Argentinien dreht gegen Ägypten ein fast verlorenes WM-Spiel. Messi verschießt einen Elfmeter, trifft doch noch, weint nach dem Drama – und Ägypten wirft Schiedsrichter Letexier schwere Fehlentscheidungen vor.
picture alliance/dpa | Tom Weller
Kein Spiel für schwache Nerven. Die argentinischen Fans hatten sich bereits auf eine triste Nacht eingestellt, mancher Reporter hatte den Abgesang auf die Nationalelf um Lionel Messi wohl schon in die Überschrift fabuliert. Dann kam die Wende. Der Traum der Albiceleste von der erfolgreichen Titelverteidigung lebt weiter. Und wie.
Argentinien gewann gegen Ägypten ein Spiel, das zwischenzeitlich schon verloren schien. Die Pharaonen spielten die Gauchos phasenweise schwindlig: präzise, mutig, frech. Zeitweise hatten sie den Weltmeister derart im Griff, dass man sich fragte, ob hier gerade wieder die Geschichte eines Underdogs geschrieben wird.
0:2. Die Argentinier lagen da wie ein Angus-Steak auf dem Grill – gut durch und kaum noch zu retten. Sie wirkten wie ein Boxer, der nur noch auf den Schlussgong wartet. Oder wie ein Orchester, das plötzlich ohne Dirigenten spielt. Und trotzdem stand da noch einer: Lionel Messi.
Ja, auch der Größte zeigte wieder seine menschliche Seite. Er verschoss erneut einen Elfmeter. Ein Raunen ging durchs Stadion. Kurz schien sogar der Fußballgott wegzusehen. Doch Messi wäre nicht Messi, wenn er sich davon unterkriegen ließe. Wenig später drosch er den Ball mit dem Schienbein unter die Latte. Kein Gemälde für das Fußballmuseum, eher ein glücklicher Pinselstrich. Aber Schönheitspunkte gibt es bei einer WM keine.
„Leo“ Messi hält sich. Während Neymar, Casemiro und Cristiano Ronaldo ihre Nationalmannschaftskarrieren bereits beendet haben und ihre Ära langsam Geschichte wird, schreibt der kleine Argentinier weiter an seinem ganz persönlichen Fußballmärchen. Die nächste Generation klopft längst laut an die Tür. Irgendwann wird sie übernehmen. Aber noch gehört die Bühne einem 39-Jährigen, der sich einfach weigert, den letzten Akt zu spielen.
Nach dem Schlusspfiff brachen alle Dämme. Messi heulte Rotz und Wasser. Tränen der Erleichterung, Tränen eines Mannes, der genau weiß, dass jede WM sein letztes Kapitel sein könnte. Teamkollegen umarmten ihn, die Familie auf der Tribüne weinte mit. In solchen Momenten ist selbst der größte Fußballer der Welt einfach nur ein Mensch.
Auf der anderen Seite standen Männer mit leerem Blick. Ja, die Ägypter konnten einem leid tun. Kapitän Mohamed Salah bewahrte dennoch Contenance und gratulierte artig – mit Tränen in den Augen.
Ein kurzer Blick zurück zum argentinischen Nachbarn Brasilien: viel Melodramatik. Brasiliens Casemiro, ebenfalls über 30, hatte nach dem Aus seiner Seleção gegen Norwegen gesagt, er gehöre leider zu jener Generation, die keinen großen Titel gewonnen habe. Ein Satz, der wehtut. Danach wollte er nur noch nach Hause. Zu seiner Familie. Mehr nicht.
Familie – das ist überhaupt das große Thema dieser WM. Bei den Argentiniern ist sie immer dabei: Eltern, Ehefrauen, Kinder, Geschwister. Auf den Rängen wurde gewedelt, gesungen und geschrien. Gegen Ägypten herrschte eine Atmosphäre wie in der Bombonera bei einem Boca-Superclásico. Das Stadion bebte im blau-weißen Rhythmus.
Als die Uhr erbarmungslos Richtung Verlängerung tickte, dürfte sich mancher Argentinier gedacht haben: Elfmeterschießen? Bitte nicht. Nicht schon wieder dieses Nervenroulette. Noch eine Minute. Dann fiel das 3:2. Die pure Gefühlsexplosion.
Das Stadion verwandelte sich in ein einziges blau-weißes Tollhaus. Menschen sprangen übereinander, Fahnen flogen durch die Luft, die Gesänge wollten gar nicht mehr aufhören. Gleichzeitig dürften in Buenos Aires, Rosario und jeder noch so kleinen Ortschaft Argentiniens die Straßen gebebt haben. Der Weltmeister lebt.
