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Google News: So holen Leser Tichys Einblick wieder nach vorn
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Tichys Einblick 07-2026: Dürfen wir noch Veränderung wählen?
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Mi, 15. Jul 2026
Schauspieler kritisieren die Bundesregierung – ist auch das schon verboten? Screenprint: via Youtube
Meinungsfreiheit in Deutschland
Schauspieler kritisieren die Bundesregierung – ist auch das schon verboten?

Wir sind den Schauspielern, die sich mit ihrer Satire über die Regierenden lustig machen, zu Dank verpflichtet, auch wenn man ihre Meinung nicht teilen mag. Hass und Hetze der Gegner zeigen, wie schlecht es um die Meinungsfreiheit bestellt ist.

VON Roland Tichy | 23. April 2021
Der Fall Wirecard: Die Regierungsspitzen sind doch verstrickt IMAGO / IPON
Kanzlerin und Vizekanzler
Der Fall Wirecard: Die Regierungsspitzen sind doch verstrickt

Gestern der Vizekanzler, heute die Kanzlerin im Wirecard-Untersuchungsausschuss: Wenn Ahnungslosigkeit in Verantwortungslosigkeit umschlägt.

VON Oswald Metzger | 23. April 2021
Kritik an Liefers & Co. wächst – aber auch der Zuspruch wird größer Screenshot Youtube
Teilnehmer müssen Unterstützung zurückziehen
Kritik an Liefers & Co. wächst – aber auch der Zuspruch wird größer

Die Aktion "allesdichtmachen" zieht immer größere Bahnen. Während die Zustimmung in der allgemeinen Öffentlichkeit wächst, nimmt der Druck auf die beteiligten Schauspieler zu - bei manchen zeigt das offenbar Wirkung.

VON Redaktion | 23. April 2021
Verfassungsrechtler Murswiek: „mit dem Rechtsstaatsprinzip prinzipiell unvereinbares Maßnahmegesetz“ imago Images/Metodi Popow
Verfassungsbeschwerde
Verfassungsrechtler Murswiek: „mit dem Rechtsstaatsprinzip prinzipiell unvereinbares Maßnahmegesetz“

Der Verfassungsrechtler Dietrich Murswiek hat im Namen einer Gruppe um den SPD-Abgeordneten Florian Post eine Verfassungsbeschwerde gegen das "Bevölkerungsschutzgesetz" eingereicht. Es bringe "eine zentrale Säule des rechtsstaatlichen Freiheitsschutzes zum Einsturz". Wir dokumentieren einen Auszug.

VON Dokumentation | 23. April 2021
Die Bundesländer zeigen ihre Muskelattrappen IMAGO / Stefan Zeitz
Farce im Bundesrat
Die Bundesländer zeigen ihre Muskelattrappen

Im Bundesrat gaben einige Ministerpräsidenten nur starke Sprüche gegen das Infektionsschutzgesetz von sich und drückten sich vor dem Konflikt. Einen besonders schlanken Fuß haben sich die in den Ländern mitregierenden Grünen gemacht.

VON Josef Kraus | 23. April 2021
Bedford-Strohm gegen die Antifa-Flagge – aber nicht gegen die Antifa auf seinem Schiff IMAGO / photothek
Nach wochenlangem Schweigen
Bedford-Strohm gegen die Antifa-Flagge – aber nicht gegen die Antifa auf seinem Schiff

Der EKD-Ratsvorsitzende sieht die Antifa-Flagge auf der von ihm unterstützten Sea-Watch-4 offenbar nur als störendes Etikett. Mit der Mannschaft, die die Flagge hisste, scheint er kein Problem zu haben.

VON Redaktion | 23. April 2021
Masken-Streit: Spahn verliert vor Gericht IMAGO / photothek
Masken-Streit: Spahn verliert vor Gericht

Ein erstes Urteil des Landgerichts Bonn verurteilt das Bundesgesundheitsministerium zur Zahlung von 1,8 Millionen Euro an einen Masken-Lieferanten. Über 80 weitere Unternahmen klagen.

VON Redaktion | 23. April 2021
CDU-Bundestagsabgeordnete klagen in Karlsruhe gegen EU-Eigenmittelbeschluss  imago Images/Steinach
Verfassungsbeschwerde
CDU-Bundestagsabgeordnete klagen in Karlsruhe gegen EU-Eigenmittelbeschluss 

Sieben Bundestagsabgeordnete der CDU haben gegen die Abgabe von Haushaltsrechten des Bundestags an die EU beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde eingereicht. Sie sprechen auch von einer "Probe für seine Unabhängigkeit".

VON Dokumentation | 23. April 2021
„No Covid“, ewiges Rauchverbot, Annäherung an China: Neuseeland auf autoritärem Kurs IMAGO / Xinhua
Gesundheit über alles
„No Covid“, ewiges Rauchverbot, Annäherung an China: Neuseeland auf autoritärem Kurs

Wird Jacinda Ardern, die Premierministerin von Neuseeland, in ihrem neuen Bündnis mit China zum autoritären Vorbild des Westens?

VON Elisa David | 23. April 2021
„Eklige Ironie“, „Bizarr“, „unmenschlich“ – die Hasswelle gegen „#allesdichtmachen“ Screenshots allesdichtmachen.de
Regierungskritische Satire - darf man das?
„Eklige Ironie“, „Bizarr“, „unmenschlich“ – die Hasswelle gegen „#allesdichtmachen“

Das Who’s Who der deutschen Schauspielszene kritisiert die Corona-Politik. NoCovid-Ideologen und Medien laufen Sturm. Doch die schrille Empörung und offen an den Tag gelegte Humorlosigkeit dürfte vor allem auf die Kritiker selbst abfärben.

VON Max Mannhart | 23. April 2021
Söder the Frauenheld und Laschet, der neue Helmut Kohl – bei Illner buckeln Doro Bär und Merz um die Wette Screenshot: ZDF/Maybrit Illner
Friede, Freude, Union
Söder the Frauenheld und Laschet, der neue Helmut Kohl – bei Illner buckeln Doro Bär und Merz um die Wette

Bei Illner geht es um die Zukunft der Union. Und während Friedrich Merz sich mit seinem Auftritt augenscheinlich bei Armin Laschet für einen Posten bewerben will, schwört Dorothee Bär ihrem fränkischen Parteikollegen etwas überambitioniert ewige Treue.

VON Elisa David | 23. April 2021
„Alles dicht machen!“: Schauspieler proben satirischen Aufstand gegen die Corona-Politik Screenshot allesdichtmachen.de
Jan Josef Liefers, Heike Makatsch & Co.
„Alles dicht machen!“: Schauspieler proben satirischen Aufstand gegen die Corona-Politik

Eine neue Internetseite ist aufgetaucht - zahlreiche sehr bekannte deutsche Schauspieler setzen sich mit dem Lockdown auseinander. Das Ergebnis ist verblüffend: In Deutschland gibt es tatsächlich noch regierungskritische Satire.

VON Redaktion | 22. April 2021
Bilder vom Polizei-Einsatz gegen Corona-Proteste in Berlin IMAGO / Stefan Zeitz
Gewalt im Namen der Gesundheit
Bilder vom Polizei-Einsatz gegen Corona-Proteste in Berlin

Während im Reichstag das neue Infektionsschutzgesetz beschlossen wurde, ging die Polizei teilweise mit ungewöhnlicher Härte gegen Demonstranten vor. Die im Netz veröffentlichten Bilder und Videos sprechen für sich.

VON Max Roland | 22. April 2021
Unerfüllter Wunsch deutscher Journalisten: In Polen ist kein Kurswechsel in Sicht IMAGO / ZUMA Wire
Polens Opposition in der Krise
Unerfüllter Wunsch deutscher Journalisten: In Polen ist kein Kurswechsel in Sicht

Im Gegensatz zu den Behauptungen deutscher Journalisten sitzt die PiS-Regierung unter Morawiecki fest im Sattel. Die polnische Opposition zerreibt sich an Personalfragen und verharrt in einem politischen Schönheitswettbewerb, der mit den Problemen vieler Polen gar nichts zu tun hat.

VON Wojciech Osiński | 22. April 2021
Chinas automobile Marktmacht nimmt zu, während Europa stagniert IMAGO / ZUMA Press
Automobil-Report International
Chinas automobile Marktmacht nimmt zu, während Europa stagniert

Für die globale Auto-Industrie hat die Corona-Pandemie bislang vor allem eine zentrale Veränderung zur Folge: Chinas Bedeutung wird immer größer. In Europa kam die Erholung nahezu wieder zum Stillstand. Der aufgestaute Boom wird immer wieder durch Lockdowns abgewürgt.

VON Dr. Helmut Becker | 22. April 2021
US-Humanistenbund widerruft Ehrung für Richard Dawkins IMAGO / CTK Photo
Wegen Transgender-Debatte
US-Humanistenbund widerruft Ehrung für Richard Dawkins

Der bekannte Evolutionsbiologe und Religionskritiker Richard Dawkins wollte eine offene Debatte um Transgender-Identitäten anstoßen. Die American Humanist Association entzog ihrem engagierten Mitstreiter eine 25 Jahre alte Ehrung.

VON Matthias Nikolaidis | 22. April 2021
Zum Evergreen der Parteiologie: CSU bundesweit ist obsolet imago images / Sven Simon
Franz Josef schau oba
Zum Evergreen der Parteiologie: CSU bundesweit ist obsolet

Die bundesweite CSU als tatsächlich konservative Partei ist nur noch eine Reminiszenz. Das Ergebnis einer Umfrage von INSA im Auftrag von BILD ist kein Votum für eine bundesweite CSU, sondern ein Misstrauensvotum gegen die Merkel-CDU.

VON Fritz Goergen | 22. April 2021
Gehorsame Politiker: Sie finden es falsch und stimmen dennoch zu picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Wie Demokraten die Demokratie aufgeben:
Gehorsame Politiker: Sie finden es falsch und stimmen dennoch zu

Was bringen Erkenntnis und Kritik, wenn man nicht dementsprechend handelt? Abgeordnete und nun auch Ministerpräsidenten kritisieren ein Gesetz, stimmen ihm aber zu. Man kennt die Wirklichkeit – und glaubt, sie dennoch nicht akzeptieren zu dürfen. Am Ende siegte die Unterwürfigkeit.

VON Klaus-Rüdiger Mai | 22. April 2021
Robert Habeck wäre der aussichtsreichere Kandidat gewesen IMAGO / photothek
Die Revolution frisst ihre Kinder
Robert Habeck wäre der aussichtsreichere Kandidat gewesen

Man kann von Habeck halten was man will: Aber er hat die Grünen groß gemacht, er war derjenige, der bei Studienrätinnen mittleren Alters deutschlandweit Begeisterungsstürme auslöste. Jetzt ist Baerbock die Nr. 1. Das muss schwer sein. Unsere Autorin bringt ein wenig Mitleid auf.

VON Elisa David | 22. April 2021
Wie immer: Deutschland ist auch coronapolitisch auf dem Sonder- und Holzweg IMAGO / photonews.at
Lockerungen statt Lockdown
Wie immer: Deutschland ist auch coronapolitisch auf dem Sonder- und Holzweg

Während Deutschland sich ein strenges Lockdown-Korsett anlegt, lockern fast alle Nachbarländer die Maßnahmen und sprechen von Freiheit. Deutschland isoliert sich mal wieder in der fatalen Sonderrolle des rigorosen Musterschülers. Zu seinem Schaden.

VON Ferdinand Knauss | 22. April 2021

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15. Juli 2026

Mehr Kontrolle

Verpflichtende Fahrassistenz-Systeme: Das nächste Zwangskostüm der EU

Von
Sophia Juwien

Mehr Technik, mehr Vorschriften: Seit dem 7. Juli müssen neu zugelassene Fahrzeuge über zusätzliche Sicherheits- und Assistenzsysteme verfügen. Betroffen sind Pkw und leichte Nutzfahrzeuge; schrittweise werden weitere Sicherheitsanforderungen aber auch auf Busse und Lastwagen ausgedehnt.

Hintergrund ist die sogenannte General Safety Regulation II (GSR II) – eine EU-Verordnung, mit der Brüssel angeblich die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten senken will. Die Verordnung wurde bereits 2019 beschlossen, trat 2020 in Kraft und wird seit 2022 schrittweise umgesetzt. Nun folgt die nächste Ausbaustufe.

Bereits jetzt sind zahlreiche Assistenzsysteme verpflichtend

Bereits seit Juli 2024 müssen alle neu zugelassenen Fahrzeuge in der EU ein Paket aus neun Basissystemen an Bord haben. Dazu zählen der oft fehleranfällige intelligente Geschwindigkeitsassistent (ISA), ein Notfall-Spurhalteassistent, sowie ein Notbremsassistent, der bereits eine Fußgänger- und Radfahrererkennung beinhaltet. Ergänzt wird dieses Sicherheitsarsenal durch das adaptive Notbremslicht, einen Müdigkeits- und Aufmerksamkeitswarner, einen Rückfahrassistenten und eine Reifendrucküberwachung. Zudem sind ein Unfalldatenspeicher, im Volksmund als „Black Box“ bekannt, sowie eine standardisierte Schnittstelle für eine alkoholempfindliche Wegfahrsperre fester Bestandteil jeder Neuzulassung.

Kontrollstaat im Vormarsch
Regulierungsrausch: Von der EU-Chatkontrolle zum gläsernen Bürger

Mit der nun greifenden Ausbaustufe wächst die Zahl der verpflichtenden Systeme von neun auf elf an. Neu hinzu kommen zwei tiefgreifende Vorgaben für die Fahrzeughersteller: erstens ein hochentwickeltes Ablenkungs-Warnsystem (ADDW), das jede Augenbewegungen des Fahrers per Kamera scannt. Zweitens ein konstruktiv stark erweiterter Kopfaufschlagschutzbereich an der Fahrzeugfront. Dieser soll bei Kollisionen das Verletzungsrisiko für Fußgänger und Radfahrer mindern, verlangt von den Herstellern jedoch völlig neue, oft hochkomplexe Karosserieformen.

Die Europäische Union begründet die Maßnahmen mit dem Ziel, schwere Unfälle zu verhindern und die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen.

Bringt die neue Technik tatsächlich mehr Sicherheit?

Tichys Einblick hat mit Kurt Bartels, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände gesprochen.

Auf die Frage, ob die neuen Systeme einen signifikanten Einfluss auf die Sicherheit im Alltagsverkehr hätten, bejaht er dies deutlich: „Die Notbremssysteme verstärken die Bremsen erheblich. Die neuen Systeme haben einen erheblichen Einfluss auf die Sicherheit.“

Gewöhnliche Maßnahmen sind damit aber nicht obsolet. Den Schulterblick etwa betrachtet Bartels weiterhin als notwendig: „Viele ältere Fahrzeuge besitzen die neuen Systeme noch nicht. Deshalb ist und bleibt ein Schulterblick unersetzlich.“ Er fügt hinzu, dass man sich nicht allein auf die neue Technik verlassen dürfe.

Gleichzeitig betont er, wie wichtig es sei, die Systeme richtig einzusetzen. Im Zuge dessen schlägt er vor, sich beim jeweiligen Autohersteller „schlau zu machen“ oder zum ADAC oder zur Fahrschule zu gehen und dort nachzufragen, wie die neuen Systeme richtig zu verwenden seien.

Fachgeschwafel der Europäischen Union

Für die neue Vollüberwachung der EU verweist Brüssel auf die 2017 veröffentlichte Kosten-Nutzen-Analyse des britischen Transportforschungsinstituts TRL (Transport Research Laboratory). Dieses prognostizierte theoretisch, dass das Technologie-Paket bis zum Jahr 2038 EU-weit 24.794 Todesfälle verhindern könne.

Ein Blick in die EU-Verordnung zeigt jedoch, dass sich hier abseits der Sicherheitsthematik ein Feld für weitgehende Kontrolle und Überwachung von EU-Bürgern eröffnet. Um nur einige problematische Kontrollmechanismen zu nennen:

Die Abschalt-Sperre beim Tempowarner: Wer glaubt, den nervtötenden Geschwindigkeitsassistenten (ISA) einfach dauerhaft im Menü deaktivieren zu können, irrt. Artikel 6 Absatz 2 lit. b diktiert den Herstellern unmissverständlich: „Nach jeder Aktivierung des Hauptkontrollschalters des Fahrzeugs muss sich der intelligente Geschwindigkeitsassistent im normalen Betriebsmodus befinden“. Heißt so viel wie: Bei jedem Motorstart schaltet sich der Brüsseler Oberlehrer automatisch wieder ein. Eine dauerhafte Abschaltung ist illegal.

Jetzt auch noch staatlich gefördert
E-Autos aus China: Der stille Spion in meiner Garage?

Die unlöschbare Blackbox: Der Unfalldatenspeicher (EDR) zeichnet laut Gesetz im Millisekundentakt Geschwindigkeit, Bremsverhalten, Neigung des Fahrzeugs sowie den Zustand aller Sicherheitssysteme auf. Brisant: Der Speicher kann nicht deaktiviert werden. Ja, Sie haben richtig gehört: Der Unfalldatenspeicher läuft immer. Zwar verspricht das Gesetz, dass die Daten anonymisiert und „nur für die Unfallforschung“ genutzt werden dürfen – nach Unfällen, wenn der Fall vor Gericht landet, sieht das ganz schnell anders aus.

Sobald es kracht, beschlagnahmt die Polizei nach den Paragrafen 94 und 98 der Strafprozessordnung (StPO) das Auto. Sobald ein Gutachter die Daten ausliest, weiß das Gericht über das Nummernschild und die Fahrgestellnummer sofort, wer am Steuer saß. Aus den angeblich anonymen Werten wird so im Handumdrehen ein persönliches Beweismittel, das einen schwer belasten kann.

Die permanente Fahreranalyse: Die Verordnung schreibt zudem eine lückenlose Überwachung der Konzentration des Fahrers vor (Absatz 1 lit. c und d). Zwar betont die EU in Absatz 3 beruhigend, dass die Daten der Cockpit-Kamera nicht an Dritte weitergegeben werden dürfen und „unmittelbar nach der Verarbeitung zu löschen“ sind. Doch das Prinzip des mündigen, unbeobachteten Bürgers im eigenen Auto ist damit endgültig Geschichte.

Brüssels Rechtfertigung

Doch wie rechtfertigt Brüssel dieses Manöver gegen die Privatsphäre der EU-Bürger? Hier schließt sich der Kreis zur anfangs erwähnten TRL-Studie. Hinter den wissenschaftlichen Berechnungen und Versprechungen verbirgt sich ein theoretisches Konstrukt, welches wohl im Brüsseler Elfenbeinturm konstruiert wurde.

Ein zentrales Problem sind dabei die veralteten Datenbasen und die daraus resultierenden Labor-Illusionen: Die TRL-Studie beruht auf der expliziten Annahme einer 100-prozentigen Systemverfügbarkeit. Was die Gutachter dabei ausblenden, belegen die Realitäts-Checks von Euro NCAP und ADAC regelmäßig: Die Sensortechnik scheitert im Alltag oft an Schmutz, Starkregen oder mangelhaften Fahrbahnmarkierungen.

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Wenn die Technik in der Praxis nur teilweise funktioniert, die EU-Statistik aber von einer permanenten 100-Prozent-Leistung ausgeht, ist das keine Wissenschaft, sondern Statistik-Phantasie.

Hinzu kommt die methodische Masche der Doppelzählung. Um auf die beeindruckende Zahl von fast 25.000 geretteten Leben zu kommen, addierte das TRL die hypothetischen Einzeleffekte von fast 20 verschiedenen Systemen einfach zusammen. Dabei wird ignoriert, dass ein einzelner Unfall selten nur eine Ursache hat. Wenn ein Fahrer abgelenkt ist und zu schnell fährt, kann er nicht durch den Notbremsassistenten und den Tempowarner gleichzeitig gerettet werden. In der Statistik der EU wird dieser Unfall aber mehrfach „positiv“ gewertet.

Völlig außer Acht gelassen wird zudem der Faktor Mensch, namentlich die sogenannte Alarm-Müdigkeit. Der ADAC warnt in seinen ISA-Tests eindringlich vor diesem Phänomen: Wenn Systeme durch ständige Fehlalarme, etwa bei falscher Schildererkennung, nerven, schalten Fahrer sie ab oder ignorieren sie. Die TRL-Studie setzt jedoch eine Deaktivierungsrate von Null voraus. Ein System, das im Alltag blockiert oder abgeschaltet wird, rettet jedoch exakt null Leben.

Die offizielle Begründung: Theorie versus Realitäts-Check

Natürlich verweisen die EU-Kommission und der Gesamtverband der Versicherer (GDV) gerne auf die Vorteile moderner Technik. Der Hauptgeschäftsführer des GDV, Jörg Asmussen, hat dazu konkret Daten geliefert: Laut ihm verursachen Pkw mit Notbremsassistent zehn Prozent seltener Kfz-Haftpflichtschäden als Fahrzeuge ohne dieses System.

Dass ein funktionierender Notbremsassistent Unfälle abmildern kann, stellt niemand in Frage.

Solche Statistiken blenden allerdings viele Parameter aus – etwa, dass hier technisch die Grundlagen für spätere Überwachung der Fahrer oder gar externe Kontrolle der Fahrzeuge gelegt werden, auch wenn die Verantwortlichen derzeit noch weit von sich weisen, dass eine solche Nutzung bzw. Ausweitung der Funktionen vorgesehen sei.

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Während der GDV basierend auf realen Versicherungsdaten zumindest einen nachweisbaren Nutzen für Schadensfälle belegt, baut die EU ihre Verordnung auf den hochumstrittenen Prognosen des TRL auf, die theoretische Lebensrettungen in die Zukunft hochrechnen.

Und hier wird es fragwürdig: Eine unabhängige, retrospektive Bewertung der tatsächlichen Sicherheitswirkung durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) steht bis heute aus. Man baut das Sicherheits-Versprechen also teilweise auf bloßen Annahmen statt auf harten, geprüften Fakten. Während Brüssel mit Visionen schwadroniert, klafft zwischen dem theoretischen Daten-Glück der EU und der ernüchternden Realität auf unseren Straßen eine gewaltige Lücke.

„Rollendes Kontrollzentrum“ statt Freiheit

Auch der Präsident des Mobil in Deutschland e.V. Dr. Michael Haberland warnt vor der Entwicklung, die die neuen Systeme mit sich bringen.

Er stellt klar: Sicherheit hat ihren Preis, aber nicht jede technische Spielerei darf zur Pflicht werden. „Die Menschen wollen unterstützt werden, aber nicht das Gefühl haben, in einem rollenden Kontrollzentrum zu sitzen und ständig mit Pieptönen schikaniert zu werden“, so Haberland. Besonders die neue Innenraumkamera zur Fahrerüberwachung sieht er kritisch: „Das ist ein Eingriff in die Privatsphäre, der zudem übergebührlich ablenkt – das sollte man wieder abschaffen.“

Haberland macht deutlich, dass wir uns von der Eigenverantwortung verabschieden, wenn wir alles auf die Technik schieben. Ob Schulterblick oder der gesunde Menschenverstand hinterm Steuer: „Wir dürfen nicht den Eindruck vermitteln, dass moderne Technik den Fahrer von seinen Pflichten entbindet.“

Für ihn ist klar: Die Rechnung für diesen digitalen Überwachungswahn zahlt der Verbraucher durch explodierende Neuwagenpreise – ein „Sicherheitsaufschlag“, um den niemand gebeten hat und der in vielen Fällen mehr Ablenkung schafft, als Sicherheit zu gewährleisten.

