Kein Begriff vernebelt stärker als „Liebe“. Darum ist der Begriff untauglich, aus sich heraus Orientierung zu schenken. Liebe braucht eine überzeugende inhaltlich-weltanschauliche Substanz.
IMAGO / Kirchner-Media
Ein evangelischer Religionslehrer bringt am Gymnasium seinen Schülern bei: „Christlicher Glaube ist nichts anderes als Nächstenliebe. Mehr müsst ihr eigentlich gar nicht wissen. Liebe und dann tue, was du willst. Denn wo die Liebe ist, da ist unser Gott.“
Das hört sich wunderbar an. Das ist einfach. Das versteht sogar der pubertierende Paul. Gerade wenn die sommerlich bekleidete attraktive Pauline vor einem sitzt, was den Hormonspiegel erfreulich ansteigen lässt. „Ja, liebe und dann tue, was du willst.“
Auf den zweiten Blick stellt sich jedoch heraus, dass dieses Glaubensbekenntnis des Religionslehrers in die Irre führt und alles andere als christlich ist.
Was ist „Liebe“?
Der eine versteht unter Liebe, seine Kinder vegan zu ernähren, um Tierquälerei zu verhindern. Der andere versteht unter Liebe, seinen Kindern hin und wieder Fleisch zu geben, damit sie optimal und vielfältig ernährt sind.
Der eine versteht unter Liebe, wenn wir grenzenlos Flüchtlinge ins Land lassen. Der andere versteht unter Liebe, wenn wir unsere Sozialsystem vor der Masseneinwanderung niedrigqualifizierter Transferempfänger schützen.
Der eine versteht unter Liebe, wenn wir in Deutschland vorbildhaft unsere Industrie zerstören, um das Weltklima durch weniger CO2-Verbrauch zu retten. Der andere versteht unter Liebe, wenn wir unseren Wohlstand mit den Prinzipien der Marktwirtschaft mehren, um uns finanziell fähig zu machen, unser Land in der Zukunft optimal an unvermeidliche Klimaveränderungen anpassen zu können.
Wozu braucht man eine Kirche als Milliardenkonzern, wozu braucht man überhaupt Religionsunterricht, wenn es lediglich auf das ankommt, was alle Menschen sowieso meinen zu tun? Denn ob Atheist, Agnostiker, Buddhist, Sozialist, Coronagläubiger, Klimaretter oder Muslim – alle sind fest davon überzeugt, dass sie die Liebe leben und die Liebe fördern.
Was Liebe ist, hängt von der zugrundliegenden Weltanschauung ab, die der jeweiligen Liebe vorausgeht. Liebe ist immer etwas Abgeleitetes, Zweitrangiges. Erst kommt die jeweilige Weltanschauung, dann kommt die entsprechende Liebe. In klassischer theologischer Sprache ausgedrückt: Erst kommt das religiöse oder säkulare Dogma (= Grundeinstellung), dann erst kommt die dazu passende Moral. Sage mir, an was du glaubst = woran du dein Herz hängst, und dann sage ich dir, was du unter „Liebe“ verstehst.
Die christlichen Kirchen haben mit dem Apostolischen Glaubensbekenntnis ihren Glauben in ein Bekenntnis gegossen, das weltweit in vielen Konfessionen jeden Sonntag gesprochen wird. Darin wird der dreieinige Gott gepriesen, dessen Herz in Jesus Christus erkennbar wird.
Die Liebe kommt in diesem Glaubensbekenntnis nicht vor, obwohl die Christusnachfolge sicherlich vielfältige Formen der Liebe hervorbringt. Das private und politische Liebesleben der Christen jedoch ist pluralistischer als Konformisten lieb sein wird. Doch der christliche Pluralismus hat seine Substanz und verbindende Mitte in Jesus Christus: „Lasset uns wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus“ (Epheser 4,15).
Eine Liebesethik ohne inhaltliche Substanz landet im Zeitgeist, bei hormonellen Wallungen oder bei „Autos lieben Aral“. Mag sich gut anhören. Allerdings nur für die Pächter von Aral-Tankstellen und für Gymnasiasten, die schwache Religionslehrer hatten.
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Eine historische Figur „Jesus“ existiert sehr wahrscheinlich ja.
Jedenfalls sicher gab es eine Person historischen Vorbildes.
Ob er jene Dimension hatte die ihm zugeschriben wurde isr irelevant.
Im Jahre 70, also nur 70 Jahre danach, da wo eine lebendige Erinnerung noch da sein kann, schrieb der erste Evangelist Markus seine Biographie auf. Wie ausgeschmückt wissen wir nicht.
