Wenn Europa rasch für die Abwehr einer möglichen Bedrohung durch Russland bereit sein will, können sich die Regierungen nicht auf langfristige eigene Waffen-Entwicklungen verlassen, mahnt der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann. Den NATO-Partnern drohe ohne US-Waffen eine gefährliche Lücke.
picture alliance/dpa | Sebastian Christoph Gollnow
„Entwickeln wir eigene Fähigkeiten, braucht das Zeit. Jetzt haben wir keine Zeit“, betont Neumann in einem aktuellen Interview mit Politico. Deutschland und seine NATO-Partner müssten daher bewährte US-Systeme wie moderne Kampfflugzeuge kaufen, um schnell einsatzbereit zu sein – auch wenn die gewünschten Neubeschaffungen langfristig die europäische Rüstungsindustrie stärken sollen.
Neumanns Warnung fällt in eine Phase, in der die EU und die NATO-Partner zwar massiv in die eigene Verteidigungsindustrie investieren, die militärischen Lücken aber sofort geschlossen werden müssten: Die EU fördert gemeinsame Beschaffungen und setzt Regeln, die Nicht-EU-Länder wie die USA bei finanzierten Projekten auf maximal 35 Prozent begrenzen.
Doch diese Maßnahmen wirken langfristig. „Wenn die Aufgabe der Luftwaffe oder der NATO-Luftstreitkräfte darin besteht, so schnell wie möglich bereit zu sein, müssen wir möglicherweise kommerziell verfügbare Systeme beschaffen“, erklärt dazu Neumann. Solche Systeme erfüllen vielleicht nicht alle deutschen Wünsche, seien aber „das Beste, was man jetzt für die nächsten Jahre kaufen kann“.
Ein zentrales Beispiel ist der US-Kampfjet Lockheed Martin F-35 Lightning II: Berlin hatte bereits im Dezember 2022 den Kauf von 35 F-35A genehmigt – das ist ein Deal im Wert von 8,3 Milliarden Euro. Die Tarnkappenjets sollen die alternden Tornados ersetzen und unter dem NATO-Nuklearsharing auch Atombomben tragen. Der erste deutsche Jet soll im September von der US-Produktionslinie rollen, die ersten Maschinen werden voraussichtlich Ende 2027 auf dem Fliegerhorst Büchel eintreffen. Neumann deutete an, dass die Luftwaffe bereits über weitere F-35 nachdenkt: „Es gibt Ideen innerhalb der Luftwaffe, mehr F-35 zu beschaffen. Die Entscheidung liegt natürlich beim Verteidigungsministerium – und es gibt noch keine.“
Diese Debatte hat seit Juni 2026 an Brisanz gewonnen: Deutschland und Frankreich gaben das gemeinsame Projekt für eine neue Kampfflugzeug-Entwicklung im Rahmen des Future Combat Air System (FCAS) auf. Der Streit über die Führung und die Arbeitsanteile zwischen Airbus und Dassault führte zum Aus des bemannten „Next Generation Fighter“. Dazu Neumann: „Die einzige getroffene Entscheidung ist, dass wir keinen bemannten Führungsjäger gemeinsam bauen.“ Das breitere FCAS-Konzept lebe weiter. Deutschland plant stattdessen eine weitere Tranche Eurofighter (Lieferung 2031–2034). Ab 2035 dürfe es aber keine Kampfjets der vierten Generation mehr geben: „Alles darüber hinaus oder ab 2035 sollte fünfte Generation oder fortschrittlicher sein.“
Die europäische Industrie habe starke Kapazitäten, hinke aber bei Spitzentechnologie hinter den USA her. Neumann sieht US-Systeme daher als Brückenlösung, bis eigene oder europäische Projekte reifen. Gleichzeitig baut Deutschland eigene Strukturen auf – etwa ein nationales „Combat Cloud“-System mit dem Münchner Unternehmen Helsing.
Warnungen vor dem Jahr 2029
Neumanns Analyse wird durch die Warnungen deutscher Politiker untermauert: Mehrere führende Stimmen nennen das Jahr 2029 als kritischen Zeitpunkt, zu dem Russland angeblich die Fähigkeit haben könnte, NATO-Territorium – und damit Mitteleuropa – anzugreifen. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) warnte bereits 2024 eindringlich: „Wir dürfen nicht glauben, dass Putin an den Grenzen der Ukraine, wenn er so weit kommt, haltmachen wird. Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein. Wir müssen Abschreckung leisten, um zu verhindern, dass es zum Äußersten kommt.“
In späteren Stellungnahmen wiederholte er die Einschätzung: Russland könne bis 2029 in der Lage sein, zumindest einen teilweisen Angriff auf NATO-Gebiet zu wagen. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, griff diese Prognose auf und wiederholte sie öffentlich: Wladimir Putin sei bis zum Jahr 2029 in der Lage, einen Angriff auf NATO-Territorium zu wagen. Die Warnung basiert auf NATO-weiten Geheimdienstanalysen zur russischen Rüstungsproduktion, Truppenaufstockung und Kriegswirtschaft.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte und der britische Ex-Premier Keir Starmer nannten wiederum das Jahr 2030 als möglichen Zeitpunkt, zu dem Russland für einen Angriff auf Europa bereit sein könnte. Manche NATO-Übungen und Szenarien simulieren einen Angriff 2030 (etwa auf Estland). BND-Chef Bruno Kahl sprach vom „Ende des Jahrzehnts“.
