Merkel und Schulz leiden an der gleichen post-elektionalen Wahrnehmungsstörung. Siggi und Heiko sind verschwunden. Und Woelki bestraft einen seiner Hassprediger mit Strafrudern im Flüchtlingsschiff im Dom.
Dass Merkel nun schon 12 Jahre lang regiert ist vor allem Ausdruck der Tatsache, dass sie immer dramatisch unterschätzt wurde. Wird sie jetzt wieder unterschätzt?
Es wird kein Spaziergang, Neues auf den Trümmern der gescheiterten Eurokraten-Utopie aufzubauen. Aber die Krise, aus der das Neue geboren wird, ist das kleinere Übel im Vergleich zum Weiter-so: Minima de malis.
Fassungslos beobachten andere Länder Deutschland: Wie eine Wahlverliererin an ihrem Stuhl klebt, CDU und CSU sichtbar zerfallen und Journalisten sich nur um die Feinheiten der neuen Form der Machtverteilung kümmern, ohne Bezug zu Inhalten.
Parteien als Organisationsform der "politischen Mitwirkung" des Volkes haben ausgedient. An ihre Stelle treten neue Formen der politischen Willensbildung, die im Zeitalter der Massenmedien-Demokratie Wirkung entfalten können.
Sie hat nichts falsch gemacht. Weiß nicht, was sie ändern soll. Ist nicht enttäuscht. Sagt, in der Ruhe liegt die Kraft. Und meint: Nach mir die Sintflut. Enttäuschen kann sie nur ihr Sturz. Der wäre für sie bestürzend.
Vom intelligenten Stromnetz der Zukunft ist oft die Rede. Damit soll die Energiewende wirklich funktionieren. Nun fängt man an und zäumt das Pferd von hinten auf.
Rathenau war eine vitale, komplexe Persönlichkeit. Seine Begabungen, Fähigkeiten, Interessen und seinen starken Ehrgeiz bündelte er mit einem beeindruckenden Gestaltungswillen und setzte ihn ein in wirtschaftlicher, politischer und künstlerischer Verantwortung.
Dass die Meinungsführer-Medien mit den etablierten Parteien gegen eine neue, demokratisch gewählte Partei gemeinsame Sache machen, wirft die Frage nach einem „politisch-medialen Komplex“ auf, der politische Konkurrenten und deren Anhänger ausgrenzt.
Der Zorn habe sich seit vielen Jahren aufgestaut, die AfD ihn nur an die Oberfläche gespült, wo er verstanden und behandelt werden könne. Fragen, die niemand beantwortet, Spannungen, die niemand angegangen habe, dürften nun nicht mehr übergangen werden.
Die Katalonien-Krise macht klar: Spanien fehlt es an Streitkultur. Konflikte werden mit Ignoranz oder Wortgewalt gelöst, statt konstruktiv zu debattieren. Die spanische Regierung verliert Glaubwürdigkeit und die katalanische die Beherrschung.
Im Namen Gottes und auf Rechnung des Steuerzahlers: Bei Illner saßen die guten Jamaikaner Özdemir, der eigentlich verträgliche Kubicki, Laschet, die Harmlosigkeit in Tüten, der vom Wähler vermöbelte CSU-Herrmann. Und, Sie glauben es nicht, Gesine Schwan!
Die Union wurde von ihren Wählern nicht nur abgestraft, wie man oberflächlich attestieren könnte. Nein, sie wurde von den Wählern vor den Scherbenhaufen ihrer Politik der vergangenen Jahre geführt.
Merkel könnte noch 2017 stürzen, wenn die Jamaika-Gespräche scheitern und es zu Neuwahlen käme. Oder kommt es stattdessen zu einem Bündnis von CDU (ohne CSU), Grünen & SPD?
Macron hat recht: Europa muss neu gedacht werden. Aber nicht so, wie er es sich in französischer Tradition vorstellt, sondern wirklich demokratisch, aufgebaut von der Basis zur Spitze – und nicht umgekehrt.
Die muslimischen Rohingya in Burma werden in ihrem Konflikt von islamischen und westlichen Medien unterstützt. Hinter den Problemen stehen auch die Interessen der Großmächte. Saudi-Arabien versucht seinen Einfluss auf Asien auszudehnen.
Es gibt Bereiche, die auf europäischer Ebene eventuell besser geregelt und entschieden werden können als in den Mitgliedsstaaten. Es gibt Bereiche, die wesentlich besser vor Ort abschließend entschieden werden – oft noch unter der Ebene der Mitgliedsstaaten.
Ob Maischberger gestern erkannte, dass immer nur diese leidigen Einspieler und pöbelnden Augsteins und Stegners, die so liebend gerne bereit sind, alle Fairness fahren zu lassen, kein taugliches Drehbuch ist?
Solche verrückten Ideen wie Decarbonisierung, die auch einer Angela Merkel flüssig über die Lippen gehen, dürften also weiter gehen.
Besteht ein Zusammenhang zwischen der Qualität der Bundestagsdebatten und der Politikverdrossenheit? Über die Taktik zwischen CSU und CDU.






























