74.089 Asylwerber kamen ohne Ausweis

Wir wissen nicht, wer bei uns ist. Die Behörden verzeichnen einen neuen Höchststand bei Asylsuchenden ohne gültige Identitätspapiere. Zwei Drittel der Erwachsenen, die erstmals einen Asylantrag stellten, reisten ohne Pass oder Ausweis ein.



picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul

Wer kommt als Flüchtling nach Deutschland? Das ist kaum zu verifizieren – die Behörden verzeichnen einen neuen Höchststand bei Asylsuchenden ohne gültige Identitätspapiere. Zwei Drittel der Erwachsenen, die erstmals einen Asylantrag stellten, reisten ohne Pass oder Ausweis ein.

Diese Entwicklung bringt erhebliche Probleme bei der Identitätsprüfung durch die Behörden und beim Asylverfahren: So stellten im Jahr 2025 insgesamt 113.236 volljährige Personen erstmals einen Asylantrag in Deutschland, von ihnen konnten aber 74.089 keine gültigen Identitätsdokumente vorlegen, was 65,4 Prozent entspricht. Damit erreicht der Anteil der Antragsteller ohne Papiere einen neuen Höchstwert: Im Jahr 2024 lag dieser Anteil noch bei 49,9 Prozent, als 72.620 von 145.401 Antragstellern ohne Ausweisdokumente einreisten.

Auffallend ist, dass die Gesamtzahl der Asyl-Erstanträge im Jahr 2025 deutlich gesunken ist, berichtet aktuell die WELT: Laut offiziellen Statistiken wurden insgesamt 113.000 Erstanträge gestellt – das sind etwa 51 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Doch die Zahl der Personen mit ungeklärter Identität ist im Verhältnis deutlich gestiegen.

Auch im längerfristigen Vergleich zeigt sich ein deutlicher Trend: Seit 2018 sind laut offiziellen Angaben fast 900.000 erwachsene Asyl-Erstantragsteller nach Deutschland gekommen. Mehr als 462.000 von ihnen – 51,5 Prozent – konnten keine Identitätspapiere vorlegen. Damit ist der Anteil papierloser Einreisen über mehrere Jahre hinweg konstant hoch.

Identitätsprüfung fast unmöglich

Das Fehlen von Pässen oder anderen Dokumenten erschwert die Arbeit der deutschen Behörden erheblich. Die Identität der Antragsteller muss dann durch andere Mittel überprüft werden – etwa durch Befragungen, Sprachtests oder internationale Kooperationen.

In der Praxis ist dies jedoch häufig kompliziert. Viele Herkunftsländer verfügen nur über eingeschränkte Verwaltungsstrukturen oder kooperieren bei Identitätsprüfungen nur begrenzt. Zudem fehlen in einigen Fällen funktionierende Botschaften oder konsularische Dienste in Deutschland.

Dabei ist die Rechtslage eindeutig: Nach deutschem Aufenthaltsrecht sind Ausländer grundsätzlich verpflichtet, Identitätsdokumente vorzulegen oder aktiv an der Klärung ihrer Identität mitzuwirken, wenn solche Dokumente fehlen.

Große Unterschiede je nach Herkunftsland

Die Statistik zeigt, dass das Problem besonders bei einigen Herkunftsländern ausgeprägt ist. Bei Asylbewerbern aus Guinea lag der Anteil ohne Ausweispapiere im Jahr 2025 bei 97,9 Prozent. Dahinter folgen Algerien mit 93,9 Prozent, Eritrea mit 91,5 Prozent sowie Somalia mit 91,3 Prozent.

In vielen dieser Staaten erschweren politische Instabilität, Bürgerkriege oder schwache staatliche Strukturen die Ausstellung offizieller Dokumente. Dass Menschen aus solchen Regionen ohne Papiere reisen, gilt daher in vielen Fällen als nachvollziehbar.

