Die Medien vergeben täglich einen viel zu großen Amtsbonus

Höchst vereinzelt weisen Journalisten darauf hin, dass eine EU-Armee keine Antwort auf die Defizite der europäischen Sicherheitspolitik ist. Ich habe noch immer die schlichte Erwartung, dass eine freie Presse Forderungen von Würdenträgern nicht einfach verbreitet, sondern kritisch begleitet. Juncker sagt europäische Armee, von der Leyen und andere Politiker finden das gut. Mehr erfahren Leser, Zuschauer und Hörer nicht.

VON Fritz Goergen | 9. März 2015
Nicht auf die Leistung, auf das Geschlecht kommt es an. Und wo waren eigentlich die CDU-Abgeordneten?

Frauenquote, Frauentag, Frauenjubel: Die Quote ist da. Nach dem Beschluss des Bundestags fehlte es nicht an großen Worten. Frauenministerin Manuela Schwesig (SPD) sprach von einem „historischen Schritt“. Zugleich wurde an die Einführung des Frauenwahlrechts im Jahr 1918 erinnert.

VON Hugo Müller-Vogg | 9. März 2015
GBUREKS GELDWOCHE: Diesmal über Euro-Schwäche, Dollarstärke und was dahinter steckt

Von nun an beginnt die EZB die Märkte so richtig mit Geld zu fluten. Anlass genug für eine differenzierte Betrachtung, die eine oder andere Überraschung inbegriffen.

Darf es etwas mehr sein? An diesen Spruch beim Einkauf im Metzgerladen – es ist lange her - fühle ich mich seit einigen Tagen erinnert, da die Deutsche Bank, Goldman Sachs, Morgan Stanley und weitere Investmentbanken sich mit ihren Euro-Prognosen überschlagen. Nur halt unter umgekehrten Vorzeichen: Darf es etwas weniger sein? Warum nicht schon vor einem Jahr, als der Euro gegen den Dollar, verglichen mit der jämmerlichen Entwicklung während der vergangenen Tage, geradezu vor Kraft strotzte? Der Philosoph Gerd Gigerenzer hat darauf schon vor Jahren eine einfache Antwort gefunden. Er ist mittels empirischer Studien zum Fazit gekommen: „Voraussagen der Euro-Dollar-Wechselkurse sind wertlos.“

VON Manfred Gburek | 9. März 2015
Der Sonntagsheld - Für die Ladies zum Weltfrauentag zur Erinnerung: ein echter Kerl

Heute morgen trudeln mir jede Menge Bilder und Glückwünsche in die Timeline. Was ist passiert. Es ist nicht mein Geburtstag. Nein. Es ist wieder mal Weltfrauentag. Und jedes Jahr fallen diesem Wahn mehr und mehr zum Opfer und meinen, dass sie mir mit Gratulationen und Blumenbildern eine Freude bereiten würden.

Dabei wüsste ich nicht, wann ich zuletzt einen kommunistischen Event zelebriert hätte. Egal, Hauptsache dabei sein und gegenseitig ganz warm und selig grinsend gratulieren.

VON Sofia Taxidis | 8. März 2015
Bislang waren Löhne und Gehälter Privatsache - jetzt werden Betriebe zur Kampfzone

Der Zoll macht jetzt ernst: Die Mindestlohn-Jagd auf Unternehmen beginnt. Szenen aus Oberbayern: Uniformierte und bewaffnete Zöllner stürmen die Backtheke vom Bäcker Kotter im Netto-Markt in Siegsdorf, einem Dorf, wo die Wiesen fett, der Himmel weiß-blau und die Arbeitslosigkeit fast null ist.

Ein Uniformierter besetzt die Besenkammer, weil er dort ein Versteck vermutet. Die Truppe verhört Verkäuferin Sabine Mayer: Wie viel sie brutto und netto verdient, ob sie Hartz-IV-Leistungen bezieht, wie viel Kindergeld. Und das vor allen Kunden in der Warteschlange. Jetzt weiß Siegsdorf, was bei Mayers daheim los ist.

VON Roland Tichy | 8. März 2015
Das Leben ist so einfach, warum nicht ein bißchen komplizierter? Und bald wird es sogar Vorschrift - unser aller Gender-Wahn

Wer bin ich und wer bist Du und wieviele? Achim Winter und Roland Tichy verzweifeln über die vielen neuen Vorschriften, wie wir uns politisch korrekt ansprechen müssen - über CIS, Profxx, Unterstrich-Pause.

