Fratzscher will Sonntagsöffnungen gegen die Krise. Doch wenn Innenstädte erst „wieder belebt“ werden müssen, beschreibt er selbst den Niedergang, den es laut Kanzler ja gar nicht gibt. Die Gründe für den immer schwächer werden Konsum, erwähnt er natürlich nicht.
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„Es gibt auch keinen Grund für Pessimismus und Schwarzmalerei über die Zukunft unseres Landes. Es liegen nicht die besten Jahre unseres Landes hinter uns, sondern es liegen sehr gute Jahre vor uns. […] Und das heißt, dass wir die sehr deutschen Reflexe des Schlechtredens, dass wir auch die parteipolitischen Spielchen hinter uns lassen müssen.“
So sprechen Führungspersönlichkeiten: positiv, offen und überzeugend. Positiver, offener und überzeugender kann niemand die reale Wirklichkeit – also so, wie unser Land tatsächlich ist, also im Innersten, wenn man sich nicht von Kleinigkeiten und Äußerlichkeiten ablenken lässt, eben ist – präziser beschreiben als unser Kanzler. Der Tagesspiegel hat diese bedeutenden Worte freundlicherweise für uns aufgezeichnet und sie so als geschichtliches Dokument für die Nachwelt erhalten, die ja einmal wissen will, wer dafür verantwortlich ist, dass alles so wunderbar ist und es allen so gut geht.
Nun hat sich der für seine profunden Analysen hochgeachtete Präsident des DIW, Professor Marcel Fratzscher, für eine Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten an Sonntagen ausgesprochen. Eine begrenzte Freigabe, so Fratzscher, sei richtig, weil sie den stationären Einzelhandel im Wettbewerb mit digitalen Angeboten stärke und Innenstädte beleben könne. Gerade kleinere Geschäfte bräuchten mehr Flexibilität, um im Wettbewerb mit Online-Plattformen bestehen zu können, so der DIW-Präsident weiter. Sonntagsöffnungen könnten zudem die soziale Teilhabe stärken, weil Innenstädte wieder stärker zu Orten der Begegnung und des öffentlichen Lebens würden.
Warum müssen Innenstädte wieder zu Orten der Begegnung werden? Warum müssen sie wiederbelebt werden? Wenn ja, wer hat sie denn wann in diesen bedauerlichen Zustand versetzt, dass jetzt eine Belebung notwendig ist? Warum muss der stationäre Einzelhandel vor digitaler Konkurrenz geschützt werden? Folgt Fratzscher hier vielleicht dem deutschen Reflex des Schlechtredens? Nörgelt er vielleicht sogar?
Oder hat Fratzscher einen Punkt? Oder doch nicht? Liegt das Problem des Einzelhandels vielleicht eher daran, dass den Steuerzahlern unter ihren Kunden vorher alles Geld abgenommen wurde und ihnen jeden Tag für den Konsum weniger übrig bleibt? Liegt es vielleicht auch daran, dass jeden Monat Tausende ihre Arbeit verlieren? Könnte es eventuell auch daran liegen, dass die Waren durch mehr Abgaben und Steuern immer teurer werden und für viele schlicht nicht mehr erschwinglich sind? Manche Läden, vor allem kleinere und inhabergeführte Geschäfte, öffnen zudem jetzt schon nicht mehr jeden Tag. Sie müssen Kosten sparen, denn an manchen Tagen kann mit dem, was vom Umsatz übrig bleibt, kein Angestellter mehr bezahlt werden. Allein letztes Jahr haben 50.000 Geschäfte geschlossen und 60.000 Angestellte entlassen.
Die Diskussion, die Fratzscher anregen will, kann, ähnlich der Diskussion über die Krankschreibung, nur einen Zweck verfolgen: nicht über die tatsächlichen Gründe für den Niedergang Deutschlands sprechen zu müssen. Genauso wenig, wie Firmen wegen des Krankenstandes Deutschland verlassen, ändert ein verkaufsoffener Sonntag etwas am Problem des Konsums. Die Gründe sind andere, die, wie alles in diesem Land, nicht benannt werden dürfen.
Aber, Professor Fratzscher, warum so halbherzig bei den Vorschlägen? Warum nicht groß denken? Warum nicht in die Vollen gehen? Warum keine Acht-Tage-Woche? Die könnte man dann, EU-weit vereinheitlicht, bis 2035, um die Demografieeffekte auszugleichen, auf eine Neun-Tage-Woche erhöhen.

