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Mi, 27. Mai 2026
Friedrich Merz ist neuer Bundeskanzler – mit Hilfe von Grünen und Linken picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Markus Schreiber
Abstimmung im Bundestag
Friedrich Merz ist neuer Bundeskanzler – mit Hilfe von Grünen und Linken

Der Bundestag hat im zweiten Wahlgang Friedrich Merz zum zehnten deutschen Bundeskanzler gewählt. Auch in dem haben ihm wieder mindestens drei Abgeordnete seiner Koalition die Stimme verweigert – Kanzler wird Merz nur mit Hilfe der Grünen und Linken.

VON Mario Thurnes | 6. Mai 2025
Anna bleibt nicht allein zu Hause picture alliance / NurPhoto | Ying Tang
Ausgrenzung der AfD
Anna bleibt nicht allein zu Hause

Überraschung für den hessischen CDU-Minister Manfred Pentz: Im Flugzeug nach Belgrad muss er Anna Nguyen die Hand schütteln – obwohl er sie eigentlich aus der Delegation geworfen hat. Jetzt ist er doppelt blamiert.

VON Redaktion | 6. Mai 2025
Ex-Verfassungsgerichtspräsident Papier fürchtet Staatskrise picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Kanzlerwahl
Ex-Verfassungsgerichtspräsident Papier fürchtet Staatskrise

Verantwortlich für diese Lage seien in erster Linie die etablierten Parteien der Mitte. Sie hätten jahrelang die Bedürfnisse und Anliegen großer Teile der Bürger nicht hinreichend aufgegriffen, so der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier.

VON Redaktion | 6. Mai 2025
Friedrich Merz ist demoliert – und lässt sich mit Hilfe der Linken wählen picture alliance / Geisler-Fotopress | Frederic Kern
Kanzlerwahl gegen 15.15 Uhr
Friedrich Merz ist demoliert – und lässt sich mit Hilfe der Linken wählen

Der Bundestag hat Friedrich Merz im ersten Wahlgang die notwendige absolute Mehrheit verweigert. Er wird vorerst nicht Bundeskanzler, der zweite Wahlgang ist nun für 15.15 Uhr angesetzt. Zeitgleich geht die Suche nach den Verrätern los.

VON Mario Thurnes | 6. Mai 2025
2000 Kündigungen: Facebook verzichtet auf „Faktenchecker“ picture alliance / NurPhoto | Klaudia Radecka
Kurswechsel bei Meta
2000 Kündigungen: Facebook verzichtet auf „Faktenchecker“

Meta, der Mutterkonzern von Facebook und Instagram, beendet seine Zusammenarbeit mit Telus International - – mit unangenehmen Folgen für Hunderte Beschäftigte in Europa. Werden jetzt andere Unternehmen folgen und ebenfalls ihren „Faktencheckern“ kündigen?

VON Richard Schmitt | 6. Mai 2025
Als extremer Linker reüssiert man als Bundesminister … picture alliance / Geisler-Fotopress | Frederic Kern/Geisler-Fotopress
Spaltung der Gesellschaft
Als extremer Linker reüssiert man als Bundesminister …

Als extremer Linker reüssiert man als Bundesminister, als Rechtsaußen fällt man unter Ächtung und Verbot. Die etablierte Politik will links der Mitte unter sich sein. Die AfD lässt sie vom Geheimdienst „gesichert“ brandmarken, für linksgrüne Politiker ist radikale Vergangenheit Aufstiegsempfehlung.

VON Olaf Opitz | 6. Mai 2025
Kanzlerwahl: „Wir retten Friedrich Merz nicht“ picture alliance / Geisler-Fotopress | Frederic Kern
Gescheiterter Wahlgang im Bundestag
Kanzlerwahl: „Wir retten Friedrich Merz nicht“

Wie verhält sich die AfD, wenn der CDU-Vorsitzende bei der Kanzlerwahl scheitert, was, wenn die Koalition zerbricht? Hilfe würde sie der Union nur unter Bedingungen anbieten. Friedrich Merz steckt in einer selbstverschuldeten Zwangslage. Und: Fast alles ist möglich.

VON Alexander Wendt | 6. Mai 2025
AfD fordert Neuwahlen picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Merz-Desaster im Bundestag
AfD fordert Neuwahlen

Friedrich Merz ist im ersten Wahlgang zur Kanzlerwahl durchgefallen. Noch ist unklar, wann der zweite und/oder dritte Wahlgang stattfinden. AfD-Chefin Alice Weidel fordert indes Neuwahlen.

VON Mario Thurnes | 6. Mai 2025
Wie lange verzögert sich die Wahl von Friedrich Merz? picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Markus Schreiber
Abstimmung im Bundestag
Wie lange verzögert sich die Wahl von Friedrich Merz?

Friedrich Merz ist im ersten Durchgang zur Kanzlerwahl durchgefallen. Was bedeutet das? Im – für ihn – schlimmsten Fall kann sich seine Wahl noch um weitere zwei Wochen verzögern. Solange bleibt Olaf Scholz im Amt.

VON Mario Thurnes | 6. Mai 2025
Friedrich Merz fällt im ersten Wahlgang durch picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Markus Schreiber
Aufregung im Bundestag
Friedrich Merz fällt im ersten Wahlgang durch

Friedrich Merz hat im Bundestag im ersten Durchgang nicht die notwendigen Stimmen erhalten. 310 Abgeordnete gaben ihm ihr Ja, doch 316 Stimmen hätte er gebraucht. Eigentlich haben Union und SPD zusammen zwölf Stimmen über den Durst.

VON Mario Thurnes | 6. Mai 2025
TÜV-Zwang: Brüssel dreht weiter an der Abgabenschraube IMAGO / Bihlmayerfotografie
Zweifelhafter Nutzen
TÜV-Zwang: Brüssel dreht weiter an der Abgabenschraube

Für ältere Autos soll auf EU-Ebene eine jährliche TÜV-Inspektion verpflichtend werden. Für den Bürger stehen vor allem zusätzliche finanzielle Belastungen an, während die Kommission im Hintergrund abkassiert.

VON Hannes Märtin | 6. Mai 2025
Schweiz kappt zwei Zugverbindungen mit Deutschland Picture-Alliance/KEYSTONE | GAETAN BALLY
Genervt von Verspätungen:
Schweiz kappt zwei Zugverbindungen mit Deutschland

Die Schweizerische Bundesbahn SBB streicht zwei Zugverbindungen aus Deutschland. Grund für die Maßnahme seien „erhebliche Verspätungen“ der Züge. Die Züge in die Gegenrichtung verkehren weiterhin ohne Umsteigen über die Grenze.

VON Gastautor | 6. Mai 2025
„In Sorge vor Angriff“: Briten überarbeiten geheime Notfallpläne picture alliance/dpa | Anna Ross
Neubewertung der Bedrohungslage
„In Sorge vor Angriff“: Briten überarbeiten geheime Notfallpläne

Die britische Regierung überarbeitet ihre geheimen Notfallpläne für den Kriegsfall – die angeblich gestiegene Bedrohungslage durch Russland und andere feindliche Staaten erzwinge eine Reaktion. Laut Times werden die zuletzt 2005 aktualisierten Pläne umfassend modernisiert.

VON Richard Schmitt | 6. Mai 2025
„Team Freiheit“: Ex-AfD-Chefin Frauke Petry gründet neue Brandmauer-Partei picture alliance/KEYSTONE | ANTHONY ANEX
Start im Jahr 2026
„Team Freiheit“: Ex-AfD-Chefin Frauke Petry gründet neue Brandmauer-Partei

Als AfD-Chefin abgesägt, versuchte es Frauke Petry mit der Blauen Partei. Nun wagt die Politikerin einen neuen Versuch: Start ist 2026, es soll um Freiheit gehen. Diesmal will sie brav innerhalb der Brandmauer-Grenzen gegen die AfD antreten.

VON Redaktion | 6. Mai 2025
Kanzlerwahltag ohne politische Perspektive
Politische Sonderprovinz Hessen
Kanzlerwahltag ohne politische Perspektive

Ob CDU-Merz oder SPD-Klingbeil Kanzler wird, ändert nichts daran, dass die nächste Bundesregierung die verschärfte Fortsetzung der katastrophalen Politik der Ampel sein wird.

VON Fritz Goergen | 6. Mai 2025
Hessen: Bitte nicht anfassen – CDU-Pentz warnt vor AfD-Händen – TE-Wecker am 6. Mai 2025
DER PODCAST AM MORGEN
Hessen: Bitte nicht anfassen – CDU-Pentz warnt vor AfD-Händen – TE-Wecker am 6. Mai 2025

Der TE-Wecker erscheint montags bis freitags – und bietet Ihnen einen gut informierten Start in den Tag. Ideal für den Frühstückstisch – wir freuen uns, wenn Sie regelmäßig einschalten. An Wochenenden und Feiertagen erscheint der Wecker mit einer Schwerpunktsendung.

VON Holger Douglas | 6. Mai 2025
Abtreibungsinitiative floppt bei EU-Bürgern picture alliance / NurPhoto | Klaudia Radecka
Aktivismus statt Bürgerwille
Abtreibungsinitiative floppt bei EU-Bürgern

Eine europäische Bürgerinitiative zur EU-weiten Finanzierung von Abtreibungstourismus erhält nur mäßige Unterstützung. Das Anliegen ist nicht nur aus der Perspektive von Lebensrechtlern problematisch – und geht an den Bedürfnissen der EU-Bürger vorbei.

VON Anna Diouf | 5. Mai 2025
Die Frau, vor der die CDU Angst hat: Anna Nguyen, mit Migrationshintergrund in der AfD Bilder: picture alliance, Tichys Einblick; Collage: Tichys Einblick
Interview mit Anna Nguyen
Die Frau, vor der die CDU Angst hat: Anna Nguyen, mit Migrationshintergrund in der AfD

Anna Nguyen ist Abgeordnete der AfD im Hessischen Landtag. Jetzt wird sie von Delegationsreisen ins Ausland ausgeschlossen – weil man ausländischen Politikern nicht zumuten könne, ihr „die Hand zu schütteln“, so Manfred Pentz.

VON Redaktion | 5. Mai 2025
US-Spitzenpolitiker entlarven Deutschlands moralische Selbstüberhöhung picture alliance / Sipa USA | Sipa USA
Schlagabtausch in den Sozialen Medien
US-Spitzenpolitiker entlarven Deutschlands moralische Selbstüberhöhung

Der stellvertretende US-Außenminister Christopher Landau entlarvt in einer Auseinandersetzung mit dem Auswärtigen Amt das selbstgerechte Gebaren der deutschen Politik als das, was es ist: moralische Selbstüberschätzung und Arroganz.

VON Anna Diouf | 5. Mai 2025
Trumps nächste Überraschung: Er will Alcatraz wiedereröffnen IMAGO / ZUMA Press Wire
Abschreckungsbotschaft
Trumps nächste Überraschung: Er will Alcatraz wiedereröffnen

Der US-Präsident kündigte nun an, er möchte ein vergrößertes und umgebautes Alcatraz wiedereröffnen, um Amerikas skrupelloseste und gewalttätigste Straftäter unterzubringen. Alcatraz solle als Symbol für Recht und Ordnung dienen.

VON Richard Schmitt | 5. Mai 2025

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27. Mai 2026

Muslimischer Antisemitismus

Syrer als mutmaßlicher Anstifter von judenfeindlichem Mordanschlag in Berlin verhaftet

Von
Redaktion

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen einen 37-jährigen Syrer, der 2025 einen 19-jährigen Syrer zu einem antisemitischen Mordanschlag in Berlin ermutigt haben soll, wegen Beihilfe zum versuchten Mord. Der Mann sollte noch am Vormittag einem Haftrichter vorgeführt werden. Der Anschlag, um den es geht, ereignete sich am Abend des 21. Februar 2025: Der 19-jährige Wassim Al M., zuletzt gemeldet in einer Leipziger Asylbewerberunterkunft, zog an diesem Tag mit der Waffe und dem Vorsatz los, wie er später vor Gericht aussagte, „Juden zu töten“. Er traf im Stelenfeld des Berliner Holocaust-Denkmals auf einen spanischen Touristen, den er für einen Juden hielt, und stieß ihm unvermittelt das Messer in Hals und Gesicht.

Attentat in Berlin auf Touristen
Mutmaßlicher Messertäter am Holocaust-Mahnmal soll syrischer Asylbewerber sein
Das Opfer überlebte nur dank glücklicher Zufälle: Passanten fanden ihn kurz nach dem Angriff, er erhielt deshalb schnell medizinische Hilfe, die ihn vor dem Verbluten bewahrte. Außerdem hatte der Kragen seiner Jacke einen Stich abgelenkt. Der junge Mann aus Spanien leidet bis heute unter den Folgen des Mordversuchs, im Gesicht trug er eine entstellende Narbe davon. Den Täter verurteilte das Berliner Kammergericht bereits zu 13 Jahren Haft. Wassim Al M. sagte in der Verhandlung aus, er habe sich als Gefolgsmann des Islamischen Staates (IS) verstanden.

Die jüngste Verhaftung eines mutmaßlichen Hintermanns zeigt, dass er offenbar nicht als Einzeltäter handelte. Und es spricht vieles dafür, dass in Deutschland ein ausgedehntes Netz von IS-Sympathisanten existiert. Ebenfalls 2025 verhaftete die Polizei in Berlin-Neukölln einen 22-jährigen Syrer, der einen Anschlag mit Messer und einer Sprengvorrichtung auf Juden und andere Nichtmuslime geplant haben soll. Auch er sah sich als Anhänger des IS.

Für Juden, die sich durch religiöse Symbole zu erkennen geben – oder für Juden gehalten werden –, ist der öffentliche Raum in Berlin mittlerweile besonders unsicher. Im Juni 2025 spazierte ein Mann mit einem Davidstern-Anhänger und einem T-Shirt mit Davidstern durch den Gleisdreieckspark in der Nähe des Potsdamer Platzes, als dort ein Mann sein Messer zog und auf ihn losging. Drei Polizisten, die dort patrouillierten, konnten rechtzeitig eingreifen: Sie zwangen den Angreifer mit gezogenen Pistolen, sein Messer niederzulegen.

Antisemitismus in Deutschland
Anschlag auf israelisches Restaurant in München – Juden leben wieder unsicher
Im Februar 2024 schlug der damalige FU-Student Mustafa A. seinen jüdischen Kommilitonen Lahav Shapira nieder und trat ihn zweimal mit voller Wucht ins Gesicht. Shapira hatte sich gegen den zunehmenden Antisemitismus an der FU engagiert, weshalb hamasfreundliche Studenten eine Art Steckbrief zu seiner Person verbreiteten. Der jüdische Student erlitt mehrere Knochenbrüche im Gesicht und eine Hirnblutung. Das Landgericht Berlin minderte im April 2026 die ursprüngliche Haftstrafe für Mustafa A. von drei Jahren auf zwei Jahre und sechs Monate. Die Begründung lautete, ein antisemitisches Tatmotiv sei nicht erkennbar.

Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) registrierte 2024 allein in Berlin 53 körperliche Attacken auf Juden oder Personen, die Angreifer für Juden hielten, außerdem 99 Sachbeschädigungen. Für das erste Halbjahr 2025 zählte die Berliner Polizei 12 judenfeindliche Gewalttaten, darunter den oben erwähnten Messerangriff auf den spanischen Touristen im Stelenfeld des Holocaust-Denkmals.

Das Bedrohungsgefühl innerhalb der jüdischen Community hat stark zugenommen – sowohl durch Gewalttaten als auch wegen der öffentlichen judenfeindlichen Propaganda. Viele der in Deutschland lebenden Juden reagierten entsetzt, als bisher unbekannte Täter in Berlin vor einiger Zeit die Parole „Kill all Jews“ an eine Hauswand sprühten. In Essen skandierten arabischstämmige Personen auf einer antiisraelischen Demonstration „Adolf Hitler, Adolf Hitler“, mindestens ein Teilnehmer zeigte klar erkennbar den Hitlergruß.

Die Polizei griff nicht ein.

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27. Mai 2026

FAFO

Linke Fake News über Weidel: Schwerdtner muss zahlen

Von
Redaktion

Ines Schwerdtner hat bei Welt TV vorgeführt, wie der Kampf gegen „Desinformation“ in der politischen Praxis aussieht, sobald er aus der linken Ecke kommt. Die Linken-Chefin behauptete über Alice Weidel: „Alice Weidel lebt nicht mal in Deutschland, die zahlt hier keine Steuern.“ Der Satz lief im Fernsehen, wurde über soziale Medien verbreitet und passte perfekt in das Milieu, das sich selbst für die letzte Bastion der Wahrheit hält. Nur hatte diese Wahrheit offenbar ein Problem mit den Tatsachen.

Zahlreiche Nutzer wiesen Welt immer wieder darauf hin, dass es sich hierbei um falsche Tatsachenbehauptungen handelt, ohne jede Reaktion oder dass entsprechende Postings entfernt worden wären. Dies passierte erst jüngst.

Weidel wehrte sich juristisch gegen die Behauptung. Die Linken-Chefin muss nun zahlen. Das ist die trockene Pointe eines Vorgangs, der politisch weit über eine einzelne falsche Behauptung hinausgeht.

Denn Schwerdtner ist keine anonyme Aktivistin mit rotem Profilbild, die nachts auf X den Klassenkampf simuliert. Sie ist Parteichefin der Linken, Bundestagsabgeordnete, öffentlich-rechtlich und privatfernsehlich hofierter Dauergast in den Talkformaten der Republik. Wer in dieser Rolle über den politischen Gegner behauptet, er lebe gar nicht in Deutschland und zahle hier keine Steuern, setzt keine Meinung in die Welt. Er setzt einen Verdacht in Umlauf.

Genau so funktioniert die moralische Brandmarkung, die die Linke seit Jahren perfektioniert hat. Erst wird ein politischer Gegner zur Figur außerhalb der anständigen Gesellschaft erklärt. Dann werden Behauptungen nachgeschoben, die dieses Bild stützen sollen. Am Ende bleibt beim Publikum hängen: Diese Frau redet über das Wohl Deutschlands, lebt aber angeblich woanders und beteiligt sich angeblich nicht einmal am Gemeinwesen. Der Vorwurf zielt auf Glaubwürdigkeit, Charakter und Legitimität. Das von Linken in die Welt gesetzte Gerücht hält sich ebenso hartnäckig falsch wie das in konservativen Kreisen kolpotierte über eine direkte staatliche Finanzierung einiger NGOs, die darum immer wieder erfolgreich abmahnen können.

Medien berichten tatsächlich immer wieder darüber, dass Weidel private Bezüge in die Schweiz hat und zugleich offiziell in Deutschland gemeldet ist. Aber genau diese Differenzierung war offenbar zu mühsam für den schnellen Treffer im Studio. Aus einer diskutablen politischen Angriffsfläche wurde eine Tatsachenbehauptung mit Rufschädigungspotential.

Die Szene ist deshalb so lehrreich, weil die Linke sonst bei jeder ungenauen Formulierung des Gegners nach Regulierung, Plattformkontrolle, „Hassrede“-Bekämpfung und härteren Regeln ruft. Wenn sich Bürger in sozialen Medien etwas zu kritisch oder spöttisch über Regierungspolitiker äußern, ist schnell von Verrohung die Rede. Wenn ein AfD-Politiker etwas Falsches sagt, läuft das Wort „Fake News“ sofort durch sämtliche Schlagadern des Medienbetriebs. Sagt eine Linken-Chefin im Fernsehen etwas Falsches über Alice Weidel, bleibt es zunächst erstaunlich still und erstaunlich lange stehen.

Der linke Moralbetrieb lebt davon, sich selbst als Aufsicht über Wahrheit, Anstand und Demokratie zu inszenieren. Er verteilt Prüfzeichen, setzt Warnhinweise, fordert Löschungen und erklärt politische Gegner zu Gefahrenquellen. Sobald die eigene Seite mit dem gleichen Maß gemessen wird, schrumpft die große Wahrheitsverwaltung auf ganz gewöhnliche Schlamperei zusammen.

Schwerdtners Satz war dabei kein beiläufiger Versprecher in einer hitzigen Kneipendebatte. Er fiel in einem professionellen Fernsehformat, es saßen Moderatoren da mit einer kompletten Redaktion. Es gab die Möglichkeit, nachzufassen. Genau dort, wo sonst jedes Wort der AfD mikroskopiert wird, durfte eine Linken-Chefin eine schwerwiegende Behauptung in den Raum stellen. Es gab zahlreiche Hinweise von Nutzern in den sozialen Medien, dass diese Behauptung schlicht falsch ist. Der Faktencheck kam später, auf dem juristischen Weg.

