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Sa, 18. Jul 2026
Deutschlandradio-Intendant über Sarrazin: „Rassismus, Revanchismus, Antisemitismus, Hass“ imago Images/Metodi Popow
Skandalöser Beitrag in der FAZ
Deutschlandradio-Intendant über Sarrazin: „Rassismus, Revanchismus, Antisemitismus, Hass“

Der Chef einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt versucht Thilo Sarrazin in die ganz rechte Ecke zu schieben - ohne weitere Begründung. Und das ausgerechnet in einem pathetischen Beitrag über Debattenkultur.

VON Max Mannhart | 30. Oktober 2020
Der Täter kam über Lampedusa imago Images/PanoramiC
Terror in Nizza und Illegale Migration
Der Täter kam über Lampedusa

Der illegale Migrant Brahim Aoussaoui kam wie Anis Ben Othman Amri aus Tunesien und über Italien nach Europa.

VON Giovanni Deriu | 30. Oktober 2020
Bei Illner: „Verboten ist alles, was Spaß macht“ Screenprint: ZDF/maybrit illner
Viereinhalb Köpfe über den Lockdown
Bei Illner: „Verboten ist alles, was Spaß macht“

Habeck, der Ministerpräsident des Saarlandes, Ärzte und eine Virologin diskutieren über den Lockdown - allerdings nicht wirklich über das Ob. Wir lernen: „Kontakte sind schlecht“ und dass Solidarität bedeutet, dass alle gleich leiden. Die wichtigen Fragen bleiben offen.

VON Elisa David | 30. Oktober 2020
Es hat System: Die Politik macht Verträge zu Lasten Dritter! imago images / Müller-Stauffenberg
METZGERS ORDNUNGSRUF 42-2020
Es hat System: Die Politik macht Verträge zu Lasten Dritter!

Ob in der Beamtenversorgung oder beim aktuellen Tarifabschluss im öffentlichen Dienst: Die Lasten werden von der Politik in die Zukunft verschoben oder an Dritte delegiert.

VON Oswald Metzger | 29. Oktober 2020
Terror in Nizza: In Merkels Erklärung fehlt jeder Bezug zum Islamismus imago images / photothek
No pasarán!
Terror in Nizza: In Merkels Erklärung fehlt jeder Bezug zum Islamismus

Wenn Europas, speziell Deutschlands, speziell links/grüne Politiker nicht dazu fähig sind, den Islamofaschismus klar zu benennen und ihm entschlossen entgegenzutreten, wird Europa des islamistischen Terrors nicht Herr werden.

VON Gastautor | 29. Oktober 2020
Gebote statt Verbote: Kassenärztliche Bundesvereinigung nennt Alternativen zum Lockdown Getty Images | Screenprint
Dokumentation
Gebote statt Verbote: Kassenärztliche Bundesvereinigung nennt Alternativen zum Lockdown

Die Virologen Streek und Schmidt-Chanasit sowie die Kassenärztliche Bundesvereinigung äußern Kritik an der bisherigen Corona-Politik und formulieren Alternativen.

VON Redaktion | 29. Oktober 2020
Pandemie-Debatte zwischen Selbstgewissheit und Panik imago images / Emmanuele Contini
Merkel im Bundestag
Pandemie-Debatte zwischen Selbstgewissheit und Panik

Nicht was sie sagt, sondern wie Merkel im Bundestag spricht, ist bemerkenswert. Erstaunlicher aber war die auffällige Nervosität ihres Fraktionschefs Brinkhaus. Er weiß es, aber er traut sich nicht, es zu sagen: Merkel lebt in einer Dauerhybris der präsidialen Selbstermächtigung.

VON Tomas Spahn | 29. Oktober 2020
„Ich war damals Charlie, ich bin immer noch Charlie“ imago Images/Jakob Hoff
Interview mit Hamed Abdel-Samad
„Ich war damals Charlie, ich bin immer noch Charlie“

Es gab viele Charlies und es wird noch mehr Charlies geben, weil und solange wir nur Symbolpolitik im Kampf gegen den Islamismus betreiben. Hamed Abdel-Samad im Gespräch mit Firuze B.

VON Firuze B. | 29. Oktober 2020
Jetzt erst recht: Islamisten bekämpfen, Freiheit verteidigen imago Images/PanoramiC
Konsequenz gefragt
Jetzt erst recht: Islamisten bekämpfen, Freiheit verteidigen

Die Attentate auf den französischen Lehrer Samuel Paty Mitte Oktober und nun in Nizza zeigen, wie notwendig der entschiedene Kampf gegen Islamismus ist.

VON Ismail Tipi | 29. Oktober 2020
Messerangriff von Nizza: Eskaliert nun auch der Konflikt mit Erdogan? screenprint via twitter/ Christian Estrosi
Macron vs. Erdogan
Messerangriff von Nizza: Eskaliert nun auch der Konflikt mit Erdogan?

Eine neue Gewalttat mit offensichtlich islamistischem Motiv erschüttert Frankreich. In einer Kirche in Nizza tötet ein Mann drei Menschen mit einem Messer. In den vergangenen Tagen hatte der türkische Präsident mit Beleidigungen die Stimmung in Frankreich aufgeheizt.

VON Matthias Nikolaidis | 29. Oktober 2020
Was muss eigentlich noch passieren, bis Franziska Giffey (SPD) den Doktortitel verliert? imago images / Political-Moments
Was muss eigentlich noch passieren, bis Franziska Giffey (SPD) den Doktortitel verliert?

Vernichtendes Urteil eines renommierten-Gutachters in der „Causa Giffey“

VON Josef Kraus | 29. Oktober 2020
Reconquista in Frankreich? imago Images/Hans Lucas
Paris
Reconquista in Frankreich?

Nach dem Mord an einem Lehrer erheben sich die Franzosen gegen den radikalen Islam. Präsident Macron muss jetzt liefern.

VON Gastautor | 29. Oktober 2020
Corona: Wie ist die Lage bei unseren Nachbarn? imago images / IP3press
Corona
Corona: Wie ist die Lage bei unseren Nachbarn?

Im Vergleich mit seinen unmittelbaren Nachbarn steht Deutschland gut da. In einigen Ländern stoßen die Krankenhauskapazitäten an ihre Grenzen. Die Fallzahlen wachsen weiter schnell an.

VON Maximilian Tichy | 29. Oktober 2020
Ex-Präsident des BND: „Keine Krise ist wirklich gelöst worden“
Streitschrift zur deutschen Sicherheitskultur
Ex-Präsident des BND: „Keine Krise ist wirklich gelöst worden“

Der 2016 in den Ruhestand versetzte Chef des BND Gerhard Schindler kritisiert die Migrationspolitik. Er fordert entweder schnelle Integration – oder schnelle Rückführung. Im TE-Gespräch erklärt er, wo die größten Sicherheitsrisiken für Deutschland liegen

VON Alexander Wendt | 28. Oktober 2020
Angriff auf die Institutionen – die radikalen Pläne von US-Demokraten bei einem Biden Sieg imago images / ZUMA Wire
Republikaner sollen nie mehr gewinnen können
Angriff auf die Institutionen – die radikalen Pläne von US-Demokraten bei einem Biden Sieg

Trump wird gerne vorgeworfen, er greife die amerikanische Verfassung an und wolle die Demokratie zerschlagen. Gemessen an den Plänen parteilinker Demokraten wirkt der Präsident allerdings harmlos. Und Joe Biden schweigt.

VON Sebastian Thormann | 28. Oktober 2020
Ende Gelände und FFF besetzen Parteizentrale der Grünen Screenprint: Twitter/Ende Gelände
Berlin
Ende Gelände und FFF besetzen Parteizentrale der Grünen

Die Ironie des Tages: Die gefeierten Umweltaktivisten wenden sich gegen ihre behütende Mutter - die Grünen. Die Beweggründe sind mehr als schleierhaft. Es bleibt der Verdacht: Fühlen sich die armen Rebellen vernachlässigt?

VON Max Roland | 28. Oktober 2020
Verschiebung des CDU-Parteitags könnte vor Gericht landen imago Images/photothek
Verschiebung des CDU-Parteitags könnte vor Gericht landen

Die Entscheidung, die Vorsitzendenwahl zu verschieben, steht rechtlich auf dünnem Eis. Kramp-Karrenbauer geht ein hohes Risiko ein - der Konflikt in der CDU um Friedrich Merz eskaliert.

VON Redaktion | 28. Oktober 2020
Früher nannte man es Zersetzung imago Images/Gerhard Leber
Das werden Siv Bublitz und S. Fischer nie los
Früher nannte man es Zersetzung

Nach dem Rauswurf Monika Marons bei S. Fischer versuchen etliche Wohlmeinende, das Motiv gewissermaßen nachzuliefern. Nicht nur die Verlagssäuberung ist ein Novum – sondern auch die Strategie der Gerüchte und Falschbehauptungen.

VON Alexander Wendt | 28. Oktober 2020
Bundestag – kein Ort des guten Benehmens imago images / Future Image
Handy-Manie als Ausdruck der Missachtung
Bundestag – kein Ort des guten Benehmens

Ausgerechnet die Bundestagsabgeordneten gehen mit schlechtem Beispiel voran: Im Plenum wird fast ununterbrochen gesimst und gemailt, werden Nachrichten empfangen und ausgesandt. Die Kanzlerin selbst führt die Handy-Unsitte vor.

VON Georg Gafron | 28. Oktober 2020
Lauterbach (SPD) will in jeder Wohnung schnüffeln lassen dürfen imago images / Political-Moments
Recht und Freiheit sollen zerstört werden
Lauterbach (SPD) will in jeder Wohnung schnüffeln lassen dürfen

In einem Staat, in dem die Wohnung nicht mehr unverletzlich ist, gibt es kein Recht mehr, weder Freiheit und noch Demokratie. Die Geschichte ist voller Beispiele.

VON Fritz Goergen | 28. Oktober 2020

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18. Juli 2026

Staatliche Ehrung

Verfassungspreis für Mai Thi Nguyen-Kim

Von
Sophia Juwien

Die Wissenschaftsjournalistin und Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim sowie der Künstler Gunter Demnig erhalten pünktlich zum 80. Landesjubiläum den erstmals vergebenen Hessischen Verfassungspreis, gestiftet von Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU). Der Hessische Landtag begründet die Ehrung der beiden mit ihrem Einsatz für „Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt“.

Bekanntgegeben wurden die Preisträger am 15. Juli. Astrid Wallmann lobte Nguyen-Kim besonders dafür, vor „Desinformation und Populismus“ zu warnen und „populäre Mythen zu entlarven“. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) bezeichnete sie als wichtige Stimme, die wissenschaftliche Zusammenhänge verständlich erkläre.

Nguyen-Kim wurde vor allem während der Corona-Pandemie bekannt. Auf ihrem YouTube-Kanal maiLab (funk) und in öffentlich-rechtlichen Formaten warb sie massiv für die strikten Corona-Maßnahmen und entwickelte sich zu einer der prominentesten Verfechterinnen der Regierungslinie. Kritiker werfen ihr bis heute vor, Wissenschaft und politische Meinung stark zu vermischen.

Wenn der Staat sich selbst ehrt

Der Hessische Landtag schreibt über den Verfassungspreis auf seiner Seite, dass zwei Personen des öffentlichen Lebens, „die sich als Vordenker und Wegbereiter um wichtige Impulse für die Stärkung und Weiterentwicklung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, des Föderalismus, des Rechtsstaates oder des demokratischen Gemeinwesens verdient gemacht haben“, den Preis erhalten sollen.

Dass die Wahl bei der ersten Preisverleihung dabei ausgerechnet auch auf die YouTuberin Mai Thi Nguyen-Kim gefallen ist, wirkt auf den ersten Blick bizarr – wie eine bittere Realsatire angesichts ihrer radikalen Positionierung zur Impfpflicht während der Corona-Jahre.

Doch bei näherer Betrachtung ist diese Wahl folgerichtig. Der Staat ehrt hier nicht eine unabhängige Denkerin, sondern seine eigene „Vorzeigeschülerin“.

Der „funk“-Tenor bleibt

Nguyen-Kims Karriere ist untrennbar mit dem öffentlich-rechtlichen Netzwerk funk verbunden. Ihr YouTube-Kanal „maiLab“ wird produziert für funk, den Jugend-Kanal von ARD und ZDF. Hier schließt sich der Kreis: Der Staat finanziert über den Rundfunkbeitrag die Kanäle, die seine politische Agenda in eine „jugendgemäße“ Form bringen.

Dass eine Protagonistin dieser Formate nun vom Landtag mit einem Verfassungspreis ausgezeichnet wird, ist ein Akt der Selbstbeweihräucherung: Ein staatliches Organ zeichnet eine von ihm selbst geschaffene und finanzierte Instanz aus.

Es ist das mediale Äquivalent zu einem Unternehmen, das sich selbst den Preis für die „beste interne Kommunikation“ verleiht, um die eigene Unfehlbarkeit zu beglaubigen. Man ehrt nicht den kritischen Denker, sondern die treueste Stimme des eigenen Systems, die das offizielle Narrativ massentauglich vermittelt.

Wenn die „Wissenschaft“ zur politischen Weisung wird

Wie demokratisch und neutral die Wissenschaftsjournalistin Nguyen-Kim tatsächlich ist, ist beispielsweise in ihrem Video „Impfpflicht ist OK“ vom November 2021 zu erkennen. In dem Video spricht sie sich offen für eine Impflicht aus sowie für die 2G-Regelung, um „die Impflücke“ zu schließen.

Dass der Landtag ihr nun einen Preis für das „Entlarven populärer Mythen“ verleiht, entbehrt nicht einer gewissen Absurdität, schließlich ist mittlerweile allgemein bekannt, dass das Narrativ, das Nguyen-Kim während der Corona-Krise aufgriff und verbreitete, selbst ein „populärer Mythos“ war, um Panik zu schüren: staatlich vorangetriebene Desinformation und Irreführung.

Damit folgt er einem Muster: In ihrer Eigenschaft als Propagandistin erhielt Nguyen-Kim bereits zweimal den Grimmepreis – zuletzt 2026, zuvor aber bereits 2021 explizit auch für laut Jury „sowohl wissenschaftlich hochkompetente als auch breitenwirksame Informationsvermittlung“ im Zusammenhang mit Covid.

Ein Gütesiegel für Konformität

Die Auszeichnung, die am 28. Oktober 2026 im Kurhaus Wiesbaden verliehen werden soll, ist das offizielle Gütesiegel für eine Form des Journalismus (und eine Form der „Wissenschaft“), die kritische Distanz durch staatsnahe Belehrung ersetzt hat.

Wenn der Landtag eine Journalistin ehrt, die während der größten gesellschaftlichen Spaltung der Nachkriegszeit als lautstarke Stimme staatlicher Zwangsmaßnahmen auftrat, sendet er eine unmissverständliche Botschaft an die Medienlandschaft: Wer das offizielle Narrativ stützt, dem ist die staatliche Ehrung sicher. Wer hingegen die Macht hinterfragt, bleibt außerhalb des relevanten und wohlwollenden Blickfeldes.

Der Preis steht damit nicht für Stärkung der Demokratie, sondern für die interne Beförderung innerhalb des staatlich finanzierten Meinungskartells – ein ritueller Akt, bei dem man sich gegenseitig mit Lametta behängt, um den eigenen Geltungsanspruch zu zementieren.

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18. Juli 2026

Druck zu groß

Jens Spahn tritt als Fraktionschef zurück

Von
Redaktion

Jens Spahn tritt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurück. Der CDU-Politiker teilte seine Entscheidung am Samstag in einem Schreiben an die Abgeordneten der Union mit. Die Parteivorsitzenden Friedrich Merz und Markus Söder habe er zuvor informiert.

Dem Rücktritt ging offenbar eine Intervention von Friedrich Merz voraus. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus dem Umfeld des CDU-Vorsitzenden hatte Merz Spahn zum Rückzug aufgefordert. Zuvor hatte Merz die CDU-Landesvorsitzenden angerufen und sich nach der Stimmung in der Partei erkundigt. Das Ergebnis soll für Spahn deutlich negativ ausgefallen sein.

Spahn und sein Ehemann Daniel Funke hatten am Mittwoch öffentlich gemacht, dass sie mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern eines Sohnes geworden sind. Leihmutterschaft ist in Deutschland nicht zulässig. Auch die CDU lehnt ihre Legalisierung weiterhin ab. Spahn selbst hatte diese Haltung in der Vergangenheit vertreten.

Besonders schwer wog, dass die CDU ihre Ablehnung erst auf dem Parteitag im Februar bekräftigt hatte. Zu diesem Zeitpunkt war die Leihmutter nach Spahns eigenen Angaben bereits schwanger. Spahn räumte später ein, dass er sich damals hätte äußern sollen. Für eine öffentliche Debatte sei er zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht bereit gewesen.

Der Druck war seit Freitag sehr rasch und sehr massiv gestiegen. Der CDU-Landesvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, erklärte Spahn für nicht mehr tragbar. Auch der CDU-Stadtverband Brilon aus dem Wahlkreis von Friedrich Merz forderte seinen Rücktritt. Mehrere Bundestagsabgeordnete verlangten eine Sondersitzung der Unionsfraktion.

Noch am Freitag hatte Spahn erklärt, über seine Zukunft könne allein die Fraktion entscheiden. Eine Aussprache stellte er für die erste reguläre Fraktionssitzung nach der Sommerpause am 8. September in Aussicht. Dazu kommt es nun nicht mehr.

Ein Vorsitzender der stärksten Regierungsfraktion kann nicht glaubwürdig ein Verbot für das ganze Land verteidigen und zugleich eine kostspielige Auslandsumgehung dieses Verbots für sich selbst beanspruchen. Wer Gesetze beschließt, darf sich nicht aufgrund seiner finanziellen Möglichkeiten einen persönlichen Ausgang aus deren Wertordnung kaufen.

Spahn hatte versucht, den Widerspruch mit dem Unterschied zwischen „reiner Lehre“ und „echtem Leben“ zu erklären. Damit sprach er unfreiwillig das eigentliche Problem aus. Für die Bürger gilt die reine Lehre der CDU. Für einen ihrer mächtigsten Politiker galt das echte Leben in den Vereinigten Staaten.

Auch Friedrich Merz kommt aus der Affäre beschädigt heraus. Spahn zufolge wusste der Kanzler bereits seit Wochen von der Vaterschaft und gratulierte ihm. Erst als der Aufstand in der Partei bis in Merz’ eigenen Wahlkreis vordrang, entdeckte der CDU-Chef die Unvereinbarkeit mit Rechtslage und Parteitagsbeschluss. Am Samstag ließ er Spahn fallen.

Der Rücktritt beendet die Personalfrage. Die politische Frage bleibt: Wie ernst meint es die CDU mit ihren eigenen Grundsätzen, wenn ihre Spitzenfunktionäre sie nur so lange verteidigen, wie sie ihr persönliches Leben nicht berühren? Spahn ist an diesem Widerspruch gescheitert. Er hat ihn selbst geschaffen.

