Seine Nähe zur Politik versucht der ÖRR erst gar nicht mehr zu verbergen. Auch in diesem Jahr lud die ZDF-Spitze unter dem Motto „Treffpunkt Politik“ ein, darunter die Bundestagspräsidentin, Ministerpräsidenten und Bundesminister. Es wird von „herzlicher Stimmung“ und „vertraulicher Atmosphäre“ berichtet. Die Verfehlungen des Senders waren da bestimmt kein Thema.
picture alliance/dpa | Hannes P Albert
Dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) steht der Morast bis zum Haus. Indes: Der ÖRR hat den Sumpf mit seiner Milliardenverschwendung und mit unverstellter politischer Indoktrination selbst geschaffen. Nun wollen ARD und ZDF noch mehr Geld und rennen seit November 2024 erneut nach „Karlsruhe“, um dieses Geld höchstrichterlich zu erzwingen.
Die mit 16 Vertretern der 16 deutschen Länder besetzte KEF hat ihre Beitragsempfehlung schließlich reduziert. Sie schlug eine Erhöhung zum 1. Januar 2027 um 28 Cent von monatlich 18,36 auf 18,64 und nicht auf 18,94 Euro vor. Im letzteren Fall bekämen die ÖRR nicht rund 135 Millionen, sondern 280 Millionen pro Jahr mehr.
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) will am 23. Juni 2026 über die Verfassungsbeschwerde des ÖRR verhandeln. Ein Urteil wird einige Monate später erwartet (Az. 1 BvR 2524/24 und 1 BvR 2525/24). Die zuständigen acht Richter des Ersten Senats unter Vorsitz von BVerG-Präsident Stephan Harbarth waren bei der Party übrigens (noch?) nicht dabei.
Und nun eine ZDF-Kuschelparty mit Ministerpräsidenten und Bundesministern
Als würde es nicht reichen, dass im ZDF-Verwaltungsrat Ministerpräsidenten und im ZDF-Fernsehrat Vertreter von Parteien und deren Vorfeldorganisationen sitzen, lud die ZDF-Spitze nun am Donnerstag, 7. Mai, um 19 Uhr, unter dem einfallsreichen (einfaltsreichen?) Motto „Treffpunkt Politik“ 300 Leutchen ins ZDF-Hauptstadtstudio, Unter den Linden 36-38, in den Historischen Zollernhof, ein.
Im ZDF-Intranet wird von einer „herzlichen Stimmung“ berichtet. Man habe „in vertraulicher Atmosphäre aktuelle medienpolitische und gesellschaftliche Entwicklungen“ diskutiert. Weiter: „Es fördert den offenen Dialog zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunk und politischen Entscheidungsträgern – und trägt damit zu einem besseren Verständnis für die jeweiligen Perspektiven und Aufgaben bei.“ So schreibt das ZDF in einem internen Bericht für seine Mitarbeiter, der Apollo News vorliegt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!
Wetten, dass es keine Kritik gab!?
„Mit dem Zweiten sieht man besser“, behaupten die Lerchenberger. Ja, mit dem ZDF sieht man besser in die Trickkiste volkspädagogischer Bevormundung und in das Arsenal eines indoktrinierenden „Journalismus“. Das dürfte am 7. Mai beim Kuscheltreffen kein Thema gewesen sein. Deshalb an dieser Stelle ein wenig Nachhilfe.
Am 5. Februar 2025 lief die ZDF-Runde Schlagabtausch zur anstehenden Bundestagswahl. 90 Minuten lang diskutierten vor bestelltem Publikum: Alexander Dobrindt (CSU), Christian Lindner (FDP), Jan van Aken (DieLinke), Sahra Wagenknecht (BSW), Felix Banaszak (Die Grünen) und Tino Chrupalla (AfD). Schon nach der ersten Sendeminute war klar, wohin die Sendung steuerte: Als Banaszak (Grüne) und van Aken (Linke) vorgestellt wurden, klatschte das Publikum begeistert – bei den anderen Gästen blieb das Publikum (interner Fachjargon: Klatschvieh) stumm. Das Publikum bestand aus zusammengekarrten linken Studenten. Das räumte ZDF-Redakteur Dominik Rzepka ein: „Im Publikum saßen relativ viele Zuschauer und Zuschauerinnen von der HU Berlin und der FU Berlin – also zwei eher linken Universitäten in Berlin –, die extra eingeladen wurden.“
Am 10. September 2025 wurde der rechtskonservative christliche US-Influencer Charlie Kirk (32) bei einer Debattenveranstaltung an der Utah Valley University von einem 22-Jährigen erschossen. ZDF-USA-Korrespondent Elmar Theveßen war am Tag nach dem Attentat in der ZDF-Sendung Lanz zugeschaltet. Dort sagte er über den ermordeten Kirk, dass dieser die Steinigung von Homosexuellen gefordert habe. Diese Aussage hatte Kirk nie getan, er hatte lediglich darauf hingewiesen, dass es entsprechende Stellen in der Bibel gebe. „Da sind rassistische Äußerungen, da sind minderheitsfeindliche Äußerungen, er gehört zu den Rechtsradikalen in den USA“, hatte Theveßen schließlich bei Lanz über Kirk gesagt.
