Während Friedrich Merz unbeirrt seine Wirtschaftsagenda verbreitet, die auf Zukunftsoptimismus und unternehmerische Initiativen setzt, reißt die Erfolgswelle der Degrowth-Ideologen nicht ab. Eine aktuelle Studie bestätigt, dass internationale Investoren und Unternehmen einen Bogen um Deutschland machen. Im Land der Klimakämpfer scheint das nur wenige zu interessieren.
picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Friedrich Merz befindet sich noch immer auf seiner Frühlingswerbetour. Landauf, landab, mal vor Vertretern der Wirtschaft, mal vor entgeisterten Gewerkschaftern, trägt der Bundeskanzler seine flüchtig zusammengeschriebene Agenda vor. Die Ernte für seine abstruse Lagebetrachtung der Bundesrepublik verwundert keineswegs: Je nach Gemütslage des Publikums, folgen auf den Auftritt Pfiffe, Buh‑Rufe oder ab und zu auch höhnisches Gelächter.
Beim Deutschen Industrie‑ und Handelskammertag vor wenigen Tagen trug er seine inzwischen allseits bekannte Rede, einen Parcoursritt über die wirtschaftlich relevanten Themen der Zeit hinweg, vor. Müßig zu erwähnen: Merz muss man spiegelverkehrt lesen, will man seinen Worten einen Sinn abgewinnen, der diese mit der Realität verknüpft. Der Kanzler fabulierte in seiner Rede dann auch darüber, dass er die 500 Milliarden Euro des Sondervermögens, dieses besonders perfiden Schuldentricks, dem Umbau der Wirtschaft in eine klimaneutrale Sonderzone widme.
Es hat einige Zeit in Anspruch genommen, aber nun steht der Wall, der auch den wohlwollendsten ausländischen Investor vom Standort Deutschland zurückschrecken lässt. Wie toxisch der deutsche Standort inzwischen ist, ermittelt die Beratungsgesellschaft EY, indem sie Jahr für Jahr die Zahl ausländischer Investitionsprojekte am Standort aufaddiert. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 548 ausländische Unternehmen – ein Einbruch um 51 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017, bevor es mit der Industrie in Deutschland richtig bergab ging.
Die EY‑Autoren zählen die bekannten Gründe der Misere auf: hohe Steuern, wettbewerbszerstörende Energiekosten und Überbürokratisierung. Dies alles sei ein Alarmsignal für den Standort Deutschland, der auch im Vergleich zu seinen Peers wie Frankreich und Großbritannien extrem schlecht dastehe. Im Vergleich zum Jahr 2024 sank die Zahl der ausländischen Projekte in der EU um 7 Prozent, während sie in Deutschland um 10 Prozent zurückging – scheinbar eine Marginalie, deren Auswirkungen sich über längere Zeiträume hinweg allerdings akkumulieren.
Wie gesagt: Deutschland ist toxisch, für Investoren zu unsicher. Seine Politik: Wirrer ideologischer Humbug, mit dem die Bundesregierung das Schreckenswerk der beiden Vorgänger Olaf Scholz und Angela Merkel am Leben hält. Immerhin: Es ist beruhigend zu sehen, dass die EY‑Autoren darauf verzichten, der Bundesregierung die carte blanche auszustellen und die Misere bei den Investitionen einzig und allein auf die Irankrise zurückzuführen. Seit acht Jahren, so die Autoren, schrumpft die Zahl ausländischer Investitionen am Standort nun ohne Unterbrechung. Deutschland ist wieder auf dem Stand von 2009 angekommen. Das war der Beginn der großen Schuldenkrise vor anderthalb Jahrzehnten.
Das Katastrophenduo Merz und Klingbeil feuert derweil ununterbrochen mit der Schuldenbazooka in die Landschaft, in der Hoffnung auf ein neues Wirtschaftswunder. Doch leeren sich die Kanäle ihrer grünen Kunstökonomie und des Militärsektors, der eher einem schwarzen Loch als einer echten Industrie gleicht, immer zügiger. Nicht einmal einen nominalen Effekt, so etwas wie ein Strohfeuer von Scheinwachstum, hat die Schuldenorgie unter dem Label des Sondervermögens bislang erzeugt. Eine halbe Million Menschen sind im ersten Quartal in diesem Jahr aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden, lediglich der Staat schafft noch Scheinjobs – Zehntausende in jedem Quartal, die sich im Öffentlichen Dienst um den knappen Büroraum streiten werden, wenn das so weitergeht.
Zentralisierung von Macht schafft Ineffizienzen. Und der System‑Switch von der Sozialen Marktwirtschaft zur Staatswirtschaft kommt mit einem Preis. Unter den Bedingungen des Jahres 2005 würde die Privatwirtschaft gegenwärtig drei Prozent des BIP, oder etwa 140 Milliarden Euro, an Nettoinvestitionen in die Modernisierung und den Ausbau des Kapitalstocks investieren. Diese fundamentale ökonomische Kennzahl rutschte im vergangenen Jahr erstmals in den negativen Bereich. Die deutsche Wirtschaft zieht also Investitionen ab und bestätigt den Befund der EY‑Studie: Deutschland ist der toxischste Standort der OECD‑Staaten. Und Friedrich Merz wirft alles in die Waagschale, dass sich an diesem Befund in den kommenden Jahren nichts ändern wird.




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irgendwie schon komisch,mit dem Ende des „Schaufenster des Westens“/BRD nach dem Mauerfall begann das westdeutsche Industriesystem zu zerfallen und zu zerbröseln. Direkt daran beteiligt war daran übrigens die SPD in der Schröder-Koalition,als Sie Deutschland den Investment-Fonds öffnete.
Und seitdem geht es konstant bergab,nur das sich jetzt,mit der MAGA-Isolationistischen USA,die ganze Geschichte beschleunigt
ich behaupte mal,das waere auch ohne die grünen und ergrünten Irren unserer Politik passiert
Es ist doch nicht verwunderlich wenn aus der freien Wirtschaft niemand mehr in Deutschland investieren will, wenn der Staat in alle Entscheidungen eingreift und vor allem, falls es Gewinn gibt, das meiste abgreift und falls man wieder auswandern will eine 100% Wegzugs-Besteuerung anfällt
Nicht nur die großen Investoren machen einen Bogen um Deutschland, auch viele Kleinanleger. Statt einer Eigentumswohnung zur Vermietung in Schland investieren die Leute zurecht lieber in internationale Aktien, Edelmetalle, Auslandsimmobilien oder gleich in den privaten Konsum und buchen eine Kreuzfahrt…
Wackelstrom, Rekordenergiepreise, Luftsteuer, Weltsozialamt, Weltgesundheitsamt etc… etc… every ne endlose Liste, einen riesigen Bogen um Deutschland herum zu machen.
Außer man erhält Asyl.