Warum der Euro scheitern muss

Geld ist etwas Wunderbares. Ich kann nie genug davon kriegen. Geld ist eine teuflische Angelegenheit. Für Geld wird gemordet, geheiratet, werden Rosenkriege und Kriege auf Leben und Tod geführt. Geld ist nicht nur Kaufkraft - Geld ist Gefühl, Gier, Glaube. Geld macht Dankbarkeit und Geld macht Hass. Jetzt sagt der neue griechische Vize-Kulturminister Nikos Xydakis: "Die Deutschen bekommen unser Geld, nicht aber unsere Seele“.

VON Roland Tichy | 2. Februar 2015
GBUREKS GELDWOCHE: DIESMAL ÜBER HOHE AKTIENKURSE

Kleinaktionäre haben zwar nichts zu sagen, aber sie können sich beliebig von ihren Aktien trennen. Diese Freiheit ist in diesen Tagen viel wert – und sollte genutzt werden.

In letzter Zeit werde ich von Freunden und Bekannten immer häufiger gefragt, ob sie ihre Aktien wegen der erneuten Eurokrise nicht lieber verkaufen sollten. Meine erste Gegenfrage lautet dann: Habt ihr eure Aktien vor 2009 oder seit 2009 gekauft? Das ist wichtig, weil Kursgewinne aus vor 2009 gekauften Aktien steuerfrei sind, während für die seitdem erzielten Kursgewinne 25 Prozent Abgeltungsteuer zuzüglich Soli und ggf. Kirchensteuer fällig werden. Zwischenbemerkung: Etwas anderes gilt für Goldbarren und Anlagemünzen aus Gold, wie Krügerrand, Maple Leaf u.a. Hier sind Gewinne aus privaten Anlagen nach einem Jahr steuerfrei. Nicht einmal Mehrwertsteuer wird fällig. Also eine beachtenswerte Ergänzung oder Alternative zum Aktiendepot.

VON Manfred Gburek | 2. Februar 2015
Der Sonntagsheld - Ein Arbeiter sieht die Welt, wie sie wirklich ist

Angenommen, es gäbe eine Brille, mit der Sie die Welt so sehen könnten, wie sie wirklich ist. Die Sie in die Lage versetzen würde, hinter alle Fassaden zu blicken. Eine Brille der Klarsicht. Würden Sie sie aufziehen, auch, wenn Ihr Leben danach nie wieder das gleiche sein kann?

VON Sofia Taxidis | 1. Februar 2015
Warum die neue griechische Regierung Europa in die Luft sprengen kann

Man soll ja an das gute im Menschen glauben. Und das Auftreten der neuen griechischen, im eigentlichen Sinne national-sozialistischen Regierung aus Rechts- und Linksradikalen wirkte in den ersten Stunden vielleicht frech und unverschämt - aber wenn man andere erpressen will, darf man nicht schüchtern daher kommen. In der neuen Regierung sitzen Mathematiker und Ökonomen, die sich mit der komplexen Spieltheorie befasst haben. Also lag der Verdacht nahe, dass hier eine besonders raffinierte Verhandlungsführung auf Europa zukommen könnte.

VON Roland Tichy | 1. Februar 2015
Sind wir nicht alle ein bisschen gegen die Euro-Politik?

Wer die aktuellen Debatten nach der Wahl verfolgt, hat den Eindruck: Griechenland gehört nicht zu Europa. Griechenland gehört eigentlich auf einen Felsen im Weltall, Krypton, von dem auch Superman stammt und der nur Superhelden beherbergt hat. Eine Laune der Götter hat Griechenland aber zwischen den östlichen Europa-Zipfel und Asien gequetscht - und die letzten Erderschaffungkrümel, die noch an den göttlichen Superheldenhänden klebten, wurden in die Ägäis gebröselt. Das ist das griechische Selbstbild, und ich weiß, wovon ich rede. Ziemlich genau.

VON Sofia Taxidis | 30. Januar 2015
Bettina Röhl direkt zur Franz-Walter-Studie

Eine Studie zu NoPegida stellt fest, dass deren Anhänger überwiegend „Jung, kinderlos und weiblich“ seien. Doch die befragten NoPegida-Demonstranten sind nur Mitläufer der großen, allumfassenden NoPegida-Bewegung im Land, die die Studie beiseiteschiebt. 

VON Bettina Röhl | 29. Januar 2015
Wie viele sind am Ende noch Charlie?

