Sánchez macht erstmal Urlaub, Lars Klingbeil übernimmt das Schönreden

Während Giorgia Meloni entschlossen handelt, flüchtet Pedro Sánchez nach der von ihm mitverursachten Grenzsturms auf Ceuta erstmal in den Urlaub. Lars Klingbeil erklärt das Versagen seines Genossen zum „entschlossenen Handeln“ – und bereitet die Deutschen schon darauf vor, für die nächste sozialistische Migrationskrise zu zahlen.

picture alliance / Flashpic | Jens Krick

Die italienische Ministerpräsidentin Giogia Meloni handelt, während Deutschlands Regierung in wohlfeilem Geschwätz wetteifert. Um einen muss man sich allerdings keine Sorgen machen, nämlich um den Verursacher der Krise, um Klingbeils Genossen Pedro Sánchez, den spanischen Regierungschef, denn der hat sich bereits in den Urlaub verabschiedet. Aber Sánchez verschwindet ja immer, wenn es ernst wird. Sánchez besitzt die Geschicklichkeit, sich in jeder Krise zu drücken, wie Wüst und Günther vor Wehrdienst und Zivildienst, weil bei Wüst und Günther allerdings sehr ernsthafte medizinische Gründe vorlagen.

Paloma H. Matellano schrieb gestern in der spanischen Zeitung El Mundo: „„Eine funktionierende Regierung.“ So definierte Pedro Sánchez seine eigene Regierung noch vor fünf Tagen. Er lobte die zahlreichen verabschiedeten Gesetze und beteuerte, seine Regierungen hätten „unser Land in eine viel bessere Lage gebracht, unendlich viel besser als 2018.“ Knapp 48 Stunden nach diesen Aussagen gelangten über 50.000 Menschen illegal über die südliche Grenze bei Ceuta nach Spanien, ohne dass die dort stationierten Sicherheitskräfte sie aufhalten konnten.“ Matellano zieht eine Linie des Versagens von Klingbeils „Komintern“ Genossen Sánchez: „Gerade in der Frage, auf die Sánchez besonders stolz ist – dem Management –, trat ein weiteres eklatantes Problem in Spanien zutage, als die „territoriale Integrität“ des Landes, wie der Präsident es formulierte, infrage gestellt wurde. Dieses eklatante Problem verdeutlichte einmal mehr, wie sehr die mangelnde Weitsicht der Regierung die Situation überschattete. Dies geschah während der Pandemie, des Stromausfalls und anderer beispielloser Krisen, die Sánchez’ Amtszeit prägten.“ Aber es geht nicht um schlichtes Versagen, es geht um frivoles Regieren gegen die Interessen Spaniens, wie man es nur mit Blick auf Deutschland von der deutschen Regierung kennt, es dreht sich schlicht darum, dass Sánchez die Krise von Ceuta provoziert, wenn nicht aus einer kaltschnäuzigen Mischung aus Arroganz und Ideologie heraufbeschworen hatte.

Sánchez hatte kaum megaphoniert, dass Spanien ein neues Einwanderungsgesetz bräuchte, das die rasche Zurückweisung von Migranten, die schwimmend in Spanien eindrangen, verbot. Kaum hatte Klingbeils Genosse Sánchez das verkündet, da kamen sie, als hätten sie nur auf die Worte des weisen Pedros gewartet, auch schon angeschwommen. Die Regierung wusste, dass immer mehr Migranten nach Ceuta drängten, dass sich der Strum aufbaute und sie tat – nichts! Miguel Tellado, einer der führenden Oppositionspolitiker sprach am Freitag von einer „gescheiterten Regierung“, von einer „Regierung, die nichts mehr regiert; von der nur noch der Name Regierung übrig ist“. Wie soll Sánchez auch regieren, wo er planmäßig in den Urlaub ging.

Man kann dem Kommunisten Sánchez nicht vorwerfen, dass er sich nicht um seine Untertanen kümmern würde. Zur Hebung der Laune, auch der Spanier in Ceuta, verabschiedete sich der Verursacher der Krise von Ceuta mit einer Spotify Playlist „Sound meines Sommers“ in den Urlaub.