Am Ende bleibt das Gefühl der schleichenden Entmündigung des Bürgers. Unter dem Deckmantel der „Vision Zero“, mit der die Europäische Union die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten bis 2025 auf null senken will, ist die EU zu allem bereit. Die neumoderne Technik, die uns schützen soll, wird zur digitalen Fußfessel, deren Schlüssel der Staat in der Hand hält. Wer jetzt noch die Hoffnung hegt, in Zukunft unbeobachtet Auto fahren zu können, hat die neue EU-Verordnung nicht verstanden.

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Der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beim EU-Korea-Gipfel in Brüssel.
15. Juli 2026

Drakonische Strafen

Südkorea beschließt Gesetz gegen angebliche „Fake News“

Von
Alexander Heiden

Wer als Medium, reichweitenstarker YouTuber oder Influencer wiederholt behördlich als „falsch“ eingestufte Informationen verbreitet, riskiert in Südkorea künftig Geldstrafen in Höhe von bis zu einer Milliarde Won.

Das ist richtig viel Geld: umgerechnet rund 580.000 Euro.

Social-Media-Plattformen müssen Beschwerdesysteme einrichten und Inhalte entfernen, die staatliche Einrichtungen für „unwahr“ erklären. Journalistenverbände, Menschenrechtsorganisationen und Konservative laufen gerade Sturm gegen diesen unverhohlenen Angriff auf die Meinungsfreiheit. Sogar die US-Regierung, sonst ein verlässlicher Verbündeter von Seoul, hat mögliche unverhältnismäßige Belastungen für US-Plattformbetreiber angeprangert.

Nach Chatkontrolle nun Altersverifiizierung
Von der Leyens Marsch in die digitale Diktatur: Wie die EU alle Bürger kontrollieren will

Das Gesetz erlaubt Gerichten, Schadensersatz bis zum Fünffachen des nachgewiesenen Schadens zu verhängen. Das berichtet die Nachrichtenagentur „Associated Press“ (AP). Wiederholte Verstöße können zusätzlich mit Bußgeldern in Höhe von bis zu einer Milliarde Won geahndet werden. Große Plattformen müssen nach erfolgten Meldungen schnell Inhalte entfernen oder Konten sperren. Kritiker warnen vor völlig vagen Definitionen im Gesetz, vor Selbstzensur und vor flächendeckender Löschung ganz normaler Beiträge durch Plattformen – weil die Konzerne lieber zu viel löschen, als ein Millionenrisiko einzugehen.

Zensur im 21. Jahrhundert funktioniert nicht mehr per Bücherverbrennung, sondern per Haftungsrisiko.

Der Staat als einzige Quelle von Wahrheit

Südkorea liegt im Trend. Die selbsternannte EU-Imperatorin Ursula von der Leyen hat gerade erklärt, dass jeder EU-Bürger – jeder (!) – künftig eine EU-App zur Identifizierung benötigt, um Soziale Medien oder auch nur das Internet zu nutzen.

Die Idee, der Staat sei eine zuverlässige, ja gar die einzige Quelle von Wahrheit, ist pervers. Der Staat hat eigene Interessen, die er vertritt. Die sind keineswegs identisch mit den Interessen der Bürger. Überhaupt nur deshalb gibt es zum Beispiel unser Grundgesetz, das den Bürger vor Übergriffen des Staates schützen soll.

Der Staat lügt, wenn er es für nützlich hält. Unvergessen ist dieser Post des Bundesgesundheitsministeriums vom 14. März 2020. Mitten in der Corona-Zeit warnte die Behörde vor „Falschmeldungen“:

Genau zwei Tage später, am 16. März 2020, beschlossen Bund und Länder den ersten bundesweiten Corona-Lockdown. Kein Schreibfehler: Nur zwei Tage nach dem Tweet kam genau das, was der amtliche (!) Tweet als „Fake News“ verteufelt hatte.

Mehr muss man zur Wahrheitsliebe des Staates nicht wissen.

Wahrheit ist kein Verwaltungsakt. Wahrheit entsteht im Streit, im Widerspruch, in der Recherche, im Irrtum, in der Korrektur und in der öffentlichen Prüfung.

Der Staat in Südkorea – genau wie der Staat in Deutschland – nutzt die Definitionshoheit über „Wahrheit“ als Herrschaftsinstrument. Durchweg alle vermeintlichen Anti-Fake-News-Regeln arbeiten, pardon, mit Fake News. Sie engen die semantische Bedeutung von Wörtern unzulässig ein und verfälschen so die Sprache. „Falsch“, „manipuliert“, „schädlich“, „demokratiegefährdend“ – das sind keine neutralen Wörter. Es sind rhetorische Gummibänder, und in den Händen der Staatsmacht werden daraus Lederpeitschen.

Die Legende von der „Desinformation“

Der angebliche Schutz vor Fake News kennt keine systematische Grenze. Das ist Absicht, weil der Staat so seinen Zugriff auf den öffentlichen Diskurs unendlich ausweiten kann.

Erst geht es gegen angeblich gefälschte Videos. Dann gegen angeblich irreführende Überschriften. Dann gegen angeblich überspitzte Kritik. Dann gegen angeblich falsche Einordnungen. Dann gegen unbequeme Recherche über Politiker, Behörden und Konzerne.

Am Ende fragt sich der Bürger vor jedem Satz: Was kostet mich das wohl?

Das ist der „Chilling Effect“, den Juristen und Wissenschaftler seit Jahrzehnten beschreiben: Die Strafe muss gar nicht oft verhängt werden. Es reicht, dass sie droht. Redaktionen werden vorsichtiger. YouTuber werden zahmer. Plattformen löschen härter. Menschen schweigen früher.

Uns wird eingeredet, die Lüge bekomme ein Preisschild. Das ist, mit Verlaub, eine Lüge. Was wirklich passiert, ist: Die Wahrheit bekommt ein Preisschild.

Südkorea zeigt, wie ein machtbewusster und moralbefreiter Staat das macht: Die Regierung verspricht, nur „böswillige Lügen“ zu bekämpfen. Tatsächlich können schon kleinere Fehler oder mehrdeutige Formulierungen als „Falschinformation“ verfolgt werden. Die Zeitung „Asia Times“ klagt offen an: Das Gesetz lasse zentrale Begriffe undefiniert, die Interventionsgrenzen bei „öffentlichem Interesse“ seien schwammig.

Zur Rechtfertigung seines Anti-Fake-News-Gesetzes nutzt die Regierung in Seoul, nun ja, Fake News.

Der inzwischen abgesetzte und inhaftierte Ex-Präsident Yoon Suk-yeol hatte im Dezember 2024 das Kriegsrecht verhängt. Er begründete das damals mit völlig unbewiesenen Vorwürfen in den Sozialen Medien, ausländische Agenten hätten die Parlamentswahlen manipuliert. Nur vor diesem Hintergrund konnte etwas später ein potenziell enorm restriktives Mediengesetz verabschiedet werden. Und genau dieses Gesetz, das im Kriegsrecht-Klima und auf der Grundlage von Fehlinformationen entstand, baut die Regierung Südkoreas jetzt für ihre Anti-Fake-News-Kampagne aus.

Ausgerechnet eine Krise, in der der Staat seine Macht dramatisch überdehnte, dient nun als Begründung dafür, dem Staat neue Macht über die öffentliche Rede zu geben.

Kannste nicht erfinden.

Natürlich darf auch die Warnung vor „ausländischer Einflussnahme“ nicht fehlen. In Südkorea ist China das, was bei uns Russland ist: der beliebig einsetzbare Universal-Bösewicht. Ja, natürlich versucht das Ausland, uns zu beeinflussen. China macht Machtpolitik, Russland auch. Geheimdienste arbeiten nicht mit Blumensträußen.

Na und?

Heute Seoul, morgen Berlin

Bei uns fordern die Grünen „ein Demokratieschild gegen Desinformation“, eine ressortabgestimmte Strategie, Social-Media-Monitoring, eine „staatsferne Agentur für Digitale Medien“, stärkere Plattformaufsicht und neue Strukturen gegen Desinformation.

Das Wort „staatsfern“ ist dabei eine besondere Pointe. Staatsnahe Konstruktionen heißen im modernen Politiker-Sprech immer staatsfern, wahlweise auch unabhängig oder zivilgesellschaftlich. Bezahlt, beauftragt und politisch gesteuert werden sie natürlich vom Staat. Er baut das Stadion, legt die Spielregeln fest, bezahlt die Schiedsrichter. Und dann nennt er es freie Debatte. So wie bei den NGOs und beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Ein freiheitlicher Staat schützt den Raum, in dem Bürger streiten. Ein paternalistischer Staat sortiert den Streit. Ein autoritärer Staat beendet ihn.

George Orwell hat 1948 sein düsteres Werk „1984“ geschrieben. Er wollte, dass der Roman als Abschreckung gelesen wird. Unsere politische Klasse liest ihn als Gebrauchsanleitung. Eines der großen Zitate aus diesem Buch geht so: „Wenn Sie ein Bild von der Zukunft wollen, dann stellen Sie sich einen Stiefel vor, der auf ein menschliches Gesicht tritt – für immer.“

Das Wahrheitsministerium nennt sich nie Wahrheitsministerium. Es nennt sich „Behörde zum Schutz der Demokratie“. Aber wenn wir die Meinungsfreiheit abschaffen, um uns gegen „Demokratiefeinde“ zu verteidigen: Was genau bleibt dann eigentlich übrig, das zu verteidigen sich lohnt?

Bevorzugte Quelle
Google News: So holen Leser Tichys Einblick wieder nach vorn


15. Juli 2026

Günther-Dämmerung in Schleswig-Holstein

Sensationell: Genosse Günthers CDU verliert in Umfrage kräftig

Von
Klaus-Rüdiger Mai

Nach einer aktuellen Insa-Umfrage würden nur noch 27 Prozent der Schleswig-Holsteiner Daniel Günther ihre Stimme geben. Klar, in Sachsen-Anhalt, in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin wären sie froh, wenn sie diese Werte hätten. Doch Daniel Günther holte zur letzten Landtagswahl im Jahr 2022 noch 43,4 Prozent der Stimmen. Das bedeutet einen Einbruch von 16,4 Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Landtagswahl. In der letzten Umfrage von INSA Anfang 2025 stand die CDU mit Günther noch bei 39 Prozent, das heißt, das ist im Vergleich zur letzten Umfrage ein Einbruch von – 12 Prozentpunkten. Tendenz fallend.

Hatten die Grünen, die mit Günther in Kiel regieren, zur Landtagswahl noch 18,3 Prozent geholt, liegen sie jetzt bei 17 Prozent, konnten sich aber im Vergleich zur letzten Umfrage auf Kosten von CDU und SPD leicht erholen. Die SPD, die zur Landtagswahl noch 16 Prozent holte, liegt nun bei 15 Prozent. Die AfD, die bei der letzten Landtagswahl mit 4,4 Prozent den Sprung in den Landtag verfehlte, ist nach dieser Umfrage nun zweitstärkste Partei in Schleswig-Holstein mit 18 Prozent. Das ist im Vergleich zur Landtagswahl ein Zuwachs von 13,6 Prozentpunkten, im Vergleich zur letzten Umfrage von INSA Anfang 2025 ein Zuwachs von 4 Prozentpunkten.

Diese Zahlen belegen das Scheitern des Ministerpräsidenten Daniel Günther, der nun nicht einmal mehr in Kiel der Allergößte ist.

Dabei hätte aus Sicht Daniel Günthers alles so schön laufen können, seinen – wie man manchmal ironisch, manchmal sarkastisch in der DDR sagte – „sozialistischen Gang gehen“ können. In jungen Jahren Ministerpräsident geworden, sich immer wieder aus der nördlichsten Ecke Deutschlands republikweit ins Gespräch gebracht mit abstrusem Merkelismus und einer Wendung nach so weit links, dass sie die Block-CDU Ostdeutschlands noch links überholte, weil ihm Robert Habeck und andere in Kiel einredeten, der Zeitgeist wehe links. So machte er immer wieder von sich reden. Irgend jemand, sein Berater oder Robert Habeck, muss ihm eingeredet haben, wenn Du einmal ein richtig großer Bundeskanzler werden willst, Daniel, musst Du linker als die Linken und grüner als die Grünen sein, aber in der CDU bleiben, denn der Platz der CDU ist in der Mitte, und zwar in der Mitte zwischen den Linken und den Grünen. Die SPD zählt nicht, die weiß ohnehin nicht, ob sie dunkelrot oder grün ist.

So ungeistig proviantisiert startete Daniel Günther immer wieder Zwischenrufe aus dem hohen Norden, um der CDU im Osten eine Zusammenarbeit mit der SED-Linken nahezulegen. Der ostdeutsche Wahlkämpfer Sven Schulze in Sachsen-Anhalt, der sich an Günthers Rat hält, geht gerade mit dem Kurs der Anbiederung bei den Linken und permanenten Angriffen auch unter der Gürtellinie gegen die AfD unter.

In Berlin suchte Günther, sich eine Machtposition zu sichern, indem er zwei Abgesandte ins Kabinett Klingbeil-Merz schickte, beide stark linksgrün ideologisch unterwegs, beide ohne tiefere Kenntnis der Geschichte, der demokratischen Valeurs und Non-Valeurs.

Wadephul, den man als Baerbock im Anzug verspotten könnte, ganz in der Hand eines durch und durch grünen Außenministeriums, der Deutschland in Baerbockscher Manier im Ausland isoliert und lächerlich macht, der gern viel deutsches Steuergeld außer Landes schafft, weil er unter anderem meint, in Syrien sähe es schlimmer aus als in Deutschland 1945 und dass den türkischen Gastarbeitern das deutsche Wirtschaftswunder zu verdanken ist, ist ein glatter Ausfall, dessen Spitzenleistungen in Peinlichkeiten bestehen.

Der Irrsinn der Woche
Karin Prien will unsere Kinder indoktrinieren
Es wäre schon Stoff für eine schwierige Diskussion, ob Günthers Karin Prien, von der man immer den Eindruck bekommt, als besäße sie einen für den deutschen Steuerzahler teuren Faible für die Amadeu Antonio Stiftung und andere linke NGOs, und die gern die Kinder „verstaatlichen“ möchte, eine Connaisseurin der Zensur, oder eben Johann Wadephul nachteiliger für Deutschland sind. Mit Günthers Namen verbinden sich die beiden Politiker sowie die Northvolt-Pleite, die Schleswig-Holstein teuer zu stehen kommt.

Doch Daniel Günther genügten weder die ständigen Rufe aus dem hohen Norden, noch die beiden Emissäre in Berlin, er suchte dann auch noch den Weg über die Talk-Shows, so über Lanzens Journaillenkabinett. Bis heute weiß niemand, ob Daniel Günther dort als Ministerpräsident, als CDU-Vorsitzender oder als Privatmann Günther saß, vielleicht weiß er auch sonst nicht, in welcher seiner drei Identitäten er gerade unterwegs ist. Die Talk-Show geriet zum Desaster, er beschuldigte die freien Medien, Fake News zu verbreiten, und verwechselte an dieser Stelle die freien Medien mit den Brandmauermedien, allen voran dem ÖRR, und forderte Zensur. Belegen konnte er seine Behauptungen, die nicht einmal Stammtischniveau haben, nicht.

„Herr Bender, wo haben wir das her?“
Skandal bei Lanz: Moderator und FAZ-Gast haben vor der Sendung Angriff gegen Siegmund abgesprochen
Nach dieser Sendung war nicht nur Daniel Günther blamiert, sondern auch Markus Lanz – und zwar gründlich. Seit der Sendung mit Ulrich Siegmund weiß man, dass Journalismus bei Lanz nicht stattfindet, und wenn, dann eben nur als Brandmauerjournalismus. Journalismus hinter der Mauer hatten wir übrigens in Deutschland, in einem Teil Deutschlands zumindest, schon mal.

So gern wäre Daniel Günther CDU-Vorsitzender geworden, so gern Bundeskanzler. Er hätte dann wohl auch den erfolgreichsten Wirtschaftsminister aller Zeiten, Robert Habeck, zurück ins Amt gerufen, denn bei der Northvolt-Pleite, bei der von beiden zu verantworten 600 Millionen Euro im Feuer stehen, arbeiteten sie richtig gut zusammen. Dass das inzwischen CDU-geführte Bundeswirtschaftsministerium mir den Einblick in die Akten verweigert, sagt alles – sagt alles darüber, wie viel sie dort zu verbergen haben, und dass sie versuchen, Habeck und vor allem Günther zu schützen.

Die Umfragen zeigen es, Daniel Günther war ein Missverständnis der Landesgeschichte. Seine Zeit neigt sich dem Ende zu. Nur Parteienverbote und die Oligarchisierung der Demokratie können ihn noch retten, nur noch Brandmauermedien und ein durch ein neues Gesetz umgebauter Verfassungsschutz nebst ideologisch abhängigen Gerichten.

Nicht Schleswig-Holstein ist Provinz, Daniel Günther ist Provinz. Der Ministerpräsident hat nun offensichtlich die den Norddeutschen nachgesagte Geduld und Gelassenheit überstrapaziert.

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15. Juli 2026

P. Altmaier, W. Schmidt, M. Amann

Bei Lanz: Drei Dinos erzählen von früher

Von
Gastautor

Dass die Sendung schon von vornherein von 75 auf 60 Minuten eingedampft wird, ist ein untrügliches Zeichen. Niemand im ZDF oder in der üppig bezahlten Lanz-Produktionsfirma rechnet offenbar mit interessanten Geschehnissen, von Erkenntnisgewinn gar nicht zu reden.

Und genau so soll es dann auch kommen.

Lanz kündigt vollmundig einen Blick in den „Maschinenraum der Macht“ an, doch was er liefert, ist eine elend langweilige Plauderstunde nach dem Motto „Opa erzählt vom Krieg“. Wolfgang Schmidt fläzt sich wohlig ins Gestühl und erzählt von seiner Zeit mit Olaf Scholz, Peter Altmaier sitzt wie ein Korken im Sessel, doch es platzt kaum etwas aus ihm heraus. Denn dazu ist er zu loyal. Stattdessen erzählt er Döntjes über Angela Merkel, der er weiland treu diente. Dazu eine Melanie Amann (früher Spiegel, jetzt Funke), die zum Besten gibt, was sie alles glaubt und was ihr so alles zugetragen wurde.

Quälend lang müht sich Lanz ab, aus der Runde herauszubekommen, warum die Beliebtheitswerte des Kanzlers der zweiten Wahl (nur noch 13 Prozent, Tendenz fallend) eigentlich so dermaßen im Keller sind. Die korrekte Antwort aber will ihm niemand geben. Dass Friedrich Merz alle Wahlversprechen gebrochen hat, ständig lügt, hunderte einfache Bürger wegen angeblicher Beleidigungen mit Strafanzeigen überzogen hat oder einzelne Fragesteller persönlich in Bürgerfragestunden übel schurigelt, das alles kommt nicht zur Sprache.

Amann mutmaßt, es könne „an der Art liegen, wie er mit den Menschen spricht“. Doch das ist schon Peak-Level der Kritik. Altmaier hingegen äußert sich gar nicht zu Merz, weigert sich sogar auf mehrfache Nachfrage hin. Stattdessen spricht er über die Parteien im Allgemeinen und darüber, dass „die Probleme sehr groß sind“ und dass man nicht alle Wahlversprechen halten könne und dass man Kompromisse machen müsse und dass dann „die Enttäuschung vorprogrammiert“ sei und, und, und – und überhaupt. Na gut, die Diskussion zur Schuldenbremse sei auch „nicht hundertprozentig ehrlich geführt worden“, euphemisiert Schmidt.

Merz habe „auf der nach unten offenen Beliebtheitsskala“ ja sogar Olaf Scholz abgelöst, wirft Lanz genüsslich ein. Ex-Sherpa Schmidt weigert sich, die damals schon erschreckend niedrigen Werte seines Koma-Kanzlers Scholz zu nennen. Er könne sich nicht erinnern, behauptet er. Melanie Amann glaubt, dass das bestimmt nicht stimmt. Und siehe da, wenig später kann Schmidt in anderem Zusammenhang nicht nur die Werte, sondern sogar den jeweiligen Zeitpunkt der Erhebung exakt benennen. Scholz kam in seinen schlechtesten Zeiten auf 18 Prozent.

Wen das alles interessiert? Der Bus mit diesen Leuten hat heute wohl Verspätung. Oder sie fahren mit der Bahn, dann kommen sie gar nicht.

Die Unbeliebtheit nimmt Lanz allerdings zum Anlass, seinen Talk zur einer relativ plumpen Dauerwerbesendung für Angela Merkel zu machen. Freudig sekundiert von Altmaier und Amann, stellt er die Alt-Kanzlerin als Macherin und talentierte Strategin dar. Eine Frau, die aber auch – wie Amann zugetragen wurde – bis in die Nachtstunden mit den Ministerpräsidenten beim Wein saß, um zu erfassen, was im Land so vor sich geht. Merkels Tiefstwert bei der Beliebtheit seien 46 Prozent gewesen – erstaunlich, beachtlich, da schau her; Lanz ist ganz begeistert. Und durchs Studio weht plötzlich ein sehr seltsamer Duft. Es müffelt nach „Eau de Bündesprésident:in“. Man hat den Eindruck, die ganze Runde wolle Merkel auf Teufel komm rein (sic!) irgendwie ins Amt labern.

Sogar der kleine, vergessliche Scholz wird über den grünen Klee gelobt. Altmaier hebt an: „Er hatte auch einen ganz starken Moment. Und das war diese Zeitenwende-Rede. Da saß ich vor dem Fernsehgerät Sonntag morgens, wie viele Millionen Leute in der Republik – und das hat er wirklich gut gemacht.“ Lanz hört stumm zu. Millionen? Sonntags morgens? Er wäre sicher froh, wenn überhaupt noch irgendwann irgendwelche Millionen vor dem ÖRR-Volksempfangsgerät säßen.

Die Runde versteigt sich trotz der knappen Zeit hochprofessionell in allerlei Absurditäten. Altmaier etwa lobt die drei „Reformpakete“ (so nennt er die Einsparprogramme): Das sei „mehr, als man der Regierung nach den ersten Übungen zugetraut hat“.

Höhepunkt: Die Runde lobt Alexander Dobrindt und Jens Spahn als erfahrene Politiker, Sie wüssten, wie Politik funktioniert und könnten Probleme perfekt meistern, befindet der Stuhlkreis am Ende des Regenbogens.

Also ausrechnet Mister Maut und Meister Maske, die den Steuerzahler um Milliarden gebracht haben. Dobrindt war als Bundesverkehrsminister (2013 bis 2017) der zentrale Architekt der gescheiterten Pkw-Maut. Und Jens Spahn hat als Bundesgesundheitsminister (2018 bis 2021) Corona-Masken geordert, die für Milliarden-Beträge erst gekauft, dann gelagert und schließlich verbrannt wurden (und noch immer werden). Sich selbst gönnte er in dieser Zeit eine Villa für vier Millionen Euro, die er zunächst angeblich mit einer Erbschaft bezahlt haben wollte. Bis er zugeben musste, dass es den reichen Onkel gar nicht gab und die Geschichte frei erfunden war.

„Viel gelernt heute“, sagt Lanz am Ende wie immer. Ja, das haben die Zuschauer ganz sicher, über Ehrlichkeit in der Politik und „Journalismus“ am Limit.

