Münchens grüner Oberbürgermeister erklärt den Gartenschlauch zum Staatsfeind. Die Stadt verbietet Planschbecken und sogar Regentonnen. Das ist pure Panikmache. Die Corona-Maske wird durch den Springbrunnen ersetzt.
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Allgemeinverfügung, das ist eines dieser sprachlichen Trojanischen Pferde von Juristen und Bürokraten. Ein Wort, das harmlos klingt – aber in Wahrheit dem Bürger den Krieg erklärt.
Per „Allgemeinverfügung“ regelt die bayerische Landeshauptstadt seit dem 14. Juli 2026, wofür die Münchner ihr Wasser noch benutzen dürfen. Haus- und Kleingärten dürfen zwischen 09.00 und 19.00 Uhr nicht gegossen werden, Rasenflächen überhaupt nicht. Autos dürfen nicht mehr privat außerhalb gewerblicher Waschanlagen gewaschen werden. Wasser aus Seen, Flüssen und Gräben darf für private Zwecke nicht mehr abgepumpt werden.
Verstöße kosten bis zu 50.000 Euro. Das ist happig.
Der erfundene Mangel
München steht nicht kurz vor dem Verdursten. Aber München erlebt gerade grüne Politik in Reinform: Angst erzeugen, Verbote verhängen, Bürger bevormunden.
Die Stadt begründet ihren Erlass vor allem mit dem Tagesverbrauch. Normal seien rund 300 Millionen Liter, zuletzt seien es mehr als 360 Millionen Liter gewesen. Gut, das ist ein Anstieg von etwa 20 Prozent. Aber zuletzt war es eben auch einige Zeit lang sehr heiß, und wenn es heiß ist, wird mehr Wasser verbraucht. Entscheidend ist nicht der Spitzenverbrauch. Entscheidend ist allein, ob dadurch die Versorgung gefährdet ist.
Spoiler: Ist sie nicht.
Rein technisch gesehen, fehlt gar kein Wasser. Das schreibt ausgerechnet der notorisch regierungsfreundliche und Grünen-nahe Bayerische Rundfunk (BR). Das Reservoir im Mangfalltal liefere aktuell zwar nur 60 bis 70 Prozent der üblichen Fördermenge, doch (Achtung) die Brunnen der Stadtwerke könnten das problemlos ausgleichen. Deshalb wird derzeit auch keine zusätzliche Grundwasserförderung beantragt – wenn akuter Wassermangel drohte, würde man das sonst ja wohl machen.
Die Verfügung, sagt Oberbürgermeister Dominik Krause, gilt ab sofort und bis mindestens 1. August – mit ausdrücklicher Option auf Verlängerung. Im selben Atemzug räumt die Stadt ein, dass für die kommenden Tage heftige Gewitter mit starkem Regen vorhergesagt sind. Nun könnte man ja diese angekündigten Niederschläge abwarten und ihren Effekt prüfen. Könnte man, tut man aber nicht. OB Krause versucht sich lieber als Prophet und erklärt die kommenden Regengüsse schon vorab für wirkungslos.
Mit anderen Worten: Münchens Wasserhähne trocknen mitnichten aus. Die Stadt verwaltet eine Belastungslage, wie sie immer wieder mal vorkommt.
Die Messdaten belegen eine real angespannte Grundwassersituation in Bayern. Das betrifft auch Messstellen im Münchner Raum. Das führt aber nicht zu einer Trinkwasserknappheit in München. Die sogenannten NID-Daten messen das allgemeine Grundwasser – das ist relevant für die Landwirtschaft, für Gartenbrunnen und für kleine Versorger. Die Trinkwasserversorgung der Stadt wird dagegen ganz anders gesichert: über tiefe, geschützte Vorkommen im Voralpenland, genauer im Mangfalltal und im Loisachtal. Obendrein gibt es noch eine eingebaute Reserve-Infrastruktur in der Münchner Schotterebene.
Was es nicht gibt, sind öffentlich abrufbare Messwerte, die einen zu hohen Wasserverbrauch und/oder eine zu niedrige Wasserversorgung zeigen. Auf Basis der Messwerte lässt sich nur feststellen: Der Trend ist objektiv langfristig negativ, aber die Versorgung ist absehbar überhaupt nicht gefährdet.
Polit-Propaganda mit H2O
Die Stadtwerke München (SWM) haben sich dazu entschlossen, nur noch eine Außenstelle der PR-Abteilung des Oberbürgermeisters zu sein. Das führt zu grotesken Verrenkungen.
Seit Jahren werben die SWM mit dem nie versiegenden Münchner Trinkwasser aus dem bayerischen Voralpenland („eines der besten Trinkwasser Europas“). Auf ihrer Internetseite und in einer Broschüre haben die SWM das Münchner Trinkwasser als „sehr ergiebig, ja praktisch unerschöpflich“ beschrieben, weil die Vorkommen am regenreichen Alpenrand ja ständig nachgebildet werden.
Inzwischen wurde die Formulierung gelöscht. Die physikalischen Fakten passen halt einfach nicht zur politischen Erzählung des grünen Oberbürgermeisters. Das kennt man ja von anderen Politikfeldern.
Keine Wirtschaft braucht auch kein Wasser
Übrigens: Deutschland entnimmt langfristig deutlich weniger Wasser für Energieversorgung, Bergbau und verarbeitendes Gewerbe.