Schwerdtner wollte Weidel als unglaubwürdige Deutschland-Fürsprecherin markieren. Herausgekommen ist ein Lehrstück über die nicht vorhandene Glaubwürdigkeit der Linken. Der Vorgang trifft die Partei auch deshalb, weil sie sich seit Jahren als Schutzmacht der moralisch Überlegenen verkauft. Gegen rechts soll jedes Mittel erlaubt sein, jede Zuspitzung notwendig, jede Unterstellung politisch verständlich.

Doch auch die AfD-Chefin muss sich keine falschen Tatsachenbehauptungen gefallen lassen. Das Recht gilt lästigerweise auch dann, wenn der Betroffene politisch nicht in den Geschmackskanon linker Studios passt.

Wer im Fernsehen behauptet, ein politischer Gegner zahle in Deutschland keine Steuern, braucht Belege. Schwerdtner hatte offenbar keine tragfähigen. Jetzt kostet die linke Empörungsroutine Geld. Das ist für die politische Hygiene ein kleiner, aber erfreulicher Vorgang.

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27. Mai 2026

Angst vor dem Atomkrieg und vor Bärbel Bas

Müder Markus Lanz: Angst essen Sendung auf

Von
Gastautor

Angst essen Sendung auf. Es sind die altbekannten Themen, mit denen Markus Lanz am Dienstag seine rund 13.000 Euro Stundenlohn einfährt. Es gäbe so viele Probleme, die die Deutschen beschäftigen, doch Angst zieht bekanntlich am besten. So geht es auch heute vornehmlich um die Kriege dieser Welt. Dazu noch Friedrich Merz. Und Bärbel Bas. Die Angst könnte kaum größer sein.

Mit einer Schalte aus Kiew wird der Zuschauer eingestimmt. ARD-Korrespondentin Susanne Peterson berichtet von den jüngsten Bombeneinschlägen, die auch ein ARD-Büro zerstörten. Die russische Rakete soll ein Vergeltungsschlag für den Angriff der Ukraine auf eine russische Schule gewesen sein. Wobei wichtig ist, dass ihren Ausführungen zufolge nur die Taten der Russen stets und immer eindeutig feststehen, die Taten der Ukraine jedoch niemals. Denn Peterson berichtet in altbekannter Manier: Russland hat getan, die Ukraine soll stets angeblich getan haben. Man könne das Ganze ja auch gar nicht überprüfen, sagt sie, denn „Russland lässt keine Journalisten zu, in diesen Gebieten sowieso nicht“. Dass Russland just an diesem Tag ein gutes Dutzend Journalisten durch eben die zerbombte Bildungseinrichtung führte, um die Schäden zu zeigen, erfährt der Lanz-Zuschauer nicht.

Abschreckungssignale aus Russland
In sechs Minuten in Berlin: Moskau verlegt Hyperschall-Raketen nach Belarus
Sigmar Gabriel, früher überzeugter SPD-Genosse, heute vor allem Aufsichtsrat bei Rheinmetall und Atlantikbrückensanierer, ist mit einer Deutung schnell zur Hand. Putins jüngste Attacken, vor allem der Abschuss der Oreschnik-Hyperschallrakete, seien „eine Stufe, bevor er Nuklearwaffen einsetzt“. Wenn Putin „mit dem Rücken an der Wand steht“, sei ihm alles zuzutrauen. Gabriel: „Ich halte es nicht für sehr wahrscheinlich, aber ich würde es nicht abtun als Gerede.“ Putin werde alles unternehmen, um „die Ukraine kleinzukriegen. Er fügt an: „Was ihm gottseidank nicht gelingt.“ Denn Rheinmetall liefert, von deutschem Steuergeld finanziert.

Peterson stimmt mit ein. Die Oreschnik sei vor allem „eine Nachricht an den Westen“, sagt sie. Russland drohe unablässig, und man müsse für alles Böse gewappnet sein, was da noch kommen werde. Sie selbst trägt jedenfalls „auch im Schlafanzug meinen Reisepass“, damit sie jederzeit abhauen kann.

Auch Peter Neumann ist schon wieder zu Gast bei Lanz, zum vierten Mal allein in diesem Jahr. Es gibt ja so wenig gute Gesprächspartner heutzutage. Der „Professor for Security Studies“ am King’s College London widerspricht Gabriel: „Der nächste Eskalationsschritt wird nicht die Atombombe sein.“ Russland habe „durchaus noch einige Stufen, bevor es zu der maximalen Option greift“. Neumann zählt auf: „Vielleicht ein Drohenangriff, möglicherweise irgendwas in den baltischen Staaten, Sabotageakte, Cyberangriffe.“

Trotz Korruption
Auszahlung beginnt: Die ersten Milliarden des EU-Kredits für die Ukraine
Dann ein überraschender Dreh: Lanz spricht das Thema Korruption an, die großen Taschen im direkten Umfeld des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Ein Loch, „in dem viel, viel Geld, westliches Steuerzahlergeld, verschwunden ist“, sagt Lanz. Doch kaum freut sich der Zuschauer, dass es jetzt spannend werden könnte, ist das Thema auch schon wieder vom Tisch. Gabriel lenkt ab: „Stellen Sie sich vor, die Ukraine hätte überhaupt keine Korruption.“ Europa würde es dennoch extrem schwerfallen, das Land in die Union aufzunehmen. „Die Ukraine ist nicht in der Lage, die Kriterien alle zu erfüllen“, sagt Gabriel.

In einem wilden Themen-Regenbogen geht es über die Rentendiskussion bis zur Wählerschwemme weg von den Altparteien hin zur AfD. Die Wähler seien „enttäuscht über das, was ihnen die liberale Mitte dieses Landes tatsächlich anbietet“, diagnostiziert Gabriel. Es gebe „eine Riesenverärgerung über das, was Politik tatsächlich leistet“.

Kristina Dunz widerspricht. Die Journalistin des Redaktions-Netzwerks Deutschland RND (gehört zur Verlagsgesellschaft Madsack und damit zum Medien-Imperium der SPD) sieht das Hauptproblem bei den Hauptdarstellern, dem Kanzler der zweiten Wahl und seiner Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Vor allem Bärbel Bas bekommt von Dunz volle Breitseite: „Ich glaube, das ist keine Geisteshaltung, ich glaube, das ist Unvermögen.“

Dunz nimmt Bas in den Schwitzkasten: „Sie sagt vor Jusos: Die Feinde sind unsere Arbeitgeber. Und sie sagt vor Gewerkschaften, die CDU-Sozialpolitik sei menschenverachtend.“ Mehr noch: „Was Frau Bas bei den Jusos und bei den Gewerkschaften falsch macht, macht Herr Merz falsch beim Bankenverband“, so Dunz. Überall Fettnäpfchen, und beide treten mit Wonne rein. Sie würden die Stimmung anheizen, statt ihre jeweiligen Anhänger zu mobilisieren und zu vereinen, so Dunz.

Das Beste aber: Die jüngsten, die derbsten und die wirklich ehrlosen Entgleisungen der Bärbel Bas kommen bei Lanz noch nicht einmal zur Sprache. Dass die Ministerin die Deutschen pauschal als „einheitsgrau“ bzw. „einheitsbraun“ verunglimpft hat, fällt bei Lanz komplett unter den Tisch.

Dunz’ Urteil ist auch so niederschmetternd: „Es sind zwei unerfahrene Politiker in der Regierung.“
Gabriel ergänzt gönnerisch: „Kein Widerspruch, ausnahmsweise.“

Und Lanz? Der freut sich schon aufs After-Show-Buffet: „Ein sehr versöhnliches, schönes Ende. Danke Ihnen allen ganz herzlich. Viel gelernt heute.“

Fragt sich, was.

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27. Mai 2026

Die langsame Wendenwendenwelle

In der Welt ändert sich viel, in Merz-Land zuletzt

Von
Fritz Goergen

Letztlich ist auch das wieder mehr Publikumsbeschäftigung als politisch relevant: Die Spekulationen über eine Ablösung von Friedrich Merz durch einen anderen CDU-Kanzler, etwa den meistgenannten NRW-MP Hendrik Wüst. Vor jede Änderung haben die Regeln den Be-sitzer des Kanzlerstuhls gesetzt. Tritt Merz nicht zurück, gibt es keine Kanzlerwahl. Dem Beobachter ist niemand bekannt, der einen Merz-Rücktritt für möglich hält. Gegen seinen Willen müsste sich eine Mehrheit für ein konstruktives Misstrauensvortum finden. Im Bundestag kann das nach Artikel 67 Grundgesetz von mindestens einem Viertel der Mitglieder des Bundestages oder von einer Fraktion mit mindestens dieser Größe beantragt werden. Das letztere trifft nur für die Unionsfraktion zu, auf alle anderen Fraktionen nicht. Grüne und SPD könnten den Misstrauensantrag stellen. Für eine Mehrheit bräuchte es 316 Stimmen. Die SPD hat 120 Abgeordnete, die Grünen 85, Die Linke 64 – die drei zusammen 269. Wählten alle Abgeordneten von Rot-Grün-Rot den Kandidaten, wären noch 47 Abgeordnete aus den Fraktionen der Union und/oder AfD für die 316 Stimmen nötig. Wer bringt das zusammen und für welchen Kandidaten?

Zur Rolle des „Hohen Repräsentanten“ der EU in Bosnien-Herzegowina seit gut 30 Jahren schrieb auf TE Marcus Held: »Er hat … quasi-diktatorische Vollmachten. Durch die sogenannten „Bonn Powers“ (Bonner Befugnisse) von 1997 darf er eigenständig verbindliche Gesetze verabschieden. Er darf demokratisch gewählte Politiker, Richter und Beamte ihres Amtes entheben. Er darf neue staatliche Behörden und Organe ins Leben rufen. Und seine Beschlüsse sind bindend und können von lokalen Gerichten in Bosnien und Herzegowina nicht angefochten werden.“ – Ist das nicht in Wahrheit das, was die EU-Kommission am liebsten mit allen Mitgliedsländern machen würde? Sie durch Statthalter mit diesen Vollmachten regieren? Und in Deutschland die Bundesländer? Autoritär ist in, Demokratie out.

Eine große Wende in der Migrationspolitik konstatiert Matthias Nikolaidis auf TE. Die nordischen Länder machen es vor. Nun will Macron-Frankreich die legale Zuwanderung und den Familiennachzug für drei Jahre aussetzen. Frankreich sei „an den Grenzen seiner Assimilationsfähigkeit“. – Das Signal Zeitenwende schrillt.

Auf Norderney traf sich kein „Team Energiewende“ der Energieminister der 16 Bundesländer, wovon Josef Kraus berichtet, sondern die Drückerkolonne der Wind- und Solar-Subventions-Profiteure.

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Udo Dinglreiter, warnt vor einer „dramatischen Lage“ in der Metall- und Elektroindustrie. Seit 2019 habe die Branche rund 300.000 Jobs abgebaut und liege jetzt unter 3,8 Millionen. Man laufe Gefahr, weitere 300.000 zu verlieren. Das wären dann noch weniger Arbeitsplätze in der M+E-Industrie als zum tiefsten Stand nach der Wiedervereinigung (HB). Die zuletzt deutlich gestiegenen chinesischen Investitionen in die EU findet Dinglreiter bedrohlich. Der Großteil fließe nicht nach Deutschland, sondern in andere EU-Länder. Die Arbeitsplätze entstünden nicht hier, dafür aber neue Wettbewerber mit günstigeren Konditionen und Marktzugang. Das Treffen von Kanzler Merz mit den Sozialpartnern am 10. Juni sieht Dinglreiter skeptisch. Die Wettbewerbsfähigkeit müsse verbessert werden. Andernfalls würden weiter Arbeitsplätze abgebaut, noch mehr Prozesse verlagert, weniger Steuern und Sozialabgaben bezahlt – eine Spirale nach unten. – Herr Dinglreiter, wo waren Sie und die anderen Verbände all die Jahre seit Merkel?

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Commentary Donald J Trump Social Truth: »Kapitulierte der Iran, gäbe er zu, seine Marine sei vernichtet und läge auf dem Meeresgrund, seine Luftwaffe existierte nicht mehr, sein gesamtes Militär ziehe mit niedergelegten Waffen und erhobenen Händen aus Teheran ab, jeder einzelne rufe „Ich ergebe mich, ich ergebe mich!“ und schwenke wild die weiße Flagge, unterzeichnete seine gesamte verbliebene Führung alle notwendigen Kapitulationsdokumente und gestünde seine Niederlage gegen die große Macht und Stärke der USA, dann titelten die New York Times, das Wall Street Journal, das korrupte und mittlerweile irrelevante CNN und alle anderen Mitglieder der Fake-News-Medien, der Iran habe einen meisterhaften und brillanten Sieg über die Vereinigten Staaten von Amerika errungen – einen klaren Sieg.«

Werte Leser, Sie haben den Eindruck, wirklich wichtige News gibts heute nicht? So ist es und das wird eher noch zunehmen im Land des Stillstands: Deutschland. Merz bleibt, Macron steht vor seinem Scherbenhaufen und wenn sich alles geändert hat, kommt die Wendenwendenwelle in Deutschland an.

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26. Mai 2026

Wie kommt man an noch mehr Geld?

Die Verzweiflung wächst: Selbst die Beamtenprivilegien sind nicht mehr tabu

Von
Thomas Punzmann

Der Staat ist Deutschlands größter Arbeitgeber. Fast zwei Millionen Beamte arbeiten zurzeit für den deutschen Staat – Tendenz steigend. Die freie Wirtschaft baut infolge der grünen Transformation Arbeitsplätze ab, der Staat stellt ein. Gleichzeitig brechen, ebenfalls als Folge der grünen Transformation, die Steuereinnahmen weg. Dass diese beiden gegenläufigen Entwicklungen schwer miteinander zu vereinbaren sind und bereits in naher Zukunft zu schweren Verwerfungen führen werden, ist eigentlich für alle – außer Politikern hinter der Brandmauer – nicht schwer zu verstehen.

Gleichzeit sind die Sozialkassen wegen der ungezügelten Migration dabei zu implodieren. Damit dieser Zusammenbruch, zumindest noch ein wenig, in die Zukunft verschoben werden kann, sucht man nach immer neuen Methoden um neue Einnahmen zu generieren. Die Besteuerung der immer kleiner werdenden Gruppe, die überhaupt noch Steuern zahlt, wird zunehmend schwieriger. Bei 100 Prozent ist definitiv Schluss – tatsächlich schon deutlich früher. Und dieser nicht genau zu definierende Punkt rückt immer näher. Kreativität ist gefragt, das, was früher „out of the box thinking“ genannt wurde. Und plötzlich geraten auch jene als Melkkühe ins Visier, die jahrzehntelang als unangreifbar galten: Beamte. Also Professoren, Richter, Lehrer und all jene, die in der Bürokratie täglich für den Staat Mehrwert schaffen. Früher galten Beamte als Garantie der staatlichen Ordnung und mussten von jeder Unannehmlichkeit verschont werden. Das wird nun sogar von Regierungsberatern offen infrage gestellt.

Der Wirtschaftsweise Achim Truger fordert, Beamte in die gesetzliche Krankenversicherung zu holen. Seine Begründung: Beamte verdienen gut und könnten deshalb die klammen gesetzlichen Kassen stabilisieren. Heute sind 93 Prozent der Beamten privat versichert.

Damit rührt Truger an ein Tabu der Bundesrepublik: das historisch gewachsene Sonderrecht des Staatsdienstes. Denn während normale Arbeitnehmer steigende Beiträge, sinkende Leistungen und längere Lebensarbeitszeiten schultern müssen, existiert für große Teile des öffentlichen Dienstes weiterhin ein abgeschottetes Versorgungssystem. Truger spricht von einem Klassensystem.

Besonders bemerkenswert ist, wer sich dieser Kritik anschließt: linke Sozialpolitiker, Vertreter der Union und des Bundes der Steuerzahler stellen die bisherige Praxis infrage. Die CSU-Politikerin Emmi Zeulner fordert eine breitere Beitragsbasis in der Pflegeversicherung, ausdrücklich unter Einbeziehung von Beamten und Selbstständigen.

Truger geht sogar noch weiter in seinen Forderungen. Lehrer und Universitätsprofessoren müssten aus seiner Sicht nicht zwingend verbeamtet werden. Damit trifft die Debatte den empfindlichsten Nerv des deutschen Staatswesens. Gerade die Verbeamtung von Lehrern galt jahrzehntelang als politisches Instrument, um den öffentlichen Dienst attraktiv zu halten. Und wie praktisch: für Angestellte muss selbst der Staat Rentenbeiträge abführen. für Beamte nicht. Die Pensionen werden später einfach fällig – wenn die Haushaltspolitiker ihrerseits längst Pensionäre sind klaffen die Löcher auf.

Auch der Bund der Steuerzahler stellt dieses Modell inzwischen infrage. Der Verband fordert, die Zahl der Beamten auf deutlich unter eine Million zu reduzieren. Er argumentiert, der Beamtenstatus werde inflationär eingesetzt – insbesondere im Bildungswesen.

Die Kritik zielt dabei vor allem auf ein offensichtliches Ungleichgewicht: Über 600.000 Lehrer zahlen nicht regulär in gesetzliche Kranken- und Sozialkassen ein, obwohl deutsche Lehrer laut OECD international überdurchschnittlich verdienen. Gleichzeitig sind verbeamtete Lehrer international eher die Ausnahme als die Regel. Länder wie Frankreich, die Niederlande, Großbritannien, Kanada oder die USA beschäftigen Lehrer überwiegend als normale Angestellte.

Währenddessen wachsen die finanziellen Probleme des Sozialstaates weiter. Laut dem Text belaufen sich allein die Gesundheitskosten für Bürgergeldempfänger auf rund zwölf Milliarden Euro jährlich, die zu Lasten der Beitragszahler gehen. Nur teilweise werden die Kosten aus dem Bundeshaushalt gedeckt. Den Rest tragen die Beitragszahler der gesetzlichen Kassen.

In dieser Lage fordert der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, nun sogar eine Dämpfung der Pensionserhöhungen. Der Nachhaltigkeitsfaktor, der bei Rentnern längst Realität ist, solle auch auf Pensionen angewendet werden. Zudem stellte Winkel die unbegrenzte Lohnfortzahlung für Beamte infrage.
Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, warnt inzwischen vor „gigantischen Summen“ bei den Beamtenpensionen. Er prognostiziert langfristige Belastungen von 15 bis 20 Billionen Euro und fordert einen radikalen Verbeamtungsstopp. Besonders im Lehrbereich sei Verbeamtung oft „gar nicht notwendig“.

Die Zahlen unterstreichen die Dimension: Zum 30. Juni 2024 gab es in Deutschland 1,96 Millionen Beamte, Richter und Soldaten.

Damit steht eine Entwicklung im Raum, die noch vor wenigen Jahren politisch undenkbar gewesen wäre. Die Privilegien der deutschen Beamten werden nicht mehr nur von außen kritisiert, sondern – aus Verzweiflung über die Folgen der eigenen Politik – zunehmend auch aus Teilen des politischen und ökonomischen Establishments selbst, das bisher hervorragend von diesen Privilegien profitiert hat.

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26. Mai 2026

Von der Leyen hält an Vorhaben fest

Dobrindt erteilt Social-Media-Verbot für Kinder eine Absage

Von
Matthias Nikolaidis

Endlich ein Merz-Rückzieher zum Jubeln, könnte man sagen. Der Bundeskanzler ist für seine substanz- und rückhaltlosen Ankündigungen bekannt, deren Haltbarkeit entsprechend begrenzt ist.

Das ist Wählertäuschung im Endstadium. Aber in diesem Fall darf es einen uneingeschränkt freuen. Denn das Social-Media-Verbot für Kinder, das Merz befürwortet, könnte dann doch nicht kommen. Die CSU versucht, das Kapitel vorerst zu schließen. Markus Söder hat schon vor einiger Zeit festgestellt, dass es vielleicht gar keine funktionierende Technik gibt, um das Verbot auch durchzusetzen. Im Umkehrschluss gilt: Gäbe es sie, wäre auch die CSU dabei. Es geht dabei vor allem um TikTok und Instagram, was die beliebtesten Apps in der jüngeren Generation sein dürften. Sie werden dabei zum Teil so genutzt wie WhatsApp von den Älteren.

