Danke, Griechenland! Du hast uns die Augen dafür geöffnet, wie marode die Eurozone wirklich ist, und gehst selbst dabei drauf. Ein Stück aus dem Tollhaus, auch für Anleger beachtlich, die nicht wissen, was sie mit ihrem Geld anfangen sollen.
Staats- und Bankenpleiten in Griechenland, neue griechische Währung, Abschreibung der Forderungen an Griechenland durch die EZB, durch verschiedene Euroländer und speziell Deutschland (allein hier nahezu 90 Milliarden Euro!) und nicht zuletzt erhebliche Unruhen an den Börsen. Das und einiges mehr ist die logische Konsequenz aus der griechischen Volksabstimmung vom Sonntag. Ob es in dem einen oder anderen Detail weniger dramatisch kommen könnte, falls die Politik eingreift, spielt da kaum noch eine Rolle.
Manche Partnerschaften sind einfach nicht für die Ewigkeit geschaffen. Das trifft auf Partnerschaften zwischen zwei Menschen, die in einer Ehe oder eheähnlichen Gemeinschaft leben, ebenso zu wie auf Staatengemeinschaften. Wenn sie zu eng miteinander geworden sind, ohne Gemeinsamkeiten zu haben.
Mit der Titel-Geschichte „Bauch weg“ setzt FOCUS seinen Schwerpunkt Gesundheit und Fitness fort. Wie man „das Fett vom Bauch als Muskeln in Schultern und Brust“ kriegt, kann man auch anderswo lesen. Aber wer danach bisher nicht suchte, findet sich hier gut bedient. Im Sub-Titel "Griechenland-Kollaps" finde ich nichts Neues.
JobScout, Jobagent, Jobwinner, Topjob, Monster… und wie sie alle heißen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, die online VermittlerBörsen treiben es bunt. Ihre anglisierten Namen erinnern an Abenteuer und gute Taten des einen für alle (Scout) im Dienste Ihrer Majestät (Agent) auf der Suche nach ultimativer Eroberung (Top) oder an die unheimliche Begegnung der dritten Art (Monster). In ihren satt gefütterten Bäuchen tummeln sich unzählige Agenturen, beauftragt, für unterschiedliches BranchenKlientel des Erwerbslebens ‚human capital‘ zu akquirieren, rekrutieren.
Was kann man zum Thema Griechenland in einem Wochenmagazin schreiben, wenn der Ausgang des Referendums am Sonntag die Diskussion wieder in eine andere Richtung treiben wird? So beleuchten gleich vier Ressorts das Thema aus ihrer Sicht – mit routiniertem Geschick und Bravour, in der Hoffnung, dass die gestreuten Aspekte auch am Montag noch Gültigkeit haben.
Alle reden vom Grexit - das ist der Ausstieg des winzigen Griechenlands aus der Euro-Zone. Aber wie die Politiker damit umgehen, entscheidet über etwas viel Größeres: den Brexit.
Das ist das Nein des großen Großbritanniens. Die Insel will noch 2017 darüber abstimmen, ob sie in der Europäischen Union bleibt oder nicht. Es ist ein lange und kühl geplantes Referendum, nicht eine hitzige Trotz-Reaktion wie in Athen.
Die Linkspartei ist im Kampfmodus. Sie will die armen Griechen vor Strukturreformen bewahren und dem vielen schlechten Geld noch mehr gutes hinterherwerfen. Pech, dass laut ZDF-Politbarometer nur 28 Prozent der eigenen Wähler für mehr Zugeständnisse an Athen eintreten. Beim eigenen Geldbeutel hört die internationale Solidarität eben auf.