Ende Oktober 2025 musste das ZDF bestätigen, dass ein Mitarbeiter seiner Partnerfirma in Gaza Mitglied der Hamas war. Ahmed Abu Mutair war seit 2013 in Vollzeit als Ingenieur Mitarbeiter der ZDF-Partnerfirma Palestine Media Production (PMP) in Deir al-Balah im Süden Gazas. Dort war A.A. Mutair am 19. Oktober bei einem gezielten israelischen Luftangriff ums Leben gekommen. Bald stellte sich heraus: Der Mann gehörte der Hamas als Zugführer an.
Am 7. Januar 2026 ging es bei Lanz gegen Medien, die dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten und CDU-Linksausleger Daniel Günther (deswegen sein Spitzname „Genosse“) zuwider sind („Nius und solche Portale“), und die er als „Feinde der Demokratie“ bezeichnete. Lanz interpretiert nicht zu Unrecht: „Also was Sie jetzt gerade sagen ist im Grunde, wir müssen das regulieren, wir müssten es notfalls zensieren und im Extremfall sogar verbieten.“ Günthers platte Antwort darauf dezidiert: „Ja.“
Die für Moderator Lanz mehr als peinliche Fortsetzung des Güntherschen Anti-Pressefreiheit-Tribunals folgte am 14. Januar – diesmal gegen die AfD-Politikerin Beatrix von Storch. Sie sprach Günthers geforderte Maßnahmen gegen Medien an: „Sie (gemeint ist Lanz) haben ihn gefragt, müsste so etwa wie Nius dann reglementiert werden.“ Worauf Lanz sie anblaffte: „Nein, das ist falsch, Fake News.“ Übrigens: Günther ließ sich von braven Verwaltungsgerichten bestätigen, dass er als „Privatperson“ und nicht als Ministerpräsident bei Lanz war.
Am 15. Februar 2026 zeigte das ZDF-heute journal, moderiert von Dunja Hayali, herzzerreißende Szenen von Kindern, deren Eltern festgenommen oder die selbst von Agenten der US-Einwanderungsbehörde ICE abgeführt wurden. Doch ein Video war KI-generiert, ein zweites bereits vier Jahre alt und in einem völlig anderen Zusammenhang aufgenommen worden. Konsequenz? Eine folgenlose Personalversammlung – und dann weiter, als wäre nichts geschehen. ZDF-Intendant Himmler wurde vom ZDF-Fernsehrat rund vier Wochen später, am 13. März 2026, ohne Gegenkandidatur wiedergewählt
„Böhmermann“ wäre ein eigenes Kapitel „wert“. Die „Krawallschachtel“ (so Harald Schmidt über ihn) lässt keine Peinlichkeit und keine Denunziation aus, wenn es ihm gerade mal passt.
In seinem ZDF Magazin Royale wollte Böhmermann einen „Trend“ in Sachen Transfeindlichkeit ausgemacht haben. Dafür machte er „TERFs“ verantwortlich („transexkludierende radikale Feministinnen“), also Feministinnen, die darüber klagen, dass Frauen Nachteile entstehen können, wenn biologische Männer sich frei dazu entscheiden können, Frauen zu sein. Für Böhmermann ist das „Transfeindlichkeit“. Böhmermann: TERFs seien „nicht zu verwechseln mit ‚Turds‘, das ist Englisch für Scheißehaufen. Wobei, obwohl, können Sie eigentlich ruhig verwechseln, weil TERFs nutzen haufenweise scheiß talking-points, um Hass zu schüren gegen Transmenschen.“ Wieder an anderer Stelle meint Böhmermann, es sei wissenschaftlich erwiesen, dass es mehr als zwei Geschlechter gebe.
