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Tichys Einblick 07-2026: Dürfen wir noch Veränderung wählen?
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Mo, 6. Jul 2026
Bundesregierung beschließt Einstieg in den Ausstieg aus der bisherigen Lebensmittelproduktion IMAGO / Christian Spicker
Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik
Bundesregierung beschließt Einstieg in den Ausstieg aus der bisherigen Lebensmittelproduktion

Das Prinzip der neuen Regelungen: Wenn der Bauer brav Ökovorschriften erfüllt, statt viel zu produzieren, bezahlt ihm der Staat den Ausfall. Viele Bauern protestieren dagegen in Berlin.

VON Holger Douglas | 14. April 2021
Kubicki: Bundesregierung erklärt „ihren eigenen Gesetzentwurf für verfassungswidrig“ IMAGO / Future Image
Kanzleramt überspringt Verfassungsgrenzen
Kubicki: Bundesregierung erklärt „ihren eigenen Gesetzentwurf für verfassungswidrig“

Die Bundesregierung offenbart dem FDP-Bundestagsvizepräsidenten, dass sie selbst nicht an die Inzidenz als alleinige Rechtfertigung für den Lockdown glaubt. Union und SPD könnten das geplante Gesetz nicht verabschieden, "wenn ihnen unsere verfassungsmäßige Ordnung noch etwas wert ist".

VON Redaktion | 14. April 2021
EKD ignoriert Anfrage zu Antifa-Verbindung bei Sea-Watch imago Images/epd
Antifa an Bord
EKD ignoriert Anfrage zu Antifa-Verbindung bei Sea-Watch

Die Evangelische Kirche in Deutschland verhalf der Organisation Sea-Watch zu einem Schiff. Auf dem weht nun die Antifa-Flagge. Die Nähe zumindest eines Aktivisten zum Linksextremismus hätte auch vorher schon bekannt sein können. Was der EKD-Ratsvorsitzende davon hält, erfährt man nicht.

VON Redaktion | 14. April 2021
„Machen Sie sich und uns nicht zu Sklaven dieses Werts“ IMAGO / Christian Spicker
Unternehmer appellieren an CSU-MdB Radwan:
„Machen Sie sich und uns nicht zu Sklaven dieses Werts“

Hunderte Unternehmer in Bayern fordern ihren Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan (CSU) auf, dem neuen Infektionsschutzgesetz nicht zuzustimmen. Statt sich und die Bürger allein dem Inzidenzwert auszuliefern, solle er sich für Regionalität und Verhältnismäßigkeit einsetzen.

VON Dokumentation | 14. April 2021
SPD-Chef in NRW: Nachts könne man Bürger auf der Straße „erwischen“ IMAGO / Sven Simon
Thomas Kutschaty über Ausgangsbeschränkungen
SPD-Chef in NRW: Nachts könne man Bürger auf der Straße „erwischen“

Der Chef des größten Landesverbandes der SPD sorgt im Internet mit einer sehr eigenwilligen Argumentation der Ausgangsbeschränkungen für Empörung.

VON Redaktion | 14. April 2021
Abkehr von reiner Lockdown-Politik: Nach Vorarlberg öffnet das Burgenland IMAGO / photonews.at
Österreich
Abkehr von reiner Lockdown-Politik: Nach Vorarlberg öffnet das Burgenland

In Österreich setzen Bund und Länder die Regionalisierungsstrategie in der Coronapolitik fort – kein Lockdown in Regionen unter 200 Fällen je 100.000 Einwohner.

VON Redaktion | 14. April 2021
Erdoğan-Lobbyist schreibt in der „Zeit“ und denunziert Türkeiforscher Çopur imago images / Jürgen Heinrich
AUFRUF ZUR UNTERWANDERUNG
Erdoğan-Lobbyist schreibt in der „Zeit“ und denunziert Türkeiforscher Çopur

Die "Zeit" veröffentlichte einen Beitrag eines AKP-Lobbyisten, der mutmaßlich versuchte, den renommierten Türkei-Experten Burak Çopur zum Schweigen zu bringen. TE sprach mit beiden.

VON Zara Riffler | 14. April 2021
Herrn Hüthers Gespür für eine grün geführte Bundesregierung IMAGO / IPON
METZGERS ORDNUNGSRUF 15-2021
Herrn Hüthers Gespür für eine grün geführte Bundesregierung

Der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) plädiert für ein 450 Milliarden Investitionsprogramm und eine Lockerung der Schuldenbremse.

VON Oswald Metzger | 14. April 2021
NRW-Kommunen ziehen die Notbremse gegen die Notbremse IMAGO / Future Image
Rheinisch-Bergischer Kreis schert aus
NRW-Kommunen ziehen die Notbremse gegen die Notbremse

Der kommunale Widerstand gegen die Bundes-Notbremse wächst. Noch können Landkreise und kreisfreie Städte die Landes-Notbremse abwenden. Mehrere Kommunen und mindestens ein Kreis in Nordrhein-Westfalen haben das getan.

VON Redaktion | 14. April 2021
Perfekte Inszenierung als Ablenkung von Entmachtung der Länder picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Tam-tam um Kanzlerkandidaten-Kür der CDU
Perfekte Inszenierung als Ablenkung von Entmachtung der Länder

Vielleicht hat die plötzliche mediale Kandidaten-Aufregung noch einen ganz anderen Hintergrund. So ganz nebenbei und auf leisen Sohlen wird ein Schlag gegen den föderalen Charakter der Republik eiskalt und im Schweinegalopp durchgezogen.

VON Georg Gafron | 14. April 2021
Über den Fake namens Kanzlerkandidat IMAGO / Sven Simon
Hat etwas von Weihnachtsmann
Über den Fake namens Kanzlerkandidat

Die Wahlbürger können ihn überhaupt nicht wählen. Denn in der Parlamentarischen Demokratie, die die Bundesrepublik Deutschland gemäß ihrer Verfassung immer noch ein wenig ist, gibt es einen solchen Kanzlerkandidaten nicht.

VON Tomas Spahn | 14. April 2021
Leitender CNN-Mitarbeiter: „Unser Fokus war es, Trump aus dem Amt zu bringen“ IMAGO / Hans Lucas
Medienkampagne gegen den Ex-Präsidenten
Leitender CNN-Mitarbeiter: „Unser Fokus war es, Trump aus dem Amt zu bringen“

Der linksgerichtete US-Fernsehsender CNN wird seit Jahren wegen seiner stark Trump-kritischen Berichterstattung als voreingenommen kritisiert. Das unterfüttert nun ein neu enthülltes Untercover-Video. Ein CNN-Mitarbeiter bezeichnet die Berichterstattung des Senders dort selbst als "Propaganda".

VON Sebastian Thormann | 14. April 2021
Ehemaliger Charité-Chefvirologe kritisiert Orientierung an Inzidenz: „Wert gibt zunehmend weniger die Krankheitslast in der Gesellschaft wieder“ IMAGO / Christian Ohde
Vorgänger von Christian Drosten
Ehemaliger Charité-Chefvirologe kritisiert Orientierung an Inzidenz: „Wert gibt zunehmend weniger die Krankheitslast in der Gesellschaft wieder“

Detlev Krüger und der Epidemiologe Klaus Stöhr warnen den Bundestag in einem offenen Brief vor der Fixierung auf den Inzidenzwert im neuen Infektionsschutzgesetz. Insbesondere die gestiegenen Testzahlen würden das Bild der Lage verzerren.

VON Redaktion | 14. April 2021
Landesregierung und Verbände greifen Weimarer Richter an IMAGO / Steve Bauerschmidt
Staatsanwaltschaft prüft Verfahren
Landesregierung und Verbände greifen Weimarer Richter an

Die Staatsanwaltschaft prüft, gegen den Richter in Weimar zu ermitteln, der Corona-Restriktionen an zwei Schulen kippte. Das Bildungsministerium macht auch mobil. Die Exekutive will also die Judikative kontrollieren. In einem Rechtsstaat ist das Gegenteil vorgesehen.

VON Max Roland | 13. April 2021
Söder vs. Laschet: Kandidatenshow zur Ablenkung von der Bundesermächtigung IMAGO / Reiner Zensen
CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Söder vs. Laschet: Kandidatenshow zur Ablenkung von der Bundesermächtigung

In der Fraktionssitzung der Unionsparteien treten Armin Laschet und Markus Söder auf. Wenn's um die Ego-Show geht, hat Söder wohl gewonnen. Auf jeden Fall gewonnen hat Merkel: Für ihren Plan, die Länder zu entmachten, ist der Kandidatenstreit das schönste Ablenkungsmanöver.

VON Redaktion | 13. April 2021
Verwaltungsgericht Arnsberg hebt Ausgangssperre auf IMAGO / Panthermedia
Immer mehr Gegenwind für Superlockdown
Verwaltungsgericht Arnsberg hebt Ausgangssperre auf

Erneut kippt ein Gericht eine strikte Corona-Restriktion, die jetzt auch bundesweit eingeführt werden soll. Die Regierenden geraten zunehmend in Erklärungsnot – und planen daher, den Rechtsweg zu verbauen.

VON Redaktion | 13. April 2021
“Gesetzesirrwitz”: 17:30-SAT.1-Live-Chefredakteur rechnet mit den Plänen zum Infektionsschutzgesetz ab Screenprint: SAT1 Hessen Rheinland-Pfalz
Klartext
“Gesetzesirrwitz”: 17:30-SAT.1-Live-Chefredakteur rechnet mit den Plänen zum Infektionsschutzgesetz ab

Richard Kremershof, Chefredakteur von 17:30-Sat.1-live, spricht vor laufender Kamera Klartext: "Der Bund hat bislang so gut wie alles, was er in Sachen Corona angepackt hat, an die Wand gefahren”, sagt er.

VON Elias Huber | 13. April 2021
Alle Macht zu Merkel – der Einstieg in den Einheitsstaat droht IMAGO / Bildgehege
Alle Macht zu Merkel – der Einstieg in den Einheitsstaat droht

Kein Argument für den Lockdown überzeugt. Es geht nur um Merkels Machtanspruch und den ihrer erhofften Nachfolger. Dieser Anschlag auf die Demokratie wird mitgetragen von Abgeordneten, die nur ihre Handlanger sind.

VON Roland Tichy | 13. April 2021
Land der falschen Töne picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Sebastian Kahnert
Prozessauftakt in Dresden
Land der falschen Töne

In Dresden begann der Prozess gegen den Islamisten Abdullah Al-H., der ein schwules Paar angriff, einen Mann tötete und dessen Partner schwer verletzte. In Medien und Politikerreden bleiben die Opfer namenlos. Selbst das Tatmotiv sparen viele aus. Nach der Verantwortung des Staates fragt so gut wie keiner.

VON Alexander Wendt | 13. April 2021
Jens Spahns Corona-Politik schaltet in den Multikulti-Modus IMAGO / photothek
Vor dem Ramadan
Jens Spahns Corona-Politik schaltet in den Multikulti-Modus

Nachdem die besondere Gefährdung von Migranten in der Pandemie offenbar realisiert wurde, hat Jens Spahns Gesundheitsministerium einen Informationskanal speziell für Migranten ins Leben gerufen. Derweil sorgt ein Brief an Moscheegemeinden im Kreis Groß-Gerau für Aufregung.

VON Alexander Wallasch | 13. April 2021

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6. Juli 2026

Trotz Anbiedern nun das

CDU-Wagen auf Kölner CSD ausgebuht und ausgepfiffen

Von
Redaktion

Beim Kölner Christopher Street Day bekam die Union eine Lektion, die keine Parteiklausur besser liefern könnte. Der Wagen der CDU rollte durch die Parade, aus der Menge kamen Buhrufe und Pfiffe, dazu der Ruf: „Merz, leck Eier!“ – offenbar an mehreren Punkten und begleitet von erhobenen Mittelfingern.

So endet die Anbiederung: in einem Schmerzensmeer aus Buhrufen. Modern, bunt, brav anschlussfähig will die CDU sein. Regenbogenflagge oft noch zu harmlos auf dem Weg zum totalen konservativen Ausverkauf und hin zur Progress Pride Flag. Und vielen CDU-Protagonisten geht das Anschleimen an die durchaus als sehr eigenwillige Wählerklientel niemals weit genug.

Ein besonders schamloses Beispiel von Unionen liefert dabei immer wieder Kai Wegner aus Berlin, bei dem manche Spötter vermuten, dass er sich auch ein Kleid überstülpen und über das von CDU unterstützte Selbstbestimmungsgesetz fortan Kailinde nennen würde, wenn es die CDU nur wieder nach vorne bringen würde (Auflösung: tut’s nicht). Die B.Z. schreibt am 4.6.2026: „Nutzt der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) den Christopher Street Day (CSD) für seinen Wahlkampf? Die Senatskanzlei hat einen eigenen Truck für die Parade Ende Juni angemeldet. Kosten: 375.000 Euro!“ Es ist niemals genug in dieser überschuldeten Stadt.

Das Publikum beim gut besuchten Kölner CSD (über eine Million Besucher) machte aus ihrer CDU-Abneigung nun keinen Hehl mehr eine Demütigung. Die feiste Selbstzufriedenheit in den Gesichtern der CDU-Funktionäre auf dem bunten Wagen wich jäh unter den Buhrufen und -pfiffen des CSD-Publikums und erstarb dann völlig unter den „Merz, leck Eier!“-Rufen. Der Slogan kommt zwar von links, hat sich aber durchaus auch auf der rechten etabliert. Insofern ist es stellenweise nicht mehr ganz so einfach die Absender politisch zuzuordnen. Auf einigen Videos lassen sich jedoch größere linke Gruppen ausmachen. Es lässt sich wohl festhalten, dass man hüben wie drüben Merz gleichermaßen ablehnt. Und zunehmend auch die willen- und rückgratlose CDU, die ihn stützt und es ihm gleichtut. We agree to disagree.

Der CSD ist längst auch ein Machtraum linker Kulturpolitik. Dort werden Zugehörigkeiten verteilt. Wer mitläuft, bestätigt den Rahmen. Wer nicht genügt, wird abgekanzelt. Die CDU wird sich niemals tief genug bücken können, um die Liebe dort zu finden, wo sie sie so krampfhaft sucht.

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6. Juli 2026

Verfetteter Staatsapparat

Beamte im Homeoffice: Überreizen aller Privilegien

Von
Sofia Taxidis

Man hat sich in den vergangenen Jahren über so manche Meldung ungläubig die Augen gerieben. Ein Beamter in Spanien kam sechs Jahre lang nicht zur Arbeit und fiel erst auf, als er für seine lange Dienstzeit geehrt werden sollte. Wie kann das gehen? In Nordrhein-Westfalen war eine Lehrerin 16 Jahre krankgeschrieben, bezog weiter volle Bezüge und wurde offenbar erst viel später zum Problem für die zuständige Verwaltung. 16 ganze Jahre. Wie ist sowas möglich? Kurz darauf wurden weitere Fälle bekannt: eine Studiendirektorin, die seit fünf Jahren fehlt und weiter nach A15 bezahlt wird; eine weitere Lehrerin, die seit zwei Jahren nicht mehr im Kollegium auftaucht. WTF? Many such cases.

Bei solchen Fällen stellt sich immer dieselbe Frage: Wie zum Teufel kann das niemand merken? Wie kann ein Apparat, der Bürgern Formulare, Fristen und Nachweise bis ins Kleinstkleinste vorschreibt, jahrelang über- oder wegsehen, dass Menschen im eigenen System gar nicht mehr auftauchen? Wie kann ein Dienstherr bei sich selbst so blind sein, während er von allen anderen penible Pflichterfüllung verlangt?

Die Antwort lautet offenbar: weil der Staat auf dem Weg zum Sumpf den Großteil der Strecke schon hinter sich hat. Der seinen eigenen Leuten Freiheiten gewährt, die er keinem Steuerzahler durchgehen lassen würde. Irgendjemanden muss man für das feine Leben doch abmelken und dafür, dass man als gescheiterter SPD-Grande seinen Fahrer mit dem fetten Dienstwagen über die Grenze zum Einkaufen der Entenpastete holen schicken kann.

Dass Bürger an diesem Staat restlos verzweifeln, ist längst kein gefühltes Problem mehr. Wer einen Personalausweis, Reisepass oder eine Ummeldung braucht, findet oft wochen-, manchmal monatelang keinen Termin, wird von Onlineportal zu Hotline und von der Hotline zurück ins Onlineportal geschickt. Eine Bürgerin schilderte, sie versuche seit „vielen Wochen (Monaten)“ einen Termin bei der Führerscheinstelle zu bekommen. Für Berufstätige sei es praktisch unmöglich, mehrmals täglich ein Terminportal zu kontrollieren, nur um vielleicht einen kurzfristig freigeschalteten Slot zu erwischen. In einer weiteren Stadt wurden Wartezeiten von regelmäßig drei Monaten dokumentiert, bei Reisepässen, Personalausweisen und Wohnungsmeldungen teils sogar vier Monate. Der Bürger wartet, klickt, ruft an und wird vertröstet. Drinnen fährt der Kollege offenbar mit Laptop zum Sonnen an den See.

Was früher wie groteske Einzelfälle klang, fügt sich nun in ein größeres Bild.

Die neue Recherche der BILD über Homeoffice in Bundesbehörden zeigt, wie verbreitet Arbeitsverweigerung im Staatsdienst offenbar werden kann, wenn jedwede Kontrolle fehlt und Führung komplett versagt bzw. vermutlich selbst ein gewichtiger Teil dieser komplett abhandenen Moral ist.

Was viele Bürger seit Corona aus eigener Erfahrung kennen: Man erreicht in Behörden kaum noch jemanden direkt. Durchwahlnummern sind verschwunden, Zuständigkeiten verlaufen über Sammelpostfächer, Rückrufe bleiben aus. Diese Beobachtung ist Alltagserfahrung vieler Menschen, die mit Behörden, Ämtern und Ministerien zu tun haben.