Auffällig ist jedoch, dass auch in Staaten mit funktionierenden Verwaltungsstrukturen viele Antragsteller ohne Dokumente ankommen. So hatten 71,2 Prozent der Asylbewerber aus China, 59,4 Prozent aus der Türkei und 51,8 Prozent aus Russland keine Identitätsnachweise bei sich.

Wir wissen nicht, wer bei uns ist

Die Entwicklungen fallen in eine Phase intensiver migrationspolitischer Debatten in Deutschland und der EU: Während die Zahl der Asylanträge zuletzt zurückging, verschärfte die Bundesregierung gleichzeitig Maßnahmen wie Grenzkontrollen und Rückführungen. Die Verunsicherung der Bürger wächst allerdings dadurch, da von vielen Massenmigranten nicht bekannt ist, wer sie wirklich sind – ein Einsickern von Islamisten und Terrorgefährdern ist somit eindeutig möglich.

Bereits jetzt leben zwischen 3,3 und 3,4 Millionen Menschen mit einem Schutzstatus oder einem laufendem Asylverfahren in Deutschland. Experten betonen, dass die Frage der Identitätsfeststellung ein zentraler Bestandteil eines funktionierenden Asylsystems bleibt. Ohne verlässliche Identitätsdaten wird sowohl die Entscheidung über Schutzstatus als auch eine mögliche Rückführung erheblich erschwert.

Gleichzeitig weisen Fachleute darauf hin, dass fehlende Dokumente nicht zwangsläufig auf Täuschungsabsicht hindeuten. Viele Geflüchtete verlieren ihre Papiere auf der Flucht, geben sie an Schleuser ab oder stammen aus Ländern, in denen Dokumente schwer zu erhalten sind. Doch der meisten nimmt sich die Asylindustrie an.

Milliarden-Geschäft der Schlepper-Mafia



Wie professionell mittlerweile die Schleuser arbeiten, zeigte ein erst kürzlich aufgeflogener Fall in Österreich: Die von einem syrischen Clan gesteuerte Asyl-Mafia hat in nur vier Jahren mehr als 100.000 Migranten illegal nach Österreich und Deutschland gebracht. Laut Innenministerium in Wien hat die Bande damit eine Milliarde Euro Umsatz gemacht.

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Kommentare ( 75 )

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November Man
1 Monat her

„74.089 Asylwerber kamen ohne Ausweis“
Und die alle haben ihre Pässe verloren? Das ist doch reine Volksverdummung.
Wer sich nicht ausweisen kann, von wem wir nicht wissen wer es ist, woher er kommt und was er in unserem Land womöglich vorhat muss unser Land unverzüglich verlassen. Es ist schon ärgerlich genug, dass solche Leute überhaupt in unser Land gelangen konnten.

Heptamer
1 Monat her

Es gibt drei Gruppen von Menschen in Deutschland, denen es richtig gut geht: 1.) Die oberste Kaste: Politiker, Staatsbeamte und im Gefolge der Schwarm, bestehend aus NGOs, Stiftungen, pol. Vereinen, etc. 2.) Asylanten. 3.) Permanent-Hartzer (mit Schwarzarbeit-Extensions). Und die Loser stehen auch fest.

Haedenkamp
1 Monat her
Antworten an  Heptamer

Bitte die #Kulturschaffenden# und deren Medien nicht vergessen. Die neuen Vasallen sind die totalen Loser, weil ihnen heute keiner von den neuen Lehnsherren hilft, sondern sie bloß auslacht und anarcho-tyrannisch demütigt.