Wenn sie nicht zwischendurch eingeschlafen sind.

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Dominik Krause, Oberbürgermeister München, 18.06.2026
15. Juli 2026

unnötiger Eingriff in den Alltag?

Münchens Wasserverbote: Echte Krise – oder politisch motivierte Panikmache?

Von
Richard Schmitt

Noch nie zuvor in der Geschichte Münchens waren derart weitreichende Einschränkungen der Wassernutzung notwendig: Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hat nun das Maßnahmenpaket als Reaktion auf die angebliche Wasserknappheit verordnet.

Der Wasserverbrauch liegt derzeit bei mehr als 360 Millionen Litern pro Tag, normalerweise sind es 300 Millionen Liter. Trotz angekündigter Gewitter und Regen in den kommenden Tagen reichen die Niederschläge noch nicht aus, um die Lage zu entspannen.

Die Stadtwerke München (SWM) und das Referat für Klima- und Umweltschutz wurden vom Oberbürgermeister beauftragt, eine umfassende Wasserstrategie zu entwickeln. Ziel ist es, die Versorgung der Stadt auch bei anhaltender Trockenheit und zunehmenden Hitzeperioden langfristig sicherzustellen. „Nach einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühling sind die vorhandenen Ressourcen der Münchner Wasserversorgung derzeit äußerst strapaziert“, erklärte dazu Krause. Weitergehende verpflichtende Sparmaßnahmen seien daher „unumgänglich“.

Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis zum 1. August und kann bei Bedarf verlängert oder widerrufen werden. Ergänzend dazu haben die Stadtwerke München eine Wasser-Sparanordnung erlassen, die auch für das Umland gilt. Betroffen sind neben München die Gemeinden Aschheim, Garching, Neubiberg, Neuried, Oberschleißheim, Unterföhring und Unterhaching.

Und das sind die wichtigsten Verbote im Überblick:

  • Das Befüllen und Betreiben privater Pools, Springbrunnen, Wasserspiele und ähnlicher Anlagen ist untersagt.
  • Die Bewässerung von Haus- und Kleingärten sowie Schrebergärten ist zwischen 9 und 19 Uhr verboten – mit Ausnahme von Tröpfchenbewässerung.
  • Landwirtschaftliche Flächen und Friedhöfe sind davon ausgenommen, das Bewässern von Rasen- und Grünflächen ist aber generell verboten (Sportplätze ausgenommen).
  • Ebenso ist das Waschen von Fahrzeugen außerhalb gewerblicher Waschanlagen nicht erlaubt.
  • Und das Befeuchten von Baustellen zur Staubbindung sowie das Abspritzen von Terrassen, Wegen, Dächern und Höfen mit Hochdruckreinigern ist untersagt.
  • Außerdem ist die Entnahme von Wasser aus Seen, Flüssen und Gräben im Stadtgebiet für die genannten Zwecke vollständig verboten.

Bei einer aktuellen Online-Leserbefragung des Magazins Focus überwiegt allerdings die Kritik an den Wasserspar-Maßnahmen: Mehr als die Hälfte der kommentierenden User sieht die neuen Einschränkungen kritisch. Viele bewerten das Wasserverbot als Symbolpolitik oder unnötigen Eingriff in den Alltag. Dabei wird wiederholt argumentiert, München verfüge über ausreichende Wasserreserven.

Kritische Stimmen im Leserforum des News-Magazins sehen die Ursache weniger im Wasserverbrauch als in einer unzureichenden Infrastruktur: Trotz eines starken Bevölkerungswachstums in München würden Investitionen in den Ausbau der Leitungsnetze fehlen. So schrieb ein Münchener: „Wassermangel? Nein, hausgemachtes Infrastrukturversagen. Es ist die immer gleiche, bequeme Ausrede: Wenn das Wasser knapp wird, schiebt man die Schuld schnell auf die Natur. Diese Krise ist größtenteils hausgemacht – sie ist die Quittung für jahrelange Planungsfehler und einen massiven Investitionsstau in unserer kritischen Infrastruktur!“

Tatsächlich fällt auf: In der nur 135 Kilometer entfernten Stadt Salzburg, die sich wohl in der gleichen Klimazone wie München befindet, muss kein Trinkwasser-Alarm gegeben werden – viele Grundwassermessstellen zeigen niedrige oder sehr niedrige Pegel, doch die Trinkwasser-Versorgung der Stadt Salzburg (158.000 Einwohner) und des Umlands ist stabil und gesichert. Die Salzburg AG betont die hohe Qualität des Wassers und die Versorgungssicherheit. Salzburg wird allerdings auch nicht von einem grünen Bürgermeister regiert.

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15. Juli 2026

Schleswig-Holstein: CDU von 43,4 auf 27 %

Der Machtrausch in Torschlusspanik überschlägt sich in Kontrollwut

Von
Fritz Goergen

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September rückt näher. Was auch immer Union, SPD, Grüne und Die Linke bei 41 Umfrageprozenten in Sachsen-Anhalt noch vor der Wahl am 6. September und/oder danach zur Wahl des Ministerpräsidenten an Verhinderung und Behinderung der AfD mit und ohne BSW unternähmen, ließe die AfD-Ergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September hochschnellen.
Die Brandmauer weg ist die einzige Möglichkeit, das AfD-Wachstum zu begrenzen.

Was auf die Brandmauer-CDU wartet, zeigt ihr demoskopischer Absturz von 43,4 auf 27 Prozent in Schleswig-Holstein. CDU-MP Daniel Günther trägt wegen seines Rotgrades den Spitznamen Genosse. Die Quittung für den schwarzen Genossen könnte die Koalition von Grünen-SPD-Die Linke-FDP-SSW sein: mit CDU und AfD hinter der Brandmauer.

Nach der „EU Age Verification App“, mit der man sich mit einer digitalen ID einloggen muss für den Zugang zu Online-Plattformen, kommt was? Die digitale Erfassung aller Bürger von Geburt an ist die zwingende Logik der technisch hochgerüsteten Version der SPD-Scholz-Forderung der Herrschaft über den Kinderbetten. Wann wollen die Kontrollbesessenen jedem Neugeborenen einen Kontroll-Chip implantieren lassen?

Als Machtrausch, der sich in sich selbst überschlägt vor Kontrollwut, kann man es verstehen. Von der Leyens und ihrer Unions-Genossen Pläne zur Totalüberwachung der Bürger lassen sich aber auch als Torschlusspanik verstehen. Wahlsiege von Parteien sind in mehreren Staaten in Sicht, die gesteuerte Einwanderung, Abkehr von Energiewende und Großer Transformation wollen – vom woken Sozialismus 4.0 insgesamt. Bei den EU-Wahlen 2029 sind große Veränderungen zu erwarten. Der Zeitgeist dreht, die Classe Politique bildet sich ein, das mit Totalsteuerung verhindern zu können. Sie will die Bewegung gegen ihren Great Reset mit dessen Verschärfung verhindern. – ¡No pasarán!

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf, verteidigt den geplanten Abschiebeterminal am Flughafen München (RND). Dort gälten Asylbewerber als im rechtlichen Sinne nicht eingereist. Nach dem neuen EU-Asylsystem könnten sie dort innerhalb von sieben Tagen identifiziert, ärztlich untersucht und überprüft werden, ob in schon einem anderen Land ein Asylantrag gestellt wurde: „Haben diese Menschen keinen Asylanspruch, sind die Fluggesellschaften verpflichtet, sie wieder dorthin zu bringen, wo sie hergekommen sind.“ Am Flughafen Frankfurt am Main existiere dazu seit kurzem ein größeres Gebäude. Jetzt solle auch in München eines entstehen: „Es gibt rund 40.000 ausreisepflichtige Menschen in Deutschland. Von der Zahl kommen wir bisher nicht runter. Das Ziel ist deshalb, die Zahl der Abschiebungen zu erhöhen. Es gilt, die Menschen, die kein Bleiberecht haben, wieder herauszubekommen aus Deutschland.“  Zu den Kritikern zählt der Münchner Grünen-OB Dominik Krause.

Dritte Welt Europa. Drieu Godefridi schreibt auf Gatestone Institute: »2024 waren 24 Prozent aller Geburten in der EU die zugewanderter Mütter. 30% in Deutschland, Belgien, Spanien, Österreich und weiteren, 68% in Luxemburg. In fünf bis zehn Jahren wird Luxemburg aufhören, ein Land mit westlichen Werten zu sein. Eine Anpassung von Eingewanderten hat nicht stattgefunden. Importiert man die Dritte Welt, wird man Dritte Welt. Mit grüner Ideologie, EU Green Deal und CO2-Steuern hat Europa freiwillig seine Energiemärkte sabotiert.«

Der Golfkrieg löste die Preissteigerungen aus. Die Spieler profitieren auf Kosten der Bürger. An den Umgang mit den Preisschwankungen gewöhnen sich die Börsen. Die Handelsströme werden neu geordnet. Hauptgewinner ist Amerika.

♦

Am Golf setzt Trump jetzt offensichtlich die Angriffspläne in die Tat um, die Israels Streitkräfte (IDF) von Beginn an vorgeschlagen hatten, um eine mögliche Hormuz-Blockade der IRGC im Ansatz zu ersticken und die Kontrolle über die Iranischen Ölquellen zu übernehmen (Häfen und Inseln der Golfküste). Diese Angriffe finden nun mit Unterstützung der Emirate statt und nicht mit Israel. Israel sieht die Gefahr, als „best ally of the USA“ durch die VAE ersetzt zu werden. Die Emirate ihrerseits steigen in der Wertschätzung der Golfstaaten. Vor diesem Hintergrund versteht man, warum Trump eben sagte: »Glauben Sie es oder nicht, ich denke, der Mittlere Osten findet zusammen. Wir werden seinen Tyrannen Iran los. Er tyrannisierte alle und alle fürchteten ihn. Nun fürchtet ihn niemand mehr.«

Wer meint wie die westlichen Medien allesamt, die Trump-Regierung meine ihre National Security Strategy nicht ernst und speziell Trump springe launisch und unentschlossen hin und her, dem empfehle ich den folgenden Rat.

Der damals siebenjährige Sohn eines alten Freundes sagte zu seinem etwas älteren Bruder: „Du musst nicht hören, was er sagt, du musst verstehen, was er meint.“ – Wer das, was Politiker sagen, „analysiert“ statt, was sie meinen, verheddert sicn im Wörterbusch. Was Politiker tun – in einem nicht zu kurzen Zeitraum, manchmal langen –, zählt. Diese Möglichkeit nutzen die üblichen Deuter nicht.

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14. Juli 2026

Wegen Israel-Auftrag

Katar verbietet VW-Rettung

Von
Alexander Heiden

Volkswagen erhält gerade eine Lehrstunde in Geopolitik. Sie kommt nicht von irgendeiner Universität oder aus irgendeinem „Think Tank“. Sie kommt direkt aus dem Aufsichtsrat.

VW kriselt, das ist inzwischen hinlänglich bekannt. Offen wird über die Schließung kompletter Standorte gesprochen. Das Werk im niedersächsischen Osnabrück gilt als besonders gefährdet. Dort läuft die heutige Fahrzeugproduktion schon im kommenden Jahr aus. Dann stehen mehr als 2.300 Mitarbeiter auf der Straße.

Plötzlich taucht ein weißer Ritter auf. Nach Informationen der BILD-Zeitung will das israelische Staatsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems im VW-Werk Osnabrück Komponenten für das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ bauen lassen. Der Deal würde dem akut gefährdeten Standort schlagartig und unerwartet eine neue Perspektive geben.

Doch jetzt lernen sie bei VW, was Globalisierung wirklich bedeutet.

Denn das Emirat Katar ist über seinen Staatsfonds mit 17 Prozent der Stimmrechte und gut zehn Prozent des gesamten Aktienkapitals der drittgrößte Anteilseigner bei Volkswagen. Und das autokratisch geführte Land hat nach BILD-Recherchen mit seinen drei Vertretern im VW-Aufsichtsrat sein Veto gegen den Israel-Deal eingelegt.

Korruption und Einflussnahme
Katar: Schirmherrschaft ohne Risiko

Katar genießt selbst in der arabischen Welt keine großen Sympathien. Das Land teilt sich mit dem Iran das weltgrößte Erdgasfeld im Persischen Golf. Auch, aber nicht nur deshalb unterhalten Doha und Teheran stabile Beziehungen. Seit vielen Jahren steht das Emirat weltweit immer wieder in der Kritik. Ihm wird kontinuierliche und systematische Finanzierung internationaler Terroristen vorgeworfen – vor allem der Schlächter von der „Hamas“ im Gaza-Streifen.

Das US-Finanzministerium verhängte nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 Sanktionen auch gegen Akteure in Katar. Es nannte unter anderem einen in Katar ansässigen Finanzvermittler mit engen Verbindungen zum iranischen Regime. Ganz zweifellos kann man sagen, dass Katar zu den radikalsten Israel-Hassern in den Vereinten Nationen gehört.

Das ist der Moment, in dem aus einer abstrakten „Internationalisierung“ plötzlich eine sehr konkrete Unternehmensstrategie wird. Jahrelang galt das schöne Geld aus Katar als höchst willkommenes Kapital. Jetzt zeigt sich: Dieses Geld kommt nicht einfach so. Es wird getauscht nicht nur gegen ökonomische Interessen, sondern auch gegen Geopolitik.

Ganz aktuell gegen ein paar tausend Arbeitsplätze in Deutschland.

Menetekel Osnabrück

Katar ist nicht irgendein Kleinanleger. Katar sitzt im Maschinenraum eines deutschen Weltkonzerns.

Jetzt reicht ein israelischer Kunde, damit ein lukrativer Zukunftsdeal abgesagt wird. Rafael schützt mit seinem „Iron Dome“ israelische Zivilisten vor Raketen. Dieser Schutz soll aber nicht aus Deutschland kommen, weil ein moslemischer Großaktionär seinen Hass auf Juden in den Konzern trägt. Freedom House stuft Katar 2026 als „Not Free“ ein, mit nur 25 von 100 möglichen Punkten. Dieser Staat darf nun dabei mitreden, ob ein deutsches Werk für einen israelischen Verteidigungskonzern produziert.

Oder anders: Deutschland hat seine Kronjuwelen verscherbelt.

Volkswagen ist nur das aktuelle Beispiel. Deutsche Manager haben über Jahre Staaten und Staatsfonds ins Boot geholt, deren politische Struktur fragwürdig ist, um es einmal ganz vornehm auszudrücken.

• Die chinesische BAIC Group ist mit 9,98 Prozent der Stimmrechte größter Einzelaktionär von Mercedes-Benz; weitere wichtige Anteilseigner sind der eng mit dem Regime in Peking verbandelte Chinese Li Shufu sowie der Staatsfonds von Kuwait, „Kuweit Investment Authority“.
• Hapag-Lloyd gehört zu 12,3 Prozent der „Qatar Holding LLC“ und zu 10,2 Prozent dem saudischen „Public Investment Fund“ (PIF).
• Die Deutsche Bank führt die „Paramount Service Holding“ mit 4,91 Prozent als Großaktionär; dahinter steht eine Investorengruppe um den ehemaligen Emir Hamad bin Khalifa Al-Thani.
• Covestro, einst Teil der deutschen Chemiegeschichte, wird inzwischen von Abu Dhabi kontrolliert: Im Dezember 2025 erwarb die ADNOC International Germany Holding 154,5 Millionen Aktien sowie rund 74,33 Prozent der Anteile und Stimmrechte.
• Im Hamburger Hafen hält COSCO Shipping Ports, noch so ein Unternehmen aus dem Kosmos chinesischer Staatskonzerne, knapp 25 Prozent am Container-Terminal Tollerort.

Die angestellten Top-Manager, die sich bei uns so gerne mit richtigen Unternehmern verwechseln, finden vor Lachen kaum in den Nachtschlaf. Denn egal, was passiert: Ihre Millionen-Einkommen sind gesichert. Sie nennen das: Globalisierung.

In Wahrheit ist es der Ausverkauf ökonomischer Entscheidungsfreiheit.

Quartalsberichte contra jahrzehntelange Strategie

Katar macht nichts falsch. Katar vertritt katarische Interessen – so wie China chinesische Interessen vertritt und Saudi-Arabien saudische.

Das Problem sind die deutschen Vorstände, Aufsichtsräte und Politiker. Sie tun so, als sei Kapital neutral. Das ist es nicht und war es noch nie, jeder Student im ersten Semester Wirtschaftsgeschichte weiß das. Staatsfonds sind keine Kreissparkassen, sie sind Instrumente nationaler Macht. Sie kaufen Einfluss, Zugang, Reputation, Technologie, Infrastruktur und politische Hebel.

Energiepartnerschaft mit Katar
Katar: Statt Putins Krieg finanzieren wir jetzt den Islamischen Terror

Deutsche Top-Manager, bei denen jedoch nur das Einkommen „top“ ist, sind Jünger des kurzfristigen Denkens: schnelles Geld, potente Investoren, höhere Boni. Staaten wie Katar denken langfristig: Sitz am Tisch, Einfluss im Konzern, Vetoposition bei sensiblen Fragen.

Der eine denkt an den nächsten Quartalsbericht. Der andere denkt an die nächsten Generationen seines Volkes.

Wann wachen wir auf?

Jetzt steht das VW-Werk in Osnabrück da wie ein Mahnmal der naiven und verantwortungslosen deutschen Geldgier. Jetzt hängen deutsche Arbeitsplätze am religiösen Furor eines autokratischen Staates.

Jahrelang haben unsere Nieten in Nadelstreifen erklärt, wir müssten uns für fremdes Kapital öffnen, internationaler sein, uns global vernetzen. Das klang ja so modern. Nun zeigt sich: Wer autoritäres Kapital annimmt, bekommt autoritäre Interessen frei Haus.

Deutschland hat geglaubt, es verkaufe nur Aktien. In Wahrheit hat es Einfluss verkauft.

Das Problem endet nicht bei VW. Verteidigung, Energie, Häfen, Chemie, Logistik, Daten, Batterien: Überall treffen deutsche Standortinteressen auf ausländische Staatsinteressen. Sind wir dazu fähig, die richtigen Schlüsse zu ziehen? Sind wir bereit, ausländische Beteiligungen wirklich kritisch zu prüfen?

Denn genau das müssen wir tun. Strategische Unternehmen und kritische Standorte brauchen tadellose Eigentümer. Nicht nur bei Komplettübernahmen, sondern schon bei Sperrminoritäten, Aufsichtsratsmandaten und Vetorechten. Wir können nicht über Resilienz, Sicherheit und Zeitenwende schwadronieren und gleichzeitig zulassen, dass ein Golfstaat mit Hamas-Schatten das Rettungsseil für ein deutsches Werk durchschneidet, weil irgendwer „Israel“ ruft.

Die naive Geldgier deutscher Top-Manager wird teuer. Aber nicht für die Manager. Die bekommen ihre Boni und Abfindungen auch, wenn sie irgendwann – meist viel zu spät – endlich gefeuert werden. Nein, die richtige Rechnung zahlt der deutsche Arbeiter.

Das ist das eigentlich Obszöne an der ganzen Sache.

Rafael, der israelische Staatskonzern, nimmt den deutschen Wahnsinn kühl zur Kenntnis und tut das, was er immer tut: Er vertritt israelische Interessen – und plant die bis eben noch für Osnabrück vorgesehene Produktionslinie von Tamir-Abfangraketen jetzt eben in Indien.

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14. Juli 2026

Gesundheitsreform

Das große Kliniksterben in der Fläche beginnt

Von
Roland Tichy

Mitte Juni 2026 beantragte die Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH Insolvenz in Eigenverwaltung für das Marienhospital Stuttgart. Über 600 Betten, 2700 Mitarbeiter, Maximalversorger in der Landeshauptstadt. Hundert Stellen fallen weg. Der Betrieb läuft weiter – unter Aufsicht.

Das Haus steht nicht allein. Es markiert den Beginn der Insolvenzwelle: „Wir müssen damit rechnen, dass noch mehr Kliniken in die Schieflage geraten. Seit 2022 haben bundesweit schon 85 Krankenhäuser mit 102 Standorten Insolvenz angemeldet. Einige davon sogar schon zum zweiten Mal. Die Reform senkt die Kreditwürdigkeit der Häuser, schon jetzt haben viele nur liquide Mittel für vier Wochen. Es droht eine Insolvenzwelle über drei Jahre, in der Zeit droht ein Drittel der Kliniken zu verschwinden“, sagte DKG-Vorstandschef Gerald Gaß der „Rheinischen Post“.

Statt für Radwege in Peru
Ohne Entwicklungshilfe werden die deutschen Krankenhäuser sterben

Besonders bedroht seien Grund- und Regelversorger in ländlichen Regionen. Als Erstes würden Kliniken Notaufnahmen, Geburtshilfen und Kinderstationen schließen, die die größten Verlustbringer in den Häusern seien. „Schon in den vergangenen zehn Jahren haben viele Geburtshilfen geschlossen. Bundesweit haben wir nur noch rund 570 Geburtshilfen, früher waren es mal fast 1.200. Es ist der Bereich, der am meisten quer subventioniert wird. Das wird nicht mehr möglich sein. Hier drohen nach einer aktuellen Umfrage unter den Klinikträgern 61 Prozent der Geburtshilfen wegzufallen oder die Versorgung einzuschränken“, sagte Gaß weiter.

Zahlreiche Kliniken würden ihre Notaufnahme schließen und nicht mehr für 24 Stunden erreichbar sein. Der DKG-Chef rief nun die Länder auf, den Kliniken zu helfen: „Wir setzen auf die Länder. Die Länder müssen die Hälfte des Sparvolumens von acht Milliarden Euro ausgleichen, also vier Milliarden zahlen. Sonst gibt es ein kaltes Kliniksterben zulasten der Patienten und Regionen.“

Gesundheitsreform in der Krise

Die Warnung der Deutschen Krankenhausgesellschaft trifft auf eine ohnehin angespannte Reformphase des Gesundheitswesens. Es ist eines der Reformpakete, mit denen die Regierung Merz/Klingbeil ihre Handlungsfähigkeit beweisen will. Wie auch in den anderen Bereichen des Gesundheitssystems geht es aber nicht um Erhöhung der Effizienz der Leistungserbringung, sondern einseitig um Sparmaßnahmen.

Die Putzfrau zahlt, der Kanzler nicht
Skandal um Gesundheitsversorgung von Bürgergeld-Empfängern

So war die eigentliche Krankenhausreform Ende 2024 beschlossen worden und wird seit Anfang 2025 schrittweise umgesetzt. Die neue schwarz-rote Bundesregierung hat sie zwar nachgebessert und Übergangsfristen verlängert, hält aber an den Grundzügen fest: Krankenhäuser sollen künftig stärker nach Leistungsgruppen organisiert werden, Spezialisierung und Konzentration der Versorgung sollen zunehmen. Ziel ist es, Qualität zu verbessern und wirtschaftlich ineffiziente Doppelstrukturen abzubauen. Allerdings führt das zu einer Ausdünnung in schwächer besiedelten Regionen: Die Wege zur nächsten Spezialklinik verlängern sich deutlich, während in einer Metropolregion durchaus eine sinnvolle Arbeitsteilung näherliegend ist.

Parallel dazu haben Bundestag und Bundesrat nun das umstrittene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen. Es soll eine milliardenschwere Finanzierungslücke der gesetzlichen Krankenkassen schließen und weitere Beitragssprünge verhindern. Dazu werden die Ausgaben von Krankenhäusern, Ärzten, Apotheken und Pharmaunternehmen begrenzt; zugleich steigen Zuzahlungen für Versicherte und die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern wird eingeschränkt.

