Merz bewies heute im Bundestag wieder: Er kann es nicht

Politische Blindheit ist kein Monopol von Merz, doch unter allen in der politmedialen Klasse führend ist er in dieser Eigenschaft schon. Merz bewies heute im Bundestag wieder: Er kann es nicht.

picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH

Die CDU redet seit Merkel 2017 bis Merz 2026 unentwegt über die AfD. Was bei dieser massiven Hilfe zur Medienpräsenz der AfD rauskommt, ist in Gestalt der CDU-Katastrophe Sachsen-Anhalt zu besichtigen. Weil das Rezept so erfolgreich war, setzte es Kanzler Merz heute im Bundestag fort.

Anstatt vorzutragen, mit welcher Politik – statt der rundum vom ganzen Spektrum von Die Linke bis zur AfD abgelehnten „Reform“ von mehr Inkasso, mehr Schulden und weniger Leistungen – er seine auf Grund gelaufene Regierungsgaleere flott machen will, redete er nur über die AfD.

Alice Weidel griff Merz frontal an: „Die Wähler in Sachsen-Anhalt haben es Ihnen in der Sprache des demokratischen Souveräns mit aller Klarheit mitgeteilt: Schwarz-Rot ist vorbei.“ „Die Menschen wollen endlich einen Politikwechsel“. Die Bürger hätten die CDU „nicht nur abgestraft sondern, pulverisiert“. Der Haushalt sei ein „Weiter-So-Gewurschtel“, der Haushaltsentwurf verfassungswidrig, die Staatsfinanzen zerrüttet. Er hinterlasse „verbrannte Erde“. „Sie treiben Deutschland in Rekordzeit in die Staatspleite.“ Die „energiepolitische Geisterfahrt“ treibe er weiter.

„Sie haben ein bemerkenswertes Wahlergebnis erzielt“, beginnt Merz, jedoch nicht die Mehrheit der Mandate erreicht, 54 Prozent der Wähler hätten nicht AfD gewählt.
Weidel habe nur wenige Stunden nach Schließung der Wahllokale Ulrich Siegmund, den AfD-Spitzenkandidaten „zum Wahlbetrug aufgefordert“, Siegmund solle sein Wahlversprechen brechen, nur mit einer absoluten Mehrheit zu regieren und sich stattdessen Mehrheiten suchen. Die AfD-Forderung nach Remigration nannte Merz eine „ethnische Säuberung“.

Verzweifelt gesundbetend beschwor Herr Merz sein eigenes Schicksal, nicht das der AfD, als er Frau Weidel prophezeite, „nirgendwo in Deutschland“ werde sie mit ihrer Politik Mehrheiten bekommen: „Sie sind und sie bleiben, Frau Weidel, eine destruktive Kraft.“ Auf den mehr als naheliegenden Gedanken kann ein Merz nicht kommen: Dieser Prognose dürfte es so ergehen wie seiner Ankündigung, die AfD zu halbieren.

Politische Blindheit ist kein Monopol von Merz, doch unter allen in der politmedialen Klasse führend ist er in dieser Eigenschaft schon. Merz bewies heute im Bundestag wieder: Er kann es nicht.

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Kommentare ( 130 )

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LuckyCruiser
1 Monat her

Eines sollte jedem klar sein:
Mit Wüst oder Günther oder sonst einer Liesel wird es noch schlimmer.
Und das wird es.
Die CDU hat es nur nicht kapiert, daß sie von der linken Presse indirekt platt gemacht wurden.
Also: Showdown

giesemann
1 Monat her

Mit Whataboutism ablenken klappt es eine Weile, dann nicht mehr. Ganz groß seit längerem: Klimawandel, menschengemacht! Aber die Konsequenz wird verschwiegen: Dann macht halt weniger davon und lasst keine ins Land, schon gar solche, die sagen: „Der Leib unserer Frauen wird uns den Sieg bescheren“,
Houari Boumedienne – Zitate – Gute Zitate
Und sie wollen Fleisch und Boliden, für lau, doch nicht Lastenfiets und Tofu.
Die Bombe tickt und sie wird alles hier zerreißen, Echtzeit-Statistiken. Bevölkerungsuhr jeden Landes durch Gunnar Heinsohn: Söhne und Weltmacht. Terror im Aufstieg und Fall der Nationen – Perlentaucher

moorwald
1 Monat her

Merz hat doch Frau und Kinder. Die sollten mal nach Berlin fahren und ihn an der Hand nehmen: „Komm, Friedrich, komm Papa – wir gehen nachhause. Bundeskanzler spielen ist nichts für Dich.“

