Jetzt plappern wieder die Verharmloser, um von ihrer Verantwortung abzulenken

Am Tag danach stürzen sich die professionellen Verharmloser auf die verbleichenden Fakten wie der Abdecker auf die tote Kuh. War das jetzt die gewalttätigste linke Demo in Frankfurt oder gab es schlimmere? Immerhin, Hunderte von Verletzten, aber alle leben, was Blockupy positiv von Protesten gegen die Startbahn West unterscheidet; damals wurden 2 Polizisten erschossen und in den Transport einer Waffe war auch der spätere Außenminister Joschka Fischer verwickelt.

VON Roland Tichy | 19. März 2015
Um die EZB ging es wenigen – vielleicht nur den Griechen und Italienern

Die wenigsten Medien halten es auseinander: die antikapitalistischen Gegner von Globalisierung und „Neoliberalismus“, TTIP, Euro, EU, Troika – den “schwarzen Block“ und die neugierigen Mitläufer. Die berechtigte Empörung über die gewalttätigen Ausschreitungen lässt keine nüchterne Betrachtung zu. Erst mit einigem zeitlichen Abstand wird sich herausstellen, ob mit diesem Tag in Frankfurt Blockupy vielleicht schon den Höhepunkt überschritten hat.

VON Fritz Goergen | 18. März 2015
Hinter den Blockupy-Protesten steckt mehr als Gewaltbereitschaft

Blockupy und Pegida haben im Kern mehr gemeinsam, als ihren Aktivisten bewusst ist. Die Anführer und Organisatoren beider werden meine Interpretation empört zurückweisen. Und natürlich sind ihre politischen Vorstellungen verschieden.

Die Köpfe von Blockupy wollen eine neue, eine andere Ordnung, nicht nur, aber vor allem der Wirtschaft, aktuell eine radikale Regulierung der Finanzwelt. Die Pegida-Anführer wollen die gute, alte Ordnung zurück, eine ohne Ausländer und Nichtchristen. Aber dass die Aktivisten von Blockupy und Pegida Tausende und Zehntausende heute auf die Straße bringen können, hat eine gemeinsame Ursache.

VON Fritz Goergen | 18. März 2015
In Frankfurt wird der neue EZB-Palast eröffnet - unter vermutlich gewalttätigem Protest gegen ihre Politik

Eröffnung und Protest: Das neue Headquarter der Europäischen Zentralbank wird eröffnet, und eine Gruppe von Protestlern aus dem grünen und linken Lager pöbelt dagegen. Architektur trifft auf Widerstand; welchen genau, wissen die Beteiligten zwar nicht genau - jedenfalls droht einer der Sprecher, dass man „angesichts der Gewalt der Krisenpolitik nicht mit einem Blumenstrauß in der Hand nach Frankfurt kommen“ werde, „ist ja klar“. Man wolle die Stadt blockieren, „im Stehen, im Sitzen und auch mit thematischen Gegenständen unseres Widerstandes“, so Aaron Bruckmiller (23) von der „Interventionistischen Linken“.

Damit will er offene Gewaltausübung rhetorisch verschleiern, und weiter heisst es in der „Frankfurter Rundschau": „Wir werden unsere Blockade der EZB durchführen, die Polizisten sind dabei nicht unser Ziel. Aber wir werden uns von der Polizei auch nicht aufhalten lassen.“ Irgendwie sind sie gegen die "Sparpolitik" - ausgerechnet in jenem Monat, in dem die EZB begonnen hat, 1,1 Billionen Euro in die Märkte zu pumpen - die große Geldschwemme, die alles andere ist als Sparpolitik.

VON Roland Tichy | 17. März 2015
Bettina Röhl direkt: Die Rückkehr Griechenlands zu einer eigenen Währung ist alternativlos.

Die jüngsten Sendungen Jauch und Plasberg über Griechenland haben erneut gezeigt: Der Euro bleibt ein vertraglich vereinbarter Fremdkörper, der unter keinem Aspekt zu dem realen wirtschaftlichen Geschehen in dem Land passt. Die Rückkehr Griechenlands zu einer eigenen Währung ist alternativlos.

Die Diskussion über den Euro und Griechenland tritt seit Jahren auf der Stelle. Immer die gleichen Argumente der Eurologen, die Griechenlands Euromitgliedschaft zu einem bloßen Fetisch hochstilisiert haben, stehen der immer gleichen Realität gegenüber, dass Griechenland wirtschaftlich mit dem Euro keine Gesundungschance, keine Entwicklungschance hat.

VON Bettina Röhl | 17. März 2015

Da wäre man am vergangenen Wochenende gerne dabei gewesen, als die überwiegend gutsituierte, zu den Besserverdienenden gehörende „Zeit“-Klientel sich intellektuell bereichern lassen wollte und dabei auf die Magazin-Geschichte „Die Erbenrepublik“ stieß. Schon die große Ankündigung auf Seite 1 verriet: Vererben und Erben ist irgendwie politisch nicht korrekt.

