CDU-Wagen auf Kölner CSD ausgebuht und ausgepfiffen

Beim Kölner CSD wurde der Wagen der CDU lautstark ausgebuht und ausgepfiffen sowie von „Merz, leck Eier!“-Rufen begleitet. Trotz ihrer harten Regenbogen-Anbiederung keine LGBTQ+-Liebe für die CDU, das ist bitter.

IMAGO

Beim Kölner Christopher Street Day bekam die Union eine Lektion, die keine Parteiklausur besser liefern könnte. Der Wagen der CDU rollte durch die Parade, aus der Menge kamen Buhrufe und Pfiffe, dazu der Ruf: „Merz, leck Eier!“ – offenbar an mehreren Punkten und begleitet von erhobenen Mittelfingern.

So endet die Anbiederung: in einem Schmerzensmeer aus Buhrufen. Modern, bunt, brav anschlussfähig will die CDU sein. Regenbogenflagge oft noch zu harmlos auf dem Weg zum totalen konservativen Ausverkauf und hin zur Progress Pride Flag. Und vielen CDU-Protagonisten geht das Anschleimen an die durchaus als sehr eigenwillige Wählerklientel niemals weit genug.

Ein besonders schamloses Beispiel von Unionen liefert dabei immer wieder Kai Wegner aus Berlin, bei dem manche Spötter vermuten, dass er sich auch ein Kleid überstülpen und über das von CDU unterstützte Selbstbestimmungsgesetz fortan Kailinde nennen würde, wenn es die CDU nur wieder nach vorne bringen würde (Auflösung: tut’s nicht). Die B.Z. schreibt am 4.6.2026: „Nutzt der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) den Christopher Street Day (CSD) für seinen Wahlkampf? Die Senatskanzlei hat einen eigenen Truck für die Parade Ende Juni angemeldet. Kosten: 375.000 Euro!“ Es ist niemals genug in dieser überschuldeten Stadt.

Das Publikum beim gut besuchten Kölner CSD (über eine Million Besucher) machte aus ihrer CDU-Abneigung nun keinen Hehl mehr eine Demütigung. Die feiste Selbstzufriedenheit in den Gesichtern der CDU-Funktionäre auf dem bunten Wagen wich jäh unter den Buhrufen und -pfiffen des CSD-Publikums und erstarb dann völlig unter den „Merz, leck Eier!“-Rufen. Der Slogan kommt zwar von links, hat sich aber durchaus auch auf der rechten etabliert. Insofern ist es stellenweise nicht mehr ganz so einfach die Absender politisch zuzuordnen. Auf einigen Videos lassen sich jedoch größere linke Gruppen ausmachen. Es lässt sich wohl festhalten, dass man hüben wie drüben Merz gleichermaßen ablehnt. Und zunehmend auch die willen- und rückgratlose CDU, die ihn stützt und es ihm gleichtut. We agree to disagree.

Der CSD ist längst auch ein Machtraum linker Kulturpolitik. Dort werden Zugehörigkeiten verteilt. Wer mitläuft, bestätigt den Rahmen. Wer nicht genügt, wird abgekanzelt. Die CDU wird sich niemals tief genug bücken können, um die Liebe dort zu finden, wo sie sie so krampfhaft sucht.

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Kommentare ( 9 )

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Antaam
17 Minuten her

Wir wohnen in einer Wohnanlage einer Wohnungsbaugenossenschaft (früher AWG). Uns ist jetzt eine Mitteilung ins Haus geflattert, wo wir uns für den CSD-Wagen der Genossenschaft bewerben dürfen für den CSD in unserer Stadt. Begründung: Unser Motto: Wir lieben doch alle, vor allem die Buntheit (meine Worte). Die haben dafür die üblichen Textbausteine benutzt. Bin voll empört! Wird ja von unseren Mieten bezahlt.

P.Schoeffel
25 Minuten her

Na und?
Selber schuld. Wenn man bei jedem Blödsinn mitmachen muß. Für mich noch ein Grund, nie mehr CxU zu wählen.

Nihil Nemo
28 Minuten her

Der, der die CDU berät, würde auch empfehlen, einen Bratwurststand vor dem Veganerkongress aufzustellen.

RiverHH
30 Minuten her

Diese Partei ist so was von fertig, durch, überflüssig, verblödet und fernab jeglicher Realität in unserem einst vor 2015 so schönen und liebenswerten Vaterland.

Kalmus
32 Minuten her

Welchen Anspruch diese Randgruppen haben, zeigt ein Plakat für den CSD in Leipzig: Eine erhobene Faust mit Regenbogenbinde und die Parole „Keine Ruhe, kein Zurück, queere Rechte, Stück für Stück!“ Darunter der hämische Hinweis „Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel…“. Das Schönste ist der Herausgeber: Staatsministerium für Gesundheit, Soziales und GESELLSCHAFTLICHEN ZUSAMMENHALT. Das ist, finde ich, grotesk.

Noelender Noergler
35 Minuten her

Das gilt auch für andere Politikbereiche, und auch dort bleibt die CDU-Lernkurve extrem flach. Deshalb gilt: auch im Westen nix neues. Tragischer als das Versagen einer weiteren ehemaligen Volkspartei, für die sich immerhin eine Konkurrenz entwickelt, erscheint mir der von einer früher zumindest teilweise unabhängigen Justiz dem CSD-Komplex zugebilligte Machtzuwachs. Lt. SächsOVG ist ein eine halbe Stadt malträtierendes CSD-Straßenfest von sexuell „befreiten“ Feierbiestern welchen Geschlechts auch immer eine geschützte politische Versammlung!

Rainer Schweitzer
42 Minuten her

Noch ist für die CDU nicht aller Tage Abend, an der „queeren“ (ganz böse Menschen würden sagen: der sexuell abnormen) Front! Sie braucht ja nur einen Bundestagsabgeordneten dazu zu bewegen, sich den Schädel rasieren und tätowieren zu lassen sowie Frauenkleider, am besten auch Strapse zu tragen, in einem „Akt der Selbstermächtigung“ als „Frau mit Penis“. Obwohl…, wenn man so drüber nachdenkt…: Ein rosa Tütü mit oder ohne weiße Strumpfhose wäre ebenso wirkungsvoll…

Last edited 38 Minuten her by Rainer Schweitzer
Wilhelm Roepke
55 Minuten her

Die Union hat immer noch nicht kapiert, dass sie die Wahl hat zwischen dem Ende der Brandmauer und dem eigenen Untergang, denn linksgrüne Sozialisten wählen niemals Union.

Haba Orwell
55 Minuten her

> Trotz ihrer harten Regenbogen-Anbiederung keine LGBTQ+-Liebe für die CDU, das ist bitter.

Mir egal, wen die Tuntenden:innen lieben und wen nicht. Sollte wer aus diesen Kreisen mich begehren, könnte ich mir schon Sorgen machen.