Erst untersagten die Dresdner Behörden Demonstrationen von Pegida und NoPegida. Nun zieht der Kölner Karneval seinen „Charlie Hebdo“-Wagen selbst aus dem Rosenmontagszug zurück. Und das obwohl der Wagen schon zurückhaltend gestaltet war, wie Zugleiter Christoph Kuckelkorn sagte: „Wir wollen unsere Position und unsere Haltung aufzeigen, aber wir wollen auf keinen Fall weiter provozieren“ – „auf keinen Fall weiter provozieren“. Kuckelkorn geht also davon aus, dass Charlie Hebdo provoziert hat.

VON Fritz Goergen | 29. Januar 2015
Gastbeitrag von Ex-Thyssen-Chef Dieter Spethmann, einem der Teilnehmer an der legendären Verhandlungsrunde

Nach dem Wahlsieg der Linken in Griechenland geistert das Wort von der "Schuldenkonferenz" durch die Politik. Vorbild ist die Londoner Schuldenkonferenz, in der Deutschland ein Teil seiner Schulden aus der Vorkriegszeit erlassen wurden - dabei ging es um die Schulden der Zwischenkriegszeit, in denen Kredite aus den USA und Großbritannien den Boom der 20er Jahre finanziert hatten und um die Nachkriegsschulden - etwa um die Hilfen aus dem Marschallplan. Der Schuldenerlass gilt als eine der Voraussetzungen für das Wirtschaftswunder. Könnte es ein Vorbild für Griechenland sein? Dieter Spethmann, Jahrgang 1926 und als Chef des Thyssenkonzerns einer der großen Männer der Nachkriegswirtschaft, ist einer der letzten überlebenden Teilnehmer der Konferenz. Lesen Sie hier exklusiv seine "Bemerkungen zum Londoner Schuldenabkommen".

VON Gastautor | 29. Januar 2015
Wie Wirtschaft gelähmt wird

Ich verstehe, dass Andrea Nahles mit Unternehmern nichts am Hut hat. Aber was diese Dame dem Mittelstand zumutet ist skandalös.

Es ist schon bizarr, dass der wichtigste Vertreter des Mittelstands der CDU, Michael Fuchs erst nach der Verabschiedung des Gesetzes zum Mindestlohn darauf kommt, dass es eine Dokumentationspflicht für einen Großteil des Mittelstandes gibt. Auch ich erhielt vor kurzem die Nachricht, dass ich die Stundenzeiten meiner Mitarbeiter minutiös aufschreiben muss, um zu beweisen, dass ich den Mindestlohn zahle (was ich tue!).

VON Gastautor | 28. Januar 2015
Der Umgang mit Griechenland ist politischer Sprengstoff

Warum sollte Alexis Tsipras seine Wahlversprechen brechen, um den Regierungschefs in Berlin und anderswo zu helfen, ihre einhalten zu können? Es braucht keine prophetische Gabe, um zu wissen, dass es zu irgendeinem faulen Kompromiss kommen wird – näher am Wahlversprechen von Tsipras als von anderen.

Die Regierenden und ihre loyale Opposition in den EU-Ländern treiben den politischen Kräften links und rechts außen Wähler und Anhänger zu. Alle wissen es, aber sie wissen nicht, was sie dagegen tun sollen. Mit der Erhebung des Euro und der Eurozone in den Stand der Alternativlosigkeit, sitzen sie in der eigenen Falle.

VON Fritz Goergen | 28. Januar 2015
Das Ergebnis der Wahl in Griechenland ist ein Positivum für den Euro und das Land

Um mit dem Übel im Bonsaiformat zu beginnen: In Griechenland hat gerade ein Quasi-Kommunist, Freund der deutschen Linkspartei, die Parlamentswahl bis nahe an die Grenze der absoluten Parlamentsmehrheit haushoch gewonnen.

Natürlich ist nicht jeder zweite Grieche über Nacht Kommunist geworden. Jeder zweite Grieche ist auf linken Populismus reingefallen. Das allerdings ist wahr. Der 41 jährige Führer des linken Oppositionsbündnisses Syriza, Alexis Tispras hat seine Wahl im Wesentlichen mit dem Versprechen gewonnen, dass er den Gürtel der Griechen wieder weiter schnallen würde und im Falle seines Wahlsieges, den er jetzt errungen hat, sein Land vom modernen Versailler Diktat befreien würde: Weniger sparen, mehr ausgeben, kein Technokratendiktat aus Brüssel und nieder mit der Troika ( EU, EZB, IWF): Geld für alle!