VON Hugo Müller-Vogg | 17. März 2015
GBUREKS GELDWOCHE: DIESMAL ÜBER ANTIZYKLISCHE GELDANLAGE UND GOLD

An der Börse antizyklisch vorzugehen, ist gar nicht so einfach. Doch der Versuch lohnt sich allemal. Anlegern bleibt ja nichts anderes übrig, und das ist auch gut so.

Antizyklisch, das ist ein von Börsianern besonders gern benutztes Wort. Es bedeutet so viel wie: Steigt der Deutsche Aktienindex Dax, dann sind Anleger antizyklisch eingestiegen – im Vergleich zu einer Stunde zuvor, denn der Vergleich über einige Tage oder Wochen offenbart, dass die angeblich antizyklischen Aktienkäufe in Wirklichkeit prozyklisch sind. Fehlt nur noch, dass die Kurvendeuter den Charts eine Umkehrformation andichten.

VON Manfred Gburek | 16. März 2015
Wie Griechenland mit einem Austritt aus dem Euro gewinnt - und das gemeinsame Europa auch

Der Grexit, der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone, ist tabu. Dabei ist ökonomisch die Lage klar: Was für die deutsche Wirtschaft gut ist, schadet in einer gemeinsamen Währungsunion Griechenland, und umgekehrt.  Zu unterschiedlich ist die wirtschaftliche Ausgangslage. Das war bei Gründung des Euros auch klar. Allerdings hoffte man auf eine schnelle Anpassung - natürlich in dem Sinne, das Griechenland auf Deutschlands Leistungsniveau hochschnellt wie ein Hochspringer. Eine Illusion.

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Jetzt fordert einer der wichtigsten Berater von Griechen-Regierungschef Alexis Tsipras (41) den schnellen Ausstieg seines Landes aus dem Euro („Grexit“): Costas Lapavitsas (54), Abgeordneter im griechischen Parlament für das regierende Linksbündnis „Syriza“.  Im Interview schockiert er mit der Forderung nach einem kompletten Schuldenerlass für sein Land. Das sei die Voraussetzung für den „Grexit“, meint der Professor für Ökonomie an der Universität London, Wirtschafts-Kolumnist beim angesehenen britischen „Guardian“. Dabei haben wir das auf dieser Site bereits mehrfach beschrieben - und ergänzen das mit den Analysen von Lapavitsas.

VON Roland Tichy | 15. März 2015
Der Sonntagsheld - Heute aktueller denn je. Aber nicht, wer Sie denken

Wetten, für einen Moment waren Sie versucht an die griechischen Links-Rechts-Fanboys Tsipras und Varoufakis zu denken, richtig? Offene Hemden ohne Krawatte, eine gehörige F... Y...- Stimmung, oder wie ein mittlerweile leider nur noch mittelmässiges Magazin titelte "arm aber sexy" - und mit der festen Absicht, Feuer an die Lunte am Haus Europa zu legen. Gut, ich gebe es zu. Ich muss jedes Mal, wenn ich dieses Boygroup-Duo sehe auch an "Zwei hinreissend verdorbene Schurken" denken. 

VON Sofia Taxidis | 15. März 2015
Statt auf dem Weg zur Besserung entwickelt sich die Energiewende immer noch katastrophaler

Muss bald jedes dritte Unternehmen vorübergehend dicht machen, weil der Strom ausfällt? Davor warnt die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Selbst das grün-regierte Baden-Württemberg fürchtet um Arbeitsplätze, wenn nicht ganz schnell Kohle- und Gaskraftwerke wieder ans Laufen gebracht werden. Denn im Jahr 4 nach Energiewende und Atomausstieg  haben sich die grünen Energieformen zu Tode gesiegt. 

VON Roland Tichy | 15. März 2015
Ist schlechte Laune politisch oder Persönlichkeitsmerkmal?

SPD-Bundesvize Ralf Stegner ist am Sonnabend mit 81,9 Prozent der Stimmen zum Landesvorsitzenden in Schleswig-Holstein wiedergewählt worden. Er ist die Bazooka der SPD, greift immer an, oft daneben. Bezeichnet Kritiker der SPD-Politiker sofort als "Hetzer" oder "Ganoven"; verdient aber Respekt: Wischiwaschi ist er nicht, ragt eher wie ein Urgestein aus den wilden Jahren in die Gegenwart der Glattgesichter. Nur: Warum schaut er so finster? Immer die Mundwinkel nach Süden? Nachdem Sigmar Gabriel nicht kann, Hannelore Kraft aus NRW längst sich, die Partei und ihr Land aufgegeben hat und Andrea Nahles - dann lieber Stegner. Ihm zu Ehren also der Stegner-Blues. Vielleicht wird das ja die neue Kanzlermusik?

