In einem Sprachkurs „Deutsch für Ausländer“ wird unter den Schülern diskutiert, ob jemand mit einem deutschen Pass wirklich ein Deutscher ist. Die Frage nach der Vergabe des deutschen Passes an Ausländer ist eine viel zu wichtige Frage für alle, um sie in einer Demokratie alleine den vermeintlichen „Experten“ zu überlassen.
picture alliance/dpa | Fernando Gutierrez-Juarez
In einem deutschen Sprachkurs für Migranten stellt sich eine schwarzhäutige und verschleierte 18-jährige Frau folgendermaßen in ihrer Klasse vor: Sie sei in Deutschland geboren, sie haben den deutschen Pass, sie sei Deutsche, auch wenn sie nach ihrer Geburt mit den Eltern wieder nach Afrika gezogen sei und noch nicht gut deutsch spreche.
Daraufhin entgegnet ihr eine Ukrainerin, sinngemäß in gebrochenem deutsch-englisch: „Du bist keine Deutsche. Das sieht man dir doch schon an. Du bist schwarz, du bist vollverschleiert, du sprichst nicht richtig deutsch; du kennst dich mit der deutschen Kultur schlechter aus als ich, die ich keine Deutsche bin. Für mich bist du keine Deutsche, selbst wenn du dich noch so deutsch fühlst.“
Ähnlich offen wie die Ukrainerin hat sich der spanische Ex-Ministerpräsident Mariano Rajoy in die Brennesseln gesetzt, als er in dieser Woche vor dem Fußball-Weltmeister-Halbfinale Spanien gegen Frankreich öffentlich geäußert hat, die französische Nationalmannschaft sei ja ganz gut, aber es wären „keine Franzosen im Team“. Jetzt muss er sich wohl gegen die Anklage des „Rassismus“ vor Gericht rechtfertigen.
Verdeckter spielt das Thema ebenso eine Rolle beim Nachwuchstalent von Borussia Mönchengladbach, Wael Mohya. Er hat bisher für die Jugendnationalmannschaften des „Deutschen Fußball Bundes“ gespielt. Jetzt überlegt er, als Erwachsener für die marokkanische Nationalmannschaft zu spielen. Marokko spiele besser als Deutschland und er habe dort auf seiner Position mehr Chancen als im DFB-Team, das auf seiner Position mit Wirtz und Musiala bestens besetzt sei. Ist die Nationalität für Fußballer so etwas wie eine Speisekarte, aus der man jeweils wählen kann, was einem im Augenblick besser schmeckt und was persönlich mehr Vorteile bringt?
Hinter diesen Beispielen steht die grundlegende Frage: Meint die eigene Nationalität lediglich eine lockere Beschreibung dessen, wo man sich gerade aufhält und wie leichtfertig man in der dortigen Verwaltung die Pässe an Menschen verteilt? Ist Nationalität also letztlich ein bürokratischer Verwaltungsakt ohne inhaltliche Bedeutung? Oder geht es bei Nationalität auch um bestimmte inhaltliche Qualitäten wie generationenübergreifende Zugehörigkeit, Sprachfertigkeiten und Kulturverbundenheit?
Das jüdische Volk betont mit dem Abstammungsprinzip die generationenübergreifende Zugehörigkeit durch das „matrilineare Prinzip“, das heißt, wer eine jüdische Mutter hat, der ist ein Jude. Mit diesem Abstammungsprinzip möchte man aber gleichzeitig das Sprachprinzip und die Kulturverbindung einfangen. Das jüdische Volk geht davon aus: Wer ein jüdisches Elternteil hat und wer damit genealogisch bis zu den Erzvätern Abraham, Isaak und Jakob eine Abstammungsverbindung hat, der werde in Ehrfurcht vor seiner Herkunft auch eine innere Verbindung zur jüdischen Sprache und Kultur haben. Im biblischen Buch „Esra“ wird den Juden mit ausländischen Frauen sogar geraten, die eigene Ehefrau zu verlassen, um nicht den Glauben und die Kultur des Judentums zu gefährden (vgl. Esra 9-10).
Wer das Abstammungsprinzip aber zu sehr in den Vordergrund schiebt, der verschließt sein Land vor einer gesunden Bereicherung durch integrationswillige Fremde.
Wer das Abstammungsprinzip dagegen gänzlich negiert, der wundert sich, wenn er Passdeutsche mit perfekter deutscher Sprache nach ihrer Nationalität fragt, und diese dann stolz antworten: „Ich bin Türke.“
Ich würde es begrüßen, wenn zum Erwerb des deutschen Passes aus den vier Kriterien
- Wille, als Deutscher zu leben
- vertiefte Sprachkenntnisse
- vertiefte Kulturkenntnisse
- generationsübergreifende Zugehörigkeit durch Abstammung
drei Kriterien erfüllt sein müssten. Mit dieser inhaltlichen Qualifizierung würde die Beschreibung von Deutschen als „Passdeutschen“ hinfällig werden.