Ratspräsident Donald Tusk gibt den Kammerton vor. "Hier ist niemand ein Engel", sagt er offenkundig auf alle Beteiligten gemünzt. Tusk fügt hinzu: "Unser Hauptziel ist der Zusammenhalt der Eurozone." Das klingt nicht nur nach Draghis "Whatever it takes", sondern ist es auch. Tusk spricht von einem ganz neuen Ansatz, einen bankrotten Staat in der Eurozone zu halten, von einem Warteraum in der Eurozone, formal drinnen aber in einem Schwebezustand, aus dem der Staat später wieder ganz zurückkehrt, aber nie wirklich draußen ist.
Es gibt Bücher, welche die geistige Verfassung einer Zeit, einer Schicht, einer intellektuellen Elite schlaglichtartig beleuchten. Ein solches Buch ist einem Außenseiter ohne Vorbereitung und Vorankündigung gelungen. Wer wissen will, was sich in Kreisen von Attac, Grünen und Linken an politischer Aufklärung, an sozialer Hellsicht und historischem Überblick in aller Stille entwickelt hat, der sollte dieses Buch studieren. Obwohl außerhalb des akademischen Betriebs entstanden, ist es dennoch von einem Meister geschrieben, der mit gleich gut fundiertem historischen Wissen über die steinzeitlichen Anfänge menschlicher Historie wie über den Kapitalismus der Neuzeit schreibt. Dem Autor geht es darum, die Gründe aufzuzeigen, warum Geschichte von ihrem Anfang bis heute, immer wieder zu einem Irrweg wurde, wo Menschen andere Menschen beherrschten und sich gegenseitig das Leben zur Hölle machten, kurz sich selbst in Zwangsjacken der Macht stecken ließen – in das Gehäuse der Megamaschine.
Geld weg? Pleite? Staatsbankrott? Keine Sorge, den Richtigen hilft einer immer und hintenrum zum nächsten Schoppen: Super Mario!
Achim Winter und Mick Knauff über Mario Draghi - und wie der EZB-Chef alles wieder gut macht, wie früher Omi Winter.
Es gibt kaum noch eine echte Wirtschaft in Griechenland außer ein paar Hotels; das griechische Bruttosozialprodukt beträgt nur zwei (2!) des europäischen, die griechische Krise köchelt seit 5 Jahren vor sich hin - worüber regen sich eigentlich Börsianer auf? Woher kommt die Angst vor Ansteckung und Kursverlusten? Denn eine echte Ansteckungsgefahr besteht nur in Wirtschaften, die noch schwächer sind als Griechenland. Bosnien-Herzegowina fürchtet um seine Banken, die griechische Staatsanleihen besitzen und im übrigen sind die Länder miteinander wirtschaftlich verflochten. Aber ein Argument für die Weltbörsen ist das auch nicht. Tatsächlich hat Griechenland keine wirtschaftliche Bedeutung - wohl aber politische.
Mit "Athen ist Pleite", Euro-Rettungsfonds erklärt Griechenland für insolvent, starten die meisten Liveblogs. Und setzen fort mit Hamsterkäufen, Schlangen vor Lebensmittel-Läden, Apotheken und Tankstellen. In den Meinungsumfragen führt das Ja-Votum leicht, melden viele. Zwei Drittel der Einsätze bei britischen und irischen Buchmachern wetten auf Ja. Darauf ist mehr Verlass als auf Umfragen. Der Spieltheoretiker Varoufakis könnte uns erklären warum.
Angela Merkel ist nicht Kanzlerin der EU. Aber die Berufseuropäer lassen sie gerne vorangehen. Sie sprach: Verhandelt wird erst nach dem griechischen Plebiszit - basta. Stimmen die Hellenen gegen die links-rechts-radikale Regierung Tsipras-Kammenos, fühlen sich die EU-Oberhäupter noch mehr bestätigt, alles richtig gemacht zu haben. Merkel und die anderen kontinentalen Regierungschefs deuten die momentane Einigkeit falsch, wenn sie glauben den Plan von Juncker, Tusk, Schulz, Dijsselbloem und Draghi zur "Vollendung" der Wirtschafts- und Währungsunion in dieser Stunde über die Bühne ziehen zu können. Schuld am Griechenland-Desaster sind alle; Demut ist angesagt, nicht Hochmut.