Der ukrainische Geheimdienstchef Kyrylo Budanow gab den europäischen Nationen noch weniger Zeit für eine weitere Aufrüstung: Er warnte, dass russische Planungsdokumente eine Einsatzbereitschaft für Operationen gegen die EU bereits Anfang 2027 vorsehen. Die Pläne könnten sich noch ändern, aber das Zeitfenster sei nah.




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Die größte NATO- Erweiterung hat der Russe ganz rezent selbst gemacht, mit Finnland und Schweden – dank eigenen schlechten Benehmens. Die sind genauso in Panik in die NATO geflohen wie vorher die gesamte Slawerey samt anderen. Weil Europa ohne Russland keine gute Zukunft hat, hoffe ich auf eine Metanoia Moskaus, nachdem der Kreml derzeit in schierer Paranoia versinkt. Vllt. verhilft ihnen die Ukraine da raus, wer weiß … . Die sollen uns Russland an einem langen Seil anschleppen, in die NATO, mit der Oblast Kaliningrad, vormals Königsberg, als Hauptquartier. Unter den woken Augen des kategorischen Imperativs: Was du nicht willst,… Mehr
Zwei für mich unterschiedliche Themen: Westliche Werte in der Ukraine zu verteidigen, lehne ich ab. EU bzw. Nato Grenzschutz im Osten ohne Erweiterungsfantasien Richtung Rußland unterstütze ich.
Aber: D und die EU verschlafen alle wesentlichen Themen. Wenn das Wasser im Keller steht, dann fangen sie an, über Hochwasserschutz nachzudenken. Vorher niemals. Geld wird verpulvert, als ob der Goldesel Durchfall hat. Und wenn er am Durchfall so gut wie gestorben ist, dann bekommt er Abführmittel für Hochwasserschutz.
Bevor wir neue Waffen kaufen, sollten wir erstmal herausfinden wo unsere alten Waffen sind. Trotz Billionen, die seit 50 Jahren in BW und Bewaffnung versenkt wurden, ist Deutschland nicht verteidigungsfähig. Die Munition der BW reicht für drei Tage. Unter solchen Vorraussetzungen macht es keinen Sinn noch einen Cent mehr in Waffen zu investieren.
Das deutsche Militär kommt nicht einmal über die erste deutsche Brücke, – die kracht zusammen…..und die Soldat : innen müssen nach dem Auftauchen erst wieder die Löckchen zurechtgendern…..
Auf dem Bild über dem Artikel sieht man lediglich Wichtigtuer.
Man läßt gerade so viel Krieg zu, daß die Rüstungsindustrie immer neue Produktionsanreize erhält, denn niemand zerstört Land, das er zu beherrschen versucht….zu viel Krieg bedeutet immer Kontrollverlust….eine echte Pandemie bedeutet immer Kontrollverlust…..ein Blackout bedeutet immer Kontrollverlust….deshalb wird alles im Vorfeld geregelt. Dröhnchen, falsche Pandemiezahlen, Brownout….die Zukunft und feuchten Träume der Larrys und Billys….
Brücke: … der Russe aber auch nicht. Außerdem sitzt die BW bei den Polen, die kooperieren mit den polnischen Verbänden. Mit dem Eisernen Kreuz der Wehrmacht! Ein echtes Wunder, nach allem, was die Deutschen da mal angerichtet haben. Dem Russen sei Dank. Immerhin hat er es durch schlechtes Benehmen fertig gebracht, dass nunmehr die Slawerey nicht mehr zu gemeinsamer Hand auf uns losgeht. Mir soll’s recht sein.
Versteht sie das?
So ist es. Allein seit 2000 hat die bunte Beamtenwehr rund 1.000 Milliarden Euros versenkt – ohne greifbaren Kompetenzgewinn. Manche Spaßvögel nennen das auch „Kaputtsparen“ 🙂
Zitat: „sollten wir erstmal herausfinden wo unsere alten Waffen sind. Trotz Billionen, die seit 50 Jahren in BW und Bewaffnung versenkt wurden“ > Na, weil einerseits vieles militärisches Gerät von uns selber vernichtet wurde und weil zum anderen viele unserer militärische Waffen und Materialien einfach kaum noch gepflegt oder nachgegerüstet/-gekauft wurden weil man die Milliarden lieber für irgendwelches Gutmenschentum und grümwokelinke „Ideologien & Gedöhnse“ weltweit (inkl EU-Brüssel) mit vollen Händen verteilt und verpraßt hat. Als ich z.Bsp während den 70ern als Z4 beim Bund war, da gab es noch an die 3000 Panzer und gefüllte Lagerstätten. Heute zum Bespiel und… Mehr
Es sollten zwei Dinge säuberlich voneinander getrennt werden: Der vermeintlich russische Angriffswille und unsere eigene Fähigkeit zur Landesverteidigung. Auf das erstere will ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen, das ist mir zu lächerlich. Unser Beschaffungswesen für die Bundeswehr beschäftigt rund 11.000 zivile Mitarbeiter, das sagt eigentlich schon alles. Es lohnt an dieser Stelle ein Blick nach US: Dort werden Entwicklungsaufträge für Waffensysteme an die Industrie vergeben, und wer das beste Produkt entwickelt hat, bekommt den Auftrag. Und mit Frankreich ein Projekt gemeinsam entwickeln wollen, das sind Wunschträume – die Franzosen waren schon immer Eigenbrötler und wollen ihre Dominanz ausspielen.