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Symbolbild
18. Juli 2026

Scharia auf dem Vormarsch

Scharia über den Wolken: Stewardess bei Flug nach Düsseldorf geschlagen

Von
Richard Schmitt

Die erst jetzt bekannt gewordene Körperverletzung wurde bereits am 1. Juni angezeigt: Der Turkish-Airlines-Flug landete planmäßig um 6.59 Uhr in Düsseldorf, kurz nach der Landung wurde die Bundespolizei zum Flugzeug gerufen – eine Stewardess erstattete Anzeige, sie sei von einem Fluggast geschlagen worden.

Die Ermittlungen wurden inzwischen an die Kriminalpolizei Düsseldorf übergeben, die den Fall weiterbearbeitet. Der Beschuldigte soll gegenüber den Beamten die Tat bereits zugegeben haben. Ob es zu einer Anklage kommt, hängt von den abschließenden Ermittlungen und der Bewertung der Beweise ab.

Laut den Informationen der BILD handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 29-jährigen Deutschen mit türkischem Migrationshintergrund. Zu dem Vorfall ist es bereits in der frühen Phase des Fluges gekommen: Als die Crew den Passagier auf seine Sitzplatzwahl ansprach und um Kooperation bat, sei die Situation eskaliert. Zeugen berichteten, der Mann habe sich explizit auf religiöse Vorschriften berufen und eine Sitzplatzänderung verlangt – er wollte nicht neben einer Frau sitzen.

Turkish Airlines äußerte sich auf eine konkrete Anfrage nicht zu diesem Fall, verwies jedoch auf die allgemeinen Beförderungsbedingungen. Darin heißt es, dass Passagiere verpflichtet sind, Anweisungen des Kabinenpersonals zu befolgen. Eine Diskriminierung oder Belästigung anderer Fluggäste oder Crew-Mitglieder kann zum Ausschluss vom Flug und zu strafrechtlichen Konsequenzen führen. Die Fluggesellschaft betont regelmäßig, dass sie auf internationalen Routen strenge Sicherheits- und Verhaltensstandards einhält und Vorfälle dieser Art ernst nimmt.

Alarmierende Studienergebnisse

Wie sehr die in Mitteleuropa eingereisten muslimischen Migranten auf die Scharia achten, zeigte erst kürzlich ein Ergebnis einer Studie der Stadt Wien unter Leitung des Soziologen und Integrationsforschers Kenan Güngör (Befragung von 1.200 Jugendlichen im Alter von 14 bis 21 Jahren): 41 Prozent der muslimischen Jugendlichen meinten, dass die Vorschriften ihrer Religion über den österreichischen Gesetzen stehen. Und: 65 Prozent sagten, islamische Vorschriften gelten für alle Lebensbereiche und seien strikt einzuhalten. Studienleiter Kenan Güngör bezeichnete die Ergebnisse als „sehr bedenklich“ und als „Warnsignal“.

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Symbolbild
18. Juli 2026

EU-Überwachungs-Irrsinn

Nächstes EU-Projekt: Stasi aus dem All soll Autofahrer einbremsen

Von
Richard Schmitt

Die EU-Führung denkt offenbar an eine radikale Verschärfung der Geschwindigkeitskontrolle in ganz Europa: Nach Berichten britischer Medien wie der Daily Mail und dem Telegraph erwägt die EU-Kommission, Neuwagen künftig per Satellit in Verbindung mit dem 5G-Netz und einer Verkehrszeichenerkennung automatisch abzubremsen, sobald sie in eine Zone mit niedrigerem Tempolimit kommen.

Das neue System soll bei einer Übertretung des Tempolimits dann sofort die Motorleistung drosseln – ein „Stasi aus dem All“-Szenario, das Kritiker bereits als Big-Brother-Technologie kritisieren.

Schon seit Juli 2024 müssen bekanntlich alle neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge in der EU mit dem Intelligenten Geschwindigkeitsassistenten (ISA) ausgestattet sein. Die Grundlage bildet die Verordnung (EU) 2019/2144. Diese schreibt vor, dass ISA den Fahrer warnt – per Warnton oder Widerstand am Gaspedal. Der Fahrer behält aber die Kontrolle über das Auto und kann jederzeit übersteuern.

Die neuen Überlegungen in Brüssel gehen deutlich weiter: Kombiniert aus GPS/Satellitendaten, digitalen Karten und Kameras soll das Auto künftig selbstständig die Geschwindigkeit begrenzen. Ein temporäres Override in Notfällen (zum Beispiel ein Ausweichen) sei vorgesehen, dauerhaft schneller fahren jedoch nicht mehr. Eine mögliche Pflicht ab 2030 wird diskutiert, bislang allerdings nur in „explorativen Gesprächen“, wie die Kommission betont. Eine formelle Entscheidung liege nicht vor.

Warnung vor Hackerangriffen

Der britische Shadow Secretary of State for Transport Richard Holden (Conservative Party) warnt vor Hackerangriffen durch Kriminelle oder feindliche Staaten und einem Konzepzt wie bei „Big Brother“. Auch die Alliance of British Drivers nennt die Idee absurd: Unfälle würden nicht verhindert, entscheidend seien Aufmerksamkeit und Fahrkönnen. Unabhängige Tests der britischen Organisation Thatcham Research zeigen zudem gravierende Schwächen des bestehenden ISA-Systems: Bei realen Tempolimit-Wechseln liegt die Erkennungsrate teilweise nur bei 74 Prozent, jeder vierte Wechsel wird also falsch erkannt, Phantom-Limits (etwa 5 oder 100 mph) erscheinen auf dem Display.

Die EU-Führung will mit dieser Satelliten-Überwachung ihr selbst gesetztes Ziel „Vision Zero“ – null Verkehrstote bis 2050 – erreichen. Doch die Kombination aus technischem Hochrisiko mit Datenschutzproblemen und dem schleichenden Verlust der Fahrerautonomie dürften wohl bei kaum einer Partei im EU-Parlament gut ankommen. Die Tempolimit-Pläne könnten jetzt auch zum Anlass genommen werden, die grundsätzliche Weiterentwicklung der europäischen Wirtschaftsunion in eine Überwachungs- und Militär-Union wesentlich intensiver zu diskutieren.

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17. Juli 2026

Welt-Emoji-Tag

Wie gelbe Grimassen unsere Sprache fressen

Von
Alexander Heiden

Die meisten werden es nicht wissen, aber der 17. Juli ist Welt-Emoji-Tag. An dem Tag tun die Digital-Fans der Menschheit, als sei es ein kultureller Fortschritt, nicht mehr „Ich bin traurig“ zu schreiben – sondern stattdessen einfach ein gemaltes gelbes Gesicht zu verschicken, dem Wasserfontänen aus den Augen spritzen.

Erfunden hat diesen internationalen Gedenktag ein gewisser Jeremy Burge im Jahr 2014. Der Australier hat „Emojipedia“ gegründet, das ist eine umfassende Auflistung aller international genutzten Emojis. Das Datum stammt nicht aus dem gregorianischen Kalender, erinnert an keinen echten Heiligen und wurde noch nicht einmal in einem ordentlichen Marketingmeeting entwickelt. Burge wählte den 17. Juli, weil auf Apples Kalender-Emoji „17. Juli“ steht. Das wiederum liegt daran, dass Apple am 17. Juli 2002 seinen Kalenderdienst iCal erstmals vorstellte.

Aus einem digitalen Easter Egg wurde also ein globaler Feiertag für Mini-Gesichter. So entsteht Kultur im 21. Jahrhundert.

Zwinkergesichter aller Länder, vereinigt euch

Die Fans drehen frei. Es gibt, natürlich, offizielle Internetseiten zum Welt-Emoji-Tag. Die rufen dazu auf, unter dem Hashtag #WorldEmojiDay die Sozialen Netzwerke mit Emojis zu fluten, Emoji-Partys zu veranstalten, ein Emoji-Lied zu singen und notfalls den eigenen Tag nur mit Bildchen zu beschreiben.

Historisch gab es noch größere Höhepunkte: Das Empire State Building leuchtete schon in Emoji-Gelb, Pepsi bedruckte seine Dosen mit Emojis, Apple nutzte den Tag mehrfach für neue Emoji-Ankündigungen. Die Kathedrale der postmodernen Welt ist ein Hochhaus, auf das Scheinwerfer riesige Smileys projizieren.

Emojipedia vergibt außerdem die „World Emoji Awards“. Da werden neue Symbole prämiert. Das ist ein bisschen wie der Literatur-Nobelpreis, nur ohne Literatur. Und überhaupt ohne Sprache. In den vergangenen Jahren standen unter anderem Orcas, Schatztruhen, Balletttänzer und Kampfwolken (!) zur Auswahl.

Vom Liebesbrief zum Auberginen-Management

Man muss nun wirklich kein Kulturpessimist sein, um zu sehen, dass Emojis die menschliche Kommunikation radikal verändert haben.

Früher musste jemand, der verliebt, wütend, verlegen oder enttäuscht war, seine Gefühle in Sprache übersetzen. Das war mühsam, aber nützlich. Sprache zwingt zur Präzision. Sie verlangt, dass man in sich hineinhorcht, Unterschiede erkennt, Zwischentöne formuliert. „Ich bin verletzt“ ist etwas anderes als „Ich bin enttäuscht“. „Ich bin traurig“ ist etwas anderes als „Ich fühle mich übergangen“.

Das Emoji löst dieses Problem gleichzeitig freundlich wie brutal. Es ersetzt die Formulierungen durch Symbole. Ein lachendes Gesicht, ein weinendes Gesicht, ein rotes Herz, ein Daumen hoch. Fertig ist die Seelenkunde für Eilige. Wo früher ein Mensch erklären musste, was in ihm vorging, tippt er heute auf ein Gesicht mit schrägem Mund. Manchmal auch auf eine Pflaume oder auf eine Aubergine (Eingeweihte wissen, was damit gemeint ist).

Gefühle als Fertiggericht.

Natürlich ist das praktisch. Emojis sparen Zeit. Aber sie sind doch nur eine Krücke. Und wie bei allen Krücken gilt: Wer sie ständig benutzt, verlernt das Gehen. Wer statt Liebeserklärungen nur noch Herzchen verschickt, merkt irgendwann gar nicht mehr, dass ein Herzchen gar keine richtige Liebeserklärung ist. Zu der gehören nämlich die Zeit und die Mühe und die Vorbereitung und der Mut, den anderen zu treffen, ihm in die Augen zu sehen und mit ihm zu sprechen.

Und die Größe, sich unter Umständen einen Korb einzufangen.

Der schwangere Mann

Emojis können Sprache unterstützen. Doch unsere Zeit versucht, Sprache durch Emojis zu ersetzen. Entsprechend sind die Gefühlspiktogramme längst mehr als ein harmloses Set digitaler Stimmungskärtchen. Sie sind auch ein großer ideologischer Zoo.

Mittlerweile gibt es ein Schwangerer-Mann-Emoji. Es gibt Burka- und Hijab-Emojis. Es gibt Ninjas, Trolle, Feen, Vampire, Zombies, Einhörner, Clowns, explodierende Köpfe und ein Gesicht, das schmilzt. So sieht eine Zivilisation aus, die sich nichts mehr zu sagen hat und die für alles eine Zeichnung braucht.

Der schwangere Mann ist dabei der Mount Everest der symbolpolitischen Verrenkung. Früher war ein Mann mit Bauch einfach ein Mann, der zu viel Currywurst gegessen hat. Heute weiß man nicht so recht, ob es sich nun um eine Repräsentation, um Satire oder um Verdauung handelt.

Emojis, die die Welt noch braucht

Die Unicode-Gremien, die über die flächendeckende Einführung neuer Emojis entscheiden, waren fleißig. Aber nicht fleißig genug. Zur kommunikativen Bewältigung unseres modernen Alltags fehlen weiterhin entscheidende Symbole:

  • der Steuerbescheid mit Flammenrand
  • der selbstständige Mittelständler im Formularlabyrinth
  • die Bürokratiekrake mit acht Armen
  • das brennende Geldbündel (als Symbol für „Sondervermögen“)
  • der öffentlich-rechtliche Zeigefinger (für moralische Erziehung um 20.00 Uhr)
  • das weinende Portemonnaie
  • das Lastenrad im Gegenwind
  • der Handwerker, der wirklich kommt.

Klar, das Letztere wäre ein Fantasie-Emoji; aber ein Einhorn-Emoji gibt es ja schließlich auch.

Grimassen ersetzen Gedanken

Bitkom, der Branchenverband der Digitalwirtschaft, hat eine Studie erstellen lassen. Demnach nutzen in Deutschland neun von zehn Menschen Emojis.

Viele verwenden sie in jeder oder in der Mehrzahl ihrer Nachrichten. Zugleich versteht ein erheblicher Teil der Nutzer oft nicht, was die benutzten Emojis überhaupt bedeuten. Das ist eine nahezu perfekte Beschreibung unserer Welt: Fast alle benutzen Zeichen, die die meisten aber gar nicht richtig verstehen.

Die Menschheit hat ein paar Jahrtausende gebraucht, um vom Grunzen zur Literatur zu gelangen. Nun arbeiten wir uns mit großem Enthusiasmus zurück zur Höhlenmalerei. Ein paar gelbe Gesichter haben sich zwischen den Menschen und seine Sprache geschoben. Dort sitzen sie nun und grinsen.

Zwinker-Smiley.

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17. Juli 2026

Wärst du nicht reich, wär' ich arm

Dieses Buch kann Ihren Blick auf den Kapitalismus verändern

Von
Alexander Wendt

Die Abteilung Wirtschaft großer und kleiner Buchläden bietet fast überall Variationen eines immergleichen Themas: Antikapitalismus, mal grün, mal eher klassenkämpferisch rot eingefärbt. In dieser Szene gilt der Franzose Thomas Piketty als Star, der in seinem jüngsten Werk zur Weltklimarettung ein globales Umverteilungsgremium empfiehlt. In diesem weitgehend gleichgerichteten Bücherstrom fällt jede Gegenbewegung auf, zumal sie im deutschsprachigen Raum noch seltener vorkommt als in der Anglosphäre.

„Zero Sum Mindset“ von Rainer Zitelmann sticht wiederum aus dieser seltenen Sorte heraus: Der Historiker und Soziologe geht darin den Ur- und Falschglauben der Linken sämtlicher Schattierungen frontal an – nämlich die Überzeugung, dass jemand ökonomisch nur dann gewinnen kann, wenn jemand anderes dafür verliert. Aus dieser Logik folgt zwingend, dass sich Gerechtigkeit in einer Gesellschaft nur durch Umverteilung herstellen lässt. Wohlstand verstehen die Anhänger dieser Lehre als fixe Größe. Niemand fasste diese Gesellschaftsauffassung – denn die Formel reicht weit über das Ökonomische hinaus – so griffig zusammen wie Bertolt Brecht, den Zitelmann am Anfang seines Buchs zitiert: „Reicher Mann und armer Mann/standen da und sah’n sich an/und der Arme sagte bleich/wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.“

Ohne Privateigentum kein ökonomischer Anreiz
"Auch im Weltraum wird Sozialismus nicht funktionieren"
Die Wohlstandsentwicklung seit dem Beginn des Kapitalismus zeigt das Gegenteil: Der Wohlstand nahm über die gesamte Breite der Gesellschaft zu, verglichen mit vormodernen Zeiten. Die Zahl der absolut Armen sank – später auch in Ländern wie China, Südkorea und Singapur – , was, wie Zitelmann schreibt, nach der Brecht’schen Logik auch die Zahl der Reichen hätte reduzieren müssen. Bekanntlich geschah genau das Gegenteil. Trotzdem, das belegt Zitelmann mit etlichen von ihm zitierten Untersuchungen, gehört der Nullsummenglaube zu den so genannten sozialen Axiomen: Viele hängen ihm an, weil sie sich in einem Grundgefühl bestätigt sehen.

Er nennt beispielhaft eine Studie von drei polnischen Wissenschaftlern von 2015, die Studenten aus 37 Ländern Aussagen vorlegten wie: „Das Leben ist wie ein Tennisspiel – jemand gewinnt nur, wenn der andere verliert.“ Je stärker die Probanden allgemein zu kollektivistischen Überzeugungen neigten, desto stärker stimmten sie der Behauptung zu. Nach dem ebenfalls aufgeführten US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Paul H. Rubin wurzelt die Nullsummenüberzeugung deshalb so tief in der Matrix, weil es über hunderttausende Jahre in der menschlichen Geschichte kaum Innovationen gab, die den allgemeinen Wohlstand steigerten. Es herrschte das Gesetz der begrenzten Ressourcen, in dem tatsächlich ein Mehr für die einen zum Mangel bei den anderen Mitgliedern einer Gruppe führte. Nur: Seit gut 300 Jahren gilt das nicht mehr.

Zum 125. Geburtstag
Ludwig Erhard führte Deutschland aus den Ruinen zum Wohlstand
Reichtum akkumuliert sich eben nicht einfach, wie Karl Marx es ausdrückte. Viele Produkte verbesserten und verbessern bis heute das Leben derjenigen, die sie kaufen – vom Kunstdünger und dem Antibiotikum bis zum Mobiltelefon. „Im Kapitalismus entscheiden die Verbraucher, die Kunden, wer reich wird“, so der Autor: „Wenn Sie die Liste der reichsten Menschen der Welt durchgehen, werden Sie feststellen, dass die meisten von ihnen reich geworden sind, indem sie Nutzen für viele Menschen gestiftet haben.“

Auch hier sagt der tiefverwurzelte instinktive Glaube das Gegenteil: Nur elf Prozent der Befragten einer Studie mehrerer US-Universitäten vermuteten einen positiven Zusammenhang zwischen der Gewinnhöhe eines Unternehmens und seinem Nutzen für die Gesellschaft. Profit steht bei dem meisten unter dem Verdacht, dass er erstens nur auf betrügerische Weise und beziehungsweise oder auf Kosten von anderen zustande kommt. Betrügerische Unternehmen gibt es zweifellos, siehe Enron in den USA – aber ihre Geschäftsmodelle brechen relativ schnell zusammen.

Der in „Zero Sum Mindset“ detailreich beschriebene Gegensatz von Statistiken und Untersuchungen einer- und diffusem Glauben andererseits gibt eine Antwort auf die Frage, an wen sich Rainer Zitelmann mit seinem Buch wendet: Es schärft auf der einen Seite das Bild der Leser, die den Kapitalismus allen staatsgelenkten Versionen für überlegen halten, indem es ihnen geschärfte Argumente an die Hand gibt, gerade in Zeiten, da sich die Befürworter von Umverteilung von New York bis Berlin im Aufwind fühlen. Zum anderen findet es hoffentlich auch Käufer, die Lust verspüren, ihre Kapitalismusskepsis zu überprüfen. Beide schauen nach der Lektüre wahrscheinlich anders auf ökonomische Fragen als vorher.