Offensichtlich übersetzt Sánchez Spotify mit Spott so fein, denn er lächelt wie in einer Werbung für eine Dating Show in die Kamera und säuselte wie der Bachelor: „Diesen Sommer habe ich euch eine Playlist mit einigen der Songs zusammengestellt, die ich dieses Jahr am meisten höre.“ Und da Spanien trotz Waldbränden, Migranten-Invasion und deren Folgen nur die Frage umtreibt, welche Musik hört der Regierungschef, sagte der Kommunist im Stile eines Influencers: „Sie ist ziemlich vielseitig – aber ich denke, sie gibt euch einen guten Eindruck davon, worauf ich hinauswill.“

Und dabei war Sánchez sehr, sehr fleißig, denn auf seine Spotify-Playlist „Sound meines Sommers“ fanden 31 Titel Platz. Um zu wissen, worauf Sánchez hinauswill, muss man sich die Titel auf der Playlist anschauen. Da ist beispielsweise der spanische Rapper Quevedo mit dem Rap „El Baifo“, in dem es heißt: „Heute bin ich gutaussehend aufgestanden, hübsch wie immer/Hab’ die Jordans angezogen, die Ketten, die Ohrringe/Und geh’ raus auf die Straße, von meinen Inseln, mit meiner Crew/Hier bin ich eine Legende, obwohl ich noch in den Zwanzigern bin/Ich geh’ nie wieder arbeiten, möge der liebe Gott mich segnen.“ Stimmt, Sànchez geht nicht arbeiten, er geht in den Urlaub. Darf man einen Regierungschef, der, während sein Land mit Krisen kämpft und ganz Europa über die Invasion im spanischen Ceuta besorgt spricht, der in den Urlaub abrauscht und nur seine Playlist hinterlässt, einen Playboy oder einen Playlistboy nennen?

Vielleicht erreichten Sánchez in seinem Urlaub die Solidaritätsbekundungen seines Genossen Klingbeil. Klar, in der Komintern kritisiert man sich nicht, da steht man zusammen, auch gegen das eigene Volk. Ob Sánchez Klingbeils Appell seiner Playlist hinzufügen wird, weiß man nicht, denn Klingbeil bläst hübsch die Pausbäckchen auf: „Es gilt, mit Spanien zu agieren und nicht über Spanien zu sprechen“? Heißt, der deutsche Untertan hat den Mund zu halten, während der Genosse Klingbeil deutsches Steuergeld nach Madrid oder für Madrid gleich nach Marokko überweist? Nur wen will Klingbeil fragen, Sánchez ist in Urlaub. Okay, ein Unterstaatsekretär wird wohl noch da sein in Madrid.

Ganz großes Kino ist es, wenn sich der Genosse Klingbeil die Welt zurechtschwadroniert, wenn angeblich Ministerpräsident Pedro Sánchez mit entschlossenem Handeln dafür gesorgt habe, dass der allergrößte Teil der Menschen innerhalb kürzester Zeit von Ceuta wieder nach Marokko zurückgekehrt sei. Mit entschlossenem Handeln und mit geschlossener Playlist. Wahrscheinlich sind die Invasoren Sánchez Spotify Playlist „Sound meines Sommers“ gewichen.
Und was ist eigentlich mit dem anderen Teil der Eindringlinge, den Sánchez in Spanien verteilen lässt? Nur in Spanien? Und sind es wirklich nur 7000, wie Sánchez weismachen will? Schließlich trällert Sánchez gerade von seiner Playlist für Ceuta aus „Spring Summer 26: „Ich kann nicht verbergen, dass ich lieber den einfachen Weg gehe.“

Natürlich kommt Klingbeil wieder mit einer Verschwörungstheorie daher. Der deutsche Finanzminister lebt in Verschwörungshausen im Bundesland Ideologien. Natürlich wurden die armen Menschen, die armen Flüchtlinge instrumentalisiert, „in dem Versuch, Europa zu spalten“. Um nichts anderes handelte es sich also in Ceuta, als um die Spaltung Europas. Darauf muss man erstmal kommen, und vor allem muss man die Fähigkeit besitzen, wie ein Schauspieler in der Fernsehwerbung oder wie die Moderatoren in den Nachrichtensendungen des Staatsfernsehens mit wichtiger Miene völlig Sinnfreies zu verkünden, eine Art Hayali-Dadaismus.