Das Paket sieht unter anderem vor, dass Patienten künftig höhere Zuzahlungen für verschriebene Medikamente leisten müssen. Der Betrag soll von derzeit mindestens 5 bis höchstens 10 Euro auf 7,50 Euro bis 15 Euro angehoben werden.

Die Elefanten dürfen im Raum bleiben
Nina Warken – Konkursverwalterin des Gesundheitswesens

Homöopathische Leistungen sollen nicht mehr auf Kassenkosten verfügbar sein. Auch die Hautkrebs-Vorsorge ohne Symptome, die alle zwei Jahre möglich ist, soll gestrichen werden. Die beitragsfreie Mitversicherung bleibt für Kinder, Eltern von Kindern unter sieben Jahren, pflegende Angehörige und Menschen im Rentenalter bestehen. Für andere bisher beitragsfrei versicherte Ehepartner ist ein eigener Beitrag von 3,5 Prozent ab 2028 geplant.

Weitere Maßnahmen betreffen Kliniken, Ärzte und die Pharmaindustrie. Bei den Kliniken wird eine Klausel gestrichen, die höhere Vergütungsanstiege ermöglicht. Ärzte in Praxen sollen für bestimmte Leistungen keine Bezahlung außerhalb genereller Honorarbudgets mehr erhalten. Pharmahersteller müssen mit verstärktem Handel durch günstigere Rabattverträge rechnen. Bei den Apotheken wird ein Rabatt erhöht, während eine versprochene Erhöhung beim Fix-Honorar ausbleibt.

Höhere Beitragsbelastung insbesondere für Familien

An dieser Stelle setzt die Kritik der Krankenhäuser an. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt, dass die Reform zwar einen strukturellen Umbau verlange, den Kliniken aber gleichzeitig die finanziellen Mittel entziehe, um diesen Umbau zu bewältigen. Mehrere Länder – darunter Niedersachsen und das Saarland – hatten deshalb vergeblich versucht, das Gesetz in den Vermittlungsausschuss zu bringen oder Nachbesserungen zu erreichen.

Die Fronten sind damit klar: Die Bundesregierung sieht in dem Sparpaket eine notwendige Konsolidierung der gesetzlichen Krankenversicherung und verweist auf zusätzliche Hilfen für Kliniken sowie den laufenden Transformationsfonds.

Rückzug aus Deutschland
Pharma-Exodus: Eli Lilly halbiert Milliarden-Investition, Boehringer Ingelheim streicht 900 Millionen Euro

Krankenhäuser, kommunale Träger und mehrere Länder halten diese Hilfen dagegen für unzureichend und warnen vor einem beschleunigten Kliniksterben – insbesondere in ländlichen Regionen. Versicherte, insbesondere Familien,  müssen mit höheren Beitragssätzen und Zuzahlungen rechnen. Die Pharmaindustrie hat bereits dramatische Investitionskürzungen angekündigt.

Unangetastet bleiben die Leistungen für Bürgergeldempfänger und Asylbewerber; der staatliche Anteil an deren Gesundheits-Kosten wird nicht wesentlich ausgedehnt und muss von den Versicherten übernommen werden. Dies ist aber mit einem Umfang von 12 Milliarden Euro eine der Hauptursachen für die Notwendigkeit der Gesundheitsreform.

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14. Juli 2026

Nach Chatkontrolle nun Altersverifiizierung

Von der Leyens Marsch in die digitale Diktatur: Wie die EU alle Bürger kontrollieren will

Von
Matthias Nikolaidis

Es war einer der blendendsten Auftritte von der Leyens, der ihre Weltsicht scharf bis ins letzte Detail ausleuchtet. Sie handelt in dieser Sache natürlich nicht auf eigene Faust, sondern ist in ein Interessengeflecht eingebunden, das gerade erst bei der umstrittenen Sommerpausen-Abstimmung zur Chatkontrolle 1.0 sichtbar wurde. Kurz nach der Wiedereinführung der Chatkontrolle 1.0 (ihrerseits Basis für die weiter ausgreifende Chatkontrolle 2.0) durch den Rat und Parlamentspräsidentin Roberta Metsola, setzt die EU-Kommission zum nächsten Schritt in Sachen Bürgerüberwachung an. Übrigens hat eine Mehrheit der Parlamentarier letzte Woche erneut gegen die Chatkontrolle gestimmt, aber demokratische Voten zählen offenbar nichts in dieser EU.

Tichys Einblick 03-2026
Der Zensur-Bauplan von Berlin und Brüssel
Ursula von der Leyen will nun einen anderen Sack zumachen. Und damit ist zugleich die Katze endgültig aus demselbigen. In einer Sprache, die deutlich an das merkwürdige Neusprech hypermoderner Diktaturen erinnert, hat die Vorsitzende der Kommission am Montag angekündigt, die Alterverifizierungs-App der Kommission künftig zum verpflichtenden Standard der Social-Media-Nutzung in der EU machen zu wollen. Ein Gesetzentwurf soll nach dem Sommer folgen.

Am Montag sprach von der Leyen über „Technologiesicherheit“, als ginge es um eine neue DIN-Norm für gefährliches Spielzeug, um einen Airbag oder Sicherheitsgurt im Auto. Mit ähnlich holpernder Logik und übergriffigen Schlussfolgerungen ging es weiter. Es geht angeblich „nicht darum, ob Kinder Zugang zu sozialen Medien haben“, sondern darum, „ob und wann soziale Medien Zugang zu unseren Kindern bekommen“. Es ist eine klassische paternalistische Formulierung: Was für Ihre Kinder gut ist, bestimme ich, der Staat, alias Ursula von der Leyen, alias Leviathan.

Die Frage sei nicht mehr, „ob Kinder online Risiken ausgesetzt sind“ – für von der Leyen offenbar eine unumstößliche Wahrheit –, „sondern was wir tun können, um Kindern einen sichereren Start im Internet zu bieten“. Aber auch in der Offline-Welt gibt es keine generellen Zugangssperren für Kinder. Es gibt Gesetze und die Erziehungspflicht der Eltern, doch die würde mit der neuen EU-Regelung ausgehöhlt.

Von der Leyens Plan ist das vorgeschriebene Online-Internat für alle Kinder – aber, und das verschweigt von der Leyen, auch für alle Erwachsenen. Denn ihr Plan sieht vor, schon bald alle Nutzer der verschiedenen Plattformen und sozialen Medien unter einen Generalverdacht zu stellen – den Verdacht, sie seien eigentlich minderjährig, unter 16 oder unter 13 Jahren und daher gar nicht berechtigt zum Zugang zu bestimmten Seiten. Das sind die Covid-Zertifikate und 2G-Zugangsampeln, nur in anderem Gewand.

Und dieses Gewand heißt „EU Age Verification App“, eine Handy-Anwendung, in die man sich mittels eines Ausweises (Personalausweis oder sonst eine digitale ID) einloggen muss, um dann Zugang zu Online-Plattformen zu bekommen. Es ist die nächste Stufe im Kontrollplan der EU für das Internet. Bisher hatte man ein paar Porno-Seiten mit Altersverifikation reguliert – offensichtliche Kandidaten für Jugendschutz. Aber das war nur das Testlabor. Nun sollen die Online-Plattformen X, Facebook, TikTok und so weiter drankommen.

Die neue App ist alles andere als sicher

Die EU-App zur Altersverifizierung soll laut von der Leyen „einfach zu benutzen, datenschutzkonform und Open Source“ sein. Es gehe eigentlich nur darum, „die Kontrolle wieder in die Hände der Eltern zu legen“. Falsch, falsch und nochmals falsch. Die gerade erst vorgestellte App wurde schon im April vom Sicherheitsberater Paul Moore in weniger als zwei Minuten geknackt. Moore attestierte der App da schon „ein ernsthaftes Datenschutzproblem“. Die Kommission spielte die Gefahren herunter und sprach von einer Vorab- oder Demo-Version – aber das war sie nicht. https://proton.me/de/blog/eu-age-verification-app-hacked

Außerdem bekommen die Eltern natürlich überhaupt keine „Kontrolle zurück“, auch und vor allem nicht über ihre Kinder. Es ist der hybride, anmaßende EU-Staat, der sich nunmehr die Erziehung unserer Kinder anmaßen will – und unsere (der Erwachsenen) gleich mit. Gar nicht ausgeschlossen ist zudem, dass falsche Altersverifiziernngsapps genauso aussehen werden wie die EU-App, um auf diesem Weg die Daten von Erwachsenen und Kindern abzugreifen, wovor – mit Beispielen – ebenfalls schon Paul Moore warnte.

Nun spricht von der Leyen von einem „Startdatum für Social Media“ – noch so ein Euphemismus für ihre Verbots- und Kontrollphantasien, die sich auf Kinder wie Erwachsene beziehen. Dann kommen noch Vergleiche mit dem Führerschein fürs Autofahren, dem Alkoholverbot für Jugendliche, der Gurtpflicht im Auto, gegen die es auch anfangs Proteste gegeben habe. „Große Veränderungen geschehen nie über Nacht“, erklärt von der Leyen. Aber angeblich zeichne sich schon ein „kultureller Wandel“ ab, orakelt die CDU-Politikerin. Wo es „um unsere Sicherheit geht, lohnt es sich immer“, raunt sie und will eilig auf den neuen Zug zum Autoritarismus und Kollektivismus aufspringen.

Freiheit des Einzelnen in Gefahr

Aber in solchen Fällen ist eines immer in Gefahr, auch wenn die Christdemokratin es nicht merken will: Die Freiheit des Einzelnen – zuerst natürlich die Freiheit, überhaupt soziale Medien zu nutzen. Denn für die, die eine Altersverifizierung ablehnen, käme die neue Maßnahme einem Verbot gleich. Danach kommen gleich vielfache Gefahren für die Rede- und Meinungsfreiheit. Die EU-Alters-App stellt einen neuen Versuch dar, Internet-Nutzer mit einer praktischen Kennung zu versehen, so dass das Prinzip der Anonymität im Netz aufgehoben wird. Und das ist von enormer Bedeutung für eine freie Presse, für Whistleblower und die freie Meinungsäußerung im allgemeinen.

Daneben führt von der Leyen – nicht zum ersten Mal – eine angebliche Bringschuld der Anbieter ein. Sie hätten die Online-Plattformen entworfen und müssten nun beweisen, dass diese keinen Schaden anrichten. Anderenfalls hätte die EU offenbar Mittel und Wege, um ihnen heimzuleuchten. In der Tat, das ist der Sinn und Zweck des Digital Services Act (DSA), der Plattformen mit hohen Strafen bedroht, wenn sie nicht den EU-Anforderungen nachkommen, das heißt, „schädliche Inhalte“ entfernen und „unerwünschte Kontakte“ unterbinden. Gemeint ist offenbar ein regelrechter Überwachungsstaat. In so einer standardisierten UvdL-Ansprache zu einem neuen Vorhaben dringen wirklich so viele Details ihres dunklen Weltbildes hervor.

Nur für die Klarheit: Ein „schädlicher Inhalt“ ist offenbar eine subjektive Kategorie und jedenfalls nicht illegal oder strafbar. Er entspricht Merkels „nicht hilfreichen“ Büchern und Fakten. Gerade wurde die Video-Plattform Youtube offenbar dazu gebracht, ein kritisches Video über die EU-Chatkontrolle in der EU zu blockieren, wie der European Conservative meldet. Auch diese Maßnahme erinnert an die finstersten Zeiten der „Pandemie“. Nun wird gemutmaßt, dass der DSA die Grundlage für diese Medien-Blockade bildet. Es würde von der Leyens Worten entsprechen, die am Montag sagte, dass Online-Plattformen jedem Hinweis auf schädliche Inhalte nachgehen müssten.

Der Plan ist „Social Media Plus“

Bevorzugte Quelle
Google News: So holen Leser Tichys Einblick wieder nach vorn
Von der Leyen schließt mit einem Verweis auf ihren vorgeblichen Jugendschutzrat, den sie selbst gegründet und ausgewählt hat und auf den sie jetzt „hören“ will, genauso auf die Erfahrungen, die Australien mit ähnlichen Versuchen gemacht hat, und auf die Erfahrungen von EU-Mitgliedsländern. Derzeit planen Dänemark, Frankreich, Griechenland, Österreich und Spanien eigene Social-Media-Verbote. Nach dem Sommer soll dann der EU-Gesetzentwurf zur Altersbeschränkung kommen. Denn nun ist laut von der Leyen die Zeit für das „Handeln auf europäischer Ebene“ gekommen, wie Ursula von der Leyen ausreichend selbstherrlich feststellt. Wann diese Zeit gekommen ist, das bestimmen die Eurokraten immer noch gerne selbst.

Derweil ist allerdings bekannt geworden, welch große Rolle gerade im Online-Kontroll-Vorbildland Australien die Umgehung der Altersverifizierung spielt – durch VPN und sicher auch durch technische Tricks, wie sie Paul Moore an der EU-App vorgeführt hat. Kein Wunder ist insofern das Aufhorchen der Öffentlichkeit, sobald auch in Europa von VPN-Beschränkungen die Rede ist, wie jüngst in Reden von Andy Burnham und EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen. Nicht fern liegt dabei, dass auch die EU zu einer Altersbeschränkung bei VPNs greift, die den Standort eines Nutzers verbergen können. Er ist dann für die von ihm genutzte Website nicht mehr in Deutschland, sondern etwa in den USA, wo es keine Altersbeschränkungen gibt.

„Wir müssen dort beginnen, wo die Risiken am größten sind“, merkt die Kommissionsvorsitzende noch an. Neben Social Media kämen auch andere Anbieter mit „für das Alter ungeeigneten und süchtig machenden Funktionen“ in Frage für die Jugendsperre. Vielleicht geht es am Ende auch um Einkaufsangebote im Netz oder inhaltlich geprägte, auch politische Seiten. Der Plan ist am Ende „Social Media Plus“ – also mehr als nur ein Social-Media-Verbot für Kinder.

Kontrollstaat im Vormarsch
Regulierungsrausch: Von der EU-Chatkontrolle zum gläsernen Bürger

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14. Juli 2026

Maskenbeschaffung

790 Millionen Euro hinterlegt: Spahns Masken-Altlasten holen den Bund ein

Von
Redaktion

Die Corona-Maskenbeschaffung unter dem damaligen Gesundheitsminister Jens Spahn war, höflich formuliert, undurchsichtig. In der Panik wurden auf direkten und trotzdem verschlungenen Wegen ganz offensichtlich deutlich mehr Masken bestellt, als man selbst bei optimistischsten Schätzungen gebraucht hätte.

Der Bundesrechnungshof schreibt dazu: „Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) beschaffte zu Beginn der Corona-Pandemie 5,7 Milliarden Schutzmasken im Wert von 5,9 Milliarden Euro, obwohl der Bedarf viel geringer war. Fazit unseres aktuellen Berichts: Es fehlte jegliche Mengensteuerung. Mehr als zwei Drittel der Masken wurden nie verwendet, mehr als die Hälfte ist bereits vernichtet oder dafür vorgesehen. Der Nutzen für die Pandemiebekämpfung war entsprechend gering. Bis heute fehlt im BMG eine kritische Aufarbeitung. Diese ist aber erforderlich, um wichtige Lehren für künftige Pandemien und Krisen ziehen zu können.“

Bericht lässt Fragen offen
Jens Spahns kleptokratische Maskendeals – und warum gerade jetzt „Haltet den Dieb“ gerufen wird

Der Bundesrechnungshof schreibt weiter: „Das BMG hat die Entscheidungen und Vorgänge rund um die Beschaffung der Schutzausrüstung nicht vollständig und nachvollziehbar dokumentiert. Dies hatten wir bereits 2021 kritisiert. In der Zwischenzeit erklärte das BMG eine Vielzahl von Unterlagen nachträglich zu Verschlusssachen, ohne die Voraussetzungen des Geheimschutzes zu beachten. Dieses Vorgehen erschwert nach Einschätzung des Bundesrechnungshofes nicht zuletzt die öffentliche und parlamentarische Kontrolle der Beschaffung.“

0,79 Milliarden Euro bei Gericht hinterlegt

Die Angelegenheit Spahn entwickelt sich zu einem milliardenschweren Risiko für den Bundeshaushalt. Während die juristische Aufarbeitung noch längst nicht abgeschlossen ist, muss der Bund bereits heute enorme Summen binden, um die Zwangsvollstreckung laufender Urteile abzuwenden.

Spahns Erbe
Corona-Rechnung: Unternehmen fordert 464 Millionen Euro vom Bund

Wie das Wirtschaftsmagazin Capital berichtet, hat das Ministerium Sicherheitsleistungen in Höhe von rund 0,79 Milliarden Euro hinterlegt. Betroffen sind zwölf Gerichtsverfahren. Eine rechtskräftige Entscheidung gibt es bislang nicht.

Die gewaltige Summe verdeutlicht, welche finanziellen Folgen der Maskeneinkauf unter dem damaligen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bis heute nach sich zieht. Im Frühjahr 2020 hatte das Ministerium in großem Umfang Schutzmasken beschafft. Später verklagten mehr als 100 Lieferanten den Bund, weil ihre Rechnungen nicht bezahlt worden waren. Die juristische Auseinandersetzung ist noch nicht beendet. Erst im September wird der Bundesgerichtshof in letzter Instanz über den gesamten Themenkomplex verhandeln. In den noch laufenden Verfahren geht es um Forderungen von insgesamt 2,3 Milliarden Euro zuzüglich Zinsen.

Der Staat prellt die Zeche, der Steuerzahler wird die Rechnung begleichen müssen

Seit Sommer 2024 haben jedoch mehrere Maskenhändler vor dem Oberlandesgericht Köln bereits in zweiter Instanz Erfolg gehabt. In mehreren Verfahren sprachen die Richter den Lieferanten Entschädigungen in zwei- oder dreistelliger Millionenhöhe zu. Gleichzeitig erklärten sie ihre Urteile für vorläufig vollstreckbar. Das bedeutet: Das Gesundheitsministerium hätte die zugesprochenen Beträge bereits vor einer endgültigen Entscheidung des Bundesgerichtshofs auszahlen müssen.

Folgen der Corona-Politik
Bund drohen Milliardenkosten aus Spahns Masken-Geschäften

Um diese Vollstreckung zu verhindern, hinterlegte das Ministerium stattdessen die jeweiligen Summen bei Gericht. Sollte der Bundesgerichtshof später zugunsten des Bundes entscheiden, erhält der Staat das Geld zurück. Bestätigt der BGH hingegen die Urteile, fließen die hinterlegten Beträge an die klagenden Lieferanten.

Bemerkenswert ist dabei auch die Finanzierung dieser Sicherheitsleistungen. Nach Angaben von Capital erfolgt sie über ein bislang unbekanntes Konto der Bundesfinanzverwaltung. Das Gesundheitsministerium bezeichnet dieses als Vorschusskonto für Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit der Beschaffung von Masken während der SARS-CoV-2-Pandemie.

Noch ist offen, wie der Bundesgerichtshof entscheiden wird. Fest steht allerdings bereits heute: Der Maskeneinkauf aus der Corona-Zeit bindet Hunderte Millionen Euro an Steuergeld, während über Forderungen in Milliardenhöhe weiterhin gestritten wird. Die politische Pandemie mag vorbei sein – ihre finanziellen Folgen beschäftigen den Bund noch immer.

In Spanien 24 Jahre Haft – in Deutschland: Keine Konsequenzen

In Spanien ist der damals für die Maskenbeschaffung verantwortliche Minister gerade in einem Gerichtsverfahren zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof verurteilte den ehemaligen Verkehrsminister José Luis Ábalos einstimmig zu einer Freiheitsstrafe von 24 Jahren und 3 Monaten wegen seiner Verwicklung in den sogenannten „Masken-Skandal“. Das Oberste Gericht sah die Straftaten der Veruntreuung öffentlicher Gelder, der Bildung einer kriminellen Vereinigung, der Bestechung und des Einflusshandels als erwiesen an.

Rechtskraftiges Urteil im Covid-Maskenprozess
Spanien: Der Oberste Gerichtshof verurteilt den Ex-Minister Ábalos zu 24 Jahren Haft

Aus Gründen, die man nicht durchschaut, wurde der deutsche Maskenfall bisher noch nicht untersucht. Der Bundesrechnungshof schreibt dazu unter der Überschrift „Beschaffung kritisch aufarbeiten und Vorsorge für künftige Krisen treffen“: „Das BMG muss seine Erfahrungen mit der Beschaffung und Verteilung von Schutzausrüstung kritisch aufarbeiten. Nur so kann es eine rechtssichere, wirtschaftliche und angemessene Reaktion bei künftigen Krisen sicherstellen. Fest steht: Eine zentrale Beschaffung und Bevorratung von Schutzausrüstung für das Gesundheitswesen durch den Bund hat sich als ineffizient und unwirtschaftlich erwiesen.“

Justiz und Recht sind zweierlei
Milliarden-Schaden kein Grund für Anklage gegen Jens Spahn

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Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und Holger Neumann, Generalleutnant der Luftwaffe der Bundeswehr
14. Juli 2026

Aufrüstung und Beschaffung

Luftwaffen-Chef warnt vor Verzicht auf US-Waffensysteme: „Wir haben keine Zeit“

Von
Richard Schmitt

„Entwickeln wir eigene Fähigkeiten, braucht das Zeit. Jetzt haben wir keine Zeit“, betont Neumann in einem aktuellen Interview mit Politico. Deutschland und seine NATO-Partner müssten daher bewährte US-Systeme wie moderne Kampfflugzeuge kaufen, um schnell einsatzbereit zu sein – auch wenn die gewünschten Neubeschaffungen langfristig die europäische Rüstungsindustrie stärken sollen.

Neumanns Warnung fällt in eine Phase, in der die EU und die NATO-Partner zwar massiv in die eigene Verteidigungsindustrie investieren, die militärischen Lücken aber sofort geschlossen werden müssten: Die EU fördert gemeinsame Beschaffungen und setzt Regeln, die Nicht-EU-Länder wie die USA bei finanzierten Projekten auf maximal 35 Prozent begrenzen.

Doch diese Maßnahmen wirken langfristig. „Wenn die Aufgabe der Luftwaffe oder der NATO-Luftstreitkräfte darin besteht, so schnell wie möglich bereit zu sein, müssen wir möglicherweise kommerziell verfügbare Systeme beschaffen“, erklärt dazu Neumann. Solche Systeme erfüllen vielleicht nicht alle deutschen Wünsche, seien aber „das Beste, was man jetzt für die nächsten Jahre kaufen kann“.