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Ein Ökonomieastrologe gibt Ratschläge.
Zu Professoren dieser Art, die wir an unserem Institut früher leider auch hatten, sagten wir nur: „Professor e.c.“ (erroris causa)
Wenn dieser Mann so intelligent ist, wie er aussieht, wundert mich gar nichts mehr…!
Marcel Fratzscher ist die lockere Schraube im Getriebe. Irgendwie gehört sie zwar dahin, aber man kommt nicht an sie ran, ohne den gesamten Motor auseinanderzunehmen! Also lässt man die Schraube einfach locker und hofft, dass alles irgendwie gutgehen wird.
Ich schlage dennoch eine neue Verschrottungsprämie vor. Vom alten Motor kann man sich dann ja alle brauchbaren Teile abschrauben…😎
Gerade kleinere Geschäfte bräuchten mehr Flexibilität, um im Wettbewerb mit Online-Plattformen bestehen zu können: Kennt dem Mann überhaupt ein Ortsinneres? Für meinen Geschmack braucht es nicht mehr Flexibilität bei den Öffnungszeiten, sondern weniger Autofeindlichkeit. Wir leben außerhalb. Ich würde ja meine Wocheneinkäufe – die ich mit dem Auto erledige – gerne mit einem Ortsbummel verbinden. Der Supermarkt – außerhalb des Ortes – hat Parkplätze, der Ort? Eher nicht. Ich sehe es auch nicht ein, dass ich für einen Parkplatz am Straßenrand, an dem Straßenrand, der aus meinen Steuergeldern bezahlt wurde, zusätzlich Parkgebühr zahlen soll. Im übrigen zeigen viele Orte, wie… Mehr
So etwas mit Titel Prof. spiegelt den zwischenzeitlichen Standard und die Verhältnisse wieder. Entschuldigung für den Ausdruck, aber für mich ist das ein „Idiot“
Sie müssen sich absolut nicht entschuldigen🥹
Das sojemand Professor ist sagt alles über den Verfall Deutschlands.
Mehr muss niemand wissen.
Trefferquote bei seinen Voraussagen 0%.
Mir scheint, dass die Städte zumindest zeitweise und in bestimmten Gegendensehr “ belebt“ sind. Die Frage ist allerdings, von wem und wie ? Vielleicht ist auch nicht jeder an Eindrücken aus Kabulinteressiert. Oder gar an “ Begegnungen“, Und vice versa an solchen mit Ungläubigen.
Über die Jahre habe ich für mich festgestellt das, wenn ich immer genau das Gegenteil getan hätte, was Hr. Fratzscher empfohlen hat, dann hätte ich eine signifikant höhere Chance gehabt richtig zu liegen.
Ich kann mich ja irren, aber auf mich wirkt dieser Typ wie ein opportunistisches Mietmaul.
Ansonsten stimme ich Forist „Der Person“ völlig zu 🙂
„Opportunistisches Mietmaul“. Ich würde mir schon mal eine Tasche mit Zahnbürste und Wäsche zurechtstellen. Für mich gilt die Regel: Es tritt immer das Gegenteil von dem ein, was dieser staatlich alimentierte Apologet des Regierungshandelns so von sich gibt.
„Nun hat sich der für seine profunden Analysen hochgeachtete Präsident des DIW“ – ist das ernst gemeint oder zynisch? Eine profunde Analyse von Fratzscher 2016 „„Flüchtlinge werden Renten der Babyboomer zahlen“2025 forderte er dann einen „Boomer-Soli“ und ein freiwilliges soziales Pflichtjahr für Rentner. Natürlich ändert eine Sonntagsöffnung nichts am Konsum, das ist genau so unsinnig , wie die Städte wieder beleben zu wollen. Viele Städte sind doch sehr belebt, nur konsumiert die Klientel nicht und die Konsumenten „schrecken“ diese belebten Innenstädte immer mehr ab. Auf der anderen Seite ist dieses festhalten am verkaufsfreien Sonntag typisch scheinheilig, typisch deutsch halt. Diejenigen,… Mehr
Tja, ich denke da leider wieder ganz anders:
Das wirklich Dumme dabei ist nämlich, dass sich mein Geld auch an einem Sonntag nicht wie von Geisterhand vermehrt. Aber Polizei und Krankenhäuser würden mit „Öffnungszeiten“ nunmal tatsächlich nur sehr wenig Sinn stiften…!