Brüssels EU-Kommissare seien bereits genervt von der genutzten E-Auto-Luxusflotte auf der Route nach Straßburg: Die Batterien schaffen die 440 Kilometer lange Strecke nicht in einem Stück. Die EU-Führung selbst scheitert mit ihrer grünen Politik an der Realität des Alltags.
picture alliance / Chris Emil Janßen | Chris Emil Janssen
Der nervende Ladestopp für mehrere EU-Kommissare aus dem Team Ursula von der Leyen sorgt für immer mehr Proteste innerhalb der Kommission: Gesprächspartner aus insgesamt acht Kabinetten bestätigten nun gegenüber dem Magazin Politico, dass die Fahrt durch den 20- bis 30-minütigen Halt von bereits fünf Stunden auf bis zu sieben Stunden ausgedehnt werde. Manche Kommissare erwägen sogar, die Chauffeure langsamer fahren zu lassen, um Energie zu sparen – doch das funktioniere kaum und mache die Reise noch unangenehmer.
Die Flotte der Kommission umfasst derzeit etwa 128 Fahrzeuge, von denen 80 Prozent elektrisch betrieben sind. Ziel sei es, bis 2027 vollständig auf null Emissionen umzustellen – ein Vorhaben aus dem Jahr 2022, das von Ursula von der Leyen in ihrer ersten Amtszeit vorangetrieben und im Dezember bestätigt wurde. Viele der eingesetzten Modelle, darunter große BMW-Limousinen, eignen sich jedoch nur bedingt für Langstrecken ohne Nachladen.
30-minütiger Ladestopp auf 440 Kilometer
Das E-Lade-Thema wurde sogar in einer Sitzung des Kollegiums der Kommissare angesprochen: Ein Kommissar beklagte die nervenden Unannehmlichkeiten. Die Antwort: Er solle das mit Haushaltskommissar Piotr Serafin besprechen. Besonders frustrierend ist der Stopp nach langen Plenarsitzungen in Straßburg, also spätabends, wenn die Rückkehr nach Brüssel dann doch etwas flotter gewünscht ist. Züge werden als Alternative abgelehnt mit der vorgeschobenen Begründung, da sensible Telefonate unterwegs geführt werden müssen.
Ein Kommissar hat eine pragmatische Lösung gefunden: Ungarns Olivér Várhelyi soll laut mehreren Quellen gelegentlich mit einem Van und seinem Team reisen und das offizielle Dienstauto stehen lassen. Sein Kabinett kommentierte dies nicht. Von der Leyen selbst ist von dem Problem ausgenommen – ihr Dienstfahrzeug muss aus Sicherheitsgründen gepanzert sein, und geeignete gepanzerte E-Modelle gibt es derzeit nicht.
„Range Anxiety“ nun auch in der EU-Spitze
Die Beschwerden der Kommissare zeigen die Realität der E-Mobilität. Politische Gruppen und Industrieverbände werfen der Kommission schon seit längerem vor, den grünen Wandel schneller voranzutreiben, als Ladeinfrastruktur und Verbrauchergewohnheiten es erlauben. „Range Anxiety“ – die Angst vor zu geringer Reichweite – gilt als zentraler Grund, warum viele Verbraucher noch zögern, auf E-Autos umzusteigen. In Europa gibt es zwar Fortschritte bei der Ladeinfrastruktur, doch sie ist ungleich verteilt: Die Niederlande, Frankreich und Deutschland decken den Großteil ab. Bis 2030 werden Millionen weiterer Ladepunkte benötigt.