Sozialismus führt zwangsläufig zu Despotismus
Der Urvater des Antifaschismus Hayek warnt vor der Knechtschaft
Wie schon in seinem Buch „Weltraumkapitalismus“ nimmt Zitelmann auch in „Zero Sum Mindset“ den Aufstieg der privaten Raumfahrt mit Elon Musks SpaceX als Beispiel, wie auf der einen Seite ein hoch profitables Unternehmen entsteht, das aber mit seinen Innovationen gleichzeitig die Kosten für alle dramatisch senkt, die Satelliten in den Orbit befördern oder Raumfahrt betreiben wollen: beide Seiten profitieren. In einem Kapitel widmet sich der Autor dem Paradebeispiel des modernen Nullsummenglaubens schlechthin: der Entwicklungshilfe. Nach deren Logik gewinnen ärmere Länder Wohlstand, wenn die reicheren ihnen etwas abgeben, also Geld ohne Gegenleistung zuleiten. Die im Buch aufgeführten Untersuchungen belegen allerdings, was auch jeder an den Wirtschaftszahlen der almosenabhängigen Länder ablesen kann: dort entsteht gerade kein nachhaltiger Wohlstand. Länder, die dauerhaft der Armut entkommen sind, etwa Südkorea, arbeiteten und handelten sich buchstäblich aus dem Elend.

Die Nullsummenideologie korreliert eng mit dem uralten Phänomen Neid. „Wirklichen Neid oder Missgunst wird man nur ganz ausnahmsweise zugeben“, schreibt Zitelmann. Der Ruf nach Umverteilung unter dem Stichwort „Gerechtigkeit“ dient seiner Überzeugung nach als gefällige Verpackung, um den ursprünglichen, aber auch schambehafteten Affekt zu verbergen. Den Neider unterscheidet er vom Bewunderer: Der letztere würde gern zu jemandem aufsteigen, der erste denjenigen, den er als Überlegen wahrnimmt, zu sich herunterziehen. Laut einer von Zitelmann selbst angestellten Untersuchung herrscht der geringste Neid auf Erfolgreichere in Vietnam, der größte – nein, nicht in Deutschland: Hier liegt Frankreich am anderen Ende der Skala. Immerhin: ein leichter Trost.

Der Leser von „Zero Sum Mindset. Die Nullsummenfalle – warum wir alle gewinnen, wenn wir anders denken“ lernen viel über Wirtschaft, aber auch über Psychologie und Gesellschaft. Und denken womöglich anschließend anders.

Rainer Zitelmann. Zero Sum Mindset. Die Nullsummenfalle – warum alle mehr gewinnen, wenn wir anders denken. Deutscher Wirtschaftsbuchverlag, Paperback, 224 Seiten, 18,00 €


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17. Juli 2026

Verdächtige Verbindungen

Berlin: 675.000 Euro Steuergeld für die muslimische Telefon-Seelsorge

Von
Richard Schmitt

Die Antwort des Berliner Senats auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Abgeordneten Jeannette Auricht liefert interessante Zahlen – für Gespräche zum Seelenheil zugewanderter Muslime ist offenbar ausreichend viel Steuergeld vorhanden: Für die Jahre 2024 und 2025 wurden jeweils 135.000 Euro bewilligt. 2024 wurden die Mittel vollständig ausgezahlt, 2025 waren es 131.562,06 Euro. Für 2026 sind erneut 135.000 Euro genehmigt, die jedoch noch nicht ausgezahlt wurden. Eine verbindliche Planung für 2027 gibt es derzeit nicht, eine Einstellung der Förderung sei aber nicht vorgesehen, wie Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD) mitteilte.

Das Muslimische Seelsorge Telefon (MuTeS) wurde 2009 als bundesweit einziges muslimisches Seelsorge-Telefon gegründet, es bietet rund um die Uhr und anonym telefonische Unterstützung für Menschen in seelischen Krisen. Themen sind häufig familiäre Konflikte, Beziehungsprobleme, Depressionen, Gewalterfahrungen, Sucht oder Einsamkeit.

Das Angebot wird vor allem von Personen mit muslimischem Hintergrund genutzt, die aufgrund kultureller oder religiöser Hemmnisse andere Beratungsstellen meiden könnten. 2023 waren es 6.624 Gespräche, 60 bis 80 ehrenamtliche, ausgebildete Seelsorger – ausschließlich Muslime – leisten den Dienst. Die Ausbildung erfolge in enger Kooperation mit der Kirchlichen Telefonseelsorge Berlin-Brandenburg (Diakonie und Caritas). Christliche und muslimische Ausbilder arbeiten zusammen, es gibt eine gemeinsame Supervision. Caritas und Diakonie loben MuTeS regelmäßig als „leuchtendes Beispiel interreligiöser Zusammenarbeit“ und als Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer Stadt mit 350.000 Muslimen.

Verbindungen zur Muslimbruderschaft?

Die Islamic Relief Deutschland (IRD) trägt 40 Prozent der Kosten, sie ist eine 1996 in Köln gegründete, muslimisch motivierte humanitäre Hilfs- und Entwicklungsorganisation mit Sitz in Köln und weiteren Niederlassungen in Berlin und Essen. Die IRD ist der deutsche Zweig des internationalen Netzwerks Islamic Relief Worldwide (IRW). Die Bundesregierung stellte jedoch bereits 2019 in einer Antwort auf eine FDP-Anfrage fest, dass sowohl IRD als auch die Dachorganisation „signifikante personelle Verbindungen zur Muslimbruderschaft oder ihr nahestehenden Organisationen“ aufweisen.

Die Muslimbruderschaft ist eine islamistische Bewegung, aus der die Terrororganisation Hamas hervorging. Das Bundesamt für Verfassungsschutz bestätigte diese personellen Verflechtungen auch in aktuellen Stellungnahmen. 2026 rügte der Bundesrechnungshof das Auswärtige Amt scharf für frühere Millionenförderungen an IRD (etwa für Syrien-Projekte in den Jahren 2013 bis 2016). Die Prüfer sprachen von Förderung „im Blindflug“ ohne ausreichende Kontrolle. Im Juni 2026 beendete der Dachverband „Aktion Deutschland Hilft“ nach jahrelanger Suspendierung die Mitgliedschaft von IRD – nicht wegen der Qualität der Hilfsarbeit, sondern aufgrund der Mitgliedskriterien.

IRD und MuTeS weisen jede Nähe zu Islamismus oder Terrorismus zurück und betonen die rein humanitäre Ausrichtung. Das Projekt MuTeS sei strikt vom übrigen Wirken von IRD zu trennen.

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17. Juli 2026

Echte Lösung aufgeschoben

Bei Illner: Kassen-Kollaps vorerst vermieden

Von
Gastautor

Der Standard im deutschen Gesundheitswesen ist im internationalen Vergleich nur Mittelmaß. Trotzdem ist das Gesundheitssystem in Deutschland weltweit am zweitteuersten pro Kopf. Weil die Kosten davonlaufen und die Krankenkassenbeiträge explodieren, hat sich die Politik entschlossen, die Notbremse zu ziehen.

Erstmals seit Jahrzehnten gibt es wieder Sparmaßnahmen im deutschen Gesundheitswesen. Nach großem Druck von außen und von der eigenen Gesundheitskommission wird der Rotstift angesetzt. Allerdings will die Bundesregierung nur das Allernötigste einsparen. Die Kommission hatte weitreichende Vorschläge unterbreitet, die bei vollumfänglicher Umsetzung zu einer Gesamteinsparung von über vierzig Milliarden geführt hätten. Am Ende steht als politischer Kompromiss eine Einsparung von knapp sechzehn Milliarden für das nächste Jahr.

Für die kommenden Jahre werden wohl weitere Einsparungen nötig sein, um die Beiträge stabil zu halten. An diesem Donnerstagabend sitzt unter anderem die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken bei Maybrit Illner in der Runde. Den Brustton der Überzeugung hat die baden-württembergische CDU-Frau an diesem Abend zu Hause gelassen. Eher verhalten lobt sie ihr Reformpaket. Offensichtlich hatte sie sich noch mehr Sparmaßnahmen gewünscht, konnte sich aber in der Koalition nicht durchsetzen.

Wirklich hart kritisiert wird ihre Politik in der Sendung nur von Ricarda Lang. Eine Schwachstelle der Sendung ist es, dass Illner nur selten darauf zu sprechen kommt, welche Sparmaßnahmen die Koalition unterlassen hat. Es wäre für den geneigten Zuseher interessant zu wissen, welche Maßnahmen sich die Politik aus dem Maßnahmen-Blumenstrauß der Kommission herausgepickt hat und welche sie erstmal wieder zurück in die Blumenvase gesteckt hat.

Sparen muss sein

Die Kassenlage ist angespannt und die Beiträge steigen und steigen. Die Politik musste handeln und hat jetzt zumindest die gröbsten Löcher gestopft. “Wir haben geschafft, die Lücke für nächstes Jahr zu schließen“, ordnet Ministerin Nina Warken die Ergebnisse ein. Im Großen und Ganzen hält die CDU-Abgeordnete das Konzept für akzeptabel. “Alle müssen ihren Beitrag leisten”, meint sie. Ricarda Lang von den Grünen hat eine andere Meinung. “Es ist ein Kahlschlag”, beklagt sie.

Eine wahrlich übertriebene Behauptung, wenn man die Summe der Einsparung in Relation zu den Gesamtkosten des Systems setzt. Mit den knapp sechzehn Milliarden Euro spart die Regierung lediglich etwa knapp fünf Prozent insgesamt ein. Über dreihundert Milliarden kostet das Gesundheitssystem jedes Jahr mit steigender Tendenz. Was die Regierung spart, tut den Versicherten zwar weh, ist aber kein Kahlschlag. Warken ist es wichtig zu betonen, dass die Regierung Rücksicht auf die Versicherten genommen hat. “Wichtig war es, die Maßnahmen bei den Versicherten zu entschärfen”, erklärt sie. Zum Beispiel wird die Mitversicherung der Ehefrau und der Kinder erhalten, bis die Kinder zwölf Jahre alt sind. Die Kommission hatte die komplette Abschaffung der Familienversicherung gefordert. Allerdings intervenierten CSU und SPD heftig dagegen. Jetzt steht ein Kompromiss.

Trotz der Sparbemühungen ist die Kassenlage der Krankenkassen weiterhin schlecht. “Dass die Beiträge sinken, kann man ausschließen“, sagt Jens Baas von der Techniker Krankenkasse. “Es ist Erste Hilfe”, analysiert er nüchtern. Immerhin sagt Baas: “Eine Stabilisierung der Beiträge ist zu erwarten.” Diese Stabilisierung gilt aber nur für nächstes Jahr. Mit Blick auf den demographischen Wandel wird die Regierung noch mehrere Sparpakete und Reformen auflegen müssen, um die Beiträge im Zaum zu halten.

Ablenkungsmanöver
Wenn Friedrich Merz und Lars Klingbeil von Steuerbetrug reden

Die Gesetzlichen zahlen für Arbeitslose

Ein dicker Batzen für die gesetzlichen Krankenkassen sind die versicherungsfremden Leistungen. Damit gemeint sind die rund dreizehn Milliarden Kosten für die Gesundheitsversorgung von Migranten und Arbeitslosen. “Der Staat zahlt nur ein Drittel der Kosten”, beklagt Jens Baas von der Techniker Krankenkasse. Er findet: “Die gesamten 12 Milliarden soll der Staat bezahlen.” In der Tat ist es ungerecht, dass der Staat sich einen schlanken Fuß macht und die gesetzlich Versicherten mit den Kosten allein lässt.

Würden die Kosten aus Steuergeld finanziert, müssten alle Bürger dafür aufkommen. Doch im Haushalt fehlt das Geld. “Wir steigen jetzt stärker ein”, versucht Nina Warken zu beschwichtigen. Dies ist aber nur die halbe Wahrheit. Der Bund zahlt den Kassen zwar direkt eine halbe Milliarde, streicht aber zugleich Zuschüsse in Höhe von 1,5 Milliarden. “Die Haushaltslage ist wie sie ist”, meint Warken dazu schmallippig. Für Ricarda Lang ist die Debatte um die Kosten der Arbeitslosen ein gefundener Moment, um sozialistische Umverteilungspolitik zu fordern. “Über ein gerechteres Steuersystem könnte man die Milliarden reinholen”, findet sie. Aus ihrer Sicht würden hohe Einkommen und Vermögen zu wenig zur Finanzierung der Kassen beitragen.

Lang hat wohl nicht im Blick, dass die oberen zehn Prozent der Einkommensteuerzahler bereits heute mehr als die Hälfte des Einkommensteueraufkommens bezahlen. Außerdem lässt die Grünen-Politikerin außen vor, dass höhere Einkommen auch mehr Versicherungsbeiträge zahlen. Das System in Deutschland lebt von diesen Menschen, die heute schon mehr als genug in die Kassen einzahlen und keinen Bedarf an höheren Steuern und Beiträgen haben. Alles in allem kommt an diesem Abend keine richtig kontroverse Debatte auf. Die Mehrheit am Tisch weiß, dass die Sparmaßnahmen richtig sind. Die Sendung plätschert deshalb halblebig vor sich hin und liefert keine neuen Erkenntnisse. Nach den Sparmaßnahmen ist vor den Sparmaßnahmen.

Bevorzugte Quelle
Google News: So holen Leser Tichys Einblick wieder nach vorn

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17. Juli 2026

First We Take Manhattan

Doppelter Kulturkrieg: Kommunismus und Islam gegen die Freiheit des einzelnen

Von
Fritz Goergen

Ganz nach dem Geschmack derer OBEN, während sie denen UNTEN noch mehr vom Verdienten wegnehmen und weniger Leistungen für höhere Beiträge zumuten: Kanzler Friedrich Merz spricht mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron „über die großen Themen“ – gestern Abend auf Schloss Bensberg in Bergisch Gladbach vor dem deutsch-französischen Regierungstreffen, heute auf Schloss Augustusburg in Brühl. Von einem Schloss ins andere besteht nicht die geringste Gefahr, auf die zu treffen, denen das letzte Hemd ausgezogen wird.

Zu den  „großen Themen“ zählt Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow von der SED-Die Linke eine Volksabstimmung über die deutsche Nationalhymne und die Staatsflagge – Anlass: Singen der DDR-Nationalhymne bei einer Veranstaltung der AfD (RP). Ramelow will über Hymne und Flagge eine Volksabstimmung, auch um endlich den Artikel 146 des Grundgesetzes zu erfüllen, wonach dieses an dem Tag seine Gültigkeit verliere, „an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“. Die das ins Grundgesetz schrieben, wollten eine Volksabstimmung über eine Verfassung für ganz Deutschland, sobald es das gäbe, und nicht nur über Lied und Fahne.

Stalin versuchte ja lange, die junge Bundesrepublik in ein gemeinsames Land zu locken, das „neutral“ sein sollte, eine andere Form von Ostblock-Zugehörigkeit. Die berühmte Antwort von Konrad Adenauer war: „Lieber das halbe Deutschland ganz als das ganze Deutschland halb.“ – Fällt Ihnen, werte Leser, auch eine Anwendung dieses Mottos mit umgekehrten Vorzeichen auf?

Ob Friedrich Merz es weiß oder nicht, spielt keine Rolle. Wer lang genug zuschaute,  weiß: Jedes Signal Bürokratieabbau seit Bestehen der Bundesrepublik führte zu noch mehr Bürokratie.

Fast jede zweite abschlagsfreie „Rente mit 63“ erhielten von 2015 bis 2025 besonders langjährig Versicherte Frauen. Sagt die Antwort des Arbeitsministeriums auf eine schriftliche Frage der Linken-Abgeordneten Sarah Vollath (RP). 2025 gab es rund 262.000 neue Rentner, etwa 145.000 Männer (55,3 Prozent) und rund 117.000 Frauen (44,7 Prozent). Die Abschaffung des früheren Renteneintritts nach 45 Beitragsjahren kritisierte Vollath. Hier ginge es um Bürger, die häufig mehr als 45 Jahre lang hart gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt hätten. “ Schon jetzt lägen die Renten vieler Frauen nach 45 Versicherungsjahren „nur knapp oberhalb der Armutsgrenze“. – Wo Frau Vollath recht hat, hat sie recht. Auch wenn Die Linke sich an anderen Stellen von der schwarzrotgrünen Abzockerei an allen Ecken und Enden nicht unterscheidet. 

Die geplante Zuckersteuer soll nach CDU-Gesundheitsministerin Nina Warken im kommenden Jahr rund 650 Millionen Euro einbringen – erhoben auf zuckergesüßte Getränke (RND). Obwohl nun eine Steuer statt einer Abgabe vereinbart sei, kämen die Mehreinnahmen den Versicherten zugute, da die Krankenversicherung dafür mehr Steuermittel erhalte. – Aus der linken Hosentasche des Steuerzahlers in die rechte – die da OBEN halte die UNTEN offensichtlich für blöd. Das untermalen die Details. – Bei Getränken mit einem Zuckergehalt zwischen 5 und 8 Gramm je 100 Milliliter soll ab 2027 ein Satz von 26 Cent je Liter fällig werden. Über 8 Gramm je Milliliter sollen 32 Cent gelten. Eine 1,5-Liter-Flasche Cola (Zuckergehalt 10,6 Gramm je 100 Milliliter) würde damit um knapp 60 Cent teurer – sollte das Unternehmen den Zuckergehalt nicht senken. – Fehlt die Gegenrrechnung der neuen Bürokratiekosten. Aber mehr Bürokratie verspricht ja mehr Wähler von Regierungsparteien.

Der Sommer-Pressekonferenz des CDU-Kanzlers folgte die des SPD-Vizekanzlers samt Genossin Justiminister, die zur Jagd auf Steuerhinterzieher riefen. Das erinnert an den Heiligen Sankt Augustinus: „Fällt das Recht weg, was sind dann Reiche anderes als große Räuberbanden ? Was sind Räuberbanden selbst anderes als kleine Reiche?“ – Beide „Reiche“ leben auf Kosten der Masse fleißiger Arbeitsbürger, die nach Ansicht des Parteienstaates arbeiten und kuschen sollen.

Wahlmanipulationen sind in praktisch allen Staaten, in denen gewählt wird, ein Dauerthema. Donald Trump sagte heute dazu: »Jeder Amerikaner hat das Recht zu wissen, dass seine Stimme in einem sicheren System korrekt gezählt wird – einem System, in dem Betrug und Manipulation nicht nur schwierig, sondern praktisch unmöglich sind. Leider entspricht unser heutiges System diesem Standard in keiner Weise. Heute Abend kündige ich die sofortige Freigabe und Veröffentlichung wichtiger Geheimdienstinformationen an, die schockierende Schwachstellen in unserer Wahlinfrastruktur aufdecken. Diese Beweise zeigen, dass unser Wahlsystem gefährlich anfällig für Hackerangriffe, Manipulation und ausländische Einmischung ist. Ebenso beunruhigend ist, dass diese wichtigen Informationen jahrelang vor Ihnen, dem amerikanischen Volk, vertuscht und geheim gehalten wurden – das ändert sich jetzt.« – In Deutschland sind die leicht zu manipulierende Briefwahl, die Auswahl der Personen zur öffentlichen Auszählung der Stimmen und noch mehr die Art und Weise der Meldung der Auszählungsergebnisse zur amtlichen Feststellung des Wahlergebnisses geradezu eine Einladung zur Manipulation.