Staat gegen Soziale Medien
Kinderschutz als neue Generalrechtfertigung für Zensur
Nun macht Alexander Dobrindt für den Moment einen Deckel auf das Thema, das er andernfalls in ein Gesetz gießen müsste. Der Innenminister sagt zum eigentlich schon fest eingeplanten Social-Media-Verbot der Regierung Merz: Es sei „zu einfach, eine Lösung darin zu suchen, dass der Staat nur etwas zu verbieten braucht, was tief in das Informationsverhalten unserer Gesellschaft eingedrungen ist und damit eng zum Alltag gehört, und die Probleme wären verschwunden“.

Ein ganz schöner Bandwurmsatz. Als „Grundsatzentscheidung“ bezeichnet Dobrindt die Frage, wann Kinder überhaupt ein Handy erhalten. Und diese Entscheidung träfen „die Familien und die Eltern“.

Diese Einlassungen sind übrigens ganz parallel zu Dobrindts Glauben, wonach es „keinen Schalter“ gibt, „den man umlegen kann, und dann ist die Polarisierung in der Gesellschaft beendet und die AfD Geschichte“. Da breitet sich also zumindest ein kleiner Realismus aus. Dobrindt will die AfD bekanntlich mit guter Politik „wegregieren“, ist da aber noch ganz am Anfang.

All das ist immerhin ein gewisser Kontrast zu Carsten Linnemanns hohler Phrase „Kinder haben ein Recht auf Kindheit“, was der CDU-Generalsekretär seltsamerweise als Argument für ein Social-Media-Verbot präsentiert. Eventuell hat sich der Begriff Kindheit mit der Zeit verändert, aber in jedem Fall ist es nicht die Aufgabe des Staates, Kindern ihre Kindheit zu erklären.

Fehlte Merz und seinen CDU-Kohorten also die Abstimmung mit dem Innenminister von der Schwesterpartei? Vielleicht, vermutlich. Wundern würde es einen nicht mehr bei diesem Kanzler, dessen Stärke nicht gerade die Kommunikation ist.

EU-CDU macht weiter

Aber die EU-CDU glaubt weiterhin fest an die Alterskontrolle und Internetverbote. Gemeint ist damit die Kommissionspräsidentin mit ihrem CSU-Knappen Manfred Weber. Ursula von der Leyen hat sogar einen EU-Kinderschutz-Sonderausschuss gegründet, um sich von vermeintlich unabhängiger Seite daran erinnern zu lassen, was sie in dieser Hinsicht als nächstes tun möchte.

Projekt aufgehobene Bürgerrechte
EU-Plan: Chatkontrolle für den Bürger, Samthandschuhe für Pädokriminelle?
Aber es war leicht, hinter diese Kulisse zu schauen. Von der Leyen hat diesen „Ausschuss“-Rat nicht nur selbst zusammengestellt und ihm die Ergebnisse diktiert – jetzt zieht sie ihm auch vorzeitig den Stecker mit der eleganten Formulierung: „Ohne die Ergebnisse des Gremiums vorwegzunehmen: Es ist meine Überzeugung, dass wir einen zeitlichen Aufschub für soziale Medien in Betracht ziehen müssen.“ Der Rat tagt Ursula von der Leyen vielleicht schon zu lange. Jedenfalls meint von der Leyen hier keinen Aufschub für ihre Pläne, sondern für den Internetzugang von Kindern. „Aufschub“ klingt weniger schlimm als „Verbot“, daher diese Sprachverbiegung.

Die EU-Altersüberprüfungs-App liegt ohnehin seit Mitte April vor. Angeblich ist sie „anonym“ und „nicht nachverfolgbar“ – aber dass diese EU sich keine Hintertür (backdoor) in solch eine App einbauen lässt, um ‚verschwörerischen‘ EU-Bürgern im Zweifel auf die Schliche zu kommen, glaubt wohl kein Kundiger.

Und da ist es doch – das fertige Instrument zur Alterskontrolle, das es laut Söder nicht gibt und das Dobrindt nicht will, das aber schon heute auf immer mehr Internetseiten zum Einsatz kommt oder einsetzbar wäre. Dobrindts glorreiche Wortmeldung bedeutet also nur, dass er selbst kein Gesetz zum Social-Media-Verbot einbringen will. Wenn aber die EU Gleiches täte, dann hätte die CSU wohl nichts dagegen.

Social-Media-Verbot ist nur Mittel zum Zweck

Letztlich ist ja auch ein Social-Media-Verbot für Kinder nur ein Mittel zum Zweck. Denn wann immer es Politikern plötzlich um den Schutz einer Gruppe – zumal der schlechthin „stimmenlosen“ Kinder – geht, ist höchstes Misstrauen angebracht.

Kreise, die die Kontrolle wollen
Kinderschutz als Vorwand - Chatkontrolle bedeutet totale Überwachung
Die mit dem Verbot oder „Aufschub“ einhergehende Alterskontrolle würde unabweisbar zu einer Online-Identifikationspflicht führen. Und das ist schon der halbe Schritt zur „Klarnamenpflicht“, die dem von der öffentlichen Meinung gegeißelten Merz ja auch besonders wichtig ist. Vor allem fällt auf, wie alle diese Eingriffspläne zur gleichen Zeit kommen und heftig diskutiert werden.

Und welcher Zufall: Auch Ursula von der Leyen will den „Kindern die Kindheit zurückgeben“ und wiederholt damit nur den Slogan einer australischen Kampagne: „Let them be kids“ – dank staatlicher Vorschriften und Verbote.

Am Ende geht vielleicht alles auf das Buch eines US-Psychologen Jonathan Haidt zurück, dessen Buch zu einer angeblich „ängstlichen Generation“ (The Anxious Generation) die Gattin eines australischen Sub-Premiers gelesen hatte. Daraus folgte die Idee eines Social-Media-Verbots in Südaustralien, dann in anderen Staaten, wie der Guardian rekonstruiert hat.

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26. Mai 2026

Es ist Sommer

Tag der Biotonne: Duft der Weltrettung im Hinterhof

Von
Holger Douglas

Früher nannte man das schlicht „die warme Jahreszeit“. Heute erscheinen im Fernsehen blutrot eingefärbte Wetterkarten, Experten warnen pünktlich ab 25 Grad vor dem ultimativen Klimakollaps, und die Verwaltung erstellt eilig sogenannte „Hitzeaktionspläne“.

Doch Rettung naht. Nicht etwa durch klimatisierte Räume, Schattenplätze oder gar eine pünktliche Müllabfuhr. Nein, die Rettung kommt in Form des bundesweit zentralen Presse- und Fototermins zum Tag der Biotonne. Der ist heute.

Ziel des Tages ist es, die unbedarfte Bevölkerung für die Bedeutung dieser größten Abfallaktion in privaten Haushalten zu sensibilisieren. Man will den Beitrag der faulenden Masse für Bodenfruchtbarkeit, Ressourcenschutz, Klimaschutz sowie – und hier wird es global – die Unabhängigkeit von Rohstoffimporten hervorheben. So steht es zumindest geschrieben beim SpeiseGut e.V., Havelmatensteig, Berlin.

Die Biotonne ist damit nicht länger ein stinkender, madenverseuchter Plastikkübel im Hinterhof, in den der Nachbar heimlich seinen Restmüll stopft. Sie ist jetzt ein geopolitischer Akteur, ein Bollwerk der Nachhaltigkeit und unser stiller Kämpfer gegen die Rohstoffabhängigkeit. Wer heute einen schimmeligen Apfelrest in die braune Tonne wirft, der heizt quasi im Alleingang Diktatoren weltweit ein.

Eigentlich fehlt an diesem Feiertag nur noch Frank-Walter Steinmeier, der mit feierlicher Miene und maßgeschneidertem Schutzanzug eine besonders prächtig faulende Biotonne in Berlin-Mitte einweiht und eine Rede über den Zusammenhalt in Zeiten der Gärung hält.

So sieht Fortschritt im 21. Jahrhundert aus: Die Stadt rettet das Klima, sensibilisiert die Bevölkerung, stärkt die Bodenfruchtbarkeit und befreit Deutschland heldenhaft von Rohstoffimporten.

Nur die Tonne im Hinterhof, die wird nächste Woche vielleicht abgeholt. Vielleicht – vielleicht auch nicht. Wenn der Fahrer aus dem Krankenstand zurück ist. Bis dahin atmen wir tief ein und riechen: den Duft der Weltrettung.

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26. Mai 2026

Der Kulturkrieg geht weiter

Alle gegen Merz und viele gegen Trump

Von
Fritz Goergen

Es knirscht und knackt in jeder Ecke des leck geschlagenen Kahns BRD mit der Galionsfigur Merz. Ohne Rudergänger wird er ungesteuert in der Strömung des woken Zeitgeistes hin und her geworfen zwischen Ankündigungen und keinen Taten.

Im Februar 2026 registrierten die Amtsgerichte nach vorläufigen Ergebnissen 2.053 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Insolvenzanträge werden oft drei Monate früher gestellt, sind also in der Statistik nicht enthalten. Für Februar 2026 fehlten die  Daten aus Rheinland-Pfalz, für die Berechnung des Bundesergebnisses wurden die Vorjahreswerte verwendet. Die Februarzahl wird höher sein. Für weniger Insolvenzen spricht nichts.

Wohnungsinfrastruktur, 206.600 fertiggestellte Wohnungen sind der niedrigste Wert seit 2012 und die Hälfte der benötigten 400.000.

Polizei-Infrastruktur verrottet. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schlägt Alarm wegen maroder Dienststellen der Bundespolizei. Andreas Roßkopf, GdP-Chef für den Bereich Bundespolizei: „Man kann klar sagen, dass so gut wie jede dritte Dienststelle erhebliche Mängel hat oder marode ist (RP).“ Die Bundespolizei ist auf 56.000 Beschäftigte angewachsen. Neue Kollegen würden eingestellt, aber es fehlten Büros, Unterkünfte oder Parkflächen. Das sorge für Frust und belaste, Sanierungen würden zudem immer wieder verschoben. „Es kann nicht sein, dass in Deutschland über moderne Sicherheitsarchitektur gesprochen wird, während Polizeibeschäftigte gleichzeitig mit Eimern unter tropfenden Decken stehen oder in völlig überalterten Gebäuden Dienst verrichten müssen.“ Es fehlten zeitgemäße Sozialräume, ausreichend Umkleiden und eine funktionierende Infrastruktur. In dieser Woche will die GdP eine Kampagne starten für schnellere Genehmigungs- und Bauverfahren sowie mehr Geld für Sanierung, Neubau und bessere Unterkünfte. „Eine moderne Bundespolizei braucht moderne Infrastruktur.“ Das sei „keine Luxusforderung, sondern eine Frage von Respekt, Motivation und letztlich auch öffentlicher Sicherheit.“

Länder gegen Bund. Wenn Baden-Württembergs Grünen-MP Cem Özdemir beim Bürokratieabbau mit anderen Landesregierungen zusammen die Bundesregierung zum Handeln bewegen will, wird das nichts bewegen. Özdemir merkt wohl nicht, wie sehr seine Begründung auch für ihn selbst gilt: „Wenn die Leute den Staat als Gängelstaat wahrnehmen, der nicht überall funktioniert und mit Bürokratie agiert, deren Sinn sie nicht verstehen, verlieren sie den Glauben an ihn (FAZ).“ Im Bund treibt die SPD die Union vor sich her, aus den Ländern will Özdemir das mit CDU-MP Wüst, NRW, zusammen tun. Alle gegen Merz, niemand für ihn. – Özdemir kündigte ein Effizienzgesetz möglichst noch vor der Sommerpause an: „Wer eine neue Regelung möchte, muss erklären, welche dafür wegfällt – ansonsten kommt sie nicht.“ Özdemir vergisst seine Lobby-Mission für EEG-Profiteure nicht und fordert den schnelleren Ausbau der Windenergie, „gesonderte Südausschreibung mit festen Quoten“ für Bayern und Baden-Württemberg, um „das industrielle Powerhouse in Süddeutschland“ zu erhalten. – KKW vernichten, Wind herbeidichten. – Berlins CDU-Bürgermeister Kai Wegner warnt die Bundesregierung vor einem Scheitern der geplanten Steuerreform im Bundesrat, sollte sie zu Lasten der Länder gehen: „Eine Steuerreform muss entweder aufkommensneutral organisiert sein oder entsprechend dem Grundsatz der Konnexität vom Bund kompensiert werden … Ein Geschäft zu Lasten Dritter würde im Bundesrat keine Mehrheit finden.“ Wagner: „Eine umfassende Steuerreform ist nötiger denn je. Wir brauchen endlich Entlastung für die Mitte der Gesellschaft (Focus)“. Viele Menschen wüssten bei gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreisen nicht mehr, wie sie über die Runden kommen sollten. – Wann wenden sich alle Länder-MPs gegen Kanzler Merz?

„Bundeszwang“ in Sachsen-Anhalt. Bei Regierungsübernahme der AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt rechnet der Unionsfraktionsvize, Günter Krings, nicht mit einem verfassungswidrigen Umbau des Landes, verweist aber auf den „Bundeszwang“, der in der Geschichte der Bundesrepublik bisher ein theoretisches Instrument war, aber „als denkbare letzte Möglichkeit“ bliebe. „Politisch ist der Bundeszwang ultima ratio“, sagte die rechtspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Carmen Wegge, dürfe aber „nicht von vornherein tabuisiert“ werden als „Instrument einer wehrhaften Verfassungsordnung (NOZ).“ Krings: Das Land sei „vom Länderfinanzausgleich abhängig und damit unmittelbar auf unseren Gesamtstaat angewiesen.“ Und: „Die EU macht hier vor, dass man die Teilnahme an solchen Finanzsystemen durchaus auch an klare Rechtsstaatskriterien binden könnte.“ Noch relevanter sei es, „dass ein mit mehreren Milliarden Euro verschuldetes Land stets auf eine grundsätzlich wohlwollende Bewertung der Kapitalmärkte angewiesen ist. Und diese Märkte werden auch auf den Umgang mit dem Rechtsstaat achten.“ – Mit den Bundesländern so umgehen wie die EU mit Ungarn: autoritär ist in.

Artikel 37 GG [Bundeszwang]
(1) Wenn ein Land die ihm nach dem Grundgesetze oder einem anderen Bundesgesetze obliegenden Bundespflichten nicht erfüllt, kann die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates die notwendigen Maßnahmen treffen, um das Land im Wege des Bundeszwanges zur Erfüllung seiner Pflichten anzuhalten.
(2) Zur Durchführung des Bundeszwanges hat die Bundesregierung oder ihr Beauftragter das Weisungsrecht gegenüber allen Ländern und ihren Behörden.

Am heutigen Dienstag wieder Muster der Energiewende-Wetterlage, konstatiert Holger Douglas: „Viel Sonne um die Mittagszeit, zu viel überflüssiger Strom aus den PB-Anlagen. Der Strommüll ist teuer. Die Day-ahead-Preise fallen um die Mittagszeit erneut nahe null oder leicht darunter; der billigste Wert für 13 Uhr mit minus 2,50 Euro je Megawattstunde. Am Abend folgt der Gegenschlag: Um 20 Uhr liegt der Preis bei fast 218 Euro je Megawattstunde. Das ist Energiewende: Nicht geschönte Jahresbilanzen über hohe Anteile an sogenannter erneuerbarer Energien entscheiden, sondern was in jeder einzelnen Sekunde da ist. Mittags Solarflut, abends Leistungslücke, und dazwischen ein Strommarkt, der den physikalischen Wahnsinn der Energiewende in Euro ausdrückt. Es wird immer teurer für den Stromkunden.“

Grüne Müll-Unkultur. „Wenn jetzt in grünen Großstädten in den Hinterhöfen wieder Biomülltonnen gären, Bakterien ihr Werk verrichten, Schimmel seine Sporen verteilt und ein schwer definierbarer, süßlich-fauliger Duft kommunaler Kreislaufwirtschaft durch die Höfe zieht“, beschreibt ebenfalls Holger Douglas später.

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Wird von den Atomwaffen des Iran gesprochen, bleibt nahezu immer die weitere Logik außer Betracht. Hat der Iran Atomwaffen, haben sie bald darauf eine Reihe anderer Staaten auch.

Trump: »Das angereicherte Uran muss entweder unverzüglich an die Vereinigten Staaten übergeben werden, damit wir es zurückbringen und vollständig vernichten können, oder – was uns weitaus lieber ist – es wird vor Ort oder an einem anderen geeigneten Ort gemeinsam mit der Islamischen Republik Iran vernichtet, wobei die Internationale Atomenergie-Organisation oder eine vergleichbare Behörde den Vorgang direkt überwacht. Es gibt keine andere Möglichkeit!«

Eric Daugherty: »Bandar Abbas wurde von den USA angegriffen, nachdem die Revolutionsgarden beim Verlegen von Minen in der Straße von Hormus ertappt worden waren. Die Angriffe erfolgten in Bandar Abbas, wo sich ein wichtiger iranischer Stützpunkt befindet. Raketenabschussrampen wurden ebenfalls zerstört. Fox News berichtet, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt NICHT das Ende der Waffenruhe bedeutet. Der Iran will diesen Weg nicht weitergehen!«

Wer in der woken Weltgemeinde auf das Einknicken Trumps vor der Wirkung der Iran-Propaganda der Westmedien hofft, wird heute nicht bestätigt. Der Kulturkrieg ist nicht vorbei.

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25. Mai 2026

Tichys Lieblingsbuch der Woche

Wie wir alle hinter das Licht geführt – und beobachtet werden

Von
Roland Tichy

Es war ein Ausraster eines jovialen, noch immer höchst einflussreichen deutschen Regierungsvertreters, der mich dazu veranlasst hat, dieses Buch zu Rate zu ziehen. Auf einem gesittet verlaufenden Treffen eines Harvard-Clubs verwandelte sich das joviale Lächeln des Ex-Diplomaten in eine Fratze, und er brüllte eine scheue wie höfliche Fragestellerin nieder.

Sie hatte sich als Professorin vorgestellt und sich erlaubt, darauf hinzuweisen, dass die Nordstream-Pipeline, und damit eine wichtige Versorgungsleitung für die deutsche Industrie, von ukrainischen Spezialkräften gesprengt worden sei.

Der feine Herr Diplomat mit seiner stolz vorgetragenen Kenntnis des Völkerrechts hatte das sehr brüsk zurückgewiesen. Den Anwesenden fehlten die Worte sowie die Details, und das wusste er. Die moralische Überlegenheit der Ukraine auch nur ansatzweise in Frage zu stellen bedeutet: Man stellt sich auf die Seite Putins – und wird damit zu Unperson.

Dabei gibt es einen beklagten ukrainischen Offizier, der auf sein Verfahren in Hamburg wartet; die Beweise sind erdrückend. Das gesamte Team konnte ermittelt werden.

Houellebecq öffnet die Büchse der Pandora
Lass uns mit der Liebe beginnen, jetzt, wo alles zu Ende geht
Das Buch von Bojan Pancevski, einem Reporter des Wall Street Journal, ist extrem detailreich; es schildert das Attentat, das von einer kleinen Bavaria-Segelyacht aus in 80 Metern Tiefe exekutiert wurde, bei stürmischer Wetterlage in der Ostsee.

Deutsche Medien hatten das schon rein technisch zunächst für unmöglich erachtet. Es ist eine der folgenschwersten Geheimdienstoperationen mit einem unermesslichen Schaden sowohl für Deutschland wie auch für Russland. Wie auch immer der Krieg ausgehen wird – es sind ungeheuerliche Schäden aufgetreten.

Die Wirklichkeit ist spannender als das, was sich Krimi-Autoren so ausdenken. Pancevskis Buch liest sich wie eine gekonnte Imagination. Er stellt Dutzende von hochrangigen Persönlichkeiten vor; manche, wie den Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, mit Klarnamen. Die ukrainischen Geheimdienstler mit fantasievollen Tarnnamen. Er schildert minutiös, wie ein Haufen Verrückter und eine Frau das Unmögliche durchziehen. Er schildert aber auch die Verwicklungen im Hintergrund. Er beleuchtet das Innenleben der Ukraine, mit Sympathie für ihren Kampf gegen den übermächtigen Gegner, aber dennoch distanziert und kritisch.

