Immer neue Wege, die Stahlproduktion aus Deutschland zu vertreiben

Die Klimapolitik hat zwar schon viel für die Vertreibung der Industrie erreicht, aber eben noch nicht alles. Die Deutsche Bahn hilft deshalb: Eisenerz, Kohle und Schrott erreichen die Stahlwerke nicht mehr zuverlässig. Erste Stahlwerke drosseln ihre Produktion.

picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack

Die deutsche Politik lässt nichts unversucht, wenn es darum geht, der Industrie noch mehr Steine in den Weg zu legen, um sie endlich dazu zu bringen, auch noch die letzten Produktionsstandorte in Deutschland aufzugeben. Bisher dachte man in Berlin, dass die Pläne, Stahl mit Wasserstoff herzustellen, ausreichen würden, die Stahlproduktion aus Deutschland zu vertreiben. Laut Wirtschaftswoche hat Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez die bisherigen Pläne für den milliardenschweren Bau eines klimaschonenden Stahlwerks zwar schon infrage gestellt, aber eben noch nicht aufgegeben.

Hier springt nun ein anderes Unternehmen, dessen alleiniger Eigentümer zwar nominell der deutsche Staat ist, bei dem sich aber die Brandmauerparteien gefühlt so benehmen, als wären sie der eigentliche Eigentümer: die Deutsche Bahn. Eisenerz und die zur Verhüttung notwendige Kohle kommt oft per Bahn zu den Stahlwerken. Und jetzt, wegen vieler Baustellen an den Gleisen, eben oft nicht mehr.

Chefheuchler aus Brüssel
Stahlbranche soll durch höhere Zölle vor Konkurrenz geschützt werden
Die Salzgitter AG hat nach eigenen Angaben ihre Hochofenproduktion bereits drosseln müssen. Eisenerz, Kohle und Schrott erreichen das Werk nicht mehr zuverlässig. Sollte sich die Lage nicht kurzfristig verbessern, seien weitere Produktionsdrosselungen unausweichlich. Der Konzern spricht von massiven Kosten und inzwischen sogar von spürbaren volkswirtschaftlichen Schäden.

Auch Arcelor-Mittal meldet erste Produktionskürzungen in seinem Werk in Brandenburg. Dort wurde nach Unternehmensangaben nicht genügend Eisenerz angeliefert. Als Ursache nennt der Konzern das anhaltende Baustellenchaos im norddeutschen Schienennetz und die aus seiner Sicht unzureichende Priorisierung von Güterzügen durch die Deutsche Bahn.

Die Bahn hätte, so die Stahlproduzenten, die Lage nicht ausreichend unter Kontrolle. Ein erkennbarer Plan, geschweige denn ein möglicherweise funktionierender Plan, zur schnellen Stabilisierung der Versorgung wäre nicht erkennbar.

Das Problem ist nicht neu. Bereits im Februar hatten Vertreter der Güterbahnbranche vor den Folgen der zahlreichen Sanierungsmaßnahmen gewarnt. Während Personenzüge durch Ersatzverkehr aufgefangen werden können, gibt es für Güterzüge keine vergleichbare Lösung. Transporte dauern inzwischen erheblich länger. Wo früher fünf Stunden ausreichten, müssen teilweise bis zu acht Stunden eingeplant werden.

Die Konsequenz daraus ist simpel und unerquicklich: Wenn die Schiene unzuverlässig wird, wandert Fracht auf die Straße. Genau das, so die Warnung der Branche, widerspricht den angeblichen politischen Zielen unserer öko-sozialistischen Klima- und Weltretter, mehr Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern.

Und wenn das auch nicht mehr funktioniert, wird der Stahl eben dort produziert werden, wo die Infrastruktur in Ordnung ist. Und das scheint ja das eigentliche Ziel der deutschen Politik der letzten Jahrzehnte zu sein.

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Kommentare ( 24 )

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doktorcharlyspechtgesicht
1 Monat her

Es gibt keine „klimaschonende“ Herstellung von Stahl. Die Prozesse sind heutzutage hochgradig optimiert, sowohl was Material- als auch Energieverbrauch betrifft. Man erzeugt äußerst hochwertige Stähle mit sowenig Energie und Fehlprodukten wie noch nie zuvor. Die VOEST in Linz nutzt teilweise Kunststoffabfälle als Brennstoff – es gibt keine bessere Verwertung für unser gebrauchtes Plastik, das einen sehr hohen Brennwert besitzt. Wer die Stahlindustrie aus Europa vertreibt, verrät das Erbe der Nachkriegszeit: alle Staaten bemühten sich damals um schnellen Aufbau von Verhüttung und Stahlherstellung, was zu modernen, großen und effizienten Werken führte. Stahl und Eisen waren der wichtigste Treibstoff des Wiederaufbaus; sie… Mehr

