Noch mehr Plagiate: „Wissenschaftssimulant“ Mario Voigt?

Mario Voigt, Ministerpräsident Thüringens und CDU-Vorsitzender, muss weiter um seine politische Glaubwürdigkeit kämpfen: Ein neues Gutachten des Plagiatsforschers Stefan Weber, erstellt im Auftrag der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, verschärft die Vorwürfe nun deutlich.

picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH

Nun geht es nicht mehr nur um einzelne Unsauberkeiten, sondern um ein jahrelanges Muster des Abschreibens: Das aktuelle Weber-Gutachten dokumentiert inzwischen insgesamt 265 Plagiatsfragmente allein in der Dissertation und Buchfassung. Hinzu kommen weitere 60 Stellen in fünf anderen Veröffentlichungen Voigts aus den Jahren 2004 bis 2018.

Damit übersteigt der Umfang die Plagiatsaffäre der ehemaligen Bildungsministerin Annette Schavan (CDU), die 2013 nach Vorwürfen zurückgetreten war. Stefan Weber spricht von einem „werkprägenden Muster“ und einer „grob angelegten Wissenschaftssimulation“.

Besonders auffällig: Voigt soll ganze Passagen aus Wikipedia übernommen und sogar mit einer Fußnote zu einem Kinderbuch versehen haben. An anderer Stelle kopierte er aus einem Spiegel-Artikel – in einem programmatischen Text zu den Werten der CDU. Zudem fanden sich übernommene Fehler, falsche Jahreszahlen, Prozentangaben und erfundene Zitate.

Stefan Weber, der als hartnäckiger Plagiatsjäger bekannt ist, fasst zusammen: „Mario Voigt ist ein Wissenschaftssimulant. Er ist längst reif für den Rücktritt. Und ich denke, dass er das auch selbst weiß. Er spielt auf Zeit und erzählt der Bevölkerung etwas ganz anderes.“ Der Fall werfe ein Licht auf den Charakter des Politikers: Wer mehr als 20 Jahre plagiiere und dies öffentlich bestreite, untergrabe das Vertrauen in die Politik insgesamt.

Voigt selbst und die Thüringer CDU weisen die Vorwürfe als politisch motiviert zurück. Die AfD nutzte den Fall gezielt für einen Misstrauensantrag, den Voigt jedoch überstand. Die Landespartei betont, der Ministerpräsident konzentriere sich weiter voll auf seine Amtsgeschäfte. Das Festhalten am Amt des Ministerpräsidenten wird jedoch immer grotesker: Zunächst hieß es 2024, es gebe keine relevanten Hinweise auf ein Fehlverhalten. Nach der Aberkennung des Doktortitels 2026 wurde dann argumentiert, der Kern der Arbeit sei nicht betroffen – diese Darstellung stellt nun das neue Gutachten infrage.

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Kommentare ( 66 )

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fatherted
18 Tage her

Ich vermute es gehört heutzutage bei der politischen Klasse zum guten Ton, mindestens eine „Arbeit“ ob nun Dr. oder Buch, als Teil- oder Voll-Plagiat veröffentlicht zu haben.

Peter Gramm
6 Tage her

Interessant dabei ist ja dass diese Plagiate ungebremst den Wissenschaftsbetrieb absolvieren konnten. Läßt sehr tief blicken hinsichtlich der Wissenschaftlichkeit in unseren Kaderschmieden. Nehme ausdrücklich die MINT Fächer aus. Alles andere muß dringend bezüglich Wissenschaftlichkeit hinterfragt werden dürfen. Die Spitze dieser torkelnden Wissenschaftspyramide hat Herr Prof. ? Dr.? Voigt erklommen. Vor solch umkränzten Persönlichkeiten ist Vorsicht geboten. Kann ja sein dass in Zukunft seine wissenschaftlichen Erkenntnisse die Gesellschaft überraschen werden und all seine Kritiker bis auf die Knochen blamieren werden. Die Zeit wird es zeigen. Man sollte die Leistungsträger der christlich demokratischen Union nicht gering schätzen. Christlich ist immer gut. Egal… Mehr