Kassandra
1 Monat her

Wer keinen Pass mitbringt bleibt außerhalb der Grenzen.
Denn egal wie und auf welchem Wege – er muss einen Pass gehabt haben, um vor Deutschlands Grenzen aufschlagen zu können.
Auch, wenn er mit dem Flieger landet – denn ohne Papiere kommt er da gar nicht hinein.
Schlüpft dennoch einer durch dann gerne so, wie von Ihnen vorgeschlagen.

horrex
1 Monat her

Zur „eindeutigen Rechtslage“ ist wohl anzumerken,
dass sehr vermutlich „nicht alle Mitarbeiter“ sich sich gleich streng an diese „Lage“ gebunden fühlen, bzw. eher ihrem „inneren Impetus“ folgen als der Rechtslage. –

Klaus D
1 Monat her

Milliarden-Geschäft der Schlepper-Mafia…nicht nur für die sondern auch für viele lobbyisten aus der wirtschaft – in deustschland! Könnte es nicht auch so sein das der ganze wahnsinn maßgeblich von lobbyisten aus der wirtschaft vorangetrieben wird?! So ist der größte profiteur von dem wahnsinn die immobilienbranche und diese steht der politik und im besodneren der CDU sehr nahe. Das Geld, das der Staat für Flüchtlinge ausgibt, landet am Ende fast vollständig bei deutschen Unternehmen und Vermietern. Zusammenfassung: Wer hat das Geld am Ende in der Kasse? Branche Was wird verkauft? Warum ist der Gewinn direkt? Lebensmittelhandel Brot, Milch, Obst, Reis Sofortiger… Mehr

AlterEgo
1 Monat her

Es könnte einfach sein:

  • an der Grenze zurückweisen
  • in Haft nehmen
  • in der Haft erkennungsdienstlich behandeln (sollte mit *jedem* Asylanten gemacht werden)
  • Handies konfiszieren und auswerten
  • Diese Praxis publik machen

Ich wette die Zahlen der Asylsucher ohne Ausweis gehen drastisch runter…

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  AlterEgo

Es ist politisch nicht gewollt.
Und wer die Macht hat, das durchzusetzen – ich ahne da etwas.

Privat
1 Monat her

Die bekloppten Deutschen wählen zu 80 % die schädlichen Altparteien – schaffen sich durch die illegalen Eindringlinge selber ab, nur sie merken das nicht einmal. Sie wollen ihr buntes haben aber sie gehen in Wirklichkeit daran zugrunde.

Franz Schroeder
1 Monat her

In den meisten EU Länder kommt nicht einmal unser Chihuahua ohne Ausweis hinein.

verblichene Rose
1 Monat her
Antworten an  Franz Schroeder

Und zu „Corona“ durfte ich als Hamburger zeitweise nichtmal nach Schleswig Holstein. Auch nicht mit Ausweis, bzw. gerade dann nicht…!

hansgunther
1 Monat her

Der neue Ausweis des Glücksritters ist das Handy. Wer keinen Ausweis hat, ist in die Überwachung zwecks Identitätsfindung ausnahmslos einzubeziehen. Hier hat das Gesetz jeden Richter samt linker Mischpoke auszuschalten, bevor nicht aufgeklärt ist. Übrige Daten auf dem Handy geben ja weitere Infos im begründeten Verdachtsfall. Bei „Neuerwerb“ eines inländischen Handys, gleiches Prozedere. Die Einreise endet in einem geschlossenen Aufnahmelager bis zur Klärung – was die Maßnahme auch zwingend macht. Ergebnis ist die Grundlage über Anerkennung oder Rückführung, kompromisslos. Kein Land der Welt kann man ohne Ausweis betreten oder unter Verschleierung der Identität ausnehmen wie eine Weihnachtsgans. Nur dem feuchten… Mehr

Musteridiot
1 Monat her

Wenn die Regierung cleverer wäre, würde sie die Zuwanderer ohne Pass mit denen verrechnen, die viele Ausweise haben. Anis Amri, der den Weihnachtsmarkt in Berlin in ein Massengrab verwandelt hat, hatte ja bis zu 14 Identitäten gleichzeitig und bezog auch vielfach Leistungen.

So gleicht sich das wieder aus….

Ich finde es sowieso sehr glaubwürdig, wenn Flüchtlinge zwar fähig sind, fünfstellige Beträge an Schleuser zu zahlen, jedoch am Mitführen von Ausweisdokumenten scheitern sollen.