Bericht des Wehrbeauftragten für 2025
Bundeswehr – Baustellen über Baustellen

Ein zentrales Beispiel ist der US-Kampfjet Lockheed Martin F-35 Lightning II: Berlin hatte bereits im Dezember 2022 den Kauf von 35 F-35A genehmigt – das ist ein Deal im Wert von 8,3 Milliarden Euro. Die Tarnkappenjets sollen die alternden Tornados ersetzen und unter dem NATO-Nuklearsharing auch Atombomben tragen. Der erste deutsche Jet soll im September von der US-Produktionslinie rollen, die ersten Maschinen werden voraussichtlich Ende 2027 auf dem Fliegerhorst Büchel eintreffen. Neumann deutete an, dass die Luftwaffe bereits über weitere F-35 nachdenkt: „Es gibt Ideen innerhalb der Luftwaffe, mehr F-35 zu beschaffen. Die Entscheidung liegt natürlich beim Verteidigungsministerium – und es gibt noch keine.“

Diese Debatte hat seit Juni 2026 an Brisanz gewonnen: Deutschland und Frankreich gaben das gemeinsame Projekt für eine neue Kampfflugzeug-Entwicklung im Rahmen des Future Combat Air System (FCAS) auf. Der Streit über die Führung und die Arbeitsanteile zwischen Airbus und Dassault führte zum Aus des bemannten „Next Generation Fighter“. Dazu Neumann: „Die einzige getroffene Entscheidung ist, dass wir keinen bemannten Führungsjäger gemeinsam bauen.“ Das breitere FCAS-Konzept lebe weiter. Deutschland plant stattdessen eine weitere Tranche Eurofighter (Lieferung 2031–2034). Ab 2035 dürfe es aber keine Kampfjets der vierten Generation mehr geben: „Alles darüber hinaus oder ab 2035 sollte fünfte Generation oder fortschrittlicher sein.“

Treffen in Ankara
Fünf Prozent für die Abschreckung: der teuerste NATO-Gipfel seit Jahrzehnten

Die europäische Industrie habe starke Kapazitäten, hinke aber bei Spitzentechnologie hinter den USA her. Neumann sieht US-Systeme daher als Brückenlösung, bis eigene oder europäische Projekte reifen. Gleichzeitig baut Deutschland eigene Strukturen auf – etwa ein nationales „Combat Cloud“-System mit dem Münchner Unternehmen Helsing.

Warnungen vor dem Jahr 2029

Neumanns Analyse wird durch die Warnungen deutscher Politiker untermauert: Mehrere führende Stimmen nennen das Jahr 2029 als kritischen Zeitpunkt, zu dem Russland angeblich die Fähigkeit haben könnte, NATO-Territorium – und damit Mitteleuropa – anzugreifen. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) warnte bereits 2024 eindringlich: „Wir dürfen nicht glauben, dass Putin an den Grenzen der Ukraine, wenn er so weit kommt, haltmachen wird. Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein. Wir müssen Abschreckung leisten, um zu verhindern, dass es zum Äußersten kommt.“

In späteren Stellungnahmen wiederholte er die Einschätzung: Russland könne bis 2029 in der Lage sein, zumindest einen teilweisen Angriff auf NATO-Gebiet zu wagen. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, griff diese Prognose auf und wiederholte sie öffentlich: Wladimir Putin sei bis zum Jahr 2029 in der Lage, einen Angriff auf NATO-Territorium zu wagen. Die Warnung basiert auf NATO-weiten Geheimdienstanalysen zur russischen Rüstungsproduktion, Truppenaufstockung und Kriegswirtschaft.

Ohne Grundgesetzänderungen geht nichts
Pistorius konkretisiert Deutschlands „Kriegstüchtigkeit“

NATO-Generalsekretär Mark Rutte und der britische Ex-Premier Keir Starmer nannten wiederum das Jahr 2030 als möglichen Zeitpunkt, zu dem Russland für einen Angriff auf Europa bereit sein könnte. Manche NATO-Übungen und Szenarien simulieren einen Angriff 2030 (etwa auf Estland). BND-Chef Bruno Kahl sprach vom „Ende des Jahrzehnts“.

Der ukrainische Geheimdienstchef Kyrylo Budanow gab den europäischen Nationen noch weniger Zeit für eine weitere Aufrüstung: Er warnte, dass russische Planungsdokumente eine Einsatzbereitschaft für Operationen gegen die EU bereits Anfang 2027 vorsehen. Die Pläne könnten sich noch ändern, aber das Zeitfenster sei nah.

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14. Juli 2026

Erosion der Brandmauer

Wie CDU-Abgeordnete in Sachsen-Anhalt mit der AfD zusammenarbeiten wollen

Von
Roland Tichy

Wie umgehen mit einer verheerenden Wahlniederlage und dem von Berlin ausgeübten Zwang, notfalls sogar mit der Linken zu koalieren? Diese Debatte zerreißt derzeit die CDU-Landtagsfraktion in Magdeburg.

Nach Informationen von FOCUS Online wird in Teilen der Landes-CDU darüber nachgedacht, dass sich eine Gruppe von CDU-Landtagsabgeordneten – womöglich in Fraktionsstärke – von der offiziellen CDU-Fraktion abspalten könnte. Das Ziel wäre die Zusammenarbeit mit der AfD: Die CDU-Abgeordneten könnten anschließend gemeinsam mit der AfD eine parlamentarische Mehrheit bilden. Im Artikel fällt der Begriff einer „Gestaltungsmehrheit mit der AfD“. Gemeint ist keine formelle Koalition, sondern eine stabile Mehrheit für Gesetzesvorhaben.

Jetzt hat TE von den internen Beweggründen für ein solches Vorhaben und von Überlegungen zur praktischen Umsetzung erfahren.

Eigene Fraktion oder Mehrheitsbeschaffer?

So diskutieren mindestens ein Dutzend Landtags-Kandidaten der CDU folgendes Szenario: Wird das Direktmandat in einem Wahlkreis von einem AfD-Bewerber gewonnen, spräche das dafür, dass die Wählermehrheit einen AfD-Ministerpräsidenten favorisiere. Daher sollte auch der Listenkandidat der CDU, der über die Zweitstimme in den Landtag einzieht, für den Ministerpräsidenten-Kandidaten der AfD, Ulrich Siegmund, stimmen und so eine funktionierende Landesregierung ermöglichen.

In der CDU „brodelt“ es
Wackelt in Brandenburg die Brandmauer der CDU?

Auch über einen Übertritt in die AfD wird nachgedacht. Eine eigene Fraktion erscheint eher zu kompliziert; angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse erreicht die Zahl der Dissidenten möglicherweise nicht Fraktionsstärke, kann aber zumindest im Landtag eine Mehrheit für die AfD herstellen.

Breitere Debatte innerhalb der Union

Parallel läuft eine breitere Debatte innerhalb der Union über den Umgang mit der AfD. So gibt es etwa Überlegungen in Teilen der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, die „Brandmauer“ zur AfD zumindest zur Diskussion zu stellen. Diese Vorstöße stammen jedoch nicht aus der CDU Sachsen-Anhalt selbst. 

Die Magdeburger Fraktion der CDU ist ausgesprochen konservativ. Die von der Bundes-CDU verfügte „Nichtvereinbarkeit“ einer Zusammenarbeit mit der AfD war vielen Mitgliedern immer schon ein Dorn im Auge. Immer mehr Abgeordnete fühlen sich missbraucht und sind der Ansicht, dass die Strategie des derzeitigen CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze dem Land schade: Schulze will notfalls sogar eine Wahl des Ministerpräsidenten blockieren und das Land in eine Art Dauerkrise führen, nur um nicht mit dem konservativen Partner zusammenzuarbeiten.

Schmutziger Wahlkampf:
Sven Schulzes Brief als ein Dokument der Verzweiflung

Auch Erklärungen, dass das Abitur aus Sachsen-Anhalt nicht mehr anerkannt werde, oder Drohungen, das Land politisch zu isolieren und den Länderfinanzausgleich auszusetzen, werden von vielen Bürgern als Erpressung betrachtet. Die von prominenten CDU-Politikern wie Daniel Günther ins Spiel gebrachte Zusammenarbeit mit der verhassten SED-Nachfolgepartei „Die Linke“ gilt als Verrat an der friedlichen Revolution von 1989.

Video-Interview
Der Masterplan: Das will Ulrich Siegmund umsetzen

Seinerseits sieht AfD-Landeschef Ulrich Siegmund mit der CDU in Sachsen-Anhalt keine Chance für eine Koalition, erklärte er in einem Interview mit Tichys Einblick. Die CDU entwickle sich „aktuell extrem nach links“ und bereite sogar eine Zusammenarbeit mit der Partei „Die Linke“ nach der Landtagswahl vor: „Die Vorbereitung auf eine Zusammenarbeit mit den Linken liegen nicht nur auf der Hand, sie laufen auf Hochtouren hinter den Kulissen, CDU und Links sind sehr nah beieinander in Sachsen-Anhalt“, betont Siegmund. „Sie haben sogar schon ein Gesetz miteinander eingebracht.“ Es gehe der CDU und den anderen Parteien nur noch darum, die AfD zu verhindern. „Die haben jetzt noch einmal ein Gender-Förderprogramm auf den letzten Metern beschlossen. Die haben völlig den Realitätsbezug verloren“, kritisiert der AfD-Spitzenkandidat. „Wenn die CDU diesen Weg weiter geht, weiter nach links, wie soll ich mit solchen Leuten zusammenarbeiten? Das geht nicht!“

Die AfD liegt vorn

Ausgangspunkt ist die schwierige Mehrheitslage. Laut Umfragen liegt die AfD deutlich vor der CDU; zugleich erreichen die klassischen Koalitionsmodelle kaum noch Mehrheiten. CDU-Spitzenkandidat und Ministerpräsident Sven Schulze hat eine Koalition sowohl mit der AfD als auch mit der Linken ausgeschlossen.

Kritiker der Brandmauer-Politik sehen sich durch die Vorgänge in Magdeburg bestätigt: Immer weniger Bürger können die Verteufelung der AfD nachvollziehen. Zuletzt hatte CDU-Fraktionschef Jens Spahn dazu aufgefordert, dem AfD-Spitzenkandidaten Björn Höcke das passive Wahlrecht zu entziehen. Solche Ausfälle werden allerdings gerade im Osten als Angriff auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit empfunden.

Zu breit verankert ist die Partei mittlerweile in der Bevölkerung – und die persönliche Kenntnis widerlegt den ständig geäußerten Vorwurf des Faschismus oder der Verfassungsfeindlichkeit. Trotz des medialen Trommelfeuers wächst die Zustimmung zur AfD und zeigt, dass diese Methode sogar das Gegenteil bewirkt: Immer mehr Wähler wenden sich von der CDU ab, weil diese zugleich immer näher an Grüne und Linke heranrückt. Grüne und sogar die SPD müssen in Magdeburg um den Einzug in den Landtag fürchten. Die Ausgrenzungsstrategie der Brandmauer scheitert, wenn an die 40 Prozent der Wähler oder sogar mehr wie in den ostdeutschen Bundesländern die „Ausgegrenzten“ wählen, die längst die in den Landtagen die stärksten Fraktionen stellen.

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Prozess am OLG München gegen ein irakisches Ehepaar wegen der Versklavung zweier jesidischer Mädchen.
14. Juli 2026

Vom Asylbewerber zum Sklavenhalter

IS-Täter in München verurteilt: Lebenslang für Völkermord und Versklavung jesidischer Mädchen

Von
Matthias Nikolaidis

In Deutschland wird viel von Faschismus und von Faschisten oder sogar von faschistischen Journalisten gesprochen. Denn wer oder was das ist, das wissen die „Richtiggesinnten“ immer schon ganz genau. Sie schauen dabei selbstredend nicht so genau hin. Denn dann müssten sie feststellen, dass der wahre Faschismus etwas ganz anderes ist und im Grunde sogar in ihren eigenen Reihen existiert. Da hilft jede Verharmlosung durch die Brantners und Göring-Eckardts nicht. Zum Teil existiert er geographisch gesehen aber auch andernorts – und dann eben auch wieder in Deutschland, was den Grünen aber recht ist. Aber das ist wieder ein etwas anderes Kapitel derselben Geschichte.

Dass es ein ziemlich hohes Maß an menschenverachtender Ideologie gerade und ausgerechnet außerhalb Europas gibt, das zeigt auf schlagende Weise der neueste „Völkermordprozess“ am Oberlandesgericht München. Angeklagt war kein Alt- oder Neunazi abendländischer Herkunft, sondern eben ein irakisches Ehepaar, das erst im IS-Gebiet und heute in Deutschland, inzwischen aber getrennt, lebt. Ankläger war die Bundesanwaltschaft beim Bundesgerichtshof. Die Festnahme der beiden Iraker datiert aus dem Dezember 2024. Erst einmal (ironische) Gratulation zur Verfahrensdauer. Man hat offenbar keine Umstände und Bedenken gescheut. Für die Angeklagten war das vielleicht nicht angenehm, für den Steuerbürger aber auch nicht.

Kein Zufall, kein Versehen
Die gewollte Islamisierung unseres Landes

Zur Sache, zunächst zu den Personen: Die Frau, die Asia R.A. genannt wird, war bei ihrer Heirat 19 Jahre alt, ihr Mann offenbar um die 35. Wo sie sich trafen (in Deutschland oder dem Irak?), ist unbekannt. Bekannt ist nur, dass Twana H.S. Anfang der 2000er Jahre als Asylbewerber in München lebte und später als Friseur in Schwabing tätig war. Nachdem er seine Frau geheiratet hatte, waren die beiden um das Jahr 2015 im IS-besetzten Teil des Iraks unterwegs. Das ist zunächst eine ganz logische Erzählung, wenn man die Geschichte aus der Sicht von Twana H. sieht. Der Iraker ging stets im Sinne der Maximierung des eigenen Nutzens vor: Erst war die ‚Flucht‘ aus dem Irak und ein Asylantrag in Deutschland das beste Rezept, um „besser zu leben“. Später versprach er sich mehr vom IS und dessen Terrorregime.

Schwabinger Friseur zieht in den Irak und nach Syrien

Im Irak kaufte Twana H. auf einem Basar ein damals fünfjähriges jesidisches Mädchen. Später bezog er mit seiner Frau (19) und der Jesidensklavin (5) ein „Haus aus Lehm am Rande der syrischen Wüste“, so das Gericht. In diesem Haus ereigneten sich in der Folge die grausamsten Misshandlungen. Ihr erstes Jesidenmädchen zwangen sie zur Hausarbeit, „misshandelten“ es, wollten es anscheinend zwangsweise zum Islam bekehren. Das Mädchen musste islamische Gebete erlernen. Daneben wurde es von seinem „Besitzer“ vergewaltigt, als es höchstens sieben Jahre alt war.

PMK unter der Lupe
Irrgarten politische Kriminalität und die verzerrte Linse der Grünen

Später kaufte das Paar ein zweites Mädchen, das zu diesem Zeitpunkt zwölf Jahre alt war und noch eindeutiger als Sexsklavin herhalten musste. Vor dem Kauf nahm Twana H.S. ihr den Schleier ab und inspizierte ihre Haare. Eine Rolle spielte auch die Behauptung, das Mädchen sei damals noch nicht vergewaltigt worden – also noch jungfräulich. Es geht um eine Art Dauerprostitution, die im radikalen Islamentwurf des IS gänzlich legal ist.

Obwohl sich Asia R. im Prozess als erstes Opfer ihres Mannes darstellte, hatte sie offenbar in beiden Fällen den Ausschlag gegeben und sich die Sklavinnen gewünscht – auch damit ihr Mann sich keine zweite Frau nähme. Das jüngere Mädchen wünschte sich die Gattin „als Brautgabe“. Die Ältere putzte sie einmal heraus und schminkte sie, bevor ihr Mann sie fesselte und vergewaltigte. Man weiß nicht, ob das ein spezielles Ritual darstellt oder einfach nur das willkürliche Verhalten muslimischer Sklavenhalter ist.

Als IS-Mann verurteilt, aber bald wieder frei

Ende 2017 gab das Paar die beiden Sklavinnen ab und reiste 2018 abrupt zurück nach Deutschland. Der IS stand in diesem Jahr schon unter starkem Druck durch die alliierten Gegenkräfte. Das ältere Mädchen wurde später von seinen Verwandten befreit. Das weitere Schicksal des jüngeren bleibt unbekannt. Laut Aussage der Älteren standen beiden Mädchen in ihrem Stellenwert noch unter Hunden. Sie wurden „psychisch gequält, beschimpft und beleidigt“, mit Stockschlägen auf die Fußsohlen gezüchtigt, ihre Hände zur Strafe mit heißem Wasser übergossen.

Kommt bald Nachschub aus Syrien?
IS-Kämpfer bekamen Asyl in Deutschland: Wie nützlich ist die Terroristenliste des BKA?

Kurz nach seiner Rückkehr im Jahr 2018 wurde der Ehemann Twana H. wegen seiner IS-Mitgliedschaft zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die hatte er nun offenbar schon abgesessen und hätte weiter glücklich in Deutschland leben können, wenn da nicht noch andere, schwerere Vorwürfe im Raum standen. Allein das mutet abenteuerlich an: IS-Verbrecher können nach vier Jahren Haft in Deutschland wieder frei herumlaufen und auf ihre „Resozialisierung“ setzen.

Doch im April 2024 wurden beide Eheleute festgenommen, nun wegen des schon recht beachtlichen Vorwurfs Völkermord. Man darf das ruhig hoch hängen. Denn hier geht es wirklich um ein kapitales Menschheitsverbrechen – die wiederkehrende Brachial-Islamisierung eines ganzen Erdstrichs, und die hatte verschiedene Gesichter. Dazu erklären Juristen, dass kein realer Mord nötig ist, um den Völkermord-Vorwurf im Einzelfall zu begründen. Zum einen ist der Vernichtungswille des IS gegen die Jesiden ja bekannt. Sie gelten dem IS, schlimmer noch als Christen und Juden, als „Ungläubige“ und „Götzenanbeter“ – also reine Heiden, etwa so wie Agnostiker und Atheisten. 2014 breitete sich der IS auf die Siedlungsgebiete der Jesiden aus und begann folglich sein Mord-, Verschleppungs- und Vergewaltigungswerk.

Rotherham, Nürnberg und Janitscharen – Kontinuität des Kinderraubs

Für den konkreten Vorwurf Völkermord reicht es aus, wenn „ein Kind der Gruppe gewaltsam in eine andere Gruppe überführt wird“, wie der Vorsitzende Richter Philipp Stoll sagte. Man entreißt das Kind seinen Eltern, nimmt ihm seine Identität, versklavt und islamisiert es. Das war leider über Jahrhunderte Realität rund um das Mittelmeer, in den Barbareskenstaaten des westlichen Maghreb ebenso wie am Goldenen Horn der Osmanen.

Anzeichen für ein System
Sexuelle Übergriffe in Jugendclubs: Verantwortliche decken migrantische Täter – bundesweit

Gerade sorgte der türkische Präsident Erdogan für Stirnrunzeln, als er nicht nur den griechischen Premier beim Nato-Gipfel in Ankara mit einem osmanischen Janitscharenmarsch begrüßte. Die osmanischen Janitscharen-Einheiten wurden bekanntlich zum großen Teil durch geraubte Christenjungen gefüllt. Also gar kein so anderes Verfahren als jenes, das vor dem OLG München als Völkermord gilt. Es liegen ja auch nur wenige Jahrhunderte dazwischen. Nun könnte man vermuten, dass sich die Türkei seitdem zivilisiert, verwestlicht und vom Islam abgewendet hat. Aber das ist längst nicht mehr klar.

Jedenfalls stehen daneben weitere Kohorten von vollkommen unverwestlichten Muslimen an Europas Toren – und in seinen Städten, weil es Schwarz-Rot-Grün so wollte. Rotherham und Nürnberg sind nur zwei Chiffren für die menschen- und kinderverachtende Sexualmoral vieler Muslime auch in Europa. Man muss nur Drogenhandel und die sozial-ökonomische Benachteiligung vieler europäischer Mädchen hinzunehmen, dann wird dieses Bild sehr schnell auf erschreckende Weise real. Nehmen wir diesen Janitscharenmarsch ruhig als Zeichen dafür, dass diese Art des Kinderraubs Geschichte in Europa hat.

Dem IS-Paar wurden nun ganz konkret Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen, auch „durch Versklavung und Folter“, vorgeworfen. Außerdem Menschenhandel und schwerer sexueller Missbrauch von Kindern sowie zuletzt die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung – dem IS. Alle Vorwürfe bilden eine Tateinheit, die sich zuletzt offenbar aus dieser IS-Anhängerschaft der beiden Angeklagten ergab. Twana H. wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, Asia R. zu einer Jugendstrafe von neuneinhalb Jahren, weil sie „teilweise als Heranwachsende gehandelt“ habe, so die Vermutung der Bundesanwaltschaft.

Für die deutsche Öffentlichkeit bleibt festzuhalten: Die Bundesrepublik hat nicht erst seit 2015 in Abermillionen Fällen Personen über das Asylrecht und die Genfer Flüchtlingskonvention aufgenommen, die unseren Schutz weder brauchen noch verdienen. Wer abwechselnd in Deutschland und im IS im Irak und Syrien (also ISIS) lebt, ist offenbar keiner, der vor dem radikalen Islam zu uns flieht, sondern einer, der ihn hierher bringt. Wie sehr diese Realität heute deutsche Behörden in Anspruch nimmt und belastet, lässt sich wohl kaum ermessen. Einfachere Lösungen würden viel Geld sparen und daneben Ordnung schaffen – auch aus rechtlicher Sicht. Gerade Juristen müssten daher für eine politische Antwort auf die große Asylmissbrauchskrise dankbar sein.

Die Asylmissbrauchskrise ist noch nicht beendet

Asia R.A. sagte während des Prozesses: „Es tut mir leid.“ Von ihrem Mann war dergleichen nicht zu hören, er sagte überhaupt nicht aus und versteckte sein Gesicht hinter einer Pappe mit Augenlöchern, die uns signalisieren könnte: „Ich sehe euch, ihr mich nicht.“ Die Vertreterin der Bundesanwaltschaft sagte: „Die monströse Gewalt liegt so fern jeglicher Menschlichkeit, dass sie unwirklich erscheint.“ Ist sie aber nicht.

Al-Scharaa ist weg, die Probleme bleiben
Syriens Christen unter al-Scharaa: Zwischen Aussonderung und Pogrom

An die versammelten Steuerungseliten des Abendlandes gerichtet, muss man sagen: Lassen wir diese Erkenntnis ruhig zu, auch wenn westliche Regierungen heute wieder einen lupenreinen „Islamisten“ an der Spitze Syriens hofieren – an der Spitze der Türkei ja ohnehin und seit Jahrzehnten. Aber es wurde nun auch gemutmaßt, dass der schöne, große Nato-Gipfel in Ankara nur eine kostenfreie Morgengabe an Erdogan war. Die F-35-Kampfflieger soll er anscheinend ohnehin nicht bekommen. Er braucht sie aber auch nicht für sein Spiel im Nahen Osten und bis nach Nordafrika und den Balkan.

Genauso wenig, wie die radikalen Islamjünger in Deutschland und anderswo unsere explizite Unterstützung brauchen – auch wenn sie sie zum Teil bekommen. Sie sind schon für sich genommen bestens zur Übernahme von Institutionen ausgerüstet. Da ist so eine lebenslange Haftstrafe wirklich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Sie bedeutet, dass der deutsche Staat seine Fürsorgepflicht auch bei höchster Schuld nach wie vor ernst nimmt. Danke für diese Information, die freilich nicht anders lauten konnte, solange das europäische Wertesystem nicht wieder vom Kopf auf die Füße gestellt wurde.

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Google News: So holen Leser Tichys Einblick wieder nach vorn

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14. Juli 2026

Zensur aus Brüssel

Rüstung mit Schulden statt Wohlstand für Alle

Von
Fritz Goergen

CDU-Kanzler Merz und SPD-Verteidigungsminister Pistorius lassen sich von einem „Wirtschaftswachstum“ durch Rüstung berauschen und wollen dann die Wirkung auf die Bürger übertragen. Mit Schulden Rüstungsaufträge zahlen, ist kein Wachstum, sondern Staatskonsum.