Und mit ihm lebt auch der Traum von der Titelverteidigung. Es sei denn, das Spiel geht tatsächlich noch in die Beschwerdeverlängerung. Der ägyptische Frust sitzt natürlich tief, den sicher geglaubten Sieg noch verspielt zu haben. Obwohl das vermeintliche 2:0 in der 58. Minute vom Schiedsrichter kassiert wurde, nachdem sich der VAR eingeschaltet und Letexier auf ein Foulspiel in der Entstehung des Treffers hingewiesen hatte, trafen die Kicker vom Nil später dennoch zum 2:0. Hätte, hätte, Fahrradkette. Wäre dann etwa das 3:0 gefallen? Alles müßig.
Angreifer Mostafa Ziko wollte sich wohl nicht mit dem Schicksal arrangieren. Nach dem Abpfiff wurde es starker Tobak: „Der Schiedsrichter war unfair, absolut unfair.“ Ja, die WM sei manipuliert. Ganz unsportlich sandte er noch vergiftete Glückwünsche an Argentinien zum vorzeitigen Gewinn der Weltmeisterschaft: „Das ist alles geplant.“ Der ägyptische Fußballverband hat tatsächlich Beschwerde gegen Schiedsrichter Letexiers Leistung eingelegt.
Sei’s drum. Vielleicht ist genau das das Schönste an dieser WM: Schönheit, Drama, Frust und Karma liegen dicht beieinander. Die alten Helden kämpfen noch einmal gegen die Zeit. Sie wissen, dass ihre Stunden gezählt sind. Aber solange der Ball rollt, schreiben sie Geschichten, die kein Drehbuchautor besser erfinden könnte. Beschwerden hin oder her.

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Der Untergang begann mit der letzten Trinkpause. Danach hatten die Ägypter den Faden verloren.
Das übliche Muster: Die anderen sind schuld und ich bin diskriminiert.
Wieso einem Halten weit weg vom Geschehen ein 11 Meter folgen soll, erkennt man nur wenn man Ägypter ist.
Durch das Halten wurde der Spieler ja eben daran gehindert, sich dem Geschehen zu nähern. Natürlich wurde Ägypten massiv benachteiligt. Ein klarer Elfer wird verweigert, und im direkten Gegenzug fällt das Tor für Argentinien. Es wird von der Mafia-Organisation Fifa alles dafür getan, dass die Superstars wie der Steuerhinterzieher Messi im Turnier bleiben.
Die argentinische Mannschaft ist nicht die sympathischste des Turniers
Aber ich habe ihnen alle Daumen gedrückt, dieses islamistische Moslemteam besiegt.
Und jetzt soll Frankreich Marokko rauswerfen.
Weder Moslemmannschaften noch deren „Fans“ können sich benehmen. Sie machen Krieg.
Eine Wohltat, wenn die alle weg sind aus der laufenden WM.
Eigentlich sollten islamische Länder gar nicht an den WM teilnehmen dürfen und ihr eigenes Turnier austragen.
Das ist meine Meinung.
Eigentlich sind doch noch 2 Moslemmannschaften im Turnier. Frankreich und Marokko. Zumindest eine davon wird jetzt eliminiert.
Ich hoffe, dass die Marokkaner die Afrikaauswahl, die für Frankreich antritt, rauskicken.
Ohne VAR wäre die Zahl der Fehlentscheidungen deutlich größer. Im übrigen ist der Ermessensspielraum der Schiedsrichter viel zu groß, was grundsätzlich die Tür zu Kritik an Schiedsrichtern öffnet, zu unguten Reaktionen bei Spielern, dem Trainerstab und dem Publikum. Hätte etwas gepfiffen werden sollen oder etwas anderes nicht? Die Unfairness auch vom Publikum bekommt ihren Raum. Was hat z.B. Umklammern, Rangeln, Schubsen und Trikotzupfen mit Fußball zu tun? Das ist absichtliche Verhinderung eines Vorteils. Diese Dinge sind eindeutig erkennbar. Man kann es klar regeln. Auch bei Fouls gibt es klare Erkennbarkeit. Körperkontakt ist grundsätzlich problematisch. Es muss um den Ball gehen,… Mehr
Man kann auch auch mit dem komplett unnützen VAR nicht alles richtig machen! Darum MUSS dieser Dreck weg! Wieso wurde das 3:2 nicht vom VAR überprüft??? Und wieso sitzen hinter dem VAR Monitor FRAUEN aus NICARAGUA? Einem Land das Fussballtechnisch auf Kreisliganiveau spielt?!