Russland könnte auch eine deutsche Stadt mit Nuklearwaffen angreifen. Würden die Vereinigten Staaten oder Frankreich dann ins atomare Risiko gehen und Chicago oder Marseille für, sagen wir Hamburg, opfern? Deutschland hat keine eigenen Atomwaffen, aber Merz handelt, als hätte er welche. Jedenfalls würde bei einem russischen Nuklearschlag auf Deutschland die Militärhilfe für die Ukraine sofort beendet und ausserdem der Zusammenhalt der Nato auf eine ernsthafte Probe gestellt. Es wäre für Putin ein echter Befreiungsschlag, der ihm, wenn es schlecht läuft, eine größere russische Stadt kosten könnte(danach würde wohl verhandelt)o, andernfalls aber hätte er die Nato als Bündnis vorgeführt. Der Zeitpunkt… Mehr
Da scheint es ja noch einige zu geben, die an den erneuten Sieg glauben und das gegen eine Siegermacht und einer der größten Besatzungsmächte in unserem geteilten Land darstellten und dann friedlich abgezogen sind und als Belohnung für ihr Entgegenkommen, rasseln wir wieder mit dem Säbel, was doch nicht mehr nachvollziehbar ist. Das alles ist der böse Einfluß der US-Demokraten, die jeden Kontakt zu den Russen aus der inneren Furcht heraus verhindern wollen, daß Deutschland und Rußland eins wären und bis dahin kann man ja deren Absichten noch nachvollziehen, nicht aber das Verhalten der deutschen Regierungen, die sich zum Spielball… Mehr
Wenn man Verteidigungsbereitschaft und Abschreckung herstellen will, was die europäischen Nato tatsächlich mit einem viel höheren Autonomiegrad von den USA erreichen sollten, dann muß man wissen gegen wen und gegen was. Dazu muß man tief in einem Verständnis der Waffentechnik stehen. Die Politik ist auf die Fachexperten angewiesen – sie dürfen nicht nur auf Einzelne hören, sondern müssen sich auch die Experten von Partnerländern anhören. Es scheint jedenfalls plausibel, dass relativ kurzfristig, für die nächsten 2-5 Jahre, keine oder wenig europäische Entwicklungen und Produktionen für technisch sehr komplexe Systeme zur Verfügung stehen. Das Weiße Haus hat auf seiner Web-Site nicht… Mehr
Das ist für Russland und die Welt eine gute Nachricht.
US Waffensysteme sind überteuerte, ineffektive Geldverschwendung.
Wenn die Deutschen dafür ihre Schulden rausholen, gut für alle. Damit wird Deutschland nicht zur Gefahr.
Der einzige Grund für Putin die EU anzugreifen liegt an der EU und Nato selbst. Nämlich deren Druck und Provokationen. Ansonsten? Was wollte er mit einer finanziell und moralisch bankrotten EU, voll mit linksgrünen Ideologen und einem Schattenheer muslimischer Kulturbereicherer? Abgesehen davon, was richten konventionelle Waffen – europäische wie amerikanische – gegen die Oreshnik aus? Gegen Drohnenattacken? Siehe Ukraine als auch Iran. Aber immerhin steht ein Datum im Raum – spätestens 2030. Na immerhin. Wenn die kriegsgeile EU samt GB so weitermachen, wird er wohl nicht so lange warten. Scheinbar werden wir von Couchgenerälen beraten. Leider ist die Weltpolitik aber… Mehr
Für jedes Rüstungprojekt, vor allem mit anderen EU-Ländern brauchen wir 20 bis 30 Jahre. Die Entwicklung des Eurofighters Typhoon z.B. reicht bis Mitte der 1970er Jahre zurück. Das deutsch-französische Gemeinschaftsprojekt FCAS, 2017 begonnen, mit geplanter Indienststellung 2040, wurde abgebrochen. Der Kampfpanzer Panther von Rheinmetall,seit 2015 in der Entwicklung, ist auch noch weit von der Einführung entfernt. Da muss man eben zukaufen. Aber selbst das überfordert die Politik und die Bundeswehr. US-Hubschrauber, die seit Jahrzehnten bewährt sind, werden einfach nicht angeschafft. Man prüft, holt Angebote ein, prüft erneut, verändert die Angebote, prüft wieder … Es liegt an der Verantwortungslosigkeit, die hier… Mehr