Die Recherche liefert nun den Blick hinter die Kulissen. Dort sieht es offenbar noch sehr viel schlimmer aus, als viele ohnehin vermutet haben. Beamte und Behördenmitarbeiter berichten von Angeln im Ausland, Skiurlaub, Stand-up-Paddeln und langen Wochenenden während der Arbeitszeit. Das ist bezahlte Abwesenheit unter dem Schutz von Dienstrecht und missbrauchten Homeoffice-Regeln.

Die zuvor aufgedeckten großzügigen Homeoffice-Regeln in Bundesministerien und Behörden bilden den Rahmen. Beschäftigte dürfen demnach teils wochenlang aus dem Ausland arbeiten. Danach meldeten sich Beamte und Mitarbeiter von Bundesbehörden und aus einem Ministerium bei der BILD. Sie wollen anonym bleiben. Ihre Schilderungen zeigen einen Apparat, in dem manche ganz offenkundig jedes Maß verloren haben.

Ein langjähriger Mitarbeiter einer Bundesbehörde spricht von einer „Di-Mi-Do-Mentalität“. Kollegen verabschiedeten sich schon am Donnerstag ins lange Wochenende, blieben freitags und montags grundsätzlich weg. Er nennt das „quasi Teilzeit bei Vollzeit-Gehalt“. Manche ignorierten Anrufe und E-Mails völlig. Besonders bemerkenswert an seiner Schilderung: Die Chefs arbeiteten oft selbst so. Verrottet bis ins Mark.

Damit ist die Sache nicht mehr mit ein paar schwarzen Schafen erledigt, denn wenn Vorgesetzte denselben Schlendrian vorleben, ist der Missbrauch zur Hausordnung geworden. Der Steuerzahler bezahlt diesen hoch ineffizienten, dysfunktionalen Wasserkopf-Apparat, wovon sich Teile benehmen, als sei der Steuerzahler nur noch Zahlstelle für ein besonders bequemes Leben.

Besonders unverschämt ist der Fall eines Kollegen, der laut Insider auf dem Weg zum Angeln ins Ausland war. Auf einen Anruf habe er fast pikiert reagiert. Warum man ihn überhaupt anrufe? Er habe schließlich den Laptop dabei. Der Satz ist eine ganze Staatsdiagnose.

Der Laptop wird zum Persilschein. Er liegt irgendwo im Auto, im Hotelzimmer oder am Ferienort und soll beweisen, dass der Dienst irgendwie mitreist. So denkt nur jemand, der den Unterschied zwischen Arbeit und Arbeitsbehauptung völlig verloren hat. In normalen Betrieben wäre das ein Grund für eine Entlassung. Im Staatsdienst klingt es nach gelebter Praxis.

Ein anderer Fall führt direkt auf die Skipiste. Homeoffice soll mit Skiurlaub verbunden worden sein. Mittags zwei Stunden Mails beantworten, danach Snowboard und Après-Ski. Wer so handelt, zeigt dem steuerzahlenden Bürger den ausgestreckten Mittelfinger. Wer so handelt, lebt auf Kosten jener, die morgens tatsächlich zur Arbeit müssen und wenn sie fehlen, rausgeschmissen werden.

Ein hochrangiger Ministeriumsmitarbeiter schildert, wie er Homeoffice-Tage nutzt. Er stehe auch mal auf dem Stand-up-Paddle-Board. Das solle man nicht ständig machen, aber es gehe. Er habe vorgearbeitet, sei erreichbar und könne abends noch einmal an den Laptop gehen. Wie das rüberkommt, hält der Mann das offenbar für eine harmlose Anekdote. In Wahrheit beschreibt er eine Haltung: Die Arbeitszeit gehört nicht mehr dem Dienst, sondern der eigenen Tagesgestaltung.

Noch bezeichnender ist sein Hinweis, man müsse morgens in Schaltkonferenzen engagiert wirken. Wirken. Nicht sein. Wichtiger Unterschied. Und da unterscheidet er sich nicht von Merz, Klingbeil und einem verfetteten und verkommenen Staatsapparat. Nicht Leistung zählt, sondern Darstellung. Wer morgens die passende Miene macht, ein paar Sätze sagt und später abtaucht, kommt problemlos durch. Warum auch nicht. Vermutlich ist das alles weiter verbreitet als alle wissen.

Ein Kollege beschreibt die Formeln dazu. Im Team-Meeting heiße es morgens: „Ich habe die Unterlagen beschafft, mich schon eingelesen, ich bin dran.“ Die Recherche dokumentiert auch, wie Regeln ausgetrickst werden. Manche Kollegen planten ihre Bürotage so, dass am Ende nur noch wenige Anwesenheitstage übrigblieben. Genau an diesen Tagen meldeten sie sich krank. Dafür brauche es nicht einmal eine Krankschreibung. Nach Schilderung des Insiders zählen diese Krankheitstage als Anwesenheit. Danach beginnt der nächste Homeoffice-Zyklus.

Ein parasitäres Verhalten gegenüber einem Steuerzahler, der keine Wahl hat, ob er diesen in weiten Teilen verfaulten, in jedem Fall aber hoch dysfunktionalen Apparat weiter finanziert.

Der Schaden liegt in der Verachtung, die aus solchen Schilderungen spricht. Bürger müssen Fristen einhalten. Unternehmer müssen Unterlagen liefern. Selbstständige müssen selbst sehen, wie sie ihre Einnahmen sichern. Der Staat verlangt von allen anderen absolute Genauigkeit. In Teilen seines eigenen Apparats duldet er offenbar eine Arbeitsmoral, die in der freien Wirtschaft kaum zwei Wochen überleben würde.

Viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst arbeiten ordentlich. Auch gerade deshalb sind solche Fälle so unfassbar zerstörerisch. Sie beschädigen jene, die ihren Dienst ernst nehmen. Sie ziehen alle mit hinein, weil der Apparat Missbrauch nicht hart genug sanktioniert. Wer zuverlässig arbeitet, müsste am lautesten verlangen, dass solche Kollegen Konsequenzen spüren. Ein System, das diese besonders schäbige Art von Dreistigkeit duldet, bestraft am Ende die Fleißigen.

Der öffentliche Dienst steht ohnehin unter starkem Beschuss. In der größten Wirtschaftskrise der Bundesrepublik verfügen Beamte über Sicherheiten, die andere nicht haben. Sichere Beschäftigung, verlässliche Bezahlung, besondere Versorgung im Alter. Diese Privilegien werden politisch mit besonderer Verantwortung begründet. Dann muss diese Verantwortung auch sichtbar sein. Wer den Schutz des Staates genießt, kann und darf sich unter keinen Umständen aufführen wie ein Privatier.

Auch in der sogenannten jüngsten Reform (die darin besteht, dass der Kreis der Auszunehmenden erweitert wird, während der Staat abermals nicht an der eigenen verschwenderischen Ausgabepraxis kürzt) geht es wieder einmal darum, dass Beamte geschont werden, während Selbstständige stärker in die gesetzliche Rentenkasse einbezogen werden sollen. Der Staat schützt also ausgerechnet jene Gruppe weiter, deren Sonderstatus ohnehin enorm ist. Diejenigen, die kein staatliches Sicherheitsnetz haben, sollen stärker herangezogen werden.

Der Selbstständige trägt sein Risiko selbst. Er hat keinen Dienstherrn, keine garantierte Laufbahn und auch keine Pension. Er muss Aufträge beschaffen und seine Altersvorsorge organisieren. Nun soll er stärker in ein System gedrückt werden, während Beamte ihr eigenes Versorgungssystem behalten.

Damit wird die Homeoffice-Recherche noch einmal deutlich brisanter. Der Staat duldet in Teilen seines Apparats Arbeitsmodelle, die auf Kosten der Steuerzahler völlig ausgereizt werden. Danach verschont er denselben Apparat bei der Altersversorgung. Er greift dort zu, wo Menschen weniger geschützt sind. Er lässt dort Schonräume stehen, wo die eigene Klientel sitzt – und wie in den Fällen der Recherche gezeigt – und ihr verachtenswertes Schindluder treibt.

Der Gegensatz ist brutal. Die Ladenbetreiberin kann nicht nachmittags auf die Skipiste wechseln. Der kleine Unternehmer kann montags nicht verschwinden und donnerstags ins Wochenende gleiten und am Dienstag wieder einsteigen. Wer selbstständig ist, merkt jeden verlorenen Arbeitstag sofort. Wer selbständig arbeitet, kennt oft weder Wochenenden noch Feiertage. Umso größer ist die Verachtung für diese Strukturen. Und, das muss man einmal festhalten, diese Verachtung auf arbeitende Menschen in der freien Wirtschaft sitzt bei dieser Art von Beamten ohnehin besonders tief, wenn sie sich dermaßen verhalten.

Noch zynischer wird es, wenn derselbe Staat den Selbstständigen erklärt, er müsse sie zu ihrem eigenen Schutz in die gesetzliche Rente zwingen.

Der Steuerzahler finanziert diesen Apparat mehrfach. Er bezahlt die aktiven Beschäftigten. Er bezahlt die Pensionen. Er bezahlt die Folgen langsamer Verwaltung. Er bezahlt am Ende auch die politischen Rettungsversuche eines Rentensystems, das immer neue Beitragszahler braucht. Dafür bekommt er monatelange Wartezeiten, Sammelpostfächer und einen Staat, der bei sich selbst erstaunlich großzügig und tolerant ist.

Zur Groteske passt der nächste Digitalisierungsversuch aus dem Sozialstaat: Kindergeld soll nach dem Willen von Bärbel Bas und Lars Klingbeil künftig automatisch nach der Geburt fließen, ohne gesonderten Antrag. Was soll schon schiefgehen? Dem Missbrauch wird auch weiter das Tor sperrangelweit geöffnet. Wenn künftig noch stärker elektronisch beantragt oder abgewickelt werden soll, müsste man in den zuständigen Behörden also mal besonders genau hinschauen: Wie viele Mitarbeiter verwalten solche digitalen Verfahren eigentlich vom Seeufer, aus dem Skiort oder mit dem Laptop auf dem Weg ins lange Wochenende?

In diesen wilden Zeiten suppen jetzt in schöner Regelmäßigkeit Informationen über Missbrauch wie diese nach draußen. Vermutlich sehen wir bisher nur die Spitze des Eisbergs.

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6. Juli 2026

Montagmorgen:

Zwei Tote nach Schüssen in Offenburg

Von
Redaktion

Am Montagmorgen kam es in der Händelstraße in Offenburg zu einem tödlichen Vorfall.

Nachdem Anwohner gegen 8 Uhr gemeldet hatten, dass mehrere Schüsse gefallen seien, fanden Einsatzkräfte in der Hofeinfahrt eines Wohnhauses einen toten Mann und eine lebensgefährlich verletzte Frau vor.

Gewöhnung an schlimmste Gewalt
Blutige „Auseinandersetzung“ in Essen – ein Toter nach Massenschlägerei

Rettungskräfte leiteten Erste-Hilfe-Maßnahmen ein. Die Frau wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, erlag dort jedoch wenig später ihren Verletzungen, wie die Polizei mitteilte.

Ermittler stellten in Tatortnähe eine Waffe sicher. Bisher gehen die Behörden davon aus, dass an dem Vorfall nur die beiden aufgefundenen Personen beteiligt waren. Es gebe keine Hinweise auf weitere Beteiligte; eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nach Angaben der Polizei nicht.

Ermittlungen dauern an
Sechsfacher Mord in Stade: Der Täter war polizeibekannt

Der Bereich um den Tatort wurde abgesperrt, die Ermittlungen dauern an. Über die Identität der Opfer machte die Polizei bislang keine Angaben, das Geschehen sei noch unklar. Dem SWR gegenüber sagte ein Polizeisprecher, man gehe davon aus, dass die beiden Personen einander kannten.

Die Tat ereignete sich in einem Wohnviertel im Nordosten Offenburgs. Die Stadt liegt zwischen Karlsruhe und Freiburg unweit von Straßburg und der deutsch-französischen Grenze.

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Screenshot
6. Juli 2026 anja kohlAntifa

Desinformation im BR

ARD-Börseninterpretin Anja Kohl verwechselt links und rechts

Von
Fritz Goergen

Anja Kohl, Börseninterpretin der ARD, vermisste beim Sonntags-Stammtisch des Bayerischen Rundfunks eine Distanzierung der AfD von den brutalen Angriffen auf Journalisten am Rande des Parteitags in Erfurt. Für Kohl stand offensichtlich fest, bei Gewalt gegen Journalisten kann es sich nur um Rechtsextreme handeln. Sie bezog sich auf die Bildzeitung, die sie so wiedergab: „Tritte, Schläge, dann kam Weidel.“

In der Bild hieß es tatsächlich: „Tritte, Schläge, Steine! Und jetzt ist Alice Weidel da“ und »Kurz bevor AfD-Chefin Alice Weidel (47) eintraf, gab es vor der Halle Tumulte. Es kommt zu Prügel- und regelrechten Jagdszenen! Drei Männer, die zum AfD-Parteitag anreisen, werden bepöbelt – und plötzlich eskaliert die Situation. Immer wieder schubsen die Demonstranten die Männer. Als einer zu Boden geht, treten die Demonstranten immer wieder auf ihn ein. Wie sich im Nachhinein herausstellte, handelt es sich um Reporter der Plattform „Apollo News“.«

Landfriedensbruch in Erfurt?
Das Bündnis „Widersetzen“ rechtfertigt Angriffe auf Journalisten

Frau Kohl weiter: „Es sind mehrere Journalisten am Rande der Demos dort attackiert worden mit Kopftritten von Gegendemonstranten und die AfD hat es nicht geschafft, öffentlich sich davon zu distanzieren, überhaupt öffentlich Stellung zu nehmen, das heißt, es waren wirklich gewalttätige Angriffe auf Journalisten in Deutschland, die am Rande des AfD-Parteitags versucht haben, sehr sauber zu berichten …“

Was Frau Kohl dabei unterstellt oder schlicht glaubt, ist offensichtlich. Bei Gewalt gegen Journalisten kann es sich nur um „Gegendemonstranten“ gegen die guten Demonstranten gegen den AfD-Parteitag handeln. Die Bildzeitung hatte sie wohl nicht auf die Spur gebracht, denn Journalisten von Apollo News wurden wie einst von Tichys Einblick in Gießen nicht von Rechtsextremen, sondern von Linksextremen angegriffen.

Die Distanzierung, die Frau Kohl von der AfD vermisste, lieferte Grünen-Vorfrau Franziska Brantner heute nach. Sie verurteilte den Angriff linker Demonstranten auf Journalisten im Umfeld des AfD-Parteitags in Erfurt: „Wir lehnen jede Form von Gewalt auf solchen Demonstrationen ab“ (Bild).

Max Mannhart und die Kollegen von Apollo News wurden von Frau Kohl mit ihrer bekannt treuwoken Einstellung nur deshalb als Journalisten gewürdigt, „die am Rande des AfD-Parteitags versucht haben, sehr sauber zu berichten“, weil Frau Kohl nicht registriert hatte, was das »Bündnis Widersetzen« am Sonntag verlauten ließ: »Wir sind nach Erfurt gekommen um Faschist*innen zu blockieren. Faschist*innen mit einem Presseausweis sind immer noch Faschist*innen.«

In den Anstalten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind nicht alle Woke, wenn auch viel zu viele. Doch die Schlichtheit von Frau Kohl, auf dem linken Auge nichts zu sehen, ist selbst unter den vielen herausragend.

6. Juli 2026

Unjournalistisch und manipulativ

Tribunal statt Interview: Dunja Hayali gegen Alice Weidel

Von
Josef Kraus

„Mit dem Zweiten sieht man besser!“ Damit gehen die Mainzer vom ZDF-Lerchenberg seit 1999 hausieren. Mit der Realität hat dieser Werbespruch kaum noch etwas zu tun. Denn was sieht man besser mit dem jährlich 2,2 Milliarden Euro Zwangsgebühren verschlingenden ZDF-Monster? Nahezu täglich bekommt man Einblicke in das Manipulations- und Indoktrinationsarsenal des größten Senders des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit einem zwölfköpfigen Verwaltungs- und einem sechzigköpfigen Fernsehrat, die als Kontrollorgane dienen sollen, sich jedoch augenscheinlich im Wachkoma befinden. Vom ZDF-Intendanten Norbert Himmler und den Programm- bzw. Ressortchefs ganz zu schweigen.

Manipulation und Irreführung sind beinahe an der Tagesordnung. Siehe die x-fach preisgekrönte Krawall- und Denunziationsschachtel Jan Böhmermann, siehe den USA- und Anti-Trump-Experten Elmar Theveßen.

Getoppt werden beide freilich von Dunja Hayali. Sie gibt von allen ZDF-Promis in Personalunion am (selbst-)überzeugtesten und am unverstelltesten zugleich Aktivistin, Staatsanwältin und Richterin.

Hayali will Weidel „framen“

Nun meinte Hayali, übermotiviert wie stets, ihr Antifa-Mütchen am 4. Juli im heute journal in einem knapp zehnminütigen Interview an der wiedergewählten AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel abkühlen oder auch weiter anheizen zu müssen. Es sollte ein hanebüchen inszeniertes Tribunal werden und einem Antrag auf Verbot der AfD neues Leben einhauchen.

Klar, es ging Hayali um Aussagen von Verfassungsschützern, um deutsche Geschichte, um Neonazis, Rechtsextremisten, Höcke, die Identitäre Bewegung usw.