Der Wahn der politisch korrekten Sprache schlägt Purzelbäume. Und als kleine Gebrauchsanweisung für alle, die meinen den Wahn ernst nehmen zu müssen: Hier die neue gesamtgesellschaftliche Dienstanweisung für ihre*seine korrekten Ansprache.

VON Achim Winter | 8. März 2015
Gastbeitrag von Frank Schäffler

Montag ist es soweit. Dann sorgt EZB-Präsident Mario Draghi für eine Blutzufuhr der EZB von vorerst 1.140 Milliarden Euro in den Geldkreislauf.

Er hat dieses Geld vorher nicht selbst gespart, sondern als oberster Zentralbanker kann er es aus dem Nichts schaffen. „Fiat Money“ nennen das die Kritiker. Er will so lange und so viel Geld aus dem Nichts schaffen, bis er sein mittelfristiges Inflationsziel von 2 Prozent im Euro-Raum erreicht hat. Erreicht er dieses große Ziel – und davon kann man ausgehen –, verlieren Sparvermögen in 20 Jahren rund ein Drittel ihres Wertes und in 30 Jahren fast die Hälfte.

VON Frank Schäffler | 6. März 2015
Durch immer neue, meist unsinnige Gesetze wird wohnen immer teurer, rechnet der Immobilienberater Karl Thiele vor

Heute wird im Deutschen Bundestag die Mietpreisbremse verabschiedet. Sie soll das Wohnen in Ballungsgebieten preiswerter machen. Aber funktioniert das durch Festzurren der Miete? Dabei wird übersehen: Derzeit ziehen pro Jahr mehr als 500.000 Menschen nach Deutschland. Offiziell werden niedrigere Zahlen genannt - aber viele Zuzügler aus Osteuropa reisen als „Touristen“ ein, auch wenn sie dauerhaft in Deutschland bleiben: sie werden daher nicht gezählt. Andere melden sich nicht an; insbesondere der verdeckte Zuzug ist zahlenmäßig schwer zu fassen. Unklar ist, wieviele Asylbewerber auch nach ihrer Ablehnung weiter in Deutschland bleiben; es handelt sich um eine weitgehend unbekannte Dunkelziffer. Hier soll nicht über Pro- und Contra von Zuzug diskutiert werden - aber wer hier ist, muß wohnen. Dafür braucht man Wohnraum. Mit der Mietpreisbremse wird keine einzige neue Wohnung zusätzlich gebaut - eher wirkt sie abschreckend auf Investoren. Die Mieten werden weiter steigen.

VON Roland Tichy | 5. März 2015
Gastbeitrag von Philip Plickert zu der verdrängten Wirklichkeit der Politik

Langsam tröpfelt die Wahrheit heraus: Griechenland ist pleite, das Land braucht spätestens in vier Monaten ein neues, drittes Hilfsprogramm. Nicht nur, weil im Juni/Juli mehrere große Anleihen fällig werden und zurückgezahlt werden müssen, klafft ein Milliarden-Loch im Athener Haushalt. Nein, auch das Syriza-Chaos trägt dazu bei. Die Konjunktur in Griechenland läuft wieder schlechter und die Steuereinnahmen bleiben hinter den Erwartungen zurück, denn Syriza hat den Wählern das Blaue vom Himmel und Steuer-Erleichterungen versprochen.

VON | 5. März 2015
"Es gibt viele Mutige wie Boris Nemzow in Russland", sagt FDP-Generalsekretärin Nicola Beer in ihrem Gastbeitrag

Wieder ist eine mutige Stimme der russischen Opposition verstummt. Wieder ein russischer Oppositioneller ermordet. Boris Nemzow, ein Kämpfer für Freiheit und Demokratie, ein Kritiker der aggressiven Politik Putins, ein Gegner von Korruption und Nationalismus, der auch russische Gefallene in der Ukraine öffentlich betrauerte. Es gibt viele mutige Menschen wie Boris Nemzow in Russland. 

VON Nicola Beer | 5. März 2015
Neues vom Bürokratie-Monster MiLoG: Andrea Nahles sorgt sich jetzt auch um die Ausbeutung der Frau.

Andrea Nahles, studierte Literaturwissenschaftlerin und Schutzpatronin aller Werktätigen, sorgt sich besonders um zwei Gruppen von Arbeitnehmern: Heimarbeiter und Mindestlohnbezieher. Deshalb müssen Arbeitgeber sich beispielsweise um die Beschaffenheit der Heim-Arbeitsplätze kümmern und penibel notieren, wann ihre Mitarbeiter arbeiten.