Auch für die 64 Bundestagsabgeordneten der Linken gilt Artikel 38 Grundgesetz: „Sie sind Vertreter des ganzen Volkes“. Aber irgendwie fühlt sich Gregor Gysis bunte Truppe zu Höherem berufen: Sie sieht sich obendrein als Sachwalterin der Griechen, jedenfalls all jener Griechen, die Alexis Tsipras und seinen Finanzminister Yanis Varoufakis für Heilsgestalten halten. Wer gesehen hat, wie die Linken-Vorsitzende Katja Kipping dem griechischen Premier bei einem seiner Deutschlandbesuche verzückt um den Hals fiel, weiß, da agiert zusammen, was zusammen gehört.
Katastrophen kommen eigentlich überfallartig, überraschend, unerwartet. Das Desaster um Griechenland hingegen erleben wir in Zeitlupe und jeweils mit Ansage. Und dennoch lassen wir es geschehen. Warum eigentlich? Was passiert da gerade in Europa, dass so grundlegend an Grundfesten wie Partnerschaft, Respekt und in Ansätzen auch europäischer Solidarität gerührt werden kann?
Griechenland, Griechenland, Griechenland: Irgendwie scheint zu Grexit, Schuldenschnitt, Notkrediten, Parallelwährung, Reformen und Hilfsprogrammen alles gesagt zu sein - und zwar von allen. Zugleich wabern Mythen und Legenden durch die Debatte. Sie machen aus den Regierenden in Athen Helden - und alle anderen zu Schurken.
Immer mehr wollen das Volk über den Einsatz seines Geldes für andere Länder abstimmen lassen. "Ich würde mir wünschen, dass auch die deutsche Bevölkerung zu wichtigen Problemen befragt würde - auch zu der ganzen Rettungspolitik, schließlich sind wir es, die bezahlen" sagte Sahra Wagenknecht der Passauer Neuen Presse. Der deutschen Regierung traut sie nicht zu, mit der "Rettung" aufzuhören und setzt auf die Griechen: "Ein griechisches Nein würde verhindern, dass wieder Milliarden verschleudert werden." Die FAZ brachte das Meinungsbild in und um Griechenland und die EU auf die Formel: "Lechts und rinks sind leicht zu velwechsern".
Sind Tsipras und Varoufakis verrückt oder steckt hinter ihrem Vorgehen doch eine Strategie? Ersteres überwiegt derzeit in der Berichterstattung. Sie seien unberechenbar, unfähig und undankbar, wird überall gerufen. Die beiden Griechen hätten gar keine Strategie, sondern würden nur pokern und die Wirklichkeit würde sie jeden Tag aufs Neue einholen. Doch vielleicht steckt dahinter doch eine Strategie, die in zwei Phasen abläuft.
Die Manager des amerikanischen Fahrdienstes Uber Pop werden zu einem Gespräch gebeten und dann von der französischen Verkehrspolizei (!) festgenommen. Die Obrigkeit will nicht warten, bis die Gerichte entschieden haben, ob der Uber Service dem französischen Recht entspricht. Nicht das Recht herrscht, sondern die Obrigkeit will ihren Willen durchsetzen, egal ob der Rechtens ist oder nicht.
Ob die Eurogroup Griechenland überhaupt aus dem Euro werfen darf, ist rechtlich mindestens unklar. Dass die EZB beim permanenten Gelddrucken gegen jedes Recht der EU und der Mitglieder verstösst, ist offenkundig. Wie immer die Volksbefragung in Griechenland ausgeht, den Aufstand in allen EU-Ländern gegen eine Politik, die sich über das Recht hinwegsetzt, beflügelt das Athener Orakel allemal.
Ein „Grexit“ – also das Ausscheiden Griechenlands aus der…






