Die üblichen Versatzstücke, die – nach jetzigem Stand – rund 15 Millionen AfD-Wählern zum Hals heraushängen. Weidel wahrte halbwegs die Fassung trotz der ständigen Belehrungen und Unterbrechungen durch die „Interviewerin“ und kritisierte das „Framing“ der „Moderatorin“ scharf. Die ZDF-Faktenchecker hechelten hinterher, vermochten die unterirdische Leistung der Moderatorin aber auch nicht mehr zu retten. Auch nicht Hayalis herablassend gönnerhafte Bemerkung, über die Opferrolle der AfD könne man ein andermal sprechen.

Alice Weidel konnte sich vorab denken, was kommt: Bereits in der heute-Sendung vom 3. Juli hatte Hayali geraunt, die AfD habe ihren Erfurter Parteitag 2026 exakt auf den Termin gelegt, an dem vor hundert Jahren der 2. Reichsparteitag der NSDAP in Weimar stattgefunden habe. „Zufall?“ fragt Hayali scheinheilig. Sogar der MDR widerspricht. Nein, diese Parallele sei nicht angestrebt worden. Der Vermieter der Kongresshalle habe diesen Termin vorgegeben.

Weitere Heldentaten der Dunja Hayali

Hayalis Framing und ihr Hang zu Desinformation können mittlerweile als berühmt-berüchtigt gelten. Am 20. Juli 2025 sprach die Moderatorin im heute journal von einer „Wucht von Verleumdung und Desinformation“ gegen die SPD-Richterkandidatin Frauke Brosius-Gersdorf. Die ZDF-Redakteure unterlegten diese Aussage mit Screenshots von Beiträgen unter anderem der Plattformen Tichys Einblick, Apollo News, Nius und der Jungen Freiheit.

Im zugehörigen Beitrag zur abgesagten Richterwahl hieß es: „Unzählige Falschmeldungen kursieren schon mehrere Tage zuvor im Internet. All dies ohne konkrete Belege für tatsächliche Fehler oder Falschbehauptungen. Geraune und Anschuldigungen – aber keine Belege.“ Die höchst umstrittenen Aussagen der SPD-Kandidatin Brosius-Gersdorf wurden nicht eingeblendet, auch nicht, dass Brosius-Gersdorf bei einer Anhörung im Bundestag die Menschenwürdegarantie des Grundgesetzes relativiert hatte.

Im ZDF-Morgenmagazin bezeichnete Hayali im Oktober 2025 in Israel inhaftierte palästinensische Terroristen und Straftäter als „palästinensische Geiseln“.

Doch selbst derart manipulative Meinungslenkung kann noch übertroffen werden: Am 15. Februar 2026 zeigte das ZDF heute journal, moderiert von Dunja Hayali, herzzerreißende Szenen von Kindern, deren Eltern festgenommen oder die von Agenten der US-Einwanderungsbehörde ICE abgeführt wurden. Doch ein Video war KI-generiert, ein zweites bereits vier Jahre alt und in einem völlig anderen Zusammenhang aufgenommen worden. Konsequenz? Eine dürftige Entschuldigung, eine noch dürftigere Notiz auf der ZDF-Website.

Hier reiht sich der Stil des Weidel-Interviews, das als Tribunal angelegt war, aber durch scharfe Gegenwehr Weidels letztlich gesprengt wurde, nahtlos ein: Hayalis Vorgehen ist weder Versagen noch Versehen, sondern dient ganz bewusst der Manipulation und Indoktrination.

Außer den zwanzig oder fünfundzwanzig links-rot-rot-grün-woken Prozent der Zwangsgebührenzahler will das keiner sehen. Dieses ZDF kann weg.

6. Juli 2026 NGOParteienstaatWirtschaft

CDU und CSU am Ende

Nicht der Krankenstand – Merz & Co. treiben Jobs und Firmen aus dem Land

Von
Fritz Goergen

Merz-Spahn-Frei-Linnemann-erlei: Ihr Ablenkungs-Manöver Krankenstand ist der vorläufige Höhepunkt der Schäbigkeit. Schämen Sie sich nicht? Wer hinschaut, sieht, um die Krankmeldung am ersten Tag mit Arztattest geht es Ihnen nicht, Sie spielen nur damit. Sie spielen auch sonst mit den Schicksalen von Millionen ohne Anstand und Herz – nur dafür nutzen sie ihren Verstand. Sie beleidigen die Arbeitsbürger, deren Steuern die Politklasse samt Staatsdienerschaft und NGO-Hilfstruppen überauskömmlich nähren. Sie beleidigen die einheimischen Arbeitsbürger genau so wie die Zugewanderten, die sich nicht von der Politklasse aushalten lassen auf Kosten der Netto-Steuerzahler.

Wäre der Krankenstand morgen null, kehrte kein einziger der 520.000 verlorenen Industriearbeitsplätze zurück, keine einzge der 23.900 pleite gegangenen Firmen und die 5.740.000 von „Bürgergeld“ Lebenden würden nicht weniger. 850.000 mehr Jobs beim Staat erhöhen nur statistisch das BIP, tatsächlich den Steuer-Verzehr. Mit Ihrem durchsichtigen Medienspektakel um den Krankenstand gelingt Ihnen nicht, die Wahrheit zu verbergen. Sie wollen den katastrophalen Weg in den Sozialismus 4.0 gar nicht beenden. Sie folgen den Rotgrünen nicht nur, sondern eifern seit dem deutschen Unglück Merkel, selbst den Marsch in den wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Niedergang anzuführen. Eine schäbigere Politik hatte das Land noch nie.

Merz hat eine fatale Begabung für’s falsche Wort. Das kommt von seinem Hang zum Sprücheklopfer und Großankündiger ohne folgende Taten. Einen Sündenbock an den Pranger zu stellen, gehört dazu, hier den Krankfeierer. Das Land ist nicht im Abrisszustand, weil es Krankfeierer gibt, sondern weil die Staatsparteien das Land in den Abrisszustand trieben und treiben.

Vorgestern beim CDU-Landesparteitag in Düsseldorf krönte Sprücheklopfer Merz das schäbige Ablenkungs-Manöver Krankenstand mit dem „zackigen Befehl“: „Kulturpessimisten, Untergangspropheten, Nöler, Nörgler, empörte Berufskritiker: Wegtreten!“ In welchen Kultur-Fettnapf er da tapste, weiß Merz in offenkundiger Unkenntnis der „Sprache des Dritten Reiches“ nicht – er kann es bei Klaus-Rüdiger Mai auf TE nachlesen.

Verächtlich grinsend assistieren Bas-Brantner-Reichinnek dem Merz-Spahn-Frei-Linnemann-erlei, die letzten unbelehrbaren Wähler von CDU und CSU zu täuschen. Sobald es der Bas-Brantner-Reichinnek-Gruppe gelungen wäre, die AfD mithilfe des Merz-Spahn-Frei-Linnemann-erlei zu verbieten, brauchte die erste die zweiten nicht mehr. Denn zusammen hätte Rotgrünrot ohne AfD die Mehrheit und machte dann CDU und CSU zur Minna. Hinter der Brandmauer säßen CDU und CSU statt AfD.

Was die Bürger von den Merz’schen Großsprüchen halten, sehen Sie hier, …

was von der „Brandmauer“, hier …

und was vom AfD-Verbot hier.

Nur mithilfe der SED-Die Linke könnten die übrigen Brandmauer-Parteien – CDU, SPD, Grüne – in Thüringen eine Regierung bilden. Also würden sie es tun, sollten sich die Ergebnisse der aktuellen INSA-Umfrage 2029 in etwa bewahrheiten.

Über den Berichten zum AfD-Parteitag in Erfurt und dem Misslingen der Pläne der Aufmarschierer zur Verhinderung des Parteitages samt Antifa-Gewalt sollte eines nicht untergehen. Die Abwahl der Staatsparteien ist die notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für die Vernunftwende weg von den Irrwenden des Parteienstaats. Wie das gelingen kann, wird noch viele TE-Beiträge beschäftigen. Der Parteienstaat ist nämlich nicht reformierbar.

Über den 250. Jahrestag der Gründung der USA sagten etliche, wünschenswert wäre, sie spielten ihre alte Freiheitsrolle für den Westen weiter, aber – so der ÖRR in gewohnter Unterstützung des Wokismus-Sozialismus allen voran – der Kampf von Donald Trump gegen den parlamentarischen Arm des Wokismus-Sozialismus, die Democrats, mache große Sorgen.

In den Vereinigten Staaten von Amerika steckt deshalb so viel Freiheit, weil es 50 Bundesstaaten gibt, und nicht nur das Bürokratiemonster Washington D.C.: In die Bundesstaaten mit Freiheit, Markt und Recht ziehen immer mehr aus den anderen des woken Sozialismus um. Ein und der selbe Kulturkrieg zwischen Freiheit und Sozialismus wird in Amerika entschieden, in Nord- und Südamerika –  und in ganz Europa. – Noch ist Europa nicht verloren.

Ihnen, werte Leser, eine gute Woche.

5. Juli 2026

Das Sommerlektüre-Muss für Libertäre

Gnadenlos frei – Fernando Pessoa: Ein anarchistischer Bankier

Von
Wolfgang Herles

Wie kann ein steinreicher Halunke, ein „großer Händler und Schieber“ zugleich Anarchist sein – ein Feind der herrschenden Verhältnisse, von denen er doch prächtig lebt? Erst Kopfschütteln – dann schallendes Gelächter. Und am Ende ein großes Aha. Pessoas Erzählung ist ein erhellendes Lesevergnügen. Ein schmales Werk, das sich freilich nicht einfach verschlingen lässt, sondern das Satz für Satz auf der Zunge zergehen muss. Literarische Dreisterneküche, die, obwohl gut 100 Jahre alt, nicht aus der Gefriertruhe kommt.

Wer sich – wie im medialen Dschungel beinahe unvermeidlich – nicht unter seinem Niveau unterhalten möchte, ist hier goldrichtig. Die Schrift aus der Feder des größten portugiesischen, Kafka ebenbürtigen Meisters moderner Literatur, verlangt genaues Lesen, ist gerade deshalb intellektuell aufregend. Folgt sie doch strenger Logik – und demonstriert nebenbei, wie brillant philosophische Logik ad absurdum geführt werden kann. Es ist ein Text für Selbstdenker wie Pessoa einer gewesen ist – und somit ein wahres Werk der Aufklärung. Da gebraucht einer seinen Verstand ohne Anleitung irgendwelcher Ideologien. Pessoa pfeift auf den moralischen Mainstream.

Mehr noch: Er attackiert ihn auf unnachahmliche Weise. Das macht seine satirische Beweisführung zu einer atemberaubend komischen Gesellschaftsverhöhnung.

Diese Erzählung ist eine der wenigen Texte, die bereits zu Pessoas Lebzeiten veröffentlicht worden waren, die er noch ausbauen wollte, und die auch gelegentlich an Theatern dramatisiert wurde. Im Hause des Bankiers wundert sich ein Gast (zweifellos im Namen der Leser), wie der sich für einen Anarchisten halten könne. Anarchie, behauptet der, sei sogar der Schlüssel zu seinem Reichtum.

Sozialismus führt zwangsläufig zu Despotismus
Der Urvater des Antifaschismus Hayek warnt vor der Knechtschaft
Pessoa lehnt den hemmungslosen Kapitalismus ebenso ab wie den fanatischen, bürgerkriegsähnlichen, linken Klassenkampf seiner Zeit. Die satirische Pointe besteht darin, dass sich der Herrschaft des Geldes nur der entziehen kann, dem Geld nichts bedeutet: „Geld zu erwerben, es in so großer Menge zu erwerben, daß sein Einfluß nicht mehr spürbar werden konnte“, das ist der Trick. „Der wahre Anarchist muß Bankier werden, der wahre Bankier ist konsequenter Anarchist.“

Was ist Anarchie? Auch unbewaffnet ist es die „Auflehnung gegen gesellschaftliche Konventionen, die Ungleichheit erst ermöglichen“. Darin steckt ein Widerspruch. Sie wird selbst zur antibürgerlichen Konvention. Anarchie kann schnell ins Gegenteil, in Diktatur umschlagen. Die Beispiele reichen von der französischen bis zur russischen Revolution. „Es war dieselbe neuartige Tyrannei und dieselbe Art von Verstoß gegen anarchistische Prinzipien.“ Gegen diese Perversion polemisiert Pessoa.

Er unterscheidet. Dort steht „der dumme Anarchist, der Bomben wirft und Schüsse abgibt (…) Etwas Unmoralisches greift er mit einem Verbrechen an, weil er meint, daß die Vernichtung des Unmoralischen ein Verbrechen wert ist. Eine idiotische Methode.“ Dagegen Pessoas Bankier: „Heute habe ich den genau umschriebenen Traum eines praktischen und verständigen Anarchisten verwirklicht. Ich bin frei.“ Pessoa erweist sich als wahrer Anarchist, also als grandioser Einzelgänger. Uneinnehmbar. Die Freiheit des Individuums ist in seinen Augen ohne Anarchie gar nicht vorstellbar. Pessoas Anarchie ist allerdings nicht Straßenkampf, sondern Verweigerung und Verachtung so gut wie aller gesellschaftlicher Konventionen. Die Bedeutung des Geldes zählt dazu.

Ungehorsam ist erste Bürgerpflicht
Die bürgerliche Mehrheit muss die Vorherrschaft zurückgewinnen wollen
„Mehr Anarchie, die Herrschaften!“ nannte ich mein Buch – da kannte ich Pessoas Text leider noch nicht, und wusste nicht, in welch großen Fußstapfen ich wandelte. „Vom anarchischen Zorn ermuntert, widersetzen wir uns der totalen Betreuung“, schrieb ich. Ohne mehr Anarchie werden der Klimafundamentalismus, der woke Konformismus, der übergriffige Staat nicht gestoppt.

Demokratie lässt sich nur ertüchtigen, wenn die wirklich mündigen Bürger anarchischer denken, sich gegen die Zumutungen zur Wehr setzen. Denn letztlich ist Anarchie nur ein anderes Wort für Freiheit. Das sah nicht nur Pessoa so, sondern auch schon Kant: „Anarchie ist Gesetz und Freiheit ohne Gewalt“. Und der große Liberale Ludwig Börne schrieb: „Freiheit geht nur aus Anarchie hervor“. In diese Reihe gehört der radikale Individualismus Pessoas. Auch er ist kein ideologisch verbohrter Anarchist. Seinen geistigen Widerstand bezahlt er mit radikaler Einsamkeit.

Pessoa (1988-1935) schrieb sein überwiegend posthum veröffentlichtes Riesenwerk unter 72 verschiedenen Namen. Einige seiner „Heteronymen“ versah er mit ausführlichen Identitäten – also mit weit mehr als nur Pseudonymen. Die Person Pessoa sollte hinter ihnen verschwinden. Er war ein Anarchist ganz eigener Art, lebte bescheiden in einem gemieteten Zimmer, verdiente Geld als Fremdsprachenkorrespondent, während er seine ganze Kraft in die Kunst steckte.

Das Kunstwerk war er selbst. Der grandiose Lyriker und Essayist wurde zu Lebzeiten nur von wenigen Freunden als Dichter geschätzt und anerkannt. Seine Literatur ist ein grandioses Universum, bewohnt von einem einzigen Menschen, wenn auch mit zahllosen Identitäten. Sich in ihm zu verlieren – auch seinem autobiografischen Hauptwerk, dem „Buch der Unruhe“ –, ist Hochgenuss. Weil es anarchisch ist, gnadenlos frei.

Fernando Pessoa. Ein anarchistischer Bankier. Wagenbach Verlag, Hardcover, 96 Seiten, 18,00 €


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5. Juli 2026

Landfriedensbruch in Erfurt?

Das Bündnis „Widersetzen“ rechtfertigt Angriffe auf Journalisten

Von
Klaus-Rüdiger Mai

Sonntag, 5. Juli 2026. Auf einer Pressekonferenz des Bündnisses „Widersetzen“ fiel die Maske des Bündnisses „Widersetzen“ und zersprang in tausend Splitter. Hatte das Bündnis Widersetzen noch wie üblich gefaselt vom „zivilen Ungehorsam“, und das von ihm keine Eskalation ausgehe, so sah das am Samstag in Erfurt ganz anders aus.

Der Frust muss hoch gewesen sein, den „zivilen Ungehorsam“ schlicht verpennt zu haben. Auch wenn sich linke Aktivisten in ihren Stuhlkreisen einzureden versuchen, wie erfolgreich ihr Misserfolg, wie siegreich ihre Niederlage war, es hilft nichts, sie stehen blamiert bis auf die Knochen da.

Der Parteitag der Alice Weidel
Auch die Gegner halfen, dass der AfD-Parteitag ein Erfolg wird
Der AfD-Parteitag startete pünktlich und wurde auch dank ihrer Marketing-Hilfe ein voller Erfolg. Die enorme Pleite senden auch ihnen gewogene Medien nicht weg, die die Suche nach der Wahrheit mit der Erfüllung des Aktivistenauftrages beenden, wie in der DDR die „demokratischen Medien“ von der Wirklichkeit nur so viel übrigließen, wie ihnen die Erfüllung des Klassenauftrages gestattete. Niemandem wird es gelingen, die große Blamage in einen Erfolg umzulügen, Widersetzen darf sich wieder setzen, Note 6.

In ihrem Frust griffen die Antifaschisten, die alles dürfen, weil sie Antifaschisten sind, Journalisten an, und zwar von Apollo News und von der Jungen Freiheit. Am Sonntag, auf der Pressekonferenz ereignete sich Folgendes. Der Reporter von Apollo News wollte von den Leuten von Widersetzen wissen, ob sich das Bündnis von den Angriffen auf ihre Kollegen, von der Gewalt distanzieren.

Was hätte es das Bündnis gekostet, Gewalt gegen Journalisten zu verurteilen, einzugestehen, dass da offensichtlich etwas aus dem Ruder gelaufen sei, klarzustellen, dass Widersetzen jede Form von Gewalt verurteilt? Was es gekostet hätte? Die eigene Identität hätte es gekostet, über den eigenen Hass zu springen, hätte es verlangt.