VON Hugo Müller-Vogg | 4. März 2015
Gewalt, Hass und Lüge - Nachdenken über den Verfall der Diskussionskultur nicht nur im Putin-Reich

„Der Kreml und die von ihm gelenkten Medien haben in den vergangenen Jahren ein Klima geschaffen, in dem Gewalt, Misstrauen, Zynismus, Hass und Lüge herrschen. Wir erleben, wie eine Gesellschaft buchstäblich verroht.“ Schrieb Gesine Dornblüth auf Deutschlandfunk Online.

Der ungarische Schriftsteller György Dalos fühlt sich „von unserer Hasskultur angewidert.“ Er liest jeden Morgen die Online-Ausgaben der ungarischen Zeitungen. Aber erst nach dem Frühstück, damit ihm der Appetit nicht vergeht.

VON Fritz Goergen | 4. März 2015
Eine interstellare Währung: Der kanadische Dollar für Trekkies

Der Tod von Leonard Nimoy  alias Mr. Spock hat Menschen weltweit getroffen. Nein, nicht nur Trekkies. Auch die, die nur hin und wieder mit Star Trek in Berührung gekommen sind. Leonard Nimoy, der streng dreinblickende Mann, den man sich auch im täglichen Leben nie ohne die spitzen Ohren hat vorstellen können - er lebt weiter. Als Banknote. Entsteht da erstmals eine interstellare Währung?

Nach seinem Tod sind kanadische Fans vermehrt dazu übergegangen ihre 5 Dollar Noten "aufzuspocken". Sie bemalen das Konterfei des darauf abgebildeten siebten Premierminister Wilfrid Laurier mit der prägnanten Frisur, den markanten Augenbrauen und spitzen Ohren von Mr. Spock - und rufen mit "spocking up" andere dazu auf, es ihnen gleich zu tun. 

VON Sofia Taxidis | 3. März 2015
Bettina Röhl direkt über die Angst vor Größe - von Stuttgart 21 über Ostseeautobahn bis zur Integrationspolitik

Großprojekte sind wegen einer stark verbreiteten Anti-Haltung zu Nervprojekten geworden. Kann Deutschland überhaupt noch Großprojekte? Und: Meinen Hamburg und Berlin ihre Olympiabewerbungen eigentlich ernst?

Es war im September 2001, als der damalige Megastar Jennifer Lopez ein Konzert auf der Freilichtbühne in Bad Segeberg geben wollte. Dieses Konzert fand bekanntlich nicht statt. Grund: Ein paar Fledermäuse, (angeblich 15.000), deren Musikgeschmack nicht bekannt ist, könnten sich in ihrem beginnenden Winterschlaf gestört fühlen. Dass jährlich ein Vielfaches der Fledermäuse, von denen einige im Kreidefelsen in Bad Segeberg ihren Winterschlaf abhalten, von Windmühlen in ganz Deutschland und überall auf der Welt getötet werden, genannt wird die Zahl von 250.000, stört dieselben Tierschützer, die in Bad Segeberg aktiv geworden sind, nicht.   

VON Bettina Röhl | 3. März 2015
Gastbeitrag von Hugo Müller-Vogg

Keiner bekämpft die „Alternative für Deutschland (AfD)“ so heftig wie Sozialdemokraten, Grüne und Linke, stellen sie auf eine Stufe mit der NPD und anderen Rechtsradikalen. Dabei müssten SPD und Grüne der AfD eigentlich dankbar sein. Die Anti-Euro- und Pro-Konservativismus-Partei hat dank ihrer Wahlerfolge die politische Statik in diesem Land verändert. 

Ausgerechnet mit Hilfe der AfD ist die Bundesrepublik seit der Bundestagswahl 2013 noch weiter nach links gerückt. Die AfD-Gewinne auf Kosten von Union und FDP waren ein Wachstumsprogramm für Rot-Grün. SPD und Grüne verdanken ihr einen Ausbau ihrer Machtpositionen im Bund und in einigen Ländern.

Die AfD wurde vor gerade einmal zwei Jahren gegründet. Sie hat sich in dieser Zeit an sieben Wahlen auf Bundes- und Landesebene beteiligt und auf Anhieb gleich fünf Mal die Fünf-Prozent-Hürde glatt genommen: 7,1 Prozent bei der Europawahl, 9,7 in Sachsen, 12,2 in Brandenburg und 10,6 in Thüringen. Nur bei der Bundestagswahl 2013 und der am selben Tag stattfindenden Landtagswahl in Hessen reichte es mit 4,7 bzw. 4,1 Prozent nicht ganz.

