Ricarda Lang bei Maischberger: AfD wird nach Machtübernahme Gegnern Gewalt antun

Bei Maischberger sind sich alle einig: Russland war das mit der Leipzig-Drohne. Deutschlands Reaktion sei angemessen. Rüstungs-Lobbyist Sigmar Gabriel findet: „Man kann noch mehr machen.“ Ober-Grüne Ricarda Lang geht im verbalen Dauerfeuer des Publizisten Ulf Poschardt unter.

Screenprint: ARD / Maischberger

Was Miosga am Sonntag begonnen hat, setzt Maischberger nahtlos fort: Volle Attacke auf Russland. Denn die deutsche Bundesregierung ist laut Alexander Dobrindt schließlich „zu dem Schluss gekommen“, dass Putin hinter der Fußtritt-Drohne am Leipziger Flughafen steckt. Dass der Innenminister für diese „Schlussfolgerung“ keinerlei Beweise vorgelegt hat, interessiert die Runde nicht. Stattdessen wird darüber diskutiert, ob die Gegenmaßnahmen wohl ausreichen.

Die Schließung des Russischen Hauses und des letzten russischen Konsulats – für Profi-Genderin Nicole Diekmann (ZDF) und auch für Markus Preiß (ARD-Hauptstadtstudio) ist das „angemessen“. Nur Zeit-Feulletonist Ijoma Mangold warnt: Man dürfe es nicht übertreiben und müsse „die labile Psyche“ in Rechnung stellen: „Russland steckt ja in einer Situation der totalen Schwäche.“ Und wer mit dem Rücken zur Wand stehe, sei zu allem fähig.

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Noch klarer formuliert es Preiß. Die ukrainischen Angriffe auf das russische Hinterland könnte Russland womöglich mit gleicher Münze heimzahlen. Preiß: „Und Russland überlegt: Wo ist denn das Hinterland der Ukraine? Womöglich am Leipziger Flughafen.“ Die denkbaren Folgen aber kommentiert er so gelassen, wie es nur ein echter Sofa-General kann: „Ich finde es sehr spannend, zu sehen, was als nächster Schritt passiert. Ob es hoffentlich auf dieser Ebene der Symmetrie bleibt oder ob wir noch ganz andere Dinge erleben.“ Kurz weht die Gefahr eines Raketenangriffs durchs Studio. Aber niemand zittert.

Auch Sigmar Gabriel sieht die Situation gelassen: „Wir testen die. Ob sie noch weitergehen wollen, werden wir sehen.“ Denn mit der Drohne habe Putin uns ja schließlich auch testen wollen, sagt der ehemalige Außenminister, der heute im Aufsichtsrat des Rüstungskonzerns Rheinmetall sitzt. Die Sanktionen Deutschlands gehen Gabriel nicht weit genug. „Das wird ihn nicht beeindrucken. Es wird ihn hoffentlich beeindrucken, wenn wir in der NATO und in Europa zusammenhalten.“ Man müsse Putins Schattenflotte „noch stärker in den Griff bekommen, dann fehlt ihm das Geld“. Die bisher beschlossenen Gegenmaßnahmen sieht Gabriel nur als Anfang: „Man kann noch mehr machen, damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht.“ Testen also, ob es schon zum Krieg reicht?

Doch Gabriel warnt: „Sie müssen aufpassen, dass Sie die Leute nicht verrückt machen.“ Denn er weiß ganz genau, warum die Drohnenattacke in eine Zeit fällt, „wo in Deutschland die politische Stabilität gerade schwächelt. Das ist kein Zufall.“ Eine Drohnenattacke als Wahlkampfhilfe für die AfD? Es gebe viel Unmut, weil „vieles in diesem Land nicht mehr so funktioniert, wie wir uns das vorstellen“. Deshalb hoffe er, dass die Regierung „deutlich mehr Kraft steckt in die Frage: Was müssen wir eigentlich tun, um die Wirtschaft von den Fesseln zu befreien, die wir ihr über Jahrzehnte angelegt haben.“

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Gabriel bedauert, dass Deutschland bei allen internationalen Konflikten immer nur wie ein Beobachter daneben stehe. Und das, obwohl China, die USA und Russland „eigentlich gerade geopolitische Schwächlinge“ seien. Dann eine kuriose Kritik: Die vermeintlichen Großmächte würden das alles „auf Pump finanzieren“. Maischberger erinnert kurz an die Rekordschulden der Merz-Regierung, aber Gabriel findet, in diesem Vergleich „sind wir ja ganz sparsame Leute“.

Im Zweierduell geht es an diesem Abend ebenfalls sparsam zu. Intellektuell sparsam, aber nur auf einer Seite. Die ehemalige Grünen-Chefin Ricarda Lang wirft dem umtriebigen Publizisten Ulf Poschardt vor, seine Kritik an der grün-woken-Vorherrschaft der letzten Jahrzehnte sei nur „als Freiheitskampf getarnter Zynismus“. Daraufhin holt sie sich eine intellektuelle Schelle nach der anderen ab.

