Die EU-Kommission will den CO2-Emissionshandel verschärfen. Industrie und Verbraucher müssen mit neuen Milliardenlasten rechnen. Stahl-, Chemie- und Zementkonzerne warnen vor Werksschließungen und Produktionsverlagerungen.
picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Am 17. Juli will die EU-Kommission ihre Reformvorschläge für den europäischen CO2-Emissionshandel vorlegen. Es geht um neue Milliardenlasten für Industrie und Verbraucher. Für die Stahl-, Chemie-, Zement- und Düngemittelhersteller steht sogar die Zukunft ihrer Standorte auf dem Spiel. Unternehmen müssen für jede ausgestoßene Tonne CO2 ein Zertifikat abgeben. Deren Gesamtmenge wird laufend verringert – die Industrie wird also langsam abgewürgt wie mit einer mittelalterlichen Garotte.
Das seit 2005 bestehende System erfasst vor allem Kraftwerke, energieintensive Industrieanlagen etwa der Stahl-, Chemie-, Zement- und Düngemittelindustrie sowie Teile des Luft- und Seeverkehrs. Ein Zertifikat erlaubt den Ausstoß von einer Tonne CO2 und kostet derzeit rund 80 Euro. Kraftwerke müssen ihre Berechtigungen grundsätzlich kaufen; energieintensive Industriebetriebe erhalten noch einen Teil davon kostenlos.
Zehn EU-Staaten, darunter Italien, Polen und Ungarn, verlangen mehr kostenlose Zertifikate und lockerere Regeln. Die Kommission erwägt zusätzliche Gratiszuteilungen, will sie aber an Investitionen in Europa binden. Industrieunternehmen warnen vor Werksschließungen und Produktionsverlagerungen. Frühinvestoren fürchten dagegen, dass eine Aufweichung ausgerechnet jene belohnt, die ihre Anlagen bisher nicht modernisiert haben.
Die begrenzte Gesamtmenge der Zertifikate wird schrittweise verringert, angeblich um Investitionen in emissionsärmere Technik auszulösen. Nach Angaben der Kommission lagen die Emissionen von Kraftwerken und Industrieanlagen 2023 rund 47 Prozent unter dem Niveau von 2005.
Für Stahl-, Chemie-, Zement- und Düngemittelhersteller ist der Emissionshandel jedoch zur Standortfrage geworden. Sie konkurrieren mit Produzenten, die keine vergleichbaren CO2-Kosten tragen. Um Produktionsverlagerungen – sogenanntes Carbon Leakage – zu verhindern, erhalten besonders betroffene Betriebe bislang einen erheblichen Teil ihrer Zertifikate kostenlos. Für Branchen, die dem sogenannten CO2-Grenzausgleich CBAM unterliegen, soll diese Zuteilung seit 2026 schrittweise sinken und bis 2034 auslaufen. Parallel müssen Importeure emissionsintensiver Waren deren CO2-Ausstoß finanziell ausgleichen.
Gegen den Belastungsanstieg formiert sich Widerstand. Im Juni forderten rund 40 Stahl- und Chemiekonzerne die Kommission auf, die „Kosteneskalation beim Emissionshandel“ zu stoppen. Zu den Unterzeichnern gehören ArcelorMittal, Thyssenkrupp, BASF, Evonik und Covestro. Die Voraussetzungen für die Umstellung seien vielerorts nicht vorhanden: Es fehlten preisgünstiger Wasserstoff, leistungsfähige Stromnetze, wettbewerbsfähige Energiepreise sowie Anlagen und Genehmigungen zur Abscheidung und Speicherung von CO2.
Auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies und der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis, verlangen eine „Rekalibrierung“ und haben dazu einen gemeinsamen Brief geschrieben. TE berichtete bereits im TE Wecker.
