Der Gebührenzahler will in der Tagesschau nicht den Wunsch von Jörg Schönenborn & Redaktion hören und sehen, sondern Fakten. Statt fragwürdiger Umfragen wäre die ARD besser auf das Programm und die Folgen der Kandidaten eingegangen. Mit einer Entgegnung von Jörg Schönenborn.
Man kann den Brexit als Vorbeben zur Wahl Trumps lesen. Beide Erschütterungen ereigneten sich im anglo-amerikanischen Raum. Aber die Schockwellen dürften früher oder später auch Europa erreichen.
Trump wurde von jenem weißen Amerika gewählt, das „God's Own Country“ zurück haben will. Doch Trump will sie alle: „Ich schwöre – ich werde der Präsident aller Amerikaner sein. Gleich welcher Hautfarbe, Religion oder sozialem Status.“
Den Umgang mit Zahlen in Statistiken und ihre Interpretationen, nicht nur hier bei Migranten und Arbeitsmarkt, als Regierungs-Populismus zu bezeichnen, ist hoch sachlich.
Verloren haben nicht nur die Democratic Party und ihre Kandidatin, sondern auch die Meinungsforscher, die bis zuletzt den Sieg Clintons vorhersagten und die Medien, die im Vertrauen auf die Demoskopen die ehemalige First Lady voreilig zur Siegerin erklärten.
Erdogans Ausnahmezustandspolitik abstrafen, indem verfolgten türkischen Journalisten politisches Asyl im 2.500 km entfernten Deutschland angeboten wird? Wem hilft das mehr? Den Journalisten oder Erdogan?
Je schneller sich die deutsche Politik den Sachfragen stellt, desto eher wird sie in der Lage sein ihren Teil eines fruchtbaren Dialogs mit der neuen amerikanischen Regierung gestaltend aufzunehmen.
Sie haben es noch nicht verstanden, die Polit-Helden in der deutschen Provinz, dass ihren Mahnungen und Warnungen außerhalb der eigenen Medienwelt niemand Beachtung schenkt (selbst in Europa nur, wenn Bargeld lacht). Und das völlig zu Recht.
Die aufgehäuften Probleme sind auf beiden Seiten des Atlantiks so gewaltig, der Stillstand so lähmend, dass allein die Möglichkeit wirklicher Veränderung Hoffnung macht und Mut. Das amerikanische Volk hat VERÄNDERUNG gewählt.
Die Präsidentenwahl 2016 wird als Lehrstück in die Geschichte eingehen, wie sehr Medien auf Neutralität und Objektivität pfeifen und sich gemein machen mit entrückten Traumtänzern, die der öffentlichen Meinung ihren, und nur ihren, Stempel aufdrücken wollen.
Hillary Clinton beherrschte die Medien. Donald Trump sprach darüber, was die Menschen bewegt, was ihnen wichtig ist. Die Wählerverachtung hat Clinton geschadet, und die Wähler Trump zugetrieben.
Bei der Bundestagswahl 2017 fällt die Vorentscheidung, bei den Bayrischen Landtagswahlen 2018 folgt die Nagelprobe. Die Chancen der CSU, sie zu bestehen, sind real. Wenn die alte Strauß-Strategie ohne Abstriche durchgezogen wird.
Wenn die Journalisten Jakob Augstein und Nikolaus Blome ansetzen, die Fragen der Deutschen zu beantworten, könnte man Reflexe zeigen. Man kann aber auch einfach lesen und einen echten Mehrwert daraus ziehen. Ein Selbstversuch.
In Zeiten digitaler Steuerakten wäre eine gewaltsame Erstürmung eines Finanzamts mit der Zerstörung von Akten wie damals der Moselwinzer sinnlos. Aber vielleicht ist es Zeit, über zeitgemäße friedliche Formen des Steuerprotests nachzudenken.
Spätestens mit der Verhaftung der demokratischen HDP-Führung hat Erdogan eine rote Linie überschritten. Die angeblich terroristische PKK hat alle türkischen Demokraten zum Schulterschluss aufgefordert. Derweil träumt Erdogan weiter vom Großreich.
Welcher Kandidat bewältigt die außenpolitische Versagerpolitik Obamas am besten? Clinton oder Trump? Wem gelingt „Change“?
Europa wird vielfältig sein. Die einzige Frage ist, wie wir mit der Vielfalt umgehen. Wenn uns nicht gelingt, dass Europa das Europa bleiben, das wir geschaffen haben, würde Europa für lange Zeit kein Ort des Friedens und der Freiheit mehr sein.
Wie glaubwürdig ist ein Donald Trump? Wie glaubwürdig Hillary Clinton? Hier punktet letztlich Clinton für mich vor Trump.
Amerikas Stärke wird ganz wesentlich gespeist vom Bild, das die Amerikaner von sich selbst haben. Die Welt braucht ein starkes Amerika.
Die europäisch-türkische Frage lässt sich nicht auf Menschenrechte begrenzen. Sie hat soziale, religiöse und volkswirtschaftliche Elemente, die klare Antworten erheischen. Dies ist eine bleibende Herausforderung – über Erdogans Wirkungszeit hinaus.




