In ewig langen Monologen liest ihr der nicht eben uneitle Journalist und Autor so richtig die Leviten. „Kann man so sehen“, sagt er, „aber das ist Euer Problem. Wenn Ihr sagt, das waren wir alles gar nicht, dann viel Spaß.“ Mit den Themen Klima, Migration und Gendern hätten die Grünen zweifellos den Diskurs und die politische Linie bestimmt, und das nerve die Leute mittlerweile. Lang widerspricht: „Diese Grundthese, dass wir jetzt im Moment noch eine grün-linke Dominanz erleben würden, das ist doch vollkommen weit weg von der Realität.“

Dann schwingt sie sich zu einer Unterstellung auf, die geradezu ungeheuerlich klingt: „Wir erleben 2026 eine Situation, wo eine Partei droht, in einem Bundesland stärkste Kraft zu werden, die politischen Gegnern nach der Machtübernahme Gewalt antut.“ Niemand fragt, wie sie auf dieses schmale Brett kommt. Die mittlerweile staatlich tolerierte Antifa organisiert zwar minutiös die brutalen Angriffe auf die AfD und ihre Repräsentanten, kritische Journalisten und kritische Infrastruktur.

Auch Poschardt stellt die Frage nicht, der ist zu sehr mit sich und dem Zitieren aus seinen Büchern beschäftigt.

Dem Ex-Welt-Herausgeber wirft sie vor, das „fast wahnhafte Kämpfen gegen alles Woke“ führe dazu, dass „die tatsächlichen Feinde der Freiheit ignoriert und im schlimmsten Fall auch noch verharmlost werden“. Wahnhaft – „Das ist echt starker Tobak“, findet Poschardt. „Das ist ja auch ‘ne Arroganz, zu glauben, nur weil man Sie kritisiert, ist es wahnhaft.“ Er gibt den Gekränkten. Er selbst „würde sowas nie sagen“.

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Maischberger erinnert daran, dass das Thema Migration von den Grünen seit Jahren „ausschließlich positiv verkauft“ und jegliche Kritik daran unterdrückt worden sei: „Sehr schnell wurde dann gesagt: Du bist ein Rassist.“

Auch hier kann Lang nichts entgegensetzen. Sie versucht es daher mit ein paar Fake News. Beispiel: Von den Migranten aus dem Jahr 2015 seien heute „64 Prozent in Arbeit“. Oder: Die AfD wolle „deutsche Staatsbürger remigrieren“.

Das nimmt Poschardt zunächst volley, zeigt aber kein Durchhaltevermögen. „Wollen wir mal über die Straffälligkeit bei Sexualstraftätern und ihre Herkunft sprechen. Wollen wir mal darüber sprechen, wie viele Messerattacken … wollen wir mal all diese … ich will das gar nicht, weil: Das ist gar nicht mein Punkt.“ Schade eigentlich. Stattdessen redet er zum dritten Mal (wenn’s reicht) über seine Bücher.

Und teilt noch einen Seitenhieb aus: „Alle waren dabei, alle haben mitgemacht. Julian Reichelt (heute Nius, Anm. d. Red.) war der Erfinder von ‚Refugees Welcome‘.“ Übrigens auch Ulf Poschardt, der sich jetzt an die Spitze derer zu setzen versucht, die er einst bekämpft hat, ganz der personifizierte Zeitgeist.

Zu den möglichen kommenden Wahlsiegen der AfD fängt Poschardt unauffällig an und endet in einer weiteren Klatsche für die Grün-Woken: „Demokratie heißt: der Wille des Volkes. Wenn die Leute so wählen, müssen wir es akzeptieren.“ Die Grünen hätten überhaupt nicht verstanden, worum es geht. „Migrationswende ist ein Witz. Wir sehen es an den Bildern aus Ceuta, was dringend notwendig wäre. Wir brauchen ein abgesichertes Europa. Wenn es um Abschiebungen geht, wer ist denn immer wieder, der es verhindert? Und dann sagen die Leute aber: Ich mag es nicht. Ich will nicht, dass unsere Städte so aussehen, ich will nicht, dass die Schulen so vor die Hunde gehen. Ganze Klassenzüge sprechen kein richtiges Deutsch.“

Lang flüchtet sich in Floskeln. Sie wolle nicht, dass die Wahlen zu einer „Spielwiese für Demokratieexperimente“ werden, denn „für mich ist klar: Bei der Demokratie darf es keine Experimente geben.“

In ihrem AfD-Bashing hat Lang an diesem Abend eine engagierte Komplizin. Nicole:in Diekmann:in redet sich im Kampf gegen die bösen Nazis regelrecht in Rage: „Die AfD zu de-radikalisieren, würde bedeuten, die AfD aufzulösen.“ Vorne stünden irgendwelche „Posterboys“ wie etwa der „Li-La-Laune-Siegmund“, doch „diejenigen, die die Strippen ziehen, sind radikal, die werden vom Verfassungsschutz seit vielen Jahren beobachtet. Die AfD ist radikal. Eine AfD ohne Radikalität gibt es gar nicht.“

