Die Regierung kontrolliert die Bürger immer stärker. Zugleich zahlt sie noch immer hohe Summen an Medien, Agenturen und Influencer, um sich besser zu präsentieren. Die Nachteile für den Bürger sind viele: hohe Ausgaben, undurchsichtige Lobby-Connections und eine Regierung, die sich beweihräuchern lässt.
picture alliance/dpa | Elisa Schu
Die Bundesregierung interessiert immer mehr, was die Bürger sind (Kontrolle, Durchleuchtung, digitale Scans), und immer weniger, was sie wollen. Dafür gibt sie immer mehr für die korrekte „Information“ der Deutschen aus – und kämpft so in ihrer eigenen Weltsicht wohl auch gegen falsche Informationen an.
Die Regierung will den Bürger lenken, ihn anstupsen und zu sinnvollem Verhalten bringen. Aber viele Bürger werden das gar nicht wollen, es vielmehr als ziemliche Geldverschwendung ansehen. Freuen tun sich ganz gewisse Medien, Agenturen und Influencer, die an dem Modell verdienen und so zugleich Zugang zu höheren Kreisen erhalten. Ein undurchsichtiges Lobby-Konglomerat ist so im Laufe der Jahre entstanden – im Zentrum das Familienministerium von Karin Prien.
Von sich aus veröffentlicht die Bundesregierung nur eine Liste der „Öffentlichkeitsmaßnahmen der Bundesregierung“, die jeweils halbjährlich aktualisiert wird. Offen bleiben dabei die Kosten der verschiedenen Maßnahmen. Danach fragte nun die AfD-Fraktion im Bundestag unter Federführung des medienpolitischen Sprechers der Fraktion, Martin Erwin Renner.
Für die Bundesregierung antwortete deren Presse- und Informationsamt und beschied die Fragesteller zunächst damit, dass die Bundesregierung durchaus über ihre Arbeit zu informieren habe, und zwar „verständlich und bürgernah“. Um Werbung handele es sich dabei aber nicht, sondern um „Information im Sinne des verfassungsrechtlichen Auftrags“. Man wirbt nicht für sich, sondern informiert über seine Politik.
Zum Teil sind Agenturen auch gleich Lobby-Gruppen
Im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung erneut fast 60 Millionen Euro für ihre sogenannten „Informationsmaßnahmen“ ausgegeben, genau gesagt waren es 59.960.593,68 Euro. Das ist wohlgemerkt nur die Summe, die über Medienagenturen abgerechnet wurde. Daneben flossen rund 250.000 Euro an Influencer. Einige interne Kosten für Veröffentlichungen über eigene Kanäle der Bundesregierung dürften auch noch hinzukommen.
Der größte Ausgabenposten ging in Online-Maßnahmen mit rund 30 Millionen Euro (29.966.452,97 Euro). Es folgte die Außenwerbung, also Plakate und ähnliches, mit 18,4 Millionen Euro (18.444.101,69 Euro). Weitere 3,4 Millionen Euro wurden für Fernsehwerbung verwendet, 2,6 Millionen Euro gingen an die gedruckte Presse für Anzeigen der Bundesregierung, 1,7 Millionen Euro an den Hörfunk. Hinzu kamen 1,2 Millionen Euro für „crossmediale“, also medienübergreifende Maßnahmen, und für Kinowerbung im Sinne der Bundesregierung gingen 748.203,15 Euro drauf. Über solche Anzeigen freuen sich natürlich auch die betroffenen Medien – es sind sozusagen indirekte Subventionen, die zugleich das Wohlwollen ganzer Medienbranchen für die Regierung einkaufen.
Unter den beauftragten Werbeagenturen stechen immer wieder dieselben bekannten Namen hervor, so jener der familie redlich AG, die schon 2022 zur „Leadagentur“ des Entwicklungsministeriums wurde. Auch die Agentur Scholz & Friends ist mit ihren diversen Ablegern ein alter Bekannter aus der Berliner Polit-Szene. Groß im Polit-Geschäft sind auch Agenturen wie Zum goldenen Hirschen Berlin oder 365 Sherpas, wobei letztere allein mit 26 konkreten Regelungsvorhaben im Lobbyregister der Bundesregierung auftaucht. Darunter sind Interventionen zur Novellierung Kraft-Wärme-Koppungsgesetz (KWKG) oder zur Transformation der Gas-/Wasserstoff-Verteilernetze, zur Erweiterung der Tierhaltungskennzeichnung und zur medizinischen Forschung. Das ganze Paket wirkt dabei durchaus grün-technokratisch mit leicht humanitärem Anstrich. Hier ergibt sich also immerhin eine interessante Überschneidung, wenn nicht ein Interessenkonflikt.
