Von den Kommunisten dürfte Daniel Günther folgendes gelernt haben: Wenn es mit der Wirtschaft nicht klappt, muss der Klassenkampf aktiviert und alle Kritiker verunglimpft werden. Mit seiner neusten Aussage, die AfD könne man nicht mit der Linkspartei in einen Topf werfen, hat Günther allerdings recht als ihm vermutlich bewußt ist. Die einen haben in ihrer Geschichte Verbrechen begangen, die anderen nicht.
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Was für ein politischer und intellektueller Niedergang! Gegen Daniel Günther war der Sozialdemokrat Otto Grotewohl, der alles für die Vereinigung von SPD und KPD zur stalinistischen Kaderpartei SED unternahm, fast schon ein Liberaler.
Mit seinem Gesinnungsgenossen Robert Habeck dürfte Daniel Günther Minimum 620 Millionen Euro Steuergelder, wie es bis jetzt aussieht, beim Northvolt-Poker verzockt haben, davon 300 Millionen Euro Steuergelder aus Schleswig-Holstein. Das kleine Schleswig-Holstein mit seinem rotaffinen Ministerpräsidenten und seiner grünen Finanzministerin wird 2027 aufgrund schlechter Wirtschafts- und Finanzpolitik neue Schulden in Höhe von 678 Millionen Euro aufnehmen. Hätte Günther nicht voraussichtlich 300 Millionen in Heide beim Northvolt-Poker verspielt, dann müsste das kleine Land im Norden „nur“ 378 Millionen Euro neue Schulden aufnehmen. Für den Gesamthaushalt plant Günther im Jahr 2027 Ausgaben in Höhe von 18,4 Milliarden Euro, kann aber aufgrund seiner Wirtschafts- und Energiepolitik nur mit Einnahmen von 17,7 Milliarden Euro rechnen.
Von den Kommunisten dürfte Günther gelernt habe, dass, wenn es mit der Wirtschaft nicht klappt, dann eben der Klassenkampf aktiviert werden muss und alle Kritiker, alle wirklichen Analysten und all jene, die politische Alternativen zur Brandmauereinheitspartei vorschlagen, zu bekämpfen, zu verunglimpfen und möglichst mundtot zu machen sind.
Hatte Günther vor nicht allzu langer Zeit bei Lanz den freien Medien unterstellt, Fake News zu verbreiten, ohne auch nur ein Beispiel, auch nur einen Fakt nennen zu können, so hätte er, um fündig zu werden, doch nur zu Correctiv oder zur ARD und zum ZDF schauen müssen. Aber vielleicht ist nach Orwell für Günther auch Wahrheit Lüge und Lüge Wahrheit.
Vor kurzem behauptete Günther bei Maischberger, dass man „AfD und Linkspartei nicht in einen Topf schmeißen“ kann, womit er recht hat. Denn die Linkspartei ist die umbenannte SED. Und damit Blockfreund Günther nicht wieder „Fake News“ schreit, soll dieser Fakt auch gleich belegt werden, denn in einem Prozess vor der Pressekammer des Berliner Landgerichts erklärte der damalige Bundesschatzmeister Karl Holluba am 28. April 2009 an Eides statt: „,Die Linke‘ ist rechtsidentisch mit der ,Linkspartei.PDS‘, die es seit 2005 gab, und der PDS, die es vorher gab, und der SED, die es vorher gab.“
In der Tat hat die AfD nicht die Niederschlagung des Volksaufstandes vom 17. Juni, nicht hohe Gefängnisstrafen und Hinrichtungen aus rein politischen Gründen, Mauerbau und Mauertote, die Errichtung eines Unrechtssystems, den linken Antisemitismus zu verantworten, die Linke hingegen, indem sie „rechtsidentisch mit … der SED“ ist, schon. Sachlich hat Günther also recht, man kann die AfD in der Tat nicht mit den Linken in einen Topf werfen. Die einen haben in ihrer Geschichte Verbrechen begangen, die anderen nicht.
