Wenn Tsipras mit dem Grexit spielt, dann hilft nur eine knallharte Hand. Dann muss Griechenland die Chance bekommen, ohne die Last des Euro mit einer eigenen Währung neu anzufangen und die marode Wirtschaft und die maroden Strukturen rundzuerneuern.
Von den Einträgen auf Facebook, Twitter und Co., die sich mit Politik befassen, geht es in jedem zweiten ums Rechthaben. Beim Thema Zuwanderung ist das nicht anders als beim Islam, bei der Ukraine-Frage zwischen den Polen Washington und Moskau, beim Euro mit und ohne Griechenland, beim Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA – und allen anderen auf der nach oben offenen Problemskala. Die meisten in den Sozialen Medien wie auf den Diskussionsforen der Online-Versionen von Print, Funk und Fernsehen wollen gar nicht diskutieren, sondern rechthaben und Recht kriegen. Anderen Meinungen wird in der Regel höchst aggressiv begegnet. Toleranz der anderen Position ist selten anzutreffen, Respekt derselben schon gar nicht.
Unter den Linden – „Das große Misstrauen, Europas Bürger begehren auf“…
Die Ideologie der „Freien Liebe“, die in den sechziger Jahren die Gesellschaft über die Menschen kam, ist ein verkanntes Problem.
Die Freie Liebe zersetzt die westlichen Gesellschaften, weil sie die Beziehungsfähigkeit von Männern und Frauen zerstört und dies bis in die jüngsten Generationen hinein.
Es ist ein großer allgemeiner Irrtum, dass vor allem der Feminismus oder der ihm nachfolgende Genderismus (die großes Zerstörungspotenzial in sich tragen) die Gesellschaft beschädigt hätten. Den Hauptschaden haben die westlichen Gesellschaften womöglich durch den Irrglauben der Freien Liebe erlitten, der Ideologie, dem Fantasma der Freien Liebe, der Blumenkinderei, gegen die so gut wie niemand resistent war und ist. Vor allen Dingen bei den Männern ist der Irrglaube stark vorhanden, dass vieles mit den Frauen deswegen schief läuft, weil der Feminismus /Genderismus ihnen die Frauen gleichsam abspenstig gemacht hätte. Stattdessen hat ein anderes Phänomen, das viel stärker ist, Männer und Frauen auf der Freien Liebe ausrutschen lassen und sie gegenseitig so verunsichert, dass sie beziehungsunfähig geworden sind.
Ich bin seit über 30 Jahren Spiegel-Abonnent und habe den Spiegel stets für eine Institution gehalten, die im deutschen Meinungsspektrum unübersehbar wichtig ist. Doch diese Reputation bekommt immer mehr Kratzer. Soeben lese ich die neue Spiegel-Titelgeschichte "Wohin mit dem Geld?", ein Thema, das offensichtlich auch die gutverdienenden Spiegelredakteure bewegt. Autor ist Wirtschafts-Ressortleiter Armin Mahler, der starke Mann in der Mitarbeiter-KG, die den letzten Chefredakteur Büchner weggeschossen hat.
Dein Samsung Smart TV spioniert dich grundsätzlich aus, berichtet The Daily Beast: Dein Fernsehen mit deiner Stimme steuern zu können, ist bequem, Samsungs Voice-Command Feature macht’s möglich. Aber sei vorsichtig, was du sonst sagst, es könnte registriert und weitergeleitet werden.
Der weltweit wachsende Schuldenberg droht in nicht allzu ferner Zeit zusammenzufallen. Also wird Gold und in seinem Gefolge Silber als Gegenspieler der Schulden gebändigt – ein hoffnungsloses Unterfangen.
Am vergangenen Freitag stürzten die Preise von Gold und Silber ab. Wieder einmal, denn dieses Ritual hat eine lange Geschichte. Und immer, wenn den Kommentatoren keine stichhaltige Begründung für dieses Phänomen einfällt, erfinden sie eine. Dieses Mal war es der am Freitag veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht. Aber was hat der mit Gold und Silber zu tun? Um zwei Ecken gedacht: Im Januar sorgte der amerikanische Privatsektor für 267.000 neue Arbeitsplätze. Das werteten Anleger angeblich als positives Zeichen für die Wirtschaftsentwicklung und als negatives Zeichen für die beiden Edelmetalle, von denen Gold in bestimmten Anlegerkreisen als Krisenmetall gilt oder zumindest als solches abgestempelt wird. Und wenn der Arbeitsmarktbericht wegen vieler neuer Arbeitsplätze offenkundig das Gegenteil belegt, gehört eben der Goldpreis und in seinem Gefolge der Silberpreis in den Keller geschickt.