Kalt und mit Verachtung entgegnete eine junge Frau in der Arroganz der Selbstermächtigung: „Fragen von Apollo News nehmen wir nicht entgegen, danke.“ Doch das nahmen die Kollegen nicht hin, so dass ein Journalist vom Deutschlandfunk die Frage stellvertretend stellte.

Daraufhin antwortete der Pressesprecher von Widersetzen: „Wir sind nach Erfurt gekommen um Faschist*innen zu blockieren. Faschist*innen mit einem Presseausweis sind immer noch Faschist*innen. Ich weiß nicht, was sie nicht verstanden haben. Sie sind auf unseren Aktionen nicht willkommen. Sie können auch gerne jetzt gehen.“

An dieser Stelle ist festzuhalten, auf einer „Veranstaltung“ von Widersetzen im öffentlichen Raum kam es durch Teilnehmer der Veranstaltung von Widersetzen tatsächlich zu Menschenjagden, denn die Journalisten, die geflohen sind, wurden verfolgt, und zur Körperverletzung. Indem sich aber die Veranstalter nicht von der Menschenjagd und der Körperverletzung distanzieren, rechtfertigen sie nicht nur die Menschenjagd und die Körperverletzung, sondern identifizieren sich auch damit.

Mehr noch, wenn der Sprecher sagt: „Sie sind auf unseren Aktionen nicht willkommen. Sie können auch gerne jetzt gehen“, wie sie schon damals nicht auf der Veranstaltung hätten sein dürfen, erklärt er de facto die Schläger zu einer Art Veranstaltungsschutz, die politisch missliebige Bürger, ob Journalisten oder nicht, vertreiben, denn sie sind ja „auf unseren Aktionen nicht willkommen“.

Mit dem Possessivpronomen „unser“ macht Widersetzen klar, dass es ihre Veranstaltung bzw. ihre Aktion ist und übernehmen mit dem besitzanzeigenden Fürwort die Verantwortung. Aber es stellt sich juristisch noch eine andere Frage.

Deutlich wird, dass die Reporter aus einer Menschenmenge heraus angegriffen worden sind, und das erfüllt den Tatbestand nicht nur der Körperverletzung, sondern auch des Landfriedensbruches.

Halten wir fest: Auf einer Veranstaltung im öffentlichen Raum, auf „unserer Aktion“, wie Widersetzen sagt, fanden Menschenjagden, Körperverletzungen und Landfriedensbruch statt, die vom Bündnis gerechtfertigt werden, denn man distanziert sich nicht davon, sondern rechtfertigt das sogar damit, dass die Opfer auf der Veranstaltung oder Aktion des Bündnisses Widersetzen nicht willkommen waren.

Damit hat sich aber das Bündnis Widersetzen als eine grundgesetzfeindliche Vereinigung erwiesen, die den Terror gegen Journalisten und politisch Andersdenkende rechtfertigt, sich damit identifiziert. Was dahinter steht, ist das totalitäre Konzept der Selbstermächtigung, in dem das Bündnis Widersetzen Rechte usurpiert, die ihm nicht zukommen, und Anderen, Journalisten, Andersdenkenden die grundgesetzbewährten Rechte der Freiheit, der Freizügigkeit, der Meinungs- und Pressefreiheit abspricht.

Erfurt und Magdeburg
Antifa will Parlamente stürmen und Parteitage verhindern – und wie reagiert der Staat?
Im Bündnis Zusammenstehen steht Widersetzen zusammen mit der Landes-SPD des Innenministers Maier, der zurücktreten sollte, weil er keine Garantie für staatliche Neutralität mehr bietet. Wenn er nicht zurücktritt, ist die Aufgabe des Ministerpräsidenten Voigt, nach den Ereignissen von Erfurt den Landesinnenminister Maier zu entlassen.

Wie schrieb doch das Bündnis „Widersetzen“? „Von uns wird keine Eskalation ausgehen.“ Es ging am Samstag eine Eskalation vom Bündnis auf ihrer Veranstaltung oder Aktion, von der sie sich nicht distanzieren, aus – und im Grunde auch auf der Pressekonferenz am darauffolgenden Tag. Sie scheinen den politischen Gegner als Feind zu sehen.

Doch das ist nicht das erste Mal, dass die „Zivilgesellschaft“ ihre faschistische Fratze zeigt. Im vergangenen Jahr wurde in Gießen ein TE-Kamerateam um Maximilian Tichy durch den DGB öffentlich als Feind markiert. Wenig später kam es auch dort zu Menschenjagden und Gewalt, der sich die Reporter von Tichys Einblick nur durch Glück und dank der Anwesenheit eines Leibwächters entziehen konnten.

Dokumentation Gießen
Der Angriff auf Tichys Einblick: DGB hetzt Mob auf das TE-Team

Das Bündnis „Widersetzen“ schreibt auf seiner Homepage: „Komm mit nach Erfurt und sei Teil von etwas Großem!“

Waren wir in Deutschland nicht zu oft schon Teil von etwas Großem?

5. Juli 2026

Mahler Players in Inverness

„Parsifal“ in Schottland: Wagner-Klang fernab der großen Opernhäuser

Von
Bernd Fischer

Großbritannien verfügt nicht über eine Tradition subventionierter Opernhäuser mit eigenem Orchester und kontinuierlichem Spielbetrieb. Im Grunde gibt es nur fünf vollwertige Häuser – eines weniger als in Hessen allein –, und selbst diese decken nur einen geringen Teil ihrer Budgets mit öffentlichen Geldern ab. Umso wichtiger ist die Szene der vornehmlich privat finanzierten Festivals, deren bekanntestes vom englischen Landbesitzer und Musikliebhaber John Christie und seiner Frau, der Sopranistin Audrey Mildmay, bereits 1934 in Glyndebourne in der Grafschaft East Sussex, gegründet wurde.

Neben diesem weltberühmten Festival haben sich aber noch eine Reihe anderer, von privater Hand gegründeter Festivals etablieren können, die hierzulande jedoch kaum bekannt sind, etwa das Festival in Longborough in der Grafschaft Gloucestershire, die Garsington Opera in Buckinghamshire und die Grange Park Opera in West Horsley Place (Surrey). Schottland steht da etwas zurück, denn alle diese Festivalorte liegen in England. Das könnte daran liegen, dass Schottland eher ein Land der Schriftsteller ist, die dort sehr verehrt werden. Ihrem berühmtesten, Walter Scott, haben sie in Edinburgh ein über sechzig Meter hohes Denkmal errichtet, das sogar die St.-Giles-Kathedrale überragt.

Aber auch dort verzeichnet man interessante private Initiativen zur Förderung einer musikalischen Kultur. Eine der wichtigsten, die zwar noch weit entfernt davon ist, einen Festival-Charakter anzunehmen, ist sicherlich durch die Konzertaktivität der Mahler Players gegeben, einem Orchester, das im Jahr 2013 vom jungen schottischen Dirigenten Tomas Leakey im hohen Norden der Insel gegründet wurde, der mit dem Dirigieren an der Cambridge-University begonnen hatte. Das überwiegend mit professionellen Musikern besetzte Orchester hat kürzlich einen erstaunlichen musikalischen Gipfel beschritten, indem es zwei vollständige, konzertante Aufführungen des „Parsifal“ in der Kathedrale von Inverness zur Aufführung brachte. Leakey hat das Orchester systematisch auf diese Herausforderung vorbereitet, indem er in den Jahren zuvor einzelne Akte von Wagners Musikdramen zur Aufführung brachte, darunter auch den zweiten und den dritten Akt des „Parsifal“.

Dabei arbeitete das Orchester mit namhaften Solisten wie John Tomlinson, Magdalena Anna Hofmann, Peter Wedd, Lee Bisset und Brad Cooper zusammen. Zudem hat Leakey mit dem Orchester eine bemerkenswerte CD mit Matthew Kings im Jahr 2021 komponierter Sinfonie „Richard Wagner in Venice: A Symphony“ sowie dem „Siegfried-Idyll“ aufgenommen. In der Sinfonie werden viele von Wagners späten Skizzen, die zum Zeitpunkt seines Todes im Jahr 1883 unvollendet blieben, erstmals zum Leben erweckt. Sie waren bis heute außerhalb von Fachkreisen weitgehend unbekannt. Das Orchester war also mit Wagners Musiksprache bereits sehr vertraut.

Daraus resultierten nun zwei beeindruckende Aufführungen des gesamten „Parsifal“, die demonstrierten, in welchem Maße Leakey das Werk Richard Wagners mittlerweile durchdrungen hat, und wie effektiv er begrenzte Ressourcen einsetzen kann. Hier und da mussten in der Partitur Übergänge verlängert werden und Passagen leicht auf einen kleineren Chor angepasst werden. Diese Anpassungen, die vom renommierten Komponisten Matthew King vorgenommen wurden, waren jedoch geringfügig und fielen nur den Kennern unter den Zuhörern auf.

Auch der Kreis der Solisten, die Leakey für den „Parsifal” gewinnen konnte, war erlesen. Für die Rolle des Amfortas konnte der in Deutschland bekannte Bariton Thomas Weinhappel gewonnen werden, der über eine sowohl melodische als auch kräftig-ausdrucksstarke Stimme verfügt. Seine „Erbarmen-Rufe“ hatten nicht nur das erforderliche Gewicht, sondern auch die emotionale Tiefe, die aus seinem edel und hervorragend einstudierten Monolog im ersten Aufzug resultierte. Ein bemerkenswertes Rollendebüt! Er wird sie bald auch an renommierten europäischen Bühnen singen – daran kann kein Zweifel bestehen. Die schwere Rolle der Kundry übernahm Almerija Delic, die seit der Saison 2018/2019 zum Ensemble des Staatstheaters Nürnberg gehört. In der ersten Aufführung lieferte sie ebenfalls eine faszinierende Darstellung, die zeigte, dass auch sie die Rolle durchdrungen hat. In der zweiten Aufführung konnte sie diese erstaunliche Leistung jedoch nicht ganz wiederholen. Allerdings hatte sie noch am Vortag noch einen Auftritt in Nürnberg und kam erst wenige Stunden vor der Aufführung in Inverness an.

In der Titelrolle überzeugte Julian Hubbard, der diese Rolle zuvor bereits mehrfach an bekannten europäischen Opernhäusern übernommen hatte. Der in Deutschland ebenfalls sehr bekannte Bariton Renatus Mészár blieb in der Rolle des Klingsors nichts schuldig. Das war Gesang auf allerhöchstem Niveau, wie man ihn auch in Bayreuth gerne hören würde. Auch die kleineren Rollen waren glänzend besetzt: die drei Blumenmädchen Catriona Clark, Jessica Leary und Laura Margaret Smith etwa, die allerdings alle sechs Partien abdecken mussten, ebenso wie Sion Goronwy als Titurel oder Barbara Scott als Stimme aus der Höhe. Gleiches gilt für die beiden Ritter Matthew Kimble und Jim MacPherson sowie die Knappen.

Eine besondere Würdigung gebührt John Tomlinson in der Rolle des Gurnemanz. Für den Rezensenten ist er der herausragende Gurnemanz der letzten Jahrzehnte. Angesichts seines Alters – im September wird er achtzig Jahre alt – muss seine Leistung in Inverness als phänomenal bezeichnet werden. Im Gegensatz zu anderen Sängern, die in dieser Rolle gefeiert werden, verfügt Tomlinson über die erforderliche tiefe Bassgrundierung. Zwar wird seine Stimme in den vergleichsweise seltenen hohen Lagen brüchig, doch nimmt man dies bei diesem Ausnahmesänger gerne in Kauf, da er das Publikum mit seinen Reichtümern in den tiefen Registern immer noch zu beschenken weiß. Dazu zählt auch die außergewöhnlich verinnerlichte Darstellung der Rolle. Er lebt förmlich für die Kunst und den Augenblick, in dem diese zum Erlebnis wird. Und diese Ernsthaftigkeit, diese bedingungslose Hingabe an das musikalische Werk, übertrug sich an diesem Abend auf alle Beteiligten. Man könnte beinahe von einer halbszenischen Aufführung sprechen, denn auch die Bühnenbewegungen und Dialoge waren szenisch durchgestaltet. Diese wurden zwar von King und Leakey sorgfältig einstudiert, doch war zu spüren, wie viel die Darsteller selbst einbrachten.

Selbstverständlich können sich die Mahler Players nicht mit den Spitzenorchestern messen. So gab es hier und da Ungenauigkeiten, vor allem in den Bläsern. Ein solcher Anspruch wäre allerdings vermessen. Bemerkenswert war jedoch der reiche, volle Klang, den Leakey aus dem vergleichsweise kleinen Orchester herauszukitzeln vermochte. Dazu trug sicherlich auch die hervorragende Akustik der Kathedrale von Inverness bei.

Die Stadt Inverness liegt einzigartig am Rande der Highlands in einem fruchtbaren Flusstal an einer geschützten Meeresbucht und ist von Bergen umgeben. Mit ihrer reichen Geschichte ist sie auch bei Touristen sehr beliebt. Von Edinburgh aus erreicht man Inverness, das nicht weit vom berühmten Loch Ness entfernt liegt, bequem mit dem Zug. Die Fahrt dauert etwas mehr als drei Stunden und führt teilweise durch die Highlands. Unterwegs passiert man viele kleinere Orte, die aus der Literatur bekannt sind, wie die in Macbeth erwähnten Wälder von Birnam. Die nächsten Konzerte der Mahler Players finden am 19. und 20. September in der Kathedrale von Inverness bzw. im Pavillon des nahegelegenen Strathpeffer statt. Auf dem Programm stehen Auszüge aus Mendelssohns „Sommernachtstraum” und Brahms‘ zweite Sinfonie. An Ostern 2027 soll dann auch noch einmal der „Parsifal” aufgeführt werden. Es wäre eine Reise wert.

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5. Juli 2026

Berichte vom AfD-Parteitag

„Remigration wird sexy“ – Das Ausland sieht, was der ÖRR nicht sehen will

Von
Matthias Nikolaidis

In Deutschland tut sich vor allem der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) noch immer schwer mit einem fairen Bild von der AfD und ihrem Parteitag. Im Phoenix-Interview mit Alice Weidel geht es da schon wieder nicht ohne Pseudo-Korrekturen zur Energiepolitik. Die Journalistin politisiert munter links-grün drauf los, anstatt sich für die Ansichten und Konzepte der Interviewten zu interessieren.

Dagegen zeigt ein Blick in die Auslandspresse, dass die Partei dort immer mehr als Faktor wahrgenommen wird, der untrennbar zum politischen Leben Deutschlands gehört. Für die Londoner Times liegen die Dinge in der Schlagzeile sehr einfach: „‘Wir sind die wirkliche Volkspartei‘: Die aufstrebende AfD lässt Massenproteste an sich abprallen.“

Laut dem Telegraph hat es die Partei geschafft, den Begriff Remigration „sexy“ zu machen, etwa mit Sticker-Motiven wie „Du willst es doch auch“ oder „Knutschen für Remigration“, die man am ehesten von der Jugendorganisation erwarten würde. In Großbritannien gibt es eine ganz ähnliche Diskussion um großvolumige Abschiebungen, die stark von der in Umfragen führenden Reform-UK-Partei um Nigel Farage und von Rupert Lowes Restore Britain geführt wird.

Gesprochen hatte man daneben mit Wendelin Fessl, Vorstandsmitglied der Generation Deutschland, der klarstellt, es gehe der AfD nicht darum, „Menschen fortzuschicken, die wir nicht mögen“. Außerdem wolle man nicht Menschen mit türkischen Wurzeln oder generell Muslime ausweisen. „Es geht darum, die wegzuschicken, die sich nicht in die deutsche Gesellschaft integrieren wollen. Es geht um Kultur, nicht um Religion.“ Daneben und zuerst sollen die Rechtstreue und ein legaler Aufenthaltsstatus die Hauptkriterien der geplanten Ausreise-Politik sein.

Eine Neuigkeit des AfD-Parteitags ist die Rückkehrstrategie der Partei, die sich an deutsche Auswanderer wendet und sie durch gezielte Verbesserungen zurück nach Deutschland holen will. Fessl sagt dazu: „Remigration geht in beide Richtungen. Es geht auch darum, Deutsche zurückzuholen, die beispielsweise wegen hoher Steuern weggezogen sind.“

Die Irish Times trifft Anhänger und Gegner

Der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Pierre Lamely, der diese Resolution federführend erarbeitet hat, sagte TE dazu: „Deutschland verliert Jahr für Jahr seine Leistungsträger; nicht, weil sie aufgegeben hätten, sondern weil ihnen die Politik jeden Grund zum Bleiben nimmt. Mit dieser Resolution macht die AfD unmissverständlich klar: Wir wollen nicht nur die unkontrollierte Zuwanderung stoppen, sondern auch dafür sorgen, dass die Menschen, die dieses Land tragen, wieder eine Perspektive haben und dass diejenigen, die gegangen sind, einen Grund zur Rückkehr bekommen.“ Auf dem Parteitag nahm Lamely noch gerne den Änderungsantrag von Leif-Erik Holm an, der dafür warb, nicht vom „Einwanderungsland“ zu sprechen, sondern vom „Rückkehrland“ Deutschland.