Bevorzugte Quelle
Google News: So holen Leser Tichys Einblick wieder nach vorn
Alexander Heiden schrieb, in New York, das als New Amsterdam begann, gibt es die alten christlichen, irischen, italienischen, griechischen – und jüdischen Viertel im Touristen-Stadtplan des islamokommunistischen Bürgermeisters Zohran Mamdani nicht mehr. Die Moslembruderschaft applaudiert. First We Take Manhattan. Dann die Welt.

Die Moslembruderschaft ist als Terrororganisation eingestuft oder.verboten in: Ägypten, Saudi-Arabien, Bahrain, Vereinigte Arabische Emirate, Jordanien, Kenia, Russland und Syrien. Im Januar 2026 erklärten America und Argentinien die Ableger der Moslembruderschaft in Ägypten, Jordanien und Libanon zur Terrororganisation. In Österreich ist seit März 2019 die Verwendung der Symbole der Moslembruderschaft verboten.

Zum Kommunismus-Sozialismus sagt Marco Rubio in der ihm eigenen Art: »Über den Kommunismus hört man manchmal, er klingt gut in der Therie, funktioniert aber nie in der Praxis. Das ist nicht wahr. Er klingt in der Theorie nicht gut. Er verachtet den Westen, weil der Westen großartig ist.« 

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Golfkrieg. US-CENTCOM (gekürzt): »Die Operation gegen Kommandozentralen, Luftverteidigung, Raketen und Drohnen sowie Küstenüberwachungseinrichtungen wurde um 21 Uhr östliche Zeit am 15. Juli abgeschlossen. Zum ersten Mal in dieser Welle wurden Ziele in der Region Teheran getroffen. Der Iran reagierte mit einem Angriff auf eine US-Basis in Kuwait und Vergeltungsschlägen auf US-Positionen am Golf einschließlich Einrichtungen in Bahrain und Jordanien. Kriegsminister Hegseth informierte Israels Verteidigungsminister Katz über die US-Militäraktivitäten, Katz Hegseth über Israels Operationen in Syrien, Gaza und dem Libanon, Israel will seine Sicherheitszonen in diesen Gebieten aufrechterhalten, um seine Grenzen zu schützen, eine Lehre des 7. Oktober. Laut Wall Street Journal neigt Trump zu einer Bodenoption in Kharg Island, die etwa 90 Prozent der iranischen Ölexporte abwickelt und Teheran effektiv seiner Fähigkeit beraubte, Rohöl zu verkaufen, CNN berichtete, Tausende von US-Bodentruppen hätte sich in Richtung der Region bewegt, was Spekulationen anheizt, Marine- und Army Airborne-Einheiten könnten beauftragt werden, die Insel zu erobern. Militäranalysten warnen, Kharg ist stark befestigt,  ist zu dieser Jahreszeit ein schwieriges Ziel und jede Landetruppe müsste zuerst die umliegenden Inseln geräumt haben. Sieben Inseln, Abu Musa, Greater Tunb, Lesser Tunb, Hengam, Qeshm, Larak und Hormuz, bilden eine „Bogenverteidigung“, die iranische Kommandeure „stationäre und unsinkbare Flugzeugträger“ des Landes nennen. US-Angriffe haben bereits die militärische Infrastruktur auf mehreren dieser Inseln getroffen, darunter eine 90-minütige Operation gegen Greater Tunb in dieser Woche, die Analysten als die Art von Bombung sehen, die typischerweise einer amphibischen Landung vorausgehen. Ein Ehemaliger des Geheimdienstzentrums des US-Pazifikkommandos hält eine Besatzungs von 1.800 bis 2.000 Soldaten für nötig, um die Inseln zu halten und den Iran daran zu hindern, sie zurückzuerobern; er warnte, eine solche Truppe würde anhaltend Drohnen-, Raketen- und Artilleriefeuer vom iranischen Festland ausgesetzt bleiben, was das Risiko einer anhaltenden und unpopulären Verstrickung mit zunehmenden amerikanischen Opfern erhöhte.
Ein iranischer Militärsprecher sagte in der Nacht, die Straße von Hormus würde für die Schifffahrt geschlossen bleiben, bis die USA die Regeln respektieren, die der Iran der Wasserstraße aufzwingen will.« – Für wahrscheinlicher hält der Beobachter das als nächste Poker-Runde. Aber manchmal entfaltet sich eine Eigendynamik – so rum oder anders rum.

16. Juli 2026

Wo bist Du Mama?

CDU-Fraktionschef Jens Spahn: Per Leihmutterschaft zum Kind

Von
Buchauszug

Eine normale Schwangerschaft birgt immer Risiken. Leihmutterschaft vervielfacht diese Risiken für die Frau, bis hin zum Risiko, ihr Leben zu verlieren. Und was die potenziellen Konflikte zwischen der Leihmutter und den Wunscheltern betrifft, so sind diese zahlreich.

Die Leihmutterschaft ist eine Quelle von Konflikten zwischen den beiden beteiligten „Müttern“: Es kann sowohl geschehen, dass keine von ihnen das Kind letztendlich annimmt, als auch, dass sie es sich gegenseitig „aus den Armen reißen“, wenn die Leihmutter sich weigert, das Kind an das „Auftraggeberpaar“ zu übergeben.

Was aber geschieht, wenn das Kind, das Gegenstand des Vertrags ist, nicht die Erwartungen der Auftraggeber befriedigt, beispielsweise im Falle einer Behinderung? Wird die Leihmutter gezwungen, die Schwangerschaft abzubrechen, wenn eine Fehlbildung festgestellt wird? Man kann sich den Druck vorstellen, der in einer solchen Situation auf der Leihmutter lastet. Dies ist übrigens in kommerziellen Leihmutterschaftsverträgen tatsächlich so festgelegt: Der Auftraggeber hat das letzte Wort und kann über einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden.

Weitere Fragen müssen gestellt werden. Welchen Schutz genießt die Mutter im Falle einer Trennung oder Scheidung des „Auftraggeberpaares“ während der Schwangerschaft? Was geschieht mit (Leih-)Mutter und Kind, wenn die Auftraggeber vor der Geburt sterben?

Die Untersuchung der Praxis der Leihmutterschaft in den Vereinigten Staaten zeigt, dass diese zu einer bunten Vielfalt von rechtlichen Problemen führt, die wiederum zahlreiche und oft dramatische Rechtsstreitigkeiten nach sich ziehen.

Im Gegensatz zu dem oft vorgebrachten Argument in Griechenland oder Kanada, die sich vom amerikanischen Modell abgrenzen wollen, indem sie die kommerzielle Leihmutterschaft verbieten, um finanzielle Probleme zu vermeiden, scheint es, dass die Mehrheit der beobachteten Konflikte nicht in direktem Zusammenhang mit der finanziellen Dimension der Transaktion steht.

Die Leihmutter kann ihre Meinung ändern und das Kind behalten wollen oder gegebenenfalls auch einen Schwangerschaftsabbruch wünschen. Dies ist einer der häufigsten Fälle und führte daher 1988 mit einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von New Jersey („In Re Baby M“) zu einem der ersten wegweisenden amerikanischen Präzedenzfälle zu diesem Thema.

In diesem Fall entschied sich die Leihmutter Mary Beth Whitehead, das Kind des Ehepaars Stern zu behalten. Der Oberste Gerichtshof von New Jersey hob die verschiedenen Nachteile dieser Praxis hervor, insbesondere aus der Sicht des Kindes, und erkannte Mary Beth Whitehead als die „leibliche Mutter“ des Kindes an. Seitdem engagiert sich Frau Whitehead vehement gegen die Leihmutterschaft.

Im Fall „Jaycee“ wurde ein von einer Leihmutter geborenes Kind von einem Richter als „elternlos“ erklärt: Die Auftraggeber hatten sich Eizelle und Spermium von anonymen Spendern verschafft, um die Leihmutter zu befruchten. Nach der Scheidung des Paares wurde der „Mutter“ der Kindesunterhalt vom „Vater“ verweigert, da dieser die Vaterschaft ablehnte: Ein kalifornischer Richter gab ihm Recht. Doch mit der gleichen Logik erkannte der Richter auch die rechtliche Elternschaft zwischen dem Kind und der Auftraggeberin nicht an.

Ein weiterer häufiger Fall: Die Auftraggebereltern ändern ihre Meinung – das ungeborene Kind ist fehlgebildet, es sind noch mehrere Kinder zu erwarten, die Auftraggebereltern trennen sich usw. – und wollen das Kind nicht mehr.

Leihmutterschaft bietet auch Betrugspotential. In Belgien behauptete eine Leihmutter im Fall „Donna“ nach sieben Monaten Schwangerschaft, das Kind verloren zu haben. Tatsächlich hatte sie ein kleines Mädchen namens Donna zur Welt gebracht und gegen Bezahlung niederländische Adoptiveltern für sie gefunden. Diese adoptierten das Kind direkt nach der Geburt. Nachdem der biologische Vater die Wahrheit erfahren hatte, versuchte er, das Sorgerecht für Donna zurückzuerlangen, doch die in den Niederlanden eingeleiteten rechtlichen Schritte blieben erfolglos.

Eine weitere rechtliche Verwicklung: Herr und Frau Yamada, japanische Eltern, waren nach Indien gereist, um dort eine bezahlte Leihmutter zu finden. Nach ihrer Scheidung beschloss die Frau, das bereits geborene Kind nicht anzunehmen. Da indisches Recht die Adoption durch Alleinerziehende verbietet, wurde dem Vater das Recht verweigert, das Kind zurückzufordern, das somit rechtlich verwaist war, wozu noch die Tatsache kam, dass seine japanische Herkunft die Integration in die indische Kultur nur noch erschweren konnte.

Tragödien im Zusammenhang mit Leihmutterschaft ereignen sich, wie wir sehen, weit entfernt von Europa. Sie bleiben im Verborgenen, und wir nehmen sie nicht wahr.

Menschenhandel im Namen der Toleranz?
Das Milliardengeschäft mit der Leihmutterschaft
Ich denke an sogenannte „Leihmutterschaftsfarmen“. Dabei handelt es sich um Einrichtungen, in denen Frauen während ihrer neunmonatigen Schwangerschaft in Wohnungen eingesperrt sind. Solche Einrichtungen gibt es insbesondere in Indien, Nigeria und Nepal. Die Weltöffentlichkeit wurde nach einem Erdbeben in Nepal auf die Situation aufmerksam. Die israelische Armee musste dringend zur Rettung von 25 schwangeren Leihmüttern gerufen werden, die von israelischen Auftraggebern engagiert worden waren. Während die Neugeborenen mit ihren Auftraggebern, die sich zu diesem Zeitpunkt in Nepal aufhielten, evakuiert wurden, blieben die nepalesischen Leihmütter zurück.

In Griechenland, wo internationale Leihmutterschaft legal ist, beutete das Mittelmeer-Fertilitätsinstitut über 160 mittellose Frauen aus Ländern wie der Ukraine, Rumänien, Moldawien, Georgien und Albanien aus. Sie wurden unter Druck gesetzt, Eizellenspenderinnen und Leihmütter zu werden. Die korrupten Direktoren des Instituts wurden wegen Betrugs und Menschenhandels verhaftet. Der Leiter der griechischen Nationalen Behörde für Reproduktionsmedizin, der der Korruption und der „Verletzung seiner Pflichten“ verdächtigt wurde, wurde entlassen.

Ist dies die Welt, in der wir leben wollen, eine Welt, in der westliche Auftraggeber Frauen aus armen Ländern dafür bezahlen, ihre Kinder auszutragen?

Leihmutterschaftsverträge sollen alle Eventualitäten abdecken. Es sieht so aus, als ob die Regelungen für Lockdowns und Kriege vergessen wurden, als die internationalen Grenzen geschlossen wurden. Genau das geschah mit Babys, die während der COVID-19-Krise und der russischen Invasion in der Ukraine durch Leihmutterschaft geboren wurden.

Während des Lockdowns aufgrund der Covid-19-Pandemie kursierten in den Medien weltweit schockierende Bilder von Neugeborenen, die in zu provisorischen Kinderkrippen umfunktionierten Hotels in Kinderbetten aufgereiht waren. Diese Kinder, die von Leihmüttern in der Ukraine geboren worden waren, sollten von ihren Wunscheltern aus verschiedenen Ländern abgeholt werden. Durch die brutale Schließung der Grenzen konnten diese Eltern jedoch nicht mehr anreisen und ihr bestelltes Kind in Empfang nehmen.

Die Leihmutterschaftsagenturen waren überfordert und auf eine solche Krise nicht vorbereitet. Sie mussten die Betreuung und Unterbringung der Babys, die nicht mehr ausgeliefert werden konnten, improvisieren. Was wurde aus diesen Kleinen?

Mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 verschärfte sich die Situation für durch Leihmutterschaft geborene Kinder noch weiter. Einige dieser Kinder wurden von ihren Wunscheltern buchstäblich im Stich gelassen, als diese angesichts des eskalierenden Konflikts beschlossen, sie nicht abzuholen oder dazu wirklich nicht in der Lage waren.

Die Berichte über Säuglinge, die in Krankenhäusern oder Notunterkünften zurückgelassen wurden, während die Luftschutzsirenen heulten, sind herzzerreißend. Glücklicherweise ergriffen ukrainische Bürger in einer Welle der Solidarität Maßnahmen, um sich um diese Kinder zu kümmern. Diese Babys, die bereits Opfer eines abscheulichen Menschenhandels geworden waren, wurden nun auch noch zu Kollateralopfern des Krieges.

Gleichzeitig sahen sich einige Leihmütter gezwungen, in Nachbarländer zu fliehen, um dort zu gebären, oft unter dem Druck ihrer Agenturen oder der Auftraggeber, die um ihre Investition fürchteten. Diese schwangeren und schutzbedürftigen Frauen mussten gefährliche Reisen auf sich nehmen, Grenzen unter Beschuss und unter extrem prekären Bedingungen überqueren, um vor der Geburt relative Sicherheit zu erreichen.

Diese dramatischen Situationen verdeutlichen die Mängel von Leihmutterschaftsverträgen. Sie werfen Fragen nach der Verantwortung der Auftraggeber, der Leihmutterschaftsagenturen und der Gesetzgeber zum Schutz der Rechte und des Wohlergehens von Kindern und Leihmüttern auf.

Was man auch immer sagen mag, diese beiden Ereignisse, Covid-19 und Krieg, sind nicht „extrem“. Sie sind Teil der globalen Entwicklung, also Teil der neuen internationalen politischen Ordnung: einer Ordnung, die von anhaltenden Konflikten rund um den Globus geprägt ist. Doch dürfen wir auch Naturkatastrophen, Erdbeben (wie wir es in Nepal erlebt haben) und die mittlerweile wiederkehrenden Extremwetterereignisse nicht vergessen.

Ein Geschäft mit der Lüge
Die Wahrheit über Leihmutterschaft
Schließlich setzen Leihmütter während des Leihmutterschaftsprozesses ihr Leben aufs Spiel. Wir haben bereits erläutert, dass Schwangerschaften aus Leihmüttern aus vielen Gründen mit einem höheren Risiko verbunden sind. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass auch der Tod zu den Risiken gehört, die Leihmütter eingehen.

Die Fälle sind in der Tat zahlreich. Mein tiefstes Mitgefühl gilt insbesondere diesen Leihmüttern, und ich wünsche ihnen allen, dass sie in Frieden ruhen: Michelle Reave, 36, die zwei Kinder hinterlässt; Premila Vaghela, 30, die als Leihmutter die Zukunft ihrer beiden Kinder erhellte; Ranjeeta Lal, 29, die als Leihmutter für das Baby ihrer Schwägerin einsprang; Lydia Cox, 33, die vier Kinder hinterlässt; und Brooke Lee Brown, die acht Tage vor ihrem 35. Geburtstag starb und ihre drei Kinder ohne Mutter zurückließ.

Ich denke auch an all die Leihmütter, die im Rahmen einer Leihmutterschaft verstorben sind, deren Namen wir jedoch nie erfahren werden. Denn es gibt keine Aufzeichnungen zum Tod dieser Frauen, genauso wenig wie zum Tod ihrer Kinder. Die einzigen Fälle, die wir kennen, sind jene, bei denen sich die Familien der Frauen gemeldet haben.

Wie viele Frauen müssen noch sterben, bevor die internationale Gemeinschaft beginnt, diese zwielichtige, milliardenschwere Industrie näher zu untersuchen, die Frauen für Geld opfert?

Olivia Maurel. Wo bist du, Mama? Die Wahrheit über Leihmutterschaft. Kolek Verlag, Paperback, 278 Seiten, Preis 18,00 €


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16. Juli 2026

Heft 08-2026

Tichys Einblick 08-2026: Jetzt kippt’s

Von
Redaktion

Die neue Ausgabe 08-2026 von ‚Tichys Einblick‘ jetzt im Handel oder direkt als PDF erhältlich.

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

Titel: Jetzt kippt’s

Migration, Rente, Energie, Infrastruktur – die Deutschen haben die Nase voll

Weitere Themen:

    • Titel
      Deutschland am Kipppunkt – Der gesellschaftliche Zusammenhalt schwindet von Tag zu Tag, Infrastruktur und Fahrpläne sind nur noch Makulatur, die Politik hat lediglich eine Anhäufung inhaltsleerer Sprüche zu bieten. Wird nicht umgesteuert, fährt das Land gegen die Wand.
    • Titel
      Ziel ist es, die CDU abzuwählen – Wenn es nach Sahra Wagenknecht, der Gründerin des BSW, geht, sollte die CDU in Sachsen-Anhalt die Wahl verlieren und gesunder Menschenverstand wieder in die Politik einziehen..
    • Wirtschaft
      Krank machende Windmühlen – „Grenzwerte einhalten“ reicht beim Infraschall nicht. Viele, die in der Nähe von Windrädern wohnen, klagen über Schlaflosigkeit, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Tinnitus oder gar Herzrasen.
    • Kultur
      Sein ist die Rache – Die FSK überschätzte ihre Macht und verweigerte ein Rating für 
den neuen Film von Uwe Boll. Dank Elon Musk machen Millionen Zuschauer „Citizen Vigilante“ zum Sommerhit. Dumm gelaufen.

Sie können das aktuelle Heft hier bestellen, als Epaper, ein Probe-Abo über drei Ausgaben abschließen oder ein Jahres-Abonnement (12 Ausgaben).

NEU: Tichys Einblick Spezial – Der Klima & Energiekomplex >>>

16. Juli 2026

Der Mensch als Produkt, gebeugtes Recht:

Jens Spahn und sein „Babyglück“

Von
Gastautor

Man denkt nur ungern daran zurück – aber erinnern Sie sich noch an die heißdiskutierte Episode des Reschke-TV, in der die engagierte Aktivistin, pardon, Journalistin, vor knapp einem Jahr den ÖRR-Zuschauer eifrig darüber belehrte, wie unmöglich und gefährlich (Überraschung!) sich die AfD auch in puncto Familienpolitik positioniert?

Eine so unwitzige wie bleichgesichtige Sprechpuppe, die offenbar optisch Herrn Höcke verkörpern sollte, redet pausenlos hohles Blech, welches Frau Reschke dann mit dem ihr eigenen spröden Charme einordnet und entkräftet. Unter anderem legt sie dar, dass der Förderung von Fortpflanzung und Familie ja nun bereits durch das Ehe-für-alle-Gesetz mehr als Genüge getan wurde und überkommene, reaktionäre Modelle ja dem Misthaufen der Geschichte zuzuführen seien.