VON Bettina Röhl | 27. Januar 2015
Die Fehler der Europolitik und warum nicht nur die Griechen schuld sind

1. Es sind nicht wir, es sind die anderen
Griechenland verleugnet konsequent, dass es die eigenen Schulden sind, die das Land ruinieren. Sie wurden dem Land nicht aufgezwungen, keine feindliche Besatzungsmacht hat Griechenland mit Kredit abgefüllt wie ein Wirt seinen Gast. Darin liegt der eigentliche Fehler der Hilfspolitik: Sie wirkt wie eine Besatzungsmacht. Möglicherweise macht sie das Richtige. Aber es ist einfacher, auf die Besatzer von der Troika zu schimpfen, statt die Reformen mitzumachen. Griechenland zeigt, dass man ein Land nicht technokratisch fernsteuern kann. Allerdings ist auch die Frage zu stellen: Was passiert mit einer gemeinschaftlichen Initiative wie dem Euro, wenn einer der Teilnehmer nach eigenen Regeln, nicht nach den verabredeten Regeln spielen will?

VON Roland Tichy | 27. Januar 2015
Frank Schäffler freut sich erstmals in seinem Leben über den Wahlsieg der Linksradikalen

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mich über den Wahlsieg einer linksextremen Partei gefreut. Mit 149 von 300 Sitzen erreichte die Partei des Alexis Tsipras fast die absolute Mehrheit bei den Parlamentswahlen am vergangenen Sonntag in Griechenland. Gemeinsam mit der rechtspopulistischen Partei „Unabhängige Griechen“, die 4,7 Prozent und damit 13 Sitze erzielte, will Tsipras jetzt regieren und hat ein komfortable Mehrheit.

VON Frank Schäffler | 26. Januar 2015
GBUREKS GELDWOCHE: DIESMAL ÜBER DIE WAHREN RISIKEN

Die meisten Deutschen sparen falsch, das ist schon lange so. Doch jetzt wird es damit richtig ernst. Die Fehlerquellen sind enorm. Zum Glück lassen sie sich eingrenzen.

Soll man da lachen oder weinen? Nicht etwa ein Versicherungsvertreter, sondern die Bundesbank behauptet in ihrer aktuellen Pressemitteilung zum Geldvermögen der Deutschen tatsächlich allen Ernstes, Ansprüche gegen Versicherungen und Pensionseinrichtungen gelten „typischerweise als risikoarm“. Damit nicht genug, diese Ansprüche deuten zusammen mit den hohen Bankeinlagen „auf eine anhaltend hohe Risikoaversion der privaten Haushalte hin“. Oder in einer Zahl ausgedrückt: Bargeld, Bankeinlagen und Altersvorsorgesysteme aller deutschen Haushalte belaufen sich zusammen auf knapp 3,9 Billionen Euro.

VON Manfred Gburek | 26. Januar 2015
Wirtschaft ist ziemlich konkret. Das vergessen die Nahfrage-Ökonomen

Es ist ein Erdrutsch-Sieg der Linken in Griechenland.
„Das griechische Volk hat Geschichte geschrieben”, sagte Tsipras am Sonntagabend vor tausenden jubelnden Anhängern in Athen, versprach ein Ende der „desaströsen Sparpolitik”.
Die Wähler hätten die Vorgaben der internationalen Gläubiger-Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) für „beendet” erklärt.
Damit spitzt sich die Frage zu: Helfen viele Schulden bei der dringend notwendigen wirtschaftlichen Erholung Griechenlands? Das ist das Versprechen nach der Griechenland-Wahl, dass die Wahlsieger, die linksradikale Syriza-Partei gegeben hat. Denn erfolgreich hat sich der Eindruck festgesetzt, es sei diese "Sparpolitik", die Griechenland schadet. Aber erzählen wir die Geschichte einmal anders herum: Wer Griechenland mehr Geld pumpt, rettet es nicht. Das Problem ist der Euro. Die Vorstellung von Syriza, eine Art "Schuldenkonferenz", was nichts anderes ist als ein Schuldenerlaß, ist eine trügerische Vorstellung, wie wir hier dargelegt haben.