Rettet eine Birmakatze aus Paris Arbeitsplätze in Eisenach? Die Party-Stadt Berlin jedenfalls hat die mächtigste Katze der Welt schon in Aufregung versetzt; eine solche Neu-Wagen-Show hat lange kein Auto mehr erlebt: 350 Gäste, Filmschauspieler (Iris Berben) Fußballstars (Christoph Metzelder), Wirtschaftsgrößen (Helene von Reeder, Credit Suisse) feierten die Fotos von Choupette - der weißen Luxusmietze (2 Nannys, eigener twitter-Account) von Chanel-Designer Karl Lagerfeld. Choupette hinterm Lenkrad des neuen Opel Corsa, im Kofferraum, auf der Motorhaube: Früher lockten auf dem heißen Blech zweibeinige Miezen zum Kauf, heute echte. Das nennt man wohl Fortschritt, jedenfalls gendermäßig ist es einer.
Kann Film Realität werden? Sind Filme das Mittel, um unser Denken zu beeinflussen, auch zu manipulieren - im Guten wie im Bösen? Unser heutiger Sonntagsheld hatte nur einen sehr kurzen Auftritt als Wissenschaftsoffizier in der Serie "Star Trek Voyager". Kurz, aber sehr einprägsam und mit einer höheren symbolischen Bedeutung, als manch einem klar ist. Und der, der da zu sehen ist, kämpft heute, als habe ihm Star Trek den Weg gewiesen. Manchmal ist eben die Traumfabrik Hollywood eine Visionsmaschine der morgigen Realität.
Leipzig - Die Stadt Leipzig hat dem islamkritischen Bündnis Legida die für Montag geplante Demonstration untersagt. Es könnten nicht die nötigen Polizeikräfte zur Verfügung gestellt werden, hieß es unter Berufung auf das sächsische Innenministerium. Dieses widersprach aber sofort.
Die Stadt als Versammlungsbehörde erklärte, sie sei gezwungen, die Demonstration "aus Sicherheitsgründen" zu verbieten. "Ich muss zur Kenntnis nehmen, dass in Sachsen offenbar Polizeinotstand herrscht und es nicht möglich ist, das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit zu gewährleisten", sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD).
»Ein Bild sagt mehr als tausend Worte« sagte Arthur Brisbane, Chef…
Ich erinnere mich an Umfragen des Allensbach-Institutes einige Jahre nach der Wiedervereinigung in den neunziger Jahren. Damals wurden die Bundesbürger in den neuen Bundesländern regelmäßig gefragt, wie es ihnen persönlich und wie es ihrer Ansicht nach der ostdeutschen Bevölkerung insgesamt gehe. Die Antwort war mehrheitlich stets: "Mir persönlich geht es gut, aber dem Land geht es schlecht.“ Das scheint etwas typisch Deutsches zu sein: Die eigene Lage, die man überblicken und gut bewerten kann - ist gut. Schade nur, dass es uns insgesamt so schlecht geht. Wenn man also Gutes addiert - wird es negativ.
Wer gehofft hat, mit dem Amt komme der Verstand und die Bereitschaft, sich in den europäischen Geleitzug einzuordnen, sieht sich getäuscht: Der Ton gegenüber den internationalen Geldgebern ist weiterhin angriffslustig, selbstbewusst und zu Recht: siegesgewiss. So hat der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras am Donnerstag im griechischen Parlament versprochen, der Austeritätspolitik der Europäischen Union "ein für alle Mal ein Ende zu bereiten" und harte Verhandlungen über neue Bedingungen für Griechenland zu führen." Griechenland wird keine Befehle mehr akzeptieren, erst recht keine, die per E-Mail kommen", sagte er. Nachdem jetzt faktisch die EU einknickt, wird klar: Griechenland hat sich durchgesetzt; aber der eigentliche Schaden kommt nicht vom Geld, sondern von der Zerstörung unserer Währungsordnung.
Es sind spannende Tage der Diplomatie im Euro-Europa. Keine Nachrichtensendung vergeht, in der nicht die neuesten Nachrichten aus Griechenland präsentiert werden. Wie in der Antike scheint Griechenland der Mittelpunkt der Welt zu sein. Der neue Ministerpräsident Alexis Tsipras und sein Finanzminister Yanis Varoufakis sind die neuen Stars. Letzterer fällt dadurch auf, dass er mit dem Motorrad ins Ministerium fährt, das Hemd über der Hose trägt und mit Lederjacke zu Staatsbesuchen erscheint. Das ist cool und freut die Alt-68er in nah und fern. Endlich zeigt es denen mal einer.
Günther Oettinger, der neue EU-Digital-Kommissar, hat seine Pläne vorgestellt, wie er die „digitale Aufholjagd“ anpacken will, um für Verbraucher und Wirtschaft in Europa die „digitale Souveränität“ zurückzugewinnen - die er von den großen US-Konzernen bedroht sieht. Natürlich geht es dabei um den flächendeckenden Ausbau der Breitbandnetze „bis ins kleinste Dorf“; da unterscheidet er sich nicht von den deutschen Politikern, die glauben, schon mit Wörtern allein werden Glasfaserkabel verlegt. Aber Kabel allein sind nicht das eigentlich Thema; und mehr hört man ja kaum von Berliner Digitalpolitikern. Da ist Oettinger ehrgeiziger als ein Sigmar Gabriel oder Alexander Dobrindt: Oettinger geht es schon um Europa - und da will er nach der europaweiten Verkaufsfreiheit für Bier und Geld und Urlaub auch den gemeinsamen „digitalen Binnenmarkt“.
Christian Lindners Rede im Landtag von NRW am 2. Februar hätte noch so glänzend in Form und Inhalt sein können, selbst in der Landes-Presse wäre die Aufmerksamkeit gering gewesen. Stattdessen geriet Lindners Replik auf den Zwischenruf des SPD-Abgeordneten Volker Münchow mit über einer Million Aufrufen erst zum Internethit und dann zogen alle klassischen Medien nach. Am 2. und 3. Februar stießen die User, Leser, Hörer und Seher überall und wiederholt auf den Videoclip aus dem Mitschnitt der Düsseldorfer Landtagssitzung. Die Reichweite nähert sich eineinhalb Millionen.
Die neue griechische Regierung hat jetzt erstmal ihre Ideen präsentiert, wie sie das Land aus dem Schuldensumpf führen will.
Nun ja, so neu ist das nicht. Im Wesentlichen soll es jetzt nicht mehr „Schuldenschnitt“ heißen, sagt der neue Finanzminister Yannis Varoufakis, weil das in Deutschland irgendwie Igitt sei. Endlich jemand, der uns versteht! Auch auf die deutsche Seele Rücksicht nimmt. Allerdings: In der Sache hält er die Menschen für ziemlich dumm. Ein Schuldenschnitt ist nicht nur der Wegfall von Schulden - sondern auch das Kürzen von Zinsen und Strecken der Rückzahlungsverpflichtung ist ein Schuldenschnitt. Der schlaue Minister will jetzt eine „unendliche Laufzeit“ für die Anleihen, also die Rückzahlung zum Zeitpunkt des jüngsten Gerichts. Viel Spaß davor!
Die Genderei bringt teure Reibungsverluste in die Gesellschaft hinein, aber sie ist nun einmal geltendes Gesetz. Dank der Tatsache, dass Gender ein Diktat aus Europa war, wurde die Einführung im Parlament nicht angemessen diskutiert. Was ist ein Geschlecht? Diese einfache Frage klammert das Genderrecht aus.
Immer noch hat die Öffentlichkeit keine fundierte Vorstellung von dem, was Gender Mainstreaming überhaupt sein könnte. Auf dem Ticket der höchst legitimen und angesagten aktiven Gleichstellung von Mann und Frau reisend - Sie haben richtig gehört, von Mann und Frau - haben die Erfinder und Verfechter von Gender Mainstreaming am Souverän, dem deutschen Wähler vorbei, ein neues Rechtsgebiet eigener Art in das nationale Recht implementiert, nämlich das Genderrecht. Dieses Genderrecht, das sukzessive seit 1999 ins deutsche Recht implementiert wurde, schafft in einer diffusen, zerfledderten Gesetzesflut, dies ohne hinreichenden Realitätsbezug und ohne adäquate Relevanz, Mann und Frau quasi ab, was insofern ein innerer Widerspruch ist, als sich Gender Mainstreaming ja gerade als die höhere Form der Gleichstellung von Mann und Frau verkauft.
Ich habe mir viel Kritik mit meinem Standpunkt eingehandelt, dass Griechenland geholfen werden muss, insbesondere mit diesem Kommentar auf "Tichy´s Einblick".
Das Einprügeln auf Draghi, den Euro und vor allem auf die Griechen ist auch in vielen Medien zum Standard geworden, auch wenn sich langsam die Berichterstattung versachlicht. Mir fehlt bei dieser ganzen Diskussion politisches Denken. Wenn es ums Geld und um Schulden geht, verstehen die Deutschen eben keinen Spaß. Aber Europa ist eben mehr als ein Geldgebilde, deswegen kann es nicht nur ums Geld gehen.
Geld ist etwas Wunderbares. Ich kann nie genug davon kriegen. Geld ist eine teuflische Angelegenheit. Für Geld wird gemordet, geheiratet, werden Rosenkriege und Kriege auf Leben und Tod geführt. Geld ist nicht nur Kaufkraft - Geld ist Gefühl, Gier, Glaube. Geld macht Dankbarkeit und Geld macht Hass. Jetzt sagt der neue griechische Vize-Kulturminister Nikos Xydakis: "Die Deutschen bekommen unser Geld, nicht aber unsere Seele“.
























