Warum die Grünen weggewählt wurden? Warum sie so wenig zu melden haben? Warum ihnen höchstens ihre Oppositionsrolle ein paar Pluspunkte bringt? Antworten auf diese Fragen gibt das Sommerinterview mit der Co-Parteivorsitzenden Franziska Brantner. Ein grüner Overkill in 20 Minuten.
picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Schon in der Vor-Ort-Reportage, die dem Interviewblock vorangeht, wird deutlich, in welch prekärer Situation sich die Grünen befinden. Gommern, Sachsen-Anhalt. Da steht ein Felix Banaszak am Soft-Eisstand, um einem „Ossi-Eingeborenen“ eine kleine Köstlichkeit zu zapfen. „Ich bin von den Grünen. Wir sind, äh, ein bisschen unterwegs und wir wollten mal ein bisschen, äh, mal raus aus der Geschäftsstelle und mal ein bisschen unter Leute kommen.“
Dass Banaszak immerhin Co-Parteichef ist, weiß hier niemand. Und die fast vollständig bedruckte Spitzenkandidatin, deren Namen wir leider vergessen haben, kennt erst recht keiner. Obwohl sie ihre bunten Tattoos regelmäßig mit Verve durch TikTok wedelt.
„Ach so!“ kommentiert Gerhard Schulz gelangweilt die Kurzvorstellung des Grünen. Der Eingeborene mit dem gründiagnostizierten Eisbedarf greift den Becher und legt los. Er kritisiert die Aufnahme von 800.000 Ukrainern in Deutschland. „Die Hälfte davon arbeitet nicht. Warum sind die nicht zu Hause?“ Banaszak tut so, als hätte er nichts gehört und steckt dem Mann ein Löffelchen ins Eis. „Früher habe ich immer links gewählt oder SPD“, sagt Schulz. „Is nicht mehr.“ Was er heute wählt, verrät das kleine, trostlose Filmchen nicht.
Klar, der Wahlkampf im Osten sei für die Grünen „herausfordernd“, sagt Brantner. In den neuen Bundesländern hat die Partei nur etwa 15.000 Mitglieder, nicht einmal zehn Prozent der Gesamtzahl. „Die Menschen stehen nicht mit der Sonnenblume am Rand und warten auf uns“, erklärt Brantner. Aber die Partei sei „stark vor Ort und präsent“, denn „am Ende geht es um die Wurst, dass wir in den Landtag einziehen“.
Wie sie das machen will? Man wolle „kämpfen dafür, dass die Energie günstig vor Ort nutzbar ist“. Wie das zu schaffen sein soll angesichts all der Steuern und Abgaben, mit denen vor allem die Grünen die Energie erst so unendlich teuer gemacht haben, verrät sich nicht. Und die Moderatorin Anna Engelke fragt auch nicht nach.
Die stellvertretende Studioleiterin im ARD-Hauptstadtstudio, die kaum einer kennt, will von Brantner wissen, warum die so unbekannt ist. „Weniger als die Hälfte der Deutschen kennt sie. Das sind 43 Prozent“, sagt Engelke. Habeck habe 63 Prozent geschafft. Wie sei diese „Habeck-Lücke“ zu füllen? „Ich will ja auch jetzt nicht Fernsehstar werden“, antwortet Brantner.
Es könnten Konversationen wie diese sein, die erklären, warum beide Frauen so ein Schattendasein fristen.
Dann verspricht sie: „Ich glaube an Deutschland, ich möchte dass wir besser sind, ich glaub’, dass wir da mehr draus machen können.“
Oh, danke, aber nein danke, möchte man in sein Empfangsgerät rufen. Was die Grünen bisher aus Deutschland gemacht haben, reicht uns eigentlich schon.