Aber fangen wir mal von vorn an: Es gibt politische Entscheidungen, deren eigentliche Tragweite sich erst Jahre später zeigt. Die Einführung der Ehe für alle im Jahr 2017 war eine solche Entscheidung. Damals wurde die Debatte vor allem unter dem Gesichtspunkt der Gleichberechtigung geführt: Zwei Menschen gleichen Geschlechts sollten dieselben Rechte erhalten wie Mann und Frau.

Zuvor durften gleichgeschlechtliche Paare in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft nicht gemeinsam ein Kind adoptieren. Das Ziel war also logischerweise nicht, mehr biologische Kinder in diesen Partnerschaften zu erzeugen (was naturgemäß biologisch unmöglich ist), sondern bestehende Regenbogenfamilien abzusichern, z. B. wenn ein leibliches Kind eines Partners vorhanden war, gemeinsame Adoptionen zu ermöglichen und die gesellschaftliche Akzeptanz von alternativen Familienmodellen zu erhöhen.

Wer dagegen Einwände erhob, dem wurde häufig vorgeworfen, Homosexuellen Rechte verweigern zu wollen.

Just heute gondoliert ein Herr Jens Spahn mit seinem Ehepartner Daniel Funke stolz den kleinen Georg in der Gegend herum, den sich die zwei per bei uns verbotener Leihmutterschaft – nein, sorry, wer würde behaupten gekauft? – in den USA von einer Frau haben austragen lassen, die das Ganze gewiss unentgeltlich und aus purer christlicher Nächstenliebe für das solvente Schwulenpaar auf sich genommen hat, damit die beiden nicht mehr so traurig sind und es in Deutschland wieder mehr Kinder gibt. Die zwei seien, so heißt es: Eltern geworden.

Hier zeigt sich, dass die entscheidende Anschlussfrage zwangsläufig lautet: Wenn gleichgeschlechtliche Ehepaare rechtlich Familien sind – warum sollten sie dann nicht auch dieselben Möglichkeiten erhalten, eigene Kinder zu bekommen? Genau an diesem Punkt verlässt die Debatte das Familienrecht und betritt das weitaus schwierigere Feld der Bioethik.

Der Umstand, dass Spahn und Gatte über eine Leihmutterschaft in Übersee „Eltern geworden sind“ und sie es vermutlich nicht in einer Zigarrenkiste aufgezogen haben, ist weit mehr als eine private Familiengeschichte. Sie wirft eine grundsätzliche Frage auf: Welchen Wert besitzt ein gesetzliches Verbot noch, wenn politisch einflussreiche und finanziell privilegierte Menschen es problemlos durch eine Auslandsreise umgehen können?

Deutschland hat sich bewusst gegen Leihmutterschaft entschieden. Dahinter stehen keine zufälligen bürokratischen Vorschriften, sondern gewichtige ethische Überlegungen, gerade in Anbetracht unserer historischen Verantwortung. Der Gesetzgeber wollte verhindern, dass Schwangerschaft zur Dienstleistung wird, dass weibliche Körper ökonomisch genutzt werden und dass Kinder zum Gegenstand vertraglicher Vereinbarungen oder gar Eugenik werden. Das Embryonenschutzgesetz und das Adoptionsvermittlungsgesetz ziehen hier bewusst eine Grenze.

Genau jene Grenze verliert ihre praktische Bedeutung, wenn wohlhabende Paare ihre Kinder einfach in Ländern austragen lassen, in denen andere Regeln gelten. Anschließend kehren sie nach Deutschland zurück und erwarten, aus persönlicher Perspektive nahezu nachvollziehbar, dass der entstandene Familienstatus hier anerkannt wird. Aus einem nationalen Verbot wird so faktisch eine Frage des Geldbeutels. Damit entsteht eine gesellschaftlich problematische Situation. Das Recht gilt weiterhin auf dem Papier. Tatsächlich betroffen sind aber vor allem diejenigen, die sich die Umgehung schlicht nicht leisten können.

Noch grundsätzlicher ist jedoch die Frage, welche Entwicklung hier ihren Anfang nimmt. Mit der Leihmutterschaft verändert sich nicht nur der Weg zum Kind. Es verändert sich das Verständnis von Elternschaft selbst. Fortpflanzung wird zu einem technisch und wirtschaftlich organisierbaren Prozess. Denn aus dem nachvollziehbaren Wunsch nach einem Kind kann schleichend ein Anspruch auf ein Kind werden. Und aus einem Anspruch entwickelt sich leicht die Erwartung, dass medizinische Möglichkeiten selbstverständlich verfügbar sein müssen.

Genau hier beginnt die eigentliche Bioethik. Denn Leihmutterschaft ist niemals nur eine Angelegenheit der Wunscheltern. Es gibt immer mindestens drei weitere Beteiligte: die Frau, die Schwangerschaft und Geburt auf sich nimmt, das Kind selbst und eine Vermittlungsindustrie, die beide zusammenführt. Zuzüglich medizinischer Optimierungsmöglichkeiten, die ein Kind als Wunsch- und Designprodukt weit ab von einem Wunder auf die Ebene eines verfügbaren, vielleicht sogar einklagbaren Rechts für alle erheben, inklusive möglicher Garantie- und Schadensersatzleistungen.

Deshalb ist gar nicht Jens Spahns private Entscheidung oder das persönlich dabei empfundene Störgefühl das eigentliche Thema. Sondern, dass Deutschland sich immer stärker an einen Zustand gewöhnt, in dem nationale Verbote bestehen bleiben, während ihre praktische Umgehung gesellschaftlich zunehmend normalisiert wird. Das Recht verliert dadurch schrittweise seine normative Kraft. Es markiert keine moralischen, in Paragrafen überführten Prinzipien mehr.

Das liberale Freiheitsrecht lautet ursprünglich: Der Staat darf mich wegen meiner sexuellen Orientierung nicht schlechter stellen. Daraus folgt das Recht, eine Ehe einzugehen oder ein bereits existierendes Kind zu adoptieren. Etwas grundsätzlich anderes ist jedoch die Frage, ob daraus eine legitime Forderung erwächst, dass der Staat oder die Medizin aktiv dabei helfen oder zumindest dabei wegsehen muss, einen Kinderwunsch zu verwirklichen, der biologisch ohne die Mitwirkung Dritter nicht erfüllt werden kann. Hier verschiebt sich die Logik vom Abwehrrecht gegen staatliche Diskriminierung hin zu einem Leistungsanspruch gegenüber Staat, Medizin und Gesellschaft.

Das ist ein juristisch und philosophisch interessanter Gedanke. Denn sobald der Kinderwunsch als (womöglich sogar) einklagbarer Anspruch verstanden wird, verschiebt sich zwangsläufig auch der ethische Maßstab. Dann genügt es nicht mehr, Diskriminierung zu beseitigen. Vielmehr entsteht der politische Druck, sämtliche technischen Möglichkeiten bereitzustellen (um ja nicht als homo-, transgender- fertilitätseingeschränkt- oder sonstwie *phob zu gelten und sich noch ein Verfahren einzufangen, vom Geldverdienen mal abgesehen), die den Anspruch erfüllen können. Und zwar nicht nur für gleichgeschlechtliche Paare, sondern für jedes, auch heterosexuelle Paar. Gleiches Recht für alle. Oder auch für jede Einzelperson, jede polyamouröse Drei- oder Vierergemeinschaft oder für jeden, der seine Stehlampe heiratet, dessen Kinderwunsch aus diversen, natürlichen Gründen unerfüllt bleibt. Das ist quasi unendlich erweiterbar, möchte man niemanden schlechterstellen.

Samenspende, Eizellspende, Leihmutterschaft, Präimplantationsdiagnostik und künftig möglicherweise weitere, bislang aus gutem Grund stark beschränkte, reproduktionsmedizinische Verfahren erscheinen dann nicht mehr als Ausnahmefälle, sondern als konsequente Fortsetzung desselben Gleichheitsgedankens.

Die eigentliche Debatte dreht sich deshalb längst nicht mehr um Homosexualität. Es geht um das Menschenbild einer Gesellschaft. Ist ein Kind weiterhin ein eigenständiges Subjekt, dessen Entstehung sich der vollständigen Planbarkeit entzieht? Oder entwickelt es sich zunehmend zu einem Produkt steuerbarer Verfahren, dessen Eigenschaften, genetische Voraussetzungen und Entstehungsbedingungen nach den Bedürfnissen des, der oder they (je nach Pronomen) Wünschenden organisiert werden?

Darüber kann und muss dringend nachgedacht werden, bevor sich endgültig die Büchse der Pandora öffnet.

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16. Juli 2026 sommerpause

Sommerpause gibt's nur OBEN

Sommer-Pressekonferenz – Ritual von Politik und Medien – Steuerbürger arbeiten

Von
Fritz Goergen

Auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern starrt der politmediale Komplex wie das berühmte Kaninchen auf die Schlange. Außen-Kanzler Merz tut vorzugsweise, als wäre da nichts.

Ex-Verfassungsrichter Peter Huber hält ein Verbot von AfD-Landesverbänden für möglich. Agiere eine Partei nicht in Gänze verfassungsfeindlich, müsse sich der Staat auf die Untergliederungen beschränken, bei denen das der Fall sei (Stern). Dann sei ein Teilverbot das mildere Mittel, um das von der Partei ausgehende Risiko für die freiheitlich-demokratische Grundordnung abzuwehren. Dabei liege der Thüringer AfD-Verband unter Björn Höcke vor allem nahe. Es müsse beantwortet werden, ob Teile einer Partei die roten Linien der Verfassung überschritten, während sich der Rest im legitimen Spektrum bewege. So würden zudem Auswüchse bekämpft und dem Rest der Partei die Chance gegeben, sich innerhalb der Verfassungsordnung zu stabilisieren, erklärte Huber, vor seiner Berufung an das Bundesverfassungsgericht Innenminister von Thüringen.

In dieser Sommer-Pressekonferenz präsentierte sich Friedrich Merz als Teflon-Kanzler. Keine Sprüche aus der Hüfte und daneben geschossen. Eine glatte Benutzeroberfläche vor rund 130 Journalisten.

Als zentralen innenpolitischen Erfolg verbuchte Merz das Investitionszukunftsgesetz zur Beschleunigung von Infrastrukturvorhaben und die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung. Beide seien wichtig, aber bei weitem nicht ausreichend, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wiederherzustellen. Nichts zu den Milliarden Sonderschulden für Infrastruktur, die dort nicht ankamen, sondern Löcher woanders stopften. Fragen? Keine.

Im Herbst werde die Neuordnung der Alterssicherung mit einem kapitalgedeckten Teil der gesetzlichen Rentenversicherung auf den Weg gebracht. Die angekündigte Wirtschaftswende dauere länger als gedacht wegen externer Faktoren wie die US-Zölle und Währungsverzerrungen wie durch den unterbewerteten Yuan. Man sei stark von der Weltkonjunktur abhängig. Steigenden Sozialabgaben stemme sich die Regierung entgegen. Die Reform der Pflegeversicherung stehe noch aus, bei der geplanten Kürzung des Unterhaltsvorschusses für Alleinerziehende müsse die Koalition noch Abwägungen treffen, ohne dass Kinder darunter leiden sollten.

Die Wiederherstellung der Verteidigungsfähigkeit sei Priorität, siehe der  U-Boot-Bau mit Norwegen und Kanada. Die hybride Bedrohung durch Russland sei ernst, aber die Abschreckung der Nato funktioniere  Eine assoziierte EU-Mitgliedschaft für die Ukraine, aber auch Moldau und Westbalkan-Staaten müsse kommen.

Eine erneute Grundgesetzänderung zur Reform der Schuldenbremse wäre in dieser Wahlperiode wohl nicht möglich, es fehle sowohl an der Einigkeit in der Koalition als auch der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit.

FRAGE Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern: Ziehe er persönliche Konsequenzen bei einem AfD-Ministerpräsidenten? TEFLON: „Ich gehe davon aus, dass wir es verhindern können, dass dieser Fall eintritt.“

FRAGE von Ralf Schuler, früher Bild, jetzt bei Nius, ob Merz beim Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz mit Wegner telefoniert habe. TEFLON: Ob und worüber er mit jemandem telefoniere, hielte er vertraulich.

FRAGE von Wulf Schmiese, ZDF, nach Merz‘ persönlich schwächstem Moment als Kanzler bisher. TEFLON, „Herr Schmiesel (kein Schreibfehler, O-Ton), darüber müsste ich länger nachdenken.“ NACHFRAGE, aus welchen Fehlern gelernt? TEFLON: „Ich bin ein lernfähiges System und lerne jeden Tag dazu.“

Der Schmiese-Merz-Floh ging, dem Netz-Niveau entsprechend, auf der Stelle vom Lacher im Saal viral und bleibt das Meme dieses Merz-Auftrittes.

Sommerpause haben seit jeher die Lehrer, weil Schulen und Hochschulen Pause machen und daher auch Schüler und Studenten. Manche Hochschullehrer widmen sich dann der Forschung, für die während der Semester wenig Zeit bleibt. Lehrer forschen nicht. Sommerpause haben Berufspolitiker, also Abgeordnete, Minister und ihre Mitarbeiter. Bürger – Steuerbürger voraus – arbeiten das ganze Jahr. Urlaub können die meisten nur noch halb so viel Zeit woanders als zuhause verbringen, weil die Kosten zu hoch geworden sind. Also immer mehr in Balkonien.

Das „Entlastungskabinett“ hat Maßnahmen zum Bürokratieabbau verabschiedet. Unternehmen und Bürger sollen um 10 Milliarden Euro „entlastet“ werden. Im Gesundheitsbereich soll die elektronische Patientenakte (ePA) weiterentwickelt und die Betriebsstabilität der Telematikinfrastruktur (TI) verbessert, digitale Nachrichten und elektronische Überweisungen eingeführt werden. Für Logistikunternehmen soll es Lockerungen beim Lkw-Fahrverbot geben. Bei der Arbeitsförderung Leistungen beantragen oder Änderungen mitteilen, soll künftig digital gehen, Beratungs- und Vermittlungsgespräche per Videoschalte von zu Hause stattfinden können. Tägliche Briefkasten-Pflicht soll entfallen, solange man digital erreichbar ist. Auch der Vertrag mit einem privaten Arbeitsvermittler soll sich formlos per E-Mail schließen lassen. Die Pflicht papierener Kassenbelege soll schrittweise abgeschafft werden. Mit dem Gebäudetyp-E-Gesetz soll das Bauvertragsrecht so angepasst werden, dass von gesetzlich nicht zwingenden Baustandards künftig leichter abgewichen werden kann. – Nach der Sommerpause mal schauen, was bleibt.

„Grüne fordern von Pistorius Aufklärung nach Fregatten-Aus“ Auf der einen Seite werde im Haushalt hart gespart, auf der anderen Seite würden Milliarden ohne jede Wirkung verbrannt. Merz und Klingbeil strichen armutsbetroffenen Kindern einen Zuschlag von 25 Euro im Monat, das Verteidigungsministerium versenke gleichzeitig 2,5 Milliarden Euro – „und niemand übernimmt Verantwortung dafür.“ Im Fall des gestoppten Projekts drohen möglicherweise Schadensersatzforderungen. Der betroffene niederländische Schiffbauer Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS) hat den Anwalt und Ex-CSU-Politiker Peter Gauweiler mit dem Fall beauftragt.

Die Regierung hat im ersten Halbjahr 2026 Genehmigungen für die Ausfuhr von Rüstungsgütern von 13,87 Milliarden Euro erteilt. Für die Ukraine wurden 2,5 Milliarden Euro genehmigt. Weitere Hauptempfängerländer sind die USA, die Niederlande, Tschechien, Litauen, Israel, Lettland, Norwegen, Estland und Slowenien. 9,6 Milliarden Euro entfallen auf Kriegswaffen, 4,3 Milliarden auf sonstige Rüstungsgüter, 12,8 Milliarden auf Einzelausfuhrgenehmigungen und 1,1 Milliarden auf Allgemeine Genehmigungen. Für Lieferungen in EU-, Nato- und gleichgestellte Länder gab es Genehmigungen von fast 9 Milliarden Euro. Weitere 2,5 Milliarden für die Ukraine zur militärischen Unterstützung ihrer Selbstverteidigung.

Peter Pilz (gekürzt): «Ist der wirtschaftliche Kern erst einmal verschwunden, bleibt ein Staatsapparat zurück, der sich nicht selbst tragen kann. Es kommt zu einem Prozess, der stark an den Zusammenbruch der DDR oder die Nachkriegszeit erinnert. Ein Ausverkauf beginnt. Investoren sichern sich die Rosinen wie High-End-Patente und exklusive Technologien. Der unrentable Rest wird sich selbst überlassen. Kernregionen der Industrie verfallen. Was von Verwaltung und Tourismus lebte, stagniert auf niedrigem Niveau. Destruktion ist immer rasanter als Konstruktion. Es braucht Jahrzehnte, um aufzubauen, aber nur wenige Jahre ideologischer Fehlsteuerung, um zu vernichten. In der Zeit, die Deutschland bräuchte, um nur einen Bruchteil seiner Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen, ziehen andere Nationen uneinholbar davon. Der angerichtete strukturelle Schaden ist gewaltig und dürfte das Land für die nächsten 150 bis 200 Jahre prägen. Es ist der gnadenlose, aber logische Abstieg einer ehemals führenden Industrienation in die unwiderrufliche wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit.« – Noch ist der Prozess radikal umkehrbar, aber nicht von ideologisch Verblendeten und Zauderern.

Die Verursacher des Niedergangs machen weiter, als wäre nichts geschehen, hier mit dem Albtraum Welternährungsplanwirtschaft. „Gesündere und nachhaltigere“ Ernährung weltweit könne die Landwirtschaft grundlegend ändern (Cornell University und Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung), eine „Ernährungswende“ bis 2050 den Viehbestand und den Flächenverbrauch senken. Der letzte Bericht der EAT-Lancet-Kommission aus dem Jahr 2025 stelle fest, eine globale Einführung der „Planetary Health Diet“ könnte jährlich rund 15 Millionen vorzeitige Todesfälle bei Erwachsenen verhindern. Zudem verursache das aktuelle Ernährungssystem derzeit etwa ein Drittel der „menschengemachten Treibhausgasemissionen“. Die Netto-CO2-Emissionen könnten um 76% sinken, die direkten Methan- und Lachgas-Emissionen aus der landwirtschaftlichen Produktion um ein Drittel zurückgehen.