Sie wollen die kostenlose Zuteilung mindestens bis 2030 stabilisieren und die Verknappung der Zertifikate verlangsamen. Europa verteuere seine Industrie schneller, als alternative Verfahren wirtschaftlich verfügbar würden. Besonders in der Chemie würden Anlagen geschlossen, Investitionen verschoben und Produktionskapazitäten verlagert. Das belaste auch die Pharmaindustrie, den Automobilbau, die Baustoffwirtschaft und die Landwirtschaft.
Gegen eine Lockerung wenden sich Ökonomen, Umweltverbände und Unternehmen, die bereits in neue Anlagen investiert haben – also all diejenigen, die in grünem Gehorsam vorausgeprescht sind und jetzt erhebliche technische und wirtschaftliche Schwierigkeiten haben.
Sie argumentieren, der Emissionshandel verliere seine Steuerungswirkung, wenn die Politik bei steigenden Kosten eingreife. Standortprobleme lägen zudem nicht allein am CO2-Preis. Auch Energiepreise, Lohnkosten, Steuern, langsame Genehmigungen und Bürokratie belasteten die Industrie. Längere kostenlose Zuteilungen könnten zudem jene Unternehmen benachteiligen, die im Vertrauen auf die geltenden Regeln frühzeitig investiert haben.
Auch Konzernchef Gunnar Groebler jammert und „warnt“ deshalb vor grundlegenden Änderungen am Emissionshandel. Wer früh investiert und auf die Rechtslage vertraut habe, dürfe gegenüber abwartenden Unternehmen nicht nachträglich schlechtergestellt werden.
In ihrer Stellungnahme an die EU-Kommission bezeichnet die Bundesregierung den Emissionshandel weiterhin als Kerninstrument der Klimapolitik und verlangt Planungssicherheit für Vorreiter der Dekarbonisierung. Gleichzeitig stellt sie eine längere kostenlose Zuteilung zur Diskussion. Damit sollen bestehende Standorte entlastet werden, ohne das System grundsätzlich aufzugeben.
CDU/CSU, die Grünen und die EU-Kommission können sich mittlerweile rühmen, dass auch die komplette Lkw-Produktion auf dem Spiel steht. Gerade hat Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström vor existenziellen Folgen der europäischen CO2-Regulierung gewarnt. Bleiben die Vorgaben unverändert, setze Europa die Wettbewerbsfähigkeit seiner Nutzfahrzeugindustrie aufs Spiel; die Politik habe die Dringlichkeit nicht verstanden. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen neuer schwerer Nutzfahrzeuge gegenüber 2019 um 43 Prozent sinken. Dafür müssten nach Rådströms Rechnung rund 35 Prozent aller neu zugelassenen Lkw batterieelektrisch oder mit Wasserstoff betrieben werden. 2025 lag der Anteil schwerer Elektro-Lkw bei etwa zwei Prozent.
Jeder verfehlte Prozentpunkt koste Daimler Truck laut Rådström rund 120 Millionen Euro. Bei einer Zielverfehlung von zehn Prozentpunkten bliebe im Segment Mercedes-Benz Trucks praktisch kein Gewinn mehr. Die Konzernchefin fordert deshalb einen sofortigen Realitätscheck und eine Kopplung der Vorgaben an den Ausbau der Lade- und Wasserstoffinfrastruktur sowie an wirtschaftlich tragfähige Betriebskosten.
Untätig ist die Bundesregierung allerdings nicht: Bis 2030 sind etwa 350 Lkw-Ladestandorte an Autobahnen vorgesehen, der Bund stellt rund eine Milliarde Euro bereit. Doch der Ausbau beginnt spät; europaweit werden nach Branchenschätzungen etwa 50.000 öffentliche Lkw-Ladepunkte benötigt. Bisher hat noch niemand darüber geredet, wo all die gewaltigen Strommengen herkommen sollen. Denn Ladepunkte allein nutzen so viel wie eine ausgefeilte Bierzapfanlage, bei der die Bierfässer im Keller leer sind.