Mehr Ausgaben, mehr Schulden. Wovon redet SPD-Finanzminister Klingbeil?: „Gleichzeitig bringen wir den Haushalt in Ordnung. Das ist meine Pflicht als Finanzminister. Dazu gehören harte Entscheidungen. Wir können nicht so weitermachen wie in den letzten 20 Jahren. Die Haushaltskonsolidierung heute sichert uns die Freiheit von morgen.“ – Wo man auch hinschaut, mehr Ausgaben und mehr Schulden. Statt 971,6 Mrd. nun 1.020,1 Mrd. in 5 Jahren. Wie hier schon geschrieben: „Herr Klingbeil, das heißt die Leute – Steuerbürger voran – verarschen, höflicher lässt sich das nicht mehr ausdrücken“.

Vor allem die üblichen Journalisten, Experten und Politiker mögen es gar nicht, wenn alles mit allem zusammenhängt. Der Qatar-Staatsfonds hält 10,4 % der Volkswagen-Aktien und hat 17 % der Stimmrechte. Und wo Merz-Pistorius-Klingbeil auch bei VW auf Rüstung setzen, will Qatar das nicht. – Qatar ist übrigens mit Pakistan die Achillesferse in Trumps Nahost-und Mittelost-Politik.

Milliardengräber statt Wirtschaftswachstum. Aus geheimen russisch-chinesischen Militärforen sickert ein Plan gegen Elon Musks Starlink, eine Waffenpartnerschaft von Luft- und Raketenabwehrsystemen bis hin zu KI-gestützten Drohnenfähigkeiten, die den russischen Streitkräften möglich machen soll, mit ukrainischen Innovationen Schritt zu halten, während China die Möglichkeit erhält, seine Waffen unter Kampfbedingungen zu testen.
Was der österreichische Oberst Markus Reisner und die Ausnahme-Erscheinung des ORF schlechthin, Reporter Christian Wehrschütz zum radikalen Wandel in der Kriegsführung berichten, lässt ahnen, welche Fehlinvestitionen die deutsche, französische und so weiter Staatsrüstung mit Milliarden tätigt.

BSW-Vorfrau Amira Mohamed Ali sieht das 100-Tage-Sofortprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt als „Kniefall vor der CDU“. Denn „Sozialpolitik, Bildung, Wirtschafts- und Energiepolitik werden bewusst ausgeklammert (RP).“ Weil die AfD offensichtlich mit der CDU regieren möchte. Sachsen-Anhalt brauche aber kein „Weiter-so der CDU mit ein bisschen AfD-Folklore“, sondern „echte Veränderung.“

Blau-rotes CDU-Manöver. Stefan Evers, der Kai Wegner folgen soll, will die „zunehmende Vermüllung“ in der Hauptstadt auch mit Empfängern von Sozialleistungen lösen: „Wir steuern dagegen – mit drastischen Bußgeldern und Personal zur konsequenten Durchsetzung der Regeln (FAZ).“ Das sei ein Anfang, reiche aber nicht: „Ich finde, wer staatliche Leistungen erhält und arbeiten kann, sollte der Gemeinschaft auch etwas zurückgeben – zum Beispiel, indem er dabei hilft, Berlin sauber zu halten.“ Auch sei er gegen die „Kostenlos-Politik für gutverdienende Eltern“. Diesen möchte Evers das kostenlose Schulessen streichen. – Netter Versuch, Herr Evers, abder der blau-rote Scheinangriff rettet die CDU nicht.

EU-Großzensurpläne. Das Parteienhickhack geht halt weiter, in der Sommerpause noch richtungsloser. Da nutzt EU-von der Leyen die Sommerpause unbeirrt für ihre Großzensurpläne und kündigt eine europaweite App zur Identitätsprüfung für soziale Netzwerke an. Nutzer sollen ihre Identität über diese App bestätigen müssen zur Anmeldung in sozialen Netzwerken: „Sie ist einfach zu benutzen und schützt die Privatsphäre.“ Außerdem will UvdL einen „digitalen Führerschein“ für Kinder, bevor sie Zugang zu sozialen Netzwerken erhalten. Einen Gesetzesvorschlag droht sie für nach der Sommerpause an. – Ach Frau Leyen, die Leute riechen den Braten.

Dazu passend wirbt der spanische Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo in Brüssel vor dem Treffen der Euro-Finanzminister für einen EU-Schuldenmechanismus mit dem jährlichen Volumen von bis zu 850 Milliarden Euro. – Die EU Stück für Stück zum Überstaat machen und die Bürger Schritt für Schritt entmündigen. Die Satire-Form der Vereinigten Staaten als autoritäre Union.

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Eine Erstattungsgebühr von 20% und eine Gesamt-Blockade auf iranische Schiffe kündigte Trump an, die Vereinigten Staaten als „Hüter der Hormusstraße“, die Blockade, die ausschließlich auf iranische Schifffahrt und ihre Kunden zielt. Die USA würden keine Milliarden mehr ausgeben, die globalen Handelsrouten zu schützen, ohne angemessen entschädigt zu werden. 

Zineb Riboua weist auf eine Entwicklung der Revolutionsgarden hin, die nicht in den Medien steht: »Nach Jahren Entführungen, Bedrohungen und Schmuggel hat die IRGC die Kunst der Erpressung perfektioniert. Doch die Revolutionsgarde von heute ist anders als noch vor wenigen Jahren. Ihr fehlt strategische Tiefe, ihre Ressourcen sind geringer, und sie sieht sich einem Israel gegenüber, das mehr, nicht weniger, in den Nahen Osten integriert ist. Der wirtschaftliche und militärische Druck der Operation Epic Fury zwingt sie, auf Erpressungstaktiken zurückzugreifen. Doch diesmal haben sie keinerlei Druckmittel – und schlimmer noch: Sie erkennen es nicht.«

Der Iran-Poker ist noch lange nicht zu Ende oder ganz plötzlich.

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Pamplona ist überall. Alexander Heiden schrieb: „Man muss die Stierhatz nicht lieben, man muss nicht mitlaufen, man muss nicht hinfahren. Aber man sollte den Menschen in Pamplona zubilligen, ihre eigene Tradition nicht nur durch die Brille europäischer Großstadtaktivisten ansehen zu müssen.“ – Der Autor weiß es, solche Toleranz gilt in der deutschen und westeuropäischen Wirklichkeit nur für die mitgebrachten Sitten der Zuwanderer aus muslimischen Kulturen.

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13. Juli 2026

Stasi 2.0

Die Brandmauerregierung plant und baut den Überwachungsstaat

Von
Klaus-Rüdiger Mai

Liest man den Referentenentwurf des Bundesministeriums des Innern zur Reform des Nachrichtendienstrechts, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von der – wie man inzwischen sagen muss – „Christlich-Sozialistischen“ Union in Heimlichkeit und in Eile mit einem neuen Gesetz die Kompetenzen des Verfassungsschutzes so weit erweitern will, dass der Verfassungsschutz im Ergebnis zu einer Stasi 2.0 würde. Die Operation Machterhalt der dysfunktionalen Eliten um jeden Preis läuft an. Hinter der Brandmauer basteln die Brandmauer-Eliten an einer Semidiktatur.

Wenn man Diktaturen durchsetzen und die eigene Macht erhalten will, muss die übliche Bedrohung im Innern und im Äußeren, der abgefeimte und hinterhältige Feind, dessen fünfte Kolonne im Inland heftig unterwandert, als Popanz herhalten. So heißt es im Entwurf intellektuell geradezu beleidigend:

„Darüber hinaus sollen in Anbetracht der verschärften Bedrohungslage im In- und Ausland die Aufklärungs- und Weiterverarbeitungsfähigkeiten des Bundesamtes für Verfassungsschutz und des Bundesnachrichtendienstes modernisiert und gestärkt werden.“

Doch wer so argumentiert, muss außenpolitisch eskalieren und eine Bedrohung beschwören, um unter dem Deckmantel der Verteidigung der Demokratie die Demokratie abzubauen und zum Wärter der inhaftierten Freiheit eine politische Polizei schaffen. Folgerichtig heißt es:

„Dies ist erforderlich, um den von der nachrichtendienstlichen Bedrohungsaufklärung bezweckten Schutz herausragender Rechtsgüter des Gemeinwohls umfassend zu gewährleisten.“

Genaugenommen heißt das, das Recht der Bürger, das Recht des Einzelnen wird wie in jeder Diktatur dem imaginierten „Gemeinwohl“ unterworfen, aus dem Leviathan wird ein Monster. Seitdem der von Faeser protegierte Verfassungsschutzchef Haldenwang die alles erlaubende Formulierung „unterhalb der Strafbarkeitsgrenze“ als Universalrechtfertigung für jede Aktion gegen Kritiker und Spötter der Regierung zum Schlechten gab, gleitet der Rechtsstaat sacht in einen Überwachungs- und Repressionsstaat über.

„Zersetzung“ als Mittel zum Machterhalt?

Erschreckend ist, was Dobrindt im Entwurf über das Gesetz über die Zusammenarbeit des Bundes und der Länder in Angelegenheiten des Verfassungsschutzes und über das Bundesamt für Verfassungsschutz plant. Der Paragraph 60 „Schutzmaßnahmen“ hätte sicher Ulbrichts und Mielkes Zustimmung unter dem Label „demokratische Gesetzlichkeit“ gefunden, wenn der Entwurf feststellt:

„(2) Schutzmaßnahmen sind das verdeckte Einwirken auf

1. Gegenstände, die für die Bedrohung gegenwärtig oder absehbar eingesetzt werden, insbesondere durch

a) Beeinträchtigung der Funktion von Tatmitteln,
b) Umleitung oder Unterbindung von Datenverkehren oder der Übertragung von Informationen, einschließlich technischer Signale und Programmdateien, sowie die
Veränderung der Übertragungsinhalte,
c) Bereitstellung falscher Informationen für Beteiligte,
d) Löschung oder Verfälschung von Informationen, die für Zwecke der Bedrohung
gespeichert sind…“

„Falsche Informationen für Beteiligte“, „Löschung oder Verfälschung von Informationen“ – was denkt sich Dobrindt? Der Verfassungsschutz soll gegen vom Innenministerium, vom Verfassungsschutz oder von der Brandmauerregierung benannte Gegner das unternehmen dürfen, was die Stasi einst Zersetzung nannte? Er darf in die Privatsphäre eingreifen, in dem er Informationen beschafft, sie verändert, sie verfälscht. Er darf damit wohl auch jeder politischen Partei und jedem Bürger gefälschte Informationen unterschieben, die er dann zum Anlass nimmt, gegen sie oder ihn vorzugehen.

Abgleiten in die Semi-Diktatur

Das muss um so mehr alle Alarmglocken schrillen lassen, weil sich der Komplex der dysfunktionalen Eliten in der Weise, wie er Deutschlands Wirtschaft und Gesellschaft zerstört, selbst ermächtigt, immer aggressiver gegen politische Konkurrenten und Kritiker vorzugehen.

Wenn Bundespräsident Steinmeier grundgesetzwidrig sagt, dass sich „die Rolle des Bundespräsidenten…verändert“ habe, wovon das Grundgesetz nichts weiß, und es damit begründet: „Es gibt heute einen erklecklichen Anteil, die wählen nicht richtig oder falsch, oder links oder rechts, sondern die wählen gegen das System der Demokratie. Da ist die Frage der Überparteilichkeit nicht mehr ausreichend, dazu muss man Stellung beziehen“, dann ist er ein Aktivist, dann schüttelt er als Otto Grotewohl eifrig Ulbrichts Hand. Dann haben wir keinen Bundespräsidenten mehr, der der Präsident aller Deutschen ist, dann haben wir nur noch einen politischen Aktivisten namens Genosse Steinmeier, der sich nicht um die Demokratie, sondern um die Herrschaft der Brandmauer-Clique sorgt.

Blamables ZDF-Sommerinterview
Bundespräsident Steinmeier: AfD-Wähler agieren gegen die Demokratie

Der Bundespräsident hat nicht den Bürger zu beurteilen, wie und was er wählt. Wenn sich der Bundespräsident anmaßt, zum Wahlverhalten von fast 30 Prozent der Bürger laut Umfragen Stellung zu beziehen, und zwar gegen sie, dann ist er kein Bundespräsident mehr, sondern ein Parteipolitiker – und wenn er dann noch der Politiker einer Partei ist, von der sich die Wähler in Scharen abwenden, einer früheren Arbeiterpartei, deren Wähler zur AfD gehen, dann ist das zudem schaurig lächerlich, nämlich schaurig und lächerlich zugleich.

Wenn das aber die Vorstellung des Brandmauerkomplexes darstellt, dass die politische und demokratische Auseinandersetzung zur Aufgabe des Verfassungsschutzes wird, dem im Kampf gegen den Gegner, der auch der kritische Bürger sein kann, alles erlaubt ist, dann sind wir in der Brandmauer-Diktatur angekommen, in der Wahlen nicht viel mehr als ein Zettelfalten sind, weil der friedliche Herrschaftswechsel ausgeschlossen ist.

Am Parlament vorbei

Das, was das Bundesinnenministerium hier vorhat, nannte die Stasi „operativen Vorgang“, „operative Personenkontrolle“ und Zersetzung mit dem Ziel, keine Opposition zuzulassen. Der Bürger kann ausspioniert oder manipuliert werden, ohne dass er davon weiß und sich demzufolge rechtsstaatlich dagegen wehren kann, denn er wird nicht über die operativen Maßnahmen, die der Verfassungsschutz gegen ihn betreibt, informiert. Auch eine parlamentarische Kontrolle des Verfassungsschutzes wird ausgeschlossen, denn Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz rücken wie Hauptverwaltung Aufklärung und die Inlandshauptabteilungen der Stasi näher zusammen. So heißt es im Entwurf:

„Zudem soll die Kontrolle über die Tätigkeit der Nachrichtendienste gestärkt und effizienter ausgestaltet werden. Diesem Zweck dient die Zusammenführung der Kontrollzuständigkeiten beim Unabhängigen Kontrollrat, dessen Tätigkeit in dem Gesetz über die Rechtskontrolle durch den Unabhängigen Kontrollrat künftig in einem eigenen Stammgesetz geregelt wird.“

Und da wir alle gerade sparen müssen, lässt Dobrindt die Umgehung des Parlaments den Bürger, der bespitzelt und manipuliert werden darf, etwas kosten: „Der Erfüllungsaufwand für den Unabhängigen Kontrollrat wird auf einmalig 1,6 Mio. Euro und jährlich 6,65 Mio. Euro geschätzt.“

Betrug im Bundesamt:
Verfassungsschutz: Unsaubere Abrechnungen, unnötige Ausgaben

„Unabhängigen Kontrollrat“ klingt gut, wird aber nicht parlamentarisch berufen, sondern vom Bundespräsidenten nach Vorschlag des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) ernannt. Doch was ist das Parlamentarischen Kontrollgremium wert, in dem nur Vertreter der Union und der SPD, der Regierung sitzen – und als einziger „Oppositionspolitiker“ der Grüne Konstantin von Notz, der ohnehin alles verbieten will, was bei drei nicht hinter der Brandmauer ist.

Laut Entwurf sind Vertrauenspersonen (V-Leute), „verdeckte Hilfspersonen…, die für das Bundesamt für Verfassungsschutz zur Aufklärung von Bedrohungen verdeckt tätig sind, insbesondere Gewährspersonen, Informanten und Vertrauenspersonen.“

Ist der Einsatz von sogenannten Vertrauenspersonen, für die auch die Bezeichnung Spitzel virulent ist und die die Stasi „IMs“ nannte, Inoffizielle Mitarbeiter, schon fragwürdig, so ist es eine Schande, Jugendliche zum Spitzeln zu animieren, Jugendliche als Verfassungsschutz-IM anwerben zu dürfen.

Grenzüberschreitung: Kinder als Spitzel

Was ist das für eine Regierung, die Sechzehnjährigen die Benutzung von Social Media einschränken will, aber dem Verfassungsschutz erlaubt, sie anzuwerben? So heißt es im § 18 auf Seite 25 im Entwurf:

„Ist der Einsatz zur Aufklärung besonders erheblich beobachtungsbedürftiger Bestrebungen unerlässlich, kann die Amtsleitung eine Ausnahme zulassen von Satz 1 Nummer 1 bei einer Person, die mindestens 16 Jahre alt ist…“.

Minderjährige sollen also als „IM“ angeworben werden. Vielleicht auch gegen die eigenen Eltern, vielleicht auch gegen Verwandte, vielleicht auch gegen Freunde, Mitschüler, Lehrer? Die Vergangenheit wird Gegenwart.

Man sieht an dieser Formulierung aus dem Hause Dobrindt und an der Bereitschaft, Jugendliche als Spitzel anzuwerben, auf welchem verachtenswerten Niveau die Regierung Merz inzwischen angekommen ist.

Aber eigentlich hätte man es wissen können, denn wie sagte laut Bericht von Chaim Noll Bärbel Bohley bereits 1991: „Die gründliche Erforschung der Stasi-Strukturen, die Methoden, mit denen sie gearbeitet haben und immer noch arbeiten – das wird in die falschen Hände geraten. Man wird diese Strukturen genauestens untersuchen, um sie dann zu übernehmen. Man wird sie ein wenig adaptieren, damit sie zu einer freien, westlichen Gesellschaft passen. Man wird Störer auch nicht unbedingt verhaften. Es gibt feinere Möglichkeiten, jemanden unschädlich zu machen. Aber die geheimen Verbote, das Beobachten, … die Angst, das Isolieren und Ausgrenzen, das Brandmarken und Mundtotmachen derer, die sich nicht anpassen, wird wiederkommen – glaubt mir. Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi. Auch das ständige Lügen wird wiederkommen und die Desinformation…“ Sie sollte Recht behalten.

Das Bundesinnenministerium teilte auf Anfrage von TE mit: „Die von Ihnen gesetzte Frist konnte nicht eingehalten werden. Wir bitten um Geduld.“ Wir sind gespannt, warten auf Antwort und hoffen, dass wir uns irren und alles falsch verstanden haben.

13. Juli 2026

Rezept aus Corona-Zeiten

60 Millionen Euro für Regierungspropaganda: Wie Schwarz-Rot sich feiern lässt

Von
Matthias Nikolaidis

Die Bundesregierung interessiert immer mehr, was die Bürger sind (Kontrolle, Durchleuchtung, digitale Scans), und immer weniger, was sie wollen. Dafür gibt sie immer mehr für die korrekte „Information“ der Deutschen aus – und kämpft so in ihrer eigenen Weltsicht wohl auch gegen falsche Informationen an.

Die Regierung will den Bürger lenken, ihn anstupsen und zu sinnvollem Verhalten bringen. Aber viele Bürger werden das gar nicht wollen, es vielmehr als ziemliche Geldverschwendung ansehen. Freuen tun sich ganz gewisse Medien, Agenturen und Influencer, die an dem Modell verdienen und so zugleich Zugang zu höheren Kreisen erhalten. Ein undurchsichtiges Lobby-Konglomerat ist so im Laufe der Jahre entstanden – im Zentrum das Familienministerium von Karin Prien.

In drei Jahren
Bundesregierung gab halbe Milliarde für Eigenwerbung aus
Ihre Höchstzeiten hatten die „Öffentlichkeitsmaßnahmen“ der Bundesregierung während der Corona-Zeit erreicht. Jährliche (!) Ausgaben, die zwischen 2020 und 2022 von 116,7 Millionen Euro auf fast 200 Millionen Euro anwuchsen, waren ein Fanal für jeden Steuerzahler, der diese regierungsamtliche Bevormundung in Krisenzeiten keineswegs bestellt hatte. Nachdem es keine Werbekampagnen mehr rund um die „Pandemie“ gab, sanken die Kosten im Jahr 2023 auf scheinbar vernünftige 84,7 Millionen Euro, um im Jahr darauf abermals zu steigen – auf nun 88,7 Millionen Euro.

Von sich aus veröffentlicht die Bundesregierung nur eine Liste der „Öffentlichkeitsmaßnahmen der Bundesregierung“, die jeweils halbjährlich aktualisiert wird. Offen bleiben dabei die Kosten der verschiedenen Maßnahmen. Danach fragte nun die AfD-Fraktion im Bundestag unter Federführung des medienpolitischen Sprechers der Fraktion, Martin Erwin Renner.

Für die Bundesregierung antwortete deren Presse- und Informationsamt und beschied die Fragesteller zunächst damit, dass die Bundesregierung durchaus über ihre Arbeit zu informieren habe, und zwar „verständlich und bürgernah“. Um Werbung handele es sich dabei aber nicht, sondern um „Information im Sinne des verfassungsrechtlichen Auftrags“. Man wirbt nicht für sich, sondern informiert über seine Politik.

Zum Teil sind Agenturen auch gleich Lobby-Gruppen

Im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung erneut fast 60 Millionen Euro für ihre sogenannten „Informationsmaßnahmen“ ausgegeben, genau gesagt waren es 59.960.593,68 Euro. Das ist wohlgemerkt nur die Summe, die über Medienagenturen abgerechnet wurde. Daneben flossen rund 250.000 Euro an Influencer. Einige interne Kosten für Veröffentlichungen über eigene Kanäle der Bundesregierung dürften auch noch hinzukommen.

Der größte Ausgabenposten ging in Online-Maßnahmen mit rund 30 Millionen Euro (29.966.452,97 Euro). Es folgte die Außenwerbung, also Plakate und ähnliches, mit 18,4 Millionen Euro (18.444.101,69 Euro). Weitere 3,4 Millionen Euro wurden für Fernsehwerbung verwendet, 2,6 Millionen Euro gingen an die gedruckte Presse für Anzeigen der Bundesregierung, 1,7 Millionen Euro an den Hörfunk. Hinzu kamen 1,2 Millionen Euro für „crossmediale“, also medienübergreifende Maßnahmen, und für Kinowerbung im Sinne der Bundesregierung gingen 748.203,15 Euro drauf. Über solche Anzeigen freuen sich natürlich auch die betroffenen Medien – es sind sozusagen indirekte Subventionen, die zugleich das Wohlwollen ganzer Medienbranchen für die Regierung einkaufen.

Verschleierung
Exklusiv: 88,7 Millionen Euro für Regierungs-PR – der Steuerzahler stemmt die Show
Unter den beauftragten Werbeagenturen stechen immer wieder dieselben bekannten Namen hervor, so jener der familie redlich AG, die schon 2022 zur „Leadagentur“ des Entwicklungsministeriums wurde. Auch die Agentur Scholz & Friends ist mit ihren diversen Ablegern ein alter Bekannter aus der Berliner Polit-Szene. Groß im Polit-Geschäft sind auch Agenturen wie Zum goldenen Hirschen Berlin oder 365 Sherpas, wobei letztere allein mit 26 konkreten Regelungsvorhaben im Lobbyregister der Bundesregierung auftaucht. Darunter sind Interventionen zur Novellierung Kraft-Wärme-Koppungsgesetz (KWKG) oder zur Transformation der Gas-/Wasserstoff-Verteilernetze, zur Erweiterung der Tierhaltungskennzeichnung und zur medizinischen Forschung. Das ganze Paket wirkt dabei durchaus grün-technokratisch mit leicht humanitärem Anstrich. Hier ergibt sich also immerhin eine interessante Überschneidung, wenn nicht ein Interessenkonflikt.