Rico
1 Monat her

Es ist ermüdend, ich weiss, aber ich kann nur wiederholen, was ich seit 2015 wiederhole: geliefert wie bestellt.
Die Deutschen wollen das so, und wer es nicht glaubt: ZDF und ARD schauen …

BerndN.
1 Monat her

Aus „Verhüttung“ wird „Verhütung“ … wer regt sich auf? Ist doch nur ein Buchstabe! I ♥️ LgnFrtz

Karina Gleiss
1 Monat her

Die Antwort dürfte so simpel wie – für hartnäckige NPC‘s – schockierend sein: die Zerstörung Deutschlands auf absolut ALLEN Ebenen ist gewollt. Von wem auch immer. Morgenthau auf Speed mit achtzigjähriger Verspätung? Nur beispielhaft genannt.
Ein ehemaliger steinewerfender Taxifahrer, der einst segensreich als Außenminister wirken durfte (Jugoslawienkrieg), hat es doch ganz offen für jeden, der es hören wollte, in die Welt hinaus posaunt.

Dummheit und ideologische Verblendung allein in den Reihen der zu diesem Zweck installierten Marionetten auf der politischen Bühne reichen als Erklärung für das, was hier abgeht, jedenfalls schon lange nicht mehr aus.

Last edited 1 Monat her by Karina Gleiss
Nibelung
1 Monat her

Na gut, es gibt alte Gewerke, die aus Kostengründen hierzulande überholt sind und das wird noch durch die hohen Energiekosten verstärkt und bedeuted automatisch den Verlust bestehender Substanz und wie das aufgeholt werden kann ist eine andere Frage, woran man seine größten Zweifel haben kann. Der ganzen Entwicklung hat die Politik ungerührt zugesehen oder es sogar noch über eigene Handlungen beschleunigt und jetzt stehen sie vor einem unlösbaren Problem, denn wer sich selbst auf allen Ebenen entkernt hat, kann nicht über schnelle Entwicklungen Land gut machen und fast könnte man wetten, daß es um uns schlimmer bestellt ist, als man… Mehr

humerd
1 Monat her

Im Juli 2023 überreichten Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur einen Förderbescheid über rund zwei Milliarden Euro an Thyssenkrupp Steel in Duisburg für den Umbau der Stahlproduktion auf klimaneutralen, grünen Stahl.

Fidgety-Feet
1 Monat her
Antworten an  humerd

den Stahl, den Thyssenkrupp Steel in Duisburg demnächst erzeugen wird, wird nicht klimaneutral und grün sein. Dabei wird der Wasserstoff durch Erdgas in direkten Einsatz ersetzt. Das ist eine Wette auf die Zukunft.

Janosik
1 Monat her

Ich muss jede paar Wochen quer durch die Republik fahren . Die Verbringungen zwischen West von NRW und Berlin sind dabei immer ein Problem. Selten geht es ihnen massive Verspätungen oder Zugausfälle.

Endlich Frei
1 Monat her

„Stahlbranche soll durch höhere Zölle geschützt werden“….

…und der teure Stahl macht anschließend die noch im Inland produzierten Autos, Maschinen, Schiffe, Züge, Schienen etc…etc… teurer und wir undern uns über zurückgehende Importe sowie steigende Preis im Inland…..

Die Jungs in Berlin und Brüssel besitzen absolut keinen wirtschaftlichen Verstand….

Karl Renschu
1 Monat her

Das das Koks jetzt schon güterzugweise nach Berlin gebracht werden muss, hätte ich nicht erwartet…

R.Baehr
1 Monat her

und wenn noch tausend Artikel verfasst werden, die Deutschen sind mit Begeisterung dabei, wie alle Umfragen belegen. Also kann es ja gar nicht so schlimm sein, oder jeder glaubt, ihn wird es niemals persönlich treffen dieser Abstieg. Die Impfung wirkt, Lauterbach hatte schon recht, mit den Nebenwirkungen. Ausserdem ist das nur eine Nebensache, ich war heute in der Stadt und was ich da an einer Bushaltestelle gesehen habe, das ist der bärtige Untergang des deutschen Staates nicht ein paar lächerliche Tonnen nicht mehr produzierten Stahls.

Last edited 1 Monat her by R.Baehr