Vor den erwarteten Änderungen im EU-Emissionshandel warnt Stefan Rauber, Chef der Stahlhersteller Saarstahl und Dillinger Hütte, vor einer Abschwächung des wichtigsten Klimaschutzinstruments. Unternehmen, die nicht transformieren, könnten „länger und günstiger CO₂-intensiv produzieren.“ Das mache es unattraktiver, „grünen“ Stahl zu kaufen (Spiegel). Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft werde  gefährdet: „Je stärker der Emissionshandel aufgeweicht wird, desto unattraktiver werden Investitionen in die Produktion von Wasserstoff … Das ist ein Risiko für uns: weniger Anbieter, höhere Kosten.“ Saarstahl und Dillinger Hütte investieren mit staatlichen Subventionen 4,6 Milliarden Euro in einen „klimagerechten“ Umbau der Stahlproduktion. Dabei waren die Beteiligten von weiter steigenden CO₂-Preisen ausgegangen. Brüssel erwägt als Ausgleich, Vorreitern zusätzliche Zertifikate zu geben. Falls sie diese nicht benötigen, könnten sie die Emissionsrechte an andere Betriebe weiterverkaufen, die mehr CO₂ ausstoßen. Die Höhe der Entschädigung wäre bei schwankenden Preisen jedoch kaum planbar. „Das klingt in der Theorie gut, in der Praxis wäre es ein Börsenspiel“, kritisierte Rauber. „Wir würden das Risiko tragen, dass der CO₂-Preis fällt, statt zu steigen.“ – Kürzer: Ohne Staatsknete der Steuerbürger „grünt“ nichts.

Übrigens: Starmers Good Bye.

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15. Juli 2026

Gewaltexplosion

Ein neunormaler Tag in Deutschland: Messerjagd, Gewalt und Schüsse am Mittwoch

Von
Redaktion

Der Mittwochmorgen des 15. Juli beginnt in Deutschland mit einer Messerjagd am Bahnhof und einem Schusswechsel vor einem Supermarkt. Zwischen beiden Polizeieinsätzen liegt kaum mehr als eine Stunde. Der Ausnahmezustand fügt sich inzwischen so regelmäßig in den deutschen Alltag, dass Behörden und Medien ihn routiniert als regionale Meldung abarbeiten.

Gegen 7.15 Uhr kommt es in einem Regionalzug am Bahnhof Ruhpolding zum Streit während einer Fahrkartenkontrolle. Ein 28 Jahre alter Mann zieht ein Messer und bedroht einen Schaffner. Die Auseinandersetzung verlagert sich auf den Bahnsteig. Der Bewaffnete läuft anschließend davon.

Nach Informationen mehrerer Medien handelt es sich bei dem Mann um einen Afghanen, der als Asylbewerber in Deutschland lebt und bereits polizeibekannt sein soll. Eine Zeugin berichtet, er habe im Zug wirr geredet und Krawall gemacht, eine Kontrolleurin soll er geschubst haben. Als ein weiterer Zugbegleiter eingriff, zog der Mann dem Bericht zufolge eine etwa 15 Zentimeter lange Klinge.

Videoaufnahmen dokumentieren, wie der Mann mit dem Messer hinter Passanten herjagt. Gegen den Rücken eines Flüchtenden führt er eine Stichbewegung aus. Schulkinder verlassen den Zug in Panik und suchen Schutz in einer nahe gelegenen Bäckerei. Ein gewöhnlicher Schulweg wird innerhalb weniger Sekunden zur Flucht vor der tickenden Zeitbombe bzw. bewaffneten Asylbewerber.

Polizisten stellen den Tatverdächtigen später im Bereich des Kurparks. Nach ihrer Aufforderung lässt er das Messer fallen und wird festgenommen. Drei Kinder verletzen sich bei der Flucht. In einer Turnhalle richtet die Polizei eine Betreuungsstelle ein, die von 43 Kindern und Jugendlichen sowie 15 Erwachsenen genutzt wird. Die Bundespolizei führt die weiteren Ermittlungen. Der erste öffentlich genannte Tatvorwurf lautet Bedrohung. Die deutsche Verwaltungssprache verwandelt auch diese Szenen zuverlässig in einen handlichen Vorgang.

Während die Polizei in Ruhpolding noch Zeugen betreut, geht um 8.22 Uhr in Iserlohn der nächste Notruf ein. Vor einem Supermarkt an der Westfalenstraße schlägt ein 26 Jahre alter Mann unvermittelt auf eine 59-jährige Frau ein. Täter und Opfer kennen sich nach bisherigen Erkenntnissen nicht. Die Polizei bezeichnet die Tat ausdrücklich als wahllos.

Ein Autofahrer beobachtet den Angriff und fordert den Mann auf aufzuhören. Der Täter lässt kurz von seinem Opfer ab und attackiert die Frau wenige Augenblicke später erneut. Daraufhin greift der Zeuge mit einem Schlagstock ein. Auch er wird von dem 26-Jährigen angegriffen und leicht verletzt. Die Frau erleidet schwerste Verletzungen im Gesicht und muss ins Krankenhaus gebracht werden.

Polizisten nehmen den Angreifer mit zur Wache. Wegen seines geistigen Zustandes wird er auf Anordnung des Ordnungsamtes und eines Arztes zwangsweise in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Gegen ihn wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Zur Herkunft und Staatsangehörigkeit des Mannes machten die Behörden keine Angaben.

Der Fall dokumentiert eine weitere Form jener wahllosen Gewalt, die jeden treffen kann. Eine Frau geht am Morgen zum Supermarkt und landet mit schwersten Verletzungen im Krankenhaus. Ihr Überleben und die Beendigung des Angriffs verdankt sie einem Bürger, der nicht wegsah und sich dabei selbst in Gefahr brachte.

Dresden-Friedrichstadt wird zum nächsten Schauplatz. Zeugen melden einen bewaffneten Mann vor einem Supermarkt. Der 41-Jährige richtet eine musketenartige Waffe auf Menschen und geht anschließend in das Geschäft. Als Polizeibeamte eintreffen, feuert er mit der Waffe auf sie und ruft einen islamischen Glaubensspruch. Videoaufnahmen zufolge handelt es sich um „Allahu akbar“.

Mehrere Polizisten schießen zurück und verletzen den Angreifer. Der türkische Staatsangehörige wird festgenommen, medizinisch versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Weitere Menschen kommen nicht zu Schaden. Die Ermittler prüfen noch, ob die beschlagnahmte Muskete eine scharfe und funktionsfähige Waffe ist.

Gegen den Mann wird wegen Bedrohung und Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Seine Motivation gilt offiziell als ungeklärt. Nachbarn berichten allerdings, er sei schon vor der Tat auffällig geworden. Er habe Menschen bedroht, sich als „Gottes Krieger“ bezeichnet und einen Fluch angekündigt. Wenige Tage später schießt er unter islamischen Rufen auf Polizisten.

Ruhpolding im Chiemgau gehört kaum zu den Orten, die Politiker bei ihren Reden über Kriminalität und gescheiterte Integration vor Augen haben. Genau dort fliehen nun Schulkinder vor einem mutmaßlich polizeibekannten Asylbewerber mit Messer. In Dresden eröffnet ein türkischer Staatsangehöriger unter religiösen Rufen das Feuer auf Beamte. Die neue Unsicherheit hat längst jedes beruhigende Gerede über einzelne Brennpunkte überholt.

Die sogenannte Migrationswende der Bundesregierung findet vor allem in Pressekonferenzen statt. Auf Bahnhöfen und Supermarktparkplätzen treffen Bürger weiterhin auf die Ergebnisse einer katastrophalen Politik, die millionenfach ungeprüft Menschen ins Land ließ und weiterhin lässt, ihre Identität nur unzureichend klärt und selbst bekannte Gefährder häufig erst nach der nächsten und übernächsten Eskalation aus dem Verkehr zieht.

Gegen 9.55 Uhr melden Zeugen am Mittwochmorgen einen schwer verletzten Mann auf der Robert-Schuman-Allee in Trier, wenige hundert Meter vom Universitätscampus entfernt. Ein 22-Jähriger soll den Gleichaltrigen auf offener Straße mit einem Messer angegriffen haben. Nach Angaben der „Bild“ handelt es sich bei dem Opfer um einen deutschen Studenten. Wiederbelebungsversuche bleiben erfolglos. Der junge Mann stirbt an seinen Verletzungen.

Der mutmaßliche Täter flieht zunächst. Polizisten spüren ihn wenig später in der nahe gelegenen Frankenstraße auf und nehmen ihn fest. Der 22 Jahre alte Afghane ist nach Polizeiangaben in Trier gemeldet. Eine Mordkommission untersucht den Tathergang und die Hintergründe. Mehrere Augenzeugen müssen durch Notfallseelsorger betreut werden.

Die Universität bestätigt am Abend, dass der Getötete bei ihr studierte. Sie färbt ihre Internetseite schwarz und kündigt für Donnerstag eine Gedenkminute an. Ein junger Mann verlässt am Morgen sein Zuhause und liegt wenig später erstochen auf einer Straße nahe seiner Hochschule. Seine Familie erhält statt seiner Rückkehr eine Todesnachricht.

Damit wächst die Bilanz dieses einen Mittwochvormittags um einen Toten. Der Messerangriff von Ruhpolding war noch nicht vollständig aufgenommen, der Schusswechsel in Dresden noch nicht beendet, da stirbt in Trier ein Student durch die Klinge eines afghanischen Tatverdächtigen. Der „ganz neunormale Tag“ erweist sich noch während seiner Beschreibung als noch blutiger und verheerender als ohnehin.

Aus dem Kontrollverlust wird eine endlose Serie voneinander getrennter Einzelfälle.

Noch der Vortag liefert den blutigen Prolog zu diesem Mittwoch. Am Dienstagabend gegen 21 Uhr greift ein 60 Jahre alter Mann seine 58-jährige Ehefrau mitten in der Innenstadt von Kelkheim an. Auf der Frankfurter Straße fügt er ihr mit einer Stichwaffe eine tödliche Verletzung zu. Die Frau stirbt noch am Tatort. Opfer und Tatverdächtiger besitzen nach Angaben der Staatsanwaltschaft die kroatische Staatsangehörigkeit.

Augenzeugen, die den schrecklichen Mord mitansehen mussten, schildern eine Horrorszenerie. Nach einem Bericht soll der Mann seiner Frau mit einer machetenartigen Waffe in den Hals gestochen haben. Die Schwerverletzte versucht noch zu fliehen und bricht wenig später zusammen. Zeugen überwältigen den Angreifer und halten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Er wird bei seiner Festnahme verletzt.

Erneut sind es Bürger, die einen Gewalttäter stoppen müssen. In Kelkheim halten Passanten einen mutmaßlichen Totschläger fest. In Iserlohn beendet ein Autofahrer die Prügelattacke auf eine wehrlose Frau. Der Staat erscheint jeweils nach dem Ausbruch der Gewalt, nimmt den Täter entgegen und eröffnet das nächste Ermittlungsverfahren. Dazwischen die neue große Schutzlosigkeit der Menschen im öffentlichen Raum, nicht mehr nur in der Großstadt, sondern bis in alle Provinznester gesickert.

Von Dienstagabend bis Mittwochmorgen liegen kaum zwölf Stunden. Eine Frau wird auf offener Straße getötet, eine weitere vor einem Supermarkt schwer zusammengeschlagen. Kinder müssen vor einem Messerangreifer fliehen, Polizisten geraten unter Beschuss. Der öffentliche Raum wird zum täglichen Gefahrengebiet, während die politische Führung ihre Sicherheitsversprechen auf Pressekonferenzen verliest.

So sieht ein ganz neunormaler Tag in einem Land aus, das sich an Zustände gewöhnen soll, die niemals normal hätten werden dürfen.

Und morgen beginnt die gleiche Lotterie von vorn.

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15. Juli 2026

Mehr Kontrolle

Verpflichtende Fahrassistenz-Systeme: Das nächste Zwangskostüm der EU

Von
Sophia Juwien

Mehr Technik, mehr Vorschriften: Seit dem 7. Juli müssen neu zugelassene Fahrzeuge über zusätzliche Sicherheits- und Assistenzsysteme verfügen. Betroffen sind Pkw und leichte Nutzfahrzeuge; schrittweise werden weitere Sicherheitsanforderungen aber auch auf Busse und Lastwagen ausgedehnt.

Hintergrund ist die sogenannte General Safety Regulation II (GSR II) – eine EU-Verordnung, mit der Brüssel angeblich die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten senken will. Die Verordnung wurde bereits 2019 beschlossen, trat 2020 in Kraft und wird seit 2022 schrittweise umgesetzt. Nun folgt die nächste Ausbaustufe.

Bereits jetzt sind zahlreiche Assistenzsysteme verpflichtend

Bereits seit Juli 2024 müssen alle neu zugelassenen Fahrzeuge in der EU ein Paket aus neun Basissystemen an Bord haben. Dazu zählen der oft fehleranfällige intelligente Geschwindigkeitsassistent (ISA), ein Notfall-Spurhalteassistent, sowie ein Notbremsassistent, der bereits eine Fußgänger- und Radfahrererkennung beinhaltet. Ergänzt wird dieses Sicherheitsarsenal durch das adaptive Notbremslicht, einen Müdigkeits- und Aufmerksamkeitswarner, einen Rückfahrassistenten und eine Reifendrucküberwachung. Zudem sind ein Unfalldatenspeicher, im Volksmund als „Black Box“ bekannt, sowie eine standardisierte Schnittstelle für eine alkoholempfindliche Wegfahrsperre fester Bestandteil jeder Neuzulassung.

Kontrollstaat im Vormarsch
Regulierungsrausch: Von der EU-Chatkontrolle zum gläsernen Bürger

Mit der nun greifenden Ausbaustufe wächst die Zahl der verpflichtenden Systeme von neun auf elf an. Neu hinzu kommen zwei tiefgreifende Vorgaben für die Fahrzeughersteller: erstens ein hochentwickeltes Ablenkungs-Warnsystem (ADDW), das jede Augenbewegungen des Fahrers per Kamera scannt. Zweitens ein konstruktiv stark erweiterter Kopfaufschlagschutzbereich an der Fahrzeugfront. Dieser soll bei Kollisionen das Verletzungsrisiko für Fußgänger und Radfahrer mindern, verlangt von den Herstellern jedoch völlig neue, oft hochkomplexe Karosserieformen.

Die Europäische Union begründet die Maßnahmen mit dem Ziel, schwere Unfälle zu verhindern und die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen.

Bringt die neue Technik tatsächlich mehr Sicherheit?

Tichys Einblick hat mit Kurt Bartels, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände gesprochen.

Auf die Frage, ob die neuen Systeme einen signifikanten Einfluss auf die Sicherheit im Alltagsverkehr hätten, bejaht er dies deutlich: „Die Notbremssysteme verstärken die Bremsen erheblich. Die neuen Systeme haben einen erheblichen Einfluss auf die Sicherheit.“

Gewöhnliche Maßnahmen sind damit aber nicht obsolet. Den Schulterblick etwa betrachtet Bartels weiterhin als notwendig: „Viele ältere Fahrzeuge besitzen die neuen Systeme noch nicht. Deshalb ist und bleibt ein Schulterblick unersetzlich.“ Er fügt hinzu, dass man sich nicht allein auf die neue Technik verlassen dürfe.

Gleichzeitig betont er, wie wichtig es sei, die Systeme richtig einzusetzen. Im Zuge dessen schlägt er vor, sich beim jeweiligen Autohersteller „schlau zu machen“ oder zum ADAC oder zur Fahrschule zu gehen und dort nachzufragen, wie die neuen Systeme richtig zu verwenden seien.

Fachgeschwafel der Europäischen Union

Für die neue Vollüberwachung der EU verweist Brüssel auf die 2017 veröffentlichte Kosten-Nutzen-Analyse des britischen Transportforschungsinstituts TRL (Transport Research Laboratory). Dieses prognostizierte theoretisch, dass das Technologie-Paket bis zum Jahr 2038 EU-weit 24.794 Todesfälle verhindern könne.

Ein Blick in die EU-Verordnung zeigt jedoch, dass sich hier abseits der Sicherheitsthematik ein Feld für weitgehende Kontrolle und Überwachung von EU-Bürgern eröffnet. Um nur einige problematische Kontrollmechanismen zu nennen:

Die Abschalt-Sperre beim Tempowarner: Wer glaubt, den nervtötenden Geschwindigkeitsassistenten (ISA) einfach dauerhaft im Menü deaktivieren zu können, irrt. Artikel 6 Absatz 2 lit. b diktiert den Herstellern unmissverständlich: „Nach jeder Aktivierung des Hauptkontrollschalters des Fahrzeugs muss sich der intelligente Geschwindigkeitsassistent im normalen Betriebsmodus befinden“. Heißt so viel wie: Bei jedem Motorstart schaltet sich der Brüsseler Oberlehrer automatisch wieder ein. Eine dauerhafte Abschaltung ist illegal.

Jetzt auch noch staatlich gefördert
E-Autos aus China: Der stille Spion in meiner Garage?

Die unlöschbare Blackbox: Der Unfalldatenspeicher (EDR) zeichnet laut Gesetz im Millisekundentakt Geschwindigkeit, Bremsverhalten, Neigung des Fahrzeugs sowie den Zustand aller Sicherheitssysteme auf. Brisant: Der Speicher kann nicht deaktiviert werden. Ja, Sie haben richtig gehört: Der Unfalldatenspeicher läuft immer. Zwar verspricht das Gesetz, dass die Daten anonymisiert und „nur für die Unfallforschung“ genutzt werden dürfen – nach Unfällen, wenn der Fall vor Gericht landet, sieht das ganz schnell anders aus.

Sobald es kracht, beschlagnahmt die Polizei nach den Paragrafen 94 und 98 der Strafprozessordnung (StPO) das Auto. Sobald ein Gutachter die Daten ausliest, weiß das Gericht über das Nummernschild und die Fahrgestellnummer sofort, wer am Steuer saß. Aus den angeblich anonymen Werten wird so im Handumdrehen ein persönliches Beweismittel, das einen schwer belasten kann.

Die permanente Fahreranalyse: Die Verordnung schreibt zudem eine lückenlose Überwachung der Konzentration des Fahrers vor (Absatz 1 lit. c und d). Zwar betont die EU in Absatz 3 beruhigend, dass die Daten der Cockpit-Kamera nicht an Dritte weitergegeben werden dürfen und „unmittelbar nach der Verarbeitung zu löschen“ sind. Doch das Prinzip des mündigen, unbeobachteten Bürgers im eigenen Auto ist damit endgültig Geschichte.

Brüssels Rechtfertigung

Doch wie rechtfertigt Brüssel dieses Manöver gegen die Privatsphäre der EU-Bürger? Hier schließt sich der Kreis zur anfangs erwähnten TRL-Studie. Hinter den wissenschaftlichen Berechnungen und Versprechungen verbirgt sich ein theoretisches Konstrukt, welches wohl im Brüsseler Elfenbeinturm konstruiert wurde.

Ein zentrales Problem sind dabei die veralteten Datenbasen und die daraus resultierenden Labor-Illusionen: Die TRL-Studie beruht auf der expliziten Annahme einer 100-prozentigen Systemverfügbarkeit. Was die Gutachter dabei ausblenden, belegen die Realitäts-Checks von Euro NCAP und ADAC regelmäßig: Die Sensortechnik scheitert im Alltag oft an Schmutz, Starkregen oder mangelhaften Fahrbahnmarkierungen.

Nach Chatkontrolle nun Altersverifiizierung
Von der Leyens Marsch in die digitale Diktatur: Wie die EU alle Bürger kontrollieren will

Wenn die Technik in der Praxis nur teilweise funktioniert, die EU-Statistik aber von einer permanenten 100-Prozent-Leistung ausgeht, ist das keine Wissenschaft, sondern Statistik-Phantasie.

