Absatzkrise bei Porsche: Tausende Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

Unerfreuliche Entwicklung nun im nächsten deutschen Spitzenunternehmen: Sportwagenhersteller Porsche will 4.000 weitere Stellen streichen, die Konzernführung reagiert damit auf die aktuelle Absatzkrise, der Jobabbau könnte aber noch größere Dimensionen erreichen. Auch im Management wird umgebaut.

picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON

Nach bereits vereinbarten 3.900 Stellenstreichungen könnten nach Informationen aus Unternehmenskreisen weitere 4.000 Jobs wegfallen. Davon besonders betroffen sind Verwaltung und Management. Am Entwicklungsstandort Weissach sollen 30 Prozent der Kapazitäten gekürzt werden. Bis Ende Juli soll entschieden werden, wie tief die nächsten Schnitte ausfallen. Die Maßnahmen seien eine direkte Reaktion auf die anhaltende Absatzkrise und auf den Druck der Investoren.

14,7 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft

Im ersten Quartal 2026 sanken die Auslieferungen um 14,7 Prozent auf 60.991 Fahrzeuge. Das operative Ergebnis brach um 21,9 Prozent auf 595 Millionen Euro ein, die operative Marge fiel von 8,6 auf 7,1 Prozent. Der Umsatz ging um 5,2 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro zurück. Die Gründe liegen in der Beendigung der Verbrennermotoren-Produktion beim 718er-Modell, dem Hochlauf des elektrischen Macan im Vorjahr sowie im Auslaufen von Förderungen in den USA. Besonders stark traf es den wichtigen China-Markt mit einem Minus von 21 Prozent.

Porsche-CEO Michael Leiters steht unter Druck: Bei der Hauptversammlung im Juni drängten Investoren auf einen schnelleren Sanierungskurs. Leiters räumte ein, dass das Portfolio zu komplex geworden sei. Die Zahl der Varianten soll daher deutlich reduziert werden. Gleichzeitig prüft das Unternehmen den Ausbau margenstarker Modelle – sowohl bei klassischen Sportwagen als auch bei großen SUVs. Die vollständige Strategie „Strategy 2035“ will Leiters erst am Kapitalmarkttag am 7. Oktober detailliert vorstellen. Sie zielt auf eine schlankere, schnellere Organisation mit Fokus auf die sportliche Marken-DNA, reduzierte Modellvielfalt und operative Exzellenz. Das alte Ziel einer 20-prozentigen Marge („Road to Twenty“) wurde bereits auf realistischere 10 bis 15 Prozent korrigiert.

Managerinnen müssen gehen

Parallel zum Stellenabbau läuft ein Umbau im Management, berichtet dazu das Handelsblatt: Nach einer ersten Verkleinerung des Vorstands trifft es nun die Ebene darunter. Vertriebsvorstand Matthias Becker reduziert die Zahl der Vertriebsregionen von fünf auf drei. Die Regionen Deutschland und Europa werden unter Führung des bisherigen Deutschlandchefs Robert Ader zusammengelegt. Die bisherige Europachefin Iryna Kauk verliert ihre Position. Intern sei der Führungskreis bereits informiert worden. Auch die kleine Hauptabteilung für Luxus- und Exklusivitätsprogramme wird neu zugeordnet. Deren Chefin Maryam Djavadi, die erst kürzlich vom Nobelkaufhaus Harrods nach Zuffenhausen gewechselt war, soll das Unternehmen offenbar verlassen.

Diese Entwicklungen bei Porsche sind Teil einer branchenweiten Krise – der Mutterkonzern Volkswagen Group muss laut Berichten des Manager Magazins und Reuters noch radikalere Maßnahmen setzen: Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit gestrichen werden, das würde 15 Prozent der 667.000 Beschäftigten treffen. Zusätzlich droht die Schließung von vier deutschen Werken in Emden, Hannover, Zwickau sowie dem Audi-Standort Neckarsulm, was weitere 45.000 Jobs direkt gefährdet.