Kollege Mangold tritt auf die Bremse: Es helfe niemandem, „wenn wir die AfD nur als Symbol der NSDAP wahrnehmen“. Er empfiehlt, „sie Verantwortung übernehmen zu lassen und sie in die Pflicht zu nehmen“. Denn eines sei sicher, so Mangold: „15 Jahre Wokismus, das hat große Teile der Gesellschaft wirklich genervt und um den Verstand gebracht.“

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Kommentare ( 118 )

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BellaCiao
4 Tage her

Also, ich bin überzeugt, dass es genau andersherum sein wird:
Wenn die AfD in Sachsen-Anhalt oder Meckpom einen hohen Wahlsieg einfährt oder gar die Regierung stellen kann, dann werden die Linksextremen und ihre angeblichen „Antifaschisten“ den Mitgliedern der AfD und ihren Befürwortern Gewalt antun. Und zwar weit ungehemmter als bisher schon.

Last edited 4 Tage her by BellaCiao
EinBuerger
6 Tage her

Poschard hat seinen eigenen Lauf. Er setzt auf CDU und FDP und führt eine Art Rachefeldzug gegen das Milieu, dem er selbst angehört hat und immer noch angehört. Einerseits witzig. Andererseits erschüttert er vermutlich den Glauben einiger Normies, da er als ehemaliger Welt-Herausgeber als Hoch-Status-Person angesehen wird. Und das wirkt auf Normies. (So ähnlich als würde ein Papst sagen, es gibt keinen Gott.)

Boudicca
7 Tage her

Übrigens Ulf Poschardt und Daniel Stelter haben einen super Podcast „MAKE ECONOMY GREAT AGAIN“ bei der Welt.

Angela Honecker
7 Tage her

15 Jahre Wokismus. Also ungefähr seit dem Tag, als Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ herauskam. Aber das ging noch viel früher los. Kann man in Jan Fleischauers „Unter Linken“ nachlesen (das kam schon 2009 raus). Und natürlich sehen die das als Gewalt an, wenn die AfD ankündigt, die mit Grünen und Linken besetzten Posten in den Ministerien ein bischen von den schlimmsten Auswüchsen zu säubern. Das dichten die und solche Unternehmer wie der Leunaer addinol-Chef Wildegger in eine Säuberung nach NS-Methoden um (während seine Firma gleichzeitig auf der Website Werbung macht mit dem Slogan „ADDINOL – THE ART… Mehr

Britsch
7 Tage her

Wenn linksterroristen ujnd auch „grüne“ Terroristen mal echt nach geltendem Gesetz zuir Verantwortung gezogen würde, wäre das dringend nötig.
Das die das dann als Gewalt ansehen ist klar
Andern Gewalt antun, terrorisieren und meinen das sei ihr gutes Recht sie sein schließlich die Guten

Dieter Rose
7 Tage her

„..Gewalt antun…“ so wie Riexinger in den Raum gestellt mit „Reiche erschießen“ etwa?

Sabine Schoenfelder
7 Tage her

Kurzum, ein peinliches ZUSAMMENTREFFEN im Spannungsfeld zwischen narrativer Pflichterfüllung und eitler Selbstdarstellung.
Es gilt den Preis für die lächerlichste DARBIETUNG zu vergeben.
Ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen wird erwartet…. 😂

Manfred_Hbg
7 Tage her

Zitat 1: „Noch klarer formuliert es Preiß. Die ukrainischen Angriffe auf das russische Hinterland könnte Russland womöglich mit gleicher Münze heimzahlen.“ > Was erzählt der Kerl nur für einen Bulllshit oder auf welchen Stern lebt er grad: „mit gleicher Münze heimzahlen“?! Ist dem Typen immer noch nicht aufgefallen, dass Putin-Russland, im Gegensatz zur Ukraine, die ukrainische Zivilbevölkerung vom Baby bis zum kaum gehen könnenden Rentner und die zivile und eindeutig nicht-militärische Infrastruktur (inkl sämtl. Bildungseinrichtungen, med. Einrichtungen, Wohnungen uäm) nicht nur schon seit mindestens zwei Jahre und Winter, sondern auch grad mit Blick auf die letzten Monate selbst mit schwersten… Mehr

Endlich Frei
7 Tage her

Ist sie doch wieder in der Politik. Der normale Arbeitsmarkt war wohl zu anstrengend?

DerLandgraf
7 Tage her

Diese ganzen Talkshows – sowas von sinnlos, reinste Zeitverschwendung. Worum es wirklich geht: Deutschland geht vor die Hunde, auch demokratisch! Eine Einheitsallianz des (vermeintlich) Guten steht wieder an, um jegliche Form einer anderen Politik in absolut jeder Hinsicht zu vermeiden. Und die größten Schufte, die ÖR – Medien geben Feuerschutz.