Daneben sticht ein Partner heraus: Die Mediaplus Germany GmbH & Co. KG wurde 2021 zur „Leadagentur für crossmediale Kampagnen“ der Ampelregierung und hatte seitdem die Aufgabe, die Werbeanzeigen online, im Außenbereich und in den verschiedenen Medien (Fernsehen, Print, Funk) zu schalten. Mediaplus ist weiterhin gut im Geschäft – auch unter Schwarz-Rot.
Neujahrswünsche aus dem Hause Warken für 1,4 Millionen Euro
Welches Ministerium gab nun am meisten Geld aus und wofür genau? Besonders ausgabefreudig war das Familienministerium der CDU-Frau Karin Prien mit Werbeausgaben von 5,3 Millionen Euro. Das Ressort scheint sich mit seinem Bandwurm-Namen sehr nachhaltig zum modernen Propagandaministerium gewandelt zu haben. Unter den Ausgaben ist auch die Jahresgroßkampagne der Queerbeauftragten der Bundesregierung – seit Mai 2025 ist das Sophie Koch (SPD) – zum Preis von 305.528 Euro.
Der Hauptkostenpunkt war allerdings die Kampagne „Pflege kann was“ zur Gewinnung von Lehrlingen in der Pflege (2,6 Millionen Euro). 1,4 Millionen Euro flossen für die Kampagne „Pflegeeltern – Zeit, die prägt“. Die Regierungskampagne „Allianz gegen Einsamkeit“ verschlang 912.183 Euro. Das sind allerdings die reinen Schaltkosten. Hinzu kommen jeweils die Agenturhonorare und „Kreationskosten“.
Es folgte das Bundespresseamt – geleitet vom Ex-Journalisten Stefan Kornelius (vormals SZ), der auch die Antwort der Bundesregierung schrieb – mit 4,9 Millionen Euro. Davon gingen allein 4,7 Millionen an die Kampagne „Das kann Deutschland“, was man auch als „Das kann Schwarz-Rot“ übersetzen könnte. Rund 195.000 Euro kostete daneben die Werbung für den Tag der offenen Tür der Bundesregierung.
Einige Schmankerl aus anderen Ministerien darf man nicht übergehen: 346.099,71 Euro gab das Entwicklungsministerium von Reem Alabali Radovan (SPD) für die Inklusionskampagne „Sorry, I can’t. But together we can” anlässlich des Global Disability Summit 2025 aus. Das Verkehrsministerium unter Patrick Schnieder (CDU) spendierte 101.500 für die Kampagnen #mehrAchtung und „Runter vom Gas/Verkehrssicherheit“. Auch für dieses Geld hätte sich mancher bessere Ausgabeziele denken können.
Aufträge an Influencer – Schattenarmee der Regierung?
Ein besonders unklarer Punkt sind indes Kampagnen, zu deren Realisierung sich die Bundesministerien an Influencer wandten. Das heißt an öffentliche Personen, die anscheinend auf eigene Rechnung irgendwo online posten, egal ob auf Instagram, X oder TikTok. Zu den derart öffentlich kofinanzierten Influencern gehört etwa eine Hülya Marquardt (@huelya_dennis), die auf Instagram als „Mother and wife“ sowie „Fashion Boutique Owner“ auftritt und nur sehr belanglose Urlaubsbilder zu posten scheint, während ihre Posts auf X „geschützt“, also nur noch privat einzusehen sind.
Als Bürger will man eigentlich nicht „unter der Hand“ von der Bundesregierung „informiert“ werden – da, wo gar nicht Bundesregierung draufsteht. Wenn schon, dann sollten die amtlichen „Informationen“ über das ‚segensreiche Wirken‘ der Regierung mit offenem Visier an den Mann gebracht werden. Und natürlich mit eindeutigem Preisschild, das immer wieder fehlt, weil angeblich schwer zu eruieren, nicht nur im Falle der Influencer. Einzelne Projekte verschlangen hierbei fast durchweg fünfstellige Summen, die meistens auf verschiedene Influencer aufgeteilt wurden.
Schlussendlich: Als von der Polit-Werbung betroffener Bürger denkt man sich, dass man auf all das auch gerne verzichten könnte. Man würde hier gerne ein „A fuera“ aussprechen. Denn Aufgabe einer Bundesregierung ist es, anständig zu regieren und dabei Ergebnisse zu erzielen, die für sich selbst sprechen. Werbung bräuchte eine solche Bundesregierung keine, auch keine Erziehungsmaßnahmen für das Volk – egal ob in Corona-Zeiten oder darüber hinaus. Auch die Anwerbung von „Fachkräften“ dürfte man durchaus vernünftigen Regeln überlassen. Man will keine Regierung, die einen von oben herab belehrt oder zu irgendetwas ermuntert, haben. So einfach ginge das, und schon wäre der Steuerzahler wieder 60 Millionen Euro im Jahr reicher.





