Polizeigewerkschaft rebelliert gegen Merz und seine Asyl- und Abschiebe-Politik

Es ist ein brisanter Brief zur Abschiebe-Politik: Nach dem erschütternden Terroranschlag auf den CSD in Berlin fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft in einem Schreiben an den Bundeskanzler umfassende Änderungen im Staatsbürgerschafts-, Aufenthalts- und Asylrecht.

IMAGO / Bernd Elmenthaler
DPolG-Vorsitzender Heiko Teggatz, Berlin, 03.02.2025

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) sieht in den bestehenden Regelungen strukturelle Defizite, die die innere Sicherheit gefährden, und hält die von Friedrich Merz (CDU) erwogenen Maßnahmen für unzureichend. Die Gewerkschaft der Exekutive wird in ihrem aktuell veröffentlichten Schreiben deutlich – so sagt DPolG-Bundesvorsitzender Heiko Teggatz:

„Bei einer Novellierung des Staatsbürgerschaftsrechts sollte nicht nur geprüft werden, unter welchen Voraussetzungen eine Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft bei Mehrstaatlern möglich sein kann. Ebenso notwendig sei eine grundsätzliche Neuausrichtung des Staatsangehörigkeitsrechts: Die deutsche Staatsbürgerschaft sollte wieder stärker an eine nachweislich erfolgreiche Integration geknüpft werden und den Abschluss eines gelungenen Integrationsprozesses bilden.“

2025 scheiterten 34.448 geplante Abschiebungen

Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft eine Nachschärfung der Ausweisungsregelungen im Aufenthaltsgesetz: Der Staat müsse sein besonderes Ausweisungsinteresse konsequenter nutzen. In der Praxis scheiterten Abschiebungen häufig daran, dass Gerichte im Einzelfall keine hinreichende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung erkennen. Die DPolG verlangt daher eine gesetzliche Klarstellung, dass die im Aufenthaltsgesetz genannten Tatbestände als Beleg für eine solche Gefahr gelten. Im Vorjahr scheiterten 34.448 geplante Abschiebungen, allein in Bayern 4.354, in Berlin sogar 9.750.

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Auch im Asylrecht sieht die Polizeigewerkschaft dringenden Handlungsbedarf, insbesondere bei den Vorschriften zum Widerruf des Schutzstatus: Immer wieder reisten Personen trotz gewährten Schutzes in ihre Herkunftsländer. Die bestehenden Ausnahmeregelungen und Ermessensspielräume führten zu langwierigen Verfahren. Heiko Teggatz: „Unsere Vorschläge liegen seit Langem auf dem Tisch. Wer sicherheitspolitische Defizite erkannt hat, muss daraus auch die erforderlichen gesetzgeberischen Konsequenzen ziehen.“

Am vergangenen Samstag raste ein 21-jähriger Mann in Berlin mit einem gemieteten Transporter in eine Menschenmenge und griff anschließend Passanten mit einer Machete an. Eine 65-jährige Frau aus Polen kam bei dem Anschlag ums Leben, 31 weitere Menschen wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter, der deutsche Staatsbürger Abdul Ballout mit libanesischen Wurzeln, wurde einen Tag später in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau von einem Spezialeinsatzkommando erschossen, nachdem er mit einer Stichwaffe auf die Beamten zugelaufen war.

Abdul Ballout war den Sicherheitsbehörden seit Jahren bekannt. Schon als Jugendlicher bewegte er sich in der islamistischen Szene. Im November 2025 wurde er am Flughafen BER festgenommen, nachdem er mehrfach versucht hatte, sich dem Islamischen Staat anzuschließen. Er galt als Gefährder und war vom BKA als Hochrisikoperson eingestuft. Im Mai 2026 verurteilte ihn ein Jugendschöffengericht zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein; der Haftbefehl war zuvor aufgehoben worden. Auf seinem Handy fanden Ermittler ein Bekennervideo mit einem Treueschwur auf den IS.

Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte die Tat als „Angriff auf unsere Gesellschaft“ und kündigte Konsequenzen an: Er lässt nun prüfen, wie die Bewegungsfreiheit von Gefährdern stärker eingeschränkt werden kann. Bei Doppelstaatlern halte er den Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft auch ohne Grundgesetzänderung für möglich. Im konkreten Fall sei dies jedoch ausgeschlossen gewesen, da Abdul Ballout ausschließlich die deutsche Staatsangehörigkeit besaß. Merz betonte zugleich die Notwendigkeit, ausreisepflichtige Gefährder konsequenter abzuschieben.

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Kommentare ( 7 )

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eifelerjong
14 Minuten her

Warum nicht die Forderung, dass ein Migrant, der über ein sicheres Drittland, somit fast 100%, einreist, GRUNDSÄTZLICH keinerlei „Schutzstatus beanspruchen kann.

ratio substituo habitus
35 Minuten her

Rebelliert? Wie gegen die Coronamaßnahmen? Ha, ha.

Last edited 34 Minuten her by ratio substituo habitus
humerd
42 Minuten her

Merz wurde nur mit den Stimmen der Grünen und Linken Kanzler und koaliert mit der SPD. Da gehen keine Abschiebungen.
Siehe Geplärre

Erstmals wurde ein Afghane aus Deutschland in sein Heimatland abgeschoben, der kein Straftäter war. Innenminister Dobrindt sieht dafür Gründe, doch es gibt massive Kritik.
https://www.merkur.de/politik/abschiebung-nach-afghanistan-dobrindt-rechtfertigt-nicht-straftaeter-an-bord-94419932.html
und ganz ehrlich, in den Foren kennt wieder jeder eine, der einen kennt, der von einem Ausreisepflichtigen weiß, der abgeschoben wurde, obwohl der gaaaanz fleißig arbeitete, sowie ehrenamtlich im Fußball oder sonstigen Verein schuftete, sich bestens integriert hatte …
Die Bevölkerung will doch gar keine Abschiebungen

Last edited 41 Minuten her by humerd
Jens Frisch
45 Minuten her

„Am vergangenen Samstag raste ein 21-jähriger Mann in Berlin mit einem gemieteten Transporter in eine Menschenmenge… “
In China gilt der Islam per se als Geisteskrankheit – und sie haben damit absolut Recht! Geisteskranke sollten generell kein Auto fahren dürfen.

Dirk Plotz
52 Minuten her

Dem Staat die Macht zu geben, die Staatsbürgerschaft abzuerkennen, wird sich übel rächen. In 10, 20 Jahren wird man diese mehrheitlich den Deutschen entziehen, die nicht mitmachen, bei Corona 2.0, Krieg gegen Russland, Auflösung Deutschlands in der EU, Lastenausgleich oder sonstigen staatlichen Terror. Wir haben das bei der Totalüberwachung gesehen. Moslems doof, deshalb Bürgerrechte weg. Unter genau dieser Gesetzgebung sitzen heute die Rollator-Revolutionäre seit Jahren illegal in Untersuchungshaft. Das gleiche bei der Aufgabe all unserer biometrischen Daten, die mittlerweile Palantir füttern. Der Funkzellenabfrage, die mal nur für Terror und schwerste Straftaten genutzt werden sollte und heute selbst bei Graffiti und… Mehr

Jens Frisch
54 Minuten her

„Der Staat müsse sein besonderes Ausweisungsinteresse konsequenter nutzen.“
Der Herr von der Polizeigewerkschaft will es offenbar nicht sehen: Dieser Staat hat keinerlei „Ausweisungsinteresse“, weil es ihm offenkundig darum geht, die autochthone Bevölkerung auszurotten.
Wer es nicht sieht, will es nicht sehen!

alter weisser Mann
57 Minuten her

Das „sollte“-Gewinsel der Polizeigewrkschaft kommt ja bestenfalls doch nur auf die Merz-Liste von Dingen, die er irgendwem irgendwie besser erklären muss.

„Merz betonte zugleich die Notwendigkeit, ausreisepflichtige Gefährder konsequenter abzuschieben.“
Na, da hat Dobrindt ja Glück, dass er nicht auch entlassen wurde. Oder wem erklärt Merz diese Notwendigkeit?

Last edited 53 Minuten her by alter weisser Mann