Mai Thi Nguyen-Kim erhält den Hessischen Verfassungspreis. Einer breiten Öffentlichkeit wurde die „Wissenschaftsjournalistin“ spätestens während der Corona-Zeit bekannt, als sie sich auf ihrem YouTube-Kanal für den ÖRR-Jugendsender „funk“ laut für die Zwangsmaßnahmen aussprach.
Screenprint via YouTube / Maithink X
Die Wissenschaftsjournalistin und Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim sowie der Künstler Gunter Demnig erhalten pünktlich zum 80. Landesjubiläum den erstmals vergebenen Hessischen Verfassungspreis, gestiftet von Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU). Der Hessische Landtag begründet die Ehrung der beiden mit ihrem Einsatz für „Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt“.
Bekanntgegeben wurden die Preisträger am 15. Juli. Astrid Wallmann lobte Nguyen-Kim besonders dafür, vor „Desinformation und Populismus“ zu warnen und „populäre Mythen zu entlarven“. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) bezeichnete sie als wichtige Stimme, die wissenschaftliche Zusammenhänge verständlich erkläre.
Nguyen-Kim wurde vor allem während der Corona-Pandemie bekannt. Auf ihrem YouTube-Kanal maiLab (funk) und in öffentlich-rechtlichen Formaten warb sie massiv für die strikten Corona-Maßnahmen und entwickelte sich zu einer der prominentesten Verfechterinnen der Regierungslinie. Kritiker werfen ihr bis heute vor, Wissenschaft und politische Meinung stark zu vermischen.
Wenn der Staat sich selbst ehrt
Der Hessische Landtag schreibt über den Verfassungspreis auf seiner Seite, dass zwei Personen des öffentlichen Lebens, „die sich als Vordenker und Wegbereiter um wichtige Impulse für die Stärkung und Weiterentwicklung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, des Föderalismus, des Rechtsstaates oder des demokratischen Gemeinwesens verdient gemacht haben“, den Preis erhalten sollen.
Dass die Wahl bei der ersten Preisverleihung dabei ausgerechnet auch auf die YouTuberin Mai Thi Nguyen-Kim gefallen ist, wirkt auf den ersten Blick bizarr – wie eine bittere Realsatire angesichts ihrer radikalen Positionierung zur Impfpflicht während der Corona-Jahre.
Doch bei näherer Betrachtung ist diese Wahl folgerichtig. Der Staat ehrt hier nicht eine unabhängige Denkerin, sondern seine eigene „Vorzeigeschülerin“.
Der „funk“-Tenor bleibt
Nguyen-Kims Karriere ist untrennbar mit dem öffentlich-rechtlichen Netzwerk funk verbunden. Ihr YouTube-Kanal „maiLab“ wird produziert für funk, den Jugend-Kanal von ARD und ZDF. Hier schließt sich der Kreis: Der Staat finanziert über den Rundfunkbeitrag die Kanäle, die seine politische Agenda in eine „jugendgemäße“ Form bringen.
Dass eine Protagonistin dieser Formate nun vom Landtag mit einem Verfassungspreis ausgezeichnet wird, ist ein Akt der Selbstbeweihräucherung: Ein staatliches Organ zeichnet eine von ihm selbst geschaffene und finanzierte Instanz aus.
Es ist das mediale Äquivalent zu einem Unternehmen, das sich selbst den Preis für die „beste interne Kommunikation“ verleiht, um die eigene Unfehlbarkeit zu beglaubigen. Man ehrt nicht den kritischen Denker, sondern die treueste Stimme des eigenen Systems, die das offizielle Narrativ massentauglich vermittelt.
Wenn die „Wissenschaft“ zur politischen Weisung wird
Wie demokratisch und neutral die Wissenschaftsjournalistin Nguyen-Kim tatsächlich ist, ist beispielsweise in ihrem Video „Impfpflicht ist OK“ vom November 2021 zu erkennen. In dem Video spricht sie sich offen für eine Impflicht aus sowie für die 2G-Regelung, um „die Impflücke“ zu schließen.
Dass der Landtag ihr nun einen Preis für das „Entlarven populärer Mythen“ verleiht, entbehrt nicht einer gewissen Absurdität, schließlich ist mittlerweile allgemein bekannt, dass das Narrativ, das Nguyen-Kim während der Corona-Krise aufgriff und verbreitete, selbst ein „populärer Mythos“ war, um Panik zu schüren: staatlich vorangetriebene Desinformation und Irreführung.
Damit folgt er einem Muster: In ihrer Eigenschaft als Propagandistin erhielt Nguyen-Kim bereits zweimal den Grimmepreis – zuletzt 2026, zuvor aber bereits 2021 explizit auch für laut Jury „sowohl wissenschaftlich hochkompetente als auch breitenwirksame Informationsvermittlung“ im Zusammenhang mit Covid.
Ein Gütesiegel für Konformität
Die Auszeichnung, die am 28. Oktober 2026 im Kurhaus Wiesbaden verliehen werden soll, ist das offizielle Gütesiegel für eine Form des Journalismus (und eine Form der „Wissenschaft“), die kritische Distanz durch staatsnahe Belehrung ersetzt hat.
Wenn der Landtag eine Journalistin ehrt, die während der größten gesellschaftlichen Spaltung der Nachkriegszeit als lautstarke Stimme staatlicher Zwangsmaßnahmen auftrat, sendet er eine unmissverständliche Botschaft an die Medienlandschaft: Wer das offizielle Narrativ stützt, dem ist die staatliche Ehrung sicher. Wer hingegen die Macht hinterfragt, bleibt außerhalb des relevanten und wohlwollenden Blickfeldes.
Der Preis steht damit nicht für Stärkung der Demokratie, sondern für die interne Beförderung innerhalb des staatlich finanzierten Meinungskartells – ein ritueller Akt, bei dem man sich gegenseitig mit Lametta behängt, um den eigenen Geltungsanspruch zu zementieren.


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Passt! Staatspropaganda und Orden.
Wenn die angeheuerte Volkserzieherin auf dem Bildschirm erschien, habe ich sofort umgeschaltet.
Solche „Auszeichnungen“ zeigen doch nur dass Wissenschaft nicht mehr das ist wofür sie ausgegeben und benutzt wird. Leider. Es gibt ja andere Wissenschaftler die vor dieser „Brühe gewarnt haben.Für viele Opfer kam diese Warnung leider zu spät.
Nur mal ne Frage, könnten wir nicht einen Automaten dahinstellen und ihr Gehalt einsparen?
Die Ki erledigt ihren Job 1000 mal besser.
Einstmals wurden Leute geehrt, die ihre Finger in die Wunden legten. Aber da war Deutschland noch nicht das beste aller Zeiten.