Die Ukraine erscheint als loses Konglomerat von Privatunternehmen, die sich einen Staat und diverse Privatarmeen leisten. Pancevski beschreibt die Kämpfe innerhalb der ukrainischen Macht- und Milliardärs-Cliquen; wie Selenskij taktiert und seine Gegner agieren, die Verantwortung einander zuschieben und leugnen. Er zeigt auch die widersprüchlichen Verhaltensweisen der Deutschen: Sie lassen sich ihr industrielles Milliardenvermögen zerstören und werden trotzdem zum zweitwichtigsten Unterstützer der Täter. So viel Selbstlosigkeit, oder so viel Masochismus, vielleicht sogar Gegnerschaft zu den Interessen des eigenen Volkes gibt es selten zu besichtigen. Das Schwarze ist nicht schwarz bei Pancevski, die Wahrheit eine Frage des Standpunktes, die Wirklichkeit eine künstliche Projektion auf einer Leinwand, die jederzeit auch wieder eingerollt werden kann.

Überraschendes über die Trump-Familie
Eric Trumps neues Buch "Kampf um Amerika"
Es ist ein Buch mit vielen Dimensionen. Pancevski beschreibt die Jagd auf die Attentäter. Ihnen wurde ein Blitzer zum Verhängnis – sie fuhren zu schnell auf einer deutschen Autobahn und das Foto des Fahrers brachte den deutschen Ermittlern den Durchbruch.

Liebevoll schildert der Autor an diesem Fall, wie wir alle, die wir allenfalls zum Schnorcheln im Mittelmeer fähig sind, aber nicht zu Tauchgängen in menschenfeindlichen Tiefen, wie wir Harmlosen vor dem Herrn längst alle eine riesige Schleppe von digitalen Spuren hinter uns herziehen; im Netz, bei Geschwindigkeitskontrollen, Grenzübertritten, beim Buchen der Autobahnmaut, mit dem Handy, mit Kreditkarten und ungewollten Porträts auf Facebook. Alles wird zur Falle, zum Ansatzpunkt für Ermittler.

Er zollt der deutschen Polizei Respekt, dass sie in der Lage war, die Tat aufzuklären und wenigstens einen der Täter festzusetzen. Und das, obwohl die Bundesregierung lieber wegschaute, Polen die Täter aktiv unterstützte, Schweden und Dänemark schwiegen und die allmächtige CIA sich lieber mit Diversitätstraining befasste statt mit der Verhinderung des Vorhabens, das selbst die USA zeitweise ablehnten.

Pancevski beschreibt die Schattenkrieger, die unser Leben beherrschen und in allen Lagern tätig sind, aber nur selten sichtbar. Es sind auch die jovialen Schattenkrieger, die harmlos daherkommen und die Narrative derjenigen verbreiten, die weniger den Frieden als den Konflikt befördern, aber natürlich das Gegenteil behaupten.

Bojan Pancevski. Die Nord-Stream-Sprengung. Die wahre Geschichte der Sabotage, die Europa erschütterte. Harper Collins Verlag, Hardcover, 368 Seiten, 22,00 €


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25. Mai 2026

Chronik eines Verfahrens

Markus Haintz gegen die taz: Vom „Rechtsextremen“ zum Kommafehler

Von
Gastautor

Am 24. Februar 2026 hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe ein Urteil gesprochen, das die Grenzen journalistischer Meinungsäußerungen neu vermisst und die taz Verlags- und Vertriebs GmbH vor eine unangenehme Frage stellt. Der VI. Zivilsenat unter Vorsitz von Richter Seiters hob das Berufungsurteil des Landgerichts Berlin II auf und verwies die Sache zur erneuten Verhandlung zurück. Im Kern geht es um die Frage, ob die taz den prominenten Medienanwalt Markus Haintz im April 2023 zu Unrecht als „Rechtsextremen“ bezeichnet hat und ob diese Einordnung eine rechtswidrige Persönlichkeitsrechtsverletzung darstellt. Der Bundesgerichtshof machte deutlich, dass die bisherige Abwägung des Landgerichts unvollständig war und insbesondere die Möglichkeit eines bloßen „Erklärungsirrtums“ der Redaktion bislang nicht ausreichend geprüft wurde.

Der Auslöser: Der taz-Artikel vom April 2023 und die Formulierung

Alles begann mit einem Artikel der taz unter dem Titel „Rechte Proteste wegen Preissteigerungen – Hoffnung auf linke Unterstützung“. Die Zeitung berichtete über Demonstrationen. Der Text, verfasst vom sogenannten Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit, beschrieb die Proteste als Versuch rechter Netzwerke, soziale Spannungen zu instrumentalisieren. In diesem Kontext hieß es wörtlich: „Es marschierten viele Rechtsextreme mit, darunter der NPD-Kader Torben Klebe und Markus Haintz, prominenter Anwalt von Querdenkenden.“

Haintz, der als Rechtsanwalt zahlreiche Mandanten aus der Querdenken-Bewegung und Corona-Kritiker vertreten hatte, sah darin eine klare Herabwürdigung seiner Person und seiner Berufsehre. Er reagierte umgehend. Der ursprüngliche taz-Beitrag war keineswegs nur eine kurze Meldung über eine Demonstration. Der Text versuchte vielmehr, eine politische Gesamterzählung zu etablieren. Bereits der Vorspann setzte den Ton: „Rechtsextreme hoffen, sich mit Linken verbünden zu können, um den Staat wegen steigender Preise zu destabilisieren.“

Der Text war damit nicht nur eine Beschreibung eines Protestes, sondern eine politische Einordnung, die bestimmte Milieus in einen größeren Zusammenhang mit Rechtsextremismus und demokratiegefährdenden Tendenzen stellte.
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Die Abmahnung und die Reaktion der taz

Bereits am 24. April 2023 forderte Haintz über seine Prozessbevollmächtigten der Kanzlei Haintz legal die taz auf, die Bezeichnung als „Rechtsextremer“ zu unterlassen und eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben: „Die Bezeichnung unseres Mandanten als „rechtsextrem“ entbehrt in tatsächlicher Hinsicht jedoch jeglicher Tatsachengrundlage, sie beruht auf keinerlei Tatsachenkern.“

Die Anwälte argumentierten, damit sei nicht nur das allgemeine Persönlichkeitsrecht verletzt worden. Betroffen sei insbesondere auch die Berufsehre eines Rechtsanwalts. Haintz sei öffentlich als politischer Extremist markiert worden, ohne dass es dafür irgendeine Tatsachengrundlage gebe. In der Abmahnung hieß es: „Sie verknüpfen die Aussage zudem noch mit der beruflichen Tätigkeit des Verfassers, so dass nicht nur ein Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht, sondern auch in die Berufsehre unseres Mandanten vorliegt, denn Sie stellen ihn als den ‚rechtsextremen Rechtsanwalt Haintz‘ dar.“

Die Kanzlei erklärte, die Bezeichnung als Rechtsextremer überschreite die Grenze zulässiger politischer Kritik, weil sie den Kläger ohne nachvollziehbaren Sachbezug herabwürdige. Die Abmahnung zitierte hierzu Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zur Schmähkritik und stellte die Zuschreibung einer nationalsozialistischen Gesinnung als historisch besonders belastet dar.

Die taz reagiert mit einer Richtigstellung

Nach Zugang der Abmahnung änderte die taz die betreffende Passage ihres Artikels und veröffentlichte zusätzlich eine Richtigstellung. Dort erklärte die Redaktion: „In einer früheren Version dieses Textes fand sich eine missverständliche Formulierung, die man so lesen konnte, als würden wir Markus Haintz ebenfalls zu den Rechtsextremen zählen. Wir haben die Stelle vereindeutigt und bedauern den Irrtum.“

Bereits zu diesem Zeitpunkt entstand ein zentraler Widerspruch, der das gesamte Verfahren prägen sollte. Einerseits verteidigte die Zeitung später vor Gericht ihre Äußerung als zulässige politische Meinungsäußerung. Andererseits hatte sie öffentlich erklärt, die ursprüngliche Formulierung sei missverständlich gewesen und habe einen Irrtum enthalten. Genau diese Spannung zwischen Verteidigung und Korrektur wurde später vor dem Bundesgerichtshof entscheidend.

Das Amtsgericht Kreuzberg: Klare Schmähkritik und Persönlichkeitsrechtsverletzung

Am 16. Januar 2024 gab das Amtsgericht Kreuzberg der Klage von Haintz vollständig statt. Richter Dr. Krüger urteilte, dass die streitbefangene Formulierung eine Schmähkritik darstelle, bei der nicht mehr die Auseinandersetzung in der Sache, sondern die Diffamierung der Person im Vordergrund stehe. Die Bezeichnung als „Rechtsextremer“ sei eindeutig zu verstehen, wie auch die spätere Änderung durch die taz zeige.

Gerade wegen der historischen Erfahrungen der nationalsozialistischen Unrechtsherrschaft werde eine solche Brandmarkung von einer sensibilisierten Öffentlichkeit als besonders schwerwiegende Herabsetzung empfunden. Die Interessenabwägung zwischen Meinungsfreiheit und Persönlichkeitsrecht falle daher zugunsten Haintz’ aus.

Das Landgericht Berlin II: Pressefreiheit überwiegt – Klage abgewiesen

Die taz legte Berufung ein. Am 20. Februar 2025 entschied die 27. Zivilkammer des Landgerichts Berlin II unter Vorsitz von Richter Reinke anders. Das Landgericht hob das erstinstanzliche Urteil auf und wies die Klage ab. Zwar räumte es ein, dass die Formulierung aus Sicht eines verständigen Durchschnittslesers den Kläger eindeutig als „Rechtsextremen“ bezeichne. Dennoch handele es sich um eine zulässige Meinungsäußerung: „Die Berichterstattung verletzt den Kläger jedoch nicht in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht, da es sich bei ihr um eine zulässige Meinungsäußerung handelt.“

Haintz legte Revision ein. In der Revisionsbegründung heißt es unter anderem, dass das Landgericht die Schwere des Eingriffs in das Persönlichkeitsrecht nicht ausreichend gewürdigt habe. Die Bezeichnung als „Rechtsextremer“ in einem Atemzug mit einem NPD-Kader sei eine besonders schwere Herabsetzung, die seine Existenz als Rechtsanwalt gefährden könne. Zudem habe das Landgericht die Abwägung nicht vollständig vorgenommen und die Richtigstellung der taz nicht hinreichend berücksichtigt.

Der Bundesgerichtshof folgte dieser Kritik teilweise. In seinem Urteil vom 24. Februar 2026 bestätigte der Senat zunächst, dass die Äußerung als Meinungsäußerung einzustufen sei und keine Schmähkritik darstelle. Die Bezeichnung beeinträchtige Haintz jedoch erheblich in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht, insbesondere in der Ausprägung seiner Berufsehre und sozialen Anerkennung. Der Senat betonte, dass die Abwägung zwischen Persönlichkeitsrecht und Meinungsfreiheit alle Umstände des Einzelfalls berücksichtigen müsse, einschließlich der Möglichkeit eines bloßen Versehens bei der Abfassung des Artikels.

Der BGH wies ausdrücklich darauf hin, dass die rasche Änderung des Textes und die ausdrückliche Richtigstellung der taz zusammen mit der ursprünglichen Formulierung die Möglichkeit eines „Erklärungsirrtums“ nahelegte. Es sei denkbar, dass die Redaktion eigentlich nur habe mitteilen wollen, Haintz sei neben Rechtsextremen marschiert, nicht als einer von ihnen. Ein solcher Zeichensetzungsfehler, etwa das Fehlen eines Kommas, würde das Gewicht der Meinungsfreiheit in der Abwägung erheblich mindern. In diesem Fall würde das Persönlichkeitsrecht Haintz’ überwiegen. Das Landgericht müsse nun Feststellungen zum genauen Inhalt und zur Intention der Richtigstellung treffen. Sollte sich ein solches Versehen bestätigen, sei die ursprüngliche Äußerung rechtswidrig gewesen.

Politische Etikettierung als Waffe und die Grenzen der Pressefreiheit

Der Fall legt offen, wie leicht in Teilen des deutschen Journalismus politische Gegner mit dem Etikett „Rechtsextremer“ versehen werden, ohne dass eine ausreichende Tatsachengrundlage vorliegt. Die taz, die sich selbst als linkes Leitmedium versteht, hat mit ihrer Berichterstattung über Querdenken und Corona-Proteste eine Linie verfolgt, die Kritiker staatlicher Maßnahmen pauschal in die Nähe rechtsextremer Kreise rückt. Das Amtsgericht hatte diese Praxis noch als unzulässige Diffamierung gewertet. Das Landgericht sah darin eine zulässige Meinungsäußerung. Der Bundesgerichtshof verlangt nun eine ehrliche Prüfung, ob hier überhaupt eine bewusste politische Bewertung oder lediglich ein redaktioneller Lapsus vorlag.

Für Markus Haintz geht es um die Frage, ob ein Anwalt, der Bürger gegen massive Grundrechtseingriffe während der Corona-Pandemie verteidigt hat, dafür lebenslang mit einem Stigma belegt werden darf, das seine berufliche Existenz bedroht. Der Bundesgerichtshof hat klargestellt, dass Pressefreiheit nicht bedeutet, dass jede Zuspitzung erlaubt ist – schon gar nicht, wenn sie auf einem simplen Formulierungsfehler beruht. Die nächste Runde vor dem Landgericht Berlin wird zeigen, ob die taz ihren „Irrtum“ wirklich nur bedauert hat oder ob sie ihn strategisch einsetzt, um weiter zu delegitimieren. In einer Zeit, in der politische Polarisierung zunimmt, ist dieses Urteil ein wichtiges Signal: Gerichte dürfen journalistische Texte nicht einfach durchwinken, wenn sie das Persönlichkeitsrecht Einzelner schwerwiegend verletzen.

Haintz geht nach Lektüre des Urteils des Bundesgerichtshofs davon aus, dass das Landgericht Berlin aufgrund der laut taz irrtümlichen Äußerung ihm nunmehr Recht geben wird. Zudem teilte er mit, dass der Bundesgerichtshof die potenziellen juristischen Auswirkungen des zweitinstanzlichen Urteils geschickt gelöst habe, da man nach der Logik des Urteils des Landgerichts Berlin wohl künftig auch sämtliche Grüne als Pädophile hätte bezeichnen dürfen, da Pädophilie nicht nur in den Anfangstagen der Grünen ein durchaus relevantes Thema für die Partei war. Zwar wurde dieses 2013 parteiintern aufgearbeitet, zu relevanten Parteiausschlussverfahren der damals Verantwortlichen kam es aber nicht. Diese sind vielfach immer noch Mitglied der Partei.

 

Hinweis: Janine Beicht ist Mitarbeiterin in der Kanzlei RA Haintz. TE berichtet über den Vorfall, ohne jede Position zu teilen.

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25. Mai 2026

Mit Hitler-Meme und Marschlied

Berlin: Ukrainische Schülerin wird gemobbt – die Täter stammen aus Syrien und Afghanistan

Von
Matthias Nikolaidis

Erika ist ein „kleines Blümelein“, das auf der Heide blüht, aber zugleich ein Mägdelein, das „in der Heimat“ geblieben ist. Aber auch das Herz der Erika-Heidepflanze soll „voller Süßigkeit“ sein und steht offenbar nur für das Mädchen. Das Marschlied von 1938 erregt neuerdings wieder Aufsehen, weil Schüler es teilen. Lehrer wollen es gerne verbieten, obwohl es nicht illegal ist. Die Pädagogen wittern eine rechte Verschwörung hinter dem Social-Media-Trend. Aber die neueste Wendung haben wohl die wenigsten von ihnen vorhergesehen.

Denn das Erika-Lied ist auch in einen Fall letztlich wohl rassistischen oder nationalistischen Mobbings verquickt. Doch in dem Fall heißen die Täter „Zayn“ und „Emir“, sind 13 und 14 Jahre alt, und wie die geänderten Namen sagen, stammen die beiden aus Syrien und Afghanistan. Sie und weitere Schüler mobbten ein ukrainisches Mädchen an einem Gymnasium in Berlin-Reinickendorf. Und es macht irgendwie den Eindruck, dass die überwältigende Mehrheit der Klasse neben der Ukrainerin Milana (Name geändert) ebenfalls Migrationsgeschichte haben, aber eine andere. Das trennt.

Aber es ist nicht nur das historische Liedgut, das für Stirnrunzeln sorgt. Milana wurde vermutlich wirklich gemobbt. Von Zayn oder „in dessen Auftrag“ wurde sie als „du Fotze“ beleidigt. Dafür gab es einen Euro, erklärt Milana das delegierte Beleidigungsverfahren. Ein Junge habe zum anderen gesagt: „Wenn du sie Fotze nennst, dann bekommst du von mir einen Euro.“ Ein Gymnasium, man erinnert sich, war früher ein Ort der Bildung.

Auch Zuwanderer können Rassisten sein

Dann wieder riefen der Syrer Zayn und der Afghane Emir „Ausländer raus!“, sobald sie Milana sahen. Man könnte das als ironischen Kommentar zur Lage – ihrer eigenen und überhaupt – werten. Denn die beiden Schüler haben den deutschen Pass bereits und gelten damit nicht mehr als Ausländer, die Ukrainerin schon. Und damit sei sie aus Sicht der Syrien- und Afghanistanstämmigen eine „Ausländerin zweiter Klasse“, glaubt Milana. Zayn und Emir fühlen sich ihr überlegen.

Aber beruht das Überlegenheitsgefühl wirklich auf dem Pass oder ist da noch etwas anderes? Islamischer Suprematismus vielleicht. Dazu würde passen, dass niemand in der Klasse Milana beigesprungen ist. Vielmehr berichtet sie, dass die anderen Schüler dem Treiben zugeschaut und die „Täter“ sogar noch verteidigt hätten. Also wirklich Mobbing, „mob rule“ sozusagen, dem auch die Lehrer argumentativ nichts entgegenzusetzen hatten. Sie schauten wirklich weg, ganz im Sinne des Ausfechtens des Konflikts. So zeigt sich wieder einmal: Wenn die Täter nicht ins gewünschte Narrativ passen, dann fallen Opfer wie Milana durch das Raster. Und für die Klasse galt offenbar: Solidarisiert wird sich mit den Leitwölfen, nicht mit ihrer Beute. Man will ja nicht selbst als nächster dran sein.

Auch als „Polin“ sei sie schon in herablassendem Ton beleidigt worden. „Nach dem Motto: Polen, Russen oder Ukrainer. Ist doch alles das Gleiche.“ Interessant auch, dass Milana diese spezifische ‚Beleidigung‘ so deutet: „Sie meinen damit indirekt, dass Polen und Ukrainer immer die Feinde der Nazis waren, die im Zweiten Weltkrieg ermordet wurden.“ Der Araber und der Zentralasiate hätten also in rasender Geschwindigkeit Nazi-Kategorien aufgesogen und reproduziert. Das scheint möglich, die entsprechende historische Bildung kann man ihnen nicht einfach so absprechen. Sie könnten sie haben.

Und so erklärt sich wohl teilweise die steigende Verbreitung „rechtsextremen Gedankenguts unter Schülern“, wie die Journalistin Saara von Alten für den Tagesspiegel scharfsinnig geschlossen hat. Unglaublich, aber wahr, bestätigt eine mobile Beraterin gegen Rechtsextremismus: Rassistische Abwertungen können „auch von Menschen mit Einwanderungsgeschichte geäußert werden“. Und zum Teil hätten die Zuwanderer diese Vorurteile mitgebracht, zum Teil in Deutschland aufgeschnappt. Über Ukrainer heiße es zum Beispiel, sie arbeiteten nicht genug oder sollten an die Front und ihre Heimat verteidigen.

Alles sehr nazi und das Möbiusband der politischen Kriminalität

Aber davon haben „Zayn“ und „Emir“ nicht gesprochen. Bei ihnen blieb es bei sexualisierten Beleidigungen, einer generellen Ausländerfeindlichkeit und eventuell um eine rassische Diskriminierung Milanas als Slawin. Auch der Tagesspiegel bekam keine Antwort von den Jugendlichen, was ihre Motive sind. Insofern ist man mit dieser Beschreibung und Analyse so nah an ihren Gründen, wie man sein kann.

