An der Isar machte sich der gewalttätige Antisemitismus bisher kaum bemerkbar. In Berlin sieht es schon deutlich anders aus.
picture alliance/dpa | Peter Kneffel
Eine Explosion, splitternde Scheiben – in der Nacht von Donnerstag zu Freitag zündeten bisher unbekannte Täter einen vermutlich illegalen Böller an der Scheibe des israelischen Restaurants „Eclipse“ in der Maxvorstadt. Zum Glück nach Geschäftsschluss. So blieb es bei zwei jeweils etwa einen Quadratmeter großen Löchern im Glas. Am nächsten Tag deckte der Betreiber sie provisorisch ab und öffnete wieder. Münchens Staatsanwaltschaft geht von einem antisemitischen Motiv aus.
Die Attacke gegen das bekannte Lokal erschüttert die jüdische Gemeinde Münchens – denn bisher galt die bayerische Landeshauptstadt als relativ sicherer Ort für Juden. Zwar gab es im März 2025 schon einen Anschlag auf das israelische Generalkonsulat und das NS-Dokumentationszentrum in der Brienner Straße: Damals feuerte ein österreichischer Extremist mit einem Schweizer Repetiergewehr auf beide Gebäude, die Polizei tötete ihn später bei einem Schusswechsel. Aber von Zuständen wie in Berlin ist man an der Isar weit entfernt, auch nach dem „Eclipse“-Anschlag. Unmittelbar danach kamen viele Münchner zusammen, um dem Restaurantbetreiber Mut zu machen.
Der zunehmende Antisemitismus in Deutschland beschränkt sich längst nicht mehr nur auf Kundgebungen gegen Israel. Er richtet sich immer häufiger gegen Juden, die in Deutschland leben. Laut „Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) kam es 2024 nur in Berlin zu 2521 antisemitischen Vorfällen, davon 99 Sachbeschädigungen, 46 Bedrohungen, 53 tätliche Angriffe, und hier wiederum zwei Fälle extremer Gewalt. Im vergangenen Jahr stach ein abgelehnter syrischer Asylbewerber und IS-Anhänger auf einen spanischen Touristen im Stelenfeld des Berliner Holocaust-mahnmals ein, weil er ihn für einen Juden hielt. Das Opfer überlebte nur dank günstiger Umstände. Im Berliner Stadtzentrum konnte Ende 2025 ein jüdisches Restaurant wegen eines antisemitischen Mobs nicht wie geplant eröffnen.
Jüdische Studenten in Berlin berichten, dass sie nur noch mit Angstgefühlen zur Universität gehen. Und das aus konkreten Gründen: Im Jahr 2024 prügelte der arabischstämmige Mustafa A., Student an der FU Berlin, seinen Kommilitonen Lahav Shapira krankenhausreif – weil Shapira sich zu seinem Judentum bekennt, und sich außerdem gegen den zunehmenden Antisemitismus an seiner Universität engagierte. Die Wissenschaftssenatorin der Stadt redete den Überfall damals erst einmal zu „politische Auseinandersetzung“ herunter. Und die Hochschule erklärte, ihr fehle die Handhabe, um den Schläger zu exmatrikulieren. Shapira erlitt mehrere Brüche im Gesicht, weil der Täter auf ihn eintrat, als sein Opfer schon am Boden lag.
Eine kürzlich veröffentlichte Erhebung im Rahmen des „Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung“ des Bundeskriminalamtes machte bei 27,2 Prozent aller jüngeren Muslime eine „manifest antisemitische Haltungen“ aus.
In Berlin reagierte die Politik – und zwar auf ihre Weise. Der CDU-SPD-Senat führte ab diesem Jahr einen Gedenktag ein: gegen Islamophobie. Juden stellen nun mal kein interessantes Wählerpotential.

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Deutschland 2026:
Juden werden wieder angegriffen – in München, in Berlin, überall.
