Die Brandmauer umschließt nur noch den politischen Schrebergarten

Ulrich Siegmund braucht keine Wahlkampfhelfer. Die Bundesregierung, die Brandmauer, die staatsnahen Medien und CDU-Kandidat Sven Schulze mit seinen zweifelhaften Helfern erledigen den Job.

IMAGO / dts Nachrichtenagentur

Es ist wie früher beim 100-Meter-Lauf. Während der Letzte gerade das erste Drittel geschafft hat, ist der Erste schon im Ziel. Der Trend erhärtet sich. Die CDU befindet sich im Sinkflug, die AfD verstetigt ihren Höhenflug.

Nach der jüngsten Umfrage von INSA käme die AfD auf 42 Prozent, weit abgeschlagen die CDU auf 22 Prozent, die Linke auf 13 Prozent, die SPD, die nicht einmal selbst weiß, wofür sie außer als Einnahmequelle ihrer Funktionäre noch taugen soll, würde es mit knapp 6 Prozent noch über die 5-Prozent-Hürde schaffen, wie auch das BSW mit 5 Prozent.

Grüne und FDP wären nach dieser Umfrage verdientermaßen nicht mehr im Landtag vertreten. Die Grünen in Sachsen-Anhalt sind ohnehin nur die Partei der Zugereisten, denen auch aufgrund der so unwürdigen wie brutalen Evaluationsverfahren, im Volksmund: des Gauckens, sich in Ostdeutschland Karrieren eröffneten, von denen sie im Westen nicht einmal hätten träumen dürfen.

Nach dieser Umfrage könnten Ulrich Siegmund und die AfD eventuell äußerst knapp allein regieren. In Kooperation mit dem BSW würde es zu einer satten Mehrheit reichen. Käme das BSW nicht in den Landtag, läge die AfD mit 42% knapp vor der Brandmauer-Einheitsfront aus CDU, Linke und SPD, die 41 Prozent erreichen würden.

Die Zahlen aus Sachsen-Anhalt sind bundespolitisch und landespolitisch verursacht. Der von den Bundesregierungen seit Merkel herbeiregierte wirtschaftliche Niedergang bedroht massiv die wirtschaftliche Substanz des Landes, aber auch jedes einzelnen Bürgers, bedroht, was sich die Bürger in Sachsen-Anhalt mit viel Fleiß und unter großen Opfern nach 1990, verharmlosend Transformationszeit genannt, erarbeitet haben. Wieder sollen sie alles verlieren.

Zudem erinnert sie der Umgang der Regierung, des „Politbüros“ von Neu-Versailles in Berlin Mitte, mit den Bürgern, die sie als Untertanen, als „unsere Menschen“ sehen, an alte Zeiten, die Arroganz der Brandmauer-Einheitspartei und die Propaganda ihrer Medien. Paradoxerweise haben die teils auch ehrabschneidenden Angriffe der Brandmauer-Medien dem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund eher genützt als geschadet. Man erkannte die Absicht und war verstimmt.

Doch nicht nur die Bundesregierung und ihre Medien wurden nolens volens zu Siegmunds Wahlhelfern. Auch der Spitzenkandidat der CDU, Sven Schulze, macht im Wahlkampf alles falsch, was man falsch machen kann. Zwar kann er nichts für die Bundesregierung der letzten Tage, doch man kann sich auch gegen den Bundestrend behaupten. Dazu muss man noch nicht einmal ein Charismatiker sein und kann sogar den Charme einer Büroklammer versprühen. In schwierigen Zeiten kann das sogar einen Wert darstellen, den Wert der Solidität.

Sven Schulze hätte Ulrich Siegmund als Hallodri erscheinen lassen können, doch dann hätte er es eben nicht verbal ständig versuchen dürfen. Das Geheimnis lautet, dass man keine Wirkung vorzugeben vermag, sondern im Gegenteil die Wirkung aus dem, was man unternimmt, entsteht – und zwar nicht in Schulzes Reden, sondern als Wirkung von Schulzes Reden im Kopf der Bürger. Schulze hätte die AfD links liegen lassen müssen, sie ignorieren, stattdessen thematisierte er sie und ihre Vorschläge ständig.

Man versteht die Not, aus der dieser Fauxpas entstand. Sven Schulze kann nichts vorschlagen, nichts, was er innerhalb der Brandmauer durchsetzen kann. Und darin besteht Schulzes größtes Problem. Er ist gefangen innerhalb der Brandmauer, im geistigen Areal eines politischen Schrebergartens. Er hätte mit Erfolg wahlkämpfen können. Er hätte eigene und klare Konzepte und den Willen haben müssen, gegen die suizidale Wirtschafts- und Energiepolitik, die das mitteldeutsche Chemiedreieck zerstört und gegen die Migrationspolitik der rot-schwarzen Regierung mit wahrhaft lutherischem Eigensinn und Reformationswillen anzutreten und auf die Brandmauer zu pfeifen.

Aus schlotternder Angst vor dem richtigen Schritt, dem Schritt im Sinne der Bürger, droht inzwischen der glücklose ehemalige Kanzleramtsminister und jetzige Beauftragte von Friedrich Merz für die Bundestagsfraktion der Union, Thorsten Frei, damit Schulze ja hinter der Brandmauer verharrt.