Hinzu kommt die methodische Masche der Doppelzählung. Um auf die beeindruckende Zahl von fast 25.000 geretteten Leben zu kommen, addierte das TRL die hypothetischen Einzeleffekte von fast 20 verschiedenen Systemen einfach zusammen. Dabei wird ignoriert, dass ein einzelner Unfall selten nur eine Ursache hat. Wenn ein Fahrer abgelenkt ist und zu schnell fährt, kann er nicht durch den Notbremsassistenten und den Tempowarner gleichzeitig gerettet werden. In der Statistik der EU wird dieser Unfall aber mehrfach „positiv“ gewertet.

Völlig außer Acht gelassen wird zudem der Faktor Mensch, namentlich die sogenannte Alarm-Müdigkeit. Der ADAC warnt in seinen ISA-Tests eindringlich vor diesem Phänomen: Wenn Systeme durch ständige Fehlalarme, etwa bei falscher Schildererkennung, nerven, schalten Fahrer sie ab oder ignorieren sie. Die TRL-Studie setzt jedoch eine Deaktivierungsrate von Null voraus. Ein System, das im Alltag blockiert oder abgeschaltet wird, rettet jedoch exakt null Leben.

Die offizielle Begründung: Theorie versus Realitäts-Check

Natürlich verweisen die EU-Kommission und der Gesamtverband der Versicherer (GDV) gerne auf die Vorteile moderner Technik. Der Hauptgeschäftsführer des GDV, Jörg Asmussen, hat dazu konkret Daten geliefert: Laut ihm verursachen Pkw mit Notbremsassistent zehn Prozent seltener Kfz-Haftpflichtschäden als Fahrzeuge ohne dieses System.

Dass ein funktionierender Notbremsassistent Unfälle abmildern kann, stellt niemand in Frage.

Solche Statistiken blenden allerdings viele Parameter aus – etwa, dass hier technisch die Grundlagen für spätere Überwachung der Fahrer oder gar externe Kontrolle der Fahrzeuge gelegt werden, auch wenn die Verantwortlichen derzeit noch weit von sich weisen, dass eine solche Nutzung bzw. Ausweitung der Funktionen vorgesehen sei.

Lage der Nation mit Roland Tichy
Jetzt kommt die Zensur: Der Fahrplan in die Diktatur

Während der GDV basierend auf realen Versicherungsdaten zumindest einen nachweisbaren Nutzen für Schadensfälle belegt, baut die EU ihre Verordnung auf den hochumstrittenen Prognosen des TRL auf, die theoretische Lebensrettungen in die Zukunft hochrechnen.

Und hier wird es fragwürdig: Eine unabhängige, retrospektive Bewertung der tatsächlichen Sicherheitswirkung durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) steht bis heute aus. Man baut das Sicherheits-Versprechen also teilweise auf bloßen Annahmen statt auf harten, geprüften Fakten. Während Brüssel mit Visionen schwadroniert, klafft zwischen dem theoretischen Daten-Glück der EU und der ernüchternden Realität auf unseren Straßen eine gewaltige Lücke.

„Rollendes Kontrollzentrum“ statt Freiheit

Auch der Präsident des Mobil in Deutschland e.V. Dr. Michael Haberland warnt vor der Entwicklung, die die neuen Systeme mit sich bringen.

Er stellt klar: Sicherheit hat ihren Preis, aber nicht jede technische Spielerei darf zur Pflicht werden. „Die Menschen wollen unterstützt werden, aber nicht das Gefühl haben, in einem rollenden Kontrollzentrum zu sitzen und ständig mit Pieptönen schikaniert zu werden“, so Haberland. Besonders die neue Innenraumkamera zur Fahrerüberwachung sieht er kritisch: „Das ist ein Eingriff in die Privatsphäre, der zudem übergebührlich ablenkt – das sollte man wieder abschaffen.“

Haberland macht deutlich, dass wir uns von der Eigenverantwortung verabschieden, wenn wir alles auf die Technik schieben. Ob Schulterblick oder der gesunde Menschenverstand hinterm Steuer: „Wir dürfen nicht den Eindruck vermitteln, dass moderne Technik den Fahrer von seinen Pflichten entbindet.“

Für ihn ist klar: Die Rechnung für diesen digitalen Überwachungswahn zahlt der Verbraucher durch explodierende Neuwagenpreise – ein „Sicherheitsaufschlag“, um den niemand gebeten hat und der in vielen Fällen mehr Ablenkung schafft, als Sicherheit zu gewährleisten.

Am Ende bleibt das Gefühl der schleichenden Entmündigung des Bürgers. Unter dem Deckmantel der „Vision Zero“, mit der die Europäische Union die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten bis 2025 auf null senken will, ist die EU zu allem bereit. Die neumoderne Technik, die uns schützen soll, wird zur digitalen Fußfessel, deren Schlüssel der Staat in der Hand hält. Wer jetzt noch die Hoffnung hegt, in Zukunft unbeobachtet Auto fahren zu können, hat die neue EU-Verordnung nicht verstanden.

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Der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beim EU-Korea-Gipfel in Brüssel.
15. Juli 2026

Drakonische Strafen

Südkorea beschließt Gesetz gegen angebliche „Fake News“

Von
Alexander Heiden

Wer als Medium, reichweitenstarker YouTuber oder Influencer wiederholt behördlich als „falsch“ eingestufte Informationen verbreitet, riskiert in Südkorea künftig Geldstrafen in Höhe von bis zu einer Milliarde Won.

Das ist richtig viel Geld: umgerechnet rund 580.000 Euro.

Social-Media-Plattformen müssen Beschwerdesysteme einrichten und Inhalte entfernen, die staatliche Einrichtungen für „unwahr“ erklären. Journalistenverbände, Menschenrechtsorganisationen und Konservative laufen gerade Sturm gegen diesen unverhohlenen Angriff auf die Meinungsfreiheit. Sogar die US-Regierung, sonst ein verlässlicher Verbündeter von Seoul, hat mögliche unverhältnismäßige Belastungen für US-Plattformbetreiber angeprangert.

Nach Chatkontrolle nun Altersverifiizierung
Von der Leyens Marsch in die digitale Diktatur: Wie die EU alle Bürger kontrollieren will

Das Gesetz erlaubt Gerichten, Schadensersatz bis zum Fünffachen des nachgewiesenen Schadens zu verhängen. Das berichtet die Nachrichtenagentur „Associated Press“ (AP). Wiederholte Verstöße können zusätzlich mit Bußgeldern in Höhe von bis zu einer Milliarde Won geahndet werden. Große Plattformen müssen nach erfolgten Meldungen schnell Inhalte entfernen oder Konten sperren. Kritiker warnen vor völlig vagen Definitionen im Gesetz, vor Selbstzensur und vor flächendeckender Löschung ganz normaler Beiträge durch Plattformen – weil die Konzerne lieber zu viel löschen, als ein Millionenrisiko einzugehen.

Zensur im 21. Jahrhundert funktioniert nicht mehr per Bücherverbrennung, sondern per Haftungsrisiko.

Der Staat als einzige Quelle von Wahrheit

Südkorea liegt im Trend. Die selbsternannte EU-Imperatorin Ursula von der Leyen hat gerade erklärt, dass jeder EU-Bürger – jeder (!) – künftig eine EU-App zur Identifizierung benötigt, um Soziale Medien oder auch nur das Internet zu nutzen.

Die Idee, der Staat sei eine zuverlässige, ja gar die einzige Quelle von Wahrheit, ist pervers. Der Staat hat eigene Interessen, die er vertritt. Die sind keineswegs identisch mit den Interessen der Bürger. Überhaupt nur deshalb gibt es zum Beispiel unser Grundgesetz, das den Bürger vor Übergriffen des Staates schützen soll.

Der Staat lügt, wenn er es für nützlich hält. Unvergessen ist dieser Post des Bundesgesundheitsministeriums vom 14. März 2020. Mitten in der Corona-Zeit warnte die Behörde vor „Falschmeldungen“:

Genau zwei Tage später, am 16. März 2020, beschlossen Bund und Länder den ersten bundesweiten Corona-Lockdown. Kein Schreibfehler: Nur zwei Tage nach dem Tweet kam genau das, was der amtliche (!) Tweet als „Fake News“ verteufelt hatte.

Mehr muss man zur Wahrheitsliebe des Staates nicht wissen.

Wahrheit ist kein Verwaltungsakt. Wahrheit entsteht im Streit, im Widerspruch, in der Recherche, im Irrtum, in der Korrektur und in der öffentlichen Prüfung.

Der Staat in Südkorea – genau wie der Staat in Deutschland – nutzt die Definitionshoheit über „Wahrheit“ als Herrschaftsinstrument. Durchweg alle vermeintlichen Anti-Fake-News-Regeln arbeiten, pardon, mit Fake News. Sie engen die semantische Bedeutung von Wörtern unzulässig ein und verfälschen so die Sprache. „Falsch“, „manipuliert“, „schädlich“, „demokratiegefährdend“ – das sind keine neutralen Wörter. Es sind rhetorische Gummibänder, und in den Händen der Staatsmacht werden daraus Lederpeitschen.

Die Legende von der „Desinformation“

Der angebliche Schutz vor Fake News kennt keine systematische Grenze. Das ist Absicht, weil der Staat so seinen Zugriff auf den öffentlichen Diskurs unendlich ausweiten kann.

Erst geht es gegen angeblich gefälschte Videos. Dann gegen angeblich irreführende Überschriften. Dann gegen angeblich überspitzte Kritik. Dann gegen angeblich falsche Einordnungen. Dann gegen unbequeme Recherche über Politiker, Behörden und Konzerne.

Am Ende fragt sich der Bürger vor jedem Satz: Was kostet mich das wohl?

Das ist der „Chilling Effect“, den Juristen und Wissenschaftler seit Jahrzehnten beschreiben: Die Strafe muss gar nicht oft verhängt werden. Es reicht, dass sie droht. Redaktionen werden vorsichtiger. YouTuber werden zahmer. Plattformen löschen härter. Menschen schweigen früher.

Uns wird eingeredet, die Lüge bekomme ein Preisschild. Das ist, mit Verlaub, eine Lüge. Was wirklich passiert, ist: Die Wahrheit bekommt ein Preisschild.

Südkorea zeigt, wie ein machtbewusster und moralbefreiter Staat das macht: Die Regierung verspricht, nur „böswillige Lügen“ zu bekämpfen. Tatsächlich können schon kleinere Fehler oder mehrdeutige Formulierungen als „Falschinformation“ verfolgt werden. Die Zeitung „Asia Times“ klagt offen an: Das Gesetz lasse zentrale Begriffe undefiniert, die Interventionsgrenzen bei „öffentlichem Interesse“ seien schwammig.

Zur Rechtfertigung seines Anti-Fake-News-Gesetzes nutzt die Regierung in Seoul, nun ja, Fake News.

Der inzwischen abgesetzte und inhaftierte Ex-Präsident Yoon Suk-yeol hatte im Dezember 2024 das Kriegsrecht verhängt. Er begründete das damals mit völlig unbewiesenen Vorwürfen in den Sozialen Medien, ausländische Agenten hätten die Parlamentswahlen manipuliert. Nur vor diesem Hintergrund konnte etwas später ein potenziell enorm restriktives Mediengesetz verabschiedet werden. Und genau dieses Gesetz, das im Kriegsrecht-Klima und auf der Grundlage von Fehlinformationen entstand, baut die Regierung Südkoreas jetzt für ihre Anti-Fake-News-Kampagne aus.

Ausgerechnet eine Krise, in der der Staat seine Macht dramatisch überdehnte, dient nun als Begründung dafür, dem Staat neue Macht über die öffentliche Rede zu geben.

Kannste nicht erfinden.

Natürlich darf auch die Warnung vor „ausländischer Einflussnahme“ nicht fehlen. In Südkorea ist China das, was bei uns Russland ist: der beliebig einsetzbare Universal-Bösewicht. Ja, natürlich versucht das Ausland, uns zu beeinflussen. China macht Machtpolitik, Russland auch. Geheimdienste arbeiten nicht mit Blumensträußen.

Na und?

Heute Seoul, morgen Berlin

Bei uns fordern die Grünen „ein Demokratieschild gegen Desinformation“, eine ressortabgestimmte Strategie, Social-Media-Monitoring, eine „staatsferne Agentur für Digitale Medien“, stärkere Plattformaufsicht und neue Strukturen gegen Desinformation.

Das Wort „staatsfern“ ist dabei eine besondere Pointe. Staatsnahe Konstruktionen heißen im modernen Politiker-Sprech immer staatsfern, wahlweise auch unabhängig oder zivilgesellschaftlich. Bezahlt, beauftragt und politisch gesteuert werden sie natürlich vom Staat. Er baut das Stadion, legt die Spielregeln fest, bezahlt die Schiedsrichter. Und dann nennt er es freie Debatte. So wie bei den NGOs und beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Ein freiheitlicher Staat schützt den Raum, in dem Bürger streiten. Ein paternalistischer Staat sortiert den Streit. Ein autoritärer Staat beendet ihn.

George Orwell hat 1948 sein düsteres Werk „1984“ geschrieben. Er wollte, dass der Roman als Abschreckung gelesen wird. Unsere politische Klasse liest ihn als Gebrauchsanleitung. Eines der großen Zitate aus diesem Buch geht so: „Wenn Sie ein Bild von der Zukunft wollen, dann stellen Sie sich einen Stiefel vor, der auf ein menschliches Gesicht tritt – für immer.“

Das Wahrheitsministerium nennt sich nie Wahrheitsministerium. Es nennt sich „Behörde zum Schutz der Demokratie“. Aber wenn wir die Meinungsfreiheit abschaffen, um uns gegen „Demokratiefeinde“ zu verteidigen: Was genau bleibt dann eigentlich übrig, das zu verteidigen sich lohnt?

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15. Juli 2026

Günther-Dämmerung in Schleswig-Holstein

Sensationell: Genosse Günthers CDU verliert in Umfrage kräftig

Von
Klaus-Rüdiger Mai

Nach einer aktuellen Insa-Umfrage würden nur noch 27 Prozent der Schleswig-Holsteiner Daniel Günther ihre Stimme geben. Klar, in Sachsen-Anhalt, in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin wären sie froh, wenn sie diese Werte hätten. Doch Daniel Günther holte zur letzten Landtagswahl im Jahr 2022 noch 43,4 Prozent der Stimmen. Das bedeutet einen Einbruch von 16,4 Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Landtagswahl. In der letzten Umfrage von INSA Anfang 2025 stand die CDU mit Günther noch bei 39 Prozent, das heißt, das ist im Vergleich zur letzten Umfrage ein Einbruch von – 12 Prozentpunkten. Tendenz fallend.

Hatten die Grünen, die mit Günther in Kiel regieren, zur Landtagswahl noch 18,3 Prozent geholt, liegen sie jetzt bei 17 Prozent, konnten sich aber im Vergleich zur letzten Umfrage auf Kosten von CDU und SPD leicht erholen. Die SPD, die zur Landtagswahl noch 16 Prozent holte, liegt nun bei 15 Prozent. Die AfD, die bei der letzten Landtagswahl mit 4,4 Prozent den Sprung in den Landtag verfehlte, ist nach dieser Umfrage nun zweitstärkste Partei in Schleswig-Holstein mit 18 Prozent. Das ist im Vergleich zur Landtagswahl ein Zuwachs von 13,6 Prozentpunkten, im Vergleich zur letzten Umfrage von INSA Anfang 2025 ein Zuwachs von 4 Prozentpunkten.

Diese Zahlen belegen das Scheitern des Ministerpräsidenten Daniel Günther, der nun nicht einmal mehr in Kiel der Allergößte ist.

Dabei hätte aus Sicht Daniel Günthers alles so schön laufen können, seinen – wie man manchmal ironisch, manchmal sarkastisch in der DDR sagte – „sozialistischen Gang gehen“ können. In jungen Jahren Ministerpräsident geworden, sich immer wieder aus der nördlichsten Ecke Deutschlands republikweit ins Gespräch gebracht mit abstrusem Merkelismus und einer Wendung nach so weit links, dass sie die Block-CDU Ostdeutschlands noch links überholte, weil ihm Robert Habeck und andere in Kiel einredeten, der Zeitgeist wehe links. So machte er immer wieder von sich reden. Irgend jemand, sein Berater oder Robert Habeck, muss ihm eingeredet haben, wenn Du einmal ein richtig großer Bundeskanzler werden willst, Daniel, musst Du linker als die Linken und grüner als die Grünen sein, aber in der CDU bleiben, denn der Platz der CDU ist in der Mitte, und zwar in der Mitte zwischen den Linken und den Grünen. Die SPD zählt nicht, die weiß ohnehin nicht, ob sie dunkelrot oder grün ist.

So ungeistig proviantisiert startete Daniel Günther immer wieder Zwischenrufe aus dem hohen Norden, um der CDU im Osten eine Zusammenarbeit mit der SED-Linken nahezulegen. Der ostdeutsche Wahlkämpfer Sven Schulze in Sachsen-Anhalt, der sich an Günthers Rat hält, geht gerade mit dem Kurs der Anbiederung bei den Linken und permanenten Angriffen auch unter der Gürtellinie gegen die AfD unter.

In Berlin suchte Günther, sich eine Machtposition zu sichern, indem er zwei Abgesandte ins Kabinett Klingbeil-Merz schickte, beide stark linksgrün ideologisch unterwegs, beide ohne tiefere Kenntnis der Geschichte, der demokratischen Valeurs und Non-Valeurs.

Wadephul, den man als Baerbock im Anzug verspotten könnte, ganz in der Hand eines durch und durch grünen Außenministeriums, der Deutschland in Baerbockscher Manier im Ausland isoliert und lächerlich macht, der gern viel deutsches Steuergeld außer Landes schafft, weil er unter anderem meint, in Syrien sähe es schlimmer aus als in Deutschland 1945 und dass den türkischen Gastarbeitern das deutsche Wirtschaftswunder zu verdanken ist, ist ein glatter Ausfall, dessen Spitzenleistungen in Peinlichkeiten bestehen.

Der Irrsinn der Woche
Karin Prien will unsere Kinder indoktrinieren
Es wäre schon Stoff für eine schwierige Diskussion, ob Günthers Karin Prien, von der man immer den Eindruck bekommt, als besäße sie einen für den deutschen Steuerzahler teuren Faible für die Amadeu Antonio Stiftung und andere linke NGOs, und die gern die Kinder „verstaatlichen“ möchte, eine Connaisseurin der Zensur, oder eben Johann Wadephul nachteiliger für Deutschland sind. Mit Günthers Namen verbinden sich die beiden Politiker sowie die Northvolt-Pleite, die Schleswig-Holstein teuer zu stehen kommt.

