AfD – und das Bürgermeisteramt vermutlich an eine offen kommunistische Partei. Die SPD spielt hier nur noch die Rolle als Koalitionshelfer – nicht einmal alleine, sondern zusammen mit den Grünen.

CDU und SPD sind noch lange nicht tot. Aber Volksparteien sind sie keine mehr.

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