Die Irish Times hat eine Erfurter Geschäftsfrau namens Anke befragt. Die weiß zu sagen: „Die etablierten Parteien melken uns nur mit Steuern, Abgaben und Gebühren aller Art. Die AfD ist die einzige, die dagegen auftritt. Selbst wenn man die AfD nicht unterstützt, spürt man einfach, dass die anderen Parteien am Ende sind.“ Derweil beklagt sich ein linker Gegendemonstrant Tobias (21), er und andere aus seinen Reihen würden oft als „bezahlte Agenten“ bezeichnet. Auch Tobias muss zugeben: „Die AfD-Anhänger hier sind oft keine Extremisten; sie haben Angst um ihre Existenz und ihre Kinder und sind bereit, die gefährlicheren politischen Positionen der Partei zu ignorieren.“

Ulrich Siegmund wird als „telegener 35-Jähriger“ mit guten Chancen auf die Magdeburger Staatskanzlei beschrieben. Zitiert wird Siegmund mit der Hoffnung, dass „die Behörden entschlossen gegen jene vorgehen, die versuchen, die Demokratie zu behindern“. Daneben in dem Artikel der Irish Times: Spekulationen über das Einreißen der Brandmauer durch Friedrich Merz (eher unwahrscheinlich) oder andere (vielleicht schon eher).

Le Parisien sieht Gründe für den Aufstieg der AfD

In Frankreich überwiegt noch die Skepsis, vielleicht auch befeuert von der Zurückhaltung des Rassemblement national gegenüber der AfD. Der Figaro titelt mit: „‚Wir werden regieren‘: Eine immer stärkere und radikalere AfD zeigt in Erfurt ihre Entschlossenheit“. Vermerkt wird dabei allerdings auch das Schnippchen, das die Parteiführung den linken Demonstranten geschlagen hat, indem sie den Parteitag trotz Blockaden pünktlich beginnen konnte.

Der Parisien liest sich im Grunde ähnlich – „neue Volkspartei“ hie, Blockaden von außen da –, am Ende gibt der Redaktionsartikel aber zu: Deutschland habe sich, „geprägt von seiner Nazi-Vergangenheit, lange Zeit dem Aufschwung der extremen Rechten widersetzt“. Aber „die Migrationskrise von 2015, islamistische Anschläge, von Ausländern begangene Straftaten und eine tiefe Krise des deutschen Wirtschaftsmodells hätten die Popularität der neuen Partei „beflügelt, insbesondere im Osten des Landes“.

Laut der spanischen Tageszeitung El Mundo verschiebt die AfD „die Auseinandersetzung mit ihrem extremsten Flügel, um nicht gespalten in die Landtagswahlen zu gehen“. Gemeint ist natürlich die verschobene Überarbeitung der Unvereinbarkeitsliste, die Höcke als Forderung in den Parteitag eingebracht hatte. Das 13-seitige Dokument mit mehr als 300 eingetragenen Parteien und Vereinen dürfte eine der umfangreichsten Listen ihrer Art sein. Dabei ist lange bekannt, dass es vielfältige Überschneidungen zwischen AfD und zum Beispiel der Identitären Bewegung (IB) gibt, zum Teil auch in Form der Mitarbeiterschaft von Abgeordneten.

Für La Vanguardia zeigt die AfD auf ihrem Parteitag „trotz Protesten … ihre Stärke“.

Auch die Times of Israel beschreiben die „nationalistische Partei, die sich gegen Einwanderung einsetzt“, als zuversichtlich und auf dem Weg zu einem „Anteil an der Macht“ bei den kommenden Landtagswahlen. Eine große Hilfe beim Aufstieg der Partei sei die „tiefe Unpopularität der Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz“, die dem Land eine „lange Periode der wirtschaftlichen Stagnation“ gebracht habe und bisher offenbar nur mit Worten gegensteuert. Es folgen zwar die vielen Probleme, die der Partei bereitet werden. Doch gibt die Zeitung auch die Partei-Einschätzung wieder, dass der Verfassungsschutz letztlich „von den etablierten Parteien instrumentalisiert“ werde.

„Meist friedliche“ Demonstrationen und die Gewalt gegen Journalisten

Das US-Medium Fox News titelt mit den Zusammenstößen „zehntausender Demonstranten der extremen Linken mit der Bereitschaftspolizei“. Die Polizei habe danach mitgeteilt, dass die Demonstrationen „meist friedlich“ gewesen seien, heißt es in eindeutiger Anspielung auf frühere Proteste, die ebenfalls eher unruhig bis gewaltsam waren. Rund 100 Gesetzesverstöße seien festgestellt worden, meist durch Graffiti. Aber nicht nur. Auch Journalisten von Apollo News kamen zu Schaden. Es bestätigte sich die Warnung des Polizeigewerkschafters Manuel Ostermann, dass Personen durch die „friedlichen“ Anti-AfD-Demonstranten nicht nur am Leib, sondern auch am Leben bedroht würden.

Tino Chrupalla wird mit den Worten zitiert: „Es gibt keine demokratischen Straßenblockaden. Es gibt auch keine Schlägerbanden, die die harmlose Bezeichnung ‚Zivilgesellschaft‘ verdienen. Diese Unruhestifter sind das letzte Mittel unserer politischen Gegner.“

Vom Angriff auf die Kollegen von Apollo News berichtet auch die italienische Presse, darunter der Staatssender Rai: „Bei den Protesten gegen den Bundesparteitag der rechtsextremen AfD in Erfurt wurden mehrere Journalisten verletzt.“ Ebenso die Tageszeitung Il Fatto Quotidiano, die mit dem Weidel-Zitat titelt: „Hass richtet sich gegen uns, aber wir werden immer stärker sein“.

Derweil erfuhr man in Deutschland, vom ZDF oder DLF, nur, wie überaus „bunt und fröhlich und weitestgehend friedlich“ doch dieser Protest, dieses „Fest der Demokratie“ war, bei dem mehrere Journalisten – neben Apollo News war auch der Youtuber Weichreite von Aggressionen betroffen – angegriffen und verletzt wurden.

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5. Juli 2026

Gewöhnung an schlimmste Gewalt

Blutige „Auseinandersetzung“ in Essen – ein Toter nach Massenschlägerei

Von
Redaktion

Gewalt in immer brutaleren Formen ist im neuen Deutschland inzwischen normal. Ebenso normal ist der Versuch der staatsnahen Medien, die Fälle zu verharmlosen und als nicht weiter schlimm darzustellen – ob es um einen an eine Hinrichtung erinnernden Mehrfachmord in Stade, Massenvergewaltigungen oder Messermorde geht. Ist von Einzeltätern, einer psychischen Ausnahmesituation oder Auseinandersetzungen zwischen Personengruppen die Rede, scheint jede weitere detaillierte Beschreibung überflüssig.

In Essen endete eine solche „Auseinandersetzung“ innerhalb einer „großen Personengruppe“ in der Nacht auf Sonntag mit einem Toten und mehreren teils schwer Verletzten.

In den frühen Morgenstunden wurden Polizei und Rettungskräfte nach Angaben der Behörden in den Essener Stadtteil Rüttenscheid gerufen. Dort war es zu einer Massenschlägerei gekommen. Nach Angaben der Polizei waren bis zu 150 Personen daran beteiligt. Auch Stichwaffen kamen zum Einsatz.

Nach Informationen der „Bild“ hatten zuvor etwa 150 Personen in einem angemieteten Partyraum im Girardethaus gefeiert. Aus ungeklärten Gründen entwickelte sich offenbar zunächst ein verbaler Streit, der anschließend eskalierte. Dabei sollen Messer und – als neue Eskalationsstufe – auch Macheten eingesetzt worden sein.

Eine Polizeisprecherin bestätigte gegenüber der Zeitung den Einsatz von Stichwaffen. Ein Mann kam ums Leben, mehrere weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Rettungskräfte brachten die Verletzten in Krankenhäuser, für den Mann kam jede Hilfe zu spät.

Warum der Streit eskalierte, war am Sonntagmorgen noch unklar. Ebenso blieb zunächst offen, ob Tatverdächtige festgenommen worden waren.

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4. Juli 2026

Parteitag in Erfurt

Weidel und Chrupalla als AfD-Vorsitzende bestätigt

Von
Redaktion

Weidel konnte ihr Ergebnis im Vergleich zur Vorstandswahl vor zwei Jahren leicht verbessern. Beim Parteitag 2024 in Essen hatte sie rund 80 Prozent der Stimmen erhalten. Chrupalla musste dagegen deutliche Verluste hinnehmen: Sein Ergebnis sank von damals 83 auf nun 70,1 Prozent.

Die Parteiführung hatte im Vorfeld erkennbar darauf hingearbeitet, Konflikte auf offener Bühne zu vermeiden. Der Parteitag konzentriert sich deshalb weitgehend auf die Neuwahl des Bundesvorstandes und weiterer Parteigremien.

Auch der mögliche Hauptstreitpunkt wurde gleich zu Beginn entschärft. Ein Antrag zur Überarbeitung der sogenannten Unvereinbarkeitsliste, den unter anderem Thüringens AfD-Chef Björn Höcke unterstützte, wurde mit Zustimmung der Antragsteller von der Tagesordnung genommen. Statt einer Abstimmung soll sich nun der neu gewählte Bundesvorstand mit dem Thema befassen.

Mit dem Parteitag in Erfurt will sich die AfD zugleich auf eine mögliche Regierungsverantwortung nach den Wahlen im Herbst vorbereiten – insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern. Weidel erklärte vor ihrer Wiederwahl, die AfD sei „die neue Volkspartei in Deutschland“ und bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Als Beleg verwies sie auf die wachsende Mitgliederzahl. Diese sei innerhalb von drei Jahren von 30.000 auf 75.000 gestiegen. Die Marke von 100.000 Mitgliedern werde die Partei nach ihrer Einschätzung „bald und sehr schnell“ erreichen.

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4. Juli 2026

Bundeshaushalt 2027

Klingbeil plant noch mehr Schulden – Kritik an „Luftbuchung ohne konkrete Deckung“

Von
Richard Schmitt

Lars Klingbeil (SPD) legt für den Bundeshaushalt 2027 eine deutlich höhere Neuverschuldung vor als noch im Frühjahr geplant. Im Kernhaushalt ist eine Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro vorgesehen. Das ist in der Kabinettvorlage zu lesen, die dem Handelsblatt und der ZEIT vorliegt. Ende April hatte die Regierung bei der Verabschiedung der Eckwerte noch 110,8 Milliarden Euro angekündigt – nach 98 Milliarden Euro im Plan für 2026. Damit steigt die Neuverschuldung im Kernetat um knapp acht Milliarden Euro.

Das Bundeskabinett will den Regierungsentwurf für den Haushalt 2027 sowie den Finanzplan bis 2030 voraussichtlich am kommenden Montag beschließen. Die Gesamtausgaben steigen auf 555,4 Milliarden Euro gegenüber 543,3 Milliarden Euro in den Eckwerten. Inklusive der schuldenfinanzierten Sondervermögen (unter anderem für Infrastruktur/Klimaneutralität und Bundeswehr) summiert sich die Neuverschuldung auf 203 bis 204 Milliarden Euro.

Neue Plastik- und Zucker-Steuer

Ende April hatte Klingbeil noch eine Lücke von etwa 21 Milliarden Euro für 2027 eingeräumt. Diese soll nun durch mehrere Maßnahmen geschlossen werden: Alle Ressorts müssen einprozentige Einsparungen vorlegen, was vier Milliarden Euro bringen soll. Zudem werden Bundeszuschüsse an die Sozialversicherungen zurückgefahren. Mehreinnahmen erwartet das Finanzministerium unter anderem von einer neuen Plastikabgabe sowie weiteren Abgaben, beispielsweise auf Zucker in Getränken oder Kryptogeschäfte.

Neues aus dem Inkasso-Stadel
Statt den Steuerstaat radikal zu sanieren, irren Flickwerker umher
Entgegen früherer Zusagen plant Klingbeil die Entnahme von 6,8 Milliarden Euro aus der in guten Wirtschaftszeiten bis 2019 aufgebauten Rücklage. Danach bleiben laut Vorlage nur noch etwa 3,9 Milliarden Euro für die Folgejahre übrig. Der grüne Haushaltsexperte Sebastian Schäfer kritiiert das deutlich: „Die Ministerien sollen vage Effizienzgewinne liefern, die Rücklage wird entgegen aller Zusagen geplündert, Investitionen werden künstlich hochgerechnet, und der angekündigte Konsolidierungsbeitrag bleibt bis heute eine Luftbuchung ohne konkrete Deckung.“ Er wirft Klingbeil vor, die Kontrolle über den Haushalt verloren zu haben.

Ein zusätzliches Problem für die Bundesregierung ist das Defizit bei der Bundesagentur für Arbeit (BA): Die Vorlage sieht vor, dass die BA ihren Haushalt 2027 nur mit Liquiditätshilfen des Bundes in Form eines überjährigen Darlehens ausgleichen kann, veranschlagt sind dafür 5,2 Milliarden Euro. Die schwache Konjunktur und höhere Ausgaben für Arbeitslosengeld und Kurzarbeit haben das Defizit der BA bereits in den Vorjahren deutlich ansteigen lassen; interne Schätzungen lagen teils sogar höher.

Noch mehr Steuergeld für Aufrüstung

Die Bundesregierung begründet die höheren Ausgaben und Schulden mit notwendigen Investitionen in Verteidigungsfähigkeit, Infrastruktur und Resilienz. Der Verteidigungsetat soll weiter steigen – Klingbeil hatte die Pläne bereits bei der Eckwertevorstellung im April mit der Notwendigkeit gerechtfertigt, Deutschland „krisenfester“ zu machen. Die Gesamtinvestitionen (einschließlich Infrastruktur) liegen bei 117,5 Milliarden Euro, also leicht unter dem Vorjahresniveau.

Die Opposition sieht in diesen Haushaltsplänen strukturelle Probleme: Die Schuldenbremse wird durch Sondervermögen umgangen, eine langfristige Konsolidierung fehle, und wachsende Zinslasten (bereits mehr als 40 Milliarden Euro) belasten künftige Haushalte.

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4. Juli 2026

TE-aktuell – 16:00 Uhr

Erfurt: Laut Polizei nur etwa 15.000 Demonstranten, Antifa terrorisiert Wohngebiet

Von
Redaktion

Die ersten linken Politiker bemerken, dass Proteste auf diese Art das beschädigen, was sie behaupten, schützen zu wollen, und dass sie außerdem das Gegenteil dessen bewirken, was beabsichtigt ist.

Aber: Auch wenn Lauterbach, großzügig wie immer, der AfD zugesteht, sie dürfe einen Parteitag abhalten, irrt er. Laut Gesetz sind Parteien dazu verpflichtet.

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15.000 statt 60.000 „Aktivisten“ in Erfurt. Das sind die Zahlen der Polizei. Wenig überraschend melden die Veranstalter höhere Zahlen, die aber auch weit von den ursprünglich erwarteten 60.000 entfernt sind.

Am Gothaer Platz hat sich eine versprengte Gruppe auf die Straßenbahnschienen geklebt. Unbeachtet und festgeklebt geben sie ein eher trauriges, genauer gesagt, lächerliches Bild ab. Warum sie sich gerade hier festgeklebt hatten, wissen sie vermutlich noch nicht einmal selbst, denn die Erfurter Verkehrsbetriebe hatten vorher angekündigt, dass hier keine Straßenbahnen fahren würden.

Sieht man von den widerwärtigen Gewaltszenen der Hardcore-Demonstranten ab, scheint die groß angekündigte Verhinderungsdemonstration zumindest für die Demonstranten ein Fehlschlag zu sein. Für die AfD könnten die angekündigte Blockade und vor allem die Bewerbung der Blockade in staatsnahen Medien eine Werbeveranstaltung sein.

Es verwundert immer wieder, mit welcher Hartnäckigkeit diejenigen, die von sich behaupten, die Demokratie retten zu wollen, sie immer weiter beschädigen. Verblüffend ist auch, dass sie, obwohl offensichtlich ist, dass das Gegenteil des von ihnen Erwünschten erreicht wird, immer verbissener an ihren Methoden festhalten.

Antifa-Gewalt in Erfurt
Wenn Phantome der „Sicherheitskreise“ zu Meldungen werden

Selbst die Antifa scheint über sich selbst unglücklich zu sein und terrorisiert jetzt aus Frustration ein Wohnviertel in Erfurt. Dort werden Mülltonnen umgeworfen, Pyrotechnik gezündet und Steine geworfen.

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Auch Journalisten von Apollo News werden von extrem linken Gewalttätern angegriffen und misshandelt. Die Linke zeigt, was ihre Vorstellung von Demokratie ist. Es ähnelt auf verblüffende Weise dem, was sie zu bekämpfen vorgeben.

In Erfurt kommt es zu Gewaltexzessen. Linke Schlägertrupps prügeln auf Personen, die schon am Boden liegen, immer weiter ein.

Ein Reporterteam von Apollo News wurde angegriffen und verletzt. Nach Angaben des Mediums stürmte während der Aufnahmen einer Antifa-Demonstration eine Gruppe auf die Journalisten zu, verfolgte sie und schlug auf sie ein. Ein Reporter wurde zu Boden gebracht und gegen Kopf, Gesicht und Zähne getreten. Erst die Polizei konnte den Angriff beenden. Mehrere Teammitglieder erlitten Platzwunden, Prellungen und Schürfwunden und mussten medizinisch versorgt werden.

Hier angegriffen wird Jonas Aston, Redakteur von Apollo News:

Angriff auf Journalisten der Jungen Freiheit:

So sieht friedlicher Protest dann aus:


Ein „breites Bündnis“ will den Parteitag der AfD in Erfurt verhindern. In diesem „Bündnis“, dass sich unter dem moralisch hochtrabenden Motto „Widersetzen“ zusammen getan hat, finden sich die üblichen linken und extrem linken Vertreter der „Zivilgesellschaft“. Diese Zivilgesellschaft, die in der Regel eben nicht zivil sondern staatlich ist, da sie vom Staat, genauer von allen Steuerzahlern, großzügig alimentiert wird. Kurz, in Erfurt versammeln sich vor allem Transferempfänger, die, wahrscheinlich zu recht befürchten, dass eine nicht linke Regierung ihre bequeme und leistungslose wirtschaftliche Existenz gefährden könnte.

