Die FAS sorgt für Heiterkeit (Vorsicht sarkastisch), die WamS bietet ein Bukett, die BamS besticht durch Kürze und alle sind im Sommerloch angekommen. Sonntagszeitungen, gelesen für Sie von Roland Tichy und Fritz Goergen.
Der SPIEGEL ist in dieser Woche ein Fenster in die Welt. Lesenswert das Doppelinterview Junker/Schulz. Ungewollt offenbar das Duo, woran die EU krankt - und die peinliche Schwäche des Europa-Parlaments, das diesen Namen nicht verdient.
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) 222.000 neue Flüchtlinge registriert, etwas weniger als im ersten Halbjahr 2015 (228.000). Dennoch: Zwischen Januar und Juni sind mehr Flüchtlinge gekommen als im ganzen Jahr 2014. Damals waren es 203.000.
Auch das exakte Gegenteil dessen, was bislang als Argument genutzt wurde, wird kackendreist als Trumpfkarte auf den Tisch gelegt. Zeigt Ludger Kusenberg aus dem Leben gegriffen.
Draghi rettet Italien, Barroso geht zu Goldman Sachs. Siggi hat noch keinen neuen Job und Nein heißt jetzt Nein – aber natürlich nicht beim Asylrecht.
Warum sollten jemand sein Kapital aktuell nach Europa schicken? Die Antwort kann einem den Schlaf rauben, aber der Schuss wird in Berlin, Paris, Rom und Brüssel immer noch nicht gehört. Wahrscheinlich muss es noch viel schlimmer kommen, bevor diese Ignoranz von den Flutwellen der Unruhe hinfort gespült wird.
Holger Douglas sprach mit Ralph Thiele, Oberst a.D., Vorsitzender der politisch-militärischen Gesellschaft und Geschäftsführer StratByrd Consulting.
Jede globale Veränderung muss sich lokal bewähren. Denn Produktion und Dienstleistung sind ortsgebunden. Der Ort zur gesellschaftlichen Bändigung des Globalen ist das Lokale. Die öffentlichen Räume des Nationalstaats und globaler Entwicklungen korrespondieren nicht.
Mimoun Azizi empfiehlt den deutschen Wohlfahrtsverbänden, sich ihre Ansprechpartner bei Muslim-Organisationen genauer anzuschauen - und lieber selbst aktiv zu werden. Eine abgeschottete, kultur- und integrationsfeindliche Parallelgesellschaft ist bereits im Entstehen begriffen.
Bildung ist Anfang und Voraussetzung jeglichen Fortschritts. Wissenschaft bedeutet, die eigenen Glaubenssätze (oder Hypothesen, wie Popper sagt) in Frage zu stellen. Wer Wissenschaft und Bildung erst nimmt, geht mit tausend Fragen durch die Welt. Wissen ist wichtiger als Glauben. Zweifeln besser als Beten.
Entgegen allen Sonntagsreden ist die EU kein Projekt eines ethisch fundierten westlichen Demokratie-und Rechtsstaatsprojekts, sonst hätte Großbritannien als die älteste Demokratie Europas von Anfang an dabei sein müssen. Es handelte sich um ein Kaufmannsprojekt von Firmen, die in staatlicher Hand waren.
Christean Wagner sagt: Der Konservative verteidigt nicht das Bestehende, sondern das Bewährte. Für ihn ist nicht Fortschritt, was heute schlicht nur anders ist als gestern. Fortschritt ist dagegen das, was heute besser ist als gestern.
Wer mir sagt, was mir wichtig zu sein hat, ist ein Feind meiner Freiheit. Ich wähle selbst, was mir wichtig ist. Freiheit soll immer die Freiheit der Andersdenkenden sein, sagt man. Ich übersetze das so: Freiheit ist die Möglichkeit, ganz andere Dinge wichtig zu finden als der Mitmensch. In einem freien Land dürfen und können Menschen völlig unterschiedlicher Wichtigkeiten mit- und nebeneinander leben.
Den ersten von ihren früheren Parteien Enttäuschten, die in ihrem fast unbegrenzten Vertrauen alle Hoffnung in die AfD setzten, bringen Meuthen und Petry bei, warum ihre Alternative keine sein wird.
„Steinblaue Schönheit“, „Dezente Opulenz“, “Hüterin der Freiheit“, „Befreiter Feuervogel“, „Melodie der Anmut“, „Erde des Südens“ oder „Tanz der Sehnsucht“ – darunter macht es das gute alte Alpina von 2016 nicht mehr. Ein Besuch im Baumarkt.
Das Projekt EU scheitert nicht an den Bevölkerungen und am Nationalismus, sondern an der Unfähigkeit der Eliten, die Menschen in das neue Zeitalter der Globalisierung und der Digitalisierung zu führen und dabei gleichzeitig die soziale Frage für die Abgehängten zu beantworten.
Angesichts der demonstrativen Selbstgewissheit in Brüssel, Luxemburg und Strassbourg sollte man die Eckdaten nicht vergessen: Der Anteil der EU am (kaufkraftbereinigten) Bruttoinlandsprodukt der Welt sank von 21,77% (2005) auf 16,95% (2015). Aber rund 50% der Sozialausgaben der Welt werden in der EU ausgegeben – bei einem Bevölkerungsanteil von 7 bis 8 %.
Rosinen picken ist gut und richtig. Aus dieser eigensinnigen Ordnung erwächst nämlich der Fortschritt. Staaten zwingt der Systemwettbewerb zu Anpassungen, die sonst nie stattfinden würden.
Kaum hat der Brexit seine Spuren in ganz Europa hinterlassen, werden die Folgen erkennbar. Wer Geld sicher anlegen will, braucht dennoch nicht zu verzweifeln. Denn die Krise birgt Chancen.
Die Eliten haben versagt: Sie haben keine europäische Verfassung zustande gebracht. Und jetzt arbeiten sie ihre Frustration ungekonnt an den „Bevölkerungen“ ab, die sich zunehmend nicht mehr mit dem seelenlose Technokratenkonstrukt EU identifizieren mögen.



