Daneben sticht ein Partner heraus: Die Mediaplus Germany GmbH & Co. KG wurde 2021 zur „Leadagentur für crossmediale Kampagnen“ der Ampelregierung und hatte seitdem die Aufgabe, die Werbeanzeigen online, im Außenbereich und in den verschiedenen Medien (Fernsehen, Print, Funk) zu schalten. Mediaplus ist weiterhin gut im Geschäft – auch unter Schwarz-Rot.

Neujahrswünsche aus dem Hause Warken für 1,4 Millionen Euro

Welches Ministerium gab nun am meisten Geld aus und wofür genau? Besonders ausgabefreudig war das Familienministerium der CDU-Frau Karin Prien mit Werbeausgaben von 5,3 Millionen Euro. Das Ressort scheint sich mit seinem Bandwurm-Namen sehr nachhaltig zum modernen Propagandaministerium gewandelt zu haben. Unter den Ausgaben ist auch die Jahresgroßkampagne der Queerbeauftragten der Bundesregierung – seit Mai 2025 ist das Sophie Koch (SPD) – zum Preis von 305.528 Euro.

Der Hauptkostenpunkt war allerdings die Kampagne „Pflege kann was“ zur Gewinnung von Lehrlingen in der Pflege (2,6 Millionen Euro). 1,4 Millionen Euro flossen für die Kampagne „Pflegeeltern – Zeit, die prägt“. Die Regierungskampagne „Allianz gegen Einsamkeit“ verschlang 912.183 Euro. Das sind allerdings die reinen Schaltkosten. Hinzu kommen jeweils die Agenturhonorare und „Kreationskosten“.

Es folgte das Bundespresseamt – geleitet vom Ex-Journalisten Stefan Kornelius (vormals SZ), der auch die Antwort der Bundesregierung schrieb – mit 4,9 Millionen Euro. Davon gingen allein 4,7 Millionen an die Kampagne „Das kann Deutschland“, was man auch als „Das kann Schwarz-Rot“ übersetzen könnte. Rund 195.000 Euro kostete daneben die Werbung für den Tag der offenen Tür der Bundesregierung.

Propaganda und Steuerverschwendung
Wie die Bundesregierung mit Aber-Millionen die Bürger manipuliert
Auf dem dritten Platz lag das Gesundheitsministerium von Nina Warken (CDU) mit 3,8 Millionen Euro – hier vor allem für eine Kampagne „Krankenhaus mit Zukunft“ (1,6 Millionen Euro), obwohl der Plan ja ist, dass man immer mehr Krankenhäuser schließen will. Von fraglichem Sinn erscheint daneben die Kampagne „Ein gesundes neues Jahr“ – also ausgedehnte Neujahrsgrüße mit volkserzieherischem Unterton für 1,4 Millionen Euro? Die Werbung für die elektronische Patientenakte (ePA) erscheint da beinahe günstig mit Kosten von rund 850.000 Euro, die allerdings jeder Bürger mitbezahlen darf, ganz gleich was er von dieser digitalen Aktenhaltung hält.

Einige Schmankerl aus anderen Ministerien darf man nicht übergehen: 346.099,71 Euro gab das Entwicklungsministerium von Reem Alabali Radovan (SPD) für die Inklusionskampagne „Sorry, I can’t. But together we can” anlässlich des Global Disability Summit 2025 aus. Das Verkehrsministerium unter Patrick Schnieder (CDU) spendierte 101.500 für die Kampagnen #mehrAchtung und „Runter vom Gas/Verkehrssicherheit“. Auch für dieses Geld hätte sich mancher bessere Ausgabeziele denken können.

Aufträge an Influencer – Schattenarmee der Regierung?

Ein besonders unklarer Punkt sind indes Kampagnen, zu deren Realisierung sich die Bundesministerien an Influencer wandten. Das heißt an öffentliche Personen, die anscheinend auf eigene Rechnung irgendwo online posten, egal ob auf Instagram, X oder TikTok. Zu den derart öffentlich kofinanzierten Influencern gehört etwa eine Hülya Marquardt (@huelya_dennis), die auf Instagram als „Mother and wife“ sowie „Fashion Boutique Owner“ auftritt und nur sehr belanglose Urlaubsbilder zu posten scheint, während ihre Posts auf X „geschützt“, also nur noch privat einzusehen sind.

Fördermittel-Skandal
„Demokratie leben“ wird von Institut evaluiert, das über „Demokratie leben“ bezahlt wird
Andere Influencer in Bundesdiensten heißen CastCrafter, Doktor Whatson, Breaking Lab, vollblutvater, mr.blindlife usw. usf. Fragwürdig erscheint das durchaus, erinnert geradezu an verdeckte Maßnahmen eines Geheimdienstes.

Als Bürger will man eigentlich nicht „unter der Hand“ von der Bundesregierung „informiert“ werden – da, wo gar nicht Bundesregierung draufsteht. Wenn schon, dann sollten die amtlichen „Informationen“ über das ‚segensreiche Wirken‘ der Regierung mit offenem Visier an den Mann gebracht werden. Und natürlich mit eindeutigem Preisschild, das immer wieder fehlt, weil angeblich schwer zu eruieren, nicht nur im Falle der Influencer. Einzelne Projekte verschlangen hierbei fast durchweg fünfstellige Summen, die meistens auf verschiedene Influencer aufgeteilt wurden.

Schlussendlich: Als von der Polit-Werbung betroffener Bürger denkt man sich, dass man auf all das auch gerne verzichten könnte. Man würde hier gerne ein „A fuera“ aussprechen. Denn Aufgabe einer Bundesregierung ist es, anständig zu regieren und dabei Ergebnisse zu erzielen, die für sich selbst sprechen. Werbung bräuchte eine solche Bundesregierung keine, auch keine Erziehungsmaßnahmen für das Volk – egal ob in Corona-Zeiten oder darüber hinaus. Auch die Anwerbung von „Fachkräften“ dürfte man durchaus vernünftigen Regeln überlassen. Man will keine Regierung, die einen von oben herab belehrt oder zu irgendetwas ermuntert, haben. So einfach ginge das, und schon wäre der Steuerzahler wieder 60 Millionen Euro im Jahr reicher.

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13. Juli 2026 Steinmeier

Blamables ZDF-Sommerinterview

Bundespräsident Steinmeier: AfD-Wähler agieren gegen die Demokratie

Von
Gastautor

Es dauert nur exakt 48 Sekunden, bis erstmals das Stichwort AfD fällt. Auch beim ZDF-Sommerinterview ist über alle Maßen spürbar, was die Stunde geschlagen hat, welchen gesellschaftlichen Entwicklungen, welchem allgegenwärtigen Frust die Politik derzeit begegnen muss. Das vermeintliche Horrorszenario: Die AfD könnte nach einem Wahlgewinn in Sachsen-Anhalt am 6. September womöglich bundesweit noch mehr Auftrieb erhalten und die Brandmauer final einstürzen.

Doch wer bleibt betont gelassen? Frank-Walter. Wer hat für jedes konkrete Problem eine hohlphrasige, nichtssagende Mimikri-Antwort? Bundespräsident Steinmeier, der in seiner Jugend als Autor der linken Zeitschrift „Demokratie und Recht“ selbst vom Verfassungsschutz beobachtet wurde, setzt im Sommerinterview auf seine altbekannte ölige Schmierlippigkeit. Er aalt sich in seiner Funktion, er labert und salbadert, er sitzt da wie ein Fremdkörper im Amt. Saturiert und selbstgefällig blickt er auf die Welt da draußen. Die Villa Hammerschmidt, sein „Zweitwohnsitz“, gibt heute den passenden Rahmen. Prunk und Pracht hoch über den Wellen des Rheins, das Wetter ist gut, der Rasen gepflegt, die Sonne strahlt, alles töfte.

Lage der Nation
Blanke Panik: Das Spiel mit dem AfD-Verbot
Steinmeier ist Chat GPT, Grok, Gemini und Claude in einer Person. Er fühlt sich als Meister der KI-Disziplin: Sage, was dein Gegenüber hören will.
Das Problem: Steinmeier denkt das nur. Der Zuschauer will das alles nicht mehr hören. Und Interviewerin Diana Zimmermann erkennbar auch nicht. Immer wieder rutscht sie ungeduldig auf ihrem Stuhl herum, immer wieder versucht sie, Steinmeier festzunageln, ihm zumindest eine klitzekleine konkrete Aussage zu entlocken. Vergeblich.

Heißluft-Ballonfahrer Steinmeier gibt Feuer unter seiner aufgeblasenen Seidenhülle, und der Zuschauer kämpft bereits mit Lethargie und Fremdscham. So lobt der Herr Bundespräsident etwa die Koalition: Die habe „gerade die Defensive verlassen“ und sei „ins Vorwärtsspiel gekommen“. Den Menschen, die unter explodierenden Steuern, Abgaben und Lebenshaltungskosten leiden, sagt er komplett empathiebefreit: „Ich empfehle, in diesen Sommer mit etwas mehr Zuversicht zu gehen.“

Zimmermann gibt nicht auf. Die CDU drohe doch, irgendwann „zwischen der Brandmauer zur AfD und dem Unvereinbarkeitsbeschluss mit der Linken zerrieben zu werden. Das könnte den Kanzler weiter schwächen“. Steinmeier reagiert gelangweilt: „Darüber muss man nachdenken, aber man darf es nicht antizipieren“, sagt er. Sachsen-Anhalt stelle nur „drei Prozent der bundesweiten Wahlbevölkerung“. Zimmermann wirft ein: „Die Stimmung in Sachsen-Anhalt, auch wenn es nur drei Prozent sind, steht aber für einen größeren Teil in der Bevölkerung.“ An Steinmeier perlt das ab.

Emmy Party 2026
„Wir werden nur noch angelogen“ – Tina Ruland rechnet mit der Politik ab
Das gerade beschlossene Reformpaket entlaste nicht wirklich, sagt Zimmermann. Sei nicht jetzt der soziale Frieden in Gefahr? Steinmeier holt die bunte Malkreide raus: „Endlich ist etwas passiert“, sagt er, und „es könnte sein, dass wir gerade eine neue Phase in der Politik erleben.“ Er orakelt, Merz und seine Mannen hätten möglicherweise „die Selbstblockade innerhalb der Koalition aufgehoben“ und neue „Lust an der Gestaltung“. Selten gab es eine größere Anhäufung von Nulli-Schnulli-Nichtsaussagen. Steinmeier voll in seinem Element.

Diana Zimmermann versucht, dem brüchigen Heile-Welt-Konstrukt ein Fundament zu geben: „Wirtschaftlich allerdings geht es ziemlich steil bergab. Was sagen Sie den Menschen, die gerade dabei sind, ihren Arbeitsplatz zu verlieren?“ Und Steinmeier? Er sagt nichts. Den betroffenen Menschen hat er nichts mitzuteilen, außer: „Es gibt natürlich Zusammenhänge zwischen Politik und Wirtschaft, aber nicht jede Misere in einem Unternehmen ist Folge von verfehlter Politik.“

Das werden sich die betroffenen 150.000 VW-Mitarbeiter (und die daran hängenden 600.000 weiteren Mitarbeiter der Zulieferindustrie) sicher hinter die Löffel schreiben. Danke, Steinmeier.

Es ist fast schon bewundernswert, wie Diana Zimmermann weiterhin versucht, aus dem politischen Nullsummenspiel namens Steinmeier noch irgendetwas Substanzielles herauszulocken. Stichwort: Renovierung des Amtssitzes des Bundespräsidenten. Fast eine Milliarde Euro sind dafür veranschlagt, und der temporäre Ersatzbau kostet weitere 200 Millionen: Steinmeier gibt sich gleichgültig: „Was soll ich dazu sagen.“ Er erwähnt den Brandschutz, die „Unterkunft für die Sicherheit“, er droht sich in Details zu verlieren. „Sie legitimieren das Gebäude“, konstatiert Zimmermann. Doch Steinmeier bleibt stur: „Das Schloss Bellevue ist sozusagen nicht der Kostentreiber dieses Vorhabens insgesamt.“ Was er damit sagt: Bei der Renovierung des Schlosses ist das Schloss nicht der Kostentreiber. Wer soll das verstehen?

Mehrheiten sollen nicht mehr zählen
Wollen die rotgrünen „Aktivisten“ wirklich Bürgerkrieg?
Zimmermann, bewundernswert mutig, fährt härtere Kaliber auf und greift in die Geschichte: Steinmeier habe „Bevölkerungsgruppen vor den Kopf gestoßen, als er etwa Corona-Demonstranten verunglimpfte („Der Spaziergang hat seine Unschuld verloren.“) oder Ukraine-Kritiker als „Kaliberexperten“ denunziert habe. „Tut ihnen das im Rückblick leid?“, fragt sie. Steinmeier: „Würde ich nicht sagen.“ Die Leute, die ihn kritisieren, „die meckern jeden Tag“ und er sei mit sich „im Reinen“.

Dass er sich als Bundespräsident oft erkennbar auf eine politische Seite schlägt und gegen die AfD agitiert, ist in seinen Augen völlig in Ordnung, denn „die Rolle des Bundespräsidenten hat sich verändert. Es gibt heute einen erklecklichen Anteil, die wählen nicht richtig oder falsch, oder links oder rechts, sondern die wählen gegen das System der Demokratie. Da ist die Frage der Überparteilichkeit nicht mehr ausreichend, dazu muss man Stellung beziehen.“

Was sollte sein Nachfolger anders machen, will Zimmermann wissen. Die Antwort auf diese Frage steht sinnbildlich für den Gesamtunfall Steinmeier: Er antwortet überhaupt nicht. Stattdessen steigert er sich in ein erdrutschartiges Eigenlob und erzählt, was die Nachwelt über ihn, den großen und einmaligen Frank-Walter, einmal sagen möge: „Der hat den Rücken gerade gemacht für die Bewahrung der Demokratie. Der konnte Menschen zusammenführen, der konnte Brücken bauen. Jemand, der den Wert des Kompromisses kannte und dafür auch Geduld und Arbeit eingesetzt hat.“

Es dürfte exakt das sein, was kein Mensch jemals über Frank-Walter Steinmeier sagen wird.

Bevorzugte Quelle
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13. Juli 2026 Demokratie

Wirtschaft und Wohlstand auf Talfahrt

Abgezockt, belogen, um Freiheit und Wohlstand betrogen

Von
Fritz Goergen

Der politmediale Komplex hat offenbar tatsächlich vor, den einzigen Vorteil der Demokratie unwirksam machen zu können: den Machtwechsel durch Wahlen.

Die alten und neuen Medien zeigen stets die traditionellen Parteien-Umfrage-Bilder.  Obwohl sie von der „Brandmauer“ berichten und die meisten deren Berechtigung unterstützen, bleibt es bei dem Ritual der Parteienbilder. Die Wirklichkeit richtig ins Bild gesetzt, sieht aktuell so aus: Eine Partei – ein Parteienblock – eine Reserve.

Ein Drittel der Wahlberechtigten bekundet regelmäßig in Umfragen, Union, SPD, Grüne und Die Linke nicht wählen zu wollen. Die Möglichkeit der Mehrheit von Union und AfD hat Rotgrünrot durch die „Brandmauer“, also das Koalitionsverbot mit der AfD neutralisiert. Das ist zwar undemokratisch, aber nicht illegal. Solange CDU und CSU das mit sich machen lassen, wirkt die Methode. Möglich ist das nur, weil mit den Staatsmedien des ÖRR voran die alten Medien mit ihrem Druck auch jene bei der Union, die anders möchten, in Schach halten. In Sachsen-Anhalt könnte das BSW die „Brandmauer“ zum Einsturz bringen, indem sie eine Ministerpräsidenten-Wahl gegen die rotgrünroten Brandmauerparteien ermöglicht. Was diese dagegen tun könnten und wahrscheinlich wollen, ist bei TE beschrieben.

Wende-Folge: Produzieren in Deutschland ist 40 bis 250 Prozent teurer. Nach einer Studie des McKinsey Global Institute betragen die Nettoinvestitionen der deutschen Wirtschaft nur noch 0,2% des BIP (vor der Finanzkrise 2008 investierte Deutschland netto rund 2 % des BIP). Im Projektlebenszyklus sind die Investitionskostenen nach Branche von 40 bis über 250% höher als am wettbewerbsfähigsten Standort. Für Unternehmen hieße das nach McKinsey: Produktivität und Tempo steigern, mit Innovationen Wettbewerbsvorteile gewinnen. – Was McKinsey nicht sagt, leuchtet jedem ökonomischen Laien ein: Einfacher und erfolgreicher ist es, die Produktion in die wettbewerbsfähigsten Länder zu verlegen. Bleiben Firmensitze in Deutschland, sieht der flüchtigen Betrachter an den Börsen deutsche Firmenngewinne, nur sind die Arbeitsplätze dann in anderen Ländern.

Im April wurden 2.276 Unternehmensinsolvenzen beantragt: nach Destatis 7,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Pleiten gehen erst in die Statistik ein nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts, also etwa drei Monate später.

Regierungstenor und Bürgerecho. „Die Bundesregierung hat sich am 01. Juli 2026 auf ein umfassendes Reformpaket geeinigt, welches unter anderem eine Reform der Einkommenssteuer (z.B. Erhöhung des Grundfreibeitrags, Reichensteuer) und der Arbeitnehmerrechte (z.B. Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits ab dem 1. Tag) vorsieht und ab 2027 in Kraft treten soll.“ – Was halten die Bürger vom „Reformpaket“?

Gültiges Recht nicht anwenden? Über den Landtag von Sachsen-Anhalt hinaus stellt sich nach den Ausschreitungen in Gießen und Erfurt die Frage: Wird in der Berliner Republik die früher gültige Rechtsordnung durch schlichte Nichteinhaltung ausgehebelt, wo die Macht im Parteienstaat  – wie in Demokratien gewollt – durch Wahlen und Abstimmungen wechseln soll?

Experimentelle Rechtsabschaffung? Unionsfraktions-Vormann Jens Spahn schlug im Focus-Podcast vor: „Alle reden ja immer über Verbotsverfahren. Wie wär’s denn, wenn wir einfach mal ein Verfahren machen und gucken, ob man jemandem extrem Rechten wie ihm seine aktiven und passiven Wahlrechte abnehmen kann.“

Freiheit wegzensieren? Weil das dem Parteienstaat nicht wasserdicht genug ist, will er die Meinungsbildung der Bürger, an der die Partein nach Grundgesetz nur „mitwirken“ sollen, immer noch massiver einschränken, ja verhindern. CSU-Weber und CDU-Merkel an der Spitze der Sommerpausen-Manipulation zur Erschleichung der EU-Chatkonrolle des Zensurstaats ist der vorläufige Höhepunkt der Rest-Verrötlichung der Schwarzen.

Friedrich Pürner weiß als persönlich Betroffener der Coronapolitik in Bayern, wovon er spricht, und erlebt als EU-Abgeordneter Brüssel hautnah. Er konstatiert: Die Spitze unter den Unionstreibern des Schurkenstücks EU-Chatkontrolle war die CSU in Bayern. Den Kindern hat sie im Corona-Regime gnadenlos das Leben zur Hölle gemacht, ihnen eingebläut, alles einzustellen, was ihnen Freude macht, damit Oma nicht stirbt. Dese seelenlosen Gestalten täuschen jetzt Kinderschutz vor, um klammheimlich die totale digitale Überwachung aller Bürger einzuführen.

CSU-Weber ist einer aus dem Anlernberuf Politiker, die nur in Brüssel etwas werden können. Womit man in die Medien kommt, weiß er: Damit die AfD nicht eines Tages Einfluss auf die Bundeswehr bekommen kann, bräuchte es eine Europa-Armee. – Diese Logik, Herr Weber, spricht für eine Abschaffung der Wahlen in Deutschland und nur noch EU-Wahlen. Wahrscheinlich wäre ihnen das gerade recht.

Bevorzugte Quelle
Google News: So holen Leser Tichys Einblick wieder nach vorn
Begründet die EU-Kommission etwas mit „Kinderschutz“, muss die Alarmsirene der Erwachsenen aufheulen. Die Kommission behauptet, Meta verstoße mit dem süchtig machenden Design von Instagram und Facebook gegen das Gesetz über digitale Dienste: Unendliches Scrollen, Autoplay, Push-Benachrichtigungen, personalisierte Empfehlungssysteme der Plattformen seien Risiken für das körperliche und geistige Wohlbefinden der Nutzer, insbesondere von Minderjährigen und schutzbedürftigen Erwachsenen. Bestimmte Designfunktionen verstärkten den Drang der Nutzer zum Weiterkonsumieren von Inhalten wie hochgradig personalisierte Empfehlungen, die das Gehirn der Nutzer in einen „Autopilot-Modus“ versetze, was zu ungesunden Gewohnheiten und zwanghaftem Gebrauch führe.

Milliarden für ihren Feldzug gegen die Freiheit zockt die EU-Kommission nun auch über ihre Paketsteuer ab, zu zahlen von den bereits mehrfach geschröpften Bürgern, von wem sonst?

Die sogenannte Reform der NichtRegierungsKoalition will die Bürger schäbig davon ablenken, wie sie mit mehr Steuern und Beiträgen plus weniger Dienstleistungen nur abgezockt werden. Kein Zurück aus dem  Schuldensumpf sieht Thomas Kolbe. Der Bericht von Matthias Nikolaidis über Zustände im Ruhrpott illustriert den kulturellen Niedergang des einst ganz gut geordneten Landes.

CDU-Sachsen-MP Michael Kretschmer ist das zuverlässige Opportunismusbaromter, was man in der CDU sagen darf, ohne bei Hofe nicht mehr zugelassen zu werden. Bei Hofe muss es ganz schlecht stehen, bei dem was Kretschmer sagt. Er halte die Beschlüsse der NichtRegierungsKoalition für nicht ausreichend, um Deutschlands wirtschaftliche Schwäche zu überwinden. „Das sind nur erste Schritte in die richtige Richtung (Welt)“. Für eine wirkliche Verbesserung  und einen Stimmungswechsel sei man „noch sehr weit weg von einem Maßnahmenpaket, das uns wirklich einen Aufschwung bringt“. Zu Industriearbeitsplätzen und Produktionsverlagerungen: „Wir verlieren 100.000 Industriearbeitsplätze pro Jahr. Immer mehr Unternehmen verlagern Produktion und Arbeitsplätze ins Ausland.“ In dieser Lage könne er „partout nicht verstehen, dass man in so einer Situation in Brüssel immer noch über Lieferkettengesetze oder Entwaldungsrichtlinien spricht“. Statt neuer Richtlinien brauche es „eine Schneise der Freiheit, in Berlin wie in Brüssel, weniger Regulierung“. Was das angehe, reiche es „bei weitem nicht, was die Koalition beschlossen hat“. Geplante Steuer- und Abgabenerhöhungen bewertet Kretschmer kritisch. „Das ist ein Ansatz der passiven Sanierung.“ Es werde nicht über Wachstum, neue Dynamik, mehr Steuereinnahmen und mehr Beschäftigung geredet, „sondern es wird versucht, Löcher zu stopfen“. Der Finanzminister versuche, „die aktuelle Situation zu nutzen, um die Einnahmen zu steigern“. Das sei „der falsche Weg“, weil es Deutschland nicht aus der Wachstumsschwäche herausführe. – Das Hickhack geht weiter, die parlamentarischer Sommerpause war schon immer ein Eldorado für Leute, die vorher nicht in die Medien kamen.

♦

Zum Wochenanfang eine Erinnerung aus der Kindheit: Um die 30 Grad war keine Hitze, sondern Sommer, Gewitter gab’s alle paar Tage.