Milana wurde freilich krankgeschrieben wegen „emotionaler Belastung durch Mobbing im Schulsetting“. In einem Chat sollen der Syrer und der Afghane noch einmal nachgelegt haben und die Ukrainerin „mit Nazisymbolen“ oder Hitler-Memes beleidigt haben. Wie genau, wird nicht erklärt, aber es war anscheinend witzig gemeint. Als Milana sich beschwert, der Zweite Weltkrieg sei eine Katastrophe und kein Anlass für Witze, antwortet Zayn: „Nimm es nicht so ernst!“ Dazu postet er das Erika-Lied mit einer Deutschlandflagge. Nun okkupieren die Neu-Eingebürgerten also schon nazistische Symbole, um andere herabzusetzen. Ist es mehr als Zufall, dass auch Angela Merkel immer wieder der Zweitname „IM Erika“ nachgesagt wird? Vermutlich nicht, aber so würde sich die kreisförmige Struktur in der Art eines Möbiusbandes, auf dem links plötzlich rechts wird, noch ausweiten. Jedenfalls kann man auf einem Möbiusband auch nicht zwischen innen und außen unterscheiden, und es gibt auch da nur einen Rand.

Wie analysiert man dies alles nun? Es geht offenbar um die Herabsetzung einer Ukrainerin, weil sie nicht zu den eingebürgerten Asiaten passt. Sie ist offenbar keine Muslimin wie der Syrer und der Afghane, und sie hat im Gegensatz zu ihnen auch (noch) nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Alles das kommt als Grund für das Mobbing in Frage. Und dann ist da noch die angesprochene Gruppendynamik. Und die könnte ihre Grundlage vielleicht darin haben, dass Milana als weiße Europäerin inzwischen eine Ausnahmeerscheinung in deutschen Schulklassen ist. Aber klar: Die ganze Sache, Milanas Erlebnisse, das Mobbing durch „Zayn“ und „Emir“, das ist schon alles sehr nazi.

Der Fall ist daneben auch eine Fußnote zu allen öffentlichen Statistiken zur politischen Kriminalität „rechter“ Provenienz: Wenn Araber und Afghanen sich „rechtsextremer“ Symbole bedienen, was bedeuten sie dann eigentlich? Klar dürfte sein, dass sich darin keine allgemeine Ausländerfeindlichkeit mehr aussprechen kann, wenn Migrantenkinder die Symbole gegen andere wenden.

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25. Mai 2026

Offizielle Statistik

Ausländerkriminalität: Dänemark zeigt die Zahlen, die Deutschland nicht zeigen will

Von
Alexander Heiden

Deutschland, wir wissen das ja, gibt sich sehr, sehr viel Mühe damit, aussagekräftige Daten zur Ausländerkriminalität nicht mehr zu erheben. Dort, wo die Daten aus Versehen doch noch erhoben werden, tut man alles dafür, um sie so gut wie möglich zu verstecken.

Ausländerkriminalität
Kriminologe sieht eklatante Verschleierung der Tatsachen

Unsere nördlichen Nachbarn dagegen nutzen Statistik nicht zur Verschleierung der Tatsachen, sondern immer noch als Mittel zum besseren Verständnis von Tatsachen. Das gilt ausdrücklich auch für die bisherige sozialdemokratische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, die mit ihrem Kurs bei unserer SPD längst ein Parteiausschlussverfahren am Hals hätte.

Unideologisch und unpolitisch – so, wie es sich für eine ordentliche Behörde gehört – stellt „Statistik Dänemark“ öffentlich frei zugängliches, umfassendes Zahlenmaterial zur Ausländerkriminalität im Land bereit. Das Ganze ist interaktiv und nutzerfreundlich aufbereitet, man kann sich die Zahlen nach allen nur denkbaren Kriterien und in allen nur möglichen Darstellungsformen ansehen.

Die dänische Regierung hat, anders als die deutsche Bundesregierung, ganz offensichtlich keine Angst vor dem eigenen Volk.

Muslime weit überrepräsentiert

Der Datenanalyst Jonatan Pallesen säße bei uns vermutlich wegen Volksverhetzung im Knast.

Dabei tut der junge Mann mit einem Doktortitel in Statistischer Genetik nichts anderes, als zunächst verschiedene amtliche Zahlen zu verknüpfen und dann sehr anschauliche Grafiken daraus zu machen.

Jetzt hat er die Daten von „Statistik Dänemark“ zur Ausländerkriminalität mit allgemeinen demografischen Zahlen verknüpft. (Wer es genau wissen möchte: die Zahlenreihen STRAFNA4 und FOLK1C.) Herausgekommen sind einfach lesbare Balkengrafiken. Sie zeigen für verschiedene, in Dänemark begangene Straftaten den Täteranteil bestimmter Nationalitäten im Verhältnis zu ihrem Anteil an der dänischen Bevölkerung.

Das Ergebnis könnte erschütternder nicht sein.

Die Grafik liest sich so:

Abgebildet sind die vier häufigsten Herkunftsländer von verurteilten Vergewaltigern in Dänemark. Ganz unten sind dänische Täter mit dem Referenzwert 1 angegeben. Die Balken zeigen dann, wie viel öfter andere Nationalitäten die Straftat begehen – jeweils im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil.

Im konkreten Fall heißt das: Im Vergleich zu Dänen (1x) entsprechend ihrem Bevölkerungsanteil werden Iraker 9-mal öfter wegen Vergewaltigung verurteilt, Afghanen 11-mal, Syrer 16-mal und Somalis 20-mal.

Das ist kein Schreibfehler: 20-mal öfter.

Bei anderen Straftaten ist das Bild nahezu identisch. Bei allen schweren Delikten führt Somalia verlässlich die Liste an. Und nur mit Verurteilten aus den Staaten Ex-Jugoslawiens (bei Raub und Erpressung) bzw. aus Uganda und Tansania (Urkundenfälschung) tauchen überhaupt mal Täter in den Tabellen auf, die nicht ausschließlich aus muslimischen Ländern stammen.



In Deutschland haben wir eine solche Erhebung überhaupt erst gar nicht. Hier gibt es zwar die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), aber die ist nicht ansatzweise so detailliert. Außerdem erfasst sie nur Tatverdächtige. Bei den rechtskräftig Verurteilten gibt es schon keine entsprechenden Daten mehr – anders als in Dänemark.

Natürlich lassen sich die dänischen Zahlen nicht einfach auf Deutschland übertragen. Aber die Frage ist sicher erlaubt:

Warum sollte die Statistik bei uns relevant anders aussehen?

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25. Mai 2026

Andere Länder steigen aus

Während alle sparen sollen: Krankenkassen zahlen weiter für Verstümmelung von Jugendlichen

Von
Matthias Nikolaidis

Jedes Jahr ändern in Deutschland hunderte Kinder ihren Geschlechtseintrag. Ja, richtig gelesen! Kinder, hunderte, auf einmal mit anderem Geschlecht, erst nominal, dann wohl auch immer realer. Die Kinder und Jugendlichen „wollen“ möglichst früh Schritte auf ihr angeblich „richtiges“ Geschlecht machen. Diese Geschichte wurde uns auch medial inzwischen hundertfach nacherzählt. Was das mit Kindern macht, ist eine andere, selten gestellte Frage.

Rund 20 Milliarden Euro will Nina Warken, die CDU-Gesundheitsministerin, im Gesundheitssystem einsparen. Daneben will sie 12,5 Milliarden Steuermittel ins System zuschießen – für die Bürgergeldempfänger, also im großen Maße Migranten. Der CDU geht es dabei angeblich um „Gerechtigkeit“, Ausgleich, aber diese Art Ausgleich bedeutet, dass dann alle Bürger über ihre Steuern für die vermurkste Migrationspolitik zahlen müssen, nicht mehr nur die gesetzlich Versicherten.

Aber was ist eigentlich mit echtem Einsparpotential? Zum Teil scheint Warken da schon etwas gefunden zu haben, wie es Lothar Krimmel für TE bereits beschrieben hat. Aber es bleibt die Finanznot, die mit Steuermitteln und Leistungskürzungen geflickt werden soll. Es bleibt die Frage, was in dieser Lage gänzlich und vollkommen unsinnige Ausgaben sollen.

Die Elefanten dürfen im Raum bleiben
Nina Warken – Konkursverwalterin des Gesundheitswesens

Und dazu gehören ganz sicher die Ausgaben für Transgendermedizin bei Minderjährigen, die in Deutschland noch immer standardmäßig und solidarisch von allen Beitragszahlern übernommen werden. International gab es da zuletzt einen starken ‚Rückschnitt‘, der eigentlich ein Fortschritt ist. Warum sollten staatliche oder solidarische Gesundheitssysteme die sexuelle Verstümmelung von jungen Bürgern finanzieren, die im Fall der Behandlung regelmäßig unfruchtbar werden?

Italien: Zuerst und zuvörderst Psychotherapie

Das bekannteste Beispiel ist Großbritannien. Einst das Mekka der Transgendermedizin, das man speziell in der Londoner Tavistock-Klinik sehen konnte, hat der NHS England die routinemäßige Gabe von Pubertätsblockern beendet. Eine Auswertung hatte ergeben, dass sie keinen positiven Einfluss auf das Leben der „Behandelten“ haben – oft gilt das Gegenteil. Aber Hormongaben sind immer noch möglich, wenn auch nur für klinische Studien. Zu befürchten ist, dass auch diese Ausnahme wieder extensiv ausgelegt wird. Aber zuletzt verordnete man sich eine Pause auch bei den Studien. Das bedeutet, theoretisch greift gerade der englische Abstand von den Pubertätsblockern.

Ähnlich ist die Lage in den nordischen Ländern (Norwegen, Schweden, Finnland), die Pubertätsblocker und Hormone auf Studien beschränken. Auch Italien hat sich unter Giorgia Meloni schon 2024 angeschlossen. Das nationale Bioethik-Komitee (CNB) empfiehlt nun Psychotherapie als erste Behandlungsoption. Man soll sich nicht versehen: Auch in den genannten Ländern steht die Politik noch immer unter dem Druck der Trans-Lobby, eine möglichst weitgehende Vergabe von Hormonen und anderen Präparaten zu erlauben.

Der italienische Bioethik-Komitee gesteht den Einsatz von Pubertätsblockern (Tryptorelin) zu, wenn Psychotherapie und psychiatrische Interventionen erfolglos waren. Aber das ist immerhin eine Bremse, die in vielen Fällen über die Pubertät hinweghelfen wird. Daneben wird aber klargemacht: Wir befinden uns noch in der Phase der klinischen Studien. Angeblich gibt es keine hinreichenden wissenschaftlichen Daten zur Anwendung von Pubertätsblockern. Das bedeutet: Ihr Nutzen ist keineswegs erwiesen. Ihr Einsatz soll daher nur als „doppelblindes, randomisiertes, kontrolliertes Modell“ möglich sein, wodurch man sich zuverlässige Daten erhofft.

USA: Es gibt sie noch, die parteiischen „Studien“

Im Januar 2025 folgte das Weiße Haus und beendete die regierungsamtliche Verwendung von „junk science“. Die „chemische und chirurgische Verstümmelung“ beeinflussbarer Kinder wurde beendet, indem man die Mittelzuteilung durch die Bundesbehörden Medicaid und Medicare strich. Krankenhäuser, die den Einsatz von Pubertätsblockern bei Jugendlichen oder weitere Maßnahmen anbieten, riskieren ebenfalls Bundesmittel. Daneben haben mehr als 25 Staaten den Einsatz von Pubertätsblockern und Hormonen bei Minderjährigen eingeschränkt oder verboten.

Noch immer werden Studien wie die „Utah Review“ aus dem Mai 2025 von interessierter Seite verfasst. Hier wirkten Mediziner mit, die direkt in die pädiatrische Gendermedizin an der Klinik der University of Utah involviert waren. Außerdem wurde Unfruchtbarkeit nicht als relevantes Ergebnis („outcome of interest“) gewertet, weil Unfruchtbarkeit eine erwartbare Folge der Behandlung mit Pubertätsblockern sei. So kann man eine Problematik auch verschwinden lassen.

Es sind dabei nur sehr weniger europäische Länder, in denen Pubertätsblocker gar nicht verfügbar sind. Irland scheint dazu zu gehören, auch einige osteuropäische Länder. Aber derweil bestätigen deutsche Fachgremien weiterhin das Recht von Jugendlichen auf die Verschreibung von Pubertätsblockern (PB), die folglich weiterhin von den Krankenkassen übernommen werden, auch wenn sich dazu nicht viele öffentliche Stellungnahmen finden. Das Thema wird in den Hinterzimmern der Bürokratie verhandelt, und das ist insgesamt sehr viel gefährlicher als eine offene Debatte.

Gefahr Off-Label-Einsatz

Zudem werden die Präparate – PB ebenso wie Cross-Sex-Hormone – zumeist „off-label“ eingesetzt – also in einer Weise und für einen Zweck, für die sie nicht entworfen und getestet wurden. allein das müsste eine große Unsicherheit darstellen. Geprüft wurde damit auch nicht, ob die Mittel überhaupt erfolgversprechend sind, wo es um „Geschlechtswechsel“ geht, also die Abschaffung des Weiblichen in einer Person mit dem Chromosomenset XX.

So heißt es im Beipackzettel von Testosteron-Präparaten (Eligard, Nebido) logischerweise „darf nicht bei Frauen und Kindern angewendet werden“. Logisch ist das schon – es hält sich aber niemand daran. Sogar die agierenden Ärzte geben zu: „Fakt ist: Der weibliche Körper ist für Testosteron nicht gebaut.“ Es wird darauf hingewiesen, dass die Mittel auch in den emotionalen Haushalt der Behandelten eingreifen. Logisch, davon haben viele „Transmänner“ berichtet, der anderen Gefühlswelt, die das Testosteron diktiert. Die Blocker rufen, und das scheint grundlegend wichtig, einen „Hormonmangel“ hervor, der zu Müdigkeit, Stimmungsschwankungen oder Hitzewallungen führen kann.

„Off-label“ kann ein Medikament eigentlich in Deutschland nicht angewandt werden. Es scheint aber genügend Ausnahmen zu geben. Oder stimmt es, dass die Finanzierung ein einziges großes „Scheunentor“ ist, durch das alle durchkommen, wie teils berichtet wird? Demnach muss vorab noch nicht einmal ein Kostenerstattungsantrag gestellt werden. Die Krankenkassen zahlen angeblich schon seit dem Aufkommen der Präparate. Und Ratgeber verbreiten Tipps, wie man „unter dem Radar“ an die begehrten Mittel kommt. Etwa so: Am besten nicht vor Behandlungsbeginn die Krankenkasse fragen, denn das würde nur schlafende Hunde wecken: „Wir empfehlen die Krankenkasse nicht zu fragen. Die Abrechnung funktioniert trotzdem allermeist.“ (Trans*-Behandlungen. Die Arrangements bei der GKV-Kostenerstattung und die Unsicherheit der Kostenerstattung in der Zukunft, Fußnote 108 auf Seite 27)

Fachgesellschaften empfehlen geschlechtsangleichende Hormone gar

In der aktuell gültigen Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) vom Juni 2025 ist sogar die Rede von „operativen Maßnahmen zur Geschlechtsangleichung bei Jugendlichen“, unter anderem der „geschlechtsangleichenden Mastektomie“, die möglich sein sollen. Und diesen schweren Eingriffen in jugendliche, also nicht einmal ausgewachsene Körper geht laut AWMF standardmäßig die Gabe „geschlechtsangleichender Hormone“ voraus. Die Konsensstärke der beteiligten Mediziner wird als „starker Konsens (> 95 %)“ angegeben.

Und aus ebensolchen Konsensen folgt ihre Finanzierung in scheinbar alternativloser Weise. Es gibt in Deutschland offenbar keine Diskussion – jenseits der AfD mit Galionsfiguren wie Vanessa Behrendt – über die Abschaffung von geschlechtsangleichenden Operationen und Hormontherapien bei Jugendlichen und Kindern. Ein Politikvorschlag, der vermutlich eine Mehrheit hinter sich versammelt, aber andere Parteien rühren dieses Thema nicht erkennbar an. Das steht für den demokratischen Diskurs im Land, der nur um abstrakte Ideen wie „Brandmauer“ und „Demokratie retten“ kreist, ohne an konkrete Themen zu denken.

Bedenklich sind in diesem Umfeld auch die zunehmenden Änderungen der Geschlechtseinträge. So stellten Minderjährige allein in Sachsen 331 Anträge auf Änderung der Geschlechtsidentität seit dem November 2024. Bei 24 davon ging es um Kinder unter 14 Jahren, die das sicher nicht alleine entscheiden konnten. In Berlin waren es in einem Jahr knapp 200 Anträge von Minderjährigen, darunter wiederum 31 Kinder unter 14 Jahren. Das allein ist schon Wahnsinn, und er steht so ohne Zucken in der Presse. Bedenkt man den pseudo-medizinischen Rattenschwanz, der sich an solche – von einigen Eltern regelrecht herbeiphantasierten – „Lebensentscheidungen“ knüpfen kann, dann wird die Sache überaus bedenklich, eigentlich schon kriminell. Wie konnte der Gesetzgeber nur die Änderung der Geschlechtseinträge für sexuell noch nicht entwickelte Kinder erlauben?

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25. Mai 2026

Jugendschutz als Zensurinstrument

Warum ‚Citizen Vigilante‘ in Deutschland blockiert wird

Von
Uwe Boll

Einen Film zu entwickeln, zu finanzieren und zu produzieren dauert oft Jahre und bedeutet einen immensen finanziellen, nervlichen und zeitlichen Aufwand. In jedem meiner Filme steckt nicht nur Geld, sondern auch Herzblut und die Energie von Hunderten Mitarbeitern.

Für alle Leser, die keine Lust haben, einen längeren Artikel über die FSK, die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, zu lesen, hier zuerst die Kurzfassung: Ich habe in Kroatien in englischer Sprache den Action-Thriller ‚Citizen Vigilante‘ mit dem US-Star Armie Hammer (The Social Network, Tod auf dem Nil, Hotel Mumbai etc.) und Costas Mandylor (My Big Fat Greek Wedding, Greenland etc.) gedreht, der in jedem anderen Land der Welt gezeigt werden wird und in der Regel sogar ab 16 Jahren zugänglich sein dürfte. In den USA startet er am 19. Juni.

Nicht aber in Deutschland.

Denn nach Auffassung der FSK propagiert der Film Selbstjustiz. Deshalb hat eine Sichtungsjury, zusammengesetzt wie ein Rundfunkrat, ein Schöffengericht oder ein Vorstand, beschlossen, den Film nicht ab 18 Jahren freizugeben oder mit dem Rating „KJ“ (keine Jugendfreigabe) zu versehen, sondern mit dem Label „KK“ (kein Kennzeichen). Das bedeutet, dass nicht nur Jugendliche unter 18 Jahren den Film nicht sehen sollen, sondern im Ergebnis niemand, ganz gleich, wie alt er ist.

Acht von der FSK ausgewählte Personen entscheiden damit, was erwachsene Bürger in Deutschland sehen dürfen und was nicht. Das Label „KK“ sorgt dafür, dass alle Anbieter in Deutschland, die Filme zeigen oder verkaufen, also von Amazon über Märkte wie Müller und MediaMarkt bis hin zu Kinos, Streamern und Fernsehsendern, den Film nicht anbieten werden. Der Witz ist: Der Film ist weder pornographisch noch extrem brutal. Das Gewaltlevel entspricht Filmen wie John Wick mit Keanu Reeves oder The Equalizer mit Denzel Washington.

Was ist also der wirkliche Grund für dieses Verbot? Unsere Hauptfigur wird zum gesuchten Terroristen und zugleich zum Social-Media-Helden, weil sie Verbrecher zur Strecke bringt und auch gegen Massenvergewaltiger vorgeht.

Die Massenvergewaltiger im Film sind junge Migranten, was bei Massenvergewaltigungen laut Kriminalitätsstatistik leider besonders häufig der Fall ist. Erinnern wir uns an einen Fall in Hamburg, der mich unter anderem zum Drehbuch inspirierte, denn ich bin ein Filmemacher, der sich gerne klar und hart mit der Realität auseinandersetzt.

Von den neun verurteilten jungen Männern musste zum Zeitpunkt des Urteils nur einer tatsächlich ins Gefängnis.

Das Landgericht Hamburg verhängte im November 2023 gegen neun Männer im Alter zwischen 19 und 23 Jahren Jugendstrafen zwischen einem Jahr und zwei Jahren und neun Monaten wegen der Vergewaltigung einer 15-Jährigen.