Es gibt also mit 100% eine tatsächliche Person historischen Vorbildes.
Auch die Rollen von Qumram blegen es.
Zitieren Sie bitte die Rollen von Qumram, die nach Ihrer Meinung in Frage kommeen.
„Die christlichen Kirchen haben mit dem Apostolischen Glaubensbekenntnis ihren Glauben in ein Bekenntnis gegossen“ das mag stimmen. Gott aber hat den christlichen Glauben in Sein Buch gegossen, das Neue Testament. Welches intensiv zu lesen ich jedem Interessierten dringend anrate. Kirchen kommen darin nicht vor. „Darin wird der dreieinige Gott gepriesen, dessen Herz in Jesus Christus erkennbar wird.“ wie schon gesagt, besagter Gott und Sein Sohn Jesus Christus haben uns einen zugegeben umfangreichen Liebesbrief hinterlassen, den jeder Christ aufmerksam und ohne „kirchliche“ Handreichung studieren kann und sollte. Dieser Brief ist stellenweise schwer zu lesen (siehe 2. Petrus 3,16), aber es lohnt… Mehr
Nun haben wir erfahren, dass Liebe eine „überzeugende inhaltlich-weltanschauliche Substanz“ braucht.
Vieles wurde genannt, das mit Liebe verwechselt wird (auf die Fehler anderer gestützt und lächerlich machend herab geschaut!), aber selber kein Ton dazu, worin diese weltanschauliche Substanz nun bestehen soll❗ Mit Mühe aber unter Irrtumsvorbehalt möglicherweise zu erahnen, wo sie herkommen könnte aber nicht, was sie ist. Ein Eiertanz ohne Vermittlungsangebot, ohne Beispiel, ohne Tat.
Was hoch und hehr klingt, bleibt nicht minder beliebig. Weltanschaulich?? Das lässt vieles offen und führt zu neuen Verwechslungen.
Ich könnte Sie umarmen, Herr Pfarrer Zorn, für dieses „Wort zum Sonntag“, das mich überdies hat in schallendes Gelächter gebracht hat, als Sie geschrieben haben, „Autos lieben Aral“, und in diesem Augenblick ich daran gedacht habe, wie sehr man gerade in Deutschland unter den hohen Energiepreisen stöhnt und ächzt…Danke für Ihr stets treffendes geistliches Wort, besonders wenn es darum geht, dass auch religiöse Menschen nach Möglichkeit herumeiern, wenn es um das Wesentliche im Glauben geht. Davor sind selbst Religionslehrer anscheinend nicht gefeit.
Auch Ihnen einen schönen Sonntag!
Eine meiner stärksten Momente meines Glaubens an Gott hatte ich, als ich auf Malta in der Kapelle des Fort St. Elmo stand. Das einzige Gebäude, dass die Vernichtung 1565 überstanden hat. Wer es nicht weiß: Die erfolgreiche Abwehr der Türken auf Malta hat wohl Westeuropa vor dem Islam gerettet. Die verantwortlichen Malteser rekrutierten sich aus ganz Europa. Auch viele Deutsche waren dabei. Unter anderem entscheidend war, dass Fort St. Angelo hielt (steht heute noch in seiner Pracht). Fort St. Elmo hielt bis zur Zerstörung viele Monate und kostete den Türken entscheidende Ressourcen. Als die Türken schließlich stürmten, verteidigten die letzten… Mehr
Ein Kommentar auch für gehässig Ungebildete!!! Die Lehre Jesus – jenseits kirchlicher Dogmen Vom Gesetz zur Gesinnung: Archaische Religionen (und später auch der institutionalisierte Islam oder das mittelalterliche Kirchentum) basieren oft auf dem Prinzip von Belohnung und Strafe (Adhab). Jesus hingegen argumentierte innerweltlich-ethisch: Nicht die Tat allein zählt, sondern die Haltung dahinter. Das ist im Kern eine philosophische Verschiebung. Der Mensch als Maßstab: Sein Fokus auf das „Ecce Homo“ stellt das menschliche Bedürfnis über religiöse Riten. Sein Satz „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht, nicht der Mensch um des Sabbats willen“ ist ein radikal humanistisches Manifest gegen den… Mehr
„Ein Kommentar auch für gehässig Ungebildete!!“
SO, Peter Pascht, sollte ein Christ keinen Kommentar beginnen….
Damit entwerten Sie Ihre eigene Darbietung. Christliche Hermeneutik ist ein weites, freies, großzügiges Feld.
„Ich liebe euch alle!“
(Erich Mielke)
Das Wort Liebe ist genauso verschlissener Bullshit wie Vielfalt und Toleranz.