Im Oktober 2022 schasste die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) den damaligen Präsidenten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Arne Schönbohm. Weil sie Schönbohm nicht entlassen konnte, versetzte sie ihn zum 1. Januar 2023 schließlich in Gutsherrenart an die Bundesakademie für öffentliche Verwaltung (BAköV). Die Rolle Faesers in der Sache blieb im Dunkeln. Immerhin ließ der Anlass der Strafversetzung vermuten, dass hier ein „Spiel über Bande“ zwischen ihr, ihrem Ministerium und dem ZDF stattgefunden hatte. Auslöser dieser Faeser’schen Aktion war eine Sendung Böhmermanns vom 7. Oktober 2022, der Schönbohm Kontakte zu russischen Geheimdienstkreisen unterstellt hatte. Schönbohm ging vor Gericht. Das Landgericht München untersagte dem ZDF vier von fünf Böhmermannschen Behauptungen. Das Oberlandesgericht München wird dieses Urteil, so der Tenor einer Verhandlung vom 16. April 2026, aller Voraussicht nach bestätigen.
Im November 2025 zelebrierte Böhmermann unter dem Titel „Mein Körper, meine Entscheidung“ Hass und Hetze gegen Lebensschützer, also gegen Gegner einer weitreichend legalisierten Abtreibung. Mit einem tiefen Griff in seinen „Schatz“ an Schmäh- und Hassbegriffen und voller Verachtung stempelte Böhmermann Lebensschützer ab zu „Föten-Fanatikern“, „Gebärmutter-Stalkern“ und „Schwangerenbelästigungsorganisationen“.
Böhmermann scheint ein großes Vorbild zu haben: den „Zersetzer“ (Stasi-Sprache) und „Sudel-Ede“ (DDR-Volksmund) Karl-Eduard von Schnitzler (1918 – 2002). Er war von 1960 bis 1989 Kommentator des „Schwarzen Kanals“. „Sudel-Ede“ war der Schimpfname für den meistgehassten medialen Hetzer der DDR. Böhmermann bekam dann auch vollkommen zu Recht im Februar 2024 den „Karl-Eduard-von-Schnitzler“ als (Negativ-)Preis der Stiftung „Meinung und Freiheit“ für „Propaganda-Journalismus, Desinformation und Meinungsmanipulation“.
Über all das wurde am 7. Mai bestimmt nicht gesprochen. Und: Wer hat die Reise-, Übernachtungs- und Bewirtungskosten des ZDF übernommen? Klar: der Zwangsgebührenzahler. Aber am 7. Mai ging es wahrscheinloch nur um fünfstellige Peanuts! Was ist das schon angesichts eines ZDF-Jahresetats von mehr als 2 Milliarden Euro.
Dazu demnächst (22. Juni) mehr im TE-Buchshop erhältlichen Buch: Josef Kraus/Walter Krämer (Hrsg.), Schwarzbuch Staatsfunk. Desinformation statt Information, LMV 2026.







Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
In Talkshows vermisse ich Redakteure von TE. Da sieht min ja immer und immer wieder, wie es um unsere Demokratie steht.
Es ist nicht die AfD die unsere Demokratie schadet, sondern all der ganze Scheiß um uns alle herum!
Immerhin scheinen sie diesen Scheiß der Talkshows ja regelmäßig zu konsumieren. Aber es gibt ja nicht nur TE. Wallasch, Danish, Reitschuster und sehr viele andere. Ich lese deren berichte über diese Talkenden. Ist offensichtlich doch sehr interessant was da so hochkocht an Scheiß durch Genosse Günther oder Linnemann.
Ja, es ist wieder ein Artikel, der etwas beschreibt, was jeder, der noch ein paar Neuronen zwischen den Ohren hat, weiß. Trotzdem machen die Protagonisten weiter. Und diese Artikel der Zustandsbeschreibung bringen uns nicht weiter, das wissen wir alles selber oder erleben es selber. Was ich mir von einem alternativen Medium wünschen würde, wäre nicht das ständige, wiederkäuen des bekannten und natürlich immer schlimmer werdenden Alltags. Was wäre zum Beispiel ein Aufruf zum Streik, auf die Straße zu gehen, sich zu verweigern, die Protagonisten unserer Misere auszulachen. Oder zu mindestens Leute, die das Vorhaben zu vernetzen. Alles andere ist eine… Mehr
Zusammen mit den Vertretern des BVerfG, wäre das sicherlich eine nette Party unter Gleichgesinnten geworden.