Die USA haben unter Präsident Donald Trump den CO2-Schwindel vollständig aufgehoben und in den Orkus der Geschichte geworfen.
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Na super! Was wird der kluge BRD Bürger tun? Er wird nichts mehr besitzen, glücklich sein und Rot Grün wählen.
Wir sind an den Punkt gekommen, wo Steuererhöhungen zu rückläufigen Steuereinnahmen führen. Das System ist komplett überdehnt und zerstört sich jetzt selbst. Kein Unternehmer mit klarem Kopf wird noch irgendetwas in diesem Land investieren. Nicht mal mehr, wenn es extrem subventioniert wird rentiert es sich mehr. Also fährt man den Betrieb auf Verschleiß, Investitionen werden überhaupt nicht getätigt und wenn dann außerhalb der EU. So sinkt die Anzahle der Betriebe und mit ihnen die Anzahl der Arbeiter und das dazugehörige Steueraufkommen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis das Volk verarmt und danach wird es den Politikern an den… Mehr
„Dafür müssten nach Rådströms Rechnung rund 35 Prozent aller neu zugelassenen Lkw batterieelektrisch oder mit Wasserstoff betrieben werden.“
Die linksgrünen Spinnen haben es anscheinend nicht so mit der Physik. Wasserstoff, das sollte inzwischen dem letzten linken Honk klar sein, ist als Energieträger in Fahrzeugen komplett ungeeignet. Zu schwierig und zu teuer im Handling, zu viel teuer und zu ineffizient in der Erzeugung.
Ähnliches gilt für E-LKWs. Extreme Ladezeiten, Zuladungsprobleme, sehr hohes Leergewicht, erhöhte Belastung von (ohnehin kaputten) Brücken und Straßen.
Anders gesagt: die Spinnen die Römer … äh die EU-Bürokraten.
Stahl- und Zementwerke kann man nicht einfach abbauen und woanders betreiben. Das bringt kurzfristig Steuereinnahmen, darauf setzen sie.
Dass die Produkte auf dem Weltmarkt – vom Rohstahl bis zum fertigen Fahrzeug – völlig überteuert sind, versteht sich von selbst. Der Markt regelt das, ganz ohne Deutschland.
Fazit – jetzt sinds total deppert worden.
Ich war in der Industrie tätig, alles was man aufbauen kann, kann man auch wieder abbauen. Je nach Größe der Anlage kommt ne Truppe und dann läuft das. Binnen weniger Wochen sind die Hallen alle leer. In Dortmund haben die Chinesen ein ganzes Stahlwerk samt Walzstraße abgebaut, auf Laster und Tieflader verladen und in Hamburg liegt das Schiff im Hafen, die laden alles ein und weg ist alles. Das geht blitzschnell alles. Bis das Schiff in China ist steht da schon die Halle, die arbeiten da in 3 Schichten 6 Tage die Woche. Auch haben die da keine 7 –… Mehr
Man kann sich auch zu Tode reformieren und was man heute als Reform deklariert nannte man früher Kesselflickerei, denn die Einfaltslosigkeit der Politik kann der Wissenschaft und Wirtschaft nicht folgen und darin liegt das eigentliche Problem und ist bei Sozialisten besonders ausgeprägt und deshalb wollen die Mitbürger im Osten dahin nicht mehr zurück, als lebender Beweis alten planwirtschaftlichen Staatsversagens, was wieder kommen wird, wenn wir uns dieser Typen nicht schnellstens entledigen. Wer so leichtfertig mit seiner Zukunft umgeht und noch an das gute im Sozialismus glaubt, hat das alte China nicht verstanden, die nur über kapitalistische Methoden was geworden sind,… Mehr
… und keiner sagt, dass es sich bei dem CO2-Handel um Betrug handelt. Im Physiklehrstoff der 7. Klasse Realschule (nicht Gymnasium!) ist die temperaturabhängigkeit der CO2-Löslichkeit in Wasser enthalten. Nachweis hier: https://polpro.de/text/fakt04773.pdf
Die CO2-Steuer ist genauso wahr wie Tetzels Spruch:
Wenn das Geld im Kasten klingt,
die Seele in den Himmel springt.