Ich kaufe im Supermarkt keine Produkte, wo Vielfalt draufsteht. Weil ich weiß, wie bei diesen Herstellern die Personen in der Werbeabteilung aussehen.
Es stimmt, dass Liebe eine inhaltliche Substanz haben muss (Was wünscht man demjenigen, den man liebt, konkret; was möchte man für ihn tun). Liebe ist aber auch ein begrenztes Reservoir. Deswegen kann die neuzeitliche Fernstenliebe (Weltoffenheit) nicht funktionieren. Niemand kann Millionen fremder Personen „lieben“ – und dann aber noch gleichzeitig Mitbürger im eigenen Land verachten, denn abstrakte Liebe für die einen geht oft mit Hass auf andere einher. Was so gar nicht christlich ist. Trotzdem hat die EKD keine Probleme damit, AfD-Wähler auszugrenzen.
Das ist Nudging. Aus Merkels 2014 gegründeter Abteilung dem Kanzleramt zugeordnet – und permanent gegen uns „ausgestrahlt“.
Richtig ist.
„We are witnessing the greatest act of societal suicide in human history. Entire countries are willingly giving away their land, women and wealth because they are nervous about being called ‘racist’.“ https://x.com/WallStreetMav/status/2044720203481940332
Böse eingesponnen. Erneut zu viele. Und weit über Deutschland hinaus.
Brecht hat es völlig unchristlich auf den Punkt gebracht: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“.
Ich Lieb meine Kinder, Enkel, Familie, Freunde. Danach wird es mir zu groß zu diffus zu moralischen.
Jesus selbst definiert das Fundament des Glaubens im Neuen Testament (Markus 12,29–31) nicht als Einzelgebot, sondern als Doppelgebot, nämlich Gottesliebe und Nächstenliebe: Die Liebe zum Mitmenschen (und sich selbst) folgt direkt daraus als logische Konsequenz.
Ich glaube ohnehin, dass diejenigen, die sich die allumfassende Liebe = Menschenfreundlichkeit und Weltoffenheit auf die Regenbogen-Fahnen schreiben, zum Teil/in Wirklichkeit vor allem sich selber lieben. Der Social Justice Warrior/Soziale-Gerechtigkeits-Krieger, nicht selten zum Teil oder voll von staatlichen Geldern lebend, möchte in den Spiegel schauen und sich an seiner eigenen Anständigkeit und Großzügigkeit erfreuen.
Da gebe ich Ihnen vollkommen recht. „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ [Lukas 14,11]
Nennt man heute Moral Grandstanding, bei dem sich Menschen durch demonstrative Moral über andere stellen, um den eigenen Status zu erhöhen. Genau das machen diese Regenbogenphilister und Gutmenschen aus. Die weinen sogar über ihre „Liebe“ zu allen Menschen. („Ich liebe doch alle – alle Menschen! Ich liebe doch! Ich setze mich doch dafür ein!“ – Erich Mielke). Der Glaube ist ein weites Feld.
Es ist nicht nur ein „Doppelgebot“, sondern quasi ein „Dreifachgebot“: Gottesliebe-Nächstenliebe-Selbstliebe („wie dich selbst“). Es ist also viel komplexer, als ein ideologisch getriebener Religionslehrer zu erfassen vermag.
Der erste Definitionsfehler liegt im Terminus „nächsten“. Wer meinen Sie, wen meint Jesus. Es ist sehr offensichtlich, daß Jesus jemanden anderen meint, als Sie. Desweiteren verlangt Ihr Jesus, daß Sie ihn mehr lieben sollen, als Ihre Familie. Und wenn Ihre Familie nicht mitmacht, sollen Sie Sich von Ihr trennen. Das klingt doch mal eher nach Homo sovieticus.
„Das hört sich wunderbar an. Das ist einfach. Das versteht sogar der pubertierende Paul. Gerade wenn die sommerlich bekleidete attraktive Pauline vor einem sitzt, was den Hormonspiegel erfreulich ansteigen lässt. „Ja, liebe und dann tue, was du willst.“ Geht’s noch platter? Pfarrer Zorn als ausgewiesener Experte ordnet für uns ein, was Liebe zu sein hat – und, oh welch Zufall: Es handelt sich um ein christliches Patent und Monopol! Erwerben kann man diese patentierte Liebe exklusiv bei Pfarrer Zorn und anderen Filialen seiner Handelskette. Von Konkurrenzprodukten, Plagiaten und Eigenkonstruktionen ist abzuraten: In aller Regel handelt es sich um minderwertige Ware,… Mehr
Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frauen.