Ich weiß, daß ich mich widerhole aber neben dem „Sudel Ede“ Preis für den schlechtesten „Journalismus“ braucht es noch den „Rasenden Roland“ für die verhöhnensten Urteile der Richterschaft „im Namen des Volkes“.
Kuscheln mit Himmler. Klingt nach einer dieser miesen schlingensief’schen Performances.
Nichts gegen Schlingensief.
Eine Sendung wie ‚Freakstars 3000‘ würde heute nie und nimmer mehr über die Mattscheibe flimmern.
Sie scheinen dabei, ein Gutachten zu erstellen, alle weiter über den Tisch zu ziehen, indem sie den Gesetzestext u.a. hinsichtlich der Wörter „ausgewogen“ und „Vielfalt“ neu zu definieren belieben: https://www.telepolis.de/article/Oeffentlich-rechtlicher-Rundfunk-Wer-bestimmt-was-ausgewogen-ist-11302656.html
Aber gibt es nicht schon mindestens eines aus der Schweiz, das lange erstellt als Gegengutachten genutzt werden kann?
„Eine solche ideologische Schieflage dokumentiert allerdings das Schweizer Unternehmen MediaTenor in seiner Langzeitauswertung der öffentlich-rechtlichen Programme seit Jahren.“ https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/fake-nuss-spezial-deutschlandfunk-gruener-pr-prof/
Aus dem telepolis-Text, auf den Sie dankenswerter Weise hingewiesen haben: „Die Wissenschaftler unterscheiden klar: ‚Vielfalt‘ bezeichnet die Anzahl der in der Berichterstattung vorkommenden Themen, Akteure und Meinungen. ‚Ausgewogenheit‘ meint deren angemessene Verteilung. Das Gutachten wertet 49 inhaltsanalytische Studien aus den Jahren 2020 bis 2025 aus und kommt zu einem klaren Ergebnis: Pauschale Vorwürfe systematischer Einseitigkeit gegen ARD und ZDF seien empirisch nicht haltbar. … Selbst wenn ARD und ZDF also tatsächlich ausgewogen berichten, wird ein erheblicher Teil des Publikums dies nicht so empfinden.“ Das Grundproblem liegt doch auf der Hand. „Vielfalt“ und „Ausgewogenheit“ können nach meinem Dafürhalten niemals objektive, intersubjektive… Mehr
Und dann gibt es ja auch noch das Problem der Sendezeit.
Es nützt überhaupt nichts, wenn halbwegs kritische Beiträge erst nach 23:30Uhr und das mitten in der Woche ausgestrahlt werden, aber die mit schwerer links-grün-woker Schlagseite zur Prime-Time um 20:15Uhr.
Niemand hat die Absicht, das ZDF zu privatisieren oder zu schließen…
Mir wäre der m.E. korrupte ÖRR vollkommen gleichgültig, wenn ich dies m.E. Verbrecher nicht noch finanzieren müsste.
Würden wir alle nicht zahlen, würde die Grundlage zum „Korruptsein“ wegfallen…
„Kuschelparty“?
Also wenn ich wählen müßte, auf der „Kuschelparty“ zu Gast zu sein oder
dem „Treffen der fünf Familien“ beizuwohnen – ich würde die Mafiosi vorziehen.
Wäre im Vergleich einfach die ehrenwertere Gesellschaft.
http://www.youtube.com/watch?v=4m8f8dLa_ig
… lud die ZDF-Spitze nun am Donnerstag, 7. Mai, um 19 Uhr, unter dem einfallsreichen (einfaltsreichen?) Motto „Treffpunkt Politik“ 300 Leutchen ins ZDF-Hauptstadtstudio, Unter den Linden 36-38, in den Historischen Zollernhof, ein. Ich nehme mal an, für Speisen und Getränke (nur Mineralwasser?) war der nette Rundfunkbeitragszahler zuständig. Und die Leutchen kamen alle in ihrer Rolle als Privatperson, die sich mal nett mit anderen Privatpersonen, die im Sender arbeiten, unterhalten wollte. Streng genommen könnte man natürlich schon fragen, ob hier die vielzitierte Gewaltenteilung mal wieder verletzt wurde. Gewalten können schon recht intim miteinander sein.