VON Sofia Taxidis | 14. März 2015
Über Mentalitätsunterschiede oder: Warum das mit der Gemeinschaftswährung nie was wird

Der Grieche ist Dein allerbester Freund. Du bist erstaunt, denn das hast Du gar nicht vermutet. Aber dem ist so. Du bist es eigentlich schon immer gewesen, so beteuert er. Leider gab es vorher aber nicht so viele Anknüpfungspunkte oder Gelegenheiten, so dass ein regelmäßiger Kontakt bisher nicht zustande gekommen ist. Aber es ändert nichts an der Tatsache: Du bist sein bester Freund. Du kannst ohne ihn gar nicht leben. Wusstest Du das? Dann lies weiter, diesmal eine Griechenland-Erzählung aus persönlicher Perspektive.

VON Sofia Taxidis | 13. März 2015
Gastbeitrag von Frank Schäffler

Es wird Sie vielleicht überraschen: Ich bin dafür, dass wir mehr Verständnis für Griechenland und seine Bürger aufbringen. Es ist entwürdigend für das griechische Volk, was ihnen von außen aufgezwungen wird. Kein Land auf dieser Welt würde das hinnehmen. Nicht einmal vorübergehend würde dies akzeptiert, was in Griechenland seit fünf Jahren stattfindet. Doch die Euro-Retter glauben fortwährend, dass dies der richtige und auch gangbare Weg sei. 

VON Frank Schäffler | 12. März 2015
Die griechischen Attacken auf Deutschland offenbaren schiere Verzweiflung.

In Wikipedia lesen wir: "Die griechische Tragödie behandelt die schicksalhafte Verstrickung des Protagonisten, der in eine so ausweglose Lage geraten ist, dass er durch jedwedes Handeln nur schuldig werden kann. Die herannahende, sich immer deutlicher abzeichnende Katastrophe lässt sich trotz großer Anstrengungen der handelnden Personen nicht mehr abwenden. Der tragische Charakter wird auch mit dem Attribut „schuldlos schuldig“ beschrieben." Wie aktuell!

VON Gastautor | 12. März 2015
Gastbeitrag von Hugo Müller-Vogg

Um in die Zeitung zu kommen, darf man die eigene Partei nicht loben, sondern muss über sie lästern. Jungsozialisten und Jungunionisten lernen das schon im politischen Kindesalter. Wann Peer Steinbrück das gelernt hat, ist nicht bekannt. Aber er beherrscht die Kunst der „parasitären Publizität“. Die beruht darauf, dass man sich auf Kosten des eigenen Vereins profiliert. Zwei bekannte Vorgänger hat er: Oskar Lafotaine hielt sich nach seinem unrühmlichen Abgang als SPD-Chef mit Attacken auf die Genossen in den Schlagzeilen. Ex-CDU-Generalsekretär besorgt sich durch Kritik an der Union immer wieder und immer noch Einladungen in Talkshows.

VON Hugo Müller-Vogg | 11. März 2015
Bettina Röhl direkt mit Trost für den Mann, der keiner mehr sein darf

Die Frauenquote bedroht ihre Aufstiegschancen? Kein Problem. Gender lässt dich, Mann, nicht im Stich!

Männer, die sich nicht aus dem System herausquoten lassen wollen, haben die Möglichkeit sich nach geltendem Genderrecht jeder Zeit zu entscheiden, dass sie tatsächlich Frau sind. Das sogenannte soziale Geschlecht ist entscheidend, nicht das biologische. Mann muss dafür keine Frauenkleider tragen, und muss sich auch biologisch nicht verstecken. Selbst Bart ist ok. Conchita Wurst hat das klargestellt.

VON Bettina Röhl | 11. März 2015
Bettina Röhl direkt über eine Selbstbedienungsgesetz - das auch noch altmodisch und genderfeindlich ist

Am letzten Freitag wurde die "Frauenquote" eingeführt. Doch der Begriff ist irreführend. Quote stimmt. Der Begriff "Frauen" nicht: Stichwort Gender.

Die Frauen hat es nur zufällig als erste getroffen. Bleibt die Hoffnung, dass ein paar mutige, kluge Köpfe das jetzt vom Bundestag beschlossene Frauenquotengesetz schnellstmöglich zur Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht bringen. Zwar unterliegt auch das Bundesverfassungsgericht den Modeerscheinungen, die in der Entwicklung des Rechts zu beobachten sind, aber die Nähe des Bundesverfassungsgerichts zum Grundgesetz scheint deutlich inniger zu sein als die Nähe zwischen der Groko und dem Grundgesetz. Damit bleibt eine kleine Hoffnung auf gewisse Korrekturen einzelner Ecken und Kanten des neuen Gesetzes. Eine grundsätzliche Fragestellung der Quote wird sich das Bundesverfassungsgericht nicht zumuten wollen, obwohl sie angebracht wäre.

VON Bettina Röhl | 10. März 2015