Erfurt
AfD-Parteitag beginnt mit einer Sensation: Die Antifa blockiert sich selbst

Die Polizei rechnete mit 50.000 Demonstranten, die zum Teil mit ebenfalls vom Steuerzahler bezahlten Bussen nach Erfurt gebracht werden sollen. Unter den Demonstranten sollen laut Polizei bis zu 2.500 gewaltbereite Linksextremisten sein, die im Internet schon angekündigt hatten, was sie vorhaben. Manche sehen das, was dort angekündigt wurde, als einen Aufruf zu schweren Straftaten. Die Thüringer Polizei ist mit etwa 6.000 Beamten im Einsatz, unterstützt wird sie von Polizeieinheiten aus allen Bundesländern und der Bundespolizei.

In den staatlichen Medien wird über das „Bündnis“ nicht berichtet, sondern es wird dafür geworben. Auffallend bei der Berichterstattung dieser Medien ist der moralische Überschwang und die feste, selbstgerechte Überzeugung, den Guten nicht nur anzugehören, sondern selbst das Gute zu sein. Diese Überzeugung scheinen sie mit den Demonstranten zu teilen. Beide sehen sich, mehr als 80 Jahre nach Kriegsende, als tapfere Widerstandskämpfer gegen ein Regime, in dem ihre Eltern und Großeltern vermutlich eher bei den Tätern zu finden waren. Dieser Widerspruch, wie ihre Vorverwandten wieder auf Seiten der Macht zu sein, durchdringt ihre moralisch aufgeladene Selbstgerechtigkeit in keinem Augenblick und so bemerken sie auch nicht, dass sie so genau das sind, was sie zu bekämpfen vorgeben.

Allerdings scheint das paramilitärisch organisierte Vorgehen der Demonstranten bisher nicht den Erfolg gezeitigt haben, den sich die unerschrockenen Kämpfer für das Gute erhofft haben. Fast alle Delegierten sind offensichtlich bereits in der Messehalle.

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4. Juli 2026

Erfurt

AfD-Parteitag beginnt mit einer Sensation: Die Antifa blockiert sich selbst

Von
Klaus-Rüdiger Mai

Die AfD ist aber auch wirklich eine schreckliche Partei. Was sind das für Leute, die früher aufstehen als die Brandmauerkämpfer, die Zusammensteher und Widersetzer? Die erste Sensation des Parteitages lautet, dass er wohl der zumindest in den letzten Jahren erste Parteitag ist, der pünktlich startet. Fast alle Parteitage der letzten Zeit begannen später, weil die Antifa und andere aufrechte Demokratieverächter die Zugänge zum Versammlungsort blockierten. Es ist acht Uhr morgens und fast alle Delegierten sind in der Versammlungshalle, der Parteitag beschlussfähig. Und es herrscht gute Laune angesichts des gelungenen Coups.

Die meisten Delegierten übernachteten in Hotels außerhalb von Erfurt. Die Brandenburger beispielsweise im Süden von Sachsen-Anhalt. Mit einem Bus fuhren sie heute sehr früh am Morgen los und kamen mit ihrem Bus gegen 5 Uhr am Treffpunkt an, wie TE berichtet wurde. Von dort fuhr der Bus im Konvoi mit einer Polizeieskorte zum Tagungsort. Andere Delegierte, die Quartier in einer Pension in der Nähe der Tagungshalle in Erfurt gefunden hatten, machten zu frühmorgendlicher Zeit auf Anraten der Polizei einen einstündigen Spaziergang zum Ort des Parteitages, die aufgehende Sonne löste langsam den Mond ab.

Viel Lob kommt von den Delegierten für die Polizei. Die Taktik der Polizei ist aufgegangen, die Absperrungen der Polizei haben bis jetzt funktioniert. Auch wenn das für die Delegierten hieß, gegen 3 oder 4 Uhr aufzubrechen. Bisher sind wohl 15.000, statt der angekündigten 50.000 Aktivisten in der Stadt angekommen.

Man kann Luisa Neubauer wirklich nicht zumuten, so früh wie ein Delegierter des AfD-Parteitages aufzustehen. Die Klima-Kämpferin benötigt schließlich ihren Schönheitsschlaf. Die Polizei dürfte selbst erstaunt darüber sein, dass nach der Propaganda, der Hysterie und der Mobilisierung der letzten Tage bisher so wenige eingetroffen sind. Ein Polizeisprecher schätzte ein: „Mit dieser Menge lässt sich das Ziel, den Parteitag zu verhindern, nicht erreichen.“

Andreas Galau, Delegierter aus Brandenburg, spottete über die Aktivisten: „Die blockieren sich selber.“ Denn es sieht so aus, dass Aktivistenbusse beispielsweise vom DGB von ihren Blockladen gehindert werden. Auch die Blockade in der Innenstadt, zum Beispiel am Gothaer Platz ist absurd, weil nun mal die Messehalle etwas außerhalb und nicht in der Innenstadt liegt und man auch nicht durch die Innenstadt muss, um zum Parteitag zu kommen.

Für die Aktivisten und Demokratieverächter war es einfach zu früh. Als sie wacker aufstanden, zusammenstanden und sich widersetzten, befanden sich die Delegierten bereits in der Halle.

Niemand kann sagen, was noch im Laufe des Tages geschieht, doch die Erfurter dürften schon von den Protest- und Randale-Touristen entnervt sein. Über 69 Straftatendelikte sollen bis jetzt gemeldet sein.

In Erfurt selbst zeigen auf einer Anti-AfD-Kundgebung radikale Palästinenser ein Banner mit Anti-Israel-Propaganda. Was das mit dem AfD-Parteitag zu tun hat, erschließt sich nicht, aber Katrin Göring-Eckardt wollte es ja laut und bunt haben.

AfD-Parteitag Erfurt
Göring-Eckardt und Banaszak kämpfen gegen die Demokratie und provozieren Gewalt

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4. Juli 2026

„Angriff auf staatliche Transparenz“

Informationsfreiheit vor dem Aus? Koalition will Politik und Verwaltung stärker abschotten

Von
Josef Kraus

Seit 2006 gibt es das Informationsfreiheitsgesetz (IFG). Es regelte das Recht auf Zugang zu amtlichen Informationen und schuf das klassische Amtsgeheimnis ab. Bürger bekamen damit die Möglichkeit, behördliche Dokumente einzusehen, ohne dafür ein rechtliches Interesse nachweisen oder eine Begründung liefern zu müssen. Informationen durften nur verweigert werden, wenn Sicherheitsbelange, laufende Gerichtsverfahren, der Datenschutz Dritter oder Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse berührt waren.

Nun will die CDU/CSU/SPD-Koalition unter der fadenscheinigen Begründung „Bürokratieabbau“ diese Freiheiten einschränken. Wörtlich steht im 34-Punkte-„Reformpapier“ der Koalition unter Punkt 32 zum IFB:

„Wir werden das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) unter Wahrung des Rechts auf den Zugang zu amtlichen Informationen und in Abstimmung mit dem BfDI* weiterentwickeln und an die aktuellen Herausforderungen anpassen. Wir werden das komplizierte IFG für die Bürgerinnen und Bürger verständlicher und transparenter machen. Wir wollen die Auskunftsrechte künftig auf natürliche Personen fokussieren, die ein berechtigtes Interesse an einer Auskunft haben und diese nicht durch andere Regelungen erreichen können.
Dabei prüfen wir, ob wir den Kreis der betreffenden Personen auf in Deutschland lebende Deutsche und Unionsbürger beschränken. Wir wollen unsere Beschäftigten vor Anfeindungen und Drohungen schützen, indem wir die Namen der Mitarbeitenden schwärzen.
In Zeiten einer komplexen Bedrohungslage von innen und von außen wollen wir die staatliche Resilienz erhöhen und dem besonderen Schutzbedarf bestimmter Bereiche wie dem der Kritischen Infrastruktur, der Spionageabwehr, der Terrorismusbekämpfung oder auch der wissenschaftlichen Forschung stärker Rechnung tragen. Die IFG-Gebühren werden wir im Einklang mit dem Kostendeckungsprinzip anpassen.“
* BfDI = Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit

Was heißt das?

Der Auskunftsanspruch soll auf Personen mit einem „berechtigten Interesse“ sowie auf in Deutschland lebende Deutsche und EU-Bürger reduziert werden. Offen für willkürliche Interpretationen bleibt: Was ist ein berechtigtes Interesse? Wer entscheidet darüber? Namen von Behördenmitarbeitern sollen in den Auskünften konsequent geschwärzt werden. Die Gebühren für Anfragen sollen spürbar angehoben werden. Lachhaft obendrein: Mehr Transparenz soll das bringen!

Die Kritik an diesen Plänen formiert sich denn auch – zu Recht – massiv.

Die Bundesdatenschutzbeauftragte Louisa Specht-Riemenschneider warnte im Gespräch mit dem RND vor einer „Abschaffung der seit zwanzig Jahren bestehenden Informationsfreiheit“ und vor Diskriminierung. Wörtlich sagte sie: „Der wesentliche Grundgedanke eines grundsätzlich voraussetzungslosen Zugangs zu amtlichen Informationen würde in sein Gegenteil verkehrt, wenn zukünftig ein berechtigtes Interesse an der Information dargelegt werden müsste … Hier sollte daran festgehalten werden, dass der Staat im Einzelfall darlegen muss, dass das öffentliche Interesse der Transparenz entgegensteht.“ Eine Einschränkung auf in Deutschland lebende Deutsche und Unionsbürger würde zudem eine große Anzahl von Menschen „diskriminieren“, fuhr sie fort.

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) warf der Regierung vor, sie wolle „eine Blackbox schaffen, der Öffentlichkeit Informationen vorenthalten und journalistisches Arbeiten erschweren“.

Der Verband FragDenStaat sprach vom „schwersten Angriff auf staatliche Transparenz in der Geschichte der Bundesrepublik“. FragDenStaat-Projektleiter Arne Semsrott übte scharfe Kritik an den Koalitionsparteien: „Sie bauen Bürgerrechte ab, schotten Politik und Verwaltung von der Öffentlichkeit ab und schaffen ein Gesetz, das Korruption und Intransparenz begünstigt.“

Besonders schräg: Diese Änderung des IFG trägt eine CDU/CSU mit, die noch im Februar 2025 zur staatlichen Finanzierung von NGO 551 Fragen an die damals (noch) amtierende „Ampel“-Reste-Regierung gestellt hatte, dann im Interesse eines Kuschelkurses mit der SPD auf 551 konkrete Antworten verzichtet hatte.

Einmal mehr ein Salto Mortale mit dreifacher Drehung der Marke „Friedrich Merz“!

Aber das allein ist es nicht: Denn staatliche Exekutive wird hiermit noch mehr zum autoritären, intransparenten „closed shop“ – verschlossen für jedermann und für eine Presse, die echt aufdecken und nicht regierungstreue Apportierpresse sein will.

Es ist wie in Franz Kafkas Roman „Der Process“, in dem ein Gericht eine allmächtige, undurchschaubare, anonyme bürokratische Macht ist. Ansonsten erinnert die geplante IFG-Novelle an Orwells bzw. des Big Brothers Leitsprüche, vor allem an: „Freiheit ist Sklaverei.“ „Unwissenheit ist Stärke.“ Hier wahrscheinlich aktualisiert als: „Informationsfreiheit ist bull shit.“


3. Juli 2026

BUCH DER STUNDE

Gerald Grosz: „Ab nach Hause“

Von
Buchauszug
Die Systeme sind gekippt!

Bildungssystem, Justizsystem, Gesundheitssystem, Sozialsystem – alle kippen, alle implodieren uns unter den Händen weg. Und werden in der politischen Debatte in Frage gestellt. Jene politischen Kräfte, die durch Vorsatz und Fahrlässigkeit „mithalfen“, die solidarischen Gesundheits- und Sozialsysteme zu überlasten, weil man die Nachfahren aller Armutshäuser der Welt versorgen wollte, schreien nun laut nach längerer Arbeitszeit, Selbstbehalten im Gesundheitsbereich und weiteren Belastungen. Jene, die eine Politik der offenen Grenzen vertraten und das Bildungssystem überforderten, beklagen nun das Ergebnis und setzen wegen Platzmangels in den Schulen auf Containerklassen und eine qualitative Herunternivellierung des Lehrstoffes zulasten künftiger Generationen. Jene, die in ihrem Zuwanderungswahn alle Warnungen vor Schläfern und Kriminellen vom Tisch wischten, schlagen nun das Fußfesselsystem für Kriminelle vor, weil die Justizanstalten völlig überfüllt sind. Es war doch klar absehbar.

Das Buch der Stunde
Für eine Wende in der Migrationspolitik: Fakten auf den Tisch!
Nehmen wir das Gesundheitssystem. Seit 25 Jahren haben wir in unseren Spitälern und Gesundheitseinrichtungen gleichbleibende Personalstände, in manchen Fällen durch die Überalterung des medizinischen Personals sogar rückläufige. Mediziner fehlen uns, Pflegekräfte fehlen uns, erstere sind überarbeitet, letztere unterbezahlt. Verfügte Österreich im Jahr 2000 über ca. 8.200 Kassenärzte, sind es 25 Jahre später 8.236. Der Personalstand blieb in Wahrheit in der kassenärztlichen Versorgung vor Ort trotz Anstiegs der Wohnbevölkerung nahezu gleich. Die Wahlärzte hingegen haben sich in demselben Zeitraum nahezu verdreifacht. Letztere machen aber nicht die öffentliche Gesundheitsversorgung eines Großteils der Menschen aus, weil sich eben eine Mehrheit der Menschen keine private Versicherung leisten kann, um einen Wahlarzt in Anspruch zu nehmen. Die Aufblähung der Wohnbevölkerung durch gezielte Asyl- und Sozialmigration trifft also wieder jene Schichten der Gesellschaft, die es ohnedies schwer genug haben. Jene Privilegierten, die sich eine Zusatzversicherung leisten können, also finanziell bessergestellt sind, setzen auf private Gesundheitsversorgung und kommen mit dem gesellschaftlichen Umbau zumindest in den Ordinationen kaum in Kontakt.

Auch in Deutschland sieht es ähnlich aus. Der niedergelassene Bereich, also jene Praxen, die bisher die Erstversorgung von Patienten hauptsächlich zu bewältigen haben, ist rückläufig. Der Zuwachs von Wahlarztordinationen bleibt hingegen das beherrschende Thema. 1990 waren in Deutschland insgesamt 237.000 berufstätige Ärzte beschäftigt, im Jahr 2025 sind es sogar 437.000. Doch wo sind diese tätig? Ebenso ist da wie dort eine Ausdünnung des niedergelassenen Bereiches festzustellen, eine Flucht in Wahlarztordinationen nachweisbar. Dazu kommt die Überalterung der Ärzteschaft, deren berufliche Abgänge aus dem System durch Neuauszubildende nicht auffangbar sind. Das Gesundheitssystem kollabiert. Selbst mit dem Anstieg der Ärztezahl in den letzten 25 Jahren ist jene Situation nicht zu bewältigen, dass die Anzahl jener Menschen, die in unsere Länder geströmt sind und die teils keinen Beitrag zum solidarischen Gesundheitswesen leisten, einfach zu groß und damit logistisch und finanziell kaum zu stemmen ist. Sozialisten und Linke wie Progressive, die sich auf ihre Fahnen schreiben, das solidarische Gesundheitssystem quasi im Alleingang als größte Errungenschaft der Sozialpolitik des vorangegangenen Jahrhunderts „erfunden“ zu haben, sehen in dieser Entwicklung kein Problem, es wird einfach negiert, nicht angesprochen. Sozialdemokraten heften sich auf die Fahnen, das solidarische Gesundheitssystem quasi im Alleingang entwickelt und durchgesetzt zu haben. Jetzt stehen sie in erster Reihe der Zerstörer der eigenen Errungenschaft, da immer mehr niedergelassene Ärzte in die Wahlarztordinationen fliehen, weil sie sich den Druck einer immer „bunter“ werdenden Patientenschar nicht antun wollen. Ich habe einige Ärzte in meinem Bekanntenkreis, die allesamt in den letzten Jahren den Weg in die Wahlarztordination gegangen sind. Natürlich auch aus ökonomischen Gründen, da durch das finanzielle Ungleichgewicht in den Kassen eine existenzsichernde Tarifgestaltung für Ärzte fast unmöglich geworden ist. […]

Nachdem aber unsere Geburtenraten, wie schon erwähnt, im Keller der Lendenschwäche heimischer Männer gelandet sind, findet auch der in Zukunft errechnete Zuwachs nur wieder über Zuwanderung, Migration und Asyl statt. In Deutschland lag die Zahl der Einwohner, nicht der Staatsbürger, im Jahr 2014 bei 81,2 Millionen. Heute, Anfang 2026, sind es 83,5 Millionen. Auch die Deutschen haben im Anstieg ihres Bevölkerungsvolumens nicht die Geburtenstationen bemüht, sondern das deutsche Politestablishment glaubt, den Erhalt der Gesellschaft, der Volkswirtschaft, der Infrastruktur durch 2,3 Millionen zusätzliche „künftige Bundesbürger“ aus anderen Kontinenten zu stemmen. Ein fataler Irrtum, vor allem, wenn man dabei bedenkt, dass sich Deutschlands wohlstandserhaltende Systeme in Relation zum Bevölkerungszuwachs wie in Österreich kaum weiter entwickelt haben. Das Geschrei ist ebenso groß wie das Chaos: Das Gesundheitssystem funktioniert nicht mehr, die Gefängnisse sind überlastet, die Schulen kaputt. Das Wort Migration dabei in die öffentliche Debatte zu werfen, gilt in der deutschsprachigen Debattenkultur als einzigartiges Sakrileg. Wie kann man nur? Immer nur die Ausländer? „Habt Ihr keine anderen Sorgen?“, schallt es einem von den Lordsiegelbewahrern dieser Politik entgegen. Darüber darf nicht diskutiert werden! Das ist Rassismus! Das hilft nur der AfD oder der FPÖ. Ich schrieb in Merkels Werk bereits über die fatale Realitätsverweigerung der Vertreter des politischen Establish­ments aus niederen parteitaktischen Gründen. Das ist tödlich! Ebenso ist es schlicht verboten, die unter Druck geratenen Sozialsysteme mit der Zuwanderung in Verbindung zu bringen. Das gilt als Gotteslästerung in den Augen jener, die zugunsten einer neuen, modernen, woken und schlussendlich umgebauten, wenngleich auch identitätslosen Gesellschaft selbst den Bruch gelten der Regeln in Kauf nehmen. […]

Ohne Sicherheit keine Freiheit
Der Staat hat kein Recht auf Schwäche, er hat die Pflicht zur Stärke
Knapp 65 Prozent der Bürgergeldbezieher in Deutschland haben Migrationshintergrund. 60 Prozent der österreichischen Mindestsicherungsbezieher haben Migrationshintergrund, 44 Prozent sind Asylberechtigte oder Schutzberechtigte. In der Bundeshauptstadt Wien sind 71 Prozent der nicht-österreichischen Bezieher von Sozialhilfe Asylberechtigte oder subsidiär Schutzberechtigte. Mehr als 200.000 Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte waren 2024 im Jahresdurchschnitt in der Mindestsicherung bzw. in den Sozialhilfesystemen der Länder. Es ist kein Akt des Rassismus, sondern eher der Vernunft festzustellen, dass die Sozialtöpfe unserer Staaten dem ursprünglichen Zweck, jenen Menschen in schwierigen Verhältnissen zu helfen, die temporär nicht können, nicht mehr entspricht. Der Sozialbereich wurde in Masse zu einem Migrationsgeld, zu einem Lockmittel, zu einem Pullfaktor für die Migrationsbewegung. Diese Strategie kann man zumindest mathematisch legitim verfolgen, wenn genügend Migranten vorab in diese Systeme eingezahlt haben und genügend Migranten den Willen haben, am Arbeitsmarkt und nicht nur am Sozialsystem teilzuhaben.