Am leichtesten geht es mit der Sprache. Hier gibt es durch das Klassifikationssystem A1 bis C2 bereits objektive Kriterien. In Deutschland reicht zur Einbürgerung ein „ausreichend“ beim Sprachtest B1, was man auch ohne grundlegende Grammatikkenntnisse hinbekommen kann. Dänemark verlangt B2 zum Erwerb des dänischen Passes. Da Sprache aber die Grundlage für das menschliche Miteinander ist, fände ich sogar das Kriterium C1 zum Erwerb des deutschen Passes diskussionswürdig. Erst mit einem „ausreichend“ in C1, was eine Annäherung an muttersprachliches Niveau bedeutet, kann man die öffentliche Kommunikation eines Landes einigermaßen erfassen, was ich essentiell finde, wenn Menschen deutsche Staatsbürger werden wollen.
Meines Erachtens wäre es sinnvoll, ähnlich wie in der Sprache auch für den Kulturerwerb eines Landes eine objektive Skala von A1-C2 zu erstellen, in denen jeweils Kenntnisstände in deutscher Geschichte, deutscher Heimatkunde, deutscher Kunst, deutscher Lebensweise und deutscher Rechtskunde unterrichtet und geprüft werden können. Die kulturellen Abfragen bei der bisherigen Einbürgerung bewegen sich dabei meines Erachtens auf zu niedrigem Niveau. Auch im Kulturverständnis wäre ein C1-Niveau sinnvoll. Biodeutsche, die im Kulturverständnis manchmal weit hinter eingebürgerten Deutschen zurückbleiben, können ihre beschämenden Defizite durch das Abstammungsprinzip ausgleichen.
Alle Fragen rund um den Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft müssen in einem Land offen und frei diskutiert werden können, ohne autoritär mit der „Rassismuskeule“ unterdrückt zu werden. Wenn wir in unserer Familie jemanden adoptieren und dadurch mit ihm eine rechtlich verbindliche familiäre Vollmitgliedschaft eingehen wollen, dann kann das nur gelingen, wenn darüber offen und frei diskutiert werden darf. Und „menschenfeindlich“ bin ich noch lange nicht, wenn ich die Adoption eines Menschen in unsere Familie ablehne; diesbezüglich lasse ich mich durch kirchliche oder rotgrüne Phrasen nicht moralisch und autoritär unter Druck setzen. Wir sprechen keinem Menschen die Menschenwürde oder Gottesebenbildlichkeit ab, wenn meine Familie nicht bereit ist, einen bestimmten Fremden in unsere Familie hineinzuadoptieren. Und wenn ich fremde Menschen in Not liebend gerne unterstütze, heißt das noch lange nicht, dass ich sie am Ende in unsere Familie als gleichwertige Familienmitglieder aufnehmen muss.
Um zur Ausgangsbegebenheit zurückzukommen: Die Frau aus der Sprachschule mit zu geringen deutschen Sprach- und Kulturkenntnissen dürfte nach meinen obigen Kriterien keinen deutschen Pass bekommen, egal wie oft sie in Deutschland geboren wurde und egal, welche Hautfarbe sie hat. Wer Kaltblüter per Verwaltungsakt zu Rennpferden macht, weil sie im Rennpferdstall geboren sind, sollte sich nicht wundern, wenn seine Siegchancen bei Pferderennen erkalten. Im Unterschied zum Kaltblüter hat der Mensch allerdings als geistiges Wesen die Möglichkeit, durch seinen Willen und durch seinen Sprach- und Kulturerwerb seine nationale Identität zu verändern.


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Nationalität ist nicht die originäre, native Wurzel des Menschen. Nationen sind künstliche Konstrukte. Nationen im heutigen Verständnis sind menschheitgeschichtlich späte Produkte.
Das Band der Nationalität ist nützlich für Herrscher. Man geht nur überzeugt für den Herrscher in den Krieg, wenn man sich mit etwas identifiziert. Der Mensch ist manipulierbar.
Die originäre Wurzel, die nach ganz tief unten verdrängt wurde bis zur Unkenntlichkeit, die aber nie zu tilgen geht, steht im Widerstreit mit der künstlichen Wurzel. Man kann nicht in zwei Richtungen gehen. Im Menschen gärt etwas. Er ist unzufrieden. Das dringt nach außen… …
Wann ist ein Deutscher ein Deutscher?
Wenn er von einheimischen Deutschen / Ursprungsdeutschen nicht mehr als Ausländer wahrgenommen wird.
Er ist dann vom Namen und Sprache sowie Mentalität nicht mehr von einheimischen Deutschen / Ursprungsdeutschen unterscheidbar.
Höcke ist da schon weiter. Er rechnet, sinngemäß wiedergegeben und an seinen Duktus angeleht, auch biodeutsche Linke nicht zum deutschen Volkskörper, die sein Projekt stören, und hat schon mal gesagt, wie der damit „leider“ umgehen will.