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12. Juli 2026

WISSENSCHAFT AUF ABWEGEN

 „Folge der Wissenschaft“

Von
Gastautor

Die Wissenschaft umgibt sich mit der Aura steter Beschleunigung, die zu immer neuen Möglichkeiten führt, unsere Welt zu verstehen und zu verändern. Auch für die Herausforderungen der Zukunft setzen wir große Hoffnungen auf Wissenschaftler und wissenschaftliche Strukturen. Aber ist die heutige Forschung diesen Anforderungen gewachsen? „Folge der Wissenschaft“ gilt als Motto vieler Aktivisten – aber welche Wissenschaft meinen die, die dieses Motto wie eine Monstranz vor sich hertragen, genau, und können sie diesen Anspruch einlösen?

Aus der Abschiedsansprache von US-Präsident Dwight D. Eisenhower aus dem Jahr 1961 wird in der politischen Diskussion in diesem Zusammenhang häufig zitiert, weil er bei dieser Gelegenheit nicht nur vor dem „militärisch-industriellen Komplex“ warnte, sondern auch Trends in der Wissenschaft kritisch und weitblickend reflektierte. Der abtretende Präsident machte schon vor 65 Jahren deutlich, dass ökonomische Interessen oder Abhängigkeiten in der Wissenschaft großen Schaden anrichten könnten. Auch ein zweites Problem sah Eisenhower voraus: Wissenschaftliche Eliten könnten politische Prozesse kapern. Sie beschädigten aufgrund der Rückwirkungen auch die Wissenschaft selbst.

In der Tat sind Förderungen heute ideologisiert – ebenso wie Studieninhalte und Auswahlprozesse des Nachwuchses. Dass Dissens und Unabhängigkeit wesentliche Voraussetzungen für wissenschaftlichen Fortschritt sind, wurde von dem damals sehr populären polnisch-britischen Philosophen Jacob Bronowski betont. Auch Karl Popper erwies sich als früher Kritiker der Entwicklungen im wissenschaftlichen Betrieb. Er schrieb sehr weitsichtig im Jahr 1968: „Ich denke, dass die zwei wesentlichen Hindernisse für den Fortschritt in der Wissenschaft sozialer Natur sind: ökonomische und ideologische Hindernisse.“ Er warnte dann vor dem, was er – im Grunde ähnlich wie Eisenhower – „Big Science“, also „große Wissenschaft“, nannte: Zu viel Geld würde zu wenige Ideen jagen, und die explosionsartig zunehmende Zahl an Publikationen würde die seltenen guten in einer Flut des Mittelmaßes oder Unsinns ertränken.

Qualität im Sturzflug

Augenmaß und gesunder Menschenverstand
Wokeness: der polemische Gegenbegriff zur Normalität
Genau dies ist tatsächlich geschehen. Popper hatte aber auch noch einen anderen – sagen wir es etwas flapsig – Frust, gegen den er regelmäßig anschrieb: intellektuelle Überheblichkeit und unangemessene „große Worte“. „Das Verfahren – wo die Argumente fehlen, da ersetze man sie durch den Wortschwall – war erfolgreich.“ Dieser „Wortschwall“ wird heute verwendet, um immer mehr immer irrelevante Artikel zu publizieren oder um bestimmte ideologisch motivierte Ideen mit großen Worten zu verteidigen, selbst wenn sie längst an der Realität gescheitert sind. Denken wir an Energiewende, Wirtschaftskrise, Migrationspolitik: Viele Maßnahmen, die angeblich dem Umweltschutz dienen, lassen sich wortgewandt „wissenschaftlich“ herbeizaubern.

Die Warnungen wurden nicht ernst genommen. Die negativen Folgen werden immer deutlicher und beschädigen den wissenschaftlichen Prozess nachhaltig. Zahlreiche Untersuchungen und Experimente zeigen, dass qualitätssichernde Maßnahmen in der Wissenschaft nicht hinreichend funktionieren und zudem von ideologischen Wunschvorstellungen ausgebremst werden. Alan Sokal hat dies bereits vor 30 Jahren öffentlichkeitswirksam gezeigt. Er sandte einen völlig unsinnigen Wortsalat-Artikel an ein führendes sozialwissenschaftliches Journal, wo er ohne Probleme publiziert wurde.

Systematischer wurde das kürzlich von John Bohannon getestet. Unter Pseudonym sandte er Varianten eines offensichtlich fehlerhaften Artikels an Hunderte Zeitschriften. In den meisten Fällen konnte er keine erkennbare Qualitätssicherung feststellen. Weitere vielfach zitierte und fundamentale Arbeiten stammen von John Ioannidis (Stanford-Universität). Die Titel wissenschaftlicher Studien seien häufig verklausuliert oder vage, stellte er fest, was auf seinen Artikel von 2005 keineswegs zutraf: „Warum die meisten publizierten wissenschaftlichen Erkenntnisse falsch sind“. Die untersuchten Arbeiten seien methodisch so schlecht, dass deren Ergebnisse irrelevant seien und im Grunde nie hätten publiziert oder rezipiert werden dürfen.

Mode beherrscht auch die Forschung

Ganze Forschungsbereiche können modischen Strömungen verfallen, etwa die Hirnforschung, wo über lange Zeit der Einsatz bildgebender Verfahren in der Auswertung meist funktioneller Magnetresonanztomographie geradezu eine Notwendigkeit für Publikationen war. Nun hat sich herausgestellt, dass wesentliche statistische Prinzipien in einem großen Teil dieser Studien ignoriert wurden und viele Arbeiten daher nutzlos sind. Millionen Euro an Forschungsmitteln wurden hier wohl verschwendet, die man ohne Zweifel nutzbringender hätte einsetzen können. Den bisher vielleicht größten Aufruhr lösten umfangreiche Studien des Psychologen Brian Nosek 2015 und 2018 aus. Sein Team untersuchte 100 vermeintlich hochwertige psychologische Studien. Diese sollten gemäß der methodischen Beschreibung wiederholt werden. Kaum 50 Prozent der hochrangigen Arbeiten ließen sich jedoch replizieren.

Hinzu kommt eine immer stärkere Ideologisierung der Wissenschaft. Auch diese ist gut untersucht. Im Jahr 2023 veröffentlichte etwa Kaitlin Kimmel eine Studie, in der 350 Artikel im Fachbereich Ökologie untersucht wurden. Sie fand in vielen Fällen systematische Übertreibungen und selektive Berichterstattung. Auch die (ebenfalls stark politisierte) Klimaforschung bleibt von diesem Problem nicht verschont. Patrick T. Brown, ein kalifornischer Klimaforscher, veröffentlichte 2023 eine wissenschaftliche Arbeit in der hoch angesehenen Zeitschrift „Nature“. Danach beklagte er, dass er nur einen Teil seiner Erkenntnisse in den Artikel aufnehmen konnte, sonst wäre er nicht publiziert worden. Jessica Weinkle, eine US-Professorin, die sich intensiv mit der Frage des Zusammenspiels von Wissenschaft und Politik beschäftigte, bestätigte dies in einer Ansprache vor dem US-Senat: „Die Wissenschaft zum Klimawandel zeigt ein unterschätztes dynamisches System von Interessenkonflikten zwischen Klimaforschern, Interessenverbänden und der Finanzindustrie.“ Diese ideologische Schlagseite wird offensiv vertreten.

So schrieb etwa Marcia McNutt als Chefredakteurin von „Science“, einem der bedeutendsten wissenschaftlichen Magazine weltweit, in einem Editorial über Klimaforschung im Jahr 2015, dass die Zeit der Debatte beendet sei. Sie verglich den Klimawandel mit Dantes „Inferno“ und diskutierte, an welcher Stelle einzelne Sünder in den Ringen der Hölle einzuordnen wären. Nun kann man sich überlegen, welche Wirkung ein solches Editorial auf Wissenschaftler hat, die aus Karrieregründen in diesen Journalen publizieren müssen. In dieser Gemengelage ist es auch nicht mehr verwunderlich, wenn führende Wissenschaftsmagazine Wahlempfehlungen, etwa bei der Entscheidung zwischen Trump und Biden, abgeben. So hieß es in einem Aufmacher von „Nature“: „Wir können nicht tatenlos zusehen, wie die Wissenschaft unterminiert wird. Joe Bidens Vertrauen in Wahrheit, Beweise, Wissenschaft und Demokratie machen ihn zur einzigen Wahl bei den US-Wahlen.“

Fälschungen nehmen zu

Die fossilen Grundlagen unserer Zivilisation
Wer die Welt verändern will, sollte verstehen, wie sie funktioniert
Aber nicht nur ideologisch getriebene Forschung und dramatische Qualitätsprobleme plagen die Wissenschaftspraxis, zudem nehmen harter Betrug und Fälschung (auch befeuert durch KI) bedrohliche Ausmaße an. Dazu zählt die Fälschung von Daten, die Erfindung von Experimenten, die gar nicht stattgefunden haben, oder eine manipulative statistische Darstellung. Hinzu kommen andere als unethisch geltende Praktiken. So gaben in einer großen niederländischen Studie rund die Hälfte der Doktoranden und Professoren zu, regelmäßig wenigstens eine von elf zur Auswahl gestellten fragwürdigen Praktiken anzuwenden. Der schon genannte John Ioannidis schätzte im Gespräch mit dem Autor, dass die oftmals genannte Zahl von einem Prozent Betrug in der Wissenschaft wohl eher bei zehn Prozent liege, Tendenz steigend.

Rasanter Stillstand

Der bekannte britische Physiker David Deutsch deutete in einem Gespräch in seinem Büro auf das Bild der 30 Physiker, die an der Solvay-Konferenz 1913 in Brüssel teilgenommen hatten. Dabei bemerkte er leicht polemisch, dass dies mehr oder weniger die Welt-Physik vor hundert Jahren war. Diese Physiker hätten die wesentlichen Grundlagen der Physik gelegt. Heute hätten wir um Größenordnungen mehr Physiker, aber es herrsche seit 50 Jahren weitgehend Stillstand in fundamentalen Fragen. Jetzt könnte man hoffen, dass wir zwar eine dramatische Qualitätskrise erleben, neben der es dennoch eine blühende Wissenschaftslandschaft gibt, zumal die Zahl an Wissenschaftlern, Publikationen und verwandten Ressourcen seit Langem sehr schnell zunimmt. Viel mehr Menschen mit viel mehr Geld und immer besserer Technik sollten auch entsprechend mehr leisten. Es zeigt sich leider, dass das Gegenteil der Fall ist. Stagnation in der Wissenschaft ist ebenso wie in anderen Bereichen unserer Gesellschaft gang und gäbe.

Die deutsche Physikerin Sabine Hossenfelder fasst dies für die Physik pointiert so zusammen: „… meine Generation war erstaunlich erfolglos […] über mehr als dreißig Jahre waren wir nicht in der Lage, die Fundamente der Physik zu verbessern.“ Das ist im Übrigen nicht Polemik, sondern lässt sich auch quantitativ erfassen.

Die Corona-Protokolle des RKI
Beruhte die Corona-Impfkampagne auf der Vorspiegelung falscher Tatsachen?
Tatsächlich gibt es zahlreiche Untersuchungen, die diese Stagnation für große Teile der Wissenschaft, nicht nur in der Physik, mit Zahlen belegen. Das Schaubild oben verdeutlich dies, denn die vertikalen Achsen sind logarithmisch, das bedeutet, dass die Zahl an Wissenschaftlern exponentiell anwächst (dasselbe trifft zu auf die Zahl an Publikationen), während die Produktivität im gleichen Maß abnimmt. Wir treten also Wasser, mit stetig stark steigenden Aufwänden und Kosten. Eine beispielhaft herausgegriffene, umfangreiche Studie des Stanford-Ökonomen Nicholas Bloom findet genau diesen Zusammenhang. Die Wissenschaftler untersuchen das Verhältnis von Forschungsaufwand im Vergleich zu den erzielten Ergebnissen. Dabei werden in verschiedenen Fachbereichen mikroökonomische Vergleiche der Produktivitätsveränderungen angestellt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Alle 13 Jahre halbiert sich die Forschungsproduktivität. Man muss solche Zahlen kritisch reflektieren, aber die Ergebnisse sind so eindeutig, vielfach belegt und so negativ, dass man den Effekt kaum bestreiten kann.

Falsche Anreize

Natürlich wird auch heute noch gute Wissenschaft betrieben, aber es steckt immer mehr Sand im Getriebe, und ganze Forschungsgebiete drohen im Qualitätssumpf zu versinken oder sind bereits verschwunden. Es gibt verschiedene Begründungen für das zunehmende Versagen. Max Perutz, der während der Nazi-Diktatur aus Österreich nach Cambridge (UK) vertriebene und 1962 mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Chemiker, wurde am Ende seines Lebens einmal gefragt, wie es gelungen sei, aus seinem Labor neun Nobelpreisträger hervorzubringen. Perutz’ Anwort spricht für sich: „Keine Politik, keine Komitees, keine Berichte, keine Gutachter, keine Interviews. Nur begabte, hoch motivierte Menschen, ausgewählt von einer kleinen Zahl von Männern mit guter Urteilskraft.“ Der mittlerweile emeritierte österreichische Philosoph Konrad Paul Liessmann formulierte es in seiner seit 2006 in mittlerweile 17. Auflage erschienenen „Theorie der Unbildung“ so: „Forschung [braucht] vor allem eines […]: Zeit und Freiheit“.

Ein wesentlicher Grund für die heutige Dysfunktionalität liegt in der außer Kontrolle geratenen Wissenschaftsbürokratie sowie systemischer Inkompetenz. Was hätten Albert Einstein, Marie Curie, Immanuel Kant oder Werner Heisenberg gesagt, hätte man sie aufgefordert, nach Stundenlisten zu forschen? Ein Zeitalter der Rekonstruktion ist für wesentliche politische Systeme ebenso wie für die Wissenschaft unabdingbar. Das Schlimmste an der Krise aber ist die Tatsache, dass diese weitgehend schulterzuckend zur Kenntnis genommen und zum fragwürdigen Tagesgeschäft übergegangen wird. Nur wenige Disziplinen und Wissenschaftler versuchen das Problem aktiv anzugehen. Ganz mit Goethes Mephisto gesprochen: „So lang der Wirt nur weiter borgt, sind sie vergnügt und unbesorgt“.

So wäre selbst unter normalen Umständen der Aufruf „Folge der Wissenschaft“ fragwürdig – denn die Wissenschaft ist keine Instanz, hat keine Vertreter der Wahrheit, auch wenn so manche Wissenschaftler wie Propheten auftreten. Unter den genannten Rahmenbedingungen wird diese Forderung vollends zur Farce. Der erste Schritt zur Besserung wäre es, Karl Poppers Aufruf zu mehr intellektueller Bescheidenheit zu folgen und das Motto der ersten wissenschaftlichen Gesellschaft der Welt, der 1660 in London gegründeten britischen Royal Society, ernst zu nehmen: „nullius in verba“ – „Verlass dich auf das Wort von niemandem“. Gemeint war damit, dass man auch wissenschaftliche Autoritäten nicht beim Wort nehmen, sondern kritisch hinterfragen sollte.

Alexander Schatten. Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise. Seifert Verlag, Hardcover, 352 Seiten, 28,00 €


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12. Juli 2026 Chatkontrolle

Neues Ticket-System

Smartphone-Pflicht im Stadion: Wie Bayern München der EU bei der Chatkontrolle hilft

Von
Alexander Heiden

Der FC Bayern schafft die gedruckte Eintrittskarte ab. Komplett. In die Münchner Allianz-Arena kommen die Fußballanhänger nur noch, wenn sie ein Smartphone haben – UND entweder die FC-Bayern-App oder die Allianz-Arena-App.

Externe Anbieter wie Apple Wallet oder Google Wallet werden nicht mehr unterstützt. Auch PDF-Tickets werden nicht mehr akzeptiert. Screenshots reichen nicht; sie werden weitgehend unterbunden.

Kein Handy – kein Stadion

Der Club nennt das „Service“ und behauptet, der Stadionbesuch werde dadurch „noch einfacher“. Diese Redewendungen kennt man: Es ist die Sprache jeder digitalen Entmündigung. Erst wird ein analoges Angebot abgeschafft, dann nennt man die Verringerung der Wahlmöglichkeiten „Komfort“.

Früher ging der Fan des deutschen Rekordmeisters zu den Spielen mit einer Eintrittskarte und einem rot-weißen Schal. Heute braucht derselbe Fan ein Smartphone, einen Akku, ein Betriebssystem, eine App, ein Konto, ein Login-Passwort – und die Zustimmung zu einem geschlossenen technischen System.

Wer das nicht hat, bleibt draußen.

Der Fan als Datensatz

Der Verein nennt das „modernes Ticketing“. In Wahrheit ist es die totale Zutrittskontrolle.

Denn der Stadionbesucher kauft ja gar keine Eintrittskarte mehr. Stattdessen geht er eine digitale Geschäftsverbindung ein, und in der ist der Informationsfluss maximal einseitig. Der Club weiß, wer kauft, wer weiterleitet, wer annimmt, wer mit wem kommt, welches Konto genutzt wird, welche App installiert ist. Aus dem Stadionbesuch wird ein digitaler Überwachungsvorgang. Aus dem Anhänger wird ein Nutzer, aus der Eintrittskarte wird ein Kontrollinstrument.

Natürlich lautet die offizielle Begründung: weniger Schwarzmarkt, weniger Fälschungen, mehr Sicherheit, weniger Papier. Der FC Bayern schreibt selbst, das digitale Ticket sorge für Transparenz, verhindere gefälschte Karten und erhöhe die Stadionsicherheit, weil der Zutritt klar und nachvollziehbar geregelt sei.

„Klar und nachvollziehbar“ ist der moderne Code für: lückenlos überwacht.

Fußball als Wartezimmer der Chatkontrolle

Das passiert nicht zufällig im selben Moment, in dem die EU die nächste Großoffensive gegen das gestartet hat, was von der bürgerlichen Privatsphäre noch übrig war.

Das EU-Parlament hat unter Missachtung seiner eigenen Regeln die befristete Fortsetzung einer skandalösen Ausnahmeregelung durchgewunken. Die erlaubt den üblichen Plattformen, private Kommunikation zu scannen.

Im Klartext: Es geht um Chatkontrolle.

Begründet wird das natürlich mit „Jugendschutz“ und dem „Kampf gegen Kinderpornografie“. Klar, mehr moralisches Argument geht nicht. Doch dahinter wird jede private Kommunikation zum staatlichen Prüfobjekt. Digitale Räume werden zu Kontrollzonen. Bürger werden unter einen automatisierten, von Algorithmen verwalteten Generalverdacht gestellt.

Die Demokratie bekommt „Totalüberwachung“ als Werkseinstellung.

Der FC Bayern hat in Brüssel nicht mit abgestimmt. Der Verein schreibt auch keine EU-Verordnungen. Er tut etwas Schlimmeres: Ohne Not implementiert er die Logik der Kontrolle im Alltag. Er gewöhnt Hunderttausende Fans daran, dass die Teilnahme am öffentlichen Leben und an Veranstaltungen nur noch mittels Digitalgerät und App funktioniert. Er trainiert die Bürger darauf, dass selbst der Fußball künftig an technische Erfassung gebunden ist.

Wer nicht mitmacht, bleibt draußen. Das heißt dann nicht Verbot, sondern Innovation.

Arroganz der Macht

So etwas kann sich nur ein internationaler Großkonzern extremer Marktmacht leisten. Der FC Bayern ist kein Dorfverein mit Vereinslokal in der Eckkneipe. Im Geschäftsjahr 2024/25 meldete der Club einen Umsatz in Höhe von 978,3 Millionen Euro und ein EBITDA von 187,8 Millionen Euro.

Wer den Deutschen Meister sehen will, muss in die Allianz-Arena. In der abgelaufenen Saison 2025/26 waren alle Heimspiele überbucht. Die Nachfrage nach Sitzplätzen im Stadion ist also größer als das Angebot. Das ist die perfekte Machtposition: Wer rein will, muss alles schlucken. Wer nicht schlucken will, muss draußen bleiben.

Fußball oder Datenschutz?

Ganz abgesehen von der drastischen Entwertung der Fankultur. Gedruckte Tickets sind Erinnerungen zum Anfassen (und nicht selten sündhaft teure Sammlerstücke). Sie hängen an Wänden und steckten in Fotoalben. Das neue E-Ticket verschwindet nach dem Scan im Verdauungsapparat der App.

In einem funktionierenden Markt straft der Kunde solche Bevormundung ab. Aber die Bundesliga ist schon lange kein funktionierender Markt mehr. Der FC Bayern hat in vielerlei Hinsicht ein Quasi-Monopol. Ein Fußball-Fan ist kein herkömmlicher Kunde. Er kann nicht einfach zum Konkurrenzanbieter wechseln. Das weiß der geschäftstüchtige Club nur zu gut:

Seine „Kunden“ sind emotional abhängig. Die lassen sich mehr gefallen als ein normaler Geschäftspartner in einem funktionierenden Markt.

Ausnahmen kaschieren Zumutungen

Und was machen die vielen älteren Fans? Die Kinder, die Menschen mit geringem Einkommen, die technischen Analphabeten, die Menschen mit Behinderung? Was machen Fangruppen, wo einer die Tickets für alle kauft? Was machen Fans mit kaputtem Display, leerem Akku oder altem Betriebssystem (unterstützt werden nur noch iOS-Geräte ab Version 16.6 und Android-Geräte ab Version 7.0)?

Für all diese Menschen solle es Ausnahmeregelungen geben, beschwichtigt der Verein. Na, dann ist ja alles gut.

Nichts ist gut. Denn in Wahrheit geht es um Gewöhnung. Heute Stadion, morgen Bahn, übermorgen Behörde. Dann Arzt, Museum, Schule, Hotel, Konzert, Messe, Stadtfest. Überall heißt es: nur noch App, nur noch digital, nur noch kontrollierbar. Jeder einzelne Schritt wirkt praktisch. Alle zusammen ergeben eine Gesellschaft, in der man offline nicht leben darf.

Der FC Bayern könnte zeigen, dass Digitalisierung Wahlfreiheit bedeutet. Digitale Tickets für alle, die sie wollen. Papier für alle, die es wollen. Das wäre wirklich kundenfreundlich, freiheitlich und modern.

Mia san scanbar

Der FC Bayern ist Deutschlands größter und mächtigster Fußballverein. Was Bayern macht, wird Standard. Wenn der Branchenprimus seine Fans an die digitale Leine nimmt, wird es die Konkurrenz bald auch tun.

Der erste Nachahmungskandidat ist Borussia Dortmund. Der BVB ist eine börsennotierte GmbH & Co. KGaA mit einem Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2024/25 in Höhe von 526 Millionen Euro. Sein Stadion, der Signal-Iduna-Park, fasst 81.365 Zuschauer und ist – wie die Allianz-Arena – in praktisch allen Spielen frühzeitig ausverkauft. Wer will dagegen wetten, dass der BVB auch schon bald den Bayern-Weg gehen wird?

Die Bundesliga wird zur App-Liga.

So entsteht Kontrolle nicht nur durch Gesetze, sondern durch Konzernentscheidungen, die den Bürgern ihren Alltag vorschreiben. Die EU zimmert die politische Architektur. Großunternehmen sorgen für die tägliche Gewöhnung.

Der Staat fordert Durchleuchtung. Der FC Bayern trainiert Gehorsam.

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