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So eine blendende Schönheit!
Stimmt. Sie ist quasi eine Blenderin🤣
Es ist schon erstaunlich, wieviel Geld die Regierung und ihre Ministerien für Werbung in eigener Sache ausgibt. Dennoch habe ich zumindest rein gar nichts davon gesehen und zudem stellt sich mir sowieso die Frage, ob diese Steuergeldmillionen nicht beim Ausbau der Digitalisierung unserer Behörden deutlich sinnvollere Verwendung fänden.
Womit wir beim nächsten Punkt wären: Die Oppositionspartei bedient sich schon seit längerem und sehr erfolgreich zwecks Werbung und Wählerkontakt der äußerst kostengünstigen digitalen Möglichkeiten.
Der Verfasser könnte eine Verbindung zu Adenauers Reptilienfonds herstellen. Hätte es damals schon Internet und Social Media gegeben, hätte man es auch genutzt. Und nicht zu vergessen: Adenauer wollte das ZDF als Regierungssender!
Wenn ich schon das so teilnahmslose, wie abgearbeitete Gesicht sehe, werde ich wütend. Aber ganz abgesehen davon frage ich mich, woher diese Leute eigentlich die absolute Frechheit nehmen, den Bürger erziehen zu wollen? Ganz abgesehen davon, dass jemanden wie mich diese 60-Millionen-Euro nichtmal im Millicent-Bereich tangieren! Wer soll also überhaupt erreicht werden und vor allem warum?
Loser inszenieren immer große Events, um sich zu feiern.
Winner brauchen das nicht, sie werden gefeiert…
Diese Kampagnen scheinen ja äußerst wirksam zu sein, betrachtet man die Zustimmungswerte der Regierung Merz:
79% sind unzufrieden.
60 Millionen Ausgaben, damit der Bürger die Regierung toll findet ?
Das sagt viel über die aktuelle(n) Regierung(en) aus. Denn früher versuchten Diese durch Taten zu glänzen.
Es ist keine Information, denn dafür würde es reichen, wenn die Bundesregierung den Bürgern mitteilt, dass ein neues Gesetz in Kraft getreten ist und welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen oder welche Pflichten bestehen. Sobald eine Wertung, eine Bitte oder Aufforderung enthalten ist, wurde die Informationsebene verlassen. Unseredemokratie betreibt nicht selten schlicht Stalking und behelligt uns mit radikalen und/oder streng einseitigen Interpretationen samt dem Anspruch, die Bürger und das Grundgesetzes für die eigene Weltsicht exklusiv vereinnahmen zu dürfen. Werbung ist das nicht, denn hier besteht ja kein Über- Unterordnungsverhältnis: Cola behauptet ja z. B. nicht, ich würde die Menschenwürde missachten, wenn… Mehr
Und ich dachte, offenbar vollkommen naiv, dass wir uns den teuersten ÖRR auch deshalb leisten, damit dieser uns wichtige Vorhaben und Beschlüsse der Regierung mitteilt und gegebenenfalls auch erklärt. Mein Fehler.
Traditionell lassen sich die Deutschen lenken, bis über die Klippe hinaus.
Die Regierung will die Bürger lenken (geau) „zu sinnvollem verhalten bringen“ Einspruch Die Regieruing will die Bürger dazu bringen zu machen und gut zu heißen, was sie will und zu ihrem eigenen Vorteil ist, ganz nach ihren IOdeologien. Was für die arbeitenden Bürger real aus ihrem taglichen Alltag heraus wirklich sinnvoll ist können die Regierenden doch gar nicht beurteilen, wissen sie nicht, interessiert sie auch überhaupt nicht. Was sie interessiert ist ihr persönliches Wohlergehen und vorteilhaftes für sich selbst. Selbst noch nie wirklich gearbeitet oder länger gearbeitet, wirkliche etwas geleistet, außer Andere auszunehmen. Dem entsprechernd und nach Ihren Ideologeien, Vorstellungen… Mehr
Diese Propaganda ist die Veruntreuung von Steuergeldern, die durch dieses linke Mafia-System legalisiert worden ist, so wie sie es mit allem machen. Und zu den 60 Millionen kommen natürlich noch die 9 Milliarden für die Staatsfunk-Propaganda!