Und die deutsche Industrie mit ihren hochbezahlten CEOs lässt sich diesen offensichtlichen Betrug (zugunsten Al Gore, Rothschils Erben und deren NGOs usw ) gefallen. Wenn wir uns von soviel Dummheit verhetzen lassen, dann ist es richtig, dass wir von der Landkarte der Menschheit verschwinden. Grüße von Charles Darwin.
Das EU reality game die „Siedler von Catan Europa“ wechselt in den nächsten Level! Das bedeutet natürlich auch, man muss nun weitere cheats ( den Göttermodus) aktivieren. Also noch mehr Geld verschwenden, bei gleichzeitigem weiteren Niedergang der Wettbewerbsfähigkeit und galoppierenden Stellenabbau. Statt Grünen Stahl zu propagieren sollte die EU besser moderne, nachhaltige CO2 freie Galeerenschiffe bauen, womit man aus dem Meerwasser Gold filtern könnte. Das wäre klimaneutral und gleichzeitig sinnvoller als diese verordnete Utopie der zukünftigen Wetterbestimmung auf Kosten europäischer Lebensqualität.
CO2 kann man nutzen, zur Herstellung von Methanol und Derivaten: The “George Olah Renewable CO2-to-Methanol Plant” of Carbon Recycling… | Download Scientific Diagram und Technology to Product Renewable or Recycled Carbon Methanol — CRI – Carbon Recycling International
Ich sage es gerne noch hundert Mal.
Abzocker überall: „Warum ist Tanken im Ausland so viel günstiger? Die Antwort ist simpel: Steuern. In Deutschland schlucken Abgaben mehr als die Hälfte des Spritpreises. Allein die Energiesteuer beträgt 65,45 Cent pro Liter Benzin und 47,04 Cent pro Liter Diesel – hinzu kommen Mehrwertsteuer und CO₂-Abgabe (55 Euro pro Tonne). In Polen oder Tschechien sind die Mineralölsteuern deutlich niedriger, was sich direkt an der Zapfsäule bemerkbar macht. Österreich hat zudem die Mineralölsteuer in diesem Jahr mehrfach temporär gesenkt – im April um fünf Cent, im Mai noch einmal um zwei Cent. Deutschland hingegen ließ den Tankrabatt Ende Juni auslaufen, ohne… Mehr
Elektrifizierte 20 Tonner LKW mit einer halbierten Nutzlast. Die andere Hälfte geht für den Akku drauf. Und an den Ladestationen stehen sie dann 3 Tage in der Schlange. So wie an Rastplätzen, die seit langem schon keinen ausreichenden Platz für die Zwangspausen der Fahrer haben. Wie kann ein Land nur so dumm sein und mehrheitlich Politiker wählen, die sie ausrauben und das Land wirtschaftlich und gesellschaftlich zerstören.
Bei yt ist jemand der sich StacheD nennt und Feuerwehrmann, Ingenieur und Batterien Guy ist, er berichtete jetzt darüber wie ein GM Hummer EV in der Werkstatt die Batterie Feuer fing. Die ganze Werkstatt abgefackelt und die ganzen anderen Autos da drin. Die Batterie des Hummer wiegt 3000 Pfund also knappe 1,5 Tonnen. Was wird das erst für Feuer geben wenn der Akku eines Elektronischen LKW brennt ? Selbst die Autos sind ja schon nicht Löscher und müssen in einen Container voll mit Wasser. Das wird viele Brände geben wo die Fahrer nicht mehr gerettet werden können und eingeklemmt verbrennen.… Mehr