VON Hugo Müller-Vogg | 2. März 2015
GBUREKS GELDWOCHE: DIESMAL ÜBER DEN PAPIERGELDSCHWINDEL AUS HISTORISCHER PERSPEKTIVE

Papiergeld ist geduldig – und am Ende nichts mehr wert. Davor schützen Sachwerte. Doch die fordern Anlegern viel Gefühl fürs Timing ab. Ohne Spekulation geht es nicht.

Es war einmal ein Schotte namens John Law. Ihn zog es schon in jungen Jahren nach London, wo er Gefallen am Glücksspiel fand. Danach landete er – wegen Verfolgung durch die britische Justiz nicht ganz freiwillig - auf Umwegen in Frankreich. Dort schlug er dem Herzog von Orléans ein für damalige Verhältnisse revolutionäres Papiergeldsystem vor und gründete dafür eine Bank. Deren Banknoten sollten durch Gold und Silber gedeckt sein. Das stimmte zwar nicht, tat aber dem Glauben daran in vermögenden Anlegerkreisen der Pariser Gesellschaft keinen Abbruch. Dann ging es erst richtig los: Law ließ die Mississippi-Gesellschaft konstruieren, die angeblich über ein riesiges Goldvorkommen in Louisiana verfügte. Deshalb galten die Banknoten als goldgedeckt, sodass sie Vertrauen genossen.

VON Manfred Gburek | 2. März 2015
Der Sonntagsheld - Der Gute ist immer der Dumme, nicht nur in dieser Folge unseres Sonntagshelden

Wie ist das – kann eine Partei beständig geben und geben und die andere beständig nehmen und nehmen und den Geber dann auch so behandeln, als wäre er der weltgrößte Trottel, den man nach Belieben veräppeln kann? Im Fall des Verhältnisses Griechenland und Deutschland scheint dies durchaus möglich. Auch im Verhältnis von Andy Pipkin und Lou Todd, beides Charaktere des britischen politisch unkorrekten Komiker-Duos von „Little Britain“, Matt Lucas und David Walliams. Sind Ähnlichkeiten mit der aktuellen Politik nur rein zufällig?

VON Sofia Taxidis | 1. März 2015
Was Yanis Varoufakis wirklich sagte

Alle meldeten es und etliche kommentierten entrüstet. Der griechische Finanzminister hätte seine Partner provoziert, indem er sagte, er habe den Kompromiss mit Brüssel bewusst vage formuliert, um zu nichts wirklich verpflichtet zu sein.

So war es aber nicht. Varoufakis sagte offenkundig nichts anderes als die Wahrheit: Die Regierungen in Berlin, Paris und so weiter wollten selbst vage Formulierungen, um diese für die Abstimmungen in ihren Parlamenten zustimmungsfähig darstellen zu können.

VON Fritz Goergen | 1. März 2015
Wie die SPD sich über einen Artikel ärgert - "doofe Hetzer und Ganoven", wer gegen Bürokratie kämpft

Wer gegen Bürokratie kämpft, hat keine guten Karten in der SPD: Als "Hetze" hat gerade der stellvertretende Parteivorsitzende Ralf Stegner diesen Artikel über die Mindestlohnbürokratie in BamS bezeichnet. Wir erinnern uns: Die Koalitionsrunde unter Bundeskanzlerin Merkel hat gerade beschlossen, das verunglückte Gesetz von Arbeitsministerin Andrea Nahles auf den Prüfstand zu stellen. Ist auch Angela Merkel eine Hetzern im Sinne der SPD? Hier der Beitrag:

"Ihr Berufswunsch als Abiturientin: Hausfrau oder Bundeskanzlerin. Ihr Name wurde in der SPD geflüstert, um Sigmar Gabriel als Kanzlerkandidat/in abzulösen: Andrea Nahles. Aber ein Tiger, der zu früh springt, landet als Bettvorleger.

VON Roland Tichy | 1. März 2015
Bäppi la Belle und Mick Knauff in der neuen Video-Kolumne von Achim Winter zum Thema der Woche

Achim Winter hat keine Station öffentlich-rechtlicher Journalismuskarrieren ausgelassen: Schülerzeitung, geisteswissenschaftliches Studium, Volontariat beim ZDF. Eine auf diesem langen Weg zutage getretene Unterhaltsamkeit wurde später zum Karrierehindernis, zumindest in den Kategorien geradliniger Werdegänge.

Achim Winter brachte von seinem englischen Studienort Bristol eine gewisse Überdosis Sarkasmus mit und mußte sich hierfür im ZDF eine Nische suchen. So beglückt er nun das geneigte Publikum freitäglich in der Sendung hallo Deutschland mit seiner speziellen Sicht auf die Ereignisse der vergangenen Woche.

VON Achim Winter | 28. Februar 2015