Haben sie aber in großer Masse nicht. Denn die Erwerbsquote ist bei Zuwanderern aus Drittstaaten eben massiv geringer als bei sogenannten Einheimischen, als die man Menschen mit Staatsbürgerschaft unabhängig ihrer Herkunft bezeichnen kann. Das führt zu einer dauerhaften Belastung der sogenannten Umverteilungssysteme, von den Starken hin zu den Schwachen. Nun gilt von den Starken hin auch zu jenen, die es nur wollen, aber nicht brauchen. Und die, die es brauchen, bleiben größtenteils auf der Strecke. Das ist fatal, weil es jegliches Vertrauen in diese gewachsenen, durchwegs guten, wenngleich auch immer fehleranfälligen Systeme raubt. Politiker neigen dazu, nicht das System zu reparieren, sondern die Aufregung ob der anfallenden Schäden zu kalmieren. […]

Ich möchte nur kurz in Erinnerung rufen, was die Politik der zügellosen Migration der letzten elf Jahre bedeutet hat. Menschen trauern nach wie vor um Ann-Marie, um Yannis, um Philippos, um Mia, um Maria, um Leonie, um die Opfer vom Breitscheidplatz, von Solingen, von Magdeburg, von Aschaffenburg, um Rouven aus Mannheim, um den jungen Burschen aus Villach, um die Terroropfer von Wien, jene von Nizza, von Paris, von Madrid. Jedes Jahr werden in Deutschland mehrere Hundert Menschen grausam umgebracht, Opfer von Mord und Totschlag. Nicht jeder Asylant oder Zuwanderer ist ein Mörder und nicht jeder der Täter hat Migrationshintergrund. Nein, beileibe nicht. Aber viele davon sind es und jeder Einzelne ist einer zu viel, wenn man bedenkt, dass konsequente, strenge Zuwanderungspolitik den tödlichen Ausgang des Experiments verhindern hätte können. Denn im Bereich der Migrantenkriminalität gilt der Zusammenhang zwischen der Politik der offenen Grenzen und dem persönlichen Schicksal von Opfern, das man verhindern hätte können.

Ich rufe diesbezüglich und der Vollständigkeit halber nochmals die grundlegenden Zahlen der Flucht nach Deutschland in Erinnerung, weil sie sich auch im Lagebild der Zuwandererkriminalität der deutschen Sicherheitsbehörden prominent wiederfinden. Was für die deutsche Polizei gilt, gilt für mich als Autor hoffentlich auch, ohne als rechtsextrem diffamiert zu werden. Im Jahr 2015 hielten sich bereits 969.000 Flüchtlinge in Deutschland auf. Im Jahr 2024 waren es 3.061.000. Die Hauptfluchtländer der transkontinentalen, der außerkontinentalen Flucht waren Syrien, Afghanistan, Irak und die Türkei. Die vielzitierten „unbegleiteten Minderjährigen“ sind statistisch nicht die stärkste Kraft, obwohl unsere Medien uns ja gerne anderes weismachen wollen. Das Hauptfluchtalter lag zwischen 30 und 40 und die Migranten waren hauptsächlich, wie zu erwarten, männlich.

Die Handlanger des politischen Islam
„Unterwanderung“: Wie der politische Islam Politik und Gesellschaft infiltriert
Knapp 900.000 Tatverdächtige von insgesamt 1,9 Millionen Tatverdächtigen waren Ausländer. Das ergibt eine Quote von annähernd 50 Prozent. Der Anteil von ausländischen Strafgefangenen lag im Jahr 2014 bei 24,4 Prozent und im Jahr 2024 schon bei 37,4 Prozent. 2025 berichteten die Landesjustizminister Deutschlands, dass die Belastungsgrenze der deutschen Justizvollzugsanstalten erreicht sei. Man erreiche eine Gesamtauslastung von 86 Prozent. In nackten Zahlen bedeutet dies ca. 60.000 Häftlinge in Deutschland, davon sind 22.440 Ausländer. Die Haft kostet für einen Häftling im Monat im Durchschnitt 6.200 Euro. Damit sind wir gleich bei 1,6 Milliarden Euro, die Deutschlands Steuerzahler zu löhnen hat, damit die Schattenseiten der zügellosen Migrationspolitik finanziert werden. Rechnet man diese Zahlen in die offiziellen Kosten der Migrationspolitik? Nein, natürlich nicht. Statt die ausländischen Straftäter in ihren Herkunftsländern die Strafe absitzen zu lassen, kommt der deutsche Steuerzahler für Zigtausende ausländische Straftäter in den All-inclusive-Anstalten der heimischen Justizverwaltung auch noch auf und wird über das wahre Ausmaß seiner Beteiligung, um die er nie gefragt wurde, hinters Licht geführt. Die Migrationskosten betragen jetzt schon weit mehr als die von „Experten“ prognostizierten 50 Milliarden Euro im Jahr. […]

Was alle europäischen Staaten eint, ist die Ausrufung der Bildungskrise. Und keiner traut sich, die Gründe zu benennen. Was das Ende dieser künstlich erzeugten Explosion unseres Bildungssystems ist, ist auch klar:
Mangelnde Bildung und mangelnde Bildungsabschlüsse münden in prekären Arbeitsverhältnissen, in mangelnder ökonomischer Freiheit und im schlimmsten Fall in derKriminalität. Der Grundstein dafür wurde gelegt, doch niemand ist bereit, diesen Unzustand zu sanieren. Die volkswirtschaftlichen Kosten, die durch mangelnde Bildung in den nächsten Jahrzehnten zu tragen sein werden, sind ein eigenes Kapitel. Dies wird sich als Mühlstein eines einst mehr oder weniger funktionierenden Staatshaushaltes erweisen. Und wir sehen das Ansteigen der Defizitstände einzelner europäischer Länder auf sogenanntem Griechenland-Niveau in Lichtgeschwindigkeit. Alles, was in der Bildung nicht funktioniert, muss am Ende die gesamte Gesellschaft schultern. Denn was bedeutet es, wenn künftige Generationen über mangelhafte Bildung verfügen? Sie werden niemals einen freien und selbstständigen Platz in größtmöglicher ökonomischer Freiheit inmitten unserer Gesellschaft finden. Sie werden niemals in dem Ausmaß über die Qualifikation verfügen, dass sie einen wesentlichen Anteil am Funktionieren der
Gesellschaft problemlos beitragen können. Und ein Teil wird mangels Bildung im Sozialsystem verharren. Ein vergleichsweise geringer Posten im Verhältnis zum gesamten Ausmaß sind die Integrationskurse, die allerorts angeboten werden müssen. […]

Heute hat sich das Blatt gewendet. Denken wir beispielsweise an die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie prosperieren, das Wirtschaftswachstum geht durch die Decke. Studien haben sich damit beschäftigt, wie hoch die Nettokosten pro Person im Lebenszyklus durch Zuwanderung sind. Am geringsten sind sie durch Zuwanderung aus der westlichen Hemisphäre. Am teuersten, nämlich dreimal so teuer für unsere Volkswirtschaft, sind sie durch die Zuwanderung im Wege der Asyl- und Sozialmigration aus Afrika und dem Nahen Osten. Die Gründe sind hierfür vielfältig: eine andere Mentalität, eine andere Sozialisierung, eine andere Erziehung und eine andere Bildung. All dies ist schwer mit jenen Werten, die Europa ausmachen, kompatibel. Auch die These, wonach Zuwanderung zu einer Verjüngung der Gesellschaft führt, ist falsch. Zuwanderer werden selbst alt, der durchschnittliche Zuwanderer arbeitet größtenteils im Niedriglohnbereich, zahlt daher weniger Beiträge und Steuern, nutzt aber die Infrastruktur in demselben Ausmaß wie jener, der mehr in das System einzahlt, und bekommt am Ende auch eine Rente bzw. Pension. Um dieses Zuwanderungspyramidenspiel mit größtenteils unqualifizierten Migranten, also das fiskalpolitische Gleichgewicht, aufrecht zu erhalten, müssten in der nächsten Generation noch mehr Zuwanderer kommen, immer mit dem Makel, dass ein großer Teil der Zuwanderer für unsere Wirtschaftssysteme nicht geeignet ist und direkt in den Sozialsystemen landet. […]

Das reine Diskutieren dieser Ergebnisse der falschen Migrationspolitik ist zu wenig. Die Menschen wollen zur Befriedung ihrer Wünsche und zur Besänftigung ihrer Ängste konkrete Taten sehen. Sie wollen ihre Heimat zurückbekommen und wünschen all jenen, die sich nicht integriert haben, die das Wesen unseres Zusammenlebens zerstören, die die vielfältigen Systeme durch ihre ungebetene Anwesenheit ans Ende führen, schlicht: „Ab nach Hause.“

 

Gerald Grosz. Ab nach Hause. Leopold Stocker Verlag, Hardcover, 190 Seiten, Preis 22,00 €


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Kai Havertz nach dem 1:0 gegen Paraguay, 29.06.2026
3. Juli 2026

Wenn 2026 wie 1954 gelaufen wäre:

Havertz schießt. Tor! Tor! Tor! – Die Medien und der Fußball

Von
Frank Lübberding

Natürlich schoss bei der WM 1954 nicht Kai Havertz, sondern Helmut Rahn jenes Tor, das ihn und den Radioreporter Herbert Zimmermann unsterblich machen sollte. Sein Nachfolger im deutschen Sturm schoss leider daneben. Oder doch nicht? Wie auch immer: Jürgen Klopp, und die Journalisten in seinem Gefolge, haben immer die richtige Antwort parat. – Was, wenn das blamable Sechzehntelfinale ganz anders abgelaufen wäre? Dann sähen die Presseberichte ungefähr so aus:

„Nach einem dramatischen und kampfbetonten Spiel kam es im Sechzehntelfinale zwischen Deutschland und Paraguay zum Showdown. Deutschland hatte noch nie ein Elfmeterschießen bei einer Weltmeisterschaft verloren. Die gefürchtete deutsche Effizienz sollte sich wieder einmal bestätigen.

Gegen sich selbst verloren
Die Schlacht von Boston - Rückflug für DFB Elf
Zuerst trat der wiedererstarkte Kai Havertz vom FC Arsenal an, frisch gebackener englischer Meister. Er bestätigte die Erwartungen und verwandelte zielsicher links unten. Der paraguayische Torwart Orlando Gill war in die falsche Ecke gesprungen. Anschließend verschoss lediglich der zuletzt formschwache Nick Woltemade von Newcastle United. Joshua Kimmich und Jamal Musiala vom FC Bayern München verwandelten sicher, aber zu den viel besungenen Helden des Abends wurden zwei andere Spieler: Zuerst der erst spät eingewechselte Mainzer Nadiem Amiri, der seine Stürmerqualitäten mit einem hervorragend geschossenen Elfmeter unter Beweis stellte.

Aber der Held des Abends wurde Manuel Neuer. Den vierten Elfmeter hätte er gehalten, selbst wenn er nicht knapp das Tor verfehlt hätte. Den letzten und entscheidenden Elfmeter von Fabián Balbuena hielt der wohl beste Torhüter aller Zeiten bravourös.

Deutschland steht erstmals seit 2014 wieder in einem Achtelfinale.

Es war der zweite hart umkämpfte Sieg nach dem Erfolg gegen die Elfenbeinküste. Schon damals lobte die Presse den Kraftakt der Deutschen, das Spiel nach einem Rückstand noch zu drehen. Die Bild-Zeitung vergab zweimal die Note 1 für das Team: Titelreif sei das zwar noch nicht gewesen, aber das DFB-Team „zu einem Last-Minute-Sieg“ gerettet: „In unserem zweiten WM-Spiel laufen wir gegen die Ivorer lange einem Rückstand hinterher. Doch am Ende sind es die Joker, die eine Niederlage verhindern.“ Nach den hymnischen Tönen beim 7:1 Auftaktsieg gegen Curaçao erinnerte das Schlagwort im zweiten Spiel an deutsche Tugenden, die sich so anhörten: „Das war in Toronto ein hartes Stück Arbeit für die Nagelsmann-Truppe.“

Das verband sich mit der internationalen Anerkennung für das Geschick des Bundestrainers bei den Auswechslungen, etwa in der Daily Mail: „Was für ein Comeback! Julian Nagelsmann sorgte nach der Pause für die Wende und sicherte damit den Einzug in die K.o.-Runde. Sie haben Deniz Undav zu danken, der von der Bank kam und den entscheidenden Doppelpack schnürte. Wieder dort, wo sie hingehören.“

Und in Spanien sagte die Marca das, was in Deutschland jeder gerne hört: Deutschland sei eben Deutschland. Man dürfe sie niemals abschreiben.“ Auch Jürgen Klopp als Starkommentator von Magenta TV fand im Gespräch mit Johannes B. Kerner die passenden Worte. Er lobte Leon Goretzka für seinen Einsatzwillen, der den Führungstreffer der Elfenbeinküste verhinderte. Es seien, so Klopp, wahnsinnig gute Dinge dabei gewesen, die man in die nächsten Spiele mitnehmen könne. Und wenn man die auch noch besser mache, hätten die schon gezeigt, warum „wir auch ein Favorit sein können.“

Qualität des deutschen Trainerstabes

Nach diesem wieder hart erarbeiteten Sieg gegen Paraguay ist der Tenor gleich: Mit Deutschland ist wieder zu rechnen. Das Team spielt nicht immer schön, aber ist da, wenn es sein muss. So überwogen Im Spiel gegen Paraguay die Stärken über die Schwächen. Nach deren Führungstreffer ließ die Abwehr kaum noch etwas zu.

Gleichzeitig ist es extrem schwierig, gegen die kompakt verteidigenden Paraguayer ein Tor zu schießen. Es zeigte sich, warum der vermeintliche Fußball-Zwerg in der WM-Qualifikation gegen Brasilien und Argentinien gewinnen konnte. Dieses Bollwerk einzunehmen, gelang zweimal, wobei das zweite reguläre Tor von Jonathan Tah in der Verlängerung aberkannt wurde.

Deutschland ging mit einer psychologisch schwierigen Ausgangslage in das Elfmeterschießen. Jeder erwartete einen Sieg, der kurz vorher durch eine Schiedsrichterentscheidung nicht Wirklichkeit wurde. Das letzte Elfmeterschießen einer deutschen Mannschaft fand 2006 bei der Heim-WM im Viertelfinale gegen Argentinien statt. Die meisten deutschen Spieler hatten das nur als Kleinkinder erlebt. Sie gingen mit dieser Bürde am Ende souverän um.

Fußball-WM
„Keine Fahnen!“ – das WM-Public-Viewing der Linken
Gleichzeitig zeigte sich die Qualität des deutschen Trainerstabes um Julian Nagelsmann. Er rotierte und ließ von Beginn an den Goalgetter Deniz Undav vom VfB Stuttgart spielen. In der zerfahrenen ersten Halbzeit konnte er selten Akzente setzen, aber mit der Einwechslung von Musiala zeigte sich der Aufwärtstrend der vergangenen Tage. Das Traum-Duo Florian Wirtz/Jamal Musiala wird mit jedem Spieltag besser. Musiala zeigte im Spiel die nötige Härte und Einsatzwillen, bewies beim Elfmeter trotz seiner Jugend Nervenstärke. Zudem wird jetzt niemand mehr die Nominierung von Neuer bekritteln, wie das in den vergangenen Wochen der Fall war. Er glänzte mit seinem Stellungsspiel, machte mit seinen Abwürfen das Spiel schnell und hielt am Ende den entscheidenden Elfmeter.