Das Umweltbundesamt weist aus, dass die Wasserentnahmen in diesen Bereichen seit 1991 stark rückläufig sind. Damals lagen sie über eigene Gewinnungsanlagen bei 41,3 Milliarden Kubikmeter. Im Jahr 2022 waren es nur noch 12,1 Milliarden Kubikmeter.
Ein Teil dieses Rückgangs ist Effizienz. Ein Teil ist technischer Fortschritt. Ein Teil ist aber auch der stille Abschied von der Industrie. Fabriken, Kraftwerke, Grundstoffproduktion, energieintensive Wertschöpfung verschwinden nicht nur aus Bilanzen. Sie verschwinden auch aus Wasserstatistiken.
Deindustrialisierung spart mehr Wasser als eine Allgemeinverfügung.
Auch darum ist der schrille Münchner Alarmismus so schief. Die wirtschaftliche Basis schrumpft, die energieintensive Produktion verschwindet, der industrielle Wasserbedarf fällt langfristig – aber Oberbürgermeister Dominik Krause erklärt den privaten Garten zum Katastrophengebiet.
Der Feind in meiner Regentonne
Private Pools, Planschbecken, Springbrunnen und Wasserspielanlagen sind in München jetzt erst einmal verboten.
Übrigens auch „Wasserbehälter“; darunter fallen ausdrücklich auch Regentonnen. Letztere sind ja Behältnisse, mit denen Regenwasser gesammelt wird, damit es nicht nutzlos im Boden versickert, sondern sinnvoll genutzt werden kann.
Die Wege des Amtsschimmels sind unergründlich.
Anderswo haben weniger ideologische Stadtlenker erkannt, dass Regentonnen sehr wichtig sind, um langfristig Trinkwasser zu sparen. Bayreuth hat extra ein Förderprogramm für Regentonnen aufgelegt. München setzt auf ein Verbot. Das ist der Unterschied zwischen praktischer Umweltpolitik und grünem Fetisch.
Symbolismus
Der Vollzug verkommt ohnehin zur Farce.
Will München wirklich Polizisten systematisch zu Patrouillen auf Hinterhöfe schicken und dort prüfen lassen, ob Oma Erna um 17.13 Uhr ihre Hortensie gegossen hat? Nein. Solche Regeln leben also von Hinweisen und Beschwerden durch Nachbarn.
Oder anders: von Denunziation.
Der grüne Bürgermeister macht implizit einen Aufruf zur Nachbarschaftsbeobachtung. Der Gartenschlauch wird zum Objekt von Misstrauen am Zaun. Die Allgemeinverfügung wird kein Wasser sparen; stattdessen wird sie das Wasser im sozialen Brunnen der Stadt vergiften.
Aber seien wir auch ehrlich: Die Münchner haben das so gewählt. Mitleid muss man mit ihnen nicht haben.


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Dass Wasser das nächste Propaganda-Thema in der Klima-Angst-Agenda werden würde, ist seit langem vorhersehbar gewesen. Wenn man dann in voller Blindheit einen Grünen zum OB macht, erntet man das, was gesät wurde. Oder: geliefert, wie bestellt! Es wird nicht das letzte Verbot sein. Demokratie stirbt immer zentimeterweise!
Fast richtig!
Diejenigen, die nicht grün gewählt haben, und das sind nicht wenige, leiden unter diesen Maßnahmen ohne Selbstverschulden!
„Nein. Solche Regeln leben also von Hinweisen und Beschwerden durch Nachbarn.“ Davon gibt es im Denunzianten – Deutschland allerdings genug. Wollte mal schauen, was der OB für ein Vogel ist. lt Wikipedia: „Er bezeichnete sich im Rahmen des CSD 2025 als „BürGAYmeister“ und warb so im Wahlkampf gezielt um Zustimmung in der queeren Community.“ Na das ersetzt dann fehlende Fachkompetenz im vollen Umfang. Würde mich freuen, wenn er das Autofahren in München verbietet.
Den aufmerksamen Bürger erstaunt diese Art von Politikmache nicht mehr. Denn diese toxische Mischung aus Unwissen und Ideologie, die seit geraumer Zeit das politische Handeln bestimmt, hat uns schliesslich bereits den teuersten Strom und die höchsten Benzinkosten in der Geschichte unseres Landes beschert. Alles unter dem Vorzeichen „CO2-Einsparung“, obwohl eben gerade durch diese Politik unser CO2-Ausstoß so stark zugenommen hat, dass uns nun laut EU obendrein noch hohe Strafzahlungen ins Haus stehen.
Mit welcher dämlichen Begründung werden Regentonnen verboten? Wenn kein Wasser fehlt ist das einfach nur eine kriminelle Schikane!
Die Gemeinden rund um München haben nicht den geringsten Wassermangel.
Man darf gespannt sein, wie sie das erklären in der niederschlagsreichsten Grossstadt Deutschlands.
Ähh, wenn jetzt Regentonnen verboten sind, wie ist das mit einem Pool? Der ist ja für gewöhnlich offen und es kann hineinregnen. Muss das aufgefangene Wasser im Pool dann grundsätzlich ablaufen? Darf das etwa nicht gesammelt werden oder muss der Pool gar abgerissen werden? Gibt es einen Mitarbeiter der Stadt, der kontrolliert, ob in der Wohnung Wasser abgezweigt wird, um die Blumenvase auf dem Tisch zu befüllen oder gar – man mag es gar nicht formulieren – das Wasser in den Garten geschüttet wird? Was sagt der Denunzianten-Nachbar dazu?
Warum geistert mir nach dem Lesen des Artikels plötzlich das Wort „Dachschaden“ im Kopf herum ?