Last edited 1 Monat her by moorwald
AlNamrood
1 Monat her

Merz muss auch nichts können. Er war Kanzler, das ist alles was zählt.

moorwald
1 Monat her

Ich möchte wirklich mal erleben, daß Frau Klöckner eine ganze Fraktion „rausschmeißt“, wie sie sich auszudrücken beliebt. Nach der Geschäftsordnung des Bundestages kann nur ein einzelnes Mitglied ausgeschlossen werden. – Wie soll das also gehen?
Sie müßte jeden störenden Abgeordneten erst mal dingfest machen und dann des Saales verweisen, notfalls wohl mit Gewaltanwenduing durch die Ordnungshüter.
Das kann dauern – und wäre unterhaltsamer als jeder „Tatort“…
Frau Klöckner bietet ein Bild der Hilflosigkeit, der absoluten Überforderung und – der Lächerlichkeit.

Last edited 1 Monat her by moorwald
Ceterum censeo Berolinem esse delendam
1 Monat her
Antworten an  moorwald

Ich habe das schon mal an anderer Stelle geschrieben. Um in einem Pfälzer Weinzelt zur Weinkönigin gewählt zu werden, muss man rustikal veranlagt sein und sich einer etwas asozialen Ausdrucksweise befleißigen. Ein Hang zum Ordinären schadet nicht. Der alkoholisierte Pfälzer schätzt das als Lokalkolorit. Wenn man dann noch blondiert und überschminkt ist und eine dralle Oberweite zu bieten hat, ist man als Weinkönigin schon so gut wie gewählt. Und mit denselben Voraussetzungen hat man eben auch in der Rheinland-Pfälzischen CDU beste Karrierechancen. Ich weiß, wovon ich rede. Ich bin von dort. Solche ordinären Barbies wie Julia Klöckner gibt es hier… Mehr

moorwald
1 Monat her

Sie hat ja auch mal kurz an einer Grundschule unterrichtet. Vielleicht verwechselt sie die Abgeordneten mit aufmüpfigen Schülern..
Danke für die Typologie aus erster Hand

Last edited 1 Monat her by moorwald
LuckyCruiser
1 Monat her

Guter Kommentar.

depa
1 Monat her

Ich kanns nur wiederholen: Macht FRitze zum Bundespräsidenten! Das hat nur Vorteile: Erstens ist er weg. Zweitens , als BP ist er ein besserer Frühstücksdirektor und kann keinen Schaden anrichten. Drittens wird sich Fritzen Ego gebauchpinselt fühlen. Aber am wichtigsten: Er ist weg! Aber: Wer kommt nach? Bedenke, schlimmer geht immer.

Lizzard04
1 Monat her

Damit ist er nach Merkel nicht der Erste in der CDU!

Lizzard04
1 Monat her

Er kann es nicht! Exakt! Allerdings stellt sich dann die Frage, wie konnte er überhaupt so weit kommen? Und welche Verantwortung tragen dabei die Medien? Neben einer unverantwortlichen Politik in Richtung Staatsbankrott haben Merz und seine CDU auch noch ein schweres Zündeln an einem vermutlich letzten großen Krieg in der Mitte Europas zu verantworten! Ein Aspekt, der gestern leider zu kurz kam, aber wahrlich existenziell für Deutschland ist!

Haba Orwell
1 Monat her

> Alice Weidel griff Merz frontal an: „Die Wähler in Sachsen-Anhalt haben es Ihnen in der Sprache des demokratischen Souveräns mit aller Klarheit mitgeteilt: Schwarz-Rot ist vorbei.“

Ich stelle mir gerade vor, wie jemand so etwas dem Nordkorea-Kim sagt. Mindestens drei Generationen der Familie wären spurlos verschwunden, wie in dortiger „unseren Demokratie“ Usus ist. Die einzige Reaktion, die vom Nordkorea-Kim zu erwarten ist.

giesemann
1 Monat her
Antworten an  Haba Orwell

Was soll das, Sie Schwätzer.

Achilles
1 Monat her

Dieses Drama inhaltlich zu kommentieren macht keinen Sinn mehr. Was hat dieser Mann immer noch im Amt zu suchen? Fritze gehört gestoppt, wenn man unser schönes Land noch retten will. Doch wer soll das tun? Die eierlose und entkernte CDU, die nur noch auf ihre Pfründe bedacht ist, sicher nicht. Hier sehe ich keinerlei Verantwortungswillen mehr, Hauptsache, die Diäten und Rentenansprüche sind gesichert. Zum K***en, dieses ganze Szenario.