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Kommentare ( 7 )

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7 Comments
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Haba Orwell
31 Minuten her

> Sportwagenhersteller Porsche will 4.000 weitere Stellen streichen, die Konzernführung reagiert damit auf die aktuelle Absatzkrise, der Jobabbau könnte aber noch größere Dimensionen erreichen.

Porsche-Autos erzeugen viel CO2. Der Laden könnte doch gendergerechte Design-Fahrräder bauen? (Sarkasmus)

Yani
33 Minuten her

Die positiven Dinge wurden in dem Artikel nicht erwähnt. Jetzt sprudeln erstmal die Steuereinnahmen aus den fetten Abfindungen und die freigesetzten, gut gemästeten Grünwähler haben nun viel mehr Zeit sich den wichtigen gesellschaftlich relevanten Dingen zu widmen. AfD Parteitage blockieren, Klimakleberei, Omas gegen räächts, Flüchtilantenhelferei und alles was dem Leben dieser Wessis sonst noch “Sinn” gibt.

Metric
35 Minuten her

Na und? Der „Tagesspiegel“ zB hat dagegen heute mal wieder Collin Fernandes als Aufmacher auf der Titlseite. Das ist viel wichtiger.

ThomasP1965
43 Minuten her

Nein. Es ist erfreulich, dass ein Hersteller von Autos, die besonders viel zur Zerstörung der Umwelt beitragen, Probleme hat, kleiner wir und hoffentlich bald, wie die Dinosaurier ausstirbt.
Das fossile Autol hat keine Zukunft. Genausowenig wie die fossile Heizung.
Wer sein Geschäftsmodell nicht konsequent umstellt und an alten Geschäftsmodellen festhält erleidet das Schicksal von Nokia und Agfa. Die deutsche KFZ Industrie ist auf diesem Weg. Und es geht schneller, als mancher denkt. In 10 Jahren ist die Verbrennerprodukion nur noch Nische.

Last edited 40 Minuten her by ThomasP1965
Nibelung
48 Minuten her

Im Zuge aller Absetzbewegungen schließen sich nun auch die Unentwegten an, die bis zuletzt behauptet haben, daß Deutschland mit seinen Fertigkeiten noch eine Zukunft haben könnte, was an Verlogenheit trieft und vor über vierzige Jahren in Asien schon erkennbar war und nun kann die Regierung mit ihrem ganzen Anhang der Gewerkschaften sehen wie sie weiter kommen und da ist guter Rat teuer und eher aussichtslos, denn wir befinden uns im Verteilungswettbewerb im Endkampf und haben alles unterlassen um diesem Debakel nach Möglichkeit zu entgehen. Doch nicht so helle, wie sie sich nach außen geben und wer auf den falschen Kapitän… Mehr

Sonny
56 Minuten her

Nun kommt die Quittung für haufenweise falsche Entscheidungen und Leugnung der Realitäten.
Die Realität holt einen i m m e r ein, aber eben zeitversetzt.
Ein ordentlicher Widerspruch hat auch bei Porsche gefehlt. Das gesamte Management ist eigentlich die erste Gruppe, die hätte gehen müssen. So läuft das aber leider nicht.

jwe
57 Minuten her

Glaubt man den Experten wie Todenhöfer, Kempfer und Co, liegt das Problem nur darin, das Porsche sich nicht schnell genug vom Verbrenner getrennt hat. Dumm ist nur, dass keiner die E-Autos im großen Umfang haben will. Hätte Porsche eher auf die Kundschaft gehört als auf Politik, wären die Einschnitte wesentlich geringer gewesen und man hätte entsprechend geräuschlos anpassen können.
Die Baden-Württemberger Malocher wird der Arbeitsplatzabbau nicht stören, Bürgergeld und Co warten in üppiger Höhe. Das Wegbrechen der Gewerbesteuer und Sozialversicherngsbeiträge wird mit Sondervermögen kompensiert.