Noch ist Marokko der Hauptschuldige am Ansturm. Aber wenn wir noch wenige Stunden warten, wird sich der Nebel lichten und jemand von der Zeit, der SZ oder ARDZDFRTL wird uns endlich die wahren Schuldigen, die Hintermänner des Sturms präsentieren: nämlich Putin, und nicht zu vergessen die AfD. Irgendein AfD-Politiker wird doch sicher einmal in Marokko im Urlaub gewesen und zufällig an der russischen Botschaft vorbeigegangen sein. Und Klingbeils scharfsinniger öffentlich-rechtlicher Propagandafunk wird herausfinden, dass das ganz und gar nicht zufällig war. In Klingbeils Spotify Playlist „Sound meines Sommers“ heißt es nach der Melodie „Völker hört die Signale“: „Gerade in solchen Situationen darf Europa sich nicht auseinanderdividieren lassen“, denn „die Geschlossenheit Europas und die Solidarität mit Spanien“ müsse natürlich „jetzt an erster Stelle“ stehen. Das klingbeilt so, als werde auch Ceuta sehr, sehr teuer für Deutschland.

Auch Klingbeils Blockfreund vom grünen Außenministerium, Wadephul, tönte: „Die Lage in Ceuta in den vergangenen Tagen war ein absoluter Stresstest, den wir bestanden haben.“ Haben wir etwas verpasst? Was hat Wadephul bestanden? War er in Ceuta? Hat er gefordert, Spanien aus dem Schengen-Raum auszuschließen? Hat Wadephul etwas anderes getan, als Geld für Syrien oder für Gaza oder für Marokko zu bewilligen oder Salsa zu verkosten? Doch Wadephul hat den absoluten Stresstest genauso wie Pedro Sánchez, Lars Klingbeil und Robin Alexander im heute show quiz mit Louis Klamroth bestanden. Doch Wadephul haut natürlich auch beherzt auf den Campingtisch: „Ich erwarte daher, dass die EU-Kommission dem Schutz der Außengrenzen absolute Priorität einräumt, um das Schengen-System offener EU-Binnengrenzen nicht weiter zu gefährden“.

Tun will Wadephul nichts dafür, Deutschlands Grenzen zu sichern, keinesfalls. Stattdessen fordert er, dass die EU-Kommission die Außengrenzen sichern soll, was die EU-Kommission schon seit 2015 nicht will. Und dann macht auch Wadephul das, was Wadephul am liebsten macht, nämlich das deutsche Steuersäckel zu öffnen, denn: „Um illegale Migration zu kontrollieren, brauchen wir Partner außerhalb Europas, wie in diesem Fall Marokko.“ Dabei überweist Deutschland 2026 bis 2027, in dem Zeitraum, in dem kein Geld fürs deutschen Gesundheitssystem, für deutsche Rentner, für deutsche Pendler da ist und horrende Schulden aufgenommen werden, im Rahmen der sogenannten Entwicklungszusammenarbeit in Form von Krediten und Zuschüssen über 630 Millionen Euro an Marokko. Man darf bei so zupackenden Ministern wie Radovan und Wadephul berechtigt hoffen, dass Deutschland die 1 Milliarden Euro Marke noch knacken wird.

Ursula von der Leyens Deutschland Beauftragter Manfred Weber, der die Bundeswehr so gern Brüssel unterstellen will, hat sich auch schon zum Geschwätz gemeldet: „Ich will, dass wir Frontex, unserer Europäischen Außengrenzenagentur, also unserem Grenzschutz in Europa, auch wirklich Durchgriffsrechte geben“. „Ich will“, „Wir müssen“, „Dürfen nicht“, hohlhohle Sprachstanzen, denen kein Handeln folgen wird. In über zehn Jahren hat das der Eurokrat Manfred Weber nicht hineinbekommen, warum sollte es ihm jetzt gelingen? Mit dem deutschen Dichter Paul Scheerbarth könnte man im Stile seines Wunderfabelbuches stöhnen: „Ja .. was .. möchten wir nicht Alles!“ oder sich mit Gerhart Hauptmann zu einem entschlossenen: „Nu jaja…nu neenee“ durchringen.

Ursula von der Leyen wird sicher auch etwas gesagt haben. Und Friedrich Merz wohl auch, wird wohl alles nach Klingbeil klingen.

In Brüssel sollen sich die Innenminister treffen, einige handeln, wie Italien, andere werden behandelt wie Deutschland. Doch wir dürfen bei dieser Regierung hoffen, dass wir für unser Geld auch etwas bekommen, nämlich Augenzeugen aus Ceuta.

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