Wenn Günther geradezu byzantinisch einer Koalition mit den Linken, also mit der SED, das Wort redet, da seiner Ansicht nach Beschlüsse, die eine Distanz zur Linkspartei formulieren, nicht auf Kosten einer Gleichsetzung mit der AfD, die eine deutlich größere Gefahr darstelle, gehen dürfen, ebnet er der SED den Weg zur Rückkehr an die Macht. Dass er die Berliner Mauerbauer als Brandmaueraktivist möglicherweise sogar schätzt, dürfte nicht verwundern, denn einmal Blockpartei immer Blockpartei. Günthers Einlassungen belegen nur, dass, wer in Sachsen-Anhalt CDU wählt, die Linken bekommt.
Und wie links die CDU inzwischen geworden ist, dass sie zwischen SED, Grünen und Linken gar nicht mehr auffällt, belegt Günther mit der Einschätzung: „Im Rückspiegel kenne ich eigentlich in der gesamten Unionsfamilie niemanden, der unsere Strategie im letzten Bundestagswahlkampf, die Grünen in Bausch und Bogen zu verdammen, noch für richtig hält.“ Günther meint, das „empfindet jeder als Fehler“ inzwischen in der Union. Und da Daniel Günther keine Fake News verbreitet, klärt er über Söders wahre Leidenschaften auf: „Ich weiß nicht, ob Markus Söder das selbst als Fehler eingestehen würde, aber wenn man sich anguckt, wie er sich im Moment wandelt, merkt man ja schon auch, dass sein Blick darauf vielleicht auch ein anderer ist.“ Söder mit Habeck beim Veggie Day. Fein. Wahrscheinlich meint Günther in der Bundesregierung seine Abgesandten Karin Prien und Baerbocks getreuen Eckart Johann Wadephul, wenn er orakelt, dass in der Bundesregierung es „durchaus auch ein paar Stimmen“ gebe, „die schon sagen, mit den Grünen kann man vernünftig zusammenarbeiten. Und das zeigen die Grünen, finde ich, im Moment auch auf Bundesebene.“
Dank an Daniel Günther in Kiel für die realistische Einschätzung: Im Bund vertritt die Union die Grünen in der rotgrünen Regierung – und in Sachsen-Anhalt ist eine CDU-Regierung unter Kuratel der SED zu erwarten – wenn es nach Günther und „jedem in der Union“ geht.
Doch da man in Sachsen-Anhalt sich an die Herrschaft der SED erinnert und auch an die Blockpartei CDU, könnten Günthers Parteifreunde in Sachsen-Anhalt ihr blaues Wunder erleben, nicht weil die Wähler die AfD so sehr lieben, sondern weil die Union nicht mehr die Union von Konrad Adenauer, Franz-Josef Strauß und Helmut Kohl, sondern die CDU von Otto Nuschke, Gerald Götting, Angela Merkel, Friedrich Merz und eben Daniel Günther ist.
Propaganda wird es nicht richten. Je weniger der Union eine Politik für Deutschland gelingt, es weiter aus Gründen der Realitätsverweigerung mit der Politik in Deutschland bergab geht, und Unionspolitiker nur noch die AfD angreifen auf immer billigerem Niveau, umso mehr zahlt die Union auf die Akzeptanz der AfD ein, befördert sie genau das, was sie verhindern will. Schaut man auf die Union, erblickt man eine Partei hoffnungslos in sich selbst verstrickt, ohne Gegenwart, ohne Zukunft.
Wenn man nur noch Rotgrün oder Blau wählen kann, weil Schwarz ausfällt, werden immer mehr Wähler der Union zur AfD fliehen. Denn Rotrotgrün wollen im Höchstfall nur 37 Prozent der Wähler in Deutschland.


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Dieser maskierte Sozialist ist eindeutig in der falschen Partei. Er wird u. A. dafür sorgen, dass die CDU dem Schicksal ihrer ehemaligen italienischen Schwesterpartei Democrazia Cristiana folgt und im Untergang endet.