“Gesetzesirrwitz”: 17:30-SAT.1-Live-Chefredakteur rechnet mit den Plänen zum Infektionsschutzgesetz ab

Richard Kremershof, Chefredakteur von 17:30-Sat.1-live, spricht vor laufender Kamera Klartext: "Der Bund hat bislang so gut wie alles, was er in Sachen Corona angepackt hat, an die Wand gefahren”, sagt er.

Screenprint: SAT1 Hessen Rheinland-Pfalz

In einer pluralistischen Medienlandschaft wäre es keine Meldung wert, wenn ein Fernsehredakteur in einer Nachrichtensendung einen regierungskritischen Kommentar einspricht. Indes ist harte Lockdown-Kritik in den allermeisten Redaktionsstuben rar gesät. Umso mehr fällt ein Journalist auf, der gegen den Meinungsstrom schwimmt.

Jörg Zajonc:
"Es reicht. Es ist höchste Zeit für Vernunft, für Augenmaß, für Verhältnismäßigkeit."
Genau das tat der Chefredakteur des regionalen Ablegers des Senders für Hessen und Rheinland-Pfalz. In der Sendung “17:30Sat.1live” stellte Richard Kremershof der Bundesregierung ein vernichtendes Zeugnis aus. Die Änderung des Infektionsschutzgesetzes sei ein “Gesetzesirrwitz, den man dem Parlament vorlegen will”, sagte er. Etwa unterstelle die Bundesregierung in puncto Ausgangssperre “wildes nächtliches Treiben und fehlende Disziplin”. Aber habe sie dafür Belege, gerade im Hinblick auf mögliche Infektionswege zu nächtlicher Stunde, fragte er und kommentierte: “Bloße Annahmen reichen nicht, um die Grundrechte dermaßen einzuschränken”.

Angela Merkel mache mit dem Föderalismus gerade “kurzen Prozess”, erklärte er. Die Bundesländer würden “hoffentlich” wach, bevor sie entmachtet seien. Schließlich diene das föderale System seit Gründung der Bundesrepublik dazu, die Allmacht eines übermächtigen Zentralstaats zu beschränken. Es sei “alarmierend”, wie der Staat mit Grundrechten umgehe.

Dokumentation
Um das Verständnis von Freiheit steht es schlecht
An der Bundesregierung lässt Kremershof kein gutes Haar. “Der Bund hat bislang so gut wie alles, was er in Sachen Corona angepackt hat, an die Wand gefahren”, sagt er. Niemand aus der Regierung habe sich etwa für das “Impfstoffdebakel” entschuldigt oder seinen Hut genommen.

Bereits nach der Bund-Länder-Konferenz vom 3. März hatte Kremershof scharfe Kritik geübt. Angela Merkel und die Landesminister hätten “endgültig die Reise nach Absurdistan angetreten”, sagte er. Denn warum lege man sich zuerst auf eine Inzidenz von 35 fest, um sie nach wenigen Wochen wieder zu verwerfen? Dieses “Schauspiel staatlicher Unfähigkeit” bezahle man mit dem Dauerentzug der Freiheiten und viele Unternehmen und deren Mitarbeiter mit ihrer nackten Existenz.

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Kommentare ( 39 )

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Heinrich Wolter
3 Monate her

Ich verstehe diese Kritik nicht. Frau Merkel hat doch alles richtig gemacht, wie sie selbst sagt. Da darf doch ein kleiner Redakteur nicht rummeckern, besonders nicht vom Staatsfunk. Das wird noch Folgen haben. Sonst könnte ja jeder kommen!

Caro
3 Monate her

wunderbar , aber der Mann wird ganz schnell in die Früh Pensionierung gehen !

Riffelblech
3 Monate her

Dieser ganze Coronairrwitz und die erfolgte Gesetzgebung wird so lange anhalten solange Lauterbach als „ Experte „ durch die Informationslandschaft ziehen darf . Niemand bisher hat diese anhaltend mißtönige Sirene des bevorstehenden Weltuntergangs eines „ Epidemiologen „ als der er sich gerne darstellt ,der er aber gar nicht, ist mal mit wirklichen Expertenzu einem Streitgespräch zusammengebracht . Warum wohl ?
Weil er sich jämmerlich blamieren würde.
Weil dieser ganze Coronablödsinn nur ein politisches Potjemkinsches Dorf ist hinter dem die Bürgerrechte abgeschafft werden sollen.

Manfred_Hbg
3 Monate her

Ich sehe SCHWARZ, ……für Herr Richard Kremershof! Natürlich ist es zu begrüßen wenn dann sogar ein Sat1-Chefredakteur endlich mal den Mund zu diesem Corona-Desaster aufbekommt und der berliner Mutti mit ihren rückgradlosen Reg.-Bücklingen den Marsch bläßt. Doch es würde mich nun so gar nicht wundern und überraschen, wenn der arme R.Kremershof nun der Hetzjagd ausgesetzt wird, von seinen linksgrünen Medien-Kollegen gemobt wird und demnächst vielleicht auch noch einen Zettel auf seinen Schreibtisch vorfindet, mit der „Empfehlung“ und „Bitte“, dass es doch am besten für ihn wäre, wenn er sich doch so langsam mal nach einen neuen Job umsehen würde. Na,… Mehr