Dass, wenn überhaupt, Schulze nur Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt bleiben kann von Gnaden der SED-Linken, dass er zum Faktotum der SED-Linken dann werden würde, stört Thorsten Frei nicht, der offensichtlich Blockparteiengefühle hegt. Welche Panik muss die Brandmauer-Kaste haben, wenn Frei indirekt droht, sich als Bundespartei in die Koalitionsgespräche der Landespartei in Magdeburg einzumischen, was bisher ein No-Go war.

Was Frei den Sachsen-Anhaltinern damit auch von der Bundesebene noch einmal bestätigt hat, ist, dass, wer Schulze und die CDU wählt, die SED-Linke wählt. Die hat schon signalisiert, dass Sven Schulze gern nach der Wahl unter ihr Regierungschef in Magdeburg werden könnte. Dass man nach diesem Muster als CDU Posten und Pöstchen erhalten bzw. gewinnen kann, macht die Bundespartei gerade vor, indem Friedrich Merz unter der SPD Bundeskanzler ist. In Magdeburg ist es dann eben nicht die SPD, sondern die SED-Linke.

Doch nach den letzten Zahlen würde es nicht einmal für die Sachsen-Anhaltinische Brandmauer-Front reichen. Was dem Wahlsieg der AfD allerdings folgen würde, ist klar. Magdeburg und der Landtag würden zum Angriffsziel von Deutschlands Demokratiefeinden, die teils wohl auch auf Kosten des Steuerzahlers aus der ganzen Republik zu Aufmärschen nach Magdeburg gekarrt werden. Wie das Zusammenspiel von Brandmauer-Medien, Regierung und NGOs funktioniert, konnte man nach den Fake News, nach den Verschwörungsfabeln von Correctiv beobachten. Und es zeigt den ramponierten Zustand der Demokratie, dass der größte Medien-Skandal seit den Hitler-Tagebüchern immer noch vertuscht wird.

Sven Schulze jedenfalls führt eigentlich keinen Wahlkampf, sondern ist eher auf der Flucht – auf der Flucht vor der Realität.

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Kommentare ( 7 )

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Ho.mann
36 Minuten her

Schon das Titelbild, dessen Botschaft mit unfassbarer Verlogenheit an Verdummung nicht zu überbieten ist, sollte eigentlich reichen, um jene nicht mal ansatzweise zu wählen, die mit antidemokratischen Mitteln die politische Teilhabe der schon länger hier Lebenden fast schon gewaltsam unterbinden wollen.

AmitO
51 Minuten her

Es zeichnet sich schon seit gefühlt einem Quartal ab, dass die Brandmauer der AfD bereits mehr nützt als ihr schadet.
Das ist das wirklich Faszinierende: Wenn es um die Brandmauer geht werden selbst gestandene Männer geistig auf den Status des Kleinkindes versetzt, dass seine Förmchen nicht teilen möchte.
Oder: Wenn Hänschen schon Soziopath war, ist es Hans immer noch.

Klaus D
51 Minuten her

Es ist echt interessant zu beobachten wie sich die „oberschicht“ gegen die AfD stemmt. Denn mit der AfD wird es vorbei sein den staat abzukassieren oder sich arm zu rechnen. Wenn man nach einkommen und vermögen geht zahlen oben die am wenigsten dann kommt die mitte und am meisten zahlen die unten. Wer 10 millionen euro im jahr verdient und das sind nicht wenige in deutschland dann zahlt man real 2-3% steuern wenn man alle legalen möglichkeiten nutzt keine steuern zu zahlen wie zb steuerschlüpflöcher, stiftungen usw.

Steuernzahlende Kartoffel
59 Minuten her

Svennyboys Plakate erinnern mich fatal an Wegduck-Kretschmers Kampagne in Sa. Sie sprachen & sprechen der Realität Hohn. Gleichwohl sind in Sa. nicht wenige Wähler darauf reingefallen. Ich fürchte, wenn es am Wahltag ernst wird, verlässt (zu) viele der Mut und/oder sie fallen der inzwischen hinlänglich bekannten Form von Wahnsinn anheim…

Buck Fiden
1 Stunde her

Was ist das für ein dämliches Plakat? Schulze als der grosse „Übervater“? Ein Slogan, den ich – mal wieder – für verlogen halte? Weia…
Das Menschenbild der CDU kann ich als Demokrat nicht teilen. Es sind Bürger, keine Untertanen. Es sind Menschen.
Da liefert die CDU nichts, finde ich. „Unseredemokratie“- Werte, also nichts, was etwas mit dem Grundgesetz und den aus ihm emanierenden Werten gemein hat.

Privat
1 Stunde her

Es ist ein unglaublicher Trümmerhaufen.
Wer sich dafür entscheidet, der will und wird Deutschland den Rest geben

Haba Orwell
1 Stunde her

> Nach der jüngsten Umfrage von INSA käme die AfD auf 42 Prozent, weit abgeschlagen die CDU auf 22 Prozent, die Linke auf 13 Prozent

Und dennoch hängen immer noch erschreckend viele an der Woken Union wie auch der SED. So viele Staatsbedienstete(:innen) kann es unmöglich geben.
Hat man in Sachsen-Anhalt etwa die SED-Spitzenkandidatin Rackete vergessen, die mal in Migration, mal in Klimahysterie machte? >>>Die Linken ziehen mit Extremistin Carola Rackete in die EU-Wahl<<< (TE)