Das musste unbedingt noch gesagt werden, nachdem die deutsche Mannschaft von einem lateinamerikanischen „Entwicklungsland“ aus dem Turnier gekickt wurde und vorher das Spielergebnis gegen ein anderes lateinamerikanisches Spitz auf Knopf stand, so dass jetzt beim DFB die Köpfe rollen, weil das deutsche Niveau diesen Gegnern einmal kaum und einmal gar nicht standhalten konnte.
Ich weiß nicht…… – Argentinien, Ägypten – oder welche Mannschaft auch immer, hin oder her: bei zumindest mir war und ist überhaupt keine Weltmeisterschaftsstimmung aufgekommen, Nix, Nada, Null, Nothing, Niente!
Ich lebe in Barcelona. Auch hier gibt es in der ansonsten fussballverrückten Fussball stadt Null WM Stimmung.
Ich weiß nicht ob das daran liegt, dass die Katalanen mit Espana fremdeln, obwohl viele Barca Spieler und kein Real Spieler dabei ist oder an der aufgeblähten, langatmigen WM.
Ich habe bislang 3 Spiele mehr oder wenuger komplett gesehen, der bis 2014 kaum ein Spiel verpasst hat.
Beim gucken dieser WM-Spiele geht es mir wie Ihnen; auch ich habe nur die drei Spiele der Deutschen komplett gesehen. Und auch was hier in Hamburg die WM-Stimmung betraff/betrifft, stimmt diese auch hier mit Ihren Worten überein. Doch was nun der Grund für diese laue WM-Stimmung war/ist, weiß auch ich nicht wirklich zu sagen. Vielleicht lag es tatsächlich an dieser, wie Sie sagen, „aufgeblähten, langatmigen WM“. Wobei hier aber vielleicht auch noch je nach Land unterschiedliche Gründe mit einspielen könnten wenn ich da z.Bsp an Deutschlands letzten zwei Weltmeisterschaften am denken bin. Na ja, wie sagt man doch noch so… Mehr
Ein Anruf vom ägyptischen Premierminister Madbouly beim Paten Infantino dürfte hier wohl nicht reichen um das Resultat genehm zu gestalten. Zu groß ist die Freundschaft Milei’s mit Trump.
Die WM möge die letzte große Show Messi’s sein. Fair und glaubwürdig ist dort gar nichts mehr. Vielmehr ist sie zu einer absoluten Farce verkommen.
Raus aus der FIFA!!
Egal, wie das Spiel ausging und ob der Schiri Fehler machte: Beide spielten mit Leidenschaft und gingen ins Risiko. Weil es ihnen eine Ehre war, für ihr Land alles zu geben.
Das könnte man über unsere Truppe nie sagen.
Argentinien darf nicht Weltmeister werden!
Die Ägypter sind betrogen worden. Das gleiche Foul, das zur Aberkennung des Tores führte wurde nicht gepfiffen (ca. 1 min vor Spielende). Es geschah im Strafraum und hätte Elfmeter geben müssen. Dann aber hätte Argentinien möglicherweise nicht gewonnen. Und das darf wohl nicht sein. Ich habe oft gesehen, dass gegen die „Kleinen“ gepfiffen wurde. Wenn Trump eine Sperre rückgängig machen kann, soll einem nichts mehr an dem korrupten Verein FIFA wundern.
Wie kommt ihr immer darauf, dass Trump eine Sperre rückgängig gemacht hätte? Erst, wenn ich die noch immer nicht dargestellte wichtige und echte Chronologie der Aufhebung der Sperre, der Darstellung des Schiedsrichters nach dem Spiel, der Zusammensetzung der Begnadigungskomitees und vor allem der Begründung dieses Komitees erfahren habe, kann ich mir (kann man sich) ein eigenes Bild machen. Es kann auch ganz anders sein, und zwar so, wie es Trump und Infantino darstellten. Wieso glaubt ihr immer nur wenigen deutschen Journalisten, obwohl ihr wisst, dass sie lügen? Allein, dass dieses Begnadigungskomitee seit vielen Weltmeisterschaften etabliert wurde, um die zusätzlichen nachträglichen… Mehr
👍🏻