Islay Tedd
3 Monate her

Laut Dagmar Häusler (Biomedizinische Analytikerin) in rtv talk vom 10.04.21, kostet jeder Test, der derzeit freiwillig oder gezwungenermaßen für den Bürger „gratis“ gemacht wird, 50,–Euro. Man rechne sich das mal bei Millionen Tests hoch! Wird also letztendlich aus Steuergeldern bezahlt. Diese Unmenge Geld fehlt dann natürlich insbesondere im Gesundheitssystem. Von den sowie so in Massen gedruckten und helikoptermäßig verteilten Geld-„Hilfen“ für die Wirtschaft ganz zu schweigen. Geht es so weiter, haben wir in 10 Jahren überhaupt kein Gesundheitssystem mehr, dass diesen Namen verdient. Dann kann nur noch zum Arzt, wer es sich privat leisten kann. Und hinzukommt, dass ja nach… Mehr

chino15
3 Monate her
Antworten an  Islay Tedd

Auch der Lockdown soll PRO WOCHE 5 Milliarden Euro kosten. Wir sind jetzt in der 24. Woche, damit wären schon mal 120 Milliarden Euro zum Fenster hinaus geworfen. Was hätte man erreichen können, wenn man nur die Hälfte davon ins Gesundheitssystem investiert hätte!!!

teanopos
3 Monate her

Die meisten Leute haben offenbar komplett ein Rad ab und glauben immernoch dass diese Regierung ihnen irgendetwas gutes tut oder will. An dieser verzerrten Wahnemung sind inbesondere wieder die weitestgehend gelichgeschalteten ÖR Medien schuld, das ist das gleiche Spiel wie 2015. Man braucht Corona, denn was sonst soll am unausweichlichen Staatsbankrott nicht nur Deutschlands schuld sein? 😉 Bankrott einmal aus dem Corona Lockdown selbst, sowie andererseits aus der ohnehin sich hat anbahnenden Wirtschaftskrise bereits vor Corona. Genau hier liegt der Knackpunkt, der Kern und die Ursache allen Handelns dieser Regierung. Im ablenken von den eigenen Fehlern und Versäumnissen, das aufbrechen… Mehr

Moses
3 Monate her

Dass der Dame schon längst nur um die Macht geht, wissen wir. Wenn ich aber sowas lese: „Kanzlerin will Reisen mit Quarantäne unattraktiv machen „Was ist mit Deutschen, die reisen? Hundertmal habe ich die Frage in den Runden gestellt: Warum können wir die Reisen nicht verbieten? Dann bekomme ich immer die auf ehemalige DDR-Bürger gemünzte Antwort, dass wir ein freies Land sind. Man kann zwar 15 Kilometer Sperrzone einführen, aber es ist schwer, Reisen in die Welt zu verbieten“, so die Politikerin.“ dann bekomme ich ganz einfach Angst.  Mir ist dann egal, geht es um eine Paranoia oder beginnenden Alzheimer- ich… Mehr

Dunkelsachse
3 Monate her

Heute wurden im COVID-19-Dashboard des RKI 10810 Covid-19-Fälle, die gern fälschlich als „Neuinfektionen“ bezeichnet werden, gemeldet. Tatsächlich wurden jedoch am 12.04.2021, auch das steht „im Kleingedruckten“ auf der gleichen (!) Seite, nur 5313 Fälle von den Gesundheitsämtern gemeldet. So läuft das dauerhaft!

chino15
3 Monate her
Antworten an  Dunkelsachse

Ich wundere mich auch ständig: laut welt.omline wurden gestern 21.693 „Neuinfektionen“ und 342 „neue Todesfälle“ gemeldet, nach Worldometer waren es 10.277 „Neuinfektionen“ und 298 Todesfälle. Entweder ist man komplett unfähig bei der Datenerfassung oder man lügt bewusst. Oder beides?

Max Berstorff
3 Monate her

Der Herr hat so was von recht. Die Verfassungsfeindin sitzt im Bundeskanzleramt und niemand unternimmt was. Niemand unternahm was. Vielleicht soll der nahende Staatsbankrott aufgehübscht werden? Die Frau ist eindeutig durchgeknallt. Und es traut sich immer noch niemand, ihr das klar zu machen. „Interessiert mich doch nicht, dass ich schuld bin, nun sind sie halt da.“ Usw.

Oblongfitzoblong
3 Monate her

Tenor aus Gesprächen mit Nachbarn: Es wird auch Zeit, dass endlich eine einheitliche Regelung für die „Coronakrise“ gemacht wird. Merkel macht das doch prima! Sehen die die Entwicklung nicht? Ich weiß nicht mehr weiter.

Sabine
3 Monate her
Antworten an  Oblongfitzoblong

Kenne ich!! Viele finden es toll, dass Merkel jetzt endlich mal durchgreift. Und heute Morgen im Real standen gesunde Lemminge in einer riesigen Schlange vor dem Testzentrum. Ich hätte am liebsten laut angefangen zu schreien!
Und jetzt noch Strafanzeigen gegen den Weimarer Richter! Ich verzweifle und weiß auch nicht mehr weiter!

FZW
3 Monate her
Antworten an  Oblongfitzoblong

Man kann wohl getrost davon ausgehen, dass das deutsche Volk (inklusive der noch nicht so lange hier Lebenden) noch nicht reif für eine demokratische Staatsform ist. Sie wurde uns nach dem WK II von den Alliierten „aufgenötigt“ aber wir haben sie leider immer noch nicht verinnerlicht.