Bei acht der neun Verurteilten wurde die Strafe entweder direkt zur Bewährung ausgesetzt oder die Entscheidung darüber im Rahmen einer sogenannten „Vorbewährung“ zunächst offengelassen.

Da die Täter zur Tatzeit zwischen 17 und 20 Jahre alt waren, wurde Jugendstrafrecht angewendet, bei dem der Erziehungsgedanke vor der Bestrafung steht. Das Gericht begründete die Bewährungsstrafen unter anderem mit dem langen zeitlichen Abstand zur Tat im Jahr 2020 und der seither positiven sozialen Entwicklung der Täter.

Zwei weitere Angeklagte wurden freigesprochen, da ihnen eine Tatbeteiligung nicht sicher nachgewiesen werden konnte.

Sowohl Richter als auch die Presse sprachen damals von den „armen traumatisierten Tätern“. Das ist natürlich ein Witz und eine Verhöhnung des Opfers, denn eine Vergewaltigung ist eine schwere Straftat. Dem Gericht schien der Opferschutz egal zu sein, denn das betroffene Mädchen lebt weiter in derselben Stadt wie die Täter, die nicht in Haft sitzen.

Mein Film ist fiktional und unterliegt vollkommen anderen Kriterien als eine Dokumentation.

Nach meiner Einschätzung will die FSK mit diesem Rating nicht nur sicherstellen, dass Jugendliche vor dem Film geschützt werden, sondern dafür sorgen, dass möglichst wenige Menschen den Film in Deutschland überhaupt zu sehen bekommen. Da ‚Citizen Vigilante‘ nach meiner Recherche der einzige Film ist, der sich kritisch mit Migrantenkriminalität beschäftigt, wird hier ausgerechnet der einzige Film verhindert, der die Realität auf den Straßen, in Hinterhöfen und Gebüschen in Europa so abbilden will, wie sie tatsächlich stattfindet. Das ist nach meiner Einschätzung eine politisch motivierte Entscheidung der FSK, die ein größeres Problem in unserer Gesellschaft spiegelt.

Dieses Problem ist die seit Jahren klar sichtbare Tendenz der Regierungsparteien, in Zusammenarbeit mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, NGOs wie Correctiv sowie vom Steuerzahler finanzierten Social-Media-Kampagnen und Meldestellen wie „Trusted Flaggers“ unter dem Deckmantel des „Gutmenschentums“ und des „Kampfes gegen Nazis“ ihre Macht, Pfründe und Positionen zu erhalten und auszubauen. Jeder, der sich gegen sie wendet, wird als Antidemokrat verunglimpft und im Zweifel strafrechtlich oder zivilrechtlich belangt. Der Jugendschutz, auch im Rahmen des European Digital Services Act, ist in dieser Lesart nur eine Fassade für politische Zensur und Meinungskontrolle.

Auch bei uns müsste die Kunstfreiheit gelten, und zwar nach Artikel 5 Absatz 3 Satz 1 des Grundgesetzes. Dort heißt es schlicht: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.“

Dieses Grundrecht gehört zu den am stärksten geschützten Freiheiten der deutschen Verfassung.

Es gibt keinen Gesetzesvorbehalt: Im Gegensatz zur Meinungsfreiheit nach Artikel 5 Absatz 2 GG enthält die Kunstfreiheit keine ausdrücklichen Schranken durch „allgemeine Gesetze“. Der Staat darf Kunst weder inhaltlich zensieren noch bewerten, ob sie „gut“ oder „schlecht“ ist. Das ist das sogenannte Verbot des Kunstrichtertums.

Der Schutz ist umfassend: Geschützt sind sowohl das Schaffen des Werkes, also der Werkbereich, als auch dessen Präsentation und Verbreitung, also der Wirkbereich, damit Kunst die Öffentlichkeit überhaupt erreichen kann.

Der historische Hintergrund ist eindeutig: Die Mütter und Väter des Grundgesetzes verankerten dieses starke Recht in direkter Reaktion auf die Diktatur des Nationalsozialismus, in der Kunst als „entartete Kunst“ diffamiert und verboten wurde.

Die FSK nutzt den Jugendschutz, um das Grundgesetz hier auszuhebeln, obwohl Jugendliche durch eine Freigabe ab 18 Jahren geschützt wären. In meinem Fall geschieht das, weil dieser spezielle Teil des Films eine Realität zeigt, die man nicht wahrhaben will: die Realität, dass Massenmigration aus vorwiegend islamisch geprägten Ländern die Sicherheitslage in Deutschland schwer beschädigt hat. Statt Sicherheit für die Bevölkerung herzustellen, etwa durch direkte Abschiebung nichtdeutscher Straftäter und weniger Migration aus Afrika, wird versucht, die Berichterstattung über die Gefahrenlage zu unterdrücken.

Damit stellt sich die FSK mit dieser Entscheidung möglicherweise, ohne es selbst zu merken, nicht in den Dienst des Jugendschutzes, sondern in den Dienst des Erhalts der derzeitigen Regierung und ihres Status quo, unter Aufgabe von Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit. Die Tausenden Strafanzeigen, die Politiker in Deutschland gegen unzufriedene Bürger stellen, die sich im Internet Luft machen, sind ein weiterer Beleg für den Willen der Regierenden, Freiheit durch Einschüchterung zu unterdrücken. Während selbst in Österreich alle meine Filme ungekürzt zu sehen sind und in 100 anderen Ländern ebenfalls, hatte ich auch in der Vergangenheit mit sechs Filmen große Probleme bei der FSK. Sie wurden in Deutschland nur mit Schnittauflagen veröffentlicht. Bei Citizen Vigilante wurde das diesmal unmöglich gemacht, da ich quasi den halben Film wegschneiden müsste. So stellen acht Personen sicher, was 50 Millionen Erwachsene in Deutschland konsumieren dürfen.

Citizen Vigilante ist nach Hanau (FSK 16) und Run der letzte Teil meiner Trilogie Deutschland im Winter, die die Gefahren und politischen Konsequenzen unserer Zeit offenlegen soll und gerade durch ihren radikalen Erzählstil deutlich macht, dass Gewalt keine Lösung ist. Unsere Figur Sanders ist kein guter Mensch und wird auch nicht als guter Mensch porträtiert. Er ist keine Comicfigur wie Batman, sondern ein egoistischer, sehr reicher Geschäftsmann, der quasi aus Langeweile damit beginnt, die Justiz in die eigenen Hände zu nehmen. Drogengangster, jugendliche Bullies oder zwei Männer, die Frauen mit Drogen gefügig machen wollen, werden zur Rechenschaft gezogen. Er geht ins Bordell, weil ihn niemand liebt und er auch niemanden liebt, sondern lieber für Sex bezahlt. Wenn er am Ende jugendliche Vergewaltiger plus eine ganze Familie erschießt und den Richter tötet, der diese Vergewaltiger nicht ins Gefängnis geschickt hat, dann ist das so hart und schockierend, dass der Zuschauer eher zu dem Schluss kommt, dass diese Gewalt zu weit geht.

Ich bin ein Genre-Filmemacher, aber schon immer auch ein politischer Filmemacher gewesen (Darfur, Postal, Assault on Wall Street, Rampage, Barschel usw.). Alle meine Filme haben in Amerika und in allen anderen Ländern der Welt R-Ratings erhalten, also Freigaben ab 16 Jahren. Nur in Deutschland war das oft anders, und viele Filme mussten geschnitten werden, um überhaupt eine Freigabe ab 18 Jahren zu bekommen. Im Fall von Rampage, in dem ein Massenmörder davonkommt, musste ich mehrere Blutszenen schneiden und in die Endcredits schreiben, dass der Hauptdarsteller von der Polizei gefasst wurde, um eine Freigabe zu erhalten. Als dann Rampage 2 kam, fragten viele Zuschauer in Deutschland, wie es sein könne, dass er nicht im Gefängnis sitze. Das war ein direkter Eingriff in die Kunstfreiheit und hat mir Schaden zugefügt, denn Rampage und alle anderen zensierten Boll-Filme wären ungeschnitten besser von Kritik und Zuschauern aufgenommen worden.

Filme müssen Realität zeigen, kommentieren und auch weh tun. Sie müssen Menschen wütend machen und Diskussionen auslösen können. In Run zeige ich meine Empathie mit Migranten, in Hanau den Wahnsinn eines verblendeten rassistischen Amokläufers und in Citizen Vigilante einen düsteren Charakter, der nicht wirklich für Gerechtigkeit sorgt, auch wenn er Taten begeht, die manche gut finden.

Die FSK hat in Zeiten, in denen schon Kinder bei Streamern und auf Social-Media-Plattformen jederzeit reale Tötungen und Pornographie sehen können, ohnehin jeden Anspruch auf Existenz verloren. Wir müssen sogar noch über 1000 Euro für diese überflüssigen Sichtungen bezahlen. In den meisten Ländern, etwa in Österreich, Skandinavien oder den Benelux-Staaten, gibt es keine FSK. Dort schreiben die Filmverleiher selbst auf eine DVD oder in den Stream, ab welchem Alter ein Film geeignet ist. Bei Horrorfilmen steht zum Beispiel „ab 18 Jahren“ auf dem Cover, denn Horrorfilme ab 12 Jahren will niemand sehen, weil Fans Gewalt und Blut erwarten. Diese selbst vergebenen Ratings sind keinesfalls irreführend, sondern ausreichend. Die FSK gehört abgeschafft. Ersatzweise sollten sich DVD-Händler und wenigstens die Streamingplattformen von ihr distanzieren und bekanntgeben, dass sie sich nicht mehr an FSK-Kennzeichen halten werden.

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24. Mai 2026

Die Enteignung der Mittelschicht

Der digitale Euro: „Eine zentralwirtschaftliche Horrorvision“

Von
Roland Tichy

Tichys Einblick: Willkommen zum heutigen TE-Gespräch mit Max Otte. Max Otte ist einer der profiliertesten Finanzanalytiker in Deutschland und Vermögensverwalter. Übermorgen erscheint sein neues Buch „Rettet unser Bargeld“. Aber reden wir zunächst über etwas anderes: Die Weltwirtschaft ist im Umbruch.
Die Krise in der Straße von Hormus hat Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. In vielen asiatischen Ländern kommt es schon zu Energieknappheit. In Deutschland fehlen petrochemische Rohstoffe, der Benzinpreis und der Dieselpreis explodieren und die Wirtschaft wackelt. Wie gefährlich ist aus Ihrer Sicht diese Krise für uns als Konsumenten, als Produzenten und als Bürger schlechthin?

Max Otte: Ja gut, für Deutschland ging das nach vielen Jahren des Leidens ja immer irgendwie weiter. Wir hatten ja schon die Befürchtung, dass mit der Finanzkrise quasi die große Krise hereinbricht. Da können wir vielleicht später noch drüber sprechen. Aber es ging eigentlich seit diesen 18 Jahren irgendwie immer weiter: Trotz Massenmigration, trotz Energiewende, trotz Nord Stream 2.

Aber das könnte jetzt der letzte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt, dass wir also breite Verarmung sehen und wirkliche Knappheit im Geldbeutel, dass die Industrie wirklich noch weiter einbricht. Wir werden es sehen, aber die Risiken sind schon sehr groß.

Kann es noch schlimmer gehen? Wir erleben ja bereits jetzt Massenentlastungen, Entlassungen, wenn wir bei VW hören 50.000 oder bei der Deutschen Bahn 20.000, nur um einige Stichworte zu nennen; das ist ja eine Hitliste des Horrors. Kann es sein, dass wir noch mehr klassische Industriearbeitsplätze verlieren? Und was kommt an ihrer Stelle?

Ja, selbstverständlich. Das deutsche Geschäftsmodell war Midtech. Das hat Michael Porter in ‚The Competitive Advantage of Nations‘ Anfang der 90er schon gesagt. Bei Hightech waren wir seit dem zweiten Weltkrieg in vielen Sektoren nicht mehr vorne dabei. Unter anderem natürlich, weil uns ein Teil der Hightech gestohlen wurde. Aber Midtech, also chemische Industrie, Verfahrenstechnik, Automobile, Maschinenbau, überall dort waren wir Weltspitze, auch Weltexporteur.

TICHYS LIEBLINGSBUCH DER WOCHE
Geld als Machterhaltungsmittel oder Alternativen in der Geldpolitik
Dafür braucht man natürlich billige Energie, die ist uns nach und nach abgedreht worden. Der letzte große Akt war da die Sprengung von Nord-Stream. Und wir sehen jetzt eigentlich im Prinzip nur den Beginn dieses totalen Exodus der deutschen Industrie. Es ist nicht erstaunlich, dass wir jetzt diese Horrorgeschichten haben. Im Gegenteil, ich möchte sagen, es ist sehr erstaunlich, dass unser Geschäftsmodell, unsere Industrie bis heute mit Blessuren aber irgendwie doch durchgehalten hat. Man hätte auch erwarten können, dass da weniger Resilienz ist, aber irgendwann ist dann mal das Ende. Und ich sehe das jetzt nicht als Ende dieser Massenentlassungen und des Abbaus der deutschen Industrie, ich sehe das eher als Beginn der finalen Phase des industriellen Niedergangs Deutschlands.

Nun reagiert ja die Politik mit einer interessanten Strategie. Es werden die Steuern erhöht, möglicherweise die Mehrwertsteuer. Dazu kommen natürlich viele Verteuerungen und höhere Besteuerungen, insbesondere von Familien. Renten sollen gekürzt werden für alle, die über so 2000 Euro im Monat verdienen. Das gilt ja jetzt schon als superreich. Mit anderen Worten: Nachfrageausfall. Ist das eigentlich eine kluge Politik jetzt die Bürger noch mehr zu belasten, wo sie ohnehin schon so stark belastet sind durch Arbeitslosigkeit und Preissteigerungen?

Da müsste man jetzt das analytische Fass sehr weit aufmachen. Es ist ja so, dass die Mittelschicht seit zwei bis drei Jahrzehnten massiv belastet wird und dass wir eine Umverteilung aus der Mitte heraus haben nach ganz oben. Wir haben also eine explodierende Zahl der Superreichen. Wir haben aber auch einen zunehmenden Subventionsstaat, Hartz IV, Massenmigration. Das zahlt im Wesentlichen die Mittelschicht. Die Mittelschicht zahlt nicht nur durch Steuern, sondern auch durch die Niedrigzinspolitik, die wir auch seit 20 Jahren haben.

Denn die Mittelschicht hat größtenteils ihr Guthaben auf Sparkonten oder in Lebensversicherungen, weniger am Kapitalmarkt. Und jetzt versucht der Staat, umzuverteilen. Also in einer Krise wie der jetzigen wird umverteilt, die Karten werden neu gemischt. Wie weit dann der Staat sich da einmischt, ist die Frage. Aber nehmen wir an, die extreme Verschuldung, die auch in den letzten 20 Jahren immer weiter gestiegen ist durch Covid, jetzt auch durch das Schuldenpaket in den USA, durch das Schuldenpaket, das Friedrich Merz noch vor seiner Wahl zum Bundeskanzler durchgebracht hat. Diese Schulden werden ja nie zurückgezahlt. Das heißt, irgendwann muss es sowieso einen Schnitt geben, eine administrierte Lösung.

Und wenn die Staatseinnahmen sinnvoll ausgegeben würden in Infrastruktur, in Rechtssicherheit, in Forschung und Entwicklung, dann könnte man darin sogar Impulse für die Wirtschaft sehen. Das passiert aber nicht, denn die Staatseinnahmen werden verkonsumiert. Sie gehen für Zinszahlungen drauf, sie gehen für Subventionen der Sozialhilfeempfänger drauf. Sie gehen für Waffenlieferungen in die Ukraine drauf. Also sicherlich keine gute Politik, um irgendwie die Kurve zu bekommen.

Sie sagen so mit nonchalanter Gelassenheit, Schulden, Staatsschulden werden eh nicht zurückgezahlt. Es müssen aber Zinsen bezahlt werden, auch auf Staatsschulden. Das ZDW Wirtschaftsforschungsinstitut schätzt, dass in den nächsten Jahren die Zinsen auf 150 Milliarden anschwellen. Es müssen auch alte Schulden höher verzinst werden, auch deswegen, weil Deutschland dabei ist, so heißt es, seinen Ruf als guter Schuldner zu verlieren und das bedeutet höhere Zinsen. Ist das so oder zu sehr verkürzt?

Interview mit Max Otte
USA vs. China: Das Weltsystem zerbricht
Das ist sicherlich ein Szenario. Ich kann mir aber vorstellen, dass der Staat auch hier administrativ mit Verordnungen, mit Gesetzen, mit Zwangsmaßnahmen eingreift. Um diese Themen kümmere ich mich auch in dem neuen Buch ‚Rettet unser Bargeld‘. Also der digitale Euro zum Beispiel wäre eine gute Möglichkeit, eine schleichende Entschuldung einzuführen. Es ist ausdrücklich zum Beispiel im Gesetzentwurf nicht vorgesehen, dass der Euro ein Wertaufbewahrungsmittel ist. Also man kann zum Beispiel gleich einen Wertverlust einbauen, man hätte dann Schwundgeld. Also sind wir da mittlerweile recht innovativ, wenn es darum geht, Schulden abzubauen. Wir werden sehen, was passiert. Aber die Mittelschicht weiter zu belasten, weiter Zinsen zu zahlen und Staatskonsum und Sozialhilfeleistungen zu subventionieren, das ist sicherlich der falsche Weg.

Ich mir nicht ganz sicher bei Ihrer Rhetorik: Sie sagen Schulden abbauen. Das klingt zunächst mal vernünftig. Wir würden uns alle erhoffen, dass die Staatsschulden etwas zurückgehen. Aber heißt es, dieses Abbauen der Schulden würde erfolgen über eine Enteignung der Bürger, die zum Beispiel Staatsanleihen oder Bundesschatzbriefe haben? Oder wie muss man sich das vorstellen?

Ja, so wird man sich das letztlich vorstellen müssen. Diese Enteignung läuft ja in anderer Form schon lange. Selbst der Spiegel hat schon vor zehn Jahren gesagt, der deutsche Sparer ist völlig verrückt geworden. Er legt zu 0 Prozent an – oder 1 Prozent damals. Und gleichzeitig haben wir eine Inflation, die darüber liegt. Also die Enteignung läuft ja schon durch die sogenannte Finanzrepression, also Zinsen, die unterhalb der Inflationsrate liegen. Und in der Tat wird jemand, der sein Vermögen in Geldvermögen hat, in Lebensversicherungen, in Rentenforderungen, nicht das rausbekommt, was er einbezahlt hat. Das scheint mir ziemlich sicher.

Nun, der Mechanismus ist bekannt, aber Sie haben ja jetzt auf den digitalen Euro hingewiesen und als ich kurz in Ihr Buch hineingeschmökert habe, ich sehe es vor mir, dann warnen Sie ja davor, dass der digitale Euro ja ein Hebel sein könnte.

Ja, wenn ihr Geld im Prinzip digital gespeichert ist, sie sonst kaum noch Bargeld haben. Ich rechne nicht mit einem kompletten Bargeldverbot. Man wird einiges noch so als Alibi zulassen. Aber wenn es in den Wallets ist, wenn es unverzinst ist, wenn sie dann Ausgabelimits bekommen im Falle von Finanzkrisen, was wir in Griechenland zum Beispiel in der Euro-Krise gesehen haben, da konnten sie nur noch 60 Euro pro Tag an den Geldautomaten abheben. Das können sie dann mit dem digitalen Euro auch alles machen. Und so können sie auch alles strecken und so können sie quasi den Bürger weiter zur Kasse bitten. Das ist eine zwangswirtschaftliche, eine, möchte ich fast sagen, zentralwirtschaftliche Horrorvision, die leider nicht ganz von der Hand zu weisen ist. […].

Das vollständige Interview sehen Sie hier.

Max Otte. Rettet unser Bargeld. Digitaler Euro und Vermögensregister – schützen Sie Vermögen und Privatsphäre. Deutscher Wirtschaftsbuchverlag, 128 Seiten, 18,00 €


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24. Mai 2026

Scheidender Essener Tafel-Chef Jörg Sator

„Was hat die Frau geraucht?!“

Von
Redaktion

Bärbel Bas stellte sich im Bundestag hin und sagte einen Satz, der in vielen Kommunen wie Hohn klingen muss: „Es wandert niemand in unsere Sozialsysteme ein.“ Die kommunistische Bundesarbeitsministerin und SPD-Vorsitzende mit einem ganz besonderen Verhältnis zu Wahrheit wie zu Deutschen, sprach über ein System, dessen Überlastung längst in Jobcentern, Schulen, Unterkünften, Sozialkassen und Rathäusern sichtbar ist.