Engel
16 Tage her

das wird gewiss reichen …

Te Hominem Esse Memento
16 Tage her

Ich erinnere mich an ein Zitat aus dem Film „Die drei Tage des Condor“ mit Robert Redford, an das ich mich immer wieder erinnert sehe, sobald einer der führende CDU-Politiker den Mund aufmacht: „Was seid Ihr verkommen! Bei einer Lüge nicht ertappt zu werden ist für Euch dasselbe, wie die Wahrheit zu sagen.“ Ja, bei einer Lüge nicht ertappt zu werden ist dasselbe, wie die Wahrheit zu sagen – ein Grundsatz unserer letzten 4 Bundeskanzler!

Stamiac
17 Tage her

Die CDU besteht meines Erachtens zu 100 Prozent auf Blendern und Lügnern.

Michaelis
17 Tage her

Promotionen und andere akademische Titel haben heute (schon wegen KI) eh keinen Wert mehr – ebensowenig wie ein Professorenpöstchen in Zeiten von Quotenblödsinn, Genderismus und korruptem Wissenschaftsgedöns!! Eine paradiesische Zeit für Plagiatsjäger. Hinzu kommt die Flutung mit „Ehrendoktortiteln“ – Merkel hat allein schon 23 davon!! Einfach nur noch lächerlich.

Last edited 17 Tage her by Michaelis
Diogenes
17 Tage her

Selten sind in einem Menschen so viele „unartige“, bösartige, machtgeile Charakterüge vereint, wie in diesem Fall. Und man läßt ihn machen. Keiner ist zuständig, die Universität selbst hat ihn geächtet, aber diese „Einrichtungen“ sind in Deutschland ohnehin verkümmert und machtlos und von linken Sprinnern unterwandert. Ein Adenauer würde diesen ehemaligen splendiden Staat für hoffnungslos degeneriert und dem Wahnsinn anheim gefallen wahrnehmen.

MeHere
17 Tage her

Sorry Guys, aber der Mario Voigt war mir immer schon als unangenehm und zwielichtig aufgefallen … hat die CDU kein besseres personal ? Nein ? Dann bitte abtreten

doktorcharlyspechtgesicht
18 Tage her

Es ist gewissen Kreisen üblich, sich Doktorarbeiten von spezialisierten Ghostwritern verfassen zu lassen. Das kostet mehrere tausend Euro und wird praktisch nie aufgeklärt. In ähnlichen Kreisen ist das gleiche üblich mit allerlei bücherartigen Schriftwerken, die werden auch nicht selber verfasst, sondern von branchenbekannten Ghostwriter-Profis, deren Namen natürlich nirgends aufscheinen. Hier sehen wir nur die berühmte Spitze des Eisbergs. Man könnte schon dazu übergehen, sämtliche Doktorarbeiten von Amtspersonal routinemäßig überprüfen zu lassen – da stecken sich noch einige Überraschungen drin.

Sterling Heights
18 Tage her

Ich gehe davon aus, dass Herr Professor Dr. Voigt dieses pseudowissenschaftliche Geschwurbel (es zu lesen, ist Körperverletzung) von einer Ghostwriting Agentur zusammengeschustert wurde. Solche umfangreiche „Arbeiten“ kann man nicht nebenher erstellen. Bei Giffey nehme ich das auch an.

Rasparis
18 Tage her

Der Anblick der Visage dieses Hochstaplers, Intriganten und opportunistischen Kommunistenknechts Gernegroß ist eine Zumutung.
Mir steht da jedes.Mal das Zitat des „ollen Berliner Huden“ (Max Liebermann über Max Liebermann) Max Liebermann vor Augen, als die „braunen Kolonnen“ am 30.01.1933 fackelbewehrt durch das Brandenburger Tor zogen:“Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen kann.“
Fleisch vom Fleische der „C.D.U.“.