Die Kommission selbst hat bei den CO₂-Grenzwerten für Autohersteller bereits Rückzieher gemacht. Ab 2035 dürfen Verbrenner unter bestimmten Bedingungen (etwa mit Klimakompensationen) weiter verkauft werden. Doch für die eigene Flotte gilt diese Flexibilität nicht. Im Juli will die Behörde nun ihren lange erwarteten Elektrifizierungsplan vorlegen. Von der Leyen hatte ihn im April als Teil der Strategie angekündigt, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen nach der Nahost-Krise zu reduzieren: „Wir müssen die Elektrifizierung unserer Wirtschaft, unserer Industrie, unserer Mobilität beschleunigen.“
Während die EU-Führung also weiter auf eine ambitionierte Dekarbonisierungspolitik setzt, stoßen selbst die Spitzenpolitiker auf praktische Grenzen. Ähnliche Debatten gibt es in den USA und anderen Ländern, wo „Range Anxiety“ und Infrastrukturmängel die Akzeptanz von E-Autos bremsen. Die Kommission betont dennoch ihren Kurs: Die grüne Flotte sei ein wichtiges Signal für die gesamte EU. Um die Glaubwürdigkeit zu wahren, könnte aber etwas mehr Realismus nötig sein.

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In diesem Fall spüren sie wernigstens selbst was für einen Sch… sie gemacht haben
Dabei können die sich noch die Top-Modelle auswählen, und unterliegen nicht wie Normalbürger ökonomischen Zwängen. Außerdem dürfte denen bei Start und Ziel ideale Ladeinfrastruktur zur Verfügung stehen, und die müssen sich nicht mal persönlich darum kümmern, dass ihr Fahrzeug bei Fahrtantritt geladen ist.
Soweit möglich werden die, bzw. deren Fahrer wohl auch die Möglichkeit von Reservierungen von Ladestationen nutzen, d.h. die haben eh schon optimale Bedingungen und müssen sich selbst um nichts kümmern.
Wie wäre es denn im Kofferraum ein Diesel oder Benzin Notstromaggregat so einbauen, daß man es während der Fahrt laufen lassen kann und damit die Batterien laden
Die sollten alle sowieso Bahnfahren.
So wie der Pöbel auch.
Diese Privilegien gehören für alle EU Beamten bis rauf zu Uschi abgeschafft.
Also ich finde ja, jeder der seine Stimme für diese Technologie hergibt sollte sie auch nutzen (müssen).
Da haben wir es: Diese Technologie taugt gerade mal für innerstädtische Ballungsräume, sagen wir mal für Postzusteller. Und so lange, wie ich nach 600 km zum Auftanken und mal pinkeln brauche, wird immer der Maßstab sein, wie lange das Laden der Akkus dauern darf – wenn ich mit denen überhaupt die 600 km schaffe. Und ich mag auch keine Schleichfahrt.
Praktischer Rat an die Damen und Herren Kommissare: Sie können doch auch gern auf ihre E-Flugzeugflotte zurückgreifen. Der Himmel ist voll mit Ladestationen. Und wenn mal gerade keine frei ist, dann tut es vielleicht auch ein Gewitter…
Soso, fragen Sie diesbezüglich mal die Norweger, Chinesen oder ein beliebiges anderes Flächenland mit E-Auto-Quoten über 50 %. Leben die alle nur in innerstädtischen Ballungsräumen? Ich nehme an, Sie sind selber noch nie in einem E-Auto gesessen.
Fake-News Egge in seinem Element.
Nein, die E-Auto Quote in China beträgt nicht über 50%.
Über 50% liegen die Neuzulassungen bei E-Autos 2025. Der Anteil an diesen Fahrzeugen am Gesamtbestand beträgt knapp über 10%. Darin enthalten sind aber auch die Hybridfahrzeuge. Hinzu kommt, dass die PKW-Dichte nur ~44% der Deutschlands beträgt.
Womit ja noch gar nicht erörtert wurde, wo der Strom für diese Autos herkommt. Ich glaube ja sowieso nicht an diese CO²-Lügerei, aber im Fall China würde ich auf Kohlekraftwerke tippen. Für einen Grünen kommt er aus der Steckdose…
Nicht nur der Strom. Die interessiert auch nicht, wie die Arbeitsbedingungen bei der Batterieherstellung und Abbau seltener Erden sind. Die interessiert auch nicht, was die Umwelt zu Batterieherstellung und -entsorgung sagt. Die Interessiert auch nicht, wie der Abbau der seltenen Erden umwelttechnisch wirkt. Die müssen das Zeug auch nicht beim politischen und wirtschaftlichen Gegner kaufen und um die halbe Welt karren. Die interessiert auch WLTP und solcher Blödsinn einen feuchten Scheiß. Da versucht auch keiner mit solchen Dingern Langstrecke zu fahren.