Jörg Sartor, langjähriger Vorsitzender der Essener Tafel, reagierte in einem sehr hörenswerten Gespräch mit Kontrafunk darauf mit einer Frage, die hängen bleibt: „Was hat die Frau geraucht?!“ Sartor kennt den unverstellten sozialen Alltag aus zwei Jahrzehnten ehrenamtlicher Arbeit. Die Essener Tafel gibt wöchentlich rund 5000 Menschen eine große Lebensmitteltüte. Zusätzlich versorgt sie etwa 100 soziale Einrichtungen in der Stadt.

Sartors Urteil über Bas’ Aussage fällt dementsprechend hart und deutlich aus. Sie sei „überhaupt nicht nachvollziehbar“ und „überhaupt nicht stimmig“. Jeder in diesem Land wisse, dass sie nicht stimme. Die Regierung erklärt ein Problem für abwesend, das in der sozialen Praxis täglich vor der Tür steht. Sartor rückt auch die Rolle der Tafeln zurecht. Sie seien kein Ersatz für den Staat. Der ursprüngliche Gedanke der Tafeln sei gewesen, Lebensmittel vor der Vernichtung zu schützen und damit bedürftige Menschen zusätzlich zu unterstützen. Für die Versorgung der Menschen müsse der Staat sorgen. Wenn die Tafel in Essen morgens abschließe, verhungere dort niemand, sagt Sartor. Aber 5000 oder 6000 Menschen gehe es dann deutlich schlechter.

Der Staat verteilt mit dem Geld der Steuerzahler großzügig Ansprüche, schafft unvorstellbare Anreize, öffnet Missbrauch Tür und Tor, verliert die Kontrolle und verlässt sich am Ende darauf, dass Ehrenamtliche die sichtbaren Folgen abfedern.

Besonders deutlich wird Sartor beim Missbrauch des Sozialstaats. Er spricht über konkrete Mechanismen, die in der politischen Debatte oft hinter Begriffen wie „Teilhabe“, „Integration“ und „Fachkräftebedarf“ verschwinden:

„Aber wenn ich zum Beispiel sehe, wie viele bulgarische und rumänische Leute hier nach Deutschland geschleust werden, bei denen eine Menge Kinder mit aufgeführt werden, die zum Teil gar nicht existieren. Das wird nicht kontrolliert, das kann gar nicht kontrolliert werden.

Die Leute werden hier nach Deutschland geschleust, kriegen Scheinselbstständigkeit, stocken mit Bürgergeld beziehungsweise Grundsicherung auf. Wenn das kein Einschleusen ist. Die Menschen, die hierherkommen, können gar nichts dafür. Es sind die, die sie einschleusen, die sie hierherholen, die sie ausnutzen.

Aber es gibt auch eine ganze Reihe Menschen: Versuchen Sie mal aus Spaß, einen Flixbus von Berlin nach Kiew am Samstag oder Sonntag zu buchen. Den kriegen Sie nicht. Es gibt nämlich eine ganze Menge Menschen, die kommen nur hier nach Deutschland, haben hier eine Adresse und sind letztendlich in ihrer Heimat.

Oder wie viele machen Urlaub im Iran, Irak und in Syrien und haben hier ein Asylrecht? Das ist ein absolutes Unding. Mittlerweile gibt es ja einige, die da ein bisschen aufpassen, einige Länder, und dann gibt es auch Streichungen.
Ich verstehe jeden, der vor Krieg oder vor sonstigen Dingen flüchtet. Das verstehe ich. Aber ich verstehe den Staat nicht, der diesen Leuten mit dem Silberröhrchen den Zucker hinten reinbläst.“

Bas’ Satz schützt die politische Erzählung vor der Wirklichkeit. Wer behauptet, niemand wandere in die Sozialsysteme ein, erspart sich jede Debatte über Bürgergeld, Grundsicherung, Unterbringung, Gesundheitsversorgung, kommunale Lasten, überforderte Schulen und fehlende Kontrolle.

Sartor spricht auch über Arbeit und Sanktionen. In Deutschland werde zu wenig Druck ausgeübt, Arbeit aufzunehmen. Bei ukrainischen Flüchtlingen sei die Arbeitsaufnahme im europäischen Vergleich besonders niedrig. Dort, wo Landräte Arbeitspflichten eingeführt hätten, sei sichtbar geworden, wie schnell manche in reguläre Arbeit wechselten, sobald bloßer Leistungsbezug unbequemer wurde. Anreize wirken. Falsche Anreize wirken ebenfalls.

Die Bundesregierung flüchtet in das Fachkräfteargument. Bas redet von Arbeitsmarkt und benötigten Kräften, sobald es um Einwanderung in die Sozialsysteme geht. Asyl, illegale Migration, EU-Freizügigkeit, Bürgergeld, Erwerbszuwanderung und Integration landen in einem politischen Topf. Am Ende bleibt eine Erzählung übrig, die jede konkrete Frage überdeckt.

Sartor beschreibt, was diese Politik in Städten anrichtet. In Essen gebe es große syrische Gemeinschaften, teils ganze Straßenzüge, in denen Menschen weitgehend unter sich blieben. Wer nach Jahren kein Deutsch spreche und auch kein Deutsch sprechen wolle, bekomme keine Arbeit. An dieser Stelle müsste der Staat handeln. Dort bleibt er untätig.

Sartor spricht ausdrücklich nicht gegen Schutz für Verfolgte. Er sagt, er verstehe jeden, der vor Krieg oder anderen Gefahren fliehe. Seine Wut richtet sich gegen einen Staat, der Schutz mit Kontrollverzicht verwechselt und damit Missbrauch ermöglicht. Hilfe ohne Regeln verliert ihre Legitimation. Ein Sozialstaat ohne klare Grenzen zieht jene an, die ihn ausnutzen.

Die SPD nennt sich zu Unrecht noch immer Arbeiterpartei und verteidigt ein System, das jedwede Leistung entwertet und zu Missbrauch einlädt und diesen verharmlost. Der Arbeiter zahlt. Der deutsche Rentner steht bei der Tafel. Der Ehrenamtliche gleicht aus. Die Ministerin erklärt im Bundestag, es gebe keine Einwanderung in die Sozialsysteme.

Der unbequeme Jörg Sartor schweigt dazu nicht. Er nennt Bas’ Aussage „absoluten Quatsch“. Über die SPD fällt sein Urteil vernichtend aus. Bei der Auswahl ihrer Spitzenpositionen greife sie „immer ins Klo“. Eskens, Bas, Scholz, Nahles: für Sartor komplette Fehlgriffe. Der letzte Gute sei Schröder gewesen. Diese Härte kommt aus 20 oder 21 Jahren ehrenamtlicher Arbeit. Sartor sagt, er sei leer. Auch wegen der Politik der letzten Jahre.

Dieses Interview trifft die Regierung noch einmal besonders empfindlich, weil es aus der sozialen Wirklichkeit kommt, von der die Kommunisten Bas nicht die geringste Ahnung hat. Das wäre die wohlwollendste Armutszeugnisvariante. Die naheliegendste ist, dass die Frau schamlos lügt.

Der deutsche Sozialstaat wird auch weiterhin durch Schwarzrot zur Plünderung und Missbrauch freigegeben. Wer diesen Missbrauch leugnet, schützt die Bedürftigen nicht. Er schützt ein System, das die Ehrlichen belastet, die Helfer ausbrennt und die Falschen anzieht. Jörg Sartor hat Bärbel Bas darauf eine Antwort gegeben, die hängen bleibt: „Was hat die Frau geraucht?“

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24. Mai 2026

Rotrotgrüne Tagespropaganda

„Nicht-Migranten“: Tagesschau schafft die Deutschen sprachlich ab

Von
Redaktion

Am 23. Mai 2026 wurde das Grundgesetz 77 Jahre alt. Die Tagesschau machte daraus nicht nur eine staatspädagogische Mitmachsendung mit Frank-Walter Steinmeier, Gartenarbeit, Ehrenamt und Tomatenpflanzen. Sie lieferte im Aufmacher auch einen Satz, der weit mehr verrät als die ganze weiche Kulisse aus Kuchen, Gemeinschaftsgarten und Plastikmüllsammeln.

In Potsdam, so berichtete die Tagesschau, habe eine 82-jährige Frau eine junge usbekische Familie angesprochen. Dann folgte die entscheidende Formulierung: „Migranten und Nicht-Migranten sind im Austausch.“

Nicht Deutsche und Migranten, auch nicht Einheimische und Zugewanderte, schon gar nicht Bürger dieses Landes und neu Angekommene. Sondern: Migranten und Nicht-Migranten.

Die Deutschen erscheinen nicht mehr als Staatsvolk, nicht mehr als Träger des Gemeinwesens, sondern nur noch als Negativform einer anderen Gruppe. Migranten sind der sprachliche Bezugspunkt. Wer keiner ist, wird zur Restkategorie: Nichtmigrant.

So spricht es aus einer rotrotgrüne Redaktion aus Deutschlandhassern, die die alte Selbstverständlichkeit dieses Landes offenbar nicht mehr aussprechen will. „Deutsche“ wäre ein normales Wort gewesen, auch noch „Einheimische“. Die Tagesschau wählte die härteste Verflachung: Nicht-Migranten.

Ausgerechnet zum Geburtstag des Grundgesetzes ist das einmal ganz besonders bemerkenswert. Denn dieses Grundgesetz beginnt nicht mit einem soziologischen Sortierschema. Es spricht vom Deutschen Volk, das sich diese Verfassung gegeben hat. Es kennt Bürgerrechte, Grundrechte, Staatsgewalt, Demokratie, Verantwortung. Die Tagesschau aber setzt in ihrem Aufmacher ein anderes Raster: Migranten hier, Nichtmigranten dort.

Das ist keine Nebensache. Sprache ordnet Wirklichkeit. Wer die einen als eigene Kategorie benennt und die anderen nur noch über das beschreibt, was sie nicht sind, verändert den Blick auf das Land. Der Migrant wird zur aktiven, positiv markierten Figur. Der Deutsche verschwindet hinter einem Minuszeichen.

Das Eigene soll nicht mehr selbstverständlich Eigenes heißen. Es soll neutralisiert, entkernt, in eine Verwaltungskategorie aufgelöst werden. Der Deutsche wird im eigenen Land nicht mehr benannt, sondern als Nicht-Ausländer, Nicht-Zugewanderter, Nicht-Migrant verwaltet. Das ist die öffentlich-rechtliche Schrumpfform nationaler Selbstbeschreibung.

Der Beitrag selbst tat alles, um diese neue Sprache in ein freundliches Bild zu tauchen. Eine ältere Frau, eine usbekische Familie, ein Mitmachtag in Potsdam, Deutschkurse, Weltladen, freiwilliges Engagement. Alles wirkt sanft, menschenfreundlich, unanfechtbar. Gerade deshalb fällt der Begriff so stark ins Gewicht.

Und wahrscheinlich ist es genau das in diesen von rotgrünen Deutschlandhassern durchsetzten Redaktionen inzwischen auch. Deutschland wird nicht mehr von Deutschen her gedacht, sondern von Vielfalt, Migration, Austausch, Integration und pädagogisch erwünschter Begegnung. Wer schon da war, wer dieses Land aufgebaut, finanziert, verteidigt, verwaltet, getragen und vererbt hat, bekommt keinen eigenen Namen mehr. Er wird zur Vergleichsgruppe.

Der frühere Tagesschau-Planungsredakteur Alexander Teske hat in seinem Buch „Inside Tagesschau“ beschrieben, wie sehr diese Redaktion politisch und kulturell in einem eigenen Milieu kreist. Mangelnde kritische Distanz zu den Herrschenden, grün-rote Schlagseite, Nachrichten, die nicht nach Relevanz, sondern nach Weltbild sortiert werden. Teske arbeitete von 2018 bis Ende 2023 bei ARD-aktuell; seine Kritik kommt also nicht von außen, sondern aus dem Maschinenraum dieser Sendung.

Besonders aufschlussreich ist Teskes Blick auf die Chefs vom Dienst. Dort werde entschieden, was überhaupt als Nachricht in die Republik geht. Nach Teskes Darstellung verorten sich viele dieser Schaltstellen politisch links der Mitte; ein Chef vom Dienst studiere täglich in der 14-Uhr-Konferenz ausführlich die taz, ein anderer habe früher für die taz geschrieben. Auch seine Einschätzung, SPD und Grüne wären bei einer geheimen Wahl in diesen Redaktionen deutlich überrepräsentiert, erklärt, warum ein Begriff wie „Nichtmigranten“ nicht als sprachlicher Unfall wirkt, sondern als Symptom.

Denn genau so entsteht öffentlich-rechtliche Wirklichkeit: nicht durch offene Parolen, sondern durch Auswahl, Ton, Begriffe und beiläufige Normalisierung. Teske beschreibt eine Redaktion, in der nach seiner Darstellung unpassende Nachrichten kleingeredet werden, kritische Distanz zu den Regierenden fehlt und Journalismus mit Haltung verwechselt wird. Wenn die Tagesschau Deutsche im Grundgesetz-Aufmacher nur noch als „Nichtmigranten“ auftreten lässt, passt das in dieses Bild: Das Land wird nicht mehr von seinem Staatsvolk her erzählt, sondern von jener ideologischen Schablone, die in den Konferenzen besetzt mit lauter woken Deutschlandhassern offenbar längst als Normal gilt.

Diese sprachliche Entgleisung fällt zeitlich eng zusammen mit Bärbel Bas’ „Einheitsbraun“-Gerede. Die SPD-Chefin und Bundesarbeitsministerin erklärte auf dem „Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt“, Migration sei nicht nur wegen des Arbeitsmarkts wichtig, sondern auch für die Vielfalt in der Gesellschaft. Dann sprach sie davon, man wehre sich gegen ein „Einheitsgrau“, sie würde sogar von „Einheitsbraun“ sprechen. Manche sehnten sich danach zurück, sagte Bas sinngemäß, aber so sei es nicht mehr, und das sei „gut so“.

Damit liegt die neue Linie offen auf dem Tisch. Die Deutschen erscheinen in dieser Denkwelt nur noch als brauner Altbestand, der durch Migration politisch, kulturell und demografisch überschrieben werden muss. Wer das eigene Land nicht als fortlaufendes Vielfaltsexperiment begreift, gerät unter Verdacht. Heimat wird kontaminiert, Kontinuität wird verdächtig, Selbstbehauptung wird in die Nähe des Braunen gerückt. Bas liefert den politischen Ton, die Tagesschau liefert die passende Sprache dazu: Aus Deutschen werden „Nichtmigranten“.

Insofern ist der Tagesschau-Satz auch kein Ausrutscher, sondern der öffentlich-rechtliche Nachhall einer neuen rotrotgrünen Grundmelodie. Erst erklärt eine SPD-Ministerin das alte Deutschland zum „Einheitsbraun“, dann spricht die Tagesschau die Deutschen aus ihrem eigenen Namen heraus und entsorgt sie als Negativkategorie neben Migranten. Das Staatsvolk wird moralisch abgewertet, begrifflich und danach biologisch abgeräumt.

Steinmeiers Satz vom Ehrenamt als „Rückgrat unserer Demokratie“ wirkt daneben fast harmlos. Natürlich tragen Millionen Menschen dieses Land durch freiwillige Arbeit. Aber auch hier wird der Bürger nicht als Souverän sichtbar, sondern als Mitmacher in einer Erzählung, die andere für ihn formulieren. Er soll helfen, dienen, verbinden, Müll sammeln, Kuchen reichen, Tomaten pflanzen. Und während er das tut, nimmt man ihm sogar noch den Namen.

Die Tagesschau hätte den Geburtstag des Grundgesetzes zum Anlass nehmen können, über Freiheit, Meinungsfreiheit, staatliche Grenzen, Gewaltenteilung oder Bürgerrechte zu berichten. Stattdessen lieferte sie eine Lektion in neuer Landessprache. Das Staatsvolk kommt darin nicht mehr vor. Es wird ersetzt durch eine Kategorie, die nur noch in Bezug auf Migration Sinn ergibt.

Zum 77. Geburtstag des Grundgesetzes sendete die Tagesschau also keine Würdigung der Verfassung, sondern ein sprachliches Symptom. Aus dem Deutschen Volk wird ein Publikum von Mitmachern, aus Bürgern werden Begegnungsgruppen. Aus Deutschen werden Nichtmigranten. Das ist kein Versprecher. Das ist die verquere Weltsicht im öffentlich-rotrotgrünen-rechtlichen Kopf.

24. Mai 2026

Ähnlich wenig Vertrauen wie in Merz

Im Ernstfall wenig Vertrauen in die Bundeswehr

Von
Richard Schmitt

Die Mehrheit der Deutschen traut der Bundeswehr nicht zu, das Land im Verteidigungsfall wirksam zu schützen – das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Instituts INSA im Auftrag der „Bild am Sonntag“. Nur 17 Prozent der Befragten glauben eher oder voll und ganz daran, dass die deutsche Armee einen Angriff erfolgreich abwehren könnte. 72 Prozent äußern hingegen deutliche Zweifel oder lehnen diese Möglichkeit komplett ab. Die Erhebung, durchgeführt vom 21. bis 22. Mai 2026 unter 1005 Personen, bestätigt ein mangelndes Vertrauen in die eigene Verteidigungsfähigkeit, trotz aggressiver Rhetorik vieler Politiker und trotz der Milliardenzahlungen an Rüstungskonzerne.

Laut INSA steigt vor allem die Angst vor hybriden Bedrohungen: Zwei Drittel der Befragten fürchten Cyberangriffe, Sabotageakte oder gezielte Desinformationskampagnen, die den Alltag in Deutschland massiv beeinträchtigen könnten. Nur 22 Prozent zeigen sich hier unbesorgt.

Die Umfrage zeigt: Die Bevölkerung nimmt die konventionelle militärische Bedrohung als weniger akut wahr, sieht aber die vulnerablen digitalen und gesellschaftlichen Flanken der Sicherheit klar.

Rekordsummen für die Aufrüstung

Dieses Stimmungsbild kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Europa wie nie zuvor seit dem Ende des Kalten Krieg aufrüstet: Laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI stiegen die Militärausgaben in Europa 2025 um 14 Prozent auf 864 Milliarden US-Dollar. Die 29 europäischen NATO-Mitglieder gaben allein 559 Milliarden US-Dollar aus, wobei 22 von ihnen die 2-Prozent-Marke des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichten oder überschritten. Deutschland verzeichnete mit einem Plus von 24 Prozent auf 114 Milliarden US-Dollar (2,3 Prozent des BIP) den stärksten Zuwachs unter den großen Playern und übertraf erstmals seit 1990 das NATO-Ziel.

In der EU werden die Verteidigungsausgaben für 2025 mit 381 Milliarden Euro beziffert, das ist ein Anstieg um 11 Prozent gegenüber 2024 und um fast 63 Prozent seit 2020. Der Anteil am EU-Gesamt-BIP kletterte von 1,6 Prozent (2023) auf voraussichtlich 2,1 Prozent. Allein die Verteidigungsinvestitionen (Beschaffung und Forschung) sollen 2025 fast 130 Milliarden Euro erreichen. Die EU selbst treibt dazu die Integration voran: Mit Instrumenten wie dem European Defence Fund (EDF), dem European Peace Facility und neuen Initiativen wie dem Security Action for Europe (SAFE) mit bis zu 150 Milliarden Euro Krediten für gemeinsame Beschaffung soll die Fragmentierung des europäischen Rüstungsmarkts bekämpft werden.

Trotz dieser gewaltigen Aufrüstungs-Initiativen spiegelt die aktuelle INSA-Umfrage eine tiefe Skepsis wider: Jahrzehnte der Unterfinanzierung haben die Bundeswehr personell und materiell ausgehöhlt. Engpässe bei Gerät, Munition, Ersatzteilen und vor allem beim Personal sind bekannt. Das bürokratisch schwerfällige Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz, scheint hier eher Hürde als Teil der Lösung zu sein. Gleichzeitig dominieren hybride Bedrohungen wie Cyberangriffe und Desinformation das öffentliche Bewusstsein, gegen die klassische Panzer und Flugzeuge allein wenig ausrichten.