Doch Daniel Günther genügten weder die ständigen Rufe aus dem hohen Norden, noch die beiden Emissäre in Berlin, er suchte dann auch noch den Weg über die Talk-Shows, so über Lanzens Journaillenkabinett. Bis heute weiß niemand, ob Daniel Günther dort als Ministerpräsident, als CDU-Vorsitzender oder als Privatmann Günther saß, vielleicht weiß er auch sonst nicht, in welcher seiner drei Identitäten er gerade unterwegs ist. Die Talk-Show geriet zum Desaster, er beschuldigte die freien Medien, Fake News zu verbreiten, und verwechselte an dieser Stelle die freien Medien mit den Brandmauermedien, allen voran dem ÖRR, und forderte Zensur. Belegen konnte er seine Behauptungen, die nicht einmal Stammtischniveau haben, nicht.

„Herr Bender, wo haben wir das her?“
Skandal bei Lanz: Moderator und FAZ-Gast haben vor der Sendung Angriff gegen Siegmund abgesprochen
Nach dieser Sendung war nicht nur Daniel Günther blamiert, sondern auch Markus Lanz – und zwar gründlich. Seit der Sendung mit Ulrich Siegmund weiß man, dass Journalismus bei Lanz nicht stattfindet, und wenn, dann eben nur als Brandmauerjournalismus. Journalismus hinter der Mauer hatten wir übrigens in Deutschland, in einem Teil Deutschlands zumindest, schon mal.

So gern wäre Daniel Günther CDU-Vorsitzender geworden, so gern Bundeskanzler. Er hätte dann wohl auch den erfolgreichsten Wirtschaftsminister aller Zeiten, Robert Habeck, zurück ins Amt gerufen, denn bei der Northvolt-Pleite, bei der von beiden zu verantworten 600 Millionen Euro im Feuer stehen, arbeiteten sie richtig gut zusammen. Dass das inzwischen CDU-geführte Bundeswirtschaftsministerium mir den Einblick in die Akten verweigert, sagt alles – sagt alles darüber, wie viel sie dort zu verbergen haben, und dass sie versuchen, Habeck und vor allem Günther zu schützen.

Die Umfragen zeigen es, Daniel Günther war ein Missverständnis der Landesgeschichte. Seine Zeit neigt sich dem Ende zu. Nur Parteienverbote und die Oligarchisierung der Demokratie können ihn noch retten, nur noch Brandmauermedien und ein durch ein neues Gesetz umgebauter Verfassungsschutz nebst ideologisch abhängigen Gerichten.

Nicht Schleswig-Holstein ist Provinz, Daniel Günther ist Provinz. Der Ministerpräsident hat nun offensichtlich die den Norddeutschen nachgesagte Geduld und Gelassenheit überstrapaziert.

Bevorzugte Quelle
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15. Juli 2026

P. Altmaier, W. Schmidt, M. Amann

Bei Lanz: Drei Dinos erzählen von früher

Von
Gastautor

Dass die Sendung schon von vornherein von 75 auf 60 Minuten eingedampft wird, ist ein untrügliches Zeichen. Niemand im ZDF oder in der üppig bezahlten Lanz-Produktionsfirma rechnet offenbar mit interessanten Geschehnissen, von Erkenntnisgewinn gar nicht zu reden.

Und genau so soll es dann auch kommen.

Lanz kündigt vollmundig einen Blick in den „Maschinenraum der Macht“ an, doch was er liefert, ist eine elend langweilige Plauderstunde nach dem Motto „Opa erzählt vom Krieg“. Wolfgang Schmidt fläzt sich wohlig ins Gestühl und erzählt von seiner Zeit mit Olaf Scholz, Peter Altmaier sitzt wie ein Korken im Sessel, doch es platzt kaum etwas aus ihm heraus. Denn dazu ist er zu loyal. Stattdessen erzählt er Döntjes über Angela Merkel, der er weiland treu diente. Dazu eine Melanie Amann (früher Spiegel, jetzt Funke), die zum Besten gibt, was sie alles glaubt und was ihr so alles zugetragen wurde.

Quälend lang müht sich Lanz ab, aus der Runde herauszubekommen, warum die Beliebtheitswerte des Kanzlers der zweiten Wahl (nur noch 13 Prozent, Tendenz fallend) eigentlich so dermaßen im Keller sind. Die korrekte Antwort aber will ihm niemand geben. Dass Friedrich Merz alle Wahlversprechen gebrochen hat, ständig lügt, hunderte einfache Bürger wegen angeblicher Beleidigungen mit Strafanzeigen überzogen hat oder einzelne Fragesteller persönlich in Bürgerfragestunden übel schurigelt, das alles kommt nicht zur Sprache.

Amann mutmaßt, es könne „an der Art liegen, wie er mit den Menschen spricht“. Doch das ist schon Peak-Level der Kritik. Altmaier hingegen äußert sich gar nicht zu Merz, weigert sich sogar auf mehrfache Nachfrage hin. Stattdessen spricht er über die Parteien im Allgemeinen und darüber, dass „die Probleme sehr groß sind“ und dass man nicht alle Wahlversprechen halten könne und dass man Kompromisse machen müsse und dass dann „die Enttäuschung vorprogrammiert“ sei und, und, und – und überhaupt. Na gut, die Diskussion zur Schuldenbremse sei auch „nicht hundertprozentig ehrlich geführt worden“, euphemisiert Schmidt.

Merz habe „auf der nach unten offenen Beliebtheitsskala“ ja sogar Olaf Scholz abgelöst, wirft Lanz genüsslich ein. Ex-Sherpa Schmidt weigert sich, die damals schon erschreckend niedrigen Werte seines Koma-Kanzlers Scholz zu nennen. Er könne sich nicht erinnern, behauptet er. Melanie Amann glaubt, dass das bestimmt nicht stimmt. Und siehe da, wenig später kann Schmidt in anderem Zusammenhang nicht nur die Werte, sondern sogar den jeweiligen Zeitpunkt der Erhebung exakt benennen. Scholz kam in seinen schlechtesten Zeiten auf 18 Prozent.

Wen das alles interessiert? Der Bus mit diesen Leuten hat heute wohl Verspätung. Oder sie fahren mit der Bahn, dann kommen sie gar nicht.

Die Unbeliebtheit nimmt Lanz allerdings zum Anlass, seinen Talk zur einer relativ plumpen Dauerwerbesendung für Angela Merkel zu machen. Freudig sekundiert von Altmaier und Amann, stellt er die Alt-Kanzlerin als Macherin und talentierte Strategin dar. Eine Frau, die aber auch – wie Amann zugetragen wurde – bis in die Nachtstunden mit den Ministerpräsidenten beim Wein saß, um zu erfassen, was im Land so vor sich geht. Merkels Tiefstwert bei der Beliebtheit seien 46 Prozent gewesen – erstaunlich, beachtlich, da schau her; Lanz ist ganz begeistert. Und durchs Studio weht plötzlich ein sehr seltsamer Duft. Es müffelt nach „Eau de Bündesprésident:in“. Man hat den Eindruck, die ganze Runde wolle Merkel auf Teufel komm rein (sic!) irgendwie ins Amt labern.

Sogar der kleine, vergessliche Scholz wird über den grünen Klee gelobt. Altmaier hebt an: „Er hatte auch einen ganz starken Moment. Und das war diese Zeitenwende-Rede. Da saß ich vor dem Fernsehgerät Sonntag morgens, wie viele Millionen Leute in der Republik – und das hat er wirklich gut gemacht.“ Lanz hört stumm zu. Millionen? Sonntags morgens? Er wäre sicher froh, wenn überhaupt noch irgendwann irgendwelche Millionen vor dem ÖRR-Volksempfangsgerät säßen.

Die Runde versteigt sich trotz der knappen Zeit hochprofessionell in allerlei Absurditäten. Altmaier etwa lobt die drei „Reformpakete“ (so nennt er die Einsparprogramme): Das sei „mehr, als man der Regierung nach den ersten Übungen zugetraut hat“.

Höhepunkt: Die Runde lobt Alexander Dobrindt und Jens Spahn als erfahrene Politiker, Sie wüssten, wie Politik funktioniert und könnten Probleme perfekt meistern, befindet der Stuhlkreis am Ende des Regenbogens.

Also ausrechnet Mister Maut und Meister Maske, die den Steuerzahler um Milliarden gebracht haben. Dobrindt war als Bundesverkehrsminister (2013 bis 2017) der zentrale Architekt der gescheiterten Pkw-Maut. Und Jens Spahn hat als Bundesgesundheitsminister (2018 bis 2021) Corona-Masken geordert, die für Milliarden-Beträge erst gekauft, dann gelagert und schließlich verbrannt wurden (und noch immer werden). Sich selbst gönnte er in dieser Zeit eine Villa für vier Millionen Euro, die er zunächst angeblich mit einer Erbschaft bezahlt haben wollte. Bis er zugeben musste, dass es den reichen Onkel gar nicht gab und die Geschichte frei erfunden war.

„Viel gelernt heute“, sagt Lanz am Ende wie immer. Ja, das haben die Zuschauer ganz sicher, über Ehrlichkeit in der Politik und „Journalismus“ am Limit.

Wenn sie nicht zwischendurch eingeschlafen sind.

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Dominik Krause, Oberbürgermeister München, 18.06.2026
15. Juli 2026

unnötiger Eingriff in den Alltag?

Münchens Wasserverbote: Echte Krise – oder politisch motivierte Panikmache?

Von
Richard Schmitt

Noch nie zuvor in der Geschichte Münchens waren derart weitreichende Einschränkungen der Wassernutzung notwendig: Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hat nun das Maßnahmenpaket als Reaktion auf die angebliche Wasserknappheit verordnet.

Der Wasserverbrauch liegt derzeit bei mehr als 360 Millionen Litern pro Tag, normalerweise sind es 300 Millionen Liter. Trotz angekündigter Gewitter und Regen in den kommenden Tagen reichen die Niederschläge noch nicht aus, um die Lage zu entspannen.

Die Stadtwerke München (SWM) und das Referat für Klima- und Umweltschutz wurden vom Oberbürgermeister beauftragt, eine umfassende Wasserstrategie zu entwickeln. Ziel ist es, die Versorgung der Stadt auch bei anhaltender Trockenheit und zunehmenden Hitzeperioden langfristig sicherzustellen. „Nach einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühling sind die vorhandenen Ressourcen der Münchner Wasserversorgung derzeit äußerst strapaziert“, erklärte dazu Krause. Weitergehende verpflichtende Sparmaßnahmen seien daher „unumgänglich“.

Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis zum 1. August und kann bei Bedarf verlängert oder widerrufen werden. Ergänzend dazu haben die Stadtwerke München eine Wasser-Sparanordnung erlassen, die auch für das Umland gilt. Betroffen sind neben München die Gemeinden Aschheim, Garching, Neubiberg, Neuried, Oberschleißheim, Unterföhring und Unterhaching.

Und das sind die wichtigsten Verbote im Überblick:

  • Das Befüllen und Betreiben privater Pools, Springbrunnen, Wasserspiele und ähnlicher Anlagen ist untersagt.
  • Die Bewässerung von Haus- und Kleingärten sowie Schrebergärten ist zwischen 9 und 19 Uhr verboten – mit Ausnahme von Tröpfchenbewässerung.
  • Landwirtschaftliche Flächen und Friedhöfe sind davon ausgenommen, das Bewässern von Rasen- und Grünflächen ist aber generell verboten (Sportplätze ausgenommen).
  • Ebenso ist das Waschen von Fahrzeugen außerhalb gewerblicher Waschanlagen nicht erlaubt.
  • Und das Befeuchten von Baustellen zur Staubbindung sowie das Abspritzen von Terrassen, Wegen, Dächern und Höfen mit Hochdruckreinigern ist untersagt.
  • Außerdem ist die Entnahme von Wasser aus Seen, Flüssen und Gräben im Stadtgebiet für die genannten Zwecke vollständig verboten.

Bei einer aktuellen Online-Leserbefragung des Magazins Focus überwiegt allerdings die Kritik an den Wasserspar-Maßnahmen: Mehr als die Hälfte der kommentierenden User sieht die neuen Einschränkungen kritisch. Viele bewerten das Wasserverbot als Symbolpolitik oder unnötigen Eingriff in den Alltag. Dabei wird wiederholt argumentiert, München verfüge über ausreichende Wasserreserven.

Kritische Stimmen im Leserforum des News-Magazins sehen die Ursache weniger im Wasserverbrauch als in einer unzureichenden Infrastruktur: Trotz eines starken Bevölkerungswachstums in München würden Investitionen in den Ausbau der Leitungsnetze fehlen. So schrieb ein Münchener: „Wassermangel? Nein, hausgemachtes Infrastrukturversagen. Es ist die immer gleiche, bequeme Ausrede: Wenn das Wasser knapp wird, schiebt man die Schuld schnell auf die Natur. Diese Krise ist größtenteils hausgemacht – sie ist die Quittung für jahrelange Planungsfehler und einen massiven Investitionsstau in unserer kritischen Infrastruktur!“

Tatsächlich fällt auf: In der nur 135 Kilometer entfernten Stadt Salzburg, die sich wohl in der gleichen Klimazone wie München befindet, muss kein Trinkwasser-Alarm gegeben werden – viele Grundwassermessstellen zeigen niedrige oder sehr niedrige Pegel, doch die Trinkwasser-Versorgung der Stadt Salzburg (158.000 Einwohner) und des Umlands ist stabil und gesichert. Die Salzburg AG betont die hohe Qualität des Wassers und die Versorgungssicherheit. Salzburg wird allerdings auch nicht von einem grünen Bürgermeister regiert.

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15. Juli 2026

Schleswig-Holstein: CDU von 43,4 auf 27 %

Der Machtrausch in Torschlusspanik überschlägt sich in Kontrollwut

Von
Fritz Goergen

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September rückt näher. Was auch immer Union, SPD, Grüne und Die Linke bei 41 Umfrageprozenten in Sachsen-Anhalt noch vor der Wahl am 6. September und/oder danach zur Wahl des Ministerpräsidenten an Verhinderung und Behinderung der AfD mit und ohne BSW unternähmen, ließe die AfD-Ergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September hochschnellen.
Die Brandmauer weg ist die einzige Möglichkeit, das AfD-Wachstum zu begrenzen.

Was auf die Brandmauer-CDU wartet, zeigt ihr demoskopischer Absturz von 43,4 auf 27 Prozent in Schleswig-Holstein. CDU-MP Daniel Günther trägt wegen seines Rotgrades den Spitznamen Genosse. Die Quittung für den schwarzen Genossen könnte die Koalition von Grünen-SPD-Die Linke-FDP-SSW sein: mit CDU und AfD hinter der Brandmauer.

Nach der „EU Age Verification App“, mit der man sich mit einer digitalen ID einloggen muss für den Zugang zu Online-Plattformen, kommt was? Die digitale Erfassung aller Bürger von Geburt an ist die zwingende Logik der technisch hochgerüsteten Version der SPD-Scholz-Forderung der Herrschaft über den Kinderbetten. Wann wollen die Kontrollbesessenen jedem Neugeborenen einen Kontroll-Chip implantieren lassen?

Als Machtrausch, der sich in sich selbst überschlägt vor Kontrollwut, kann man es verstehen. Von der Leyens und ihrer Unions-Genossen Pläne zur Totalüberwachung der Bürger lassen sich aber auch als Torschlusspanik verstehen. Wahlsiege von Parteien sind in mehreren Staaten in Sicht, die gesteuerte Einwanderung, Abkehr von Energiewende und Großer Transformation wollen – vom woken Sozialismus 4.0 insgesamt. Bei den EU-Wahlen 2029 sind große Veränderungen zu erwarten. Der Zeitgeist dreht, die Classe Politique bildet sich ein, das mit Totalsteuerung verhindern zu können. Sie will die Bewegung gegen ihren Great Reset mit dessen Verschärfung verhindern. – ¡No pasarán!

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf, verteidigt den geplanten Abschiebeterminal am Flughafen München (RND). Dort gälten Asylbewerber als im rechtlichen Sinne nicht eingereist. Nach dem neuen EU-Asylsystem könnten sie dort innerhalb von sieben Tagen identifiziert, ärztlich untersucht und überprüft werden, ob in schon einem anderen Land ein Asylantrag gestellt wurde: „Haben diese Menschen keinen Asylanspruch, sind die Fluggesellschaften verpflichtet, sie wieder dorthin zu bringen, wo sie hergekommen sind.“ Am Flughafen Frankfurt am Main existiere dazu seit kurzem ein größeres Gebäude. Jetzt solle auch in München eines entstehen: „Es gibt rund 40.000 ausreisepflichtige Menschen in Deutschland. Von der Zahl kommen wir bisher nicht runter. Das Ziel ist deshalb, die Zahl der Abschiebungen zu erhöhen. Es gilt, die Menschen, die kein Bleiberecht haben, wieder herauszubekommen aus Deutschland.“  Zu den Kritikern zählt der Münchner Grünen-OB Dominik Krause.

Dritte Welt Europa. Drieu Godefridi schreibt auf Gatestone Institute: »2024 waren 24 Prozent aller Geburten in der EU die zugewanderter Mütter. 30% in Deutschland, Belgien, Spanien, Österreich und weiteren, 68% in Luxemburg. In fünf bis zehn Jahren wird Luxemburg aufhören, ein Land mit westlichen Werten zu sein. Eine Anpassung von Eingewanderten hat nicht stattgefunden. Importiert man die Dritte Welt, wird man Dritte Welt. Mit grüner Ideologie, EU Green Deal und CO2-Steuern hat Europa freiwillig seine Energiemärkte sabotiert.«

Der Golfkrieg löste die Preissteigerungen aus. Die Spieler profitieren auf Kosten der Bürger. An den Umgang mit den Preisschwankungen gewöhnen sich die Börsen. Die Handelsströme werden neu geordnet. Hauptgewinner ist Amerika.

♦

Am Golf setzt Trump jetzt offensichtlich die Angriffspläne in die Tat um, die Israels Streitkräfte (IDF) von Beginn an vorgeschlagen hatten, um eine mögliche Hormuz-Blockade der IRGC im Ansatz zu ersticken und die Kontrolle über die Iranischen Ölquellen zu übernehmen (Häfen und Inseln der Golfküste). Diese Angriffe finden nun mit Unterstützung der Emirate statt und nicht mit Israel. Israel sieht die Gefahr, als „best ally of the USA“ durch die VAE ersetzt zu werden. Die Emirate ihrerseits steigen in der Wertschätzung der Golfstaaten. Vor diesem Hintergrund versteht man, warum Trump eben sagte: »Glauben Sie es oder nicht, ich denke, der Mittlere Osten findet zusammen. Wir werden seinen Tyrannen Iran los. Er tyrannisierte alle und alle fürchteten ihn. Nun fürchtet ihn niemand mehr.«

Wer meint wie die westlichen Medien allesamt, die Trump-Regierung meine ihre National Security Strategy nicht ernst und speziell Trump springe launisch und unentschlossen hin und her, dem empfehle ich den folgenden Rat.

Der damals siebenjährige Sohn eines alten Freundes sagte zu seinem etwas älteren Bruder: „Du musst nicht hören, was er sagt, du musst verstehen, was er meint.“ – Wer das, was Politiker sagen, „analysiert“ statt, was sie meinen, verheddert sicn im Wörterbusch. Was Politiker tun – in einem nicht zu kurzen Zeitraum, manchmal langen –, zählt. Diese Möglichkeit nutzen die üblichen Deuter nicht.

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