Da ist so ziemlich irgendwas zwischen nichts und gar nichts vergleichbar mit hiesigen Verhältnissen.
Doch, einmal schon. Da habe ich einen E-Smart von meiner Werkstatt bekommen. Ich kam mir vor wie ein Durchfallpatient – schaff ichs noch nach Hause?
Wie gesagt, das ist eine Nischentechnologie. 600 km Reichweite, danach die Zeit die der Diesel in den Tank braucht, bezahlen, mal pinkeln und dann weiter. Wenn die E-Technik das in der gleichen Zeit irgendwann mal schaffen sollte, meinetwegen. Aber bis dahin fahre ich Diesel, führende leistungsstarke Technologie made in Germany.
Vielleicht wäre bei genügender, realistischer Planung eine Wende hin zum E-Auto tatsächlich möglich gewesen. Aber eine Bestimmung, schlecht durchdacht und umgesetzt, die mit Brachialgewalt gegen den Willen der Menschen zur Pflicht gemacht wurde, ist eben im realen Leben zum Scheitern verurteilt. Was wäre gewesen, wenn zum Beispiel erst einmal über Jahre Induktionsschleifen unter den Straßen entstanden wären, die die Autos automatisch beim fahren aufladen, bevor man die Mobilität durch verfrühten Aktionismus zum Luxusgut und zur Unzuverlässigkeit verdammt hätte? Ja. Schon klar. Bei solchen Ladevorgängen hätte man nicht, wie beim normalen Tanken, ordentlich Steuern und Abgaben abschöpfen können. Den Rest erledigt… Mehr
Natürlich, lass uns für dutzende Milliarden alle Straßen aufreißen auf Staatskosten anstatt privatwirtschaftlich Ladesäulen errichten. Die Realitätsferne mancher hier ist unfassbar.
Realitätsferne? Dann schauen Sie doch mal auf die A5 bei Ffm mit den tollen Oberleitungen. Hat ja richtig was gebracht und soll wohl auch wieder weg. Und selbst wenn: Soll es in Zukunft überall aussehen wie in einem Auto-Scooter?
Mal im Ernst: Zur Fortbewegung brauche ich Energie, die ich in Form von Treibstoff oder elektrischer Ladung mitführen muss. Beim LKW sind da mittlerweile 800 Liter der Standard, die Reichweite beträgt reichlich 2000 km. Was da wohl ein Akku wiegen wird? Wieviel Nutzlast hab ich dann noch?
So sehr ich den EU-Kommissaren das selbstgewählte Ungemach gönne, aber wie kann sich eine 5-stündige Fahrt mit einer 30-minütigen Pause auf 7 Stunden verlängern?
Na, ganz einfach.
Wenn man warten muss, bis einer der wenigen Ladeplätze verfügbar ist.
Ganz einfach. was fahren die Vorstandsvorsitzenden jeder Partei, jeder Firma und der Außendienst? Wieviel Tankstellen mit Ladestationen gibt es? Wie lange dauert ein Ladevorgang einschließlich nicht zu kalkulierender Warezeiten? Was ist mit Urlaub? Und ganz wichtig, wer hat das bessere Motorengeräusch? Na irgendwelche Ideen?
Vermutlich stellen die sich genauso blöd beim Laden an wie die meisten rechtskonservativen Jouralisten… (z.B.extra an einen 50 kW Lader anstecken wenn es auch 350 kW gibt).
Die linken Führer mochten es schon immer feudal. Beim ehemaligen Steinewerfer und Bullenverdrescher Fischer darf das Dienstmädchen heut gerne Häubchen tragen.
Rot, Braun, Grün: Die übelsten Ausbeuter, die schamlosesten Heuchler und verlogensten Politverbrecher waren und sind die Linken.
Tja, dann würde ich die Benutzung eines Lastenfahrrades dringend empfehlen. Da gibt es keine Ladepausen.
Stelle ich mir toll vor, vdL aufm Fahrrad. Wird aber wohl eher eine Rikscha sein, ein, zwei oder vier-tramplig. Und dahinter ein Bus mit Auswechseltramplern.