Der Staat gafft, die Politik debattiert über Antisemitismusbeauftragte, und die Täter lachen. Importierter Hass trifft auf heimisches Wegducken. Nie wieder? Heute heißt es: Immer wieder, und wehe, die Opfer stören.
Willkommen in der neuen deutschen Normalität – judenrein light❗
Tja….wo die linksgrünen Sozis in die Politik Einzug halten, wie in München, werden die Zeiten für Juden unsicher!!!! Könnte es aber auch daran liegen, dass sich da ein vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) mit Strafbefehl gesuchter Völkermörder nicht gerade Freunde auf der Welt macht und nun der „normale“ Jude, welcher nichts dafür kann, welcher auch diesen Völkermörder nicht mag, die Wut abbekommt?
Was sagt der Zentralrat der Juden dazu? Nichts oder mehr Kampf gegen rechts? Dann waren es Linke und /oder Muslime.
So lange wie die Juden diesen „Zentralrat“ nicht aktiv bekämpfen, ist doch wohl alles ok!
Soviel Wörter zu einer Sachbeschädigung. Nicht mal ein Wort über die israelischen Flächbombardierungen von Wohngebieten in Beirut vor einer Woche mit mindestens. 300 Toten, darunter Frauen und Kinder.
Man merkt den Unterschied und die Motive liebes Tichys-Team.
Versucht eigentlich noch irgendwer den Leuten weiszumachen, dass es bei solchen Anschlägen gegen jüdische Einrichtungen die sich nicht mal in Israel befinden um Kritik an der israelischen Regierung ginge?
Irgendwie taucht diese „Rechtfertigung“ für Antisemitismus ja immer wieder auf.
„Juden leben wieder unsicher.“ Zwei Löcher im Glas eines Restaurants.
Jüdische Soldaten erschießen Frauen und Kinder bei der Notspeisung in Gaza.
„Juden leben wieder unsicher.“ Zwei Löcher im Glas. Große Aufmacher in allen Zeitungen. Deutsche abgestochen, vergewaltigt, beraubt, lebenslang verkrüppelt: Einspaltiger Fünfzeiler unter Vermischtes auf der letzten Seite.
Gazastreifen besenrein gesäubert. Kushner kann sein Tourismusindustrie aufbauen. Iran überfallen, 150 kleine Mädchen in die Luft gesprengt, zivilie Ziele bombardiert, gezielte Ermordungen Iranischer Politiker, Billionen Schäden fpr die Weltwirtschaft verursacht, aber: Zwei Löcher im Glas. „Juden leben wieder unsicher.“
Da kann man nicht einmal mehr von nur doppelten Maßstäben sprechen.
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Schuster, „sieht bei einer möglichen Regierungsbeteiligung der AfD auf Bundesebene jüdisches Leben in Deutschland bedroht.“
Mehr muss man dazu nicht wissen.
Der Zentralrat der Juden wurde von der BRD gegründet und wird von dieser mit Geld versorgt, damit die Regierungen immer schön alles steuern können.
Meloni wurde hier meistens als lobenswerte Souveränistin betrachtet. UncutNews-Newsticker: „… 14. Apr. 12:17 … Die italienische Premierministerin Meloni kündigt die Aussetzung der militärischen Zusammenarbeit sowie des Verteidigungsabkommens mit Israel an. …“
Warum sie es tut, müsste klar sein – es sei denn, jemand möchte stur die Nahost-Gewalt übersehen.
„Aber von Zuständen wie in Berlin ist man an der Isar weit entfernt“
… und damit sich das bald ändert haben die Münchner einen Grünen zum Bürgermeister gemacht.
Es ist vermutlich einfacher, 75 Jahre kommunistischer Indoktrination aus einem Nordkoreaner herauszubekommen als die linke Ideologie aus den Köpfen der Grünenwähler.
Wo sind die Mahnwachen, Lichterketten, Demonstrationen?
Die müssen erst mal den Wal retten.