Die Sorge vor einem russischen Angriff nimmt hingegen deutlich ab: 38 Prozent der Befragten machen sich demnach Sorgen darüber, jeder Zweite (50 Prozent) hingegen nicht. In einer INSA-Umfrage von September 2025 hatte sich damals noch eine Mehrheit der Befragten (52 Prozent) über einen Angriff Russlands besorgt gezeigt.

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23. Mai 2026

Raus aus dem ideologischen Irrgarten

Abschied von einer Sekte, oder: Warum Helmut Kohl nicht „bodypositiv“ ist

Von
Gastautor

Sammelbände sind unbeliebt – bei Verlegern wie beim Publikum. Warum diese Sammlung von biographisch gefärbten, sehr politischen Essays anscheinend zwei Jahre keinen Verlag fand, dürfte andere Gründe haben: Sie ist ein Dokument des Renegatentums. Vierzehn teils prominente Intellektuelle erzählen und begründen darin, warum sie nicht mehr links sind. Warum sie ausgebrochen sind aus ihren alten Milieus, und die dort herumgereichten politischen Theorien samt Aktivismus nicht mehr teilen. Was dazu führt, dass sie heute alle von den links-grün-woken Diskurswärtern als irgendwie „rechts“ oder gar als „Nazi“ verunglimpft werden.

Mathias Brodkorb, ehemaliger SPD-Spitzenpolitiker, zählt ebenso zu den Autoren wie die Kabarettisten Monika Gruber, Dieter Nuhr und Andreas Rebers. Die Kolumnisten Harald Martenstein und Henryk M. Broder haben ebenso zum Sammelband beigetragen, der kürzlich verstorbene Schriftsteller Peter Schneider, der Ex-Grünen-Politiker Hubert Kleinert oder die Hannah-Arendt-Expertin Antonia Grunenberg. Die wenigsten von ihnen sehen heute ihre politische Heimat rechts der Mitte. Vielmehr schildern sie fast alle einen Punkt, einen Moment in ihrem Leben, an dem sie sich an der Doppelmoral, der Heuchelei oder schlicht der intellektuellen Dürftigkeit linker Organisationen und Freundeskreise wund stießen – und ihr Denken schließlich die Richtung änderte.

Stolz und Vorurteil
Die Untergangsseligkeit ist eine Meisterin aus Deutschland
Nuhr berichtet davon, dass er in seinen Zwanzigern, also in den 80er Jahren, „das Gemeinschaftsgefühl in einer Blase“ genoss, die sich „moralisch überlegen“ fühlte. Erste Störgefühle meldeten sich bei ihm, als er merkte, dass Selbstironie in diesen Kreisen unerwünscht war. Gelacht werden durfte nur über jene, die als politische Feinde markiert waren, etwa der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl, der von jedem nur „Birne“ oder „der Dicke“ genannt wurde. Als „bodypositiv“ würde er wohl auch heute nicht bezeichnet werden, so Nuhr. Sensibel oder „politisch korrekt“ verhalten sich Linke nämlich damals wie heute nur sich selbst gegenüber.

Quatsch und Comedy als Rettungsanker

Meinungsfreiheit sollte schon damals in erster Linie „für die eigene Meinung gelten“, und nicht für die der „Abweichler“. Dieser Gesinnungsdruck habe ihn renitent gemacht, so Dieter Nuhr. Geholfen habe ihm, dass die ideologische Verbohrtheit der deutschen Kabarettistenszene durchlöchert wurde vom neuen „Comedy“-Trend. Comedy war damals eine neue, ideologiefreie Kunstform und ziemlich lustig – der GAU für alle linken Diskurswächter und Polit-Kommissare.

Als besonders schockierend erlebte Nuhr einen Besuch in der thüringischen Stadt Nordhausen am 10. November 1989. So schlimm wie es die westdeutschen Konservativen immer geschildert haben, werde es im „linken Mauerdeutschland“ schon nicht sein. Jedoch: Es war sogar schlimmer. „Die DDR war nicht erobert oder gekauft worden. Sie war unter ihrer Dysfunktionalität zusammengebrochen. Kaputt. Verstunken. Am Ende.“ Da war er: Dieter Nuhrs Moment der nicht mehr zu leugnenden Wahrheit. Und der Einsicht, dass mit den linken Parolen etwas sehr grundsätzlich nicht stimmte.

Nach dem Kollaps der Sowjetunion und der DDR mutierte der Kampf der Linken endgültig zum „absurden Theater“, so Nuhr: „Antikapitalisten erklärten sich solidarisch mit religiösen Fundamentalisten, Antisemiten sowie Frauen- und Schwulenhassern, die sie zu Opfern des Westens verklärten“. Mittlerweile, so Nuhr, ist Linkssein am ehesten mit der „Mitgliedschaft in einer Sekte“ zu vergleichen.

Der Begriff „Täter-Opfer-Umkehr“ war 1976 noch nicht erfunden

Auch Henryk M. Broder, deutlich älter als Nuhr und ein echter Zeitzeuge der wilden linken 68er-Jahre, beschreibt eine Phase, in der er ein klassischer Mitläufer war. Noch als Schüler machte er bei Störaktionen mit (zum Beispiel gegen den braven Sozialdemokraten Carlo Schmid), und war stolz darauf, mit älteren Genossen des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes politisieren zu dürfen.

Broders Moment der Erkenntnis und des Bruchs mit dem linken Milieu fällt auf den 27. Juni 1976. An diesem Tag entführten palästinensische zusammen mit linksradikalen deutschen Terroristen eine Air-France-Maschine auf dem Weg von Tel Aviv richtung paris nach Entebbe in Uganda, damals regiert von Idi Amin und seinen Totschlägern. Die Entführer separierten die Geiseln in Juden und Nichtjuden – in der Absicht, die jüdischen Geiseln besonders grausam zu behandeln und sie für den Israel-Hass der Entführer büßen zu lassen. Besonders eifrig dabei: die linken deutschen Entführer. Gewissermaßen stand die Rampe von Auschwitz also plötzlich in Entebbe, organisiert von linken Genossen.

Die Wirklichkeit ist nicht schwarz-weiß
Mathias Brodkorb und sein Plädoyer gegen moralistische Hybris
Bekanntlich konnte ein Sonderkommando der israelischen Armee fast alle Geiseln befreien. Doch die „gesamte linksradikale Szene der Bonner Republik – bestehend aus Kommunisten, Maoisten, Trotzkisten, Revisionisten und freien Radikalen bis hin zu einigen Juso-Ortsverbänden“ solidarisierte sich mit Idi Amin und empörte sich über die Befreiungsaktion. Man kennt das: Das sogenannte Völkerrecht schützt auch heute vor allem Schurkenstaaten, nicht aber die vielen Opfer, also die Völker, die unter ihnen zu leiden haben. Dass Idi Amin der „Schlächter Afrikas“ genannt wurde und mindestens eine halbe Million Ermordete auf dem Gewissen hat, interessierte die Linke nicht. Israels Operation galt als Staatsterrorismus, die Geiselnahme und die Selektion der Geiseln „legitimer Widerstand“.

Abschied vom „manichäischen Weltkampf“

Auch wenn es letztlich willkürlich und ein wenig ungerecht ist, einzelne Beiträge des Sammelbandes herauszuheben, soll auf den Beitrag von Antonia Grunenberg, Politikwissenschaftlerin und Hannah-Arendt-Kennerin, an dieser Stelle noch kurz hingewiesen werden. Denn er wirkt sehr persönlich, dabei bemerkenswert ehrlich und selbstkritisch. Und gleichzeitig analytisch, denn er bemüht sich um zeitgeschichtliche Einordnung und grundsätzliche Erkenntnis.

Grunenberg, geboren 1944, schildert ihren Weg durch einen „ideologischen Irrgarten“ in den 60er und 70er Jahren, der schließlich in einer Art ideologischer Menschenverachtung mündete. Bestes Indiz: die Sprache wurde „eisern“ und manichäisch. „Wir gegen die Schweine“ und das Schweinesystem. Politische Texte jener Jahre kannten bald nur noch „ein einziges Ziel: Aktionen zu rechtfertigen“. Und mit „Aktionen“ war linke Gewalt und der beginnende Links-Terrorismus gemeint. Kaufhausbrände, Anschläge gegen die Infrastruktur und bald auch auf Menschen.

„Alle Revolutionen scheitern an der Gewaltfrage, wenn sie das Rechthaben absolut setzen, wenn sie den Prozess der Meinungsbildung kontrollieren und beschleunigen wollen“, so Grunenberg. – Es kommt einem alles auf beklemmende Weise bekannt vor, blickt man auf Phänomene wie die sogenannte Hammerbande, linksradikale Anschläge auf die Bahn oder die Stromversorgung.

Antonia Grunenberg war klug genug, sich abzuwenden und nicht nur ihre falschen Freunde, sondern auch das komplette Gedankengebäude in Frage zu stellen, das sie umgab. Eine wichtige Etappe war die Niederschlagung des Protestes der Tschechen und Slowaken 1968. Die Sowjetunion (und die DDR) begründete ihren brutalen Militäreinsatz in der Tschechoslowakei damit, es müsse dort der „Faschismus“ bekämpft und „ausgemerzt“ werden.

Grunenberg interessierte sich zunehmend für Bücher, die vor den Gefahren totalitären Denkens warnten. Doch der „Prozess der Ablösung von der schwarz-weißen Ideologie des Antifaschismus“ war nicht nur für sie ein langwieriges Unterfangen. Ihre „Illusion von einem ‘menschlichen Sozialismus‘“ sei noch lange intakt gewesen.

Seitdem treibt Antonia Grunenberg die Frage um, wie der „Selbsterhaltungstrieb“ einer Demokratie am Leben erhalten werden kann. Und wie man verhindert, dass aus der „Zerstörungswut der Systemgegner eine selbstzerstörerische Erosion wird, die niemand aufhält, weil sie unabwendbar scheint“.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf publicomag.

Jörg Hackeschmidt, promovierter Historiker, war u. a. im Kanzleramt und im Bundesgesundheitsministerium als Redenschreiber und politischer Berater tätig. Er ist Mitgründer der liberal-konservativen Denkfabrik R21. Mit „Der Sound unserer Jugend“ veröffentlichte er kürzlich ein Buch über die Popmusik der 80er Jahre und das Lebensgefühl der Babyboomer.

Ulli Kulke / Reinhard Mohr (Hrsg.), Wenn das Denken die Richtung ändert. Warum wir nicht mehr links sind. Verlag W. Kohlhammer, 259 Seiten, 24,00 €


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23. Mai 2026

OVG Niedersachsen verteidigt Pressefreiheit

Wallasch erstreitet Grundsatzentscheidung zu medienrechtlichem Auskunftsanspruch

Von
Alexander Wallasch

Mit einem ausführlich begründeten Beschluss hat der 10. Senat des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts (OVG) die Pressefreiheit und den Auskunftsanspruch von Medien gegenüber Justizbehörden nachhaltig gestärkt. Damit hat das OVG die ablehnende Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hannover korrigiert.

Wie kam es dazu? Wir wollten nicht hinnehmen, dass uns die Staatsanwaltschaft Hannover die Auskunft darüber verweigerte, aus welchem EU-Land ein in U-Haft sitzender Mann kommt. Dem vorausgegangen war ein umfangreicher E-Mail-Verkehr und ein längeres Telefonat mit der ersten Staatsanwältin und Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover, Kathrin Söfker. 

Am Donnerstag dann eine E-Mail von Frau Söfker an mich mit einer Auskunft, die sie mir zuvor partout nicht erteilen wollte: Der inhaftierte 46-jährige Tatverdächtige ist rumänischer Staatsangehöriger.

Rechtsanwalt Dirk Schmitz kommentierte den Erfolg: 

„Die Entscheidung des OVG Niedersachsen vom 20.05.2026 (Az. 10 ME 174/26) ist ein Meilenstein für die Informationsfreiheit. Zugleich macht sie deutlich, dass staatliche Stellen – insbesondere Staatsanwaltschaften – nicht befugt sind, im Rahmen presserechtlicher Auskunftsansprüche eine politische Einordnung oder Bewertung des anfragenden Mediums vorzunehmen. Maßgeblich ist nicht die politische oder weltanschauliche Verortung eines Presseorgans, sondern allein dessen presserechtliche Berechtigung und der Gleichbehandlungsgrundsatz. Ein Staat, der Informationszugänge von vermuteten politischen Haltungen abhängig macht, würde die Freiheit der Presse und die Offenheit des demokratischen Diskurses in ihrem Kern gefährden.“

Worum ging es konkret? Am 1. Mai 2026 gegen 17:35 Uhr ereignete sich auf dem Spielplatz in Hannover-Badenstedt (Ostafrikastraße) eine schwere Gewalttat: Ein 46-jähriger Mann versuchte, ein dreijähriges Kind gewaltsam mitzunehmen. Die 58-jährige Großmutter des Jungen griff ein und wurde mehrfach mit einer Schere attackiert – sie erlitt Schnitt- und Stichverletzungen. Das Kind trug leichte Schürfwunden davon. Zwischen Täter und Opfern bestand nach polizeilichen Angaben keine Vorbeziehung. Der Beschuldigte wurde festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. 

Die Polizei hatte bereits eine Pressemitteilung veröffentlicht, die Alter, Tatort, Tatvorwurf und das Fehlen einer Vorbeziehung enthielt – jedoch keine Nationalität.

Wir wandten uns am 5. Mai 2026 an die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Hannover, um unsere Berichterstattung zu vervollständigen. Zunächst verlangte die Erste Staatsanwältin Kathrin Söfker die Zusendung eines Presseausweises. Daraufhin antwortete Söfker, der Ausweis sei unscharf und zudem teilweise von meinem Finger verdeckt. Daraufhin erklärte ich Frau Söfker höflich, dass die Vorlage meines Ausweises nicht einmal verpflichtend sei. 

Die Staatsanwältin, die auch Pressesprecherin ist, teilte anschließend mit, der Beschuldigte sei „EU-Bürger“ und bisher in Deutschland nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Auf Nachfrage präzisierte sie lediglich „aus einem anderen EU-Land“.

Die Formulierung „EU-Bürger“ war bewusst vage – sie hätte theoretisch auch einen Deutschen einschließen können und diente offenbar dazu, eine konkrete Zuschreibung präventiv zu entkräften, ohne die volle Wahrheit zu nennen.

Frau Söfker verweigerte die Auskunft mit der Begründung, ein Zusammenhang zwischen Nationalität und Tat sei nicht erkennbar und ein überwiegendes öffentliches Interesse liege nicht vor. 

Ich antwortete ihr: 

„Aber liebe Frau Söfker, dass entscheiden sicher nicht Sie als Sprecherin der Staatsanwaltschaft, sondern das anfragende und berichtende Medium bzw. der anfragende und berichtende Journalist. Bitte um Beantwortung bis heute 18:00 Uhr.“

Die gewünschte Auskunft kam nicht. Also stellte RA Dirk Schmitz für uns einen Antrag auf Einstweilige Anordnung beim Verwaltungsgericht in Hannover. Im Zuge dieses Verfahrens forderte das Gericht Staatsanwältin Söfker dazu auf, eine Stellungnahme zu schreiben.

 Der Ton dieser „dienstlichen Stellungnahme“ war mir gegenüber herablassend, vorverurteilend und von einer deutlichen Gesinnungsprüfung geprägt: Sie unterstellte mir, die Information vorrangig für „ausländerfeindliche Berichterstattung“ nutzen zu wollen. Sie teilte weiter mit, sie habe eigenständig im Internet recherchiert und sich ein politisches Urteil über den Journalisten Wallasch gebildet.

Wörtlich: 

„Auf meine ergänzende Bitte, mir ein lesbares Dokument zu übermitteln, rief er mich an und teilte mir mit, dazu nicht verpflichtet zu sein. Zudem hätte ich mich jederzeit im Internet über seine journalistische Tätigkeit informieren können, was ich parallel auch schon getan hatte. Durch diese Recherche war bei mir der Eindruck entstanden, dass der Antragsteller vorhaben könnte, die Information über die Nationalität des Beschuldigten vorrangig für eine ausländerfeindliche Berichterstattung verwenden zu wollen.“

Diese Stellungnahme liest sich streckenweise wie ein politisches Dossier statt einer neutralen Rechtsbegründung. 

Das Verwaltungsgericht Hannover (6. Kammer) lehnte unseren Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung (§ 123 VwGO, Az. 6 B 2891/26) am 13. Mai 2026 ab. Es folgte im Wesentlichen der Linie der Staatsanwaltschaft und sah eine hohe Wahrscheinlichkeit einer Persönlichkeitsrechtsverletzung durch Wallaschs künftige Berichterstattung.

Besonders bemerkenswert: Die Richterin der 6. Kammer war früher Pressesprecherin im grünen Justizministerium.

Ich reichte daraufhin Beschwerde beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht an und stellte Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gemäß § 123 VwGO Medienauskunft. Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht gab der Beschwerde jetzt zu meinen Gunsten in vollem Umfang statt und verpflichtete die Staatsanwaltschaft zur unverzüglichen Mitteilung der Staatsangehörigkeit. In der ausführlichen Begründung (Anlage) stellte das OVG zentrale Grundsätze klar:

  • Die Presse entscheidet selbst, welche Informationen sie für ihre Berichterstattung benötigt – eine behördliche oder gerichtliche „journalistische Relevanzprüfung“ ist unzulässig.
  • Staatliche Stellen dürfen keine Inhaltskontrolle oder Seriositätsprüfung von Journalisten vornehmen.
  • Pressefreiheit (Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG) schützt auch die Recherchephase.
  • Die bloße Möglichkeit einer zugespitzten Berichterstattung reicht nicht aus, um den Auskunftsanspruch zu verweigern. Es bedarf hoher Wahrscheinlichkeit einer Persönlichkeitsrechtsverletzung – diese lag hier nicht vor.
  • Das gesteigerte öffentliche Interesse an einer schweren Gewalttat im öffentlichen Raum (versuchte Kindesentführung, Messerattacke auf Großmutter) überwiegt deutlich.
  • Die bereits erteilte Teilinformation („EU-Bürger“) machte die Verweigerung der Präzisierung besonders widersprüchlich. Verwaltungsvorschriften und der Pressekodex binden die Behörde nicht bei der Auskunftsentscheidung.

Warum ist diese Entscheidung für die Medien so wichtig? Wieder RA Dirk Schmitz dazu: „In einer Zeit, in der Gerichte immer häufiger als Erfüllungsgehilfen der Politik und des jeweils Gewünschten erscheinen, ist diese Entscheidung ein Meilenstein für die Informationsfreiheit!“

Ich habe mit diesem Verfahren etwas Grundsätzliches für die gesamte Medienlandschaft erreicht: Eine nachhaltige Stärkung des medienrechtlichen Auskunftsanspruchs gegenüber Staatsanwaltschaften und anderen Behörden. Behörden dürfen künftig nicht mehr so leicht Fakten  zurückhalten, nur weil sie dem Journalisten oder der erwarteten Berichterstattungsrichtung politisch missfallen. Das OVG hat hier in einer tatsächlich juristischen Meisterleistung behördlicher Meinungslenkung und Gesinnungsjustiz eine klare Grenze gesetzt.

Der Fall zeigt exemplarisch die Spannung zwischen Persönlichkeitsschutz und Informationsfreiheit – und endet mit einem klaren Sieg für Transparenz und unabhängigen Journalismus. Die Öffentlichkeit kann nun selbst einordnen. Ein riesiger Erfolg für uns und eine großartige Arbeit von RA Dirk Schmitz, der sich gegen Widerstände durchgesetzt hat. Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat mit diesem Beschluss bewiesen, dass die Justiz bei Kernfragen der Pressefreiheit und Demokratie noch funktioniert. Eine echte Sternstunde.

Am Donnerstag sprach ich dazu bereits mit der Berliner Zeitung. Thomas Fasbender schreibt dort:

„Es ist ein Schlag gegen den anmaßenden Staat: In einer Grundsatzentscheidung vom 20. Mai hat das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht nicht nur die Pressefreiheit, sondern auch die Auskunftsrechte staatlichen Stellen gegenüber, also die Freiheit der Recherche, entschieden gestärkt.“

Verstörend bleibt, dass es nicht die großen etablierten Medienhäuser mit ihrem umfassenden Rechtsabteilungen waren, die diese Entscheidung herbeigerufen haben, sondern Alexander-Wallasch.de ohne jede Rechtsabteilung und ohne jede Mittel für solche Auseinandersetzungen.

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