Es wäre keine Überraschung, wenn seine Anhänger es genau so sehen. Die dürfen ja heute nicht mehr alles sagen…
Denke – nur ein Biodeutscher ist ein echter Deutscher.
Andere wurden durch ein Stück Papier zu neuen Deutschen ernannt.
Das ist der Unterschied im Land der dummen Deutschen.
Gut das sich die Wirklichkeit nicht an Artikelschreiber hält. Wenn es ihn stört das illegale hier eingebürgert werden, soll er es glasklar mitteilen. Wenn er meint, dass Menschen, Europäer hier eingebürgert wurden und ihre Abstammungspapiere trotzdem besitzen (seit Geburt + nach Jahrzehnten), darf es sein Problem bleiben. Sind deutschstämmige mit französischer, polnischer, russischer und/oder us-amerikanischer Staatsbürgerschaft samt deutscher, bessere Menschen, Priviligierte, wodurch?. Oder wären sie Verräter? Oder spricht hier nur der blanke Neid aus den Zeilen?. Im Leben geht es nur um Akzeptanz, Respekt und Anstand, mehr nicht, egal wie viele Stastsbürgerschaften man besitzt, Herr Artikelschreiber.
Ich respektiere jeden Menschen. Aber ich muss nicht jeden akzeptieren. Insbesondere dann nicht, wenn meine Toleranzgrenze überschritten wird! Ich hoffe, dass das jeder Menschen so empfindet. Aber wenn jemand seinen „alten“ Pass behalten möchte, dann scheint dieses Papier wohl doch noch irgendeinen höheren Wert zu haben…
Ein Pass steht ergo für Rechte, Pflichten und Loyalität. Wer zwei Pässe will, zeigt damit, dass ihm die alte Identität eben nicht egal ist. Warum also sollte es dann der Aufnahmegesellschaft egal sein?
„Texte lesen und verstehen“, das hat hier offensichtlich manches wieder nicht geklappt.
Deutsch sein müssen nach einem Katalog, macht unfrei. Weg mit den Schablonen! Weg mit der Starrheit! Weg mit dem Gefängnis! Man bekommt nichts dafür. Man legt mehr drauf. Ich kenne deutsch einfach zu gut.
Deutscher bin ich wenn ich mich als Deutscher unter deutschen Wohl fühle. Am besten die Deutschen fragen, welche schon des öfteren in Deutschland umgezogen sind und sich dort Wohl fühlen.
Wenn auf die Idee komme sollte in Spanien als Rentner den rest meines Lebens zu leben, werde ich dadurch auch kein Spanier mehr. Trotzdem kann ich mich dort Wohlfühlen.
In der Mitte eines Misthaufens ist es immer am wärmsten.
Dafür ist der Weg nach draußen am längsten.
Wer den Misthaufen verlässt, sollte danach unbedingt duschen!
…drinnen hat’s wirklich keinen Sinn.
Wann ist ein Deutscher ein Deutscher, wann ist ein Vereinsmitglied ein Vereinsmitglied, ein Polizist ein Polizist?
Ganz bestimmt nicht um nur Vorteile abzugreifen, sonder um das von ihm/ihr gewählte mit Engagement zu erhalten und voranzutreiben.
98% von dieser Klientel haben den deutschen Pass nicht verdient.
Das deutsche Volk wird offiziell nur anhand eines einzigen Kriteriums definiert, nämlich dem der Verantwortung für den NS. Demnach ist für mich Deutscher, wessen Vorfahren damals schon Deutsche waren.
Erinnern wir uns an einen alten Spruch aus Siebenbürgen in Rumänien, dem Siedlungsgebiet Deutscher seit Jahrhunderten:
Besseres kann kein Volk vererben, als der eigenen Väter Brauch.
Wenn des Volkes Bräuche sterben, stirbt des Volkes Seele auch.
Wer ein jüdisches Elternteil hat: Eben nicht. die Mutter, nicht ein Elternteil ist entscheidend. Und daraus folgt dann, dass der jüdische Mann eine nichtjüdische Frau verlassen sollte. Sonst gibt es keinen jüdischen Nachwuchs. Adoption: Wobei Adoption in jungen Jahren ist einfacher als Integration in eine fremde Kultur, wenn das Kind in einer Familie mit eigener fremder Kultur verbleibt. Zuwanderung über Adoption? Gerne. Zuwanderung mit Bürgschaften? Gerne. Beides bedeutet nämlich, dass jeder Einzelne entscheiden kann und jeder Einzelne die Verantwortung für seine Entscheidung trägt. Wenn die Entscheidung gut war, werden andere es nachmachen. Bürgschaften wurde verstaatlicht, weil sich herausstellte, dass Zuwanderung… Mehr
Die Juden waren mit den mütterlichen „Vererbungslehre“ vorsichtig. Man kann ja nie sicher sein, von welchem Stamm der Vater ist.