Hat jemand etwas von Jürgen Klopp gehört? Er wird wohl weiterhin für einen Brausekonzern mit angeschlossener Fußball-Abteilung arbeiten. Die Niederlage gegen Ecuador im bedeutungslos gewordenen letzten Gruppenspiel erwies sich als Ausrutscher in einem ansonsten gut aufgestellten Kader. Im Achtelfinale geht es gegen den Top-Favoriten Frankreich. Der spielte bisher herausragend, ist bisher die mit Abstand beste Mannschaft im Turnier. Die deutsche Mannschaft hat jetzt einen Vorteil: Sie gilt als krasser Außenseiter. Aber mit einer weiteren Leistungssteigerung und der neu entdeckten deutschen Tugend namens „harte Arbeit“ hat sie Chancen, das Spiel ausgeglichen zu gestalten.

Das Vorbild ist die erste Halbzeit des Senegal in seinem Gruppenspiel gegen das französische Starensemble. Die Nation fiebert dem Spiel am kommenden Samstag um 23.00 Uhr entgegen. Nagelsmann wird an seiner bewährten Linie festhalten: Die Spieler bekommen frei, um mit ihren Familien den Kopf frei für die kommende Herausforderung zu haben. An Fitness fehlt es ihnen nicht, wie sie bewiesen haben. Der Countdown läuft.“

75 Sekunden entscheiden alles

Alles ist richtig in diesem Text, außer der Bericht über den Elfmeter von Kai Havertz. Er hat nicht nach links, sondern nach rechts geschossen: Paraguays Torhüter wehrte den schlecht geschossenen Elfmeter problemlos ab. Elfmeterschießen ist immer ein Glücksspiel mit klar festgelegten Rollen: Es wird einen Helden und einen tragischen Helden geben. Letzterer ist der Spieler, der den entscheidenden Elfmeter verschießt. In diesem Spiel war es Jonathan Tah, in diesem Szenario wäre es Fabián Balbuena gewesen, dessen Fehlschuss aber im Jubel über den Sieg gegen Deutschland längst vergessen ist.

Über den Ausgang des Spiel entschieden die 75 Sekunden dieses ersten Elfmeters. Aber sie entschieden auch über die Urteile über die Leistung der Mannschaft in diesem Turnier. Den Hosianna-Rufen nach den ersten beiden Partien folgte das „Kreuzigt sie“ nach dem blamablen Ausschieden. Dabei waren alle Schwächen dieser Mannschaft schon im Spiel gegen Curaçao zu erkennen, man hätte nur hinsehen müssen: fehlendes Tempo, Zweikampfschwäche, Fehlpässe am laufenden Band.

Fußball-WM
Nein, wir sind nicht stolz
Die in diesem Artikel verlinkten Medienberichte sind eine zufällige Auswahl. Im Grunde schrieben alle das Gleiche, Ausnahmen gibt es immer. Die gleichen Reporter, die von der tollen Atmosphäre im deutschen Quartier in Winston-Salem, North Carolina, schwärmten, fanden nach dem Ausscheiden kritische Worte, die bis dahin von ihnen nicht zu hören waren. Über die Familientage der Nationalmannschaft wurde breit berichtet, aber niemand nahm daran Anstoß. Jetzt gelten sie als Skandal, weil Nagelsmann sogar mit Frau und Mutter angereist war. War zuerst alles gut und großartig vorbereitet, ist jetzt alles schlecht und das hatte jeder schon immer gewusst.

Kaum jemand äußerte Kritik an der vorzeitigen Vertragsverlängerung mit Nagelsmann im vorherigen Jahr bis zur Europameisterschaft 2028. Er galt als einer der wenigen Spitzenleute in der Branche, den man unbedingt langfristig binden wollte. Jetzt empört sich jeder, dass Nagelsmann auf Vertragstreue besteht, die ansonsten in jedem Bundesligaverein selbstverständlich ist. Wenn ein Trainer vorzeitig entlassen wird, muss der bisherige Arbeitgeber eine Entschädigung zahlen.

„Zum Glück stellt Nagelsmann die Mannschaft auf. Noch.“

Wäre Fußball ein gesellschaftliches Spiegelbild, müsste Frankreich in einem goldenen Zeitalter leben. Das glaubt kein Franzose, noch nicht einmal Präsident Emmanuel Macron. Aber Fußball ist das einzige Ereignis, das Massen emotional binden kann, und zwar weltweit. Deshalb wird die Lage des deutschen Fußballs bei uns als Symptom für den gesellschaftlichen Niedergang auf allen Ebenen empfunden. Allerdings ist er vor allem ein Symptom für den Zerfall des Journalismus. Der ist als „embedded journalism“ längst zu einem integralen Bestandteil dieser gigantischen Wertschöpfungsmaschine Weltmeisterschaft geworden.

Journalisten und deren Experten versuchen nur noch eins: Mit kritischer Berichterstattung nicht zum Stimmungstöter zu werden. Schließlich hat man gigantische Summen für Übertragungsrechte gezahlt, Medien bedienen mit Berichterstattung die Erwartungen des hoch emotionalisierten Publikums. Eine kurzen Blick hinter die Kulissen dieser PR-Maschine erlaubte ausgerechnet Jürgen Klopp. In einem der zahllosen Interviews bei Magenta witzelte er über den Bundestrainer: „Zum Glück stellt Nagelsmann die Mannschaft auf. Noch.“

Alle waren empört über dieses offen ausgesprochene Misstrauen. Dafür musste sich Klopp – so wortreich wie gewunden – entschuldigen, er habe das nicht so gemeint, wie er es gemeint hat. Alle Medien arbeiteten jetzt daran, ihn zum kommenden Bundestrainer zu machen. Mittlerweile gilt der sogenannte „Rücktritt“ als sicher, rechtlich gesehen muss man wohl eher von einer einvernehmlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses sprechen. Ansonsten wird sich nichts ändern: Klopp wird im deutschen Journalismus genug Gefolgsleute finden, Ausnahmen bestätigen die Regel. Alle wollen schließlich diese gigantische Wertschöpfungsmaschine am Laufen halten.

Nagelsmann-Aus beim DFB:
Millionen, Macht und die Kunst, nicht hinzuwerfen

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3. Juli 2026

Polizeiversagen?

Sechsfachmörder von Stade: mutmaßlich wegen Pädokriminalität in der Türkei gesucht

Von
Redaktion

Wie am Freitag bekannt wurde, soll Fatih Khan G. in der Türkei wegen mehrerer schwerer Sexualdelikte gesucht werden. Türkische Justizunterlagen (UYAP) sollen Verfahren gegen ihn dokumentieren, darunter der Verdacht eines schweren Sexualdelikts in Kahramanmaraş, im Jahr 2007, sowie der Verdacht des sexuellen Missbrauchs seiner eigenen Tochter im Juni 2022 in Gaziantep. Das meldete die BILD mit Berufung auf türkische Quellen.

Brisant: Laut türkischem Polizeisystem saß G. angeblich 2021 bereits wegen eines anderen Delikts in Untersuchungshaft. Er brach aus dem Gefängnis aus und wurde seitdem per Haftbefehl gesucht. Seinen Halbbruder zitiert die BILD: „Seitdem er aus dem Gefängnis ausgebrochen ist, habe ich keinen Kontakt mehr zu ihm. Ich bin schockiert von den Morden, die ihm vorgeworfen werden.“

Trotz dieser Vorgeschichte konnte G. in Deutschland offenbar ein ungestörtes Leben führen. Der Staatsanwaltschaft Stade waren bis dato keine Vorwürfe gegen G. bekannt. Obwohl türkische Staatsangehörige für langfristige Aufenthalte in Deutschland ein Visum oder eine Aufenthaltserlaubnis brauchen, ist ein Austausch zwischen Ermittlungsbehörden kaum gegeben.

Wer ist der Killer von Stade?

Fatih G. wurde 1981 in Goslar geboren, sein Vater stammte aus der türkischen Provinz Kahramanmaraş. Er war bereits dreimal verheiratet. Auch in Deutschland war er den Behörden bekannt, unter anderem soll er die Ärzte, die ein Schütteltrauma bei seinem Kind feststellten, bedroht haben. Die Ermittler beschrieben ihn als aggressiv und schwierig im Umgang mit Behörden. Es sind aber soweit keine Gewaltdelikte seinerseits in Deutschland bekannt.

Fragen über Fragen zum Sechsfachmord in Stade
Stade: SPD-Abgeordneter ist Schwiegersohn der Fluchtwagenfahrerin

Wie Tichys Einblick bereits berichtete, war die Frau, die den Fluchtwagen fuhr und den mutmaßlichen Täter zum Tatort brachte, die Patentante des drei Monate alten Säuglings.

Die 65-jährige Silvia S. arbeitete als Sozialarbeiterin und bot psychosoziale Beratung speziell in migrantischen Familien an. Ihre Initiative wurde mit mehreren Hunderttausend Euro aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ finanziert.

Nur drei Tage vor der Bluttat hatte sie ein 20-seitiges Schreiben an mehrere Medien, unter anderem den NDR, verschickt. Darin entlastete sie die Eltern des Kindes vollständig, wies die Vorwürfe schwerer Misshandlung wie Hirnblutungen zurück und griff stattdessen die Medizinische Hochschule Hannover sowie das Jugendamt scharf an.

Sie behauptete, die Verletzungen des Babys seien auf einen „unbeabsichtigten Zusammenstoß“ im Elternbett zurückzuführen.


Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels stand, das Fluchtauto sei ursprünglich im Besitz des SPD-Abgeordneten Deniz Kurku gewesen und er habe es erst kürzlich an seine Schwiegermutter, Silvia S., übertragen. Dies stimmt nicht. Zwar hatte er selbst das Verhältnis zu Silvia S. öffentlich gemacht, der Fluchtwagen befand sich jedoch zu keinem Zeitpunkt in seinem Besitz. Auch habe er, so Kurku, keine Kenntnisse zu diesem Fahrzeug.

 

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3. Juli 2026

Schilda in der Hauptstadt

Berliner Tram: vorwärts immer, rückwärts nimmer

Von
Alexander Heiden

So eine Straßenbahn ist eine coole Sache. Eigentlich. Man steigt ein und fährt von A nach B. Am Zielort angekommen, macht man seine Erledigungen. Dann steigt man wieder in die Tram und fährt zurück von B nach A. Eigentlich.

Überall auf der Welt funktioniert das so. Überall – außer in Berlin.

Dass unsere Hauptstadt Flughafen nicht kann, ist bekannt. Jetzt lernen wir mit Staunen, dass die Metropole auch mit Straßenbahn überfordert ist. Klingt komisch, is‘ aber so.

„Urbanliner“: So weltstädtisch haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die neue Zuggeneration genannt. Man darf getrost davon ausgehen, dass irgendeine Werbe-Agentur mit guten Kontakten zu den Berliner Regierungsparteien CDU und SPD an dieser Wortschöpfung ziemlich reich geworden ist.

Der Urbanliner kommt mit ein paar Jahren Verspätung. Das kennt man ja schon vom BER. Im Dezember 2020 wurde er bestellt. Der erste Zug wurde im Juli 2024 geliefert. Aus irgendeinem Grund sollte er erst Anfang 2025 erstmals eingesetzt werden, aber das klappte nicht: Technikprobleme. Die Jungfernfahrt wurde verschoben. Dann wurde sie noch einmal verschoben: Technikprobleme. Nun soll die Super-Tram Mitte Juli 2026 fahren. Jetzt dann aber wirklich, ehrlich.

Allerdings wird das Ding keineswegs überall dort fahren, wo es fahren sollte. Denn nach einer monatelangen Hängepartie hat die Aufsichtsbehörde zwar jetzt eine Zulassung erteilt – aber die gilt nur für sehr wenige Streckenabschnitte. Noch gravierender ist die Einschränkung, die in einer BVG-internen Dienstanweisung steht:

Der Zug darf nur in eine Richtung fahren.

Sie haben richtig gelesen. Die Berliner Zeitung „Tagesspiegel“ zitiert, nun ja, durchaus genüsslich aus dieser Dienstanweisung. Da steht wörtlich: „Bis auf Weiteres dürfen die Urbanliner im Fahrgasteinsatz nur mit Fahrerstand A voran eingesetzt werden.“ Die Tram darf also nur in eine Richtung fahren. Warum darf der zweite Fahrerstand nicht benutzt werden?

Darüber schweigt sich die BVG bislang aus.

In der Folge fährt der Urbanliner bis auf Weiteres nur auf einer einzigen Linie: der M4. Denn dort gibt es an beiden Endhaltestellen Wendeschleifen. Auf der wichtigen Linie M10 zum Beispiel kann die neue Super-Tram nicht eingesetzt werden, weil da die Gleise jeweils an einem Prellbock enden. Der Zug kann nicht wenden.

Und zurückfahren darf er ja nicht.

Multimorbide Technik

Auch sonst erweist sich der neue Stolz der Verkehrsbetriebe eher als Sorgenkind.

Etwa auf der Hälfte des 200 Kilometer umfassenden BVG-Netzes darf die Super-Tram gar nicht fahren. Fast die gesamte Innenstadt ist komplett tabu. Auf einem größeren Teil der verbleibenden Netzhälfte darf der Zug nur ohne Fahrgäste fahren. Kein Witz. Und an manchen Haltestellen gilt, warum auch immer, ein Tempolimit von fünf Kilometern pro Stunde.

In Zahlen: 5 km/h, also Schrittgeschwindigkeit.

Die „Dienstliche Anordnung“ (Dano BS-26-0234) verfügt weitere Einschränkungen. So darf „die Einfahrt auf Werkstattgleise mit Dacharbeitsständen nur unter besonderer Vorsicht ggf. mit Einweisungspersonal erfolgen“. Anonyme Quellen haben dem „Tagesspiegel“ gesteckt, dass die Wagenkästen zu sehr schwanken. Das allerdings dementiert die BVG hörbar empört.

Wenn sowieso nichts funktioniert, dann muss ich auch nicht funktionieren – das hat sich offenbar die Elektronik der neuen Züge gedacht. Sie zickt ebenfalls. Die Dano vermerkt: „Erfolgt kurz nach Anfahrt aus einer Haltestelle mit Fahrgastwechsel eine Zwangsbremsung (Auslösung Mitschleiferkennung), muss sich das Fahrpersonal unmittelbar augenscheinlich versichern, dass keine Person oder kein Gegenstand in einer Tür eingeklemmt ist.“

Mit anderen Worten: Es kann passieren, dass die Elektronik automatisch eine Notbremsung auslöst – weil die Sensoren fälschlicherweise glauben, dass ein Mensch in einer der Türen festhängt und mitgeschleift wird. Dann muss der Zugführer alle Türen persönlich in Augenschein nehmen und sich davon überzeugen, dass – tja, dass die Elektronik halt spinnt.

Einweihung ohne Zulassung

Der Urbanliner ist typisches Berliner Kabarett, nur trauriger.

Im Februar hatte die BVG mit großem Bahnhof zur Jungfernfahrt eingeladen. Zwei Tage vor dem Festakt wurden alle Gäste wieder ausgeladen, der Regierende Bürgermeister und zwei Senatorinnen inklusive. Die Verkehrsbetriebe hatten zwar die Öffentlichkeit heiß gemacht, es lag aber noch gar keine Zulassung durch die Technische Aufsichtsbehörde (TAB) für die neue Bahn vor.

Die Unterlagen hatte die BVG nicht nur gerade mal zwei (!) Tage vor dem Festakt eingereicht; sie waren auch auf den ersten Blick nicht genehmigungsfähig. Jedenfalls genügte der Zulassungsbehörde ein kurzer Blick auf die Papiere, um die Jungfernfahrt sofort zu verbieten.

Das war auch gut so, denn die BVG hatte sich massiv verrechnet. Der Urbanliner ist gut 50 Meter lang und wiegt voll besetzt mit 312 Fahrgästen etwa 100 Tonnen. Die alten Züge wiegen maximal 70 Tonnen. Die TAB musste nicht lange rechnen, um festzustellen, dass die Super-Tram für die U-Bahn-Tunnel am Alexanderplatz, über die sie fahren sollte, schlicht viel zu schwer ist.

Oder anders: akute Einsturzgefahr.

Die BVG reagierte durchaus überraschend: Die über 100 Jahre alten Tunnel wurden mit Stahlstützen verstärkt, damit die Tunneldecken die Last der neuen Tram aushalten. Berlin modernisiert seine Straßenbahn, muss dafür aber den Untergrund unter den Gleisen extrem aufwändig neu abstützen. Man könnte das die archäologische Lösung nennen.

Menschliches Totalversagen

Für die mehr als peinliche Pannenserie hat der BVG-Chef auf typische Berliner Art um Entschuldigung gebeten. Henrik Falk sagte wörtlich: „Das haben wir nicht gut genug gemacht.“

Das hat der Mann wirklich gesagt.

„Nicht gut genug“ für ein komplettes Desaster auf allen Ebenen des von ihm geleiteten Unternehmens? Ja, das ist die Hauptstadt: Eine Verspätung ist eine „Anlaufphase“, liegengelassene Probleme sind „Herausforderungen“. Und wenn gar nichts mehr hilft, kommt die BVG mit ihrem Werbeslogan:

„Weil wir dich lieben.“

Damit kann man alles rosa eintünchen. Der Bus fällt aus? Weil wir dich lieben. Die Tram fährt nur in eine Richtung? Weil wir dich lieben. Der Fahrstuhl ist kaputt, die App spinnt, der Zug kommt nicht, der neue Zug kommt doch, aber nur halb, und über die Brücke darf er nicht? Weil wir dich lieben.

Berlin verklärt ruppige Unfähigkeit als lokalen Charme. Anderswo nennt man das völlig zurecht Schlamperei, hier ist es Folklore. Der Urbanliner passt perfekt zu Berlin. Eine „Super-Tram“, die zu groß gedacht ist, zu spät kommt, zu schwer ist, nur auf bestimmten Strecken eingesetzt werden darf und nur in eine Richtung fährt.

Mehr Hauptstadt geht nicht.

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