Der Berliner Senat hat das „Muslimische Seelsorge Telefon" (MuTeS) in den vergangenen Jahren mit 675.000 Euro aus Landesmitteln unterstützt. Im Rahmen des Projekts des Trägervereins Islamic Relief Deutschland (IRD) werden etwa 6000 Anrufe im Jahr angenommen. Der Verein soll Verbindungen zu den Muslimbrüdern haben.
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Die Antwort des Berliner Senats auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Abgeordneten Jeannette Auricht liefert interessante Zahlen – für Gespräche zum Seelenheil zugewanderter Muslime ist offenbar ausreichend viel Steuergeld vorhanden: Für die Jahre 2024 und 2025 wurden jeweils 135.000 Euro bewilligt. 2024 wurden die Mittel vollständig ausgezahlt, 2025 waren es 131.562,06 Euro. Für 2026 sind erneut 135.000 Euro genehmigt, die jedoch noch nicht ausgezahlt wurden. Eine verbindliche Planung für 2027 gibt es derzeit nicht, eine Einstellung der Förderung sei aber nicht vorgesehen, wie Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD) mitteilte.
Das Muslimische Seelsorge Telefon (MuTeS) wurde 2009 als bundesweit einziges muslimisches Seelsorge-Telefon gegründet, es bietet rund um die Uhr und anonym telefonische Unterstützung für Menschen in seelischen Krisen. Themen sind häufig familiäre Konflikte, Beziehungsprobleme, Depressionen, Gewalterfahrungen, Sucht oder Einsamkeit.
Das Angebot wird vor allem von Personen mit muslimischem Hintergrund genutzt, die aufgrund kultureller oder religiöser Hemmnisse andere Beratungsstellen meiden könnten. 2023 waren es 6.624 Gespräche, 60 bis 80 ehrenamtliche, ausgebildete Seelsorger – ausschließlich Muslime – leisten den Dienst. Die Ausbildung erfolge in enger Kooperation mit der Kirchlichen Telefonseelsorge Berlin-Brandenburg (Diakonie und Caritas). Christliche und muslimische Ausbilder arbeiten zusammen, es gibt eine gemeinsame Supervision. Caritas und Diakonie loben MuTeS regelmäßig als „leuchtendes Beispiel interreligiöser Zusammenarbeit“ und als Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer Stadt mit 350.000 Muslimen.
Verbindungen zur Muslimbruderschaft?
Die Islamic Relief Deutschland (IRD) trägt 40 Prozent der Kosten, sie ist eine 1996 in Köln gegründete, muslimisch motivierte humanitäre Hilfs- und Entwicklungsorganisation mit Sitz in Köln und weiteren Niederlassungen in Berlin und Essen. Die IRD ist der deutsche Zweig des internationalen Netzwerks Islamic Relief Worldwide (IRW). Die Bundesregierung stellte jedoch bereits 2019 in einer Antwort auf eine FDP-Anfrage fest, dass sowohl IRD als auch die Dachorganisation „signifikante personelle Verbindungen zur Muslimbruderschaft oder ihr nahestehenden Organisationen“ aufweisen.
Die Muslimbruderschaft ist eine islamistische Bewegung, aus der die Terrororganisation Hamas hervorging. Das Bundesamt für Verfassungsschutz bestätigte diese personellen Verflechtungen auch in aktuellen Stellungnahmen. 2026 rügte der Bundesrechnungshof das Auswärtige Amt scharf für frühere Millionenförderungen an IRD (etwa für Syrien-Projekte in den Jahren 2013 bis 2016). Die Prüfer sprachen von Förderung „im Blindflug“ ohne ausreichende Kontrolle. Im Juni 2026 beendete der Dachverband „Aktion Deutschland Hilft“ nach jahrelanger Suspendierung die Mitgliedschaft von IRD – nicht wegen der Qualität der Hilfsarbeit, sondern aufgrund der Mitgliedskriterien.
IRD und MuTeS weisen jede Nähe zu Islamismus oder Terrorismus zurück und betonen die rein humanitäre Ausrichtung. Das Projekt MuTeS sei strikt vom übrigen Wirken von IRD zu trennen.

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