Die zweite, trügerische Hoffnung ist: man könne mit Zentralbankgeld, also durch das Drucken von Geld, Griechenland helfen und insgesamt die gesamte Euro-Zone in eine goldene Zukunft führen. Es klingt wie ein Märchen. So süß. So hoffnungsfroh. Mein alter Freund, Chef und Kollege Ralf-Dieter Brunowsky hält daran fest und diskutiert meinen Kommentar in der heutigen Bild am Sonntag. Hilft viel frisch gedrucktes Geld? Ist es richtig, wenn jetzt die Reformen in Griechenland zurückgedreht werden? Ist es das "Spardiktat", von dem sich Griechenland nur befreien muß, um der Sonne entgegen zu eilen? Und wer zahlt dafür?

VON Roland Tichy | 25. Januar 2015

Mein Freund und Kollege Roland Tichy hat heute in seiner unnachahmlichen, zugespitzten Art eine neue Kolumne in der BILD am Sonntag veröffentlicht. Die BamS erreicht 8,8 Millionen Leserinnen und Leser - was für ein Forum! Dazu kann ich ihn nur beglückwünschen. Ich bin sicher dass viele Leser seine These zustimmend aufsaugen: "Der Euro wird weich wie ein Joghurt". 

VON Gastautor | 25. Januar 2015
Warum die Geldpolitik der EZB für Deutschland schädlich ist

Na, da bin ich noch einmal davongekommen. Am Montag letzter Woche habe ich mein Hotel bezahlt, fürs Weltwirtschaftsforum kommende Woche in Davos. 2100 Euro für ein Zimmer mit Klo am Gang. Am Donnerstag hätte das Zimmer schon 2520 Euro gekostet. Warum? Die Schweizer Nationalbank hat bisher den Kurs ihres Franken an den Euro gekoppelt. Jetzt lässt sie den Euro fallen – und dessen Kurs ist um ein Fünftel gefallen, binnen Sekunden. Davos, wenn das Weltwirtschaftsforum der Reichen und Mächtigen dort tagt, ist eine Räuberhöhle, nach dem Kursverfall des Euros noch räuberischer. Aber meine persönliche Erfahrung, die ich in Bild am Sonntag so geschildert habe, ist leider nicht nur mein persönliches Schicksal. Er macht uns alle ärmer. Denn der Prozess der Abwertung geht immer weiter.

VON Roland Tichy | 24. Januar 2015
Was sind die Folgen für Konsumenten, Inflation, Wirtschaft und die Zukunft Europas?

1. Hurra, die Kurse sind bereits gestiegen
Ach ja, der Dax springt ein wenig in den Minuten nach der Entscheidung. Ein neues Rekordhoch - aber hoch war er schon in der Woche davor. Das ist keine Kleinigkeit. Sondern ein Signal: Längst hat EZB-Chef Mario Draghi alles so gefingert, dass der EZB-Rat gar keine andere Wahl hatte als ihm zu folgen. Denn die Aktionäre haben gekauft wie verrückt. Hätte Draghi nicht die Geldschleusen geöffnet, wie die Banken erwartet haben - wären ihre Verluste gewaltig. Es ist eine Belohnung der Spekulation, und gleichzeitig eine Kapitulation vor den Spekulanten: Sie drohten mit Riesenverlusten.

VON Roland Tichy | 22. Januar 2015
Auch ein totaler Schuldenschnitt wird Griechenland nicht helfen. Das Land kann nicht im Euro bleiben

Ist Griechenland mit einem Schuldenschnitt zu helfen? „Griechenland braucht einen Schuldenerlass!“, schreibt Ralf-Dieter Brunowsky. 

Das ist gut gemeint im Sinne Europas, Griechenlands und Deutschlands. Jetzt kommt ein gewichtiges Argument dagegen vom „Centrum für Europäische Politik“ (cep). Ein Schuldenschnitt würde zwar die Staatsschulden ein weiteres Mal reduzieren - aber er würde „die zentrale Ursache für die griechische Misere, nämlich die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit nicht beseitigen. Er würde die griechischen Probleme allenfalls kurzfristig lindern.“

Das ist starker Tobak. Bisher galten Griechenlands Schulden als Haupthindernis für die wirtschaftliche Erholung. Die linke Oppositionspartei Syriza fordert eine Art „Schuldenkonferenz“, bei der die Gläubiger zusammenkommen, um dem Land die Schulden zu erlassen. Vorbild ist das Londoner Schuldenabkommen von 1953. Dafür gibt es mittlerweile viele Anhänger. Aber wäre das die Lösung des griechischen Problems? Blättern Sie um und historisch zurück, um die Folgen eines Schuldenschnitts und das historische Beispiel der Londoner Konferenz zu analysieren. 

VON Roland Tichy | 21. Januar 2015