Doch es geht weiter. Cem Özdemir, der sich im Wahlkampf in Baden-Württemberg überraschend deutlich von seiner Partei distanzierte, sie nicht einmal auf dem Plakat erwähnte, dieser Cem und die Franziska, „wir haben ja auch viel gemeinsam. Wir wissen, dass mehr geht. Und jetzt müssen wir den Weg für die Menschen, die da schon anpacken, freiräumen.“
Ob sie sich über die hohen Spritpreise freue, will Engelke wissen. Brantner kann sich ein Lächeln nicht verkneifen. „Sprit 5 Mark“ war früher ein Spruch der Grünen, Heute liegen wir längst darüber. Dann gibt sich die Grüne demonstrativ zerknirscht: „Es ist tragisch zu sehen, dass wir in den Abhängigkeiten immer noch so stark sind von den Fossilen, vom Öl.“ Aber „das Tragischste“ sei, dass die Bundesrepublik stattdessen die Wärmepumpe „wegkicke“, die doch nicht nur Heizung, sondern auch Klimaanlage sei. Die Regierung sei schuld, weil sie „alles tut, um die neuen Technologien auszubremsen“.
Anbiederung an den (grünen) deutschen Mann
Warum sich die Partei so sehr an das neue Zielobjekt Mann ranwirft, will die Moderatorin wissen. Und lässt wieder den Herrn Banaszak einspielen. Der lobpreist Männer mit buntlackierten Nägeln, die „pumpen gehen“ und nach dem Motto leben: „Sei kein Arschloch.“ Brantner findet das knorke. Die Frage sei doch, „welche Rollenbilder wir noch immer aufbrechen müssen“. Es gebe eben verschiedene Männerbilder – „zum Glück ja immer mehrere“ – und das Thema dürfe man keinesfalls der AfD überlassen, die dort auf Stimmenfang gehe. „Mich treibt es um, dass wir so viel Zulauf haben zur AfD, sagt Brantner und frohlockt: „Bei uns seid Ihr willkommen!“
Dass den Bundesbürgern die staatlichen Zinsbelastungen demnächst über den Kopf wachsen werden, ist der Grünen nur ein Schulterzucken wert. Engelke rechnet vor: Im kommenden Jahr 40 Millliarden für Zinszahlungen des Bundes und im Jahr 2029 bereits 80 Milliarden. All das werde „jungen Leuten um den Hals gehängt“. Brantner will all die Investitionen und die Zinsen „bald wieder aus dem Bundeshaushalt bestreiten, nicht aus Schulden“. Wie das gehen soll, verrät sie nicht.
Das Interview endet so trostlos und perspektivlos wie die Reportage zuvor. Dort hieß es mit Blick auf den Wahlkampfstand: „Die Grünen wollten auch in Gommern sichtbar sein. Sind an diesem Nachmittag aber weitgehend unter sich geblieben.“
Es steht halt niemand mehr mit einer Sonnenblume am Straßenrand und wartet auf grüne Kriegs- und vermeintliche Finanzexperten. Diese Zeiten sind vorbei.







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Zwei Anmerkungen:
1. „Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, diese zu artikulieren.“ H.M. Broder
2. „Wer die Grünen wählt, wird sich eines Tages bittere Vorwürfe machen.“ BK Helmut Schmidt
Ob diese Wähler nun Grüne, Linke oder auch mal SPD wählen macht im Ergebnis eigentlich keinen Unterschied, selbst wenn sie zur CDU wandern ist das ja bedeutungslos. BSW war wohl auch nur eine weitere Fortsetzung der Linken/SED mit anderen Mitteln, das Spiegelbild der Werteunion.
„Die Grünen wollten auch in Gommern sichtbar sein.“
Als Eisverkäufer können wir euch gerade noch so ertragen !
Aber nur wenn das Eis kostenlos ist 😉. Wobei, von den Grünen würde ich niemals ein geschenktes Eis annehmen (und auch nicht von der IG Metall, die das neuerdings auch vor den Werkstoren der Automobilisten praktizieret), denn so verzweifelt bin ich nun wirklich nicht.
Die Grünen sind das Produkt der Wohlstandsverwahrlosung und des unverdienten Überflusses. In härteren Zeiten hätte man diese nichtsnutzigen Großmäuler vom Hof gejagt. Sie haben keine Ahnung von Realität, aber davon im Übermaß. Sprüche wie „Sonne und Wind stellen keine Rechnung“ zeigen die vollkommene Verblödung der Grünen. „Kohle und Öl stellen auch keine Rechnung“, wäre als Antwort eine adäquate idiotische Antwort. Sie würden es vermutlich nicht einmal verstehen, sondern überrascht sagen, stimmt.
die ökonomische Dämlichkeit bei vielen Grünen ist unübersehbar, aber der Alimentation durch den hart arbeitenden Bürger geschuldet. Wenn man sich die Lebensläufe viler dieser Grünen welche sich da an die Spitze gemogelt haben ansieht muß man sich über den Zustand in unserem Land nicht mehr wundern. Ba-Wü ist das nächste Land welches unter grüner Fühjrung an die Wand gefahren wird.
Die Frage sei doch, „welche Rollenbilder wir noch immer aufbrechen müssen“. Verd… noch mal, es ist NICHT die Aufgabe der Politik (von griechisch polis=Stadt(staat), also „die Stadt betreffend“), irgendwelche „Rollenbilder“ aufzubrechen, uns Sprache vorzuschreiben oder über die Art unserer Heizung zu bestimmen, das ist alles übergriffig gegenüber dem Souverän! Die Exekutive soll dafür sorgen, daß bestehende Gesetze zum Schutz und Wohl des Bürgers umgesetzt werden, die Jurisdiktion (Nicht: Judikative) setzt die Strafen für Gesetzesbrecher fest und entscheidet im Streitfall und die Legislative ist dafür da, Gesetze an die Realität anzupassen bzw. den Realitäten entsprechend neue Gesetze zu formulieren. Dabei hat… Mehr
Grün halt! Gott steckt im Detail, der Teufel im großspurigen Behaupten! Grüne behaupten nur großspurig, ohne jede Ahnung, und das von gar nichts. „Rollenbilder aufbrechen“! Was soll der hanebüchene Quatsch und Anmaßung. Es ist die Vergewaltigung der Biologie und die totalitäre Vereinnahmung des Leben, hier: des Mannes, der sein Verhalten gefälligst nach deren dummen Vorstellungen ändern soll. Das klappt erstens nie, weil biologisch determiniert, zweitens sind das nur Vorstellungen von einer kleinen verrückt gewordenen Minderheit. Diese Frauen machen alles kaputt, was sich in den 5 Mio. Jahren, seit der Mensch als solcher gelten kann, herausgebildet hat. Familien: wozu, fragen die… Mehr
Brantner: „am Ende geht es um die Wurst, dass wir in den Landtag einziehen“.
Hier war sie ehrlich. Es geht um den Platz am Futtertrog.
Erkennbar froh ist sie, dass ihre Partei nicht in Regierungsverantwortung steht, denn dann würde andere Backen auf Grundeis liegen.
Das Interview hatte die Aura von Bitterfeld 1989.
Die Grünen, lange der unbestrittene Star des deutschen Parteienhimmels. Ich versuche mal ein bestimmtes, aber sehr großes Milieu einzugrenzen. Westdeutsch, zwischen ca. 1960 und den frühen 1980ern geboren. Bürgerliche Herkunft aus der Mittelschicht, Gymnasium mit Abitur, meist in der Suburbia aufgewachsen, dann mit dem Studium Flucht in die wiederentdeckten Altbauviertel der Großstädte. Ganz egal, wo sie individuell politisch stehen, die Grünen haben sie geprägt, im guten wie im schlechten. Ihr politisches Denken dreht sich um sie, egal ob sie wegen ihnen AfD wählen oder die Grünen selbst. So, wie man bestimmte westdeutsche Jahrgänge sicher daran erkennt, ob sie wissen, was… Mehr
Das Bild erinnert mich an zwei Grundschullehrerinnen, die nie einer möchte.
“ Die Frage sei doch, „welche Rollenbilder wir noch immer aufbrechen müssen“. “
Vielleicht das der Grünen als vermeintlich demokratische und antifaschistische Partei, denn das Gegenteil ist der Fall: Totalitär bis ins Mark. Würden den Leuten